ME/CFS verstehen: Symptome, Diagnose und der Umgang mit Belastungsgrenzen
ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) ist nach der britischen NICE-Leitlinie eine komplexe, chronische Erkrankung, die mehrere Körpersysteme betrifft und deren Entstehungsmechanismen noch erforscht werden.1 Kennzeichnend ist die Post-Exertional Malaise (PEM): Beschwerden und Leistungsfähigkeit verschlechtern sich nach körperlicher oder geistiger Belastung, die vor der Erkrankung problemlos vertragen wurde.2
Dieser Beitrag erklärt Symptome, Diagnosekriterien und Untersuchungen, die Abgrenzung zu anderen Ursachen von Erschöpfung, den Zusammenhang mit Post-COVID und den Stand der Behandlung. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Die genannten Kriterien und Fragebögen eignen sich nicht zur Selbstdiagnose.
- 105 Quellen, u. a. NICE, IOM, IQWiG, The Lancet, BMJ
- Belegte Aussagen mit Fußnote, Evidenzgrad ausgewiesen
- Stand 08.10.2026
Bei akuten, lebensbedrohlichen Beschwerden wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 hilft außerhalb der Sprechzeiten, wenn eine Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann. In seelischer Not erreichen Sie die TelefonSeelsorge kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Die Privatpraxis NEVPAZ (Neurovaskulär-Psychiatrische Ambulanz) ist kein Notdienst.3,4
Das Wichtigste auf einen Blick
- Für ME/CFS gibt es derzeit keinen diagnostischen Test. Die Erkrankung wird laut NICE allein klinisch erkannt.1 Diagnose
- Ein etablierter Biomarker fehlt, alle Kriterienkataloge beruhen allein auf Symptomen. Die Ursachen sind bis heute nicht geklärt.5 Untersuchungen
- Pacing, ein Aktivitätsmanagement mit einem Gleichgewicht aus Ruhe und Aktivität, kann laut CDC die Verschlechterung nach Belastung abmildern.6 Pacing
- Aufsteigendes Bewegungstraining mit festen Steigerungsschritten (Graded Exercise Therapy) empfiehlt NICE ausdrücklich nicht.1 Aktivierung und Verhaltenstherapie
- In einer großen US-Studienkohorte erfüllten nach einer SARS-CoV-2-Infektion 4,5 Prozent der infizierten Teilnehmenden die ME/CFS-Kriterien (Selbstauskunft), gegenüber 0,6 Prozent der nicht Infizierten.7 ME/CFS und Post-COVID
Was ist ME/CFS?
Ein Name, zwei Traditionen
„ME/CFS“ ist ein Sammelbegriff, der die Bezeichnungen Myalgische Enzephalomyelitis (ME) und Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS) zusammenführt; für beide wurden über Jahrzehnte getrennte Falldefinitionen entwickelt.2 Die Bezeichnung Myalgische Enzephalomyelitis wurde erstmals 1956 verwendet, viele Betroffene bevorzugen sie.2 Weil ein entzündlicher Prozess im zentralen Nervensystem nicht sicher vorliegt, heißt es auch Myalgische Enzephalopathie, so im Titel der NICE-Leitlinie.8
Das Institute of Medicine (IOM) schlug 2015 den Namen „Systemic Exertion Intolerance Disease“ (SEID) vor. Durchgesetzt hat er sich laut DEGAM-Leitlinie bislang nicht.2,8
Das Krankheitsbild
Typisch ist ein schwankender Verlauf: Art und Stärke der Beschwerden können sich im Lauf eines Tages, einer Woche oder länger unvorhersehbar ändern.1 Die Erschöpfung ist nach dem IOM tiefgreifend, nicht die Folge übermäßiger Anstrengung, und sie bessert sich durch Ruhe nicht wesentlich.2
Eine Übersicht in Mayo Clinic Proceedings beschreibt ME/CFS als chronische neurologische Erkrankung, der oft eine Infektion vorausgeht.9 Das IQWiG beschreibt sie als komplexe chronische Erkrankung, die in sehr schweren Fällen zu dauerhafter Pflegebedürftigkeit führen kann. Obwohl sie bereits 1969 in die Klassifikation der WHO aufgenommen wurde, sind ihre Ursachen nicht geklärt.5
Chronische Erschöpfung ist nicht dasselbe wie ME/CFS
Müdigkeit gehört weltweit zu den zehn häufigsten Beratungsanlässen in der hausärztlichen Versorgung und hat viele Ursachen.8 Von ME/CFS spricht man erst, wenn ein Kriteriensatz erfüllt ist. Nach den jüngeren Kriterienkatalogen steht dabei das Leitsymptom PEM im Mittelpunkt; hinzu kommen schwere anhaltende Fatigue, Schmerzen, Schlafstörungen und kognitive Störungen.5
Definitionsblock: Einordnung in der ICD, Chronische Erschöpfung ist nicht dasselbe wie ME/CFS
In der ICD-10 der WHO steht ME/CFS unter G93.3 („Postvirales Ermüdungssyndrom“) im Kapitel der Krankheiten des Nervensystems. In der deutschen ICD-10-GM 2026 ist der Code erstmals unterteilt: G93.30 steht für das postinfektiöse, G93.31 für das nicht postinfektiöse und G93.39 für das nicht näher bezeichnete chronische Fatigue-Syndrom. Davon getrennt kodieren R53.0 und R53.1 chronische Fatigue als Symptom, mit beziehungsweise ohne Angabe einer post-exertionellen Malaise. Die ICD-11 der WHO führt die Erkrankung unter 8E49.10,11,12
Was ist Post-Exertional Malaise (PEM)?
Post-Exertional Malaise (PEM) bedeutet, dass sich Beschwerden und Leistungsfähigkeit nach körperlicher oder geistiger Belastung verschlechtern, die vor der Erkrankung problemlos vertragen wurde. Nach Auswertung des IOM ist ausreichend belegt, dass PEM ein Hauptmerkmal ist, das ME/CFS von anderen Erkrankungen unterscheidet.2 PEM kann laut NICE schon nach geringer geistiger, körperlicher, emotionaler oder sozialer Aktivität auftreten, und verschiedene Aktivitäten summieren sich.1
Der verzögerte Einbruch
Typischerweise verschlechtern sich die Beschwerden 12 bis 48 Stunden nach der Aktivität und halten Tage oder sogar Wochen an; manchmal folgt ein Rückfall.1 Weil die Verschlechterung oft erst einsetzt, wenn die Belastung längst vorbei ist, bringen Betroffene beides nicht immer in Verbindung.2
Schon sehr geringe Belastungen wie ein Telefonat oder Arbeit am Computer können PEM auslösen, nach einigen Studien auch längeres aufrechtes Stehen oder Sitzen.2
Zahlen zum Zeitverlauf (laut IOM-Bericht), Der verzögerte Einbruch
In einzelnen Studien trat PEM schon innerhalb von 30 Minuten nach der Anstrengung auf, in anderen erst 1 bis 7 Tage danach. Gesunde fühlten sich in mehreren Studien 24 bis 48 Stunden nach einer Anstrengung wieder erholt, aber weniger als 31 Prozent der Menschen mit ME/CFS; bis zu 60 Prozent hatten eine Woche später noch mehrere Beschwerden. Nach einer dreistündigen neuropsychologischen Testung hatten Gesunde ihre selbst eingeschätzte geistige Energie im Mittel nach 7 Stunden zurück, Menschen mit ME/CFS nach durchschnittlich 57 Stunden (eine Studie).2
Mehr als Muskelkater
Von gewöhnlicher Erschöpfung nach Anstrengung unterscheidet sich PEM nach NICE durch das Missverhältnis zur Aktivität, den oft um Stunden oder Tage verzögerten Beginn und eine Erholung, die Tage, Wochen oder länger dauern kann.1
Für das PEM-Kriterium fordert die DEGAM-Leitlinie eine Verschlechterung, die mindestens bis zum Folgetag nach der Belastung anhält.8 Die Internationalen Konsenskriterien (ICC) nennen PEM „postexertionelle neuroimmune Erschöpfung“ und werten sie als Kernmerkmal; die Erholung dauert dort meist 24 Stunden oder länger.13
PEM erkennen
Manche Betroffene haben ihren Alltag bereits so angepasst, dass sie PEM vermeiden. Das IOM rät deshalb, gezielt mit mehreren Fragen danach zu suchen; ein Tagebuch über ein bis zwei Wochen, in dem Aktivitäten und Beschwerden notiert werden, kann helfen.2 Laut CDC erkennen manche Betroffene PEM zu Krankheitsbeginn nicht.14

Wann die Verschlechterung nach Belastung kommt
Zeitangaben aus Leitlinie, Kriteriensätzen und Studien, je Quelle ein eigenes Band. Die Quellen messen unterschiedlich; die Bänder ergeben zusammen keine Kurve.
Schema, keine Messkurve. Form und Tiefe der Kurve veranschaulichen den Ablauf. Zeitpunkt und Dauer sind von Person zu Person verschieden; Zahlen stehen nur an belegten Zeitpunkten.
Beginn nach NICE · typischerweise 12 bis 48 Stunden nach der Aktivität1
Beginn in einzelnen Studien (IOM-Bericht) · frühestens 30 Minuten nach der Anstrengung, in anderen Studien erst 1 bis 7 Tage danach2
Erholung nach Anstrengung, Gesunde (mehrere Studien) · 24 bis 48 Stunden danach wieder erholt2
Erholung nach Anstrengung, ME/CFS (mehrere Studien) · nach 24 bis 48 Stunden weniger als 31 Prozent erholt; bis zu 60 Prozent hatten eine Woche später noch mehrere Beschwerden2
Erholung nach den Internationalen Konsenskriterien (ICC) · dauert meist 24 Stunden oder länger13
Geistige Energie nach dreistündiger Testung, Gesunde (eine Studie) · selbst eingeschätzt, im Mittel nach 7 Stunden wieder auf dem Ausgangsniveau2
Geistige Energie nach dreistündiger Testung, ME/CFS (dieselbe Studie) · selbst eingeschätzt, im Mittel nach 57 Stunden2
Zeit nach der Anstrengung. Die Achse ist logarithmisch: gleiche Abstände bedeuten keine gleichen Zeitspannen.
- Beginn der Verschlechterung
- Gesunde
- Menschen mit ME/CFS
Weitere Angaben ohne Zeitwerte
- Nach den Internationalen Konsenskriterien (ICC) kann die Erschöpfung nach Belastung sofort nach der Aktivität einsetzen oder um Stunden bis Tage verzögert auftreten.13
- Nach dem IOM-Bericht ist die Dauer einer PEM nicht vorhersehbar; sie kann Stunden, Tage, Wochen und sogar Monate anhalten.2
- Für das PEM-Kriterium fordert die DEGAM-Leitlinie eine Verschlechterung, die mindestens bis zum Folgetag nach der Belastung anhält.8
Gezeigt sind nur Zeitpunkte aus den genannten Quellen. Zwischen den Punkten wird nichts verbunden oder geschätzt, und die Zahlen lassen sich nicht auf einzelne Personen übertragen.
Werte als Tabelle
| Zeitangabe | Gruppe oder Quelle | Wert |
|---|---|---|
| Beginn | NICE | typischerweise 12 bis 48 Stunden nach der Aktivität 1 |
| Beginn | einzelne Studien (IOM-Bericht) | frühestens 30 Minuten, in anderen Studien 1 bis 7 Tage 2 |
| Erholt nach 24 bis 48 Stunden | Gesunde (mehrere Studien) | wieder erholt 2 |
| Erholt nach 24 bis 48 Stunden | ME/CFS (mehrere Studien) | weniger als 31 Prozent 2 |
| Noch mehrere Beschwerden nach einer Woche | ME/CFS (mehrere Studien) | bis zu 60 Prozent 2 |
| Erholung | ICC | meist 24 Stunden oder länger 13 |
| Geistige Energie nach dreistündiger Testung (selbst eingeschätzt) | Gesunde / ME/CFS (eine Studie) | 7 Stunden / 57 Stunden (Mittel) 2 |
Erklärvideo · 26 s
Post-Exertional Malaise: der verzögerte Einbruch
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Bei ME/CFS kann schon eine kleine Anstrengung die Beschwerden verschlechtern, etwa ein Telefonat oder Arbeit am Computer. Fachleute nennen das Post-Exertional Malaise, kurz PEM. Typisch ist die Verzögerung: Die Beschwerden nehmen erst zwölf bis achtundvierzig Stunden später zu und halten Tage oder Wochen an. Deshalb bringen Betroffene beides nicht immer in Verbindung.1,2
Welche weiteren Symptome gehören zu ME/CFS und wie schwer kann es verlaufen?

Unerholsamer Schlaf
Nach dem IOM berichten praktisch alle Betroffenen von unerholsamem Schlaf, wenn gezielt danach gefragt wird; eine zusätzlich festgestellte primäre Schlafstörung schließt ME/CFS nicht aus.2
Kognitive Beschwerden
Beschwerden im Stehen
Orthostatische Intoleranz bedeutet, dass sich Beschwerden beim Aufrichten und Aufrechtbleiben verschlechtern; nach dem IOM ist sie ein häufiger und klinisch wichtiger Befund.2
Weitere Beschwerden
Häufig, aber nicht spezifisch sind laut NICE eine Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung, Schmerzen in Muskeln, Gelenken oder Kopf und ein grippeähnliches Gefühl.1
IQWiG 2023 (aus zwei Studien). Grobe Schätzung; die Grenzen der Schweregrade sind nicht scharf.5
Schweregrade
NICE unterscheidet vier Schweregrade, deren Grenzen nicht scharf sind. Bei leichter ME/CFS versorgen sich Betroffene selbst, die meisten arbeiten oder lernen noch, haben dafür aber oft Freizeit und soziale Aktivitäten aufgegeben. Bei mittelgradiger ME/CFS sind Mobilität und Alltagsaktivitäten eingeschränkt, Arbeit oder Ausbildung meist aufgegeben.1 Schwer Betroffene schaffen allenfalls minimale Tätigkeiten wie Zähneputzen und verbringen oft die meiste Zeit im Bett. Sehr schwer Betroffene liegen den ganzen Tag im Bett und sind auch bei Körperpflege und Essen auf Pflege angewiesen.1
Wie sich Betroffene auf die Schweregrade verteilen, ist nur grob geschätzt: Das IQWiG geht nach zwei Studien von etwa 25 Prozent leicht, 50 Prozent mittelgradig und 25 Prozent schwer oder sehr schwer Erkrankten aus.5 Zeitweise ans Haus oder Bett gebunden sind nach dem IOM mindestens ein Viertel, nach den CDC bis zu jede vierte Person; die Häufigkeit ist unsicher.2,15
Schweregrade nach den ICC, Schweregrade
Die Internationalen Konsenskriterien (ICC) stufen nach der Minderung des früheren Aktivitätsniveaus ein: leicht bei etwa 50 Prozent weniger Aktivität, mittel bei meist ans Haus gebundenen, schwer bei meist bettlägerigen und sehr schwer bei bettlägerigen, auf Hilfe angewiesenen Menschen.13
| Schweregrad | Beschreibung nach NICE | Einstufung nach ICC |
|---|---|---|
| leicht | versorgen sich selbst, arbeiten oder lernen meist noch, Freizeit oft aufgegeben | etwa 50 Prozent weniger Aktivität1,13 |
| mittelgradig | eingeschränkte Mobilität, Arbeit oder Ausbildung meist aufgegeben | meist ans Haus gebunden1,13 |
| schwer | allenfalls minimale Tätigkeiten, meist im Bett | meist bettlägerig1,13 |
| sehr schwer | ganztägig im Bett, auf Pflege angewiesen | bettlägerig und auf Hilfe angewiesen1,13 |
Die Grenzen zwischen den Graden sind nach NICE nicht scharf.1,13
Nach welchen Kriterien wird ME/CFS diagnostiziert?
Weil ein etablierter Biomarker fehlt, beruhen alle international vorgeschlagenen Kriterienkataloge allein auf Symptomen.5
Die Kataloge unterscheiden sich vor allem darin, ob PEM Pflicht ist, wie lange die Beschwerden bestehen müssen und welche weiteren Symptome verlangt werden. Die Tabelle stellt fünf häufig zitierte Kriteriensätze nebeneinander.

1994
Fukuda
Die Fukuda-Kriterien von 1994 sind eine überarbeitete Falldefinition des chronischen Fatigue-Syndroms. Sie verlangen eine anhaltende oder wiederkehrende Erschöpfung über mindestens 6 Monate, den Ausschluss erklärender Erkrankungen und mindestens 4 von 8 Nebensymptomen. Unwohlsein nach Belastung ist nur eines dieser acht Symptome und damit keine Pflicht.2,16 Die Erschöpfung muss frühere Aktivitäten in Beruf, Ausbildung, Sozialleben oder Alltag erheblich mindern.16 Laut IOM ist Fukuda die in der Forschung am häufigsten verwendete Definition.2
2003
Kanadische Konsenskriterien (CCC)
Die Kanadischen Konsenskriterien (CCC) verlangen Fatigue, PEM beziehungsweise Erschöpfung nach Belastung, Schlafstörung, Schmerzen und mindestens zwei neurologisch-kognitive Symptome, dazu Beschwerden aus zwei von drei Bereichen (autonom, neuroendokrin, immunologisch); bei Erwachsenen muss die Erkrankung mindestens 6 Monate bestehen. Wer die CCC erfüllt, hat im Vergleich zu Fukuda häufiger und schwerere Symptome.2 Nach dem Originaltext muss die Erschöpfung das Aktivitätsniveau erheblich mindern.17 Bei Kindern und Jugendlichen genügen nach der deutschen Wiedergabe der CCC mindestens 3 Monate.8
2011
Internationale Konsenskriterien (ICC)
Die ICC bauen auf den CCC auf, verändern sie aber deutlich: Sie machen die postexertionelle neuroimmune Erschöpfung zur Pflicht, verzichten auf eine Wartezeit von 6 Monaten und verlangen, dass das frühere Aktivitätsniveau um mindestens 50 Prozent gesunken ist.13
2015
IOM
Nach dem IOM sind drei Symptome Pflicht: eine deutliche Einschränkung früherer Aktivitäten mit Fatigue über mehr als 6 Monate, PEM und unerholsamer Schlaf. Zusätzlich muss eine kognitive Beeinträchtigung oder eine orthostatische Intoleranz vorliegen. Die Diagnose ist zu hinterfragen, wenn die Beschwerden nicht mindestens die Hälfte der Zeit in mindestens mittlerer Stärke bestehen.2 Das Komitee erwartet, dass seine Kriterien die rechtzeitige Diagnose bei Kindern wie Erwachsenen erleichtern.2
2021
NICE
NICE verlangt vier Symptome gleichzeitig: belastungsabhängige, durch Ruhe kaum gebesserte Fatigue, PEM, unerholsamen Schlaf oder Schlafstörung und kognitive Schwierigkeiten. Ein Verdacht besteht, wenn sie die Alltagsfähigkeit deutlich mindern und bei Erwachsenen mindestens 6, bei Kindern und Jugendlichen mindestens 4 Wochen anhalten; gestellt wird die Diagnose nach 3 Monaten.1 Orthostatische Intoleranz, Temperaturempfindlichkeit, Reizempfindlichkeit und Schmerzen sind nach NICE häufig, aber nicht verpflichtend.1
Ausschlüsse und Begleiterkrankungen: NICE 2021
Fukuda schließt unter anderem Menschen mit früherer oder aktueller schwerer Depression mit psychotischen oder melancholischen Merkmalen, bipolarer Störung oder Schizophrenie aus; Fibromyalgie, Angststörungen und eine nicht-melancholische Depression schließen dagegen nicht aus. Die CCC schließen primäre psychiatrische Störungen und Substanzmissbrauch aus und erlauben unter anderem Fibromyalgie, Reizdarm, Depression und Migräne als Begleiterkrankungen.2
Nach einer Fußnote der CCC kann die Diagnose bei wenigen Betroffenen ohne Schmerzen oder Schlafstörung erwogen werden, wenn die Erkrankung infektartig begann und keine andere Diagnose passt.17
Die ICC schließen primäre psychiatrische Störungen, somatoforme Störungen und Substanzmissbrauch aus und nennen unter anderem Fibromyalgie, Reizdarm, Migräne und reaktive Depression als mögliche Begleiterkrankungen. Für die Diagnose verlangen sie neben PEM mindestens ein Symptom aus drei von vier neurologischen Kategorien, aus drei von fünf immunologisch-gastrointestinal-urogenitalen Kategorien und mindestens eines aus dem Bereich Energiestoffwechsel.13
Nach der Wiedergabe im IOM-Bericht gehören zum Bereich Energiegewinnung und -transport Herz-Kreislauf, Atmung und Temperaturregulation.2
Warum die Wahl der Kriterien zählt
Fünf Kriteriensätze im Vergleich
Fukuda 1994, Kanadische Konsenskriterien 2003, Internationale Konsenskriterien 2011, IOM 2015 und NICE 2021. Tippen Sie auf eine Zelle, um den Beleg zu sehen. Leere Zellen sind bewusst leer.
Pflicht heißt hier: Der Kriteriensatz verlangt das Merkmal oder nennt eine notwendige Schwelle, so wie es die Tabelle ausdrücklich beschreibt.
| Merkmal | Fukuda1994 | CCC2003 | ICC2011 | IOM2015 | NICE2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Mindestdauer bei Erwachsenen | |||||
| Dauer bei Kindern und Jugendlichen | |||||
| PEM verpflichtend | |||||
| Deutliche Funktionseinschränkung | |||||
| Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung | |||||
| Kognitive Störung | |||||
| Orthostatische Intoleranz | |||||
| Schmerz | |||||
| Psychiatrische Ausschlüsse | |||||
| Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen |
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Mindestdauer bei Erwachsenen · Fukuda 1994
Pflicht mindestens 6 Monate2
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Mindestdauer bei Erwachsenen · Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003
Pflicht mindestens 6 Monate2
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Mindestdauer bei Erwachsenen · Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011
nicht vorgesehen keine feste Mindestdauer13
Das Merkmal ist in diesem Kriteriensatz nicht vorgesehen oder es gibt keine feste Vorgabe.
Mindestdauer bei Erwachsenen · IOM 2015
Pflicht mehr als 6 Monate2
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Mindestdauer bei Erwachsenen · NICE NG206 2021
Pflicht Verdacht ab 6 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten1
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Dauer bei Kindern und Jugendlichen · Fukuda 1994
keine Angabe keine Angabe in den geprüften Textstellen
Fukuda-Definition für die Forschung bei Erwachsenen; keine Kinderregel in den geprüften Textstellen.
In den geprüften Textstellen steht dazu nichts; die Zelle bleibt bewusst leer.
Dauer bei Kindern und Jugendlichen · Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003
Pflicht mindestens 3 Monate8
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Dauer bei Kindern und Jugendlichen · Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011
nicht vorgesehen keine feste Mindestdauer13
Das Merkmal ist in diesem Kriteriensatz nicht vorgesehen oder es gibt keine feste Vorgabe.
Dauer bei Kindern und Jugendlichen · IOM 2015
Angabe Kinder eingeschlossen, keine eigene Dauer2
Sonstige Angabe des Kriteriensatzes, kein eigenes Pflichtmerkmal.
Dauer bei Kindern und Jugendlichen · NICE NG206 2021
Pflicht Verdacht ab 4 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten1
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
PEM verpflichtend · Fukuda 1994
wählbar nein, eines von 8 wählbaren Symptomen2
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
PEM verpflichtend · Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003
Pflicht ja (PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung)2
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
PEM verpflichtend · Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011
Pflicht ja (postexertionelle neuroimmune Erschöpfung)13
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
PEM verpflichtend · IOM 2015
Pflicht ja2
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
PEM verpflichtend · NICE NG206 2021
Pflicht ja1
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Deutliche Funktionseinschränkung · Fukuda 1994
Pflicht erhebliche Minderung früherer Aktivitäten16
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Deutliche Funktionseinschränkung · Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003
Pflicht erhebliche Minderung des Aktivitätsniveaus17
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Deutliche Funktionseinschränkung · Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011
Pflicht mindestens 50 Prozent weniger Aktivität13
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Deutliche Funktionseinschränkung · IOM 2015
Pflicht deutliche Einschränkung früherer Aktivitäten2
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Deutliche Funktionseinschränkung · NICE NG206 2021
Pflicht deutlich verminderte Alltagsfähigkeit1
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung · Fukuda 1994
wählbar wählbar (1 von 8)2
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung · Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003
Pflicht Pflicht (Ausnahme)17
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung · Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011
wählbar neurologisch (3 von 4)13
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung · IOM 2015
Pflicht Pflicht2
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung · NICE NG206 2021
Pflicht Pflicht1
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Kognitive Störung · Fukuda 1994
wählbar wählbar (1 von 8)2
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
Kognitive Störung · Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003
Pflicht Pflicht, mindestens zwei Symptome2
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Kognitive Störung · Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011
wählbar neurologisch (3 von 4)13
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
Kognitive Störung · IOM 2015
wählbar wahlweise, alternativ orthostatische Intoleranz2
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
Kognitive Störung · NICE NG206 2021
Pflicht Pflicht1
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Orthostatische Intoleranz · Fukuda 1994
nicht vorgesehen nicht unter den 8 Symptomen2
Das Merkmal ist in diesem Kriteriensatz nicht vorgesehen oder es gibt keine feste Vorgabe.
Orthostatische Intoleranz · Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003
wählbar über die autonome Kategorie2
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
Orthostatische Intoleranz · Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011
wählbar über den Bereich Energiegewinnung und -transport2
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
Orthostatische Intoleranz · IOM 2015
wählbar wahlweise, alternativ kognitive Störung2
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
Orthostatische Intoleranz · NICE NG206 2021
häufig, nicht Pflicht häufig, nicht Pflicht1
Häufig, aber nicht verpflichtend.
Schmerz · Fukuda 1994
wählbar wählbar (Muskel-, Gelenk-, Kopf-, Halsschmerz)2
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
Schmerz · Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003
Pflicht Pflicht (Ausnahme)17
Pflichtmerkmal: Der Kriteriensatz verlangt es, oder nennt eine notwendige Schwelle.
Schmerz · Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011
wählbar neurologisch (3 von 4)13
Wählbar: Das Merkmal gehört zu einer Auswahl, aus der der Kriteriensatz eine bestimmte Zahl verlangt; allein ist es nicht Pflicht.
Schmerz · IOM 2015
nicht vorgesehen nicht unter den Pflicht- oder Wahlkriterien2
Das Merkmal ist in diesem Kriteriensatz nicht vorgesehen oder es gibt keine feste Vorgabe.
Schmerz · NICE NG206 2021
häufig, nicht Pflicht häufig, nicht Pflicht1
Häufig, aber nicht verpflichtend.
Psychiatrische Ausschlüsse · Fukuda 1994
Angabe u. a. psychotische oder melancholische Depression, bipolare Störung, Schizophrenie2
Sonstige Angabe des Kriteriensatzes, kein eigenes Pflichtmerkmal.
Psychiatrische Ausschlüsse · Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003
Angabe primäre psychiatrische Störungen, Substanzmissbrauch2
Sonstige Angabe des Kriteriensatzes, kein eigenes Pflichtmerkmal.
Psychiatrische Ausschlüsse · Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011
Angabe primäre psychiatrische und somatoforme Störungen, Substanzmissbrauch13
Sonstige Angabe des Kriteriensatzes, kein eigenes Pflichtmerkmal.
Psychiatrische Ausschlüsse · IOM 2015
Angabe keine eigene Liste; ärztliche Abklärung2
Sonstige Angabe des Kriteriensatzes, kein eigenes Pflichtmerkmal.
Psychiatrische Ausschlüsse · NICE NG206 2021
Angabe Beschwerden nicht durch eine andere Erkrankung erklärt1
Sonstige Angabe des Kriteriensatzes, kein eigenes Pflichtmerkmal.
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen · Fukuda 1994
Angabe u. a. Fibromyalgie, Angststörungen, nicht-melancholische Depression2
Sonstige Angabe des Kriteriensatzes, kein eigenes Pflichtmerkmal.
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen · Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003
Angabe u. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Depression, Migräne2
Sonstige Angabe des Kriteriensatzes, kein eigenes Pflichtmerkmal.
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen · Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011
Angabe u. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Migräne, reaktive Depression13
Sonstige Angabe des Kriteriensatzes, kein eigenes Pflichtmerkmal.
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen · IOM 2015
Angabe zusätzliche primäre Schlafstörung schließt nicht aus2
Sonstige Angabe des Kriteriensatzes, kein eigenes Pflichtmerkmal.
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen · NICE NG206 2021
keine Angabe keine Angabe in den geprüften Textstellen
keine Liste in den geprüften Textstellen.
In den geprüften Textstellen steht dazu nichts; die Zelle bleibt bewusst leer.
Fukuda 1994
- Mindestdauer bei Erwachsenen
- Pflicht mindestens 6 Monate
- Dauer bei Kindern und Jugendlichen
- keine Angabe keine Angabe
- PEM verpflichtend
- wählbar nein, eines von 8 wählbaren Symptomen
- Deutliche Funktionseinschränkung
- Pflicht erhebliche Minderung früherer Aktivitäten
- Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
- wählbar wählbar (1 von 8)
- Kognitive Störung
- wählbar wählbar (1 von 8)
- Orthostatische Intoleranz
- nicht vorgesehen nicht unter den 8 Symptomen
- Schmerz
- wählbar wählbar (Muskel-, Gelenk-, Kopf-, Halsschmerz)
- Psychiatrische Ausschlüsse
- Angabe u. a. psychotische oder melancholische Depression, bipolare Störung, Schizophrenie
- Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen
- Angabe u. a. Fibromyalgie, Angststörungen, nicht-melancholische Depression
CCC 2003
Kanadische Konsenskriterien (CCC) 20032
- Mindestdauer bei Erwachsenen
- Pflicht mindestens 6 Monate
- Dauer bei Kindern und Jugendlichen
- Pflicht mindestens 3 Monate
- PEM verpflichtend
- Pflicht ja (PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung)
- Deutliche Funktionseinschränkung
- Pflicht erhebliche Minderung des Aktivitätsniveaus
- Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
- Pflicht Pflicht (Ausnahme)
- Kognitive Störung
- Pflicht Pflicht, mindestens zwei Symptome
- Orthostatische Intoleranz
- wählbar über die autonome Kategorie
- Schmerz
- Pflicht Pflicht (Ausnahme)
- Psychiatrische Ausschlüsse
- Angabe primäre psychiatrische Störungen, Substanzmissbrauch
- Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen
- Angabe u. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Depression, Migräne
ICC 2011
Internationale Konsenskriterien (ICC) 201113
- Mindestdauer bei Erwachsenen
- nicht vorgesehen keine feste Mindestdauer
- Dauer bei Kindern und Jugendlichen
- nicht vorgesehen keine feste Mindestdauer
- PEM verpflichtend
- Pflicht ja (postexertionelle neuroimmune Erschöpfung)
- Deutliche Funktionseinschränkung
- Pflicht mindestens 50 Prozent weniger Aktivität
- Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
- wählbar neurologisch (3 von 4)
- Kognitive Störung
- wählbar neurologisch (3 von 4)
- Orthostatische Intoleranz
- wählbar über den Bereich Energiegewinnung und -transport
- Schmerz
- wählbar neurologisch (3 von 4)
- Psychiatrische Ausschlüsse
- Angabe primäre psychiatrische und somatoforme Störungen, Substanzmissbrauch
- Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen
- Angabe u. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Migräne, reaktive Depression
IOM 2015
IOM 20152
- Mindestdauer bei Erwachsenen
- Pflicht mehr als 6 Monate
- Dauer bei Kindern und Jugendlichen
- Angabe Kinder eingeschlossen, keine eigene Dauer
- PEM verpflichtend
- Pflicht ja
- Deutliche Funktionseinschränkung
- Pflicht deutliche Einschränkung früherer Aktivitäten
- Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
- Pflicht Pflicht
- Kognitive Störung
- wählbar wahlweise, alternativ orthostatische Intoleranz
- Orthostatische Intoleranz
- wählbar wahlweise, alternativ kognitive Störung
- Schmerz
- nicht vorgesehen nicht unter den Pflicht- oder Wahlkriterien
- Psychiatrische Ausschlüsse
- Angabe keine eigene Liste; ärztliche Abklärung
- Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen
- Angabe zusätzliche primäre Schlafstörung schließt nicht aus
NICE 2021
NICE NG206 20211
- Mindestdauer bei Erwachsenen
- Pflicht Verdacht ab 6 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten
- Dauer bei Kindern und Jugendlichen
- Pflicht Verdacht ab 4 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten
- PEM verpflichtend
- Pflicht ja
- Deutliche Funktionseinschränkung
- Pflicht deutlich verminderte Alltagsfähigkeit
- Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
- Pflicht Pflicht
- Kognitive Störung
- Pflicht Pflicht
- Orthostatische Intoleranz
- häufig, nicht Pflicht häufig, nicht Pflicht
- Schmerz
- häufig, nicht Pflicht häufig, nicht Pflicht
- Psychiatrische Ausschlüsse
- Angabe Beschwerden nicht durch eine andere Erkrankung erklärt
- Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen
- keine Angabe keine Angabe
Kurzfassungen; maßgeblich ist der zitierte Beleg je Zelle. Fukuda und CCC sind über die Primärtexte (Fukuda 1994; CCC 2003, Journal of Chronic Fatigue Syndrome) sowie die Wiedergabe im IOM-Bericht (Tabelle 3-1) und in der DEGAM-Leitlinie belegt. CCC: Im Original heißt das Kriterium „PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung“; nach einer Fußnote kann die Diagnose bei wenigen Betroffenen mit infektartigem Beginn auch ohne Schmerzen oder Schlafstörung erwogen werden, wenn keine andere Diagnose passt. ICC: Neben der postexertionellen neuroimmunen Erschöpfung ist mindestens ein Symptom aus drei von vier neurologischen und aus drei von fünf immunologisch-gastrointestinal-urogenitalen Kategorien sowie mindestens eines aus dem Bereich Energiegewinnung nötig; nicht jedes Einzelmerkmal ist Pflicht, und gemeint sind Beschwerden, keine Laborwerte. Eine deutliche Funktionseinschränkung verlangen alle fünf Kriteriensätze. Leere Zellen sind bewusst leer. Die Tabelle eignet sich nicht zur Selbstdiagnose.
Werte als Tabelle
| Merkmal | Fukuda 1994 | Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003 | Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011 | IOM 2015 | NICE NG206 2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Mindestdauer bei Erwachsenen | mindestens 6 Monate | mindestens 6 Monate | keine feste Mindestdauer | mehr als 6 Monate | Verdacht ab 6 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten |
| Dauer bei Kindern und Jugendlichen | – | mindestens 3 Monate | keine feste Mindestdauer | Kinder eingeschlossen, keine eigene Dauer | Verdacht ab 4 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten |
| PEM verpflichtend | nein, eines von 8 wählbaren Symptomen | ja (PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung) | ja (postexertionelle neuroimmune Erschöpfung) | ja | ja |
| Deutliche Funktionseinschränkung | erhebliche Minderung früherer Aktivitäten | erhebliche Minderung des Aktivitätsniveaus | mindestens 50 Prozent weniger Aktivität | deutliche Einschränkung früherer Aktivitäten | deutlich verminderte Alltagsfähigkeit |
| Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung | wählbar (1 von 8) | Pflicht (Ausnahme) | neurologisch (3 von 4) | Pflicht | Pflicht |
| Kognitive Störung | wählbar (1 von 8) | Pflicht, mindestens zwei Symptome | neurologisch (3 von 4) | wahlweise, alternativ orthostatische Intoleranz | Pflicht |
| Orthostatische Intoleranz | nicht unter den 8 Symptomen | über die autonome Kategorie | über den Bereich Energiegewinnung und -transport | wahlweise, alternativ kognitive Störung | häufig, nicht Pflicht |
| Schmerz | wählbar (Muskel-, Gelenk-, Kopf-, Halsschmerz) | Pflicht (Ausnahme) | neurologisch (3 von 4) | nicht unter den Pflicht- oder Wahlkriterien | häufig, nicht Pflicht |
| Psychiatrische Ausschlüsse | u. a. psychotische oder melancholische Depression, bipolare Störung, Schizophrenie | primäre psychiatrische Störungen, Substanzmissbrauch | primäre psychiatrische und somatoforme Störungen, Substanzmissbrauch | keine eigene Liste; ärztliche Abklärung | Beschwerden nicht durch eine andere Erkrankung erklärt |
| Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen | u. a. Fibromyalgie, Angststörungen, nicht-melancholische Depression | u. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Depression, Migräne | u. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Migräne, reaktive Depression | zusätzliche primäre Schlafstörung schließt nicht aus | – |
Vergleichstabelle mit allen Fußnoten, Kriteriensätze
| Merkmal | Fukuda 1994 | Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003 | Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011 | IOM 2015 | NICE NG206 2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Mindestdauer bei Erwachsenen | mindestens 6 Monate | mindestens 6 Monate | keine feste Mindestdauer | mehr als 6 Monate | Verdacht ab 6 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten1,2,13,16 |
| Dauer bei Kindern und Jugendlichen | – | mindestens 3 Monate | keine feste Mindestdauer | Kinder eingeschlossen, keine eigene Dauer | Verdacht ab 4 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten1,2,8,13 |
| PEM verpflichtend | nein, eines von 8 wählbaren Symptomen | ja (PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung) | ja (postexertionelle neuroimmune Erschöpfung) | ja | ja1,2,13,16 |
| Deutliche Funktionseinschränkung | erhebliche Minderung früherer Aktivitäten | erhebliche Minderung des Aktivitätsniveaus | mindestens 50 Prozent weniger Aktivität | deutliche Einschränkung früherer Aktivitäten | deutlich verminderte Alltagsfähigkeit1,2,13,16,17 |
| Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung | wählbar (1 von 8) | Pflicht (Ausnahme) | neurologisch (3 von 4) | Pflicht | Pflicht1,2,13,16,17 |
| Kognitive Störung | wählbar (1 von 8) | Pflicht, mindestens zwei Symptome | neurologisch (3 von 4) | wahlweise, alternativ orthostatische Intoleranz | Pflicht1,2,13,16 |
| Orthostatische Intoleranz | nicht unter den 8 Symptomen | über die autonome Kategorie | über den Bereich Energiegewinnung und -transport | wahlweise, alternativ kognitive Störung | häufig, nicht Pflicht1,2,16 |
| Schmerz | wählbar (Muskel-, Gelenk-, Kopf-, Halsschmerz) | Pflicht (Ausnahme) | neurologisch (3 von 4) | nicht unter den Pflicht- oder Wahlkriterien | häufig, nicht Pflicht1,2,13,16,17 |
| Psychiatrische Ausschlüsse | u. a. psychotische oder melancholische Depression, bipolare Störung, Schizophrenie | primäre psychiatrische Störungen, Substanzmissbrauch | primäre psychiatrische und somatoforme Störungen, Substanzmissbrauch | keine eigene Liste; ärztliche Abklärung | Beschwerden nicht durch eine andere Erkrankung erklärt1,2,13 |
| Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen | u. a. Fibromyalgie, Angststörungen, nicht-melancholische Depression | u. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Depression, Migräne | u. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Migräne, reaktive Depression | zusätzliche primäre Schlafstörung schließt nicht aus | –2,13 |
Kurzfassungen; maßgeblich ist der zitierte Beleg je Zelle. Fukuda und CCC sind über die Primärtexte (Fukuda 1994; CCC 2003, Journal of Chronic Fatigue Syndrome) sowie die Wiedergabe im IOM-Bericht (Tabelle 3-1) und in der DEGAM-Leitlinie belegt. CCC: Im Original heißt das Kriterium „PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung“; nach einer Fußnote kann die Diagnose bei wenigen Betroffenen mit infektartigem Beginn auch ohne Schmerzen oder Schlafstörung erwogen werden, wenn keine andere Diagnose passt. ICC: Neben der postexertionellen neuroimmunen Erschöpfung ist mindestens ein Symptom aus drei von vier neurologischen und aus drei von fünf immunologisch-gastrointestinal-urogenitalen Kategorien sowie mindestens eines aus dem Bereich Energiegewinnung nötig; nicht jedes Einzelmerkmal ist Pflicht, und gemeint sind Beschwerden, keine Laborwerte. Eine deutliche Funktionseinschränkung verlangen alle fünf Kriteriensätze. Leere Zellen sind bewusst leer. Die Tabelle eignet sich nicht zur Selbstdiagnose.1,2,8,13,16,17
Erklärvideo · 24 s
Kriteriensätze: woran die Diagnose gemessen wird
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Einen Test, der ME/CFS beweist, gibt es derzeit nicht. Die Diagnose stützt sich auf Kriteriensätze, die allein auf Symptomen beruhen. Diese unterscheiden sich vor allem darin, ob PEM Pflicht ist und wie lange die Beschwerden bestehen müssen. Bei den Fukuda-Kriterien ist PEM nur eines von acht wählbaren Symptomen, bei NICE ist sie Pflicht.1,2,5,13,16
Was sagen Leitlinien, Konsensgruppen und Berichte?
NICE (Großbritannien)
Die NICE-Leitlinie NG206 erschien am 29. Oktober 2021; bei der Überprüfung am 24. Januar 2025 fand NICE keine Evidenz, die die Empfehlungen ändern würde. Sie beruht auf Studien aus der Zeit vor der COVID-19-Pandemie und soll nicht ungeprüft auf Post-COVID übertragen werden.1
IOM und CDC (USA)
Den IOM-Bericht von 2015 beauftragten mehrere US-Behörden, darunter die NIH, die CDC und die FDA.2 Nach einer Übersicht in Mayo Clinic Proceedings hat die US-Gesundheitsbehörde CDC die 2015 veröffentlichten Diagnosekriterien übernommen. Dort fassten 2021 auch 21 auf ME/CFS spezialisierte US-Klinikerinnen und -Kliniker, die US ME/CFS Clinician Coalition, ihre wichtigsten Empfehlungen zu Diagnose und Behandlung zusammen.18
EUROMENE (Europa)
EUROMENE ist ein europäisches Netzwerk von Forschenden und Gesundheitsfachleuten, gefördert von 2016 bis 2020; seine Empfehlungen entstanden mit Fachleuten aus 22 Ländern und erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift. Das Netzwerk empfiehlt die CCC zur Bestätigung der Diagnose bei Erwachsenen und Kindern.19
Leitlinien in Deutschland
Eine eigenständige AWMF-Leitlinie speziell zu ME/CFS gibt es nicht (Abruf des AWMF-Registers am 8. Oktober 2026). Angemeldet ist seit 20. September 2024 die S1-Leitlinie „Fatigue und krankhafte Erschöpfbarkeit bei neurologischen Erkrankungen“ (030-149) der Deutschen Gesellschaft für Neurologie mit einem Unterkapitel zu ME/CFS; ihre Fertigstellung ist für den 31. Dezember 2026 geplant.20
Die S3-Leitlinie „Müdigkeit“ der DEGAM (053-002) enthält ein eigenes Kapitel zu ME/CFS und gilt laut AWMF-Register (Abruf 8. Oktober 2026) in der Fassung vom 5. Januar 2023 bis 22. Dezember 2027. Zum ME/CFS-Teil gibt es ein Sondervotum der Fachgesellschaften DKPM, DGPM, DGIM und DGPPN.8,20 Die DEGAM empfiehlt, bei mindestens 3 Monate anhaltender, ungeklärter Müdigkeit die IOM-Kriterien zu prüfen und eine Verdachtsdiagnose nach 6 Monaten neu zu bewerten. Körperliche Aktivierungen auf Grundlage des Dekonditionierungskonzepts sollen bei ME/CFS nicht angeboten werden.8
Die S1-Leitlinie Long/Post-COVID (020-027, Stand Mai 2024) ist laut AWMF-Register seit 31. Mai 2026 abgelaufen; die angemeldete S2k-Fassung war am 8. Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht. Für die Diagnose nennt die abgelaufene S1-Fassung die IOM-Kriterien als Screening und die strengeren Kanadischen Konsenskriterien.20,21
IQWiG-Bericht 2023
Das IQWiG veröffentlichte seinen Bericht zum Kenntnisstand im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums am 15. Mai 2023. Von 85 randomisierten Therapiestudien verwendeten 77 weder Kriterien mit PEM noch berichteten sie den Anteil mit PEM; ausgewertet wurden deshalb nur 8.5
G-BA-Richtlinie
Die Long-COVID-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist seit 9. Mai 2024 in Kraft und regelt eine koordinierte, berufsgruppenübergreifende Versorgung. Sie gilt ausdrücklich auch für Menschen aller Altersgruppen mit ME/CFS, unabhängig davon, ob eine COVID-19-Erkrankung vorausging.22
Charité Fatigue Centrum und Patientenorganisation
Zum Stand der DEGAM-Leitlinie waren in Deutschland nur zwei Hochschulambulanzen auf ME/CFS spezialisiert: das Charité Fatigue Centrum in Berlin und das Chronische Fatigue Centrum für junge Menschen an der TU München.8 Das Charité Fatigue Centrum will nach eigener Angabe Ursachen der Fatigue erforschen, diagnostische Marker entwickeln, Therapiestudien durchführen und Fortbildungen anbieten. Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS ist eine Patientenorganisation, die sich nach eigener Angabe für mehr Forschung, Anerkennung und bessere Versorgung einsetzt.23,24
Eine Fachdebatte
Eine Übersicht in Der Nervenarzt (2023) kritisiert, dass die IOM-Kriterien auf subjektiven Beschreibungen beruhen, und hält wegen häufiger psychischer Begleiterkrankungen eine psychosomatische Entstehung für diskussionswürdig. NICE, IOM und IQWiG vertreten diese umstrittene Position so nicht.25
| Dokument | Stand | Bezug zu ME/CFS |
|---|---|---|
| NICE-Leitlinie NG206 (Großbritannien) | veröffentlicht 29.10.2021; Überprüfung 24.01.2025 ohne Änderungsbedarf | eigene ME/CFS-Leitlinie1 |
| DEGAM S3-Leitlinie Müdigkeit (053-002) | gültig bis 22.12.2027 | eigenes Kapitel ME/CFS, Sondervotum mehrerer Fachgesellschaften8,20 |
| DGN S1-Leitlinie Fatigue bei neurologischen Erkrankungen (030-149) | angemeldet, Fertigstellung geplant 31.12.2026 | Unterkapitel ME/CFS20 |
| S1-Leitlinie Long/Post-COVID (020-027) | Stand Mai 2024; laut Register gültig bis 31.05.2026, abgelaufen; S2k-Fassung angemeldet, nicht veröffentlicht | nennt IOM- und Kanadische Kriterien20,21 |
| IQWiG-Bericht N21-01 | veröffentlicht 15.05.2023 | Kenntnisstand im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums5 |
| G-BA Long-COVID-Richtlinie | in Kraft seit 09.05.2024 | gilt ausdrücklich auch für ME/CFS22 |
| G-BA Off-Label-Use (Arzneimittel-Richtlinie Anlage VI) | Beschlüsse 02.04.2026, in Kraft 11.06.2026; Vortioxetin-Änderung (Herstellerzustimmung widerrufen) 08.09.2026, nicht in Kraft | nur Agomelatin auch für postinfektiöse ME/CFS; Metformin zur Vorbeugung26,27,28 |
Eine eigenständige AWMF-Leitlinie speziell zu ME/CFS gibt es nicht. Stände vor Veröffentlichung erneut prüfen.1,5,8,20,21,22,26,27,28
Wie läuft die Diagnose bei ME/CFS ab?

Schritt 1: Gespräch und Untersuchung
Bei Verdacht empfiehlt NICE eine ärztliche Beurteilung mit Anamnese, Begleiterkrankungen, körperlicher und seelischer Gesundheit, eine körperliche Untersuchung und eine Einschätzung der psychosozialen Folgen.1 Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt bei ungeklärter Müdigkeit unter anderem eine orientierende neurologische Untersuchung.8
Schritt 2: Andere Ursachen ausschließen
Schritt 3: Kriterien prüfen
Für die hausärztliche Praxis empfiehlt die DEGAM-Leitlinie, bei Verdacht die Kanadischen Konsenskriterien zu erfassen.8
Schon bei Verdacht: Belastung anpassen
Schon bei Verdacht sollen Betroffene laut NICE nicht mehr Energie verbrauchen, als sie zur Verfügung haben, und Beschwerden nicht „durchdrücken“.1 Nach der Long-COVID-Richtlinie des G-BA soll die Ausschlussdiagnostik einen zeitnahen Behandlungsbeginn nicht verzögern und in ihrem Umfang an die Belastbarkeit angepasst werden.22
Schritt 4: Spezialisierte Versorgung
Eine Überweisung in die spezialisierte Versorgung ist nach der G-BA-Richtlinie spätestens zu erwägen bei drei Monaten Arbeitsunfähigkeit, vier Wochen Schulunfähigkeit oder ME/CFS mit mindestens mittelgradigem Schweregrad.22 NICE sieht für Erwachsene nach der Diagnose die Überweisung an ein spezialisiertes ME/CFS-Team vor; bei Unsicherheit sollen Hausärztinnen und Hausärzte fachlichen Rat einholen.1
Die Beschwerden dürfen nach der DEGAM-Leitlinie keinesfalls als eingebildet abgetan werden; zugleich darf niemandem versprochen werden, dass die Erkrankung sicher ausheilt.8
Im Notfall
Wie ME/CFS diagnostiziert wird
Der Weg zur Diagnose in vier Schritten nach NICE, DEGAM und G-BA. Einen Test, der ME/CFS beweist, gibt es nicht.
GrundsatzEs gibt derzeit keinen diagnostischen Test für ME/CFS; die Diagnose wird allein klinisch gestellt. Das IOM empfiehlt, ME/CFS zu diagnostizieren, wenn die Kriterien nach angemessener Anamnese, körperlicher Untersuchung und medizinischer Abklärung erfüllt sind.1,2
Gespräch und Untersuchung
- Bei Verdacht empfiehlt NICE eine ärztliche Beurteilung mit Anamnese, Begleiterkrankungen, körperlicher und seelischer Gesundheit, eine körperliche Untersuchung und eine Einschätzung der psychosozialen Folgen.1
- Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt bei ungeklärter Müdigkeit unter anderem eine orientierende neurologische Untersuchung.8
- Manche Betroffene haben ihren Alltag bereits so angepasst, dass sie PEM vermeiden. Das IOM rät deshalb, gezielt mit mehreren Fragen danach zu suchen; ein Tagebuch über ein bis zwei Wochen, in dem Aktivitäten und Beschwerden notiert werden, kann helfen.2
Andere Ursachen ausschließen
- Laboruntersuchungen dienen dazu, andere Erkrankungen und Begleiterkrankungen zu erkennen; einen validierten Diagnosetest für ME/CFS gibt es nicht.18
- Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt bei primär ungeklärter Müdigkeit als Basislabor Blutzucker, großes Blutbild, Blutsenkung oder CRP, Transaminasen oder Gamma-GT und TSH.8
- Ob Untersuchungen über die Basisdiagnostik hinaus ohne hinweisende Befunde behandelbare Ursachen aufdecken, ist laut DEGAM nicht belegt.8
Kriterien prüfen
- Die DEGAM empfiehlt, bei mindestens 3 Monate anhaltender, ungeklärter Müdigkeit die IOM-Kriterien zu prüfen und eine Verdachtsdiagnose nach 6 Monaten neu zu bewerten. Körperliche Aktivierungen auf Grundlage des Dekonditionierungskonzepts sollen bei ME/CFS nicht angeboten werden.8
- Für die hausärztliche Praxis empfiehlt die DEGAM-Leitlinie, bei Verdacht die Kanadischen Konsenskriterien zu erfassen.8
VerdachtErwachsene: mindestens 6 WochenKinder und Jugendliche: mindestens 4 WochenDiagnosenach 3 MonatenZeitangaben nach NICE für die Dauer der Beschwerden: Ein Verdacht besteht, wenn sie die Alltagsfähigkeit deutlich mindern und bei Erwachsenen mindestens 6, bei Kindern und Jugendlichen mindestens 4 Wochen anhalten; gestellt wird die Diagnose nach 3 Monaten.1
Spezialisierte Versorgung
- Eine Überweisung in die spezialisierte Versorgung ist nach der G-BA-Richtlinie spätestens zu erwägen bei drei Monaten Arbeitsunfähigkeit, vier Wochen Schulunfähigkeit oder ME/CFS mit mindestens mittelgradigem Schweregrad.22
- NICE sieht für Erwachsene nach der Diagnose die Überweisung an ein spezialisiertes ME/CFS-Team vor; bei Unsicherheit sollen Hausärztinnen und Hausärzte fachlichen Rat einholen.1
Welche Untersuchungen sind nötig und welche sind Forschung?
Basislabor zum Ausschluss anderer Ursachen
Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt bei primär ungeklärter Müdigkeit als Basislabor Blutzucker, großes Blutbild, Blutsenkung oder CRP, Transaminasen oder Gamma-GT und TSH.8 NICE nennt bei Verdacht auf ME/CFS darüber hinaus unter anderem Urinstatus, Nieren- und Leberwerte, Calcium und Phosphat, HbA1c, Ferritin, einen Zöliakie-Suchtest und die Kreatinkinase.1
Weitere Werte wie Vitamin D, Vitamin B12 und Folsäure oder ein Morgen-Cortisol wählt die Ärztin oder der Arzt nach klinischem Urteil. Die CDC warnen vor ausgedehnter Labordiagnostik ohne klinischen Verdacht, weil dann falsch positive Befunde drohen.1,29 Eine Schlaflaboruntersuchung ist für die Diagnose nicht nötig, kann aber helfen, behandelbare Schlafstörungen zu erkennen.2
Stehtest und POTS

Ein POTS setzt nach internationalem Konsens Beschwerden beim Aufrechtsein voraus, die seit mindestens drei Monaten bestehen. Hinzu kommt ein Puls, der beim Wechsel vom Liegen zum Stehen innerhalb von 10 Minuten anhaltend um mindestens 30 Schläge pro Minute steigt (bei 12- bis 19-Jährigen um mindestens 40), wobei kein Blutdruckabfall um systolisch mindestens 20 oder diastolisch mindestens 10 mmHg vorliegt. Ein einzelner kurzer Pulsanstieg genügt für die Diagnose nicht.30,31,32 Für eine ausreichende Kreislaufbelastung sind meist mindestens zehn Minuten Stehen nötig, und der Test muss beaufsichtigt werden, weil Ohnmacht und Verletzungen möglich sind. Eine Kipptischuntersuchung erfolgt laut CDC bei Bedarf, oft in Absprache mit Spezialistinnen und Spezialisten.2,29
Vor der Diagnose POTS sind andere Ursachen eines schnellen Pulses auszuschließen, etwa Schilddrüsenerkrankungen, Blutarmut, Flüssigkeitsmangel oder Medikamentenwirkungen.31
Studiendetails: Orthostase: Stehtest und POTS
In Studien mit kurzer Orthostase-Testung lag die zusammengefasste POTS-Häufigkeit bei Erwachsenen mit ME/CFS bei 27 Prozent, bei Gesunden bei 4,2 Prozent; je nach Messmethode, Auswahl und Dauer schwankte der Anteil auffälliger Befunde zwischen 14 und 67 Prozent.2
Fragebögen: Orientierung, keine Diagnose
Das IOM nennt den DePaul Symptom Questionnaire (DSQ) als in der Forschung vielfach genutzte Grundlage für klinisch validierte Fragebögen. Fünf PEM-Fragen daraus (DSQ-PEM) wurden von einer NIH/CDC-Arbeitsgruppe als erster Schritt zur Erfassung der Belastungsintoleranz empfohlen.2,33 Die deutsche Fassung des DSQ-PEM erwies sich in einer ersten, vorläufigen Validierungsstudie als zuverlässig und gültig, geprüft an einer Bevölkerungsstichprobe und an Menschen mit Post-COVID-Zustand, nicht speziell an ME/CFS.34
Studiendetails: PEM-Fragebogen: Fragebögen: Orientierung, keine Diagnose
In der Entwicklungsstudie, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift, ordneten fünf Zusatzfragen zur Dauer der PEM 81,7 Prozent der Menschen mit ME/CFS richtig zu, stuften aber 16,6 Prozent der Menschen mit Multipler Sklerose oder Post-Polio-Syndrom fälschlich als ME/CFS ein. Auch ein guter Fragebogen ersetzt deshalb keine ärztliche Diagnose.33
Den Munich-Berlin-Symptom-Questionnaire (MBSQ) haben das Münchner Chronische Fatigue Centrum und das Charité Fatigue Centrum entwickelt. Nach der inzwischen abgelaufenen S1-Leitlinie Long/Post-COVID soll er nicht als Selbsttest, sondern als Grundlage eines strukturierten Arztgesprächs dienen.8,21
Die Bell-Skala beschreibt das Funktionsniveau von 0 bis 100; ein Wert von 20 bedeutet, dass Betroffene den größten Teil des Tages bettlägerig sind.35 Die Fatigue Severity Scale (FSS) reicht von 9 bis 63 Punkten; ab 36 Punkten gilt die Erschöpfung als relevant. Im Gesundheitsfragebogen SF-36 gilt in Charité-Studien ein Anstieg der Skala körperliche Funktionsfähigkeit um mindestens 10 Punkte als klinisch bedeutsam.36 Die FSS wurde ursprünglich bei Multipler Sklerose und Lupus erythematodes erprobt und ist nicht speziell für ME/CFS entwickelt.37
Zwei-Tages-Belastungstest (CPET): Stellenwert und Risiko

Beim Zwei-Tages-Belastungstest werden zwei Spiroergometrien im Abstand von 24 Stunden durchgeführt. Nach dem IOM-Bericht stützen Studien ihn als objektiven Hinweis, dass Anstrengung die Leistungsfähigkeit am Folgetag bei einem Teil der Erkrankten senkt; für die Diagnose ist er nicht erforderlich.2
Studiendetails: Zwei-Tages-Test: Zwei-Tages-Belastungstest (CPET): Stellenwert und Risiko
Eine Zwei-Tages-Studie mit 84 Menschen mit ME/CFS nach Kanadischen Kriterien und 71 bewegungsarmen Gesunden ist nach Angabe der Autorinnen und Autoren die bislang größte; sie erschien in einer kleineren Fachzeitschrift. Bei ME/CFS sank die maximale Sauerstoffaufnahme im Mittel von 20,8 auf 19,7 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht und Minute (Gesunde: 22,7 auf 22,4), die Leistung an der ventilatorischen Schwelle von 51,2 auf 46,4 Watt (Gesunde: 71,3 auf 68,9 Watt). Der Effekt an der Schwelle war klein, sein Vertrauensbereich schloss null ein. Die Gruppenmittel streuen stark; ein Grenzwert für die Diagnose einzelner Menschen lässt sich daraus nicht ableiten.39
Handkraftmessung

Die wiederholte Messung der Handkraft über wenige Minuten mit einem Handdynamometer nennt die inzwischen abgelaufene S1-Leitlinie Long/Post-COVID als einfache Methode, körperliche Fatigue zu erfassen. Beim Charité-Protokoll drückt man zehnmal hintereinander mit maximaler Kraft einen Handkraftmesser; nach einer Stunde Pause wird die Messung wiederholt.21,40 In einer kleineren Charité-Studie war die Handkraft bei ME/CFS deutlich niedriger als bei Gesunden. Auch Frauen mit krebsbedingter Fatigue hatten im zweiten Durchgang weniger Kraft; der Test ist also nicht spezifisch. Eine kleine Nachauswertung derselben Daten deutet auf eine nicht maximale Kraftentfaltung hin und stellt die Eignung als Biomarker infrage.40,41
Studiendetails: Handkraft: Handkraftmessung
In dieser kleinen Studie lag die mittlere Handkraft der Frauen im ersten Durchgang mit ME/CFS bei 14,6 kg, gesund bei 25,6 kg; nach einer Stunde sank sie bei Frauen mit ME/CFS auf 12,9 kg, gesunde Frauen lagen bei 25,9 kg.40
Autoantikörper: Forschungsbefund, keine Routinediagnostik

Antikörper gegen Rezeptoren des autonomen Nervensystems sind ein Forschungsbefund und keine Routinediagnostik; auch die DEGAM-Leitlinie leitet aus Hinweisen auf ihre Rolle keinen Test ab. Eine kleine Berliner Studie fand bei 29,5 Prozent der Erkrankten erhöhte Antikörper gegen mindestens einen der untersuchten Rezeptoren.8,42 Eine kleine schwedische Bestätigungsstudie fand erhöhte Werte im Plasma, die aber nicht mit der Schwere der Erkrankung zusammenhingen.43 Bei POTS fand eine Studie in Circulation mit einem handelsüblichen Test keine signifikanten Unterschiede der Rezeptor-Antikörper zwischen Erkrankten und Gesunden. Die Autorinnen und Autoren folgern, dass diese Tests eine Autoimmunursache nicht belegen können.44
| Untersuchung | Zweck | Stellenwert |
|---|---|---|
| Basislabor: Blutzucker, großes Blutbild, Blutsenkung oder CRP, Leberwerte, TSH | Ausschluss anderer Ursachen | Routine bei ungeklärter Müdigkeit (DEGAM)8 |
| Erweitertes Labor: Urinstatus, Nierenwerte, Calcium und Phosphat, HbA1c, Ferritin, Zöliakie-Suchtest, Kreatinkinase | Ausschluss anderer Ursachen | bei Verdacht auf ME/CFS (NICE)1 |
| Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure, Morgen-Cortisol | Ausschluss anderer Ursachen | nach klinischem Urteil1,29 |
| Schlaflabor | behandelbare Schlafstörungen erkennen | für die Diagnose nicht nötig2 |
| Stehtest über 10 Minuten | orthostatische Intoleranz, POTS | bei Hinweisen; beaufsichtigt2,29,30,31,32 |
| Kipptischuntersuchung | Kreislauf im Stehen genauer prüfen | bei Bedarf, oft mit Spezialistinnen und Spezialisten2,29 |
| Fragebögen: DSQ-PEM, Bell-Skala, FSS, SF-36, MBSQ | Beschwerden strukturiert erfassen | Orientierung, keine Diagnose, kein Selbsttest2,8,21,33,35,36 |
| Zwei-Tages-Belastungstest (CPET) | verminderte Erholung objektiv zeigen | für die Diagnose nicht erforderlich; Risiko schwerer Verschlechterung2,38 |
| Handkraftmessung (Charité-Protokoll) | Ermüdbarkeit der Muskulatur erfassen | einfache Methode laut Leitlinie; nicht spezifisch21,40,41 |
| Autoantikörper gegen Rezeptoren des autonomen Nervensystems | Forschungsfrage | Forschungsbefund, keine Routinediagnostik8,42 |
Kein Laborwert und kein Gerätetest beweist ME/CFS. Die Auswahl richtet sich nach Beschwerden und Befund; ausgedehnte Diagnostik ohne Verdacht birgt das Risiko falsch positiver Befunde.1,2,8,21,29,30,31,32,33,35,36,38,40,41,42
Zwei Belastungstests im Abstand von 24 Stunden
Gruppenmittel aus einer Studie mit 84 Menschen mit ME/CFS und 71 bewegungsarmen Gesunden, nach Angabe der Autorinnen und Autoren der bislang größten, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift. Daraus lässt sich kein Grenzwert für einzelne Menschen ableiten.
kleinere Fachzeitschrift Nach Angabe der Autorinnen und Autoren die bislang größte Zwei-Tages-Studie; Gruppenmittel mit großer Streuung, kein Grenzwert für die Diagnose. Der Effekt an der Schwelle war klein, sein Vertrauensbereich schloss null ein. Der Test kann eine lange Verschlechterung auslösen.2,39
- Tag 1
- Tag 2 (24 Stunden später)
Maximale Sauerstoffaufnahme ml/kg/min
Leistung an der ventilatorischen Schwelle Watt
Zeit bis zur Erholung nach dem Zwei-Tages-Test Tage, Mittel
kleine Studie Eine andere kleine Studie, andere Gruppe: 80 Menschen mit ME/CFS, 64 bewegungsarme Gesunde38
Nach einem Zwei-Tages-Test reichte die selbst eingeschätzte Erholungszeit bei Menschen mit ME/CFS von 1 bis 64 Tagen, bei bewegungsarmen Gesunden von 1 bis 10 Tagen.38
Nach dem IOM-Bericht stützen Studien ihn als objektiven Hinweis, dass Anstrengung die Leistungsfähigkeit am Folgetag bei einem Teil der Erkrankten senkt; für die Diagnose ist er nicht erforderlich.2
Werte als Tabelle
| Messgröße | Gruppe | Tag 1 | Tag 2 |
|---|---|---|---|
| Maximale Sauerstoffaufnahme (ml/kg/min) | Menschen mit ME/CFS, n = 84 | 20,8 | 19,7 |
| Maximale Sauerstoffaufnahme (ml/kg/min) | bewegungsarme Gesunde, n = 71 | 22,7 | 22,4 |
| Leistung an der ventilatorischen Schwelle (Watt) | Menschen mit ME/CFS, n = 84 | 51,2 | 46,4 |
| Leistung an der ventilatorischen Schwelle (Watt) | bewegungsarme Gesunde, n = 71 | 71,3 | 68,9 |
Handkraft im ersten und zweiten Durchgang
Zehn Züge mit maximaler Kraft, nach einer Stunde Pause wiederholt. Frauen und Männer getrennt; Gruppenmittel einer kleinen Charité-Studie.
kleine Studie Kein Diagnosetest. Die Methode ist nicht spezifisch, und eine Nachauswertung stellt die Eignung als Biomarker infrage.40,41
Frauen
- Gesunde Frauen n = 36
- Krebsbedingte Fatigue (Vergleichsgruppe) n = 18
- Frauen mit ME/CFS n = 61
Männer
- Gesunde Männer n = 30
- Männer mit ME/CFS n = 44
Die wiederholte Messung der Handkraft über wenige Minuten mit einem Handdynamometer nennt die inzwischen abgelaufene S1-Leitlinie Long/Post-COVID als einfache Methode, körperliche Fatigue zu erfassen.21 Beim Charité-Protokoll drückt man zehnmal hintereinander mit maximaler Kraft einen Handkraftmesser; nach einer Stunde Pause wird die Messung wiederholt.40
Auch Frauen mit krebsbedingter Fatigue hatten im zweiten Durchgang weniger Kraft; der Test ist also nicht spezifisch.40 Eine kleine Nachauswertung derselben Daten deutet auf eine nicht maximale Kraftentfaltung hin und stellt die Eignung als Biomarker infrage.41
Ausgewertet wurden 61 Frauen und 44 Männer mit ME/CFS, 36 gesunde Frauen und 30 gesunde Männer sowie 18 Frauen mit krebsbedingter Fatigue.40 Die Achsen von Frauen und Männern sind verschieden; die Gruppen werden nicht zusammengefasst.
Werte als Tabelle
| Gruppe | Durchgang 1 | Durchgang 2 (nach einer Stunde) |
|---|---|---|
| Frauen mit ME/CFS (n = 61) | 14,6 | 12,9 |
| Gesunde Frauen (n = 36) | 25,6 | 25,9 |
| Frauen mit krebsbedingter Fatigue (n = 18) | 15,5 | 14,3 |
| Männer mit ME/CFS (n = 44) | 26,3 | 24,5 |
| Gesunde Männer (n = 30) | 41,8 | 44,2 |
Welche Erkrankungen können ähnliche Erschöpfung verursachen?
Müdigkeit ist ein häufiges und unspezifisches Symptom: In einer deutschen Bevölkerungsbefragung gaben 31 Prozent der über 16-Jährigen an, manchmal oder häufig unter Ermüdungserscheinungen zu leiden.8
Was hinter Müdigkeit in der Hausarztpraxis steckt
Eine systematische Übersicht hausärztlicher Studien in einer kleineren Fachzeitschrift, auf die sich die DEGAM-Leitlinie stützt, fand bei Menschen mit Müdigkeit in etwa 18,5 Prozent eine Depression; nur sie war bei müden Menschen häufiger als bei Menschen ohne Müdigkeit. Eine Ursache im Einzelfall lässt sich aus solchen Häufigkeiten nicht ablesen.45 Schwerwiegende körperliche Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenfehlfunktion fanden sich zusammen bei etwa 4,3 Prozent, eine Blutarmut bei etwa 2,8 und eine Krebserkrankung bei etwa 0,6 Prozent. ME/CFS wurde bei 0,2 bis 1,8 Prozent diagnostiziert.8
Studiendetails: Kategorien: Was hinter Müdigkeit in der Hausarztpraxis steckt
In der Übersicht aus der kleineren Fachzeitschrift sind Blutarmut und Krebs Teil der schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen; die Werte überlappen und lassen sich nicht addieren.45
Depression und Angst
73 Prozent der Menschen mit Depression hatten in einer Bevölkerungsuntersuchung das Symptom Müdigkeit. Zwei Screeningfragen nach Niedergeschlagenheit und Interessenverlust schließen bei doppelter Verneinung eine ausgeprägte Depression mit hoher Sicherheit aus.8 PEM kann nach dem IOM helfen, ME/CFS von schwerer Depression abzugrenzen; in einer Studie gaben allerdings auch 64 Prozent der Menschen mit schwerer Depression eine Verschlechterung nach Belastung an.2
Schilddrüse, Nebenniere, Eisen
Typisch für eine Schilddrüsenunterfunktion sind neben Müdigkeit Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung und trockene Haut. Eine Nebennierenrindenunterfunktion zeigt sich unter anderem mit ungewolltem Gewichtsverlust, Blutdruckabfall beim Aufstehen und ausgeprägter Erschöpfung; die Diagnose wird oft verzögert gestellt.46,47 Erst ab einem Ferritin von 100 µg/l ist ein Eisenmangel weitgehend ausgeschlossen.8
Schlafapnoe und Schlafstörungen
Typisch für die obstruktive Schlafapnoe sind Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer und Schläfrigkeit; von behandlungsbedürftigen schlafbezogenen Atmungsstörungen ist bei etwa 4 Prozent der Bevölkerung auszugehen, gesichert wird die Diagnose apparativ. Die DEGAM wertet eine Schlafapnoe wegen des erhöhten Unfallrisikos als abwendbar gefährlichen Verlauf.8,48
Neurologische Erkrankungen
Bei Multipler Sklerose ist Müdigkeit oft schon in den Jahren vor der Diagnose überproportional häufig.8 Leitsymptom der Myasthenia gravis ist eine örtlich begrenzte oder allgemeine Muskelschwäche, ausgelöst durch Autoantikörper; die Diagnose stützt sich meist auf typische Symptome und einen Antikörpertest. Fehlen Antikörper, ist eine genaue klinische und neurophysiologische Untersuchung wichtig.49
Fibromyalgie, Zöliakie, Medikamente und Substanzen
Fibromyalgie ist durch ausgedehnte Schmerzen gekennzeichnet und geht oft mit Erschöpfung, Gedächtnisproblemen und Schlafstörungen einher; mit ME/CFS überschneidet sie sich häufig.8,50 Eine Zöliakie-Abklärung ist vor allem bei Zusatzbeschwerden wie Magen-Darm-Problemen, Blutarmut oder erhöhten Leberwerten sinnvoll.8
Müdigkeit kann eine Nebenwirkung häufig verordneter Medikamente sein, etwa von Benzodiazepinen, sedierenden Antidepressiva, Neuroleptika, älteren Antihistaminika, Betablockern, zentral wirkenden Blutdrucksenkern oder Opioiden. Alle suchterzeugenden Substanzen, an erster Stelle Alkohol, können Müdigkeit verursachen, direkt oder im Entzug.8
Erschöpfung bei bekannten Erkrankungen
Müdigkeit ist häufig bei bekannten chronischen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Multipler Sklerose, Parkinson, rheumatoider Arthritis oder Niereninsuffizienz, muss aber nicht allein durch die Grunderkrankung bedingt sein.8
| Ursache | Hinweise | Abgrenzung oder Abklärung | Häufigkeit (Bezugsgröße) |
|---|---|---|---|
| Depression | gedrückte Stimmung, Interessenverlust; Müdigkeit bei 73 Prozent der Menschen mit Depression | PEM seltener, in einer Studie aber von 64 Prozent berichtet | etwa 18,5 Prozent bei Müdigkeit in der Hausarztpraxis (Befund, keine Ursache)2,8,45 |
| Schilddrüsenunterfunktion | Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung | TSH im Basislabor | mit anderen schwerwiegenden Erkrankungen zusammen etwa 4,3 Prozent8,46,47 |
| Blutarmut oder Eisenmangel | – | Blutbild, Ferritin (Eisenmangel erst ab 100 µg/l weitgehend ausgeschlossen) | Blutarmut etwa 2,8 Prozent8 |
| Nebennierenrindenunterfunktion | Gewichtsverlust, Blutdruckabfall beim Aufstehen, ausgeprägte Erschöpfung | Morgen-Cortisol nach klinischem Urteil | –1,29,46,47 |
| Obstruktive Schlafapnoe | Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer, Schläfrigkeit | apparative Diagnostik | behandlungsbedürftig bei etwa 4 Prozent der Bevölkerung8,48 |
| Multiple Sklerose | Müdigkeit oft schon Jahre vor der Diagnose | PEM ist bei MS seltener und kann bei der Abgrenzung helfen | –2,8 |
| Myasthenia gravis | örtlich begrenzte oder allgemeine Muskelschwäche | neurologische Untersuchung und Antikörpertest; ohne Antikörper zusätzlich Neurophysiologie | –49 |
| Fibromyalgie | ausgedehnte Schmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen | häufige Überschneidung mit ME/CFS | bis zu 2 bis 8 Prozent der Bevölkerung8,50 |
| Zöliakie | Magen-Darm-Beschwerden, Blutarmut, erhöhte Leberwerte | Suchtest vor allem bei Zusatzbeschwerden | –8 |
| Medikamente, Alkohol und andere Substanzen | u. a. Benzodiazepine, sedierende Antidepressiva, Opioide; Entzug | Medikamentenliste und Konsum erfragen | –8 |
| Long COVID oder Post-COVID-Syndrom | Beschwerden länger als 12 Wochen nach SARS-CoV-2-Infektion | ein Teil erfüllt ME/CFS-Kriterien (15 bis 50 Prozent in Studien) | 4,5 Prozent erfüllten ME/CFS-Kriterien (infizierte RECOVER-Teilnehmende), keine Long-COVID-Häufigkeit5,7,35 |
| Krebserkrankung | – | Suche nur bei hinweisenden Befunden | etwa 0,6 Prozent8 |
Häufigkeiten beziehen sich auf unterschiedliche Gruppen (Menschen mit Müdigkeit in der Hausarztpraxis, Bevölkerung, Studienteilnehmende) und lassen sich nicht in eine Reihenfolge bringen. Es sind gefundene Diagnosen, keine nachgewiesenen Ursachen; Blutarmut und Krebs sind in den schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen enthalten und dürfen nicht addiert werden. Angststörungen sind in der zugrunde liegenden Übersicht nicht gesondert beziffert. Mehrere Ursachen können zusammen vorliegen; die Tabelle ersetzt keine Untersuchung.1,2,5,7,8,29,35,45,46,47,48,49,50
Was hinter Müdigkeit in der Hausarztpraxis steckt
Gefundene Diagnosen bei Menschen, die wegen Müdigkeit in die Hausarztpraxis kommen. Punktschätzer aus methodisch guten Studien; Häufigkeiten, keine nachgewiesenen Ursachen.
Befunde, keine Ursachen. Blutarmut und Krebs sind Teil der schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen: die Werte überlappen und lassen sich nicht addieren oder stapeln.45
Bezugsgröße sind Menschen mit Müdigkeit in der Hausarztpraxis; Übersicht hausärztlicher Studien in einer kleineren Fachzeitschrift, auf die sich die DEGAM-Leitlinie stützt.8,45 Eine Ursache im Einzelfall lässt sich aus solchen Häufigkeiten nicht ablesen. Mehrere Ursachen können zusammen vorliegen.
Zum Vergleich, andere Bezugsgröße: In einer deutschen Bevölkerungsbefragung gaben 31 Prozent der über 16-Jährigen an, manchmal oder häufig unter Ermüdungserscheinungen zu leiden.8 Diese Zahl gehört nicht in die Balkenreihe oben.
Werte als Tabelle
| Befund | Anteil in Prozent |
|---|---|
| Depression | 18,5 |
| Schwerwiegende körperliche Erkrankungen | 4,3 |
| darin Blutarmut (Teil der schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen) | 2,8 |
| darin Krebs (Teil der schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen) | 0,6 |
| ME/CFS | 0,2 bis 1,8 |
Wie hängen ME/CFS und Post-COVID zusammen?

Begriffe und Zeitfenster
Nach der WHO-Konsensdefinition tritt der Post-COVID-19-Zustand meist drei Monate nach Beginn einer wahrscheinlichen oder bestätigten SARS-CoV-2-Infektion auf; die Beschwerden halten mindestens zwei Monate an und sind nicht anders erklärbar.51 Im deutschen Sprachgebrauch heißen Beschwerden ab 4 Wochen nach der Infektion Long COVID, ab mehr als 12 Wochen Post-COVID-Syndrom.5
Wie viele Betroffene die ME/CFS-Kriterien erfüllen
Wie viele Menschen nach COVID-19 die ME/CFS-Kriterien erfüllen, hängt von der Bezugsgruppe ab. In der US-Studienkohorte RECOVER-Adult erfüllten 4,5 Prozent der infizierten Teilnehmenden die Kriterien nach IOM 2015, gegenüber 0,6 Prozent der nicht Infizierten. Davon getrennt ergab eine Auswertung ab der Infektion 2,66 neue Fälle pro 100 Personenjahre gegenüber 0,93 bei vergleichbaren nicht Infizierten, ein knapp fünffach höheres Risiko (Hazard Ratio 4,93).7 Die Teilnehmenden wurden überwiegend in der Omikron-Zeit eingeschlossen und waren meist geimpft, sodass Häufigkeit und Schwere geringer sein können als in einer ungeimpften Bevölkerung. Die Kriterien beruhten auf Selbstangaben; eine Überschätzung halten die Autorinnen und Autoren für möglich.7
Unter Menschen, die bereits anhaltende Beschwerden haben, ist der Anteil höher: In einer Charité-Kohorte mit Fatigue sechs Monate nach meist mildem COVID-19 erfüllten 19 von 42 die Kanadischen Konsenskriterien. Nach dem IQWiG erfüllen in den vorhandenen Studien etwa 15 bis 50 Prozent der Menschen mit Post- oder Long-COVID die Kriterien für ME/CFS.5,35
Studiendetails: Verlauf nach COVID-19: Wie viele Betroffene die ME/CFS-Kriterien erfüllen
In einer Charité-Kohorte mit 106 Menschen mit Post-COVID-Syndrom blieb die Beschwerdelast bei erfüllten ME/CFS-Kriterien bis 20 Monate nach der Infektion hoch, während sich die übrigen insgesamt besserten. Die Daten stammen aus einer Spezialambulanz und sind keine Prognose für einzelne Menschen.52
Studiendetails: Kriteriensätze nach COVID-19: Wie viele Betroffene die ME/CFS-Kriterien erfüllen
Wie stark der Kriteriensatz zählt, zeigt eine Studie mit 130 Menschen nach COVID-19-Lungenentzündung: Nach 6 Monaten erfüllten 17,6 Prozent die Fukuda-, 15,3 Prozent die Kanadischen, 19,2 Prozent die ICC- und 13 Prozent die IOM-Kriterien.5
Eine Übersicht in Nature Reviews Microbiology schätzte 2023 anhand der damaligen Daten, dass Long COVID nach mindestens 10 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen auftritt. Das ist weder eine Risikoprognose für Infektionen heute noch eine Häufigkeit von ME/CFS.53
Was offen bleibt
Wie sich ME/CFS und Long COVID zueinander verhalten, ist offen. Eine kleine Studie mit 7-Tesla-MR-Spektroskopie verglich Menschen mit ME/CFS, Menschen mit Long COVID und Gesunde und fand bei ME/CFS und Long COVID unterschiedliche Hirnstoffwechsel-Befunde. Die Autorinnen und Autoren raten, beide Gruppen in der Forschung nicht ungeprüft zusammenzufassen.54
Auch andere Infektionen können ME/CFS auslösen: Sechs Monate nach Pfeifferschem Drüsenfieber fand sich das Vollbild nach der DEGAM-Leitlinie in 9 bis 22 Prozent der Fälle, nach anderen Atemwegsinfekten in 0 bis 6 Prozent.8
Befunde und Therapiestudien zu Long COVID lassen sich nicht ohne Weiteres auf ME/CFS übertragen. Dieser Beitrag kennzeichnet deshalb jeweils, ob eine Studie Menschen mit ME/CFS oder mit Long COVID untersucht hat.
ME/CFS nach COVID-19: Es kommt auf die Bezugsgruppe an
Der Anteil unter Teilnehmenden einer Studienkohorte und der Anteil unter Menschen mit anhaltenden Beschwerden sind verschiedene Größen. Deshalb stehen sie in getrennten Feldern.
Verschiedene Bezugsgruppen, nicht vergleichbar. Die RECOVER-Anteile sind kein Risikoverhältnis. Long COVID und ME/CFS sind nicht dasselbe: Nur ein Teil der Betroffenen erfüllt die ME/CFS-Kriterien.
Ausgewählte Teilnehmende einer US-Studienkohorte
Fachjournal
RECOVER-Adult: Anteile
Anteil mit ME/CFS-Kriterien nach IOM 2015 (Selbstangaben), je 100 Personen7
4,5 von 100
infizierte Teilnehmende
0,6 von 100
nicht infizierte Teilnehmende
In der Studienkohorte RECOVER-Adult erfüllten 531 von 11.785 infizierten Teilnehmenden (4,5 %) und 9 von 1439 nicht infizierten Teilnehmenden (0,6 %) die ME/CFS-Kriterien; das sind Anteile, kein Risikoverhältnis.7
Die Kriterien beruhten auf Selbstangaben; eine Überschätzung halten die Autorinnen und Autoren für möglich.7
Menschen mit anhaltender Fatigue nach COVID-19
Charité-Kohorte
Kanadische Konsenskriterien; Fatigue sechs Monate nach meist mildem COVID-1935
19 von 42 Personen
Kriterien erfüllt
Menschen mit Post- oder Long-COVID
IQWiG, vorhandene Studien
Anteil, der die ME/CFS-Kriterien erfüllt5
15 bis 50 Prozent
Spanne aus den Studien, keine Punktschätzung
Eigene Auswertung, getrennt von den Anteilen
RECOVER-Adult: Inzidenz
Neue Fälle ab der Infektion pro 100 Personenjahre7
Hazard Ratio 4,93
Ein knapp fünffach höheres Risiko ab der Infektion; es gehört nur zu dieser Inzidenzauswertung, nicht zu den Anteilen links.7
Eine Studie, 130 Menschen nach COVID-19-Lungenentzündung
Je nach Kriteriensatz
Anteil, der sechs Monate danach den Kriteriensatz erfüllte5
Der Kriteriensatz entscheidet mit; die Reihenfolge ist keine Rangfolge.
Andere Infektionen, nicht COVID-19
Sechs Monate nach der Infektion
Vollbild nach der DEGAM-Leitlinie, Spanne8
Andere Gruppe, anderer Zeitpunkt: nicht mit den Feldern oben vergleichbar.
Die RECOVER-Teilnehmenden wurden überwiegend in der Omikron-Zeit eingeschlossen und waren meist geimpft, sodass Häufigkeit und Schwere geringer sein können als in einer ungeimpften Bevölkerung.7
Werte als Tabelle
| Studie | Bezugsgruppe | Anteil |
|---|---|---|
| RECOVER-Adult (IOM 2015), Anteile | infizierte Teilnehmende | 4,5 Prozent |
| RECOVER-Adult (IOM 2015), Anteile | nicht infizierte Teilnehmende | 0,6 Prozent |
| RECOVER-Adult, Inzidenz ab der Infektion | infizierte / vergleichbare nicht infizierte Teilnehmende | 2,66 / 0,93 pro 100 Personenjahre (Hazard Ratio 4,93) |
| Charité-Kohorte (CCC) | Menschen mit anhaltender Fatigue nach COVID-19 | 19 von 42 Personen |
| IQWiG 2023 | Menschen mit Post- oder Long-COVID | 15 bis 50 Prozent |
| Eine Studie, 130 Personen | nach COVID-19-Lungenentzündung, 6 Monate: Fukuda / CCC / ICC / IOM | 17,6 / 15,3 / 19,2 / 13 Prozent |
| DEGAM-Leitlinie | sechs Monate nach Pfeifferschem Drüsenfieber / anderen Atemwegsinfekten | 9 bis 22 / 0 bis 6 Prozent |
Wie häufig ist ME/CFS?

Wie häufig ME/CFS gezählt wird, hängt stark vom Kriteriensatz ab; viele Häufigkeitsstudien nutzten die Fukuda-Kriterien von 1994, die PEM nicht verlangen.5
Deutschland
Das IQWiG hat die Häufigkeiten aus vier Studien aus der Zeit vor der Pandemie mit PEM als Pflichtkriterium auf Deutschland übertragen und kommt orientierend auf etwa 140.000 bis 310.000 Betroffene, davon etwa 70.000 bis 220.000 Erwachsene und 70.000 bis 90.000 Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren. Diese Zahlen stammen aus der Zeit vor der Pandemie und sind nur orientierend.5 Einen Anstieg nach der SARS-CoV-2-Pandemie hält das IQWiG für plausibel, sah 2023 aber keine ausreichend sichere Grundlage, ihn zu beziffern.5
Modellrechnungen: Deutschland
Eine Modellrechnung im Auftrag einer ME/CFS-Forschungsstiftung schätzt für Ende 2025 rund 657.000 Menschen mit ME/CFS in Deutschland. Diese Zahl ist nicht durch Erhebungen belegt und stammt nicht aus einer begutachteten Studie.55
Zahlen je Zählweise
In einer repräsentativen US-Gesundheitsbefragung 2021 bis 2022 gaben 1,3 Prozent der Erwachsenen an, eine ärztlich festgestellte ME/CFS zu haben, Frauen mit 1,7 Prozent häufiger als Männer mit 0,9 Prozent.56 Studien, die PEM verlangten, kamen auf deutlich niedrigere Werte: eine große englische Hausarztstudie nach den Kanadischen Konsenskriterien auf 0,1 Prozent der 18- bis 64-Jährigen, eine US-Studie nach Fukuda plus PEM auf rund 0,32 Prozent.5
Studiendetails: Häufigkeit: Zahlen je Zählweise
Eine Metaanalyse von 46 Studien, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift, schätzte die Häufigkeit nach Fukuda auf 0,89 Prozent, bei reinen Arztdiagnosen auf 0,09 Prozent und bei Interviews ohne Untersuchung auf 1,14 Prozent. Die Werte stammen aus verschiedenen Populationen und Methoden und lassen sich nicht in eine Reihenfolge bringen.57
In der US-Befragung stieg der Anteil mit dem Alter von 0,7 Prozent (18 bis 39 Jahre) auf 2,0 Prozent (50 bis 59 Jahre) und 2,1 Prozent (60 bis 69 Jahre) und lag ab 70 Jahren bei 1,4 Prozent.56
Wer erkrankt
Frauen erkranken nach der DEGAM-Leitlinie doppelt so häufig wie Männer. Die Mehrzahl der Betroffenen berichtet über einen plötzlichen Krankheitsbeginn, häufig nach einer Infektion.5,8
Verlauf und Prognose
Eine vollständige Genesung wird laut IQWiG als selten beschrieben; Kinder und Jugendliche haben bessere Chancen, in einer australischen Studie berichteten nach 10 Jahren 68 Prozent der jungen Betroffenen von einer Genesung. Bei etwa 60 Prozent schwanken die Beschwerden, insgesamt ist mit einem langwierigen, oft chronischen Verlauf zu rechnen.5,8
Krankheitslast: Sterblichkeit
Die US-Gesundheitsstatistik schätzt die Kosten von ME/CFS für die US-Volkswirtschaft auf etwa 18 bis 51 Milliarden US-Dollar pro Jahr.56
Wie häufig ist ME/CFS?
Die Zahl hängt davon ab, wie gezählt wird. Jede Säule steht für eine eigene Zählweise; die Reihenfolge ist keine Rangfolge.
Häufigkeit je Zählweise
Spannweite über alle gezeigten Zählweisen: 0,09 bis 1,3 Prozent. Eine Rangfolge der Zählweisen lässt sich daraus nicht ableiten.
Populationen, Kriteriensätze und Methoden sind nicht vergleichbar; nur Spannweiten zeigen, keine Reihenfolge.5,56,57
Deutschland, orientierend: Das IQWiG hat die Häufigkeiten aus vier Studien aus der Zeit vor der Pandemie mit PEM als Pflichtkriterium auf Deutschland übertragen und kommt orientierend auf etwa 140.000 bis 310.000 Betroffene, davon etwa 70.000 bis 220.000 Erwachsene und 70.000 bis 90.000 Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren. Diese Zahlen stammen aus der Zeit vor der Pandemie und sind nur orientierend.5
Schweregrade
Schweregrade (grobe Schätzung des IQWiG): Verteilung der Betroffenen. Grobe Schätzung; die Grenzen der Schweregrade sind nicht scharf.5
Beschreibung nach NICE1
versorgen sich selbst, arbeiten oder lernen meist noch, Freizeit oft aufgegeben
eingeschränkte Mobilität, Arbeit oder Ausbildung meist aufgegeben
schwer: allenfalls minimale Tätigkeiten, meist im Bett; sehr schwer: ganztägig im Bett, auf Pflege angewiesen
Werte als Tabelle
| Gruppe oder Methode | Wert |
|---|---|
| US-Gesundheitsbefragung 2021 bis 2022 · Erwachsene, Selbstangabe einer ärztlich festgestellten ME/CFS | 1,3 Prozent |
| Englische Hausarztstudie · 18- bis 64-Jährige, Kanadische Konsenskriterien (PEM verlangt) | 0,1 Prozent |
| US-Studie · Fukuda plus PEM | 0,32 Prozent |
| Metaanalyse von 46 Studien · gemischte Populationen, Fukuda-Kriterien | 0,89 Prozent |
| Metaanalyse von 46 Studien · nur Arztdiagnosen | 0,09 Prozent |
| Metaanalyse von 46 Studien · Interviews ohne Untersuchung | 1,14 Prozent |
| Schweregrad leicht (grobe Schätzung IQWiG) | 25 Prozent |
| Schweregrad mittelgradig (grobe Schätzung IQWiG) | 50 Prozent |
| Schweregrad schwer oder sehr schwer (grobe Schätzung IQWiG) | 25 Prozent |
Was geschieht bei ME/CFS im Körper? Hypothesen und Evidenzgrad
Die folgenden Erklärungsansätze sind nach ihrem Evidenzgrad eingeordnet: gesichert, gut belegt, Hypothese oder widerlegt. Gut belegt heißt, dass ein Befund mehrfach gezeigt wurde, nicht dass er die Ursache ist. Befunde, die nur bei Long COVID erhoben wurden, sind als solche gekennzeichnet.
Evidenzkreis
Innen steht, was gesichert ist, außen, was widerlegt wurde. Ein Punkt mit gestricheltem Ring bezeichnet einen Befund, der nur bei Long COVID erhoben wurde. Die Lage auf dem Ring sagt nichts über die Bedeutung aus. Ein Klick führt zur Erklärung.
- gesichert
- gut belegt
- Hypothese
- widerlegt
- Befund bei Long COVID
Was gesichert ist: Die Ursache ist offen
Evidenzgrad: gesichert
Die Krankheitsmechanismen der postinfektiösen ME/CFS sind nicht geklärt, und es gibt keine Behandlung, die den Verlauf ursächlich verändert. Eine NIH-Studie, die 17 Menschen mit postinfektiöser ME/CFS sehr umfassend untersuchte, beschrieb als Kernbefund eine veränderte „Anstrengungspräferenz“; diese Deutung ist umstritten, und eine internationale Forschergruppe widersprach ihr in Nature Communications.59,60
Infektionen als Auslöser
Evidenzgrad: gut belegt
In einer australischen Kohorte erfüllten sechs Monate nach einer akuten Infektion 11 Prozent der Teilnehmenden die Kriterien eines chronischen Erschöpfungssyndroms. Das Bild war nach Epstein-Barr-Virus, Q-Fieber und Ross-River-Virus ähnlich und wurde vor allem durch die Schwere der akuten Erkrankung vorhergesagt, nicht durch den Erreger. Warum nur eine Minderheit erkrankt, ist offen.61
Autonome Funktionsstörung
Evidenzgrad: gut belegt
Eine Meta-Analyse aus 64 Arbeiten, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift, fand bei ME/CFS einen im Mittel um etwa 4 Schläge pro Minute höheren Ruhepuls, einen stärkeren Pulsanstieg im Stehen und eine verminderte Herzfrequenzvariabilität. Schäden an kleinen Nervenfasern fanden sich nur bei einem Teil und hingen nicht mit der Belastbarkeit zusammen.62,63
Veränderungen des Immunsystems
Evidenzgrad: Hypothese

Der beständigste Immunbefund ist eine verminderte Funktion natürlicher Killerzellen; eine Meta-Analyse in einer kleineren Fachzeitschrift fand sie im Mittel etwa halbiert, bei stark schwankenden Einzelergebnissen. Botenstoffe des Immunsystems sind uneinheitlich verändert: In einer Studie stiegen 17 Zytokine mit der Krankheitsschwere an, ein kleinerer systematischer Review fand außer TGF-β keinen Botenstoff, der in der Mehrzahl der Studien verändert war. Ob die Befunde Ursache oder Folge sind, ist offen.64,65,66
Studiendetails: Immunbotenstoffe und Krankheitsdauer: Veränderungen des Immunsystems
Eine größere Studie in Science Advances fand veränderte Immunbotenstoffe im Blut nur bei 52 früh Erkrankten im Vergleich zu 348 Gesunden, nicht aber bei 246 länger Erkrankten. Die Befunde hängen also auch von der Krankheitsdauer ab.67
Autoimmunität
Evidenzgrad: Hypothese
Befund bei Long COVID
Bei einer Untergruppe sind Antikörper gegen Rezeptoren des autonomen Nervensystems erhöht, gezeigt in kleinen Studien. Wurden Antikörper von Menschen mit Long COVID auf Mäuse übertragen, zeigten die Tiere erschöpfungsähnliches Verhalten und Schmerzüberempfindlichkeit; das stützt eine Rolle bei einer Untergruppe, stammt aber aus einem Tiermodell zu Long COVID. Zur negativen Rituximab-Studie siehe den Abschnitt zu experimentellen Therapien.42,68
Fortbestehende oder reaktivierte Viren
Evidenzgrad: Hypothese
Befund bei Long COVID
Eine Hypothese zu Long COVID lautet, dass Virusreste nach der akuten Infektion im Gewebe fortbestehen. Reaktivierte Herpesviren wie das Epstein-Barr-Virus werden mit ME/CFS in Verbindung gebracht; ob sie Ursache oder Folge sind, ist offen. Zwei randomisierte Studien mit dem antiviralen Mittel Nirmatrelvir-Ritonavir brachten bei Long COVID keine Besserung.53,69,70,71
Energiestoffwechsel und Mitochondrien
Evidenzgrad: Hypothese
Befund bei Long COVID

Mehrere Studien zeigen Hinweise auf eine gestörte Energiegewinnung: Das Aminosäuremuster im Blut von 200 Erkrankten deutete auf eine gestörte Funktion des Enzyms Pyruvatdehydrogenase hin, und T-Zellen zeigten einen veränderten Energiestoffwechsel. Bei Long COVID verschlechterten sich nach einer Belastung, die eine PEM auslöste, Muskelschäden und Stoffwechselstörungen. Ein gemeinsamer Mechanismus ist daraus noch nicht abgeleitet.72,73,74
Gefäße und Durchblutung
Evidenzgrad: Hypothese

Eine Studie im Fachjournal Chest wählte für invasive Belastungstests gezielt Menschen mit ME/CFS aus, deren Füllungsdruck des rechten Herzens niedrig war; er lag deutlich unter dem von Kontrollpersonen, ein Hinweis auf zu wenig Blutrückstrom zum Herzen. Wie häufig dieses Muster bei allen Betroffenen ist, lässt sich daraus nicht ablesen. Eine Arbeitsgruppe fand bei der Kipptischuntersuchung eine stärkere Abnahme der Hirndurchblutung, eine kleine Berliner Studie bei einem Teil eine gestörte Funktion der Gefäßinnenhaut.63,75,76
Mikrogerinnsel
Evidenzgrad: Hypothese
Befund bei Long COVID
Eine Übersicht berichtet über Mikrogerinnsel und überaktive Blutplättchen bei Long COVID und ME/CFS. Messverfahren und Bedeutung sind nicht etabliert.53
Entzündung und Botenstoffe im Gehirn
Evidenzgrad: Hypothese

Eine kleine japanische PET-Studie fand Hinweise auf aktivierte Immunzellen im Gehirn; eine kleine niederländische Studie mit demselben Marker fand keine Hinweise auf eine Entzündung. Im Nervenwasser der NIH-Teilnehmenden waren Abbauprodukte und Vorstufen von Botenstoffen wie Dopamin und Noradrenalin vermindert.59,77,78
Darmmikrobiom
Evidenzgrad: Hypothese

Komplementsystem bei Long COVID
Evidenzgrad: Hypothese
Befund bei Long COVID
Bei aktivem Long COVID fand eine Proteom-Studie eine fortbestehende Fehlaktivierung des Komplementsystems, eines Teils der angeborenen Abwehr. Für ME/CFS ist das nicht gezeigt.81
Erbliche Faktoren
Evidenzgrad: Hypothese
In einer kleinen Zwillingsstudie waren eineiige Zwillinge häufiger beide von ungeklärter chronischer Erschöpfung betroffen als zweieiige. In einer großen schwedischen Zwillingsstudie erklärten dagegen vor allem individuelle Umwelteinflüsse die Unterschiede, gefolgt von mäßigen genetischen Einflüssen.82,83
Retrovirus XMRV als Ursache
Evidenzgrad: widerlegt
2009 berichtete eine Arbeit in Science, ein Retrovirus namens XMRV sei bei 67 Prozent der Menschen mit CFS nachweisbar. In einer verblindeten Multizenterstudie fanden selbst die Forschenden, die XMRV ursprünglich beschrieben hatten, keinen Hinweis auf eine Infektion; Science zog die Arbeit 2011 vollständig zurück.84,85,86
| Erklärungsansatz | Evidenzgrad | Wichtigster Befund |
|---|---|---|
| Was gesichert ist: Die Ursache ist offen | gesichert | Mechanismen nicht geklärt; Deutung einer veränderten Anstrengungspräferenz umstritten59,60 |
| Infektionen als Auslöser | gut belegt | ähnliches Krankheitsbild nach verschiedenen Infektionen61 |
| Autonome Funktionsstörung | gut belegt | veränderte Herz-Kreislauf-Regulation im Gruppenmittel62,63 |
| Veränderungen des Immunsystems | Hypothese | verminderte Funktion natürlicher Killerzellen; Zytokinbefunde uneinheitlich64,65,66 |
| Autoimmunität | Hypothese | Autoantikörper bei einer Untergruppe; Tiermodell zu Long COVID42,68 |
| Fortbestehende oder reaktivierte Viren | Hypothese | Virusreste und Herpesvirus-Reaktivierung diskutiert; antivirale Studien bei Long COVID negativ53,69,70,71 |
| Energiestoffwechsel und Mitochondrien | Hypothese | Hinweise auf gestörte Energiegewinnung in Blut, Immunzellen und Muskel72,73,74 |
| Gefäße und Durchblutung | Hypothese | niedriger Füllungsdruck in einer gezielt ausgewählten Gruppe; Gefäßinnenhaut- und Hirndurchblutungsbefunde63,75,76 |
| Mikrogerinnsel | Hypothese | Mikrogerinnsel bei Long COVID und ME/CFS berichtet53 |
| Entzündung und Botenstoffe im Gehirn | Hypothese | Entzündungszeichen im Gehirn in einer Studie, in einer zweiten nicht59,77,78 |
| Darmmikrobiom | Hypothese | weniger butyratbildende Darmbakterien79,80 |
| Komplementsystem bei Long COVID | Hypothese | Komplement-Fehlaktivierung bei aktivem Long COVID81 |
| Erbliche Faktoren | Hypothese | familiäre Häufung in Zwillingsstudien, Umwelteinflüsse überwiegen82,83 |
| Retrovirus XMRV als Ursache | widerlegt | Retrovirus-Befund nicht bestätigt, Arbeit zurückgezogen84,85,86 |
Evidenzgrad nach der Recherche: gesichert, gut belegt, Hypothese, widerlegt. Gut belegt heißt mehrfach gezeigt, nicht ursächlich bewiesen. Long-COVID-Befunde gelten nicht ohne Weiteres für ME/CFS.42,53,59,60,61,62,63,64,65,66,68,69,70,71,72,73,74,75,76,77,78,79,80,81,82,83,84,85,86
Erklärungsansätze und wie gut sie belegt sind
Auslöser, diskutierte Mechanismen und Beschwerden als Netz. Die Linienart zeigt den Evidenzgrad der jeweiligen Verbindung. Klicken Sie auf einen Knoten, um zum Abschnitt und zur Quelle zu springen.
gesichert Die Ursache ist offen. Die Krankheitsmechanismen der postinfektiösen ME/CFS sind nicht geklärt, und es gibt keine Behandlung, die den Verlauf ursächlich verändert.59,60
- gut belegt mehrfach gezeigt, nicht ursächlich bewiesen
- Hypothese
- negativ geprüft oder widerlegt
- LCBefund aus Long COVID
Auslöser
Diskutierte Mechanismen
Beschwerden
Einen Knoten anklicken: Hier erscheinen Befund, Verbindungen und Quelle.
gut belegt
Epstein-Barr-Virus
In einer australischen Kohorte erfüllten sechs Monate nach einer akuten Infektion 11 Prozent der Teilnehmenden die Kriterien eines chronischen Erschöpfungssyndroms. Das Bild war nach Epstein-Barr-Virus, Q-Fieber und Ross-River-Virus ähnlich und wurde vor allem durch die Schwere der akuten Erkrankung vorhergesagt, nicht durch den Erreger. Warum nur eine Minderheit erkrankt, ist offen.61
Verbindungen im Netz
gut belegt
SARS-CoV-2
In einer australischen Kohorte erfüllten sechs Monate nach einer akuten Infektion 11 Prozent der Teilnehmenden die Kriterien eines chronischen Erschöpfungssyndroms. Das Bild war nach Epstein-Barr-Virus, Q-Fieber und Ross-River-Virus ähnlich und wurde vor allem durch die Schwere der akuten Erkrankung vorhergesagt, nicht durch den Erreger. Warum nur eine Minderheit erkrankt, ist offen.61
Verbindungen im Netz
gut belegt
Q-Fieber, Ross-River-Virus u. a.
In einer australischen Kohorte erfüllten sechs Monate nach einer akuten Infektion 11 Prozent der Teilnehmenden die Kriterien eines chronischen Erschöpfungssyndroms. Das Bild war nach Epstein-Barr-Virus, Q-Fieber und Ross-River-Virus ähnlich und wurde vor allem durch die Schwere der akuten Erkrankung vorhergesagt, nicht durch den Erreger. Warum nur eine Minderheit erkrankt, ist offen.61
Verbindungen im Netz
- gut belegt zu Erschöpfung (Fatigue): geht voraus61
widerlegt
Retrovirus XMRV
2009 berichtete eine Arbeit in Science, ein Retrovirus namens XMRV sei bei 67 Prozent der Menschen mit CFS nachweisbar. In einer verblindeten Multizenterstudie fanden selbst die Forschenden, die XMRV ursprünglich beschrieben hatten, keinen Hinweis auf eine Infektion; Science zog die Arbeit 2011 vollständig zurück.84,85,86
Hypothese
Herpesvirus-Reaktivierung
Eine Hypothese zu Long COVID lautet, dass Virusreste nach der akuten Infektion im Gewebe fortbestehen. Reaktivierte Herpesviren wie das Epstein-Barr-Virus werden mit ME/CFS in Verbindung gebracht; ob sie Ursache oder Folge sind, ist offen. Zwei randomisierte Studien mit dem antiviralen Mittel Nirmatrelvir-Ritonavir brachten bei Long COVID keine Besserung.53,69,70,71
LC Befund aus Long COVID: Er gilt nicht ohne Weiteres für ME/CFS.
Verbindungen im Netz
Hypothese
Komplement / Thromboinflammation (Long COVID)
Bei aktivem Long COVID fand eine Proteom-Studie eine fortbestehende Fehlaktivierung des Komplementsystems, eines Teils der angeborenen Abwehr. Für ME/CFS ist das nicht gezeigt.81
LC Befund aus Long COVID: Er gilt nicht ohne Weiteres für ME/CFS.
Verbindungen im Netz
- Hypothese von Herpesvirus-Reaktivierung: assoziiert (Long COVID)81
Hypothese
Viruspersistenz / Antigenpersistenz
Eine Hypothese zu Long COVID lautet, dass Virusreste nach der akuten Infektion im Gewebe fortbestehen. Reaktivierte Herpesviren wie das Epstein-Barr-Virus werden mit ME/CFS in Verbindung gebracht; ob sie Ursache oder Folge sind, ist offen. Zwei randomisierte Studien mit dem antiviralen Mittel Nirmatrelvir-Ritonavir brachten bei Long COVID keine Besserung.53,69,70,71
LC Befund aus Long COVID: Er gilt nicht ohne Weiteres für ME/CFS.
Verbindungen im Netz
Hypothese
B-Zell-Verschiebung
Der beständigste Immunbefund ist eine verminderte Funktion natürlicher Killerzellen; eine Meta-Analyse in einer kleineren Fachzeitschrift fand sie im Mittel etwa halbiert, bei stark schwankenden Einzelergebnissen. Botenstoffe des Immunsystems sind uneinheitlich verändert: In einer Studie stiegen 17 Zytokine mit der Krankheitsschwere an, ein kleinerer systematischer Review fand außer TGF-β keinen Botenstoff, der in der Mehrzahl der Studien verändert war. Ob die Befunde Ursache oder Folge sind, ist offen.64,65,66
Verbindungen im Netz
Hypothese
GPCR-Autoantikörper (β2, M3/M4)
Bei einer Untergruppe sind Antikörper gegen Rezeptoren des autonomen Nervensystems erhöht, gezeigt in kleinen Studien. Wurden Antikörper von Menschen mit Long COVID auf Mäuse übertragen, zeigten die Tiere erschöpfungsähnliches Verhalten und Schmerzüberempfindlichkeit; das stützt eine Rolle bei einer Untergruppe, stammt aber aus einem Tiermodell zu Long COVID. Zur negativen Rituximab-Studie siehe den Abschnitt zu experimentellen Therapien.42,68
LC Befund aus Long COVID: Er gilt nicht ohne Weiteres für ME/CFS.
Verbindungen im Netz
Hypothese
NK-Zell-Funktion vermindert
Der beständigste Immunbefund ist eine verminderte Funktion natürlicher Killerzellen; eine Meta-Analyse in einer kleineren Fachzeitschrift fand sie im Mittel etwa halbiert, bei stark schwankenden Einzelergebnissen. Botenstoffe des Immunsystems sind uneinheitlich verändert: In einer Studie stiegen 17 Zytokine mit der Krankheitsschwere an, ein kleinerer systematischer Review fand außer TGF-β keinen Botenstoff, der in der Mehrzahl der Studien verändert war. Ob die Befunde Ursache oder Folge sind, ist offen.64,65,66
Hypothese
Zytokine (uneinheitlich)
Der beständigste Immunbefund ist eine verminderte Funktion natürlicher Killerzellen; eine Meta-Analyse in einer kleineren Fachzeitschrift fand sie im Mittel etwa halbiert, bei stark schwankenden Einzelergebnissen. Botenstoffe des Immunsystems sind uneinheitlich verändert: In einer Studie stiegen 17 Zytokine mit der Krankheitsschwere an, ein kleinerer systematischer Review fand außer TGF-β keinen Botenstoff, der in der Mehrzahl der Studien verändert war. Ob die Befunde Ursache oder Folge sind, ist offen.64,65,66
Verbindungen im Netz
Hypothese
T-Zell-Erschöpfung / Immunmetabolismus
Der beständigste Immunbefund ist eine verminderte Funktion natürlicher Killerzellen; eine Meta-Analyse in einer kleineren Fachzeitschrift fand sie im Mittel etwa halbiert, bei stark schwankenden Einzelergebnissen. Botenstoffe des Immunsystems sind uneinheitlich verändert: In einer Studie stiegen 17 Zytokine mit der Krankheitsschwere an, ein kleinerer systematischer Review fand außer TGF-β keinen Botenstoff, der in der Mehrzahl der Studien verändert war. Ob die Befunde Ursache oder Folge sind, ist offen.64,65,66
Hypothese
Mikrogerinnsel (Hypothese)
Eine Übersicht berichtet über Mikrogerinnsel und überaktive Blutplättchen bei Long COVID und ME/CFS. Messverfahren und Bedeutung sind nicht etabliert.53
LC Befund aus Long COVID: Er gilt nicht ohne Weiteres für ME/CFS.
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Beschwerde
Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
Beschwerde oder Befund, mit dem die Ansätze in der Landkarte verbunden sind. Die Linien zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
Verbindungen im Netz
Beschwerde
Schmerzen, Missempfindungen
Beschwerde oder Befund, mit dem die Ansätze in der Landkarte verbunden sind. Die Linien zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
Beschwerde
Beschwerden im Stehen (orthostatische Intoleranz)
Beschwerde oder Befund, mit dem die Ansätze in der Landkarte verbunden sind. Die Linien zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
Verbindungen im Netz
Beschwerde
Erschöpfung (Fatigue)
Beschwerde oder Befund, mit dem die Ansätze in der Landkarte verbunden sind. Die Linien zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
Verbindungen im Netz
- gut belegt von Epstein-Barr-Virus: geht voraus8,61
- gut belegt von Q-Fieber, Ross-River-Virus u. a.: geht voraus61
- gut belegt von SARS-CoV-2: geht voraus7
- widerlegt von Retrovirus XMRV: widerlegt84,85,86
- negativ geprüft von Viruspersistenz / Antigenpersistenz: antivirale Behandlung ohne Nutzen (Long COVID)53,69,70,71
- Hypothese von NK-Zell-Funktion vermindert: Befund bei Erkrankten64,65,66
- Hypothese von Zytokine (uneinheitlich): mit Schwere korreliert64,65,66
- negativ geprüft von B-Zell-Verschiebung: B-Zell-Depletion ohne Nutzen87,88
- Hypothese von Endotheldysfunktion: mit Schwere assoziiert63,75,76
- gut belegt von Autonome Dysfunktion (HRV, POTS): Befund bei Erkrankten62,63
- Hypothese von Darmmikrobiom (weniger Butyrat): korreliert79
- Hypothese von Genetische Veranlagung: familiäre Häufung82,83
Beschwerde
Verschlechterung nach Belastung (PEM)
Beschwerde oder Befund, mit dem die Ansätze in der Landkarte verbunden sind. Die Linien zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
Verbindungen im Netz
- gut belegt von SARS-CoV-2: geht voraus7
- negativ geprüft von Zytokine (uneinheitlich): nach Belastung kein Unterschied66
- Hypothese von Energiestoffwechsel / Mitochondrien: Laborbefund (Zellkultur)72
- Hypothese von Muskelveränderungen nach Belastung (Long COVID): verschlechtert nach PEM (Long COVID)72,73,74
Beschwerde
Verminderte Belastbarkeit
Beschwerde oder Befund, mit dem die Ansätze in der Landkarte verbunden sind. Die Linien zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
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Hypothese
Neuroinflammation (nicht repliziert)
Eine kleine japanische PET-Studie fand Hinweise auf aktivierte Immunzellen im Gehirn; eine kleine niederländische Studie mit demselben Marker fand keine Hinweise auf eine Entzündung. Im Nervenwasser der NIH-Teilnehmenden waren Abbauprodukte und Vorstufen von Botenstoffen wie Dopamin und Noradrenalin vermindert.59,77,78
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Hypothese
Zentrale Katecholamine vermindert
Eine kleine japanische PET-Studie fand Hinweise auf aktivierte Immunzellen im Gehirn; eine kleine niederländische Studie mit demselben Marker fand keine Hinweise auf eine Entzündung. Im Nervenwasser der NIH-Teilnehmenden waren Abbauprodukte und Vorstufen von Botenstoffen wie Dopamin und Noradrenalin vermindert.59,77,78
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- Hypothese zu Autonome Dysfunktion (HRV, POTS): Modellvorstellung der Autoren59
gut belegt
Autonome Dysfunktion (HRV, POTS)
Eine Meta-Analyse aus 64 Arbeiten, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift, fand bei ME/CFS einen im Mittel um etwa 4 Schläge pro Minute höheren Ruhepuls, einen stärkeren Pulsanstieg im Stehen und eine verminderte Herzfrequenzvariabilität. Schäden an kleinen Nervenfasern fanden sich nur bei einem Teil und hingen nicht mit der Belastbarkeit zusammen.62,63
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gut belegt
Small-Fiber-Neuropathie
Eine Meta-Analyse aus 64 Arbeiten, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift, fand bei ME/CFS einen im Mittel um etwa 4 Schläge pro Minute höheren Ruhepuls, einen stärkeren Pulsanstieg im Stehen und eine verminderte Herzfrequenzvariabilität. Schäden an kleinen Nervenfasern fanden sich nur bei einem Teil und hingen nicht mit der Belastbarkeit zusammen.62,63
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Hypothese
Verminderte Vorlast
Eine Studie im Fachjournal Chest wählte für invasive Belastungstests gezielt Menschen mit ME/CFS aus, deren Füllungsdruck des rechten Herzens niedrig war; er lag deutlich unter dem von Kontrollpersonen, ein Hinweis auf zu wenig Blutrückstrom zum Herzen. Wie häufig dieses Muster bei allen Betroffenen ist, lässt sich daraus nicht ablesen. Eine Arbeitsgruppe fand bei der Kipptischuntersuchung eine stärkere Abnahme der Hirndurchblutung, eine kleine Berliner Studie bei einem Teil eine gestörte Funktion der Gefäßinnenhaut.63,75,76
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Hypothese
Hirndurchblutung im Stehen vermindert
Eine Studie im Fachjournal Chest wählte für invasive Belastungstests gezielt Menschen mit ME/CFS aus, deren Füllungsdruck des rechten Herzens niedrig war; er lag deutlich unter dem von Kontrollpersonen, ein Hinweis auf zu wenig Blutrückstrom zum Herzen. Wie häufig dieses Muster bei allen Betroffenen ist, lässt sich daraus nicht ablesen. Eine Arbeitsgruppe fand bei der Kipptischuntersuchung eine stärkere Abnahme der Hirndurchblutung, eine kleine Berliner Studie bei einem Teil eine gestörte Funktion der Gefäßinnenhaut.63,75,76
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Hypothese
Endotheldysfunktion
Eine Studie im Fachjournal Chest wählte für invasive Belastungstests gezielt Menschen mit ME/CFS aus, deren Füllungsdruck des rechten Herzens niedrig war; er lag deutlich unter dem von Kontrollpersonen, ein Hinweis auf zu wenig Blutrückstrom zum Herzen. Wie häufig dieses Muster bei allen Betroffenen ist, lässt sich daraus nicht ablesen. Eine Arbeitsgruppe fand bei der Kipptischuntersuchung eine stärkere Abnahme der Hirndurchblutung, eine kleine Berliner Studie bei einem Teil eine gestörte Funktion der Gefäßinnenhaut.63,75,76
Hypothese
Energiestoffwechsel / Mitochondrien
Mehrere Studien zeigen Hinweise auf eine gestörte Energiegewinnung: Das Aminosäuremuster im Blut von 200 Erkrankten deutete auf eine gestörte Funktion des Enzyms Pyruvatdehydrogenase hin, und T-Zellen zeigten einen veränderten Energiestoffwechsel. Bei Long COVID verschlechterten sich nach einer Belastung, die eine PEM auslöste, Muskelschäden und Stoffwechselstörungen. Ein gemeinsamer Mechanismus ist daraus noch nicht abgeleitet.72,73,74
LC Befund aus Long COVID: Er gilt nicht ohne Weiteres für ME/CFS.
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Hypothese
Muskelveränderungen nach Belastung (Long COVID)
Mehrere Studien zeigen Hinweise auf eine gestörte Energiegewinnung: Das Aminosäuremuster im Blut von 200 Erkrankten deutete auf eine gestörte Funktion des Enzyms Pyruvatdehydrogenase hin, und T-Zellen zeigten einen veränderten Energiestoffwechsel. Bei Long COVID verschlechterten sich nach einer Belastung, die eine PEM auslöste, Muskelschäden und Stoffwechselstörungen. Ein gemeinsamer Mechanismus ist daraus noch nicht abgeleitet.72,73,74
LC Befund aus Long COVID: Er gilt nicht ohne Weiteres für ME/CFS.
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Hypothese
Darmmikrobiom (weniger Butyrat)
Zwei Studien fanden bei ME/CFS weniger Darmbakterien, die die kurzkettige Fettsäure Butyrat bilden. Bei Menschen, die länger als zehn Jahre erkrankt waren, war die Darmflora aber weitgehend nicht mehr verändert; ob die Befunde Ursache oder Folge sind, ist offen.79,80
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- Hypothese zu Erschöpfung (Fatigue): korreliert79
Hypothese
Genetische Veranlagung
In einer kleinen Zwillingsstudie waren eineiige Zwillinge häufiger beide von ungeklärter chronischer Erschöpfung betroffen als zweieiige. In einer großen schwedischen Zwillingsstudie erklärten dagegen vor allem individuelle Umwelteinflüsse die Unterschiede, gefolgt von mäßigen genetischen Einflüssen.82,83
Landkarte diskutierter Mechanismen, keine Ursachenkette; die Linienstärke ist keine Rangfolge. Gut belegt heißt mehrfach gezeigt, nicht ursächlich bewiesen. Befunde, die nur bei Long COVID erhoben wurden, gelten nicht ohne Weiteres für ME/CFS. Negativ geprüft bedeutet hier: Die Behandlung brachte keinen Nutzen, nicht jede Rolle des Ansatzes ist damit ausgeschlossen.
Werte als Tabelle
| Erklärungsansatz | Evidenzgrad | Wichtigster Befund |
|---|---|---|
| Was gesichert ist: Die Ursache ist offen | gesichert | Mechanismen nicht geklärt; Deutung einer veränderten Anstrengungspräferenz umstritten |
| Infektionen als Auslöser | gut belegt | ähnliches Krankheitsbild nach verschiedenen Infektionen |
| Autonome Funktionsstörung | gut belegt | veränderte Herz-Kreislauf-Regulation im Gruppenmittel |
| Veränderungen des Immunsystems | Hypothese | verminderte Funktion natürlicher Killerzellen; Zytokinbefunde uneinheitlich |
| Autoimmunität | Hypothese | Autoantikörper bei einer Untergruppe; Tiermodell zu Long COVID |
| Fortbestehende oder reaktivierte Viren | Hypothese | Virusreste und Herpesvirus-Reaktivierung diskutiert; antivirale Studien bei Long COVID negativ |
| Energiestoffwechsel und Mitochondrien | Hypothese | Hinweise auf gestörte Energiegewinnung in Blut, Immunzellen und Muskel |
| Gefäße und Durchblutung | Hypothese | niedriger Füllungsdruck in einer gezielt ausgewählten Gruppe; Gefäßinnenhaut- und Hirndurchblutungsbefunde |
| Mikrogerinnsel | Hypothese | Mikrogerinnsel bei Long COVID und ME/CFS berichtet |
| Entzündung und Botenstoffe im Gehirn | Hypothese | Entzündungszeichen im Gehirn in einer Studie, in einer zweiten nicht |
| Darmmikrobiom | Hypothese | weniger butyratbildende Darmbakterien |
| Komplementsystem bei Long COVID | Hypothese | Komplement-Fehlaktivierung bei aktivem Long COVID |
| Erbliche Faktoren | Hypothese | familiäre Häufung in Zwillingsstudien, Umwelteinflüsse überwiegen |
| Retrovirus XMRV als Ursache | widerlegt | Retrovirus-Befund nicht bestätigt, Arbeit zurückgezogen |
Quellen 2,7,8,42,53,59,60,61,62,63,64,65,66,68,69,70,71,72,73,74,75,76,77,78,79,80,81,82,83,84,85,86,87,88
Erklärvideo · 27 s
Pathophysiologie: Hypothesen und ihr Evidenzgrad
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Wie ME/CFS entsteht, ist noch nicht geklärt. Mehrfach gezeigt wurde, dass die Erkrankung oft nach Infektionen beginnt und die Kreislaufregulation im Gruppenmittel verändert ist. Weitere Spuren führen zum Immunsystem und zum Energiestoffwechsel der Zellen. Das sind bislang Hypothesen, keine bewiesenen Ursachen. Eine früher vermutete Ursache, das Retrovirus XMRV, ist widerlegt.5,8,59,60,61,62,63,64,65,66,72,73,74,84,85,86
Was ist Pacing und wie funktioniert Energiemanagement?
Laut NICE lassen sich die Beschwerden bei ME/CFS behandeln, eine heilende Therapie gibt es derzeit aber nicht, weder ein Medikament noch eine andere Behandlung. Energiemanagement ist eine Selbstmanagement-Strategie: Die Betroffenen steuern selbst, unterstützt von Fachleuten eines spezialisierten Teams; heilend ist sie ausdrücklich nicht.1
Wie Energiemanagement praktisch aussieht
Als ersten Schritt empfiehlt NICE, gemeinsam ein dauerhaft durchhaltbares Aktivitätsniveau festzulegen, notfalls niedriger als bisher. Ruhe- und Aktivitätsphasen werden geplant, mit Pausen vor Erreichen der Grenze, und Tätigkeiten in kleine Abschnitte geteilt. Automatisch gesteigert wird nie; angepasst wird nach oben erst nach einer stabilen Phase, nach unten bei Verschlechterung.1
Bei einer vorübergehenden Verschlechterung rät NICE, mögliche Auslöser wie Infekte oder Überanstrengung zu suchen und die Aktivität vorübergehend zu senken.1
Was die Studien zeigen
Dass Energiemanagement eines der wichtigsten Werkzeuge ist, beruht laut NICE auf der Erfahrung des Leitlinienkomitees, nicht auf großen Wirksamkeitsstudien. Das IQWiG fand in den zwei auswertbaren Studien zu Selbstmanagement gegenüber Standardversorgung keine statistisch signifikanten Gruppenunterschiede.1,5 In der britischen PACE-Studie brachte eine adaptive Pacing-Therapie zusätzlich zur fachärztlichen Standardversorgung nach einem Jahr keinen messbaren Zusatznutzen; die Studie nutzte allerdings die Oxford-Kriterien.89

Erklärvideo · 28 s
Pacing: Energie einteilen
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Eine heilende Behandlung gibt es derzeit nicht. Die britische Leitlinie NICE setzt auf Energiemanagement, auch Pacing genannt. Gemeinsam mit Fachleuten legen Sie ein Aktivitätsniveau fest, das Sie dauerhaft durchhalten können. Pausen liegen vor der Belastungsgrenze. Angepasst wird erst nach einer stabilen Phase, nie automatisch. Die Empfehlung beruht auf Erfahrung, nicht auf großen Wirksamkeitsstudien.1,5
Wie werden einzelne Symptome behandelt?
Menschen mit ME/CFS vertragen Medikamente laut NICE oft schlechter; Behandlungen sollen vorsichtig begonnen und nur langsam gesteigert werden.1
Schlaf
NICE empfiehlt eine individuelle Schlafberatung, die typische Veränderungen wie unterbrochenen Schlaf oder einen verschobenen Rhythmus berücksichtigt; Studienbelege dafür fand das Komitee nicht.1 Liegt zusätzlich eine eigenständige Schlafstörung wie eine Schlafapnoe vor, kann deren Behandlung helfen; die ME/CFS-Beschwerden bleiben laut CDC aber meist bestehen.6
Kreislauf im Stehen
Bei POTS nennt eine JAMA-Übersicht als erste Stufe nichtmedikamentöse Maßnahmen, darunter mehr Flüssigkeit und Salz, Kompressionskleidung für den Unterkörper und das Meiden von Hitze und langem Stehen; ob das passt, klärt die Ärztin oder der Arzt.31 Medikamente gegen orthostatische Intoleranz sollen bei ME/CFS nach NICE nur von erfahrenen Fachleuten verordnet oder überwacht werden, weil sie andere ME/CFS-Beschwerden verschlechtern können.1
Schmerzen
Schmerzen sollen nach den üblichen Standards abgeklärt und behandelt werden; für spezielle Schmerzbehandlungen bei ME/CFS fand NICE keine ausreichenden Belege.1
Seelische Begleitbeschwerden
Bis zur Hälfte der Menschen mit ME/CFS entwickelt laut CDC im Krankheitsverlauf eine Depression; sie soll erkannt und behandelt werden. Die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Depression oder Angst kann helfen, beseitigt die ME/CFS aber nicht.6
Ernährung und Nahrungsergänzung
Für die routinemäßige Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen gibt es laut NICE nicht genug Belege. Wer das Haus oder Bett nicht verlassen kann, hat aber ein Risiko für Vitamin-D-Mangel.1
Helfen Aktivierungs- und Verhaltenstherapie? Stand nach NICE 2021
NICE rät ausdrücklich von Programmen mit festen, schrittweisen Steigerungen der körperlichen Aktivität ab, auch von der Graded Exercise Therapy (GET), und ebenso von Bewegungsprogrammen, die auf der Annahme beruhen, Dekonditionierung und Bewegungsvermeidung hielten ME/CFS aufrecht.1
Ein persönliches Bewegungsprogramm kommt nach NICE nur infrage, wenn Betroffene es selbst wünschen, begleitet von Physiotherapie aus einem ME/CFS-Team.1
Kognitive Verhaltenstherapie
Kognitive Verhaltenstherapie soll laut NICE nur unterstützend angeboten werden, um mit den Beschwerden umzugehen, nicht als heilende Behandlung; sie geht nicht davon aus, dass „abnorme“ Krankheitsüberzeugungen die Ursache sind.1
Bewertung durch das IQWiG
Für leichte bis mittelgradige ME/CFS fand das IQWiG kurz- und mittelfristig einen Anhaltspunkt, die schwächste Aussagesicherheit, für einen Nutzen der kognitiven Verhaltenstherapie, langfristig nicht. Für GET war keine verlässliche Abwägung von Nutzen und Schaden möglich, weil ein Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden kann.5 Für schwerer Erkrankte ist weder zu GET noch zu kognitiver Verhaltenstherapie eine Nutzenaussage möglich, weil Daten fehlen.5
Warum Quellen sich widersprechen
In der britischen PACE-Studie mit 641 Teilnehmenden lag die Erschöpfung nach 52 Wochen mit kognitiver Verhaltenstherapie um 3,4 und mit GET um 3,2 Punkte niedriger als unter alleiniger Standardversorgung. Die Hauptendpunkte bewerteten die Teilnehmenden aber selbst, und sie wussten, welche Behandlung sie erhielten; das IQWiG bemängelt zudem, dass die Ansprechkriterien nachträglich geändert wurden.5,89
Ein Cochrane-Review mit insgesamt acht randomisierten Studien und 1518 Teilnehmenden fand 2019, dass Bewegungstherapie gegenüber passiver Kontrolle die Erschöpfung zum Behandlungsende wahrscheinlich verringert. Alle Studien nutzten aber die Fukuda- oder Oxford-Kriterien; bei Kriterien mit PEM als Pflichtsymptom können die Effekte anders ausfallen, und ob schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, ist unsicher.90 Die Fassung von 2024 berücksichtigt nur Studien aus Suchen bis 9. Mai 2014; eine geplante Neubearbeitung wurde eingestellt.91
Jede Karte steht für sich: eigene Frage, eigene Gruppe, eigener Zeitraum, eigenes Maß. Keine Rangfolge.
- The Lancet2011
PACE-Studie (White 2011)
Einordnung: umstritten
641 Teilnehmende
Erschöpfung (Chalder-Skala) nach 52 Wochen, selbst bewertet
- Cochrane Database of Systematic Reviews2019
Cochrane-Review Bewegungstherapie (Larun 2019)
Einordnung: umstritten
1.518 Teilnehmende im Review
Erschöpfung zum Behandlungsende gegenüber passiver Kontrolle (standardisierte Mittelwertdifferenz; 7 Studien, 840 Teilnehmende)
Studie 1 von 2
PACE-Studie (White 2011)
- Wer und was
- Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom nach Oxford-Kriterien; kognitive Verhaltenstherapie, GET oder adaptive Pacing-Therapie jeweils zusätzlich zur Standardversorgung
- Umfang
- 641 Teilnehmende
- Endpunkt
- Erschöpfung (Chalder-Skala) nach 52 Wochen, selbst bewertet
- Ergebnis
- Erschöpfung mit kognitiver Verhaltenstherapie um 3,4 und mit GET um 3,2 Punkte niedriger als unter Standardversorgung allein; adaptive Pacing-Therapie ohne messbaren Zusatznutzen.89
- Grenzen
- Selbst bewertete Endpunkte ohne Verblindung; Ansprechkriterien nachträglich geändert (IQWiG); Oxford-Kriterien ohne PEM-Pflicht.
Studie 2 von 2
Cochrane-Review Bewegungstherapie (Larun 2019)
- Wer und was
- Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom nach Fukuda- oder Oxford-Kriterien; Bewegungstherapie gegenüber passiver Kontrolle (Review insgesamt: acht randomisierte Studien)
- Umfang
- 8 Studien im Review · 1.518 Teilnehmende im Review · 7 Studien im Endpunkt · 840 Teilnehmende im Endpunkt
- Endpunkt
- Erschöpfung zum Behandlungsende gegenüber passiver Kontrolle (standardisierte Mittelwertdifferenz; 7 Studien, 840 Teilnehmende)
- Ergebnis
- Standardisierte Mittelwertdifferenz -0,66; Erschöpfung wahrscheinlich verringert, moderate Vertrauenswürdigkeit.90
- Grenzen
- Keine Studie mit PEM als Pflichtkriterium; Nebenwirkungen unsicher; Suche nur bis 2014, Neubearbeitung eingestellt.
Welche Therapien werden erforscht?
Rituximab: negative Phase-III-Studie
Eine kleine norwegische Vorstudie mit 30 Patientinnen und Patienten berichtete eine Besserung unter Rituximab, ihr vorab festgelegter Hauptendpunkt war jedoch negativ. Die große Phase-III-Studie RituxME mit 151 Teilnehmenden fand dann keinen Nutzen: Unter Placebo sprachen 35,1 Prozent an, unter Rituximab 26,0 Prozent, und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten unter Rituximab häufiger auf.87,88
Immunadsorption: bisher ohne Kontrollgruppe
Bei der Immunadsorption werden Antikörper aus dem Blut entfernt. In einer kleinen Charité-Studie ohne Kontrollgruppe mit 20 Menschen mit Post-COVID-ME/CFS und erhöhten Autoantikörpern verbesserten sich 14 um mindestens 10 Punkte im körperlichen Funktionswert; die Autorinnen und Autoren formulieren vorsichtig, das Verfahren „könnte“ die Beschwerden bessern. Eine zweite kleine deutsche Beobachtungsstudie mit 12 Betroffenen, ebenfalls ohne Kontrollgruppe, fand keine signifikante Besserung der selbst berichteten Beschwerden und der ME/CFS-Fragebogenwerte; verbessert waren einzelne neuropsychologische Werte und geringfügig die Handkraft.36,93 Eine scheinkontrollierte Studie (IA-PACS-CFS) mit 66 Teilnehmenden ist laut Studienregister seit Oktober 2025 abgeschlossen; Ergebnisse waren dort beim Abruf am 8. Oktober 2026 nicht eingetragen.94
BC007 (Rovunaptabin)
In der Erlanger Phase-IIa-Studie reCOVer erhielten 30 Menschen mit Post-COVID-Syndrom und bestimmten Autoantikörpern Rovunaptabin (BC007) oder Placebo; Hauptziel war die Sicherheit. Bei Nebenzielen wie der Erschöpfung zeigten sich Verbesserungen, die die Autorinnen und Autoren in größeren Studien bestätigt sehen wollen.95 Eine größere Phase-II-Studie mit 119 Long-COVID-Betroffenen (BLOC) zeigte nach einer Pressemitteilung, die die Erlanger Arbeitsgruppe zitiert, beim Hauptziel keinen Vorteil gegenüber Placebo. Ihre Ergebnisse sind nicht veröffentlicht; auch im Studienregister waren beim Abruf am 8. Oktober 2026 keine eingetragen.95,96
Niedrig dosiertes Naltrexon (LDN)
Zu niedrig dosiertem Naltrexon (LDN) fand eine systematische Übersicht bei Long COVID keine einzige randomisierte Studie, nur vier Vorher-Nachher-Studien mit zusammen 155 Personen. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist laut den Autorinnen und Autoren gering.97
Eine randomisierte Studie zu LDN bei ME/CFS fand die Recherche für diesen Beitrag nicht.
Antivirale und weitere Verfahren bei Long COVID
Bei Long COVID brachte das antivirale Mittel Nirmatrelvir-Ritonavir in zwei randomisierten Studien mit 155 und 964 Teilnehmenden (davon 959 ausgewertet) keinen Nutzen gegenüber Placebo.70,71 Auch zehn Sitzungen hyperbarer Sauerstofftherapie und eine Vagusnervstimulation über das Ohr waren in kleineren Studien bei Long COVID einer Scheinbehandlung nicht überlegen.98,99
Off-Label-Stand in Deutschland
Der G-BA hat am 2. April 2026 für vier Wirkstoffe den Off-Label-Use zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung geregelt, in Kraft seit 11. Juni 2026: Ivabradin, Agomelatin und Vortioxetin bei bestimmten Beschwerden von Long/Post-COVID, Metformin zur Vorbeugung bei akuter Infektion und Übergewicht. Nur einer davon, Agomelatin gegen Fatigue, ist ausdrücklich auch für Erwachsene mit postinfektiöser ME/CFS vorgesehen, und zwar nur unter den Bedingungen der Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI; die Leberfunktion muss überwacht werden (Stand: Abruf 8. Oktober 2026).26,27,28 Zu Vortioxetin hat der G-BA am 8. September 2026 einen Änderungsbeschluss gefasst, weil ein pharmazeutischer Unternehmer seine Zustimmung widerrufen hat. Er tritt erst nach Nichtbeanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft und war beim Abruf noch nicht in Kraft; die ursprüngliche Regelung gilt seit 11. Juni 2026 (Stand: Abruf 8. Oktober 2026).27 Speziell für Long/Post-COVID ist bisher kein Arzneimittel zugelassen (Stand: Abruf 8. Oktober 2026).26
Jede Karte steht für sich: eigene Frage, eigene Gruppe, eigener Zeitraum, eigenes Maß. Keine Rangfolge.
- Annals of Internal Medicine2019
RituxME: Rituximab, Phase III (Fluge 2019)
Einordnung: negativ (randomisiert)
151 Teilnehmende
Ansprechen (Erschöpfungswerte)
- The Lancet Regional Health, Europe2025
Immunadsorption bei Post-COVID-ME/CFS (Stein 2025)
Einordnung: Hypothese
20 Teilnehmende
Körperlicher Funktionswert (SF-36), vier Wochen nach Immunadsorption
- eClinicalMedicine2025
reCOVer: Rovunaptabin (BC007), Phase IIa (Hohberger 2025)
Einordnung: Hypothese
30 Teilnehmende
Sicherheit (Hauptziel); Erschöpfung und Funktionsniveau (Nebenziele)
- BMJ Open2026
Systematische Übersicht LDN bei Long COVID (Byambasuren 2026)
Einordnung: Hypothese
155 Personen
Erschöpfung, Schmerz, Konzentration
- The Lancet Infectious Diseases2026
RECOVER-VITAL: Nirmatrelvir-Ritonavir (Baden 2026)
Einordnung: negativ (randomisiert)
964 randomisiert
Klinisch bedeutsame Änderung patientenberichteter Werte je Phänotyp an Tag 90 (Hauptendpunkt)
- JAMA Internal Medicine2024
STOP-PASC: Nirmatrelvir-Ritonavir (Geng 2024)
Einordnung: negativ (randomisiert)
155 Teilnehmende
Schwere der Kernbeschwerden nach 10 Wochen
Studie 1 von 6
RituxME: Rituximab, Phase III (Fluge 2019)
- Wer und was
- Menschen mit ME/CFS nach Kanadischen Konsenskriterien; Rituximab über zwölf Monate gegenüber Placebo
- Umfang
- 151 Teilnehmende
- Endpunkt
- Ansprechen (Erschöpfungswerte)
- Ergebnis
- Ansprechen 26,0 Prozent unter Rituximab, 35,1 Prozent unter Placebo: kein Nutzen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse 26,0 gegenüber 18,9 Prozent.88
- Grenzen
- Negative Studie; der Befund einer kleinen Vorstudie bestätigte sich nicht.
Studie 2 von 6
Immunadsorption bei Post-COVID-ME/CFS (Stein 2025)
- Wer und was
- Menschen mit Post-COVID-ME/CFS und erhöhten Autoantikörpern, Charité; Immunadsorption, Vergleich mit dem Ausgangswert
- Umfang
- 20 Teilnehmende
- Endpunkt
- Körperlicher Funktionswert (SF-36), vier Wochen nach Immunadsorption
- Ergebnis
- Nach vier Wochen im Mittel 17,75 Punkte besser; 14 von 20 verbesserten sich um mindestens 10 Punkte.36
- Grenzen
- Kleine Studie ohne Kontroll- oder Scheingruppe; experimentell. Eine scheinkontrollierte Studie ist abgeschlossen, Ergebnisse ausstehend.
Studie 3 von 6
reCOVer: Rovunaptabin (BC007), Phase IIa (Hohberger 2025)
- Wer und was
- Menschen mit Post-COVID-Syndrom und bestimmten Autoantikörpern, Erlangen; Rovunaptabin gegenüber Placebo
- Umfang
- 30 Teilnehmende
- Endpunkt
- Sicherheit (Hauptziel); Erschöpfung und Funktionsniveau (Nebenziele)
- Ergebnis
- Verbesserungen bei Nebenzielen wie der Erschöpfung; Bestätigung in größeren Studien nötig.95
- Grenzen
- Kleine Studie bei Post-COVID, nicht nach ME/CFS-Kriterien; experimentell. Eine größere Studie (BLOC) verfehlte laut Pressemitteilung ihr Hauptziel, Daten unveröffentlicht.
Studie 4 von 6
Systematische Übersicht LDN bei Long COVID (Byambasuren 2026)
- Wer und was
- Menschen mit Long COVID; niedrig dosiertes Naltrexon, Vorher-Nachher-Vergleich
- Umfang
- 0 randomisierte Studien · 4 Vorher-nachher-Studien · 155 Personen
- Endpunkt
- Erschöpfung, Schmerz, Konzentration
- Ergebnis
- Keine randomisierte Studie; gepoolte Vorher-Nachher-Daten deuten auf weniger Erschöpfung hin, bei geringer Vertrauenswürdigkeit.97
- Grenzen
- Long COVID, nicht ME/CFS; keine Kontrollgruppen; Fachjournal BMJ Open.
Studie 5 von 6
RECOVER-VITAL: Nirmatrelvir-Ritonavir (Baden 2026)
- Wer und was
- Menschen mit Long COVID an 69 US-Zentren; Nirmatrelvir-Ritonavir über 15 oder 25 Tage gegenüber Placebo
- Umfang
- 964 randomisiert · 959 ausgewertet
- Endpunkt
- Klinisch bedeutsame Änderung patientenberichteter Werte je Phänotyp an Tag 90 (Hauptendpunkt)
- Ergebnis
- Kein Nutzen gegenüber Placebo.71
- Grenzen
- Long COVID, nicht ME/CFS.
Studie 6 von 6
STOP-PASC: Nirmatrelvir-Ritonavir (Geng 2024)
- Wer und was
- Menschen mit Long COVID; Nirmatrelvir-Ritonavir über 15 Tage gegenüber Placebo
- Umfang
- 155 Teilnehmende
- Endpunkt
- Schwere der Kernbeschwerden nach 10 Wochen
- Ergebnis
- Keine stärkere Besserung als unter Placebo.70
- Grenzen
- Long COVID, nicht ME/CFS. Zur Studie ist eine Korrektur einer Abbildung erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen wurde; Abbildungswerte werden hier nicht verwendet.
Behandlungsansätze und ihre Studienlage
Jede Kachel zeigt den Stand so, wie er im Text belegt ist. Es ist keine Rangfolge der Verfahren: Population, Kriterien und Endpunkte unterscheiden sich. Kachel anklicken für Einzelheiten.
von NICE empfohlen
Energiemanagement (Pacing)
- Studienlage
- Erfahrung des NICE-Komitees; zwei auswertbare Studien ohne signifikanten Unterschied (IQWiG)
- Einordnung
- Grundlage im Umgang mit der Erkrankung, nicht heilend
Als ersten Schritt empfiehlt NICE, gemeinsam ein dauerhaft durchhaltbares Aktivitätsniveau festzulegen, notfalls niedriger als bisher.1
symptomatisch
Behandlung einzelner Beschwerden (Schlaf, Schmerz, Kreislauf im Stehen)
- Studienlage
- überwiegend Konsens, kaum Studien bei ME/CFS
- Einordnung
- vorsichtig beginnen, langsam steigern
Behandlungen sollen vorsichtig begonnen und nur langsam gesteigert werden.1
Quellen 1
nur unterstützend
Kognitive Verhaltenstherapie
- Studienlage
- Anhaltspunkt für kurz- und mittelfristigen Nutzen bei leichter bis mittelgradiger ME/CFS (IQWiG)
- Einordnung
- nur unterstützend, nicht heilend (NICE)
Kognitive Verhaltenstherapie soll laut NICE nur unterstützend angeboten werden, um mit den Beschwerden umzugehen, nicht als heilende Behandlung1
NICE rät ab
Graded Exercise Therapy (GET)
- Studienlage
- keine verlässliche Abwägung von Nutzen und Schaden möglich (IQWiG)
- Einordnung
- NICE rät ab
NICE rät ausdrücklich von Programmen mit festen, schrittweisen Steigerungen der körperlichen Aktivität ab, auch von der Graded Exercise Therapy (GET)1
umstritten
PACE-Studie (White 2011)
- Studienlage
- Selbst bewertete Endpunkte ohne Verblindung; Ansprechkriterien nachträglich geändert (IQWiG); Oxford-Kriterien ohne PEM-Pflicht.
- Einordnung
- umstritten
In der britischen PACE-Studie mit 641 Teilnehmenden lag die Erschöpfung nach 52 Wochen mit kognitiver Verhaltenstherapie um 3,4 und mit GET um 3,2 Punkte niedriger als unter alleiniger Standardversorgung.5,89
- Studie
- PACE-Studie (White 2011)89
- Teilnehmende
- 641
- Gemessen wurde
- Erschöpfung (Chalder-Skala) nach 52 Wochen, selbst bewertet
- Ergebnis
- Erschöpfung mit kognitiver Verhaltenstherapie um 3,4 und mit GET um 3,2 Punkte niedriger als unter Standardversorgung allein; adaptive Pacing-Therapie ohne messbaren Zusatznutzen.
- Grenzen
- Selbst bewertete Endpunkte ohne Verblindung; Ansprechkriterien nachträglich geändert (IQWiG); Oxford-Kriterien ohne PEM-Pflicht.
umstritten
Cochrane-Review Bewegungstherapie (Larun 2019)
- Studienlage
- Keine Studie mit PEM als Pflichtkriterium; Nebenwirkungen unsicher; Suche nur bis 2014, Neubearbeitung eingestellt.
- Einordnung
- umstritten
Ein Cochrane-Review mit insgesamt acht randomisierten Studien und 1518 Teilnehmenden fand 2019, dass Bewegungstherapie gegenüber passiver Kontrolle die Erschöpfung zum Behandlungsende wahrscheinlich verringert.90
- Studie
- Cochrane-Review Bewegungstherapie (Larun 2019)90
- Teilnehmende
- 8 Studien mit 1518 Teilnehmenden; zum Endpunkt 7 Studien mit 840
- Gemessen wurde
- Erschöpfung zum Behandlungsende gegenüber passiver Kontrolle (standardisierte Mittelwertdifferenz; 7 Studien, 840 Teilnehmende)
- Ergebnis
- Standardisierte Mittelwertdifferenz -0,66; Erschöpfung wahrscheinlich verringert, moderate Vertrauenswürdigkeit.
- Grenzen
- Keine Studie mit PEM als Pflichtkriterium; Nebenwirkungen unsicher; Suche nur bis 2014, Neubearbeitung eingestellt.
Quellen 90
negativ geprüft
Rituximab
- Studienlage
- große randomisierte Studie ohne Nutzen
- Einordnung
- negativ
Die große Phase-III-Studie RituxME mit 151 Teilnehmenden fand dann keinen Nutzen87,88
- Studie
- RituxME: Rituximab, Phase III (Fluge 2019)88
- Teilnehmende
- 151
- Gemessen wurde
- Ansprechen (Erschöpfungswerte)
- Ergebnis
- Ansprechen 26,0 Prozent unter Rituximab, 35,1 Prozent unter Placebo: kein Nutzen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse 26,0 gegenüber 18,9 Prozent.
- Grenzen
- Negative Studie; der Befund einer kleinen Vorstudie bestätigte sich nicht.
experimentell
Immunadsorption
- Studienlage
- kleine Studien ohne Kontrollgruppe; scheinkontrollierte Studie abgeschlossen, Ergebnisse ausstehend
- Einordnung
- experimentell
Bei der Immunadsorption werden Antikörper aus dem Blut entfernt.36,93
- Studie
- Immunadsorption bei Post-COVID-ME/CFS (Stein 2025)36
- Teilnehmende
- 20
- Gemessen wurde
- Körperlicher Funktionswert (SF-36), vier Wochen nach Immunadsorption
- Ergebnis
- Nach vier Wochen im Mittel 17,75 Punkte besser; 14 von 20 verbesserten sich um mindestens 10 Punkte.
- Grenzen
- Kleine Studie ohne Kontroll- oder Scheingruppe; experimentell. Eine scheinkontrollierte Studie ist abgeschlossen, Ergebnisse ausstehend.
experimentell
Rovunaptabin (BC007)
- Studienlage
- kleine Phase-IIa-Studie bei Post-COVID, Hauptziel Sicherheit; größere Studie laut Pressemitteilung ohne Vorteil beim Hauptziel, Daten unveröffentlicht
- Einordnung
- experimentell
Hauptziel war die Sicherheit.95
- Studie
- reCOVer: Rovunaptabin (BC007), Phase IIa (Hohberger 2025)95
- Teilnehmende
- 30
- Gemessen wurde
- Sicherheit (Hauptziel); Erschöpfung und Funktionsniveau (Nebenziele)
- Ergebnis
- Verbesserungen bei Nebenzielen wie der Erschöpfung; Bestätigung in größeren Studien nötig.
- Grenzen
- Kleine Studie bei Post-COVID, nicht nach ME/CFS-Kriterien; experimentell. Eine größere Studie (BLOC) verfehlte laut Pressemitteilung ihr Hauptziel, Daten unveröffentlicht.
experimentell
Niedrig dosiertes Naltrexon (LDN)
- Studienlage
- bei Long COVID keine randomisierte Studie, vier Vorher-Nachher-Studien
- Einordnung
- experimentell
fand eine systematische Übersicht bei Long COVID keine einzige randomisierte Studie, nur vier Vorher-Nachher-Studien mit zusammen 155 Personen97
- Studie
- Systematische Übersicht LDN bei Long COVID (Byambasuren 2026)97
- Gemessen wurde
- Erschöpfung, Schmerz, Konzentration
- Ergebnis
- Keine randomisierte Studie; gepoolte Vorher-Nachher-Daten deuten auf weniger Erschöpfung hin, bei geringer Vertrauenswürdigkeit.
- Grenzen
- Long COVID, nicht ME/CFS; keine Kontrollgruppen; Fachjournal BMJ Open.
Quellen 97
Off-Label (G-BA)
Agomelatin
- Studienlage
- Off-Label für Erwachsene verordnungsfähig seit 11. Juni 2026, nur unter den Bedingungen der Anlage VI
- Einordnung
- Off-Label; Leberwerte überwachen
Nur einer davon, Agomelatin gegen Fatigue, ist ausdrücklich auch für Erwachsene mit postinfektiöser ME/CFS vorgesehen, und zwar nur unter den Bedingungen der Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI; die Leberfunktion muss überwacht werden26,27,28
negativ geprüft (Long COVID)
Nirmatrelvir-Ritonavir
- Studienlage
- zwei randomisierte Studien bei Long COVID ohne Nutzen
- Einordnung
- Long COVID, nicht ME/CFS
Bei Long COVID brachte das antivirale Mittel Nirmatrelvir-Ritonavir in zwei randomisierten Studien mit 155 und 964 Teilnehmenden (davon 959 ausgewertet) keinen Nutzen gegenüber Placebo.70,71
- Studie
- RECOVER-VITAL: Nirmatrelvir-Ritonavir (Baden 2026)71
- Teilnehmende
- 964 randomisiert, 959 ausgewertet
- Gemessen wurde
- Klinisch bedeutsame Änderung patientenberichteter Werte je Phänotyp an Tag 90 (Hauptendpunkt)
- Ergebnis
- Kein Nutzen gegenüber Placebo.
- Grenzen
- Long COVID, nicht ME/CFS.
- empfohlen
- symptomatisch
- Off-Label
- experimentell
- negativ geprüft oder abgeraten
- umstritten
Keine Dosierungen, keine Empfehlung experimenteller Verfahren. Mehrere Verfahren wurden bei Long COVID geprüft, nicht bei ME/CFS; Befunde gelten nicht ohne Weiteres für ME/CFS.
Werte als Tabelle
| Ansatz | Studienlage | Einordnung |
|---|---|---|
| Energiemanagement (Pacing) | Erfahrung des NICE-Komitees; zwei auswertbare Studien ohne signifikanten Unterschied (IQWiG) | Grundlage im Umgang mit der Erkrankung, nicht heilend |
| Behandlung einzelner Beschwerden (Schlaf, Schmerz, Kreislauf im Stehen) | überwiegend Konsens, kaum Studien bei ME/CFS | vorsichtig beginnen, langsam steigern |
| Kognitive Verhaltenstherapie | Anhaltspunkt für kurz- und mittelfristigen Nutzen bei leichter bis mittelgradiger ME/CFS (IQWiG) | nur unterstützend, nicht heilend (NICE) |
| Graded Exercise Therapy (GET) | keine verlässliche Abwägung von Nutzen und Schaden möglich (IQWiG) | NICE rät ab |
| PACE-Studie (White 2011) | Selbst bewertete Endpunkte ohne Verblindung; Ansprechkriterien nachträglich geändert (IQWiG); Oxford-Kriterien ohne PEM-Pflicht. | umstritten |
| Cochrane-Review Bewegungstherapie (Larun 2019) | Keine Studie mit PEM als Pflichtkriterium; Nebenwirkungen unsicher; Suche nur bis 2014, Neubearbeitung eingestellt. | umstritten |
| Rituximab | große randomisierte Studie ohne Nutzen | negativ |
| Immunadsorption | kleine Studien ohne Kontrollgruppe; scheinkontrollierte Studie abgeschlossen, Ergebnisse ausstehend | experimentell |
| Rovunaptabin (BC007) | kleine Phase-IIa-Studie bei Post-COVID, Hauptziel Sicherheit; größere Studie laut Pressemitteilung ohne Vorteil beim Hauptziel, Daten unveröffentlicht | experimentell |
| Niedrig dosiertes Naltrexon (LDN) | bei Long COVID keine randomisierte Studie, vier Vorher-Nachher-Studien | experimentell |
| Agomelatin | Off-Label für Erwachsene verordnungsfähig seit 11. Juni 2026, nur unter den Bedingungen der Anlage VI | Off-Label; Leberwerte überwachen |
| Nirmatrelvir-Ritonavir | zwei randomisierte Studien bei Long COVID ohne Nutzen | Long COVID, nicht ME/CFS |
Vergleichstabelle mit allen Fußnoten, Behandlungsansätze und Studienlage
| Ansatz | Studienlage | Einordnung |
|---|---|---|
| Energiemanagement (Pacing) | Erfahrung des NICE-Komitees; zwei auswertbare Studien ohne signifikanten Unterschied (IQWiG) | Grundlage im Umgang mit der Erkrankung, nicht heilend1,5 |
| Behandlung einzelner Beschwerden (Schlaf, Schmerz, Kreislauf im Stehen) | überwiegend Konsens, kaum Studien bei ME/CFS | vorsichtig beginnen, langsam steigern1 |
| Kognitive Verhaltenstherapie | Anhaltspunkt für kurz- und mittelfristigen Nutzen bei leichter bis mittelgradiger ME/CFS (IQWiG) | nur unterstützend, nicht heilend (NICE)1,5 |
| Graded Exercise Therapy (GET) | keine verlässliche Abwägung von Nutzen und Schaden möglich (IQWiG) | NICE rät ab1,5 |
| Rituximab | große randomisierte Studie ohne Nutzen | negativ87,88 |
| Immunadsorption | kleine Studien ohne Kontrollgruppe; scheinkontrollierte Studie abgeschlossen, Ergebnisse ausstehend | experimentell36,93,94 |
| Rovunaptabin (BC007) | kleine Phase-IIa-Studie bei Post-COVID, Hauptziel Sicherheit; größere Studie laut Pressemitteilung ohne Vorteil beim Hauptziel, Daten unveröffentlicht | experimentell95,96 |
| Niedrig dosiertes Naltrexon (LDN) | bei Long COVID keine randomisierte Studie, vier Vorher-Nachher-Studien | experimentell97 |
| Agomelatin | Off-Label für Erwachsene verordnungsfähig seit 11. Juni 2026, nur unter den Bedingungen der Anlage VI | Off-Label; Leberwerte überwachen26,27,28 |
| Nirmatrelvir-Ritonavir | zwei randomisierte Studien bei Long COVID ohne Nutzen | Long COVID, nicht ME/CFS70,71 |
Keine Bewertung der Verfahren gegeneinander: Studien unterscheiden sich in Population, Kriteriensatz und Endpunkt. Keine Dosierungen; experimentelle Verfahren sind keine Empfehlung.1,5,26,27,28,36,70,71,87,88,93,94,95,96,97
Wie kann der Alltag mit ME/CFS gelingen?
Menschen mit ME/CFS erleben nach dem IQWiG auch im Vergleich zu anderen chronischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose stärkere funktionelle Einschränkungen.5
Arbeit und Ausbildung
Wenn die Erkrankung schwer ist

Schwer Betroffene brauchen laut NICE oft einen dunklen, ruhigen Raum; Untersuchungen sollen dann als Hausbesuch stattfinden. Hilfsmittel wie Rollstuhl oder Treppenlift sollen erwogen werden, um Selbstständigkeit zu erhalten.1 Ungeeignete Reha-Maßnahmen können die Beschwerden verstärken; wichtig ist laut IQWiG ein Angebot, das auf die Erkrankung zugeschnitten ist.5
Angehörige

Die Erkrankung ist laut DEGAM-Leitlinie häufig so schwer, dass erhebliche Pflegebedürftigkeit entstehen kann; auch Angehörige brauchen häufig Unterstützung und Beratung.8
Seelische Belastung
Eine schwere chronische Erkrankung kann seelisch sehr belasten. Gedanken an Selbsttötung sollten Sie offen ansprechen. Hilfe: TelefonSeelsorge kostenfrei 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, bei akuter Gefahr Notruf 112, außerhalb der Sprechzeiten Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117.3,4
- 112Notruf bei akuter Gefahr
- 0800 111 0 111TelefonSeelsorge, kostenfrei, rund um die Uhr
- 0800 111 0 222TelefonSeelsorge, kostenfrei, rund um die Uhr
- 116 123TelefonSeelsorge, kostenfrei
- 116 117Ärztlicher Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechzeiten
Stand der Nummern: 05.10.20263,4. Die Privatpraxis NEVPAZ ist kein Notdienst.
Abklärung anhaltender Erschöpfung bei NEVPAZ in Hamburg
Anhaltende Erschöpfung kann viele Ursachen haben, von Schilddrüse und Schlaf über Depression bis zu neurologischen Erkrankungen. Die Privatpraxis NEVPAZ am Dammtorwall 7a in 20354 Hamburg vereint Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie in einer Praxis; Ziel der Abklärung von Erschöpfung ist es, behandelbare Ursachen zu erkennen.
Termine sind vor Ort in Hamburg oder per Videosprechstunde möglich. Eine Videosprechstunde ersetzt nicht jede Untersuchung; ob sie ausreicht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Gespräch. Einen Termin fragen Sie über das Kontaktformular auf nevpaz.de oder telefonisch unter 040 238 353 790 an. Die Praxis ist kein Notdienst.
Häufige Fragen zu ME/CFS
Was ist ME/CFS?
Eine Übersicht in Mayo Clinic Proceedings beschreibt ME/CFS als chronische neurologische Erkrankung, der oft eine Infektion vorausgeht. Ein Kennzeichen ist laut CDC die Verschlechterung nach körperlicher, geistiger oder emotionaler Anstrengung (PEM). Weil ein verlässlicher Biomarker fehlt, wird die Erkrankung oft spät erkannt.9,100
Ist ME/CFS dasselbe wie das chronische Fatigue-Syndrom oder chronische Erschöpfung?
ME/CFS und chronisches Fatigue-Syndrom werden meist gleichbedeutend verwendet: Die Klassifikation der WHO führt chronisches Fatigue-Syndrom und Myalgische Enzephalomyelitis als Begriffe derselben Diagnose. Chronische Erschöpfung als bloßes Symptom ist dagegen nicht dasselbe; die deutsche Klassifikation verschlüsselt sie ausdrücklich getrennt vom chronischen Fatigue-Syndrom.11,12
Was bedeutet Post-Exertional Malaise (PEM)?
Woran erkenne ich ME/CFS und wie unterscheidet es sich von normaler Erschöpfung?
Nach den Internationalen Konsenskriterien tritt die Erschöpfung nach Belastung sofort oder um Stunden bis Tage verzögert auf, und die Erholung dauert meist 24 Stunden oder länger. Einen verlässlichen Biomarker gibt es nicht; ob ME/CFS vorliegt, klärt deshalb eine ärztliche Untersuchung und kein Selbsttest.9,13
Welche Symptome hat ME/CFS neben der Erschöpfung?
Nach NICE gehören neben PEM unerholsamer Schlaf, kognitive Schwierigkeiten und eine durch Ruhe kaum gebesserte Fatigue zu den Kernsymptomen. Häufig, aber nicht verpflichtend sind Beschwerden im Stehen, Schmerzen, Reizempfindlichkeit und grippeähnliche Beschwerden.1
Welche Schweregrade gibt es und was bedeutet 'schwer betroffen'?
Die Internationalen Konsenskriterien stufen von leicht, mit etwa 50 Prozent weniger Aktivität als vor der Erkrankung, bis sehr schwer ein: bettlägerig und auf Hilfe angewiesen. Laut CDC ist schätzungsweise bis zu jede vierte Person im Verlauf zeitweise an Haus oder Bett gebunden; die Häufigkeit ist unsicher.13,15
Nach welchen Kriterien wird ME/CFS diagnostiziert?
Häufig zitiert werden Fukuda 1994, die Kanadischen Konsenskriterien 2003, die Internationalen Konsenskriterien 2011, die IOM-Kriterien 2015 und NICE 2021. Sie unterscheiden sich vor allem bei der PEM: Bei Fukuda ist sie nur eines von acht wählbaren Symptomen, bei den Internationalen Konsenskriterien ausdrücklich Pflicht.13,19
Wie lange müssen die Beschwerden bestehen, bevor ME/CFS diagnostiziert werden kann?
Das hängt vom Kriteriensatz ab. Die Kanadischen Konsenskriterien verlangen bei Erwachsenen mindestens 6 Monate, bei Kindern und Jugendlichen 3 Monate; die Internationalen Konsenskriterien verzichten auf eine feste Wartezeit. Die DEGAM empfiehlt, ab 3 Monaten ungeklärter Müdigkeit die IOM-Kriterien zu prüfen und eine Verdachtsdiagnose nach 6 Monaten neu zu bewerten.8,13
Gibt es einen Bluttest oder Selbsttest für ME/CFS, und welche Untersuchungen (Labor, Stehtest) gehören zur Abklärung?
Welche Ärztin oder welcher Arzt stellt die Diagnose: Hausarzt, Neurologe oder Spezialambulanz?
Für die hausärztliche Praxis empfiehlt die DEGAM-Leitlinie, bei Verdacht die Kanadischen Konsenskriterien zu erfassen. Nach der G-BA-Richtlinie ist eine Überweisung in die spezialisierte Versorgung spätestens bei drei Monaten Arbeitsunfähigkeit, vier Wochen Schulunfähigkeit oder mindestens mittelgradigem Schweregrad zu erwägen.8,22
Welche Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen?
Erschöpfung ist unspezifisch. In hausärztlichen Studien fand sich bei Müdigkeit in etwa 18,5 Prozent eine Depression, schwerwiegende körperliche Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenfehlfunktion bei etwa 4,3 Prozent; eine Ursache im Einzelfall folgt daraus nicht. Die Tabelle im Abschnitt Differenzialdiagnosen gibt einen Überblick.8,45
Was sind die Ursachen von ME/CFS?
Eine geklärte Ursache gibt es nicht. Gut belegt ist, dass ein Teil der Erkrankungen nach Infektionen beginnt, etwa nach Epstein-Barr-Virus, Q-Fieber oder Ross-River-Virus. Ein Retrovirus als Ursache ist widerlegt, die Arbeit dazu wurde zurückgezogen. Weitere Erklärungsansätze und ihren Evidenzgrad beschreibt der Abschnitt zur Pathophysiologie.5,61,86
Was ist der Unterschied zwischen ME/CFS und Post-COVID beziehungsweise Long COVID?
Long COVID bezeichnet Beschwerden ab 4 Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion, das Post-COVID-Syndrom Beschwerden über mehr als 12 Wochen. ME/CFS ist über eigene Kriterien mit dem Leitsymptom PEM definiert; nach dem IQWiG erfüllen etwa 15 bis 50 Prozent der Menschen mit Post- oder Long-COVID diese Kriterien.5
Kann sich aus Long COVID ein ME/CFS entwickeln?
Ja, bei einem Teil der Betroffenen; wie häufig, ist unsicher. Eine Metaanalyse von 13 Studien, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift und überwiegend aus Spezialambulanzen, fand bei 51 Prozent der untersuchten Long-COVID-Betroffenen erfüllte ME/CFS-Kriterien (Vertrauensbereich 42 bis 60 Prozent). Das beschreibt ausgewählte Gruppen zu einem Zeitpunkt und nicht, wie viele Menschen mit Long COVID später ME/CFS entwickeln. Nach dem IQWiG liegt der Anteil in Studien bei etwa 15 bis 50 Prozent.5,101
Wie häufig ist ME/CFS in Deutschland?
Es gibt nur Schätzungen. Das IQWiG kommt durch Übertragung von vier Studien mit PEM als Pflichtkriterium auf etwa 140.000 bis 310.000 Betroffene in Deutschland, Stand vor der Pandemie.5
Wie verläuft ME/CFS und wie ist die Lebenserwartung?
Eine vollständige Genesung wird laut IQWiG als selten beschrieben, Kinder und Jugendliche haben bessere Chancen. In einer englischen Registerstudie war die Gesamtsterblichkeit nicht signifikant erhöht, die Sterblichkeit durch Suizid aber deutlich. Bei Gedanken an Selbsttötung: Notruf 112, TelefonSeelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117.3,4,5,58
Ist ME/CFS heilbar?
Welche Behandlung gibt es bei ME/CFS?
Im Mittelpunkt stehen nach NICE Energiemanagement und die Behandlung einzelner Beschwerden und Begleiterkrankungen. Kognitive Verhaltenstherapie kann beim Umgang mit den Beschwerden helfen, beseitigt die Erkrankung aber nicht. Mehr dazu in den Abschnitten zu Pacing, Symptombehandlung und Verhaltenstherapie.1
Was ist Pacing und wie funktioniert Energiemanagement?
Pacing heißt laut CDC, die eigenen Grenzen für geistige und körperliche Aktivität herauszufinden und innerhalb dieser Grenzen zu planen, der sogenannten Energiehülle. Gewarnt wird vor dem Muster, an guten Tagen zu viel nachzuholen, weil das einen Rückfall auslösen kann.6
Sind Sport und Aktivierungstherapie bei ME/CFS sinnvoll oder schädlich?
Welche Medikamente werden bei ME/CFS eingesetzt?
Viele als Heilmittel beworbene Behandlungen sind laut CDC unbewiesen, oft teuer und möglicherweise gefährlich. Agomelatin gegen Fatigue ist in Deutschland seit 11. Juni 2026 für Erwachsene im Off-Label-Use verordnungsfähig, ausdrücklich auch bei postinfektiöser ME/CFS, aber nur unter den Bedingungen der Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI, und mit Kontrollen der Leberfunktion (Stand: Abruf 8. Oktober 2026); eine Zulassung für ME/CFS ist das nicht. Über die Behandlung entscheidet die Ärztin oder der Arzt.28,102,103
Was ist von Immunadsorption und anderen experimentellen Therapien zu halten?
Immunadsorption ist experimentell: Bisher gibt es nur kleine Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen, und eine scheinkontrollierte Studie ist zwar abgeschlossen, Ergebnisse waren beim Abruf am 8. Oktober 2026 aber nicht eingetragen. Rituximab führte in einer großen randomisierten Studie zu keiner Besserung.88,93,94,104
Wie komme ich im Alltag und im Beruf mit ME/CFS zurecht?
Hilfreich ist ein Alltag innerhalb der eigenen Belastungsgrenzen. Viele Betroffene können nicht oder nur eingeschränkt arbeiten: In 13 von 15 vom IOM ausgewerteten Studien lag die Erwerbslosigkeit zwischen 35 und 69 Prozent. Für Schwerkranke nennt die CDC Hilfen wie Liegerollstühle oder Duschstühle, um Energie zu sparen.2,15
Wie können Angehörige unterstützen?
Angehörige helfen, wenn sie die Erkrankung ernst nehmen, Ruhephasen respektieren und nicht zu mehr Aktivität drängen. Die Erkrankung kann zu erheblicher Pflegebedürftigkeit führen; auch Angehörige brauchen laut DEGAM-Leitlinie häufig selbst Unterstützung und Beratung.8
Wo finde ich in Hamburg Hilfe bei Verdacht auf ME/CFS?
Die Long-COVID-Richtlinie des G-BA gilt auch für ME/CFS. Unabhängig davon kommt zur Abklärung anhaltender Erschöpfung eine neurologisch-psychiatrische Praxis infrage, etwa die Privatpraxis NEVPAZ am Dammtorwall 7a in Hamburg, erreichbar über nevpaz.de oder 040 238 353 790. Die Praxis ist kein Notdienst.22,105
Quellen und Einordnung
Die Auswahl umfasst die NICE-Leitlinie, die S3-Leitlinie Müdigkeit der DEGAM, den IOM-Bericht, den IQWiG-Bericht, publizierte Konsenskriterien, Originalstudien, Meta-Analysen, Übersichtsarbeiten und Behördenangaben. Sie ist eine gezielte wissenschaftliche Recherche mit Stand 8. Oktober 2026, kein systematischer Review. Die Quellen sind nummeriert und mit DOI, PubMed-Nachweis oder Webadresse verknüpft. Studien aus kleineren Fachzeitschriften sind im Text als kleine oder vorläufige Studien gekennzeichnet.
Leitlinien- und Behördenstände (AWMF-Register, G-BA, ICD-10-GM) wurden am 8. Oktober 2026 abgerufen und können sich ändern. Studien zu Long COVID sind als solche gekennzeichnet und gelten nicht ohne Weiteres für ME/CFS. Studienergebnisse sind Gruppenwerte und keine Prognose für einzelne Menschen; Studien mit unterschiedlichen Populationen und Kriteriensätzen sind bewusst nicht gegeneinander gewertet. Die Angaben zur Praxis stammen von der Praxis-Website und sind keine Studienergebnisse.
Wischen Sie durch die Quellen oder filtern Sie nach Art der Quelle. Jede Quelle ist über DOI, PubMed oder die Originalseite nachprüfbar.
Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: diagnosis and management (NG206)
National Institute for Health and Care Excellence (NICE)
Zitiert in: Einleitung, Das Wichtigste
Beyond Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Redefining an Illness
Institute of Medicine (IOM), Committee on the Diagnostic Criteria for ME/CFS
Zitiert in: Einleitung, Was ist ME/CFS?
TelefonSeelsorge Deutschland – Startseite
TelefonSeelsorge Deutschland
Zitiert in: Einleitung, Häufigkeit
116117.de – Der Patientenservice
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
Zitiert in: Einleitung, Diagnose
Myalgische Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS): Aktueller Kenntnisstand. Abschlussbericht N21-01 (IQWiG-Berichte Nr. 1530)
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Zitiert in: Das Wichtigste, Was ist ME/CFS?
Strategies to Prevent Worsening of Symptoms (ME/CFS, Clinical Care)
Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Zitiert in: Das Wichtigste, Symptome behandeln
Incidence and Prevalence of Post-COVID-19 Myalgic Encephalomyelitis: A Report from the Observational RECOVER-Adult Study.
Vernon SD, Zheng T, Do H et al.
Zitiert in: Das Wichtigste, Differenzialdiagnosen
S3-Leitlinie Müdigkeit, AWMF-Register-Nr. 053-002 (Langfassung, Fassung 05.01.2023)
Baum E, Lindner N, Andreas S et al. (DEGAM)
Zitiert in: Was ist ME/CFS?, Post-Exertional Malaise (PEM)
Diagnosis and Management of Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome.
Grach SL, Seltzer J, Chon TY et al.
Zitiert in: Was ist ME/CFS?, Häufige Fragen
ICD-10 Version:2019, Kapitel VI, G93.3
World Health Organization
Zitiert in: Was ist ME/CFS?
ICD-10-GM Version 2026, Block G90–G99 und R50–R69
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Zitiert in: Was ist ME/CFS?, Häufige Fragen
ICD-11 for Mortality and Morbidity Statistics (MMS), Version 2025-01 – Druckfassung
World Health Organization
Zitiert in: Was ist ME/CFS?, Häufige Fragen
Myalgic encephalomyelitis: International Consensus Criteria.
Carruthers BM, van de Sande MI, De Meirleir KL et al.
Zitiert in: Post-Exertional Malaise (PEM), Symptome und Schweregrade
ME/CFS – Diagnosis (for Healthcare Providers)
Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Zitiert in: Post-Exertional Malaise (PEM), Untersuchungen
ME/CFS Clinical Care for Severely Affected Patients
Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Zitiert in: Symptome und Schweregrade, Häufige Fragen
The chronic fatigue syndrome: a comprehensive approach to its definition and study. International Chronic Fatigue Syndrome Study Group.
Fukuda K, Straus SE, Hickie I et al.
Zitiert in: Kriteriensätze
Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Clinical Working Case Definition, Diagnostic and Treatment Protocols
Carruthers BM, Jain AK, De Meirleir KL et al.
Zitiert in: Kriteriensätze
Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Essentials of Diagnosis and Management.
Bateman L, Bested AC, Bonilla HF et al.
Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Diagnose
European Network on Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (EUROMENE): Expert Consensus on the Diagnosis, Service Provision, and Care of People with ME/CFS in Europe.
Nacul L, Authier FJ, Scheibenbogen C et al.
Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Häufige Fragen
AWMF-Leitlinienregister: Einträge 020-027, 027-077, 030-149, 053-002 (aktuelle Leitlinien und angemeldete Vorhaben)
AWMF
Zitiert in: Leitlinien und Berichte
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Koczulla AR, Ankermann T, Behrends U et al. (Federführung DGP)
Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Untersuchungen
Long-COVID-Richtlinie (LongCOV-RL), Fassung vom 21.12.2023, BAnz AT 08.05.2024 B1, in Kraft seit 09.05.2024
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Diagnose
Webseiten des Charité Fatigue Centrums (Startseite, Für Ärzte, Team & Kooperationspartner)
Charité Fatigue Centrum (CFC), Charité – Universitätsmedizin Berlin
Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Häufige Fragen
Startseite mecfs.de
Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V.
Zitiert in: Leitlinien und Berichte
[Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: an overview of current evidence].
Ludwig B, Olbert E, Trimmel K et al.
Zitiert in: Leitlinien und Berichte
Long/Post-COVID: Vier Wirkstoffe werden im Off-Label-Use verordnungsfähig (Pressemitteilung)
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Experimentelle Therapien
Letzte Änderungen im Bereich Beschlüsse zur Anlage VI: Off-Label-Use
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Experimentelle Therapien
Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: Anlage VI (Off-Label-Use) – Agomelatin zur Behandlung der Fatigue bei postinfektiöser ME/CFS und bei Long/Post-COVID (BAnz AT 10.06.2026 B2)
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Experimentelle Therapien
Evaluation of ME/CFS (Stand 17.04.2026)
Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Zitiert in: Untersuchungen, Differenzialdiagnosen
2015 heart rhythm society expert consensus statement on the diagnosis and treatment of postural tachycardia syndrome, inappropriate sinus tachycardia, and vasovagal syncope.
Sheldon RS, Grubb BP 2nd, Olshansky B et al.
Zitiert in: Untersuchungen
Postural Orthostatic Tachycardia Syndrome (POTS): A Review.
Chung TH, Raj SR
Zitiert in: Untersuchungen, Symptome behandeln
Diagnosis and management of postural orthostatic tachycardia syndrome.
Raj SR, Fedorowski A, Sheldon RS
Zitiert in: Untersuchungen
A Brief Questionnaire to Assess Post-Exertional Malaise.
Cotler J, Holtzman C, Dudun C et al.
Zitiert in: Untersuchungen
Reliability and validity of the German version of the DePaul Symptom Questionnaire Post-Exertional Malaise (DSQ-PEM).
Kuczyk C, Nöhre M, Herrmann-Lingen C et al.
Zitiert in: Untersuchungen
A prospective observational study of post-COVID-19 chronic fatigue syndrome following the first pandemic wave in Germany and biomarkers associated with symptom severity.
Kedor C, Freitag H, Meyer-Arndt L et al.
Zitiert in: Untersuchungen, Differenzialdiagnosen
Efficacy of repeated immunoadsorption in patients with post-COVID myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome and elevated β2-adrenergic receptor autoantibodies: a prospective cohort study.
Stein E, Heindrich C, Wittke K et al.
Zitiert in: Untersuchungen, Experimentelle Therapien
The fatigue severity scale. Application to patients with multiple sclerosis and systemic lupus erythematosus.
Krupp LB, LaRocca NG, Muir-Nash J et al.
Zitiert in: Untersuchungen
Recovery from Exercise in Persons with Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS).
Moore GE, Keller BA, Stevens J et al.
Zitiert in: Untersuchungen
Cardiopulmonary and metabolic responses during a 2-day CPET in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: translating reduced oxygen consumption to impairment status to treatment considerations.
Keller B, Receno CN, Franconi CJ et al.
Zitiert in: Untersuchungen
Hand grip strength and fatigability: correlation with clinical parameters and diagnostic suitability in ME/CFS.
Jäkel B, Kedor C, Grabowski P et al.
Zitiert in: Untersuchungen
Variation in Repeated Handgrip Strength Testing Indicates Submaximal Force Production in Patients With Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome.
Popkirov S
Zitiert in: Untersuchungen
Antibodies to β adrenergic and muscarinic cholinergic receptors in patients with Chronic Fatigue Syndrome.
Loebel M, Grabowski P, Heidecke H et al.
Zitiert in: Untersuchungen, Ursachen und Evidenzgrad
Autoantibodies to beta-adrenergic and muscarinic cholinergic receptors in Myalgic Encephalomyelitis (ME) patients - A validation study in plasma and cerebrospinal fluid from two Swedish cohorts.
Bynke A, Julin P, Gottfries CG et al.
Zitiert in: Untersuchungen
Detection of G Protein-Coupled Receptor Autoantibodies in Postural Orthostatic Tachycardia Syndrome Using Standard Methodology.
Hall J, Bourne KM, Vernino S et al.
Zitiert in: Untersuchungen
The differential diagnosis of tiredness: a systematic review.
Stadje R, Dornieden K, Baum E et al.
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Häufige Fragen
Hypothyroidism.
Chaker L, Bianco AC, Jonklaas J, Peeters RP
Zitiert in: Differenzialdiagnosen
Adrenal insufficiency.
Husebye ES, Pearce SH, Krone NP, Kämpe O
Zitiert in: Differenzialdiagnosen
Adult obstructive sleep apnoea.
Jordan AS, McSharry DG, Malhotra A
Zitiert in: Differenzialdiagnosen
Myasthenia gravis.
Gilhus NE, Tzartos S, Evoli A et al.
Zitiert in: Differenzialdiagnosen
Fibromyalgia: a clinical review.
Clauw DJ
Zitiert in: Differenzialdiagnosen
A clinical case definition of post-COVID-19 condition by a Delphi consensus.
Soriano JB, Murthy S, Marshall JC et al.
Zitiert in: ME/CFS und Post-COVID
Long-term symptom severity and clinical biomarkers in post-COVID-19/chronic fatigue syndrome: results from a prospective observational cohort.
Legler F, Meyer-Arndt L, Mödl L et al.
Zitiert in: ME/CFS und Post-COVID
Long COVID: major findings, mechanisms and recommendations.
Davis HE, McCorkell L, Vogel JM, Topol EJ
Zitiert in: ME/CFS und Post-COVID, Ursachen und Evidenzgrad
Brain and muscle chemistry in myalgic encephalitis/chronic fatigue syndrome (ME/CFS) and long COVID: a 7T magnetic resonance spectroscopy study
Godlewska BR, Sylvester AL, Emir UE, et al.
Zitiert in: ME/CFS und Post-COVID
The rising cost of Long COVID and ME/CFS in Germany: 2026 update
Daniell J et al. (ME/CFS Research Foundation, Risklayer)
Zitiert in: Häufigkeit
Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome in Adults: United States, 2021–2022 (NCHS Data Brief No. 488)
Vahratian A, Lin JS, Bertolli J, Unger ER
Zitiert in: Häufigkeit
Systematic review and meta-analysis of the prevalence of chronic fatigue syndrome/myalgic encephalomyelitis (CFS/ME).
Lim EJ, Ahn YC, Jang ES et al.
Zitiert in: Häufigkeit
Mortality of people with chronic fatigue syndrome: a retrospective cohort study in England and Wales from the South London and Maudsley NHS Foundation Trust Biomedical Research Centre (SLaM BRC) Clinical Record Interactive Search (CRIS) Register.
Roberts E, Wessely S, Chalder T et al.
Zitiert in: Häufigkeit, Häufige Fragen
Deep phenotyping of post-infectious myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome
Walitt B, Singh K, LaMunion SR, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Altered effort and deconditioning are not valid explanations of myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome
Davenport TE, Scheibenbogen C, Zinn MA, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Post-infective and chronic fatigue syndromes precipitated by viral and non-viral pathogens: prospective cohort study
Hickie I, Davenport T, Wakefield D, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Häufige Fragen
Evidence of altered cardiac autonomic regulation in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: A systematic review and meta-analysis
Nelson MJ, Bahl JS, Buckley JD, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Insights From Invasive Cardiopulmonary Exercise Testing of Patients With Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome
Joseph P, Arevalo C, Oliveira RKF, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Meta-analysis of natural killer cell cytotoxicity in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome
Baraniuk JN, Eaton-Fitch N, Marshall-Gradisnik S
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Cytokine signature associated with disease severity in chronic fatigue syndrome patients
Montoya JG, Holmes TH, Anderson JN, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Chronic fatigue syndrome and circulating cytokines: A systematic review
Blundell S, Ray KK, Buckland M, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Distinct plasma immune signatures in ME/CFS are present early in the course of illness.
Hornig M, Montoya JG, Klimas NG et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
A causal link between autoantibodies and neurological symptoms in long COVID
de Sá KSG, Silva J, Bayarri-Olmos R, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
SARS-CoV-2 reservoir in post-acute sequelae of COVID-19 (PASC)
Proal AD, VanElzakker MB, Aleman S, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Nirmatrelvir-Ritonavir and Symptoms in Adults With Postacute Sequelae of SARS-CoV-2 Infection: The STOP-PASC Randomized Clinical Trial
Geng LN, Bonilla H, Hedlin H, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Experimentelle Therapien
Nirmatrelvir-ritonavir targeting viral persistence in post-COVID-19 condition (long COVID) in the USA (RECOVER-VITAL): a randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 2 trial
Baden LR, Shah NS, Liu STH, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Experimentelle Therapien
Metabolic profiling indicates impaired pyruvate dehydrogenase function in myalgic encephalopathy/chronic fatigue syndrome
Fluge Ø, Mella O, Bruland O, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome patients exhibit altered T cell metabolism and cytokine associations
Mandarano AH, Maya J, Giloteaux L, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Muscle abnormalities worsen after post-exertional malaise in long COVID
Appelman B, Charlton BT, Goulding RP, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Cerebral blood flow is reduced in ME/CFS during head-up tilt testing even in the absence of hypotension or tachycardia: A quantitative, controlled study using Doppler echography
van Campen CLMC, Verheugt FWA, Rowe PC, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Peripheral endothelial dysfunction in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome
Scherbakov N, Szklarski M, Hartwig J, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Neuroinflammation in Patients with Chronic Fatigue Syndrome/Myalgic Encephalomyelitis: An ¹¹C-(R)-PK11195 PET Study
Nakatomi Y, Mizuno K, Ishii A, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
No Signs of Neuroinflammation in Women With Chronic Fatigue Syndrome or Q Fever Fatigue Syndrome Using the TSPO Ligand [(11)C]-PK11195
Raijmakers R, Roerink M, Keijmel S, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Deficient butyrate-producing capacity in the gut microbiome is associated with bacterial network disturbances and fatigue symptoms in ME/CFS
Guo C, Che X, Briese T, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Multi-'omics of gut microbiome-host interactions in short- and long-term myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome patients
Xiong R, Gunter C, Fleming E, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Persistent complement dysregulation with signs of thromboinflammation in active Long Covid
Cervia-Hasler C, Brüningk SC, Hoch T, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
A twin study of chronic fatigue
Buchwald D, Herrell R, Ashton S, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Twin analyses of chronic fatigue in a Swedish national sample
Sullivan PF, Evengård B, Jacks A, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
RETRACTED: Detection of an infectious retrovirus, XMRV, in blood cells of patients with chronic fatigue syndrome
Lombardi VC, Ruscetti FW, Das Gupta J, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
A multicenter blinded analysis indicates no association between chronic fatigue syndrome/myalgic encephalomyelitis and either xenotropic murine leukemia virus-related virus or polytropic murine leukemia virus
Alter HJ, Mikovits JA, Switzer WM, et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad
Retraction
Alberts B
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Häufige Fragen
Benefit from B-lymphocyte depletion using the anti-CD20 antibody rituximab in chronic fatigue syndrome. A double-blind and placebo-controlled study.
Fluge Ø, Bruland O, Risa K et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Experimentelle Therapien
B-Lymphocyte Depletion in Patients With Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial.
Fluge Ø, Rekeland IG, Lien K et al.
Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Experimentelle Therapien
Comparison of adaptive pacing therapy, cognitive behaviour therapy, graded exercise therapy, and specialist medical care for chronic fatigue syndrome (PACE): a randomised trial.
White PD, Goldsmith KA, Johnson AL et al.
Zitiert in: Pacing, Aktivierung und Verhaltenstherapie
Exercise therapy for chronic fatigue syndrome.
Larun L, Brurberg KG, Odgaard-Jensen J et al.
Zitiert in: Aktivierung und Verhaltenstherapie, Experimentelle Therapien
Exercise therapy for chronic fatigue syndrome (aktualisierte Fassung 2024 mit Redaktionsnotiz)
Larun L, Brurberg KG, Odgaard-Jensen J et al.
Zitiert in: Aktivierung und Verhaltenstherapie
Anomalies in the review process and interpretation of the evidence in the NICE guideline for chronic fatigue syndrome and myalgic encephalomyelitis.
White P, Abbey S, Angus B et al.
Zitiert in: Aktivierung und Verhaltenstherapie
Effect of immunoadsorption on clinical presentation and immune alterations in COVID-19-induced and/or aggravated ME/CFS.
Anft M, Wiemers L, Rosiewicz KS et al.
Zitiert in: Experimentelle Therapien, Häufige Fragen
NCT05710770: Immunoadsorption in Patients With Chronic Fatigue Syndrome Including Patients With Post-COVID-19 CFS (Registereintrag)
ClinicalTrials.gov (NLM)
Zitiert in: Experimentelle Therapien, Häufige Fragen
Safety, tolerability and clinical effects of rovunaptabin, also known as BC007 on fatigue and quality of life in patients with Post-COVID syndrome (reCOVer): a prospective, exploratory, placebo-controlled, double-blind, randomised phase IIa clinical trial (RCT).
Hohberger B, Ganslmayer M, Harrer T et al.
Zitiert in: Experimentelle Therapien
To Investigate Efficacy, Pharmacodynamics, and Safety of BC 007 in Participants With Long COVID (NCT05911009)
ClinicalTrials.gov (NLM)
Zitiert in: Experimentelle Therapien
Effect of low-dose naltrexone for long COVID: a systematic review and meta-analysis.
Byambasuren O, Atkins T, Baptista S et al.
Zitiert in: Experimentelle Therapien
Ten sessions of hyperbaric oxygen versus sham treatment in patients with long covid (HOT-LoCO): a randomised, placebo-controlled, double-blind, phase II trial.
Kjellberg A, Hassler A, Boström E et al.
Zitiert in: Experimentelle Therapien
Transcutaneous Auricular Vagal Nerve Stimulation Against Fatigue Syndrome in Patients with Long COVID: Results of the Randomized, Placebo-Controlled Clinical Pilot Trial COVIVA.
Gierthmuehlen M, Schmieder K, Thon N et al.
Zitiert in: Experimentelle Therapien
ME/CFS – Clinical Overview (for Healthcare Providers)
Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Zitiert in: Häufige Fragen
The persistence of myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome (ME/CFS) after SARS-CoV-2 infection: A systematic review and meta-analysis.
Dehlia A, Guthridge MA
Zitiert in: Häufige Fragen
Monitoring the Use of Medicines and Supplements (ME/CFS)
Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Zitiert in: Häufige Fragen
Beschluss Arzneimittel-Richtlinie/Anlage VI: Agomelatin (Beschlussseite mit Inkrafttreten)
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
Zitiert in: Häufige Fragen
Immunoadsorption to remove ß2 adrenergic receptor antibodies in Chronic Fatigue Syndrome CFS/ME.
Scheibenbogen C, Loebel M, Freitag H et al.
Zitiert in: Häufige Fragen
Kontakt (Praxis-Website)
Privatpraxis NEVPAZ GmbH
Zitiert in: Häufige Fragen
Alle 105 Quellen als Liste
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