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PRIVATPRAXIS
NEUROLOGIE·PSYCHIATRIE

ME/CFS verstehen: Symptome, Diagnose und der Umgang mit Belastungsgrenzen

ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) ist nach der britischen NICE-Leitlinie eine komplexe, chronische Erkrankung, die mehrere Körpersysteme betrifft und deren Entstehungsmechanismen noch erforscht werden.1 Kennzeichnend ist die Post-Exertional Malaise (PEM): Beschwerden und Leistungsfähigkeit verschlechtern sich nach körperlicher oder geistiger Belastung, die vor der Erkrankung problemlos vertragen wurde.2

Dieser Beitrag erklärt Symptome, Diagnosekriterien und Untersuchungen, die Abgrenzung zu anderen Ursachen von Erschöpfung, den Zusammenhang mit Post-COVID und den Stand der Behandlung. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Die genannten Kriterien und Fragebögen eignen sich nicht zur Selbstdiagnose.

  • 105 Quellen, u. a. NICE, IOM, IQWiG, The Lancet, BMJ
  • Belegte Aussagen mit Fußnote, Evidenzgrad ausgewiesen
  • Stand 08.10.2026
Notfall und seelische Krise

Bei akuten, lebensbedrohlichen Beschwerden wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 hilft außerhalb der Sprechzeiten, wenn eine Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann. In seelischer Not erreichen Sie die TelefonSeelsorge kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Die Privatpraxis NEVPAZ (Neurovaskulär-Psychiatrische Ambulanz) ist kein Notdienst.3,4


Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Für ME/CFS gibt es derzeit keinen diagnostischen Test. Die Erkrankung wird laut NICE allein klinisch erkannt.1 Diagnose
  2. Ein etablierter Biomarker fehlt, alle Kriterienkataloge beruhen allein auf Symptomen. Die Ursachen sind bis heute nicht geklärt.5 Untersuchungen
  3. Pacing, ein Aktivitätsmanagement mit einem Gleichgewicht aus Ruhe und Aktivität, kann laut CDC die Verschlechterung nach Belastung abmildern.6 Pacing
  4. Aufsteigendes Bewegungstraining mit festen Steigerungsschritten (Graded Exercise Therapy) empfiehlt NICE ausdrücklich nicht.1 Aktivierung und Verhaltenstherapie
  5. In einer großen US-Studienkohorte erfüllten nach einer SARS-CoV-2-Infektion 4,5 Prozent der infizierten Teilnehmenden die ME/CFS-Kriterien (Selbstauskunft), gegenüber 0,6 Prozent der nicht Infizierten.7 ME/CFS und Post-COVID

Was ist ME/CFS?

Ein Name, zwei Traditionen

„ME/CFS“ ist ein Sammelbegriff, der die Bezeichnungen Myalgische Enzephalomyelitis (ME) und Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS) zusammenführt; für beide wurden über Jahrzehnte getrennte Falldefinitionen entwickelt.2 Die Bezeichnung Myalgische Enzephalomyelitis wurde erstmals 1956 verwendet, viele Betroffene bevorzugen sie.2 Weil ein entzündlicher Prozess im zentralen Nervensystem nicht sicher vorliegt, heißt es auch Myalgische Enzephalopathie, so im Titel der NICE-Leitlinie.8

Das Institute of Medicine (IOM) schlug 2015 den Namen „Systemic Exertion Intolerance Disease“ (SEID) vor. Durchgesetzt hat er sich laut DEGAM-Leitlinie bislang nicht.2,8

Das Krankheitsbild

Typisch ist ein schwankender Verlauf: Art und Stärke der Beschwerden können sich im Lauf eines Tages, einer Woche oder länger unvorhersehbar ändern.1 Die Erschöpfung ist nach dem IOM tiefgreifend, nicht die Folge übermäßiger Anstrengung, und sie bessert sich durch Ruhe nicht wesentlich.2

Eine Übersicht in Mayo Clinic Proceedings beschreibt ME/CFS als chronische neurologische Erkrankung, der oft eine Infektion vorausgeht.9 Das IQWiG beschreibt sie als komplexe chronische Erkrankung, die in sehr schweren Fällen zu dauerhafter Pflegebedürftigkeit führen kann. Obwohl sie bereits 1969 in die Klassifikation der WHO aufgenommen wurde, sind ihre Ursachen nicht geklärt.5

Chronische Erschöpfung ist nicht dasselbe wie ME/CFS

Müdigkeit gehört weltweit zu den zehn häufigsten Beratungsanlässen in der hausärztlichen Versorgung und hat viele Ursachen.8 Von ME/CFS spricht man erst, wenn ein Kriteriensatz erfüllt ist. Nach den jüngeren Kriterienkatalogen steht dabei das Leitsymptom PEM im Mittelpunkt; hinzu kommen schwere anhaltende Fatigue, Schmerzen, Schlafstörungen und kognitive Störungen.5

Definitionsblock: Einordnung in der ICD, Chronische Erschöpfung ist nicht dasselbe wie ME/CFS

In der ICD-10 der WHO steht ME/CFS unter G93.3 („Postvirales Ermüdungssyndrom“) im Kapitel der Krankheiten des Nervensystems. In der deutschen ICD-10-GM 2026 ist der Code erstmals unterteilt: G93.30 steht für das postinfektiöse, G93.31 für das nicht postinfektiöse und G93.39 für das nicht näher bezeichnete chronische Fatigue-Syndrom. Davon getrennt kodieren R53.0 und R53.1 chronische Fatigue als Symptom, mit beziehungsweise ohne Angabe einer post-exertionellen Malaise. Die ICD-11 der WHO führt die Erkrankung unter 8E49.10,11,12


Was ist Post-Exertional Malaise (PEM)?

Post-Exertional Malaise (PEM) bedeutet, dass sich Beschwerden und Leistungsfähigkeit nach körperlicher oder geistiger Belastung verschlechtern, die vor der Erkrankung problemlos vertragen wurde. Nach Auswertung des IOM ist ausreichend belegt, dass PEM ein Hauptmerkmal ist, das ME/CFS von anderen Erkrankungen unterscheidet.2 PEM kann laut NICE schon nach geringer geistiger, körperlicher, emotionaler oder sozialer Aktivität auftreten, und verschiedene Aktivitäten summieren sich.1

Der verzögerte Einbruch

Typischerweise verschlechtern sich die Beschwerden 12 bis 48 Stunden nach der Aktivität und halten Tage oder sogar Wochen an; manchmal folgt ein Rückfall.1 Weil die Verschlechterung oft erst einsetzt, wenn die Belastung längst vorbei ist, bringen Betroffene beides nicht immer in Verbindung.2

Schon sehr geringe Belastungen wie ein Telefonat oder Arbeit am Computer können PEM auslösen, nach einigen Studien auch längeres aufrechtes Stehen oder Sitzen.2

Zahlen zum Zeitverlauf (laut IOM-Bericht), Der verzögerte Einbruch

In einzelnen Studien trat PEM schon innerhalb von 30 Minuten nach der Anstrengung auf, in anderen erst 1 bis 7 Tage danach. Gesunde fühlten sich in mehreren Studien 24 bis 48 Stunden nach einer Anstrengung wieder erholt, aber weniger als 31 Prozent der Menschen mit ME/CFS; bis zu 60 Prozent hatten eine Woche später noch mehrere Beschwerden. Nach einer dreistündigen neuropsychologischen Testung hatten Gesunde ihre selbst eingeschätzte geistige Energie im Mittel nach 7 Stunden zurück, Menschen mit ME/CFS nach durchschnittlich 57 Stunden (eine Studie).2

Mehr als Muskelkater

Von gewöhnlicher Erschöpfung nach Anstrengung unterscheidet sich PEM nach NICE durch das Missverhältnis zur Aktivität, den oft um Stunden oder Tage verzögerten Beginn und eine Erholung, die Tage, Wochen oder länger dauern kann.1

Für das PEM-Kriterium fordert die DEGAM-Leitlinie eine Verschlechterung, die mindestens bis zum Folgetag nach der Belastung anhält.8 Die Internationalen Konsenskriterien (ICC) nennen PEM „postexertionelle neuroimmune Erschöpfung“ und werten sie als Kernmerkmal; die Erholung dauert dort meist 24 Stunden oder länger.13

PEM erkennen

Manche Betroffene haben ihren Alltag bereits so angepasst, dass sie PEM vermeiden. Das IOM rät deshalb, gezielt mit mehreren Fragen danach zu suchen; ein Tagebuch über ein bis zwei Wochen, in dem Aktivitäten und Beschwerden notiert werden, kann helfen.2 Laut CDC erkennen manche Betroffene PEM zu Krankheitsbeginn nicht.14

Illustration: Ein gläsernes Lichtband steigt links kurz an, sinkt verzögert in ein langes, dunkles Tal und steigt erst spät langsam wieder an (Sinnbild der Verschlechterung nach Belastung).
KI-generierte Illustration: Sinnbild der verzögerten Verschlechterung nach Belastung, ohne Achsen und Maßstab.

Wann die Verschlechterung nach Belastung kommt

Zeitangaben aus Leitlinie, Kriteriensätzen und Studien, je Quelle ein eigenes Band. Die Quellen messen unterschiedlich; die Bänder ergeben zusammen keine Kurve.

Schema, keine Messkurve. Form und Tiefe der Kurve veranschaulichen den Ablauf. Zeitpunkt und Dauer sind von Person zu Person verschieden; Zahlen stehen nur an belegten Zeitpunkten.

Beginn nach NICE · typischerweise 12 bis 48 Stunden nach der Aktivität1

Beginn in einzelnen Studien (IOM-Bericht) · frühestens 30 Minuten nach der Anstrengung, in anderen Studien erst 1 bis 7 Tage danach2

Erholung nach Anstrengung, Gesunde (mehrere Studien) · 24 bis 48 Stunden danach wieder erholt2

Erholung nach Anstrengung, ME/CFS (mehrere Studien) · nach 24 bis 48 Stunden weniger als 31 Prozent erholt; bis zu 60 Prozent hatten eine Woche später noch mehrere Beschwerden2

Erholung nach den Internationalen Konsenskriterien (ICC) · dauert meist 24 Stunden oder länger13

Geistige Energie nach dreistündiger Testung, Gesunde (eine Studie) · selbst eingeschätzt, im Mittel nach 7 Stunden wieder auf dem Ausgangsniveau2

Geistige Energie nach dreistündiger Testung, ME/CFS (dieselbe Studie) · selbst eingeschätzt, im Mittel nach 57 Stunden2

Zeit nach der Anstrengung. Die Achse ist logarithmisch: gleiche Abstände bedeuten keine gleichen Zeitspannen.

  • Beginn der Verschlechterung
  • Gesunde
  • Menschen mit ME/CFS

Weitere Angaben ohne Zeitwerte

  • Nach den Internationalen Konsenskriterien (ICC) kann die Erschöpfung nach Belastung sofort nach der Aktivität einsetzen oder um Stunden bis Tage verzögert auftreten.13
  • Nach dem IOM-Bericht ist die Dauer einer PEM nicht vorhersehbar; sie kann Stunden, Tage, Wochen und sogar Monate anhalten.2
  • Für das PEM-Kriterium fordert die DEGAM-Leitlinie eine Verschlechterung, die mindestens bis zum Folgetag nach der Belastung anhält.8

Gezeigt sind nur Zeitpunkte aus den genannten Quellen. Zwischen den Punkten wird nichts verbunden oder geschätzt, und die Zahlen lassen sich nicht auf einzelne Personen übertragen.

Werte als Tabelle
Belegte Zeitangaben zur Post-Exertional Malaise
ZeitangabeGruppe oder QuelleWert
BeginnNICEtypischerweise 12 bis 48 Stunden nach der Aktivität 1
Beginneinzelne Studien (IOM-Bericht)frühestens 30 Minuten, in anderen Studien 1 bis 7 Tage 2
Erholt nach 24 bis 48 StundenGesunde (mehrere Studien)wieder erholt 2
Erholt nach 24 bis 48 StundenME/CFS (mehrere Studien)weniger als 31 Prozent 2
Noch mehrere Beschwerden nach einer WocheME/CFS (mehrere Studien)bis zu 60 Prozent 2
ErholungICCmeist 24 Stunden oder länger 13
Geistige Energie nach dreistündiger Testung (selbst eingeschätzt)Gesunde / ME/CFS (eine Studie)7 Stunden / 57 Stunden (Mittel) 2

Quellen 1,2,8,13

Erklärvideo · 26 s

Post-Exertional Malaise: der verzögerte Einbruch

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Bei ME/CFS kann schon eine kleine Anstrengung die Beschwerden verschlechtern, etwa ein Telefonat oder Arbeit am Computer. Fachleute nennen das Post-Exertional Malaise, kurz PEM. Typisch ist die Verzögerung: Die Beschwerden nehmen erst zwölf bis achtundvierzig Stunden später zu und halten Tage oder Wochen an. Deshalb bringen Betroffene beides nicht immer in Verbindung.1,2


Welche weiteren Symptome gehören zu ME/CFS und wie schwer kann es verlaufen?

Schematische Illustration: gläsernes Herz, darüber ein goldener Nervenfaden (Vagus) und daneben eine Kette kleiner Nervenknoten (Grenzstrang).
KI-generierte schematische Illustration: autonomes Nervensystem (Vagus und Grenzstrang), Sinnbild.

Unerholsamer Schlaf

Nach dem IOM berichten praktisch alle Betroffenen von unerholsamem Schlaf, wenn gezielt danach gefragt wird; eine zusätzlich festgestellte primäre Schlafstörung schließt ME/CFS nicht aus.2

Kognitive Beschwerden

Zu den kognitiven Störungen, oft „Brain Fog“ genannt, zählen Wortfindungsstörungen, Schwierigkeiten mit Zahlen, verlangsamte Reaktionen sowie Probleme mit Kurzzeitgedächtnis und Konzentration. Eine verlangsamte Informationsverarbeitung ist häufig.1,2

Beschwerden im Stehen

Orthostatische Intoleranz bedeutet, dass sich Beschwerden beim Aufrichten und Aufrechtbleiben verschlechtern; nach dem IOM ist sie ein häufiger und klinisch wichtiger Befund.2

Weitere Beschwerden

Häufig, aber nicht spezifisch sind laut NICE eine Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung, Schmerzen in Muskeln, Gelenken oder Kopf und ein grippeähnliches Gefühl.1

Schweregrade (grobe Schätzung des IQWiG)
25 %leicht50 %mittelgradig25 %schwer oder sehr schwer

IQWiG 2023 (aus zwei Studien). Grobe Schätzung; die Grenzen der Schweregrade sind nicht scharf.5

Schweregrade

NICE unterscheidet vier Schweregrade, deren Grenzen nicht scharf sind. Bei leichter ME/CFS versorgen sich Betroffene selbst, die meisten arbeiten oder lernen noch, haben dafür aber oft Freizeit und soziale Aktivitäten aufgegeben. Bei mittelgradiger ME/CFS sind Mobilität und Alltagsaktivitäten eingeschränkt, Arbeit oder Ausbildung meist aufgegeben.1 Schwer Betroffene schaffen allenfalls minimale Tätigkeiten wie Zähneputzen und verbringen oft die meiste Zeit im Bett. Sehr schwer Betroffene liegen den ganzen Tag im Bett und sind auch bei Körperpflege und Essen auf Pflege angewiesen.1

Wie sich Betroffene auf die Schweregrade verteilen, ist nur grob geschätzt: Das IQWiG geht nach zwei Studien von etwa 25 Prozent leicht, 50 Prozent mittelgradig und 25 Prozent schwer oder sehr schwer Erkrankten aus.5 Zeitweise ans Haus oder Bett gebunden sind nach dem IOM mindestens ein Viertel, nach den CDC bis zu jede vierte Person; die Häufigkeit ist unsicher.2,15

Schweregrade nach den ICC, Schweregrade

Die Internationalen Konsenskriterien (ICC) stufen nach der Minderung des früheren Aktivitätsniveaus ein: leicht bei etwa 50 Prozent weniger Aktivität, mittel bei meist ans Haus gebundenen, schwer bei meist bettlägerigen und sehr schwer bei bettlägerigen, auf Hilfe angewiesenen Menschen.13

Schweregrade von ME/CFS
SchweregradBeschreibung nach NICEEinstufung nach ICC
leichtversorgen sich selbst, arbeiten oder lernen meist noch, Freizeit oft aufgegebenetwa 50 Prozent weniger Aktivität1,13
mittelgradigeingeschränkte Mobilität, Arbeit oder Ausbildung meist aufgegebenmeist ans Haus gebunden1,13
schwerallenfalls minimale Tätigkeiten, meist im Bettmeist bettlägerig1,13
sehr schwerganztägig im Bett, auf Pflege angewiesenbettlägerig und auf Hilfe angewiesen1,13

Die Grenzen zwischen den Graden sind nach NICE nicht scharf.1,13


Nach welchen Kriterien wird ME/CFS diagnostiziert?

Weil ein etablierter Biomarker fehlt, beruhen alle international vorgeschlagenen Kriterienkataloge allein auf Symptomen.5

Die Kataloge unterscheiden sich vor allem darin, ob PEM Pflicht ist, wie lange die Beschwerden bestehen müssen und welche weiteren Symptome verlangt werden. Die Tabelle stellt fünf häufig zitierte Kriteriensätze nebeneinander.

Illustration: fünf durchscheinende Glasplatten, versetzt nebeneinander aufgefächert (Sinnbild für mehrere Kriteriensätze).
KI-generierte Illustration: Sinnbild für mehrere Kriteriensätze nebeneinander.

1994

Fukuda

Die Fukuda-Kriterien von 1994 sind eine überarbeitete Falldefinition des chronischen Fatigue-Syndroms. Sie verlangen eine anhaltende oder wiederkehrende Erschöpfung über mindestens 6 Monate, den Ausschluss erklärender Erkrankungen und mindestens 4 von 8 Nebensymptomen. Unwohlsein nach Belastung ist nur eines dieser acht Symptome und damit keine Pflicht.2,16 Die Erschöpfung muss frühere Aktivitäten in Beruf, Ausbildung, Sozialleben oder Alltag erheblich mindern.16 Laut IOM ist Fukuda die in der Forschung am häufigsten verwendete Definition.2

2003

Kanadische Konsenskriterien (CCC)

Die Kanadischen Konsenskriterien (CCC) verlangen Fatigue, PEM beziehungsweise Erschöpfung nach Belastung, Schlafstörung, Schmerzen und mindestens zwei neurologisch-kognitive Symptome, dazu Beschwerden aus zwei von drei Bereichen (autonom, neuroendokrin, immunologisch); bei Erwachsenen muss die Erkrankung mindestens 6 Monate bestehen. Wer die CCC erfüllt, hat im Vergleich zu Fukuda häufiger und schwerere Symptome.2 Nach dem Originaltext muss die Erschöpfung das Aktivitätsniveau erheblich mindern.17 Bei Kindern und Jugendlichen genügen nach der deutschen Wiedergabe der CCC mindestens 3 Monate.8

2011

Internationale Konsenskriterien (ICC)

Die ICC bauen auf den CCC auf, verändern sie aber deutlich: Sie machen die postexertionelle neuroimmune Erschöpfung zur Pflicht, verzichten auf eine Wartezeit von 6 Monaten und verlangen, dass das frühere Aktivitätsniveau um mindestens 50 Prozent gesunken ist.13

2015

IOM

Nach dem IOM sind drei Symptome Pflicht: eine deutliche Einschränkung früherer Aktivitäten mit Fatigue über mehr als 6 Monate, PEM und unerholsamer Schlaf. Zusätzlich muss eine kognitive Beeinträchtigung oder eine orthostatische Intoleranz vorliegen. Die Diagnose ist zu hinterfragen, wenn die Beschwerden nicht mindestens die Hälfte der Zeit in mindestens mittlerer Stärke bestehen.2 Das Komitee erwartet, dass seine Kriterien die rechtzeitige Diagnose bei Kindern wie Erwachsenen erleichtern.2

2021

NICE

NICE verlangt vier Symptome gleichzeitig: belastungsabhängige, durch Ruhe kaum gebesserte Fatigue, PEM, unerholsamen Schlaf oder Schlafstörung und kognitive Schwierigkeiten. Ein Verdacht besteht, wenn sie die Alltagsfähigkeit deutlich mindern und bei Erwachsenen mindestens 6, bei Kindern und Jugendlichen mindestens 4 Wochen anhalten; gestellt wird die Diagnose nach 3 Monaten.1 Orthostatische Intoleranz, Temperaturempfindlichkeit, Reizempfindlichkeit und Schmerzen sind nach NICE häufig, aber nicht verpflichtend.1

Ausschlüsse und Begleiterkrankungen: NICE 2021

Fukuda schließt unter anderem Menschen mit früherer oder aktueller schwerer Depression mit psychotischen oder melancholischen Merkmalen, bipolarer Störung oder Schizophrenie aus; Fibromyalgie, Angststörungen und eine nicht-melancholische Depression schließen dagegen nicht aus. Die CCC schließen primäre psychiatrische Störungen und Substanzmissbrauch aus und erlauben unter anderem Fibromyalgie, Reizdarm, Depression und Migräne als Begleiterkrankungen.2

Nach einer Fußnote der CCC kann die Diagnose bei wenigen Betroffenen ohne Schmerzen oder Schlafstörung erwogen werden, wenn die Erkrankung infektartig begann und keine andere Diagnose passt.17

Die ICC schließen primäre psychiatrische Störungen, somatoforme Störungen und Substanzmissbrauch aus und nennen unter anderem Fibromyalgie, Reizdarm, Migräne und reaktive Depression als mögliche Begleiterkrankungen. Für die Diagnose verlangen sie neben PEM mindestens ein Symptom aus drei von vier neurologischen Kategorien, aus drei von fünf immunologisch-gastrointestinal-urogenitalen Kategorien und mindestens eines aus dem Bereich Energiestoffwechsel.13

Nach der Wiedergabe im IOM-Bericht gehören zum Bereich Energiegewinnung und -transport Herz-Kreislauf, Atmung und Temperaturregulation.2

Warum die Wahl der Kriterien zählt

Für die CCC und die ICC gibt es laut IOM nur wenige Validierungsstudien; die meisten Studien untersuchten die Fukuda-Definition. Das IQWiG empfiehlt, Diagnosekriterien international festzulegen und abzustimmen, als Voraussetzung für erfolgversprechende Forschung.2,5

Fünf Kriteriensätze im Vergleich

Fukuda 1994, Kanadische Konsenskriterien 2003, Internationale Konsenskriterien 2011, IOM 2015 und NICE 2021. Tippen Sie auf eine Zelle, um den Beleg zu sehen. Leere Zellen sind bewusst leer.

  • Pflicht
  • wählbar
  • häufig, nicht Pflicht
  • nicht vorgesehen
  • Angabe

Pflicht heißt hier: Der Kriteriensatz verlangt das Merkmal oder nennt eine notwendige Schwelle, so wie es die Tabelle ausdrücklich beschreibt.

MerkmalFukuda1994CCC2003ICC2011IOM2015NICE2021
Mindestdauer bei Erwachsenen
Dauer bei Kindern und Jugendlichen
PEM verpflichtend
Deutliche Funktionseinschränkung
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
Kognitive Störung
Orthostatische Intoleranz
Schmerz
Psychiatrische Ausschlüsse
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen

Eine Zelle anklicken oder mit den Pfeiltasten wählen: Hier erscheinen Erläuterung und Quelle.

Fukuda 1994

Fukuda 19942,16

Mindestdauer bei Erwachsenen
Pflicht mindestens 6 Monate
Dauer bei Kindern und Jugendlichen
keine Angabe keine Angabe
PEM verpflichtend
wählbar nein, eines von 8 wählbaren Symptomen
Deutliche Funktionseinschränkung
Pflicht erhebliche Minderung früherer Aktivitäten
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
wählbar wählbar (1 von 8)
Kognitive Störung
wählbar wählbar (1 von 8)
Orthostatische Intoleranz
nicht vorgesehen nicht unter den 8 Symptomen
Schmerz
wählbar wählbar (Muskel-, Gelenk-, Kopf-, Halsschmerz)
Psychiatrische Ausschlüsse
Angabe u. a. psychotische oder melancholische Depression, bipolare Störung, Schizophrenie
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen
Angabe u. a. Fibromyalgie, Angststörungen, nicht-melancholische Depression

CCC 2003

Kanadische Konsenskriterien (CCC) 20032

Mindestdauer bei Erwachsenen
Pflicht mindestens 6 Monate
Dauer bei Kindern und Jugendlichen
Pflicht mindestens 3 Monate
PEM verpflichtend
Pflicht ja (PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung)
Deutliche Funktionseinschränkung
Pflicht erhebliche Minderung des Aktivitätsniveaus
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
Pflicht Pflicht (Ausnahme)
Kognitive Störung
Pflicht Pflicht, mindestens zwei Symptome
Orthostatische Intoleranz
wählbar über die autonome Kategorie
Schmerz
Pflicht Pflicht (Ausnahme)
Psychiatrische Ausschlüsse
Angabe primäre psychiatrische Störungen, Substanzmissbrauch
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen
Angabe u. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Depression, Migräne

ICC 2011

Internationale Konsenskriterien (ICC) 201113

Mindestdauer bei Erwachsenen
nicht vorgesehen keine feste Mindestdauer
Dauer bei Kindern und Jugendlichen
nicht vorgesehen keine feste Mindestdauer
PEM verpflichtend
Pflicht ja (postexertionelle neuroimmune Erschöpfung)
Deutliche Funktionseinschränkung
Pflicht mindestens 50 Prozent weniger Aktivität
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
wählbar neurologisch (3 von 4)
Kognitive Störung
wählbar neurologisch (3 von 4)
Orthostatische Intoleranz
wählbar über den Bereich Energiegewinnung und -transport
Schmerz
wählbar neurologisch (3 von 4)
Psychiatrische Ausschlüsse
Angabe primäre psychiatrische und somatoforme Störungen, Substanzmissbrauch
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen
Angabe u. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Migräne, reaktive Depression

IOM 2015

IOM 20152

Mindestdauer bei Erwachsenen
Pflicht mehr als 6 Monate
Dauer bei Kindern und Jugendlichen
Angabe Kinder eingeschlossen, keine eigene Dauer
PEM verpflichtend
Pflicht ja
Deutliche Funktionseinschränkung
Pflicht deutliche Einschränkung früherer Aktivitäten
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
Pflicht Pflicht
Kognitive Störung
wählbar wahlweise, alternativ orthostatische Intoleranz
Orthostatische Intoleranz
wählbar wahlweise, alternativ kognitive Störung
Schmerz
nicht vorgesehen nicht unter den Pflicht- oder Wahlkriterien
Psychiatrische Ausschlüsse
Angabe keine eigene Liste; ärztliche Abklärung
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen
Angabe zusätzliche primäre Schlafstörung schließt nicht aus

NICE 2021

NICE NG206 20211

Mindestdauer bei Erwachsenen
Pflicht Verdacht ab 6 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten
Dauer bei Kindern und Jugendlichen
Pflicht Verdacht ab 4 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten
PEM verpflichtend
Pflicht ja
Deutliche Funktionseinschränkung
Pflicht deutlich verminderte Alltagsfähigkeit
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörung
Pflicht Pflicht
Kognitive Störung
Pflicht Pflicht
Orthostatische Intoleranz
häufig, nicht Pflicht häufig, nicht Pflicht
Schmerz
häufig, nicht Pflicht häufig, nicht Pflicht
Psychiatrische Ausschlüsse
Angabe Beschwerden nicht durch eine andere Erkrankung erklärt
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungen
keine Angabe keine Angabe

Kurzfassungen; maßgeblich ist der zitierte Beleg je Zelle. Fukuda und CCC sind über die Primärtexte (Fukuda 1994; CCC 2003, Journal of Chronic Fatigue Syndrome) sowie die Wiedergabe im IOM-Bericht (Tabelle 3-1) und in der DEGAM-Leitlinie belegt. CCC: Im Original heißt das Kriterium „PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung“; nach einer Fußnote kann die Diagnose bei wenigen Betroffenen mit infektartigem Beginn auch ohne Schmerzen oder Schlafstörung erwogen werden, wenn keine andere Diagnose passt. ICC: Neben der postexertionellen neuroimmunen Erschöpfung ist mindestens ein Symptom aus drei von vier neurologischen und aus drei von fünf immunologisch-gastrointestinal-urogenitalen Kategorien sowie mindestens eines aus dem Bereich Energiegewinnung nötig; nicht jedes Einzelmerkmal ist Pflicht, und gemeint sind Beschwerden, keine Laborwerte. Eine deutliche Funktionseinschränkung verlangen alle fünf Kriteriensätze. Leere Zellen sind bewusst leer. Die Tabelle eignet sich nicht zur Selbstdiagnose.

Werte als Tabelle
Kriteriensätze für ME/CFS im Vergleich
MerkmalFukuda 1994Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011IOM 2015NICE NG206 2021
Mindestdauer bei Erwachsenenmindestens 6 Monatemindestens 6 Monatekeine feste Mindestdauermehr als 6 MonateVerdacht ab 6 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten
Dauer bei Kindern und Jugendlichen–mindestens 3 Monatekeine feste MindestdauerKinder eingeschlossen, keine eigene DauerVerdacht ab 4 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten
PEM verpflichtendnein, eines von 8 wählbaren Symptomenja (PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung)ja (postexertionelle neuroimmune Erschöpfung)jaja
Deutliche Funktionseinschränkungerhebliche Minderung früherer Aktivitätenerhebliche Minderung des Aktivitätsniveausmindestens 50 Prozent weniger Aktivitätdeutliche Einschränkung früherer Aktivitätendeutlich verminderte Alltagsfähigkeit
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörungwählbar (1 von 8)Pflicht (Ausnahme)neurologisch (3 von 4)PflichtPflicht
Kognitive Störungwählbar (1 von 8)Pflicht, mindestens zwei Symptomeneurologisch (3 von 4)wahlweise, alternativ orthostatische IntoleranzPflicht
Orthostatische Intoleranznicht unter den 8 Symptomenüber die autonome Kategorieüber den Bereich Energiegewinnung und -transportwahlweise, alternativ kognitive Störunghäufig, nicht Pflicht
Schmerzwählbar (Muskel-, Gelenk-, Kopf-, Halsschmerz)Pflicht (Ausnahme)neurologisch (3 von 4)nicht unter den Pflicht- oder Wahlkriterienhäufig, nicht Pflicht
Psychiatrische Ausschlüsseu. a. psychotische oder melancholische Depression, bipolare Störung, Schizophrenieprimäre psychiatrische Störungen, Substanzmissbrauchprimäre psychiatrische und somatoforme Störungen, Substanzmissbrauchkeine eigene Liste; ärztliche AbklärungBeschwerden nicht durch eine andere Erkrankung erklärt
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungenu. a. Fibromyalgie, Angststörungen, nicht-melancholische Depressionu. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Depression, Migräneu. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Migräne, reaktive Depressionzusätzliche primäre Schlafstörung schließt nicht aus–

Quellen 1,2,8,13,16,17

Vergleichstabelle mit allen Fußnoten, Kriteriensätze
Kriteriensätze für ME/CFS im Vergleich
MerkmalFukuda 1994Kanadische Konsenskriterien (CCC) 2003Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011IOM 2015NICE NG206 2021
Mindestdauer bei Erwachsenenmindestens 6 Monatemindestens 6 Monatekeine feste Mindestdauermehr als 6 MonateVerdacht ab 6 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten1,2,13,16
Dauer bei Kindern und Jugendlichen–mindestens 3 Monatekeine feste MindestdauerKinder eingeschlossen, keine eigene DauerVerdacht ab 4 Wochen, Diagnose nach 3 Monaten1,2,8,13
PEM verpflichtendnein, eines von 8 wählbaren Symptomenja (PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung)ja (postexertionelle neuroimmune Erschöpfung)jaja1,2,13,16
Deutliche Funktionseinschränkungerhebliche Minderung früherer Aktivitätenerhebliche Minderung des Aktivitätsniveausmindestens 50 Prozent weniger Aktivitätdeutliche Einschränkung früherer Aktivitätendeutlich verminderte Alltagsfähigkeit1,2,13,16,17
Unerholsamer Schlaf oder Schlafstörungwählbar (1 von 8)Pflicht (Ausnahme)neurologisch (3 von 4)PflichtPflicht1,2,13,16,17
Kognitive Störungwählbar (1 von 8)Pflicht, mindestens zwei Symptomeneurologisch (3 von 4)wahlweise, alternativ orthostatische IntoleranzPflicht1,2,13,16
Orthostatische Intoleranznicht unter den 8 Symptomenüber die autonome Kategorieüber den Bereich Energiegewinnung und -transportwahlweise, alternativ kognitive Störunghäufig, nicht Pflicht1,2,16
Schmerzwählbar (Muskel-, Gelenk-, Kopf-, Halsschmerz)Pflicht (Ausnahme)neurologisch (3 von 4)nicht unter den Pflicht- oder Wahlkriterienhäufig, nicht Pflicht1,2,13,16,17
Psychiatrische Ausschlüsseu. a. psychotische oder melancholische Depression, bipolare Störung, Schizophrenieprimäre psychiatrische Störungen, Substanzmissbrauchprimäre psychiatrische und somatoforme Störungen, Substanzmissbrauchkeine eigene Liste; ärztliche AbklärungBeschwerden nicht durch eine andere Erkrankung erklärt1,2,13
Ausdrücklich erlaubte Begleiterkrankungenu. a. Fibromyalgie, Angststörungen, nicht-melancholische Depressionu. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Depression, Migräneu. a. Fibromyalgie, Reizdarm, Migräne, reaktive Depressionzusätzliche primäre Schlafstörung schließt nicht aus–2,13

Kurzfassungen; maßgeblich ist der zitierte Beleg je Zelle. Fukuda und CCC sind über die Primärtexte (Fukuda 1994; CCC 2003, Journal of Chronic Fatigue Syndrome) sowie die Wiedergabe im IOM-Bericht (Tabelle 3-1) und in der DEGAM-Leitlinie belegt. CCC: Im Original heißt das Kriterium „PEM und/oder Erschöpfung nach Belastung“; nach einer Fußnote kann die Diagnose bei wenigen Betroffenen mit infektartigem Beginn auch ohne Schmerzen oder Schlafstörung erwogen werden, wenn keine andere Diagnose passt. ICC: Neben der postexertionellen neuroimmunen Erschöpfung ist mindestens ein Symptom aus drei von vier neurologischen und aus drei von fünf immunologisch-gastrointestinal-urogenitalen Kategorien sowie mindestens eines aus dem Bereich Energiegewinnung nötig; nicht jedes Einzelmerkmal ist Pflicht, und gemeint sind Beschwerden, keine Laborwerte. Eine deutliche Funktionseinschränkung verlangen alle fünf Kriteriensätze. Leere Zellen sind bewusst leer. Die Tabelle eignet sich nicht zur Selbstdiagnose.1,2,8,13,16,17

Erklärvideo · 24 s

Kriteriensätze: woran die Diagnose gemessen wird

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Einen Test, der ME/CFS beweist, gibt es derzeit nicht. Die Diagnose stützt sich auf Kriteriensätze, die allein auf Symptomen beruhen. Diese unterscheiden sich vor allem darin, ob PEM Pflicht ist und wie lange die Beschwerden bestehen müssen. Bei den Fukuda-Kriterien ist PEM nur eines von acht wählbaren Symptomen, bei NICE ist sie Pflicht.1,2,5,13,16


Was sagen Leitlinien, Konsensgruppen und Berichte?

NICE (Großbritannien)

Die NICE-Leitlinie NG206 erschien am 29. Oktober 2021; bei der Überprüfung am 24. Januar 2025 fand NICE keine Evidenz, die die Empfehlungen ändern würde. Sie beruht auf Studien aus der Zeit vor der COVID-19-Pandemie und soll nicht ungeprüft auf Post-COVID übertragen werden.1

IOM und CDC (USA)

Den IOM-Bericht von 2015 beauftragten mehrere US-Behörden, darunter die NIH, die CDC und die FDA.2 Nach einer Übersicht in Mayo Clinic Proceedings hat die US-Gesundheitsbehörde CDC die 2015 veröffentlichten Diagnosekriterien übernommen. Dort fassten 2021 auch 21 auf ME/CFS spezialisierte US-Klinikerinnen und -Kliniker, die US ME/CFS Clinician Coalition, ihre wichtigsten Empfehlungen zu Diagnose und Behandlung zusammen.18

EUROMENE (Europa)

EUROMENE ist ein europäisches Netzwerk von Forschenden und Gesundheitsfachleuten, gefördert von 2016 bis 2020; seine Empfehlungen entstanden mit Fachleuten aus 22 Ländern und erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift. Das Netzwerk empfiehlt die CCC zur Bestätigung der Diagnose bei Erwachsenen und Kindern.19

Leitlinien in Deutschland

Eine eigenständige AWMF-Leitlinie speziell zu ME/CFS gibt es nicht (Abruf des AWMF-Registers am 8. Oktober 2026). Angemeldet ist seit 20. September 2024 die S1-Leitlinie „Fatigue und krankhafte Erschöpfbarkeit bei neurologischen Erkrankungen“ (030-149) der Deutschen Gesellschaft für Neurologie mit einem Unterkapitel zu ME/CFS; ihre Fertigstellung ist für den 31. Dezember 2026 geplant.20

Die S3-Leitlinie „Müdigkeit“ der DEGAM (053-002) enthält ein eigenes Kapitel zu ME/CFS und gilt laut AWMF-Register (Abruf 8. Oktober 2026) in der Fassung vom 5. Januar 2023 bis 22. Dezember 2027. Zum ME/CFS-Teil gibt es ein Sondervotum der Fachgesellschaften DKPM, DGPM, DGIM und DGPPN.8,20 Die DEGAM empfiehlt, bei mindestens 3 Monate anhaltender, ungeklärter Müdigkeit die IOM-Kriterien zu prüfen und eine Verdachtsdiagnose nach 6 Monaten neu zu bewerten. Körperliche Aktivierungen auf Grundlage des Dekonditionierungskonzepts sollen bei ME/CFS nicht angeboten werden.8

Die S1-Leitlinie Long/Post-COVID (020-027, Stand Mai 2024) ist laut AWMF-Register seit 31. Mai 2026 abgelaufen; die angemeldete S2k-Fassung war am 8. Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht. Für die Diagnose nennt die abgelaufene S1-Fassung die IOM-Kriterien als Screening und die strengeren Kanadischen Konsenskriterien.20,21

IQWiG-Bericht 2023

Das IQWiG veröffentlichte seinen Bericht zum Kenntnisstand im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums am 15. Mai 2023. Von 85 randomisierten Therapiestudien verwendeten 77 weder Kriterien mit PEM noch berichteten sie den Anteil mit PEM; ausgewertet wurden deshalb nur 8.5

G-BA-Richtlinie

Die Long-COVID-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist seit 9. Mai 2024 in Kraft und regelt eine koordinierte, berufsgruppenübergreifende Versorgung. Sie gilt ausdrücklich auch für Menschen aller Altersgruppen mit ME/CFS, unabhängig davon, ob eine COVID-19-Erkrankung vorausging.22

Charité Fatigue Centrum und Patientenorganisation

Zum Stand der DEGAM-Leitlinie waren in Deutschland nur zwei Hochschulambulanzen auf ME/CFS spezialisiert: das Charité Fatigue Centrum in Berlin und das Chronische Fatigue Centrum für junge Menschen an der TU München.8 Das Charité Fatigue Centrum will nach eigener Angabe Ursachen der Fatigue erforschen, diagnostische Marker entwickeln, Therapiestudien durchführen und Fortbildungen anbieten. Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS ist eine Patientenorganisation, die sich nach eigener Angabe für mehr Forschung, Anerkennung und bessere Versorgung einsetzt.23,24

Eine Fachdebatte

Eine Übersicht in Der Nervenarzt (2023) kritisiert, dass die IOM-Kriterien auf subjektiven Beschreibungen beruhen, und hält wegen häufiger psychischer Begleiterkrankungen eine psychosomatische Entstehung für diskussionswürdig. NICE, IOM und IQWiG vertreten diese umstrittene Position so nicht.25

Leitlinien und Berichte: Stand am 8. Oktober 2026
DokumentStandBezug zu ME/CFS
NICE-Leitlinie NG206 (Großbritannien)veröffentlicht 29.10.2021; Überprüfung 24.01.2025 ohne Änderungsbedarfeigene ME/CFS-Leitlinie1
DEGAM S3-Leitlinie Müdigkeit (053-002)gültig bis 22.12.2027eigenes Kapitel ME/CFS, Sondervotum mehrerer Fachgesellschaften8,20
DGN S1-Leitlinie Fatigue bei neurologischen Erkrankungen (030-149)angemeldet, Fertigstellung geplant 31.12.2026Unterkapitel ME/CFS20
S1-Leitlinie Long/Post-COVID (020-027)Stand Mai 2024; laut Register gültig bis 31.05.2026, abgelaufen; S2k-Fassung angemeldet, nicht veröffentlichtnennt IOM- und Kanadische Kriterien20,21
IQWiG-Bericht N21-01veröffentlicht 15.05.2023Kenntnisstand im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums5
G-BA Long-COVID-Richtliniein Kraft seit 09.05.2024gilt ausdrücklich auch für ME/CFS22
G-BA Off-Label-Use (Arzneimittel-Richtlinie Anlage VI)Beschlüsse 02.04.2026, in Kraft 11.06.2026; Vortioxetin-Änderung (Herstellerzustimmung widerrufen) 08.09.2026, nicht in Kraftnur Agomelatin auch für postinfektiöse ME/CFS; Metformin zur Vorbeugung26,27,28

Eine eigenständige AWMF-Leitlinie speziell zu ME/CFS gibt es nicht. Stände vor Veröffentlichung erneut prüfen.1,5,8,20,21,22,26,27,28


Wie läuft die Diagnose bei ME/CFS ab?

Es gibt derzeit keinen diagnostischen Test für ME/CFS; die Diagnose wird allein klinisch gestellt. Das IOM empfiehlt, ME/CFS zu diagnostizieren, wenn die Kriterien nach angemessener Anamnese, körperlicher Untersuchung und medizinischer Abklärung erfüllt sind.1,2

Illustration: Ständer mit Probenröhrchen ohne Beschriftung und eine gläserne Schilddrüse, durch eine feine Lichtlinie verbunden.
KI-generierte Illustration: Sinnbild der Laborabklärung, keine vollständige Liste.
  1. Schritt 1: Gespräch und Untersuchung

    Bei Verdacht empfiehlt NICE eine ärztliche Beurteilung mit Anamnese, Begleiterkrankungen, körperlicher und seelischer Gesundheit, eine körperliche Untersuchung und eine Einschätzung der psychosozialen Folgen.1 Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt bei ungeklärter Müdigkeit unter anderem eine orientierende neurologische Untersuchung.8

  2. Schritt 2: Andere Ursachen ausschließen

    Laboruntersuchungen dienen dazu, andere Erkrankungen und Begleiterkrankungen zu erkennen; einen validierten Diagnosetest für ME/CFS gibt es nicht.18 Ob Untersuchungen über die Basisdiagnostik hinaus ohne hinweisende Befunde behandelbare Ursachen aufdecken, ist laut DEGAM nicht belegt.8

  3. Schritt 3: Kriterien prüfen

    Für die hausärztliche Praxis empfiehlt die DEGAM-Leitlinie, bei Verdacht die Kanadischen Konsenskriterien zu erfassen.8

  4. Schon bei Verdacht: Belastung anpassen

    Schon bei Verdacht sollen Betroffene laut NICE nicht mehr Energie verbrauchen, als sie zur Verfügung haben, und Beschwerden nicht „durchdrücken“.1 Nach der Long-COVID-Richtlinie des G-BA soll die Ausschlussdiagnostik einen zeitnahen Behandlungsbeginn nicht verzögern und in ihrem Umfang an die Belastbarkeit angepasst werden.22

  5. Schritt 4: Spezialisierte Versorgung

    Eine Überweisung in die spezialisierte Versorgung ist nach der G-BA-Richtlinie spätestens zu erwägen bei drei Monaten Arbeitsunfähigkeit, vier Wochen Schulunfähigkeit oder ME/CFS mit mindestens mittelgradigem Schweregrad.22 NICE sieht für Erwachsene nach der Diagnose die Überweisung an ein spezialisiertes ME/CFS-Team vor; bei Unsicherheit sollen Hausärztinnen und Hausärzte fachlichen Rat einholen.1

    Die Beschwerden dürfen nach der DEGAM-Leitlinie keinesfalls als eingebildet abgetan werden; zugleich darf niemandem versprochen werden, dass die Erkrankung sicher ausheilt.8

Im Notfall

Wie ME/CFS diagnostiziert wird

Der Weg zur Diagnose in vier Schritten nach NICE, DEGAM und G-BA. Einen Test, der ME/CFS beweist, gibt es nicht.

GrundsatzEs gibt derzeit keinen diagnostischen Test für ME/CFS; die Diagnose wird allein klinisch gestellt. Das IOM empfiehlt, ME/CFS zu diagnostizieren, wenn die Kriterien nach angemessener Anamnese, körperlicher Untersuchung und medizinischer Abklärung erfüllt sind.1,2

  1. Gespräch und Untersuchung

    • Bei Verdacht empfiehlt NICE eine ärztliche Beurteilung mit Anamnese, Begleiterkrankungen, körperlicher und seelischer Gesundheit, eine körperliche Untersuchung und eine Einschätzung der psychosozialen Folgen.1
    • Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt bei ungeklärter Müdigkeit unter anderem eine orientierende neurologische Untersuchung.8
    • Manche Betroffene haben ihren Alltag bereits so angepasst, dass sie PEM vermeiden. Das IOM rät deshalb, gezielt mit mehreren Fragen danach zu suchen; ein Tagebuch über ein bis zwei Wochen, in dem Aktivitäten und Beschwerden notiert werden, kann helfen.2
  2. Andere Ursachen ausschließen

    • Laboruntersuchungen dienen dazu, andere Erkrankungen und Begleiterkrankungen zu erkennen; einen validierten Diagnosetest für ME/CFS gibt es nicht.18
    • Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt bei primär ungeklärter Müdigkeit als Basislabor Blutzucker, großes Blutbild, Blutsenkung oder CRP, Transaminasen oder Gamma-GT und TSH.8
    • Ob Untersuchungen über die Basisdiagnostik hinaus ohne hinweisende Befunde behandelbare Ursachen aufdecken, ist laut DEGAM nicht belegt.8
  3. Kriterien prüfen

    • Die DEGAM empfiehlt, bei mindestens 3 Monate anhaltender, ungeklärter Müdigkeit die IOM-Kriterien zu prüfen und eine Verdachtsdiagnose nach 6 Monaten neu zu bewerten. Körperliche Aktivierungen auf Grundlage des Dekonditionierungskonzepts sollen bei ME/CFS nicht angeboten werden.8
    • Für die hausärztliche Praxis empfiehlt die DEGAM-Leitlinie, bei Verdacht die Kanadischen Konsenskriterien zu erfassen.8
    VerdachtErwachsene: mindestens 6 WochenKinder und Jugendliche: mindestens 4 Wochen
    Diagnosenach 3 Monaten

    Zeitangaben nach NICE für die Dauer der Beschwerden: Ein Verdacht besteht, wenn sie die Alltagsfähigkeit deutlich mindern und bei Erwachsenen mindestens 6, bei Kindern und Jugendlichen mindestens 4 Wochen anhalten; gestellt wird die Diagnose nach 3 Monaten.1

  4. Spezialisierte Versorgung

    • Eine Überweisung in die spezialisierte Versorgung ist nach der G-BA-Richtlinie spätestens zu erwägen bei drei Monaten Arbeitsunfähigkeit, vier Wochen Schulunfähigkeit oder ME/CFS mit mindestens mittelgradigem Schweregrad.22
    • NICE sieht für Erwachsene nach der Diagnose die Überweisung an ein spezialisiertes ME/CFS-Team vor; bei Unsicherheit sollen Hausärztinnen und Hausärzte fachlichen Rat einholen.1

Quellen 1,2,8,18,22


Welche Untersuchungen sind nötig und welche sind Forschung?

Bei Menschen mit ME/CFS finden sich zwar häufig biologische Auffälligkeiten, keiner dieser Marker ist aber empfindlich und spezifisch genug für einen Diagnosetest. Trotz erheblicher Einschränkung liegen die Routinelaborwerte meist im Normbereich.14,29

Basislabor zum Ausschluss anderer Ursachen

Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt bei primär ungeklärter Müdigkeit als Basislabor Blutzucker, großes Blutbild, Blutsenkung oder CRP, Transaminasen oder Gamma-GT und TSH.8 NICE nennt bei Verdacht auf ME/CFS darüber hinaus unter anderem Urinstatus, Nieren- und Leberwerte, Calcium und Phosphat, HbA1c, Ferritin, einen Zöliakie-Suchtest und die Kreatinkinase.1

Weitere Werte wie Vitamin D, Vitamin B12 und Folsäure oder ein Morgen-Cortisol wählt die Ärztin oder der Arzt nach klinischem Urteil. Die CDC warnen vor ausgedehnter Labordiagnostik ohne klinischen Verdacht, weil dann falsch positive Befunde drohen.1,29 Eine Schlaflaboruntersuchung ist für die Diagnose nicht nötig, kann aber helfen, behandelbare Schlafstörungen zu erkennen.2

Stehtest und POTS

Illustration: gesichtslose Porzellanfigur lehnt aufrecht an einer hellen Wand; eine feine Lichtlinie läuft am Körper entlang (Sinnbild für Beschwerden im Stehen).
KI-generierte Illustration: Sinnbild für Beschwerden im Stehen; die Linie ist keine Messung.

Ein POTS setzt nach internationalem Konsens Beschwerden beim Aufrechtsein voraus, die seit mindestens drei Monaten bestehen. Hinzu kommt ein Puls, der beim Wechsel vom Liegen zum Stehen innerhalb von 10 Minuten anhaltend um mindestens 30 Schläge pro Minute steigt (bei 12- bis 19-Jährigen um mindestens 40), wobei kein Blutdruckabfall um systolisch mindestens 20 oder diastolisch mindestens 10 mmHg vorliegt. Ein einzelner kurzer Pulsanstieg genügt für die Diagnose nicht.30,31,32 Für eine ausreichende Kreislaufbelastung sind meist mindestens zehn Minuten Stehen nötig, und der Test muss beaufsichtigt werden, weil Ohnmacht und Verletzungen möglich sind. Eine Kipptischuntersuchung erfolgt laut CDC bei Bedarf, oft in Absprache mit Spezialistinnen und Spezialisten.2,29

Vor der Diagnose POTS sind andere Ursachen eines schnellen Pulses auszuschließen, etwa Schilddrüsenerkrankungen, Blutarmut, Flüssigkeitsmangel oder Medikamentenwirkungen.31

Studiendetails: Orthostase: Stehtest und POTS

In Studien mit kurzer Orthostase-Testung lag die zusammengefasste POTS-Häufigkeit bei Erwachsenen mit ME/CFS bei 27 Prozent, bei Gesunden bei 4,2 Prozent; je nach Messmethode, Auswahl und Dauer schwankte der Anteil auffälliger Befunde zwischen 14 und 67 Prozent.2

Fragebögen: Orientierung, keine Diagnose

Das IOM nennt den DePaul Symptom Questionnaire (DSQ) als in der Forschung vielfach genutzte Grundlage für klinisch validierte Fragebögen. Fünf PEM-Fragen daraus (DSQ-PEM) wurden von einer NIH/CDC-Arbeitsgruppe als erster Schritt zur Erfassung der Belastungsintoleranz empfohlen.2,33 Die deutsche Fassung des DSQ-PEM erwies sich in einer ersten, vorläufigen Validierungsstudie als zuverlässig und gültig, geprüft an einer Bevölkerungsstichprobe und an Menschen mit Post-COVID-Zustand, nicht speziell an ME/CFS.34

Studiendetails: PEM-Fragebogen: Fragebögen: Orientierung, keine Diagnose

In der Entwicklungsstudie, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift, ordneten fünf Zusatzfragen zur Dauer der PEM 81,7 Prozent der Menschen mit ME/CFS richtig zu, stuften aber 16,6 Prozent der Menschen mit Multipler Sklerose oder Post-Polio-Syndrom fälschlich als ME/CFS ein. Auch ein guter Fragebogen ersetzt deshalb keine ärztliche Diagnose.33

Den Munich-Berlin-Symptom-Questionnaire (MBSQ) haben das Münchner Chronische Fatigue Centrum und das Charité Fatigue Centrum entwickelt. Nach der inzwischen abgelaufenen S1-Leitlinie Long/Post-COVID soll er nicht als Selbsttest, sondern als Grundlage eines strukturierten Arztgesprächs dienen.8,21

Die Bell-Skala beschreibt das Funktionsniveau von 0 bis 100; ein Wert von 20 bedeutet, dass Betroffene den größten Teil des Tages bettlägerig sind.35 Die Fatigue Severity Scale (FSS) reicht von 9 bis 63 Punkten; ab 36 Punkten gilt die Erschöpfung als relevant. Im Gesundheitsfragebogen SF-36 gilt in Charité-Studien ein Anstieg der Skala körperliche Funktionsfähigkeit um mindestens 10 Punkte als klinisch bedeutsam.36 Die FSS wurde ursprünglich bei Multipler Sklerose und Lupus erythematodes erprobt und ist nicht speziell für ME/CFS entwickelt.37

Zwei-Tages-Belastungstest (CPET): Stellenwert und Risiko

Illustration: heller Untersuchungsraum mit leerem Fahrradergometer und einer Atemmaske am Ständer, ohne Person.
KI-generierte Illustration: Ergometer für den Belastungstest, ohne Person.

Beim Zwei-Tages-Belastungstest werden zwei Spiroergometrien im Abstand von 24 Stunden durchgeführt. Nach dem IOM-Bericht stützen Studien ihn als objektiven Hinweis, dass Anstrengung die Leistungsfähigkeit am Folgetag bei einem Teil der Erkrankten senkt; für die Diagnose ist er nicht erforderlich.2

Studiendetails: Zwei-Tages-Test: Zwei-Tages-Belastungstest (CPET): Stellenwert und Risiko

Eine Zwei-Tages-Studie mit 84 Menschen mit ME/CFS nach Kanadischen Kriterien und 71 bewegungsarmen Gesunden ist nach Angabe der Autorinnen und Autoren die bislang größte; sie erschien in einer kleineren Fachzeitschrift. Bei ME/CFS sank die maximale Sauerstoffaufnahme im Mittel von 20,8 auf 19,7 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht und Minute (Gesunde: 22,7 auf 22,4), die Leistung an der ventilatorischen Schwelle von 51,2 auf 46,4 Watt (Gesunde: 71,3 auf 68,9 Watt). Der Effekt an der Schwelle war klein, sein Vertrauensbereich schloss null ein. Die Gruppenmittel streuen stark; ein Grenzwert für die Diagnose einzelner Menschen lässt sich daraus nicht ableiten.39

Handkraftmessung

Illustration: Hand einer gesichtslosen Porzellanfigur umfasst ein Handkraftmessgerät ohne Skala.
KI-generierte Illustration: Sinnbild der wiederholten Handkraftmessung, keine reale Person.

Die wiederholte Messung der Handkraft über wenige Minuten mit einem Handdynamometer nennt die inzwischen abgelaufene S1-Leitlinie Long/Post-COVID als einfache Methode, körperliche Fatigue zu erfassen. Beim Charité-Protokoll drückt man zehnmal hintereinander mit maximaler Kraft einen Handkraftmesser; nach einer Stunde Pause wird die Messung wiederholt.21,40 In einer kleineren Charité-Studie war die Handkraft bei ME/CFS deutlich niedriger als bei Gesunden. Auch Frauen mit krebsbedingter Fatigue hatten im zweiten Durchgang weniger Kraft; der Test ist also nicht spezifisch. Eine kleine Nachauswertung derselben Daten deutet auf eine nicht maximale Kraftentfaltung hin und stellt die Eignung als Biomarker infrage.40,41

Studiendetails: Handkraft: Handkraftmessung

In dieser kleinen Studie lag die mittlere Handkraft der Frauen im ersten Durchgang mit ME/CFS bei 14,6 kg, gesund bei 25,6 kg; nach einer Stunde sank sie bei Frauen mit ME/CFS auf 12,9 kg, gesunde Frauen lagen bei 25,9 kg.40

Autoantikörper: Forschungsbefund, keine Routinediagnostik

Schematische Illustration: Ausschnitt einer Zellmembran mit einem Rezeptor, an den goldene Y-förmige Antikörper binden.
KI-generierte schematische Illustration: Antikörper an einem Rezeptor, stark vereinfacht, keine Strukturabbildung.

Antikörper gegen Rezeptoren des autonomen Nervensystems sind ein Forschungsbefund und keine Routinediagnostik; auch die DEGAM-Leitlinie leitet aus Hinweisen auf ihre Rolle keinen Test ab. Eine kleine Berliner Studie fand bei 29,5 Prozent der Erkrankten erhöhte Antikörper gegen mindestens einen der untersuchten Rezeptoren.8,42 Eine kleine schwedische Bestätigungsstudie fand erhöhte Werte im Plasma, die aber nicht mit der Schwere der Erkrankung zusammenhingen.43 Bei POTS fand eine Studie in Circulation mit einem handelsüblichen Test keine signifikanten Unterschiede der Rezeptor-Antikörper zwischen Erkrankten und Gesunden. Die Autorinnen und Autoren folgern, dass diese Tests eine Autoimmunursache nicht belegen können.44

Untersuchungen bei Verdacht auf ME/CFS: Routine und Forschung
UntersuchungZweckStellenwert
Basislabor: Blutzucker, großes Blutbild, Blutsenkung oder CRP, Leberwerte, TSHAusschluss anderer UrsachenRoutine bei ungeklärter Müdigkeit (DEGAM)8
Erweitertes Labor: Urinstatus, Nierenwerte, Calcium und Phosphat, HbA1c, Ferritin, Zöliakie-Suchtest, KreatinkinaseAusschluss anderer Ursachenbei Verdacht auf ME/CFS (NICE)1
Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure, Morgen-CortisolAusschluss anderer Ursachennach klinischem Urteil1,29
Schlaflaborbehandelbare Schlafstörungen erkennenfür die Diagnose nicht nötig2
Stehtest über 10 Minutenorthostatische Intoleranz, POTSbei Hinweisen; beaufsichtigt2,29,30,31,32
KipptischuntersuchungKreislauf im Stehen genauer prüfenbei Bedarf, oft mit Spezialistinnen und Spezialisten2,29
Fragebögen: DSQ-PEM, Bell-Skala, FSS, SF-36, MBSQBeschwerden strukturiert erfassenOrientierung, keine Diagnose, kein Selbsttest2,8,21,33,35,36
Zwei-Tages-Belastungstest (CPET)verminderte Erholung objektiv zeigenfür die Diagnose nicht erforderlich; Risiko schwerer Verschlechterung2,38
Handkraftmessung (Charité-Protokoll)Ermüdbarkeit der Muskulatur erfasseneinfache Methode laut Leitlinie; nicht spezifisch21,40,41
Autoantikörper gegen Rezeptoren des autonomen NervensystemsForschungsfrageForschungsbefund, keine Routinediagnostik8,42

Kein Laborwert und kein Gerätetest beweist ME/CFS. Die Auswahl richtet sich nach Beschwerden und Befund; ausgedehnte Diagnostik ohne Verdacht birgt das Risiko falsch positiver Befunde.1,2,8,21,29,30,31,32,33,35,36,38,40,41,42

Zwei Belastungstests im Abstand von 24 Stunden

Gruppenmittel aus einer Studie mit 84 Menschen mit ME/CFS und 71 bewegungsarmen Gesunden, nach Angabe der Autorinnen und Autoren der bislang größten, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift. Daraus lässt sich kein Grenzwert für einzelne Menschen ableiten.

kleinere Fachzeitschrift Nach Angabe der Autorinnen und Autoren die bislang größte Zwei-Tages-Studie; Gruppenmittel mit großer Streuung, kein Grenzwert für die Diagnose. Der Effekt an der Schwelle war klein, sein Vertrauensbereich schloss null ein. Der Test kann eine lange Verschlechterung auslösen.2,39

  • Tag 1
  • Tag 2 (24 Stunden später)

Maximale Sauerstoffaufnahme ml/kg/min

Menschen mit ME/CFS n = 84

Tag 120,8
Tag 219,7

Bewegungsarme Gesunde n = 71

Tag 122,7
Tag 222,4

Leistung an der ventilatorischen Schwelle Watt

Menschen mit ME/CFS n = 84

Tag 151,2
Tag 246,4

Bewegungsarme Gesunde n = 71

Tag 171,3
Tag 268,9

Zeit bis zur Erholung nach dem Zwei-Tages-Test Tage, Mittel

kleine Studie Eine andere kleine Studie, andere Gruppe: 80 Menschen mit ME/CFS, 64 bewegungsarme Gesunde38

ME/CFS12,7
Gesunde2,1

Nach einem Zwei-Tages-Test reichte die selbst eingeschätzte Erholungszeit bei Menschen mit ME/CFS von 1 bis 64 Tagen, bei bewegungsarmen Gesunden von 1 bis 10 Tagen.38

Nach dem IOM-Bericht stützen Studien ihn als objektiven Hinweis, dass Anstrengung die Leistungsfähigkeit am Folgetag bei einem Teil der Erkrankten senkt; für die Diagnose ist er nicht erforderlich.2

Werte als Tabelle
Zwei-Tages-Belastungstest
MessgrößeGruppeTag 1Tag 2
Maximale Sauerstoffaufnahme (ml/kg/min)Menschen mit ME/CFS, n = 8420,819,7
Maximale Sauerstoffaufnahme (ml/kg/min)bewegungsarme Gesunde, n = 7122,722,4
Leistung an der ventilatorischen Schwelle (Watt)Menschen mit ME/CFS, n = 8451,246,4
Leistung an der ventilatorischen Schwelle (Watt)bewegungsarme Gesunde, n = 7171,368,9

Quellen 2,38,39

Handkraft im ersten und zweiten Durchgang

Zehn Züge mit maximaler Kraft, nach einer Stunde Pause wiederholt. Frauen und Männer getrennt; Gruppenmittel einer kleinen Charité-Studie.

kleine Studie Kein Diagnosetest. Die Methode ist nicht spezifisch, und eine Nachauswertung stellt die Eignung als Biomarker infrage.40,41

Frauen

  • Gesunde Frauen n = 36
  • Krebsbedingte Fatigue (Vergleichsgruppe) n = 18
  • Frauen mit ME/CFS n = 61

Männer

  • Gesunde Männer n = 30
  • Männer mit ME/CFS n = 44

Die wiederholte Messung der Handkraft über wenige Minuten mit einem Handdynamometer nennt die inzwischen abgelaufene S1-Leitlinie Long/Post-COVID als einfache Methode, körperliche Fatigue zu erfassen.21 Beim Charité-Protokoll drückt man zehnmal hintereinander mit maximaler Kraft einen Handkraftmesser; nach einer Stunde Pause wird die Messung wiederholt.40

Auch Frauen mit krebsbedingter Fatigue hatten im zweiten Durchgang weniger Kraft; der Test ist also nicht spezifisch.40 Eine kleine Nachauswertung derselben Daten deutet auf eine nicht maximale Kraftentfaltung hin und stellt die Eignung als Biomarker infrage.41

Ausgewertet wurden 61 Frauen und 44 Männer mit ME/CFS, 36 gesunde Frauen und 30 gesunde Männer sowie 18 Frauen mit krebsbedingter Fatigue.40 Die Achsen von Frauen und Männern sind verschieden; die Gruppen werden nicht zusammengefasst.

Werte als Tabelle
Mittlere Handkraft in kg
GruppeDurchgang 1Durchgang 2 (nach einer Stunde)
Frauen mit ME/CFS (n = 61)14,612,9
Gesunde Frauen (n = 36)25,625,9
Frauen mit krebsbedingter Fatigue (n = 18)15,514,3
Männer mit ME/CFS (n = 44)26,324,5
Gesunde Männer (n = 30)41,844,2

Quellen 21,40,41


Welche Erkrankungen können ähnliche Erschöpfung verursachen?

Müdigkeit ist ein häufiges und unspezifisches Symptom: In einer deutschen Bevölkerungsbefragung gaben 31 Prozent der über 16-Jährigen an, manchmal oder häufig unter Ermüdungserscheinungen zu leiden.8

Was hinter Müdigkeit in der Hausarztpraxis steckt

Eine systematische Übersicht hausärztlicher Studien in einer kleineren Fachzeitschrift, auf die sich die DEGAM-Leitlinie stützt, fand bei Menschen mit Müdigkeit in etwa 18,5 Prozent eine Depression; nur sie war bei müden Menschen häufiger als bei Menschen ohne Müdigkeit. Eine Ursache im Einzelfall lässt sich aus solchen Häufigkeiten nicht ablesen.45 Schwerwiegende körperliche Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenfehlfunktion fanden sich zusammen bei etwa 4,3 Prozent, eine Blutarmut bei etwa 2,8 und eine Krebserkrankung bei etwa 0,6 Prozent. ME/CFS wurde bei 0,2 bis 1,8 Prozent diagnostiziert.8

Studiendetails: Kategorien: Was hinter Müdigkeit in der Hausarztpraxis steckt

In der Übersicht aus der kleineren Fachzeitschrift sind Blutarmut und Krebs Teil der schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen; die Werte überlappen und lassen sich nicht addieren.45

Depression und Angst

73 Prozent der Menschen mit Depression hatten in einer Bevölkerungsuntersuchung das Symptom Müdigkeit. Zwei Screeningfragen nach Niedergeschlagenheit und Interessenverlust schließen bei doppelter Verneinung eine ausgeprägte Depression mit hoher Sicherheit aus.8 PEM kann nach dem IOM helfen, ME/CFS von schwerer Depression abzugrenzen; in einer Studie gaben allerdings auch 64 Prozent der Menschen mit schwerer Depression eine Verschlechterung nach Belastung an.2

Schilddrüse, Nebenniere, Eisen

Typisch für eine Schilddrüsenunterfunktion sind neben Müdigkeit Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung und trockene Haut. Eine Nebennierenrindenunterfunktion zeigt sich unter anderem mit ungewolltem Gewichtsverlust, Blutdruckabfall beim Aufstehen und ausgeprägter Erschöpfung; die Diagnose wird oft verzögert gestellt.46,47 Erst ab einem Ferritin von 100 µg/l ist ein Eisenmangel weitgehend ausgeschlossen.8

Schlafapnoe und Schlafstörungen

Typisch für die obstruktive Schlafapnoe sind Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer und Schläfrigkeit; von behandlungsbedürftigen schlafbezogenen Atmungsstörungen ist bei etwa 4 Prozent der Bevölkerung auszugehen, gesichert wird die Diagnose apparativ. Die DEGAM wertet eine Schlafapnoe wegen des erhöhten Unfallrisikos als abwendbar gefährlichen Verlauf.8,48

Neurologische Erkrankungen

Bei Multipler Sklerose ist Müdigkeit oft schon in den Jahren vor der Diagnose überproportional häufig.8 Leitsymptom der Myasthenia gravis ist eine örtlich begrenzte oder allgemeine Muskelschwäche, ausgelöst durch Autoantikörper; die Diagnose stützt sich meist auf typische Symptome und einen Antikörpertest. Fehlen Antikörper, ist eine genaue klinische und neurophysiologische Untersuchung wichtig.49

Fibromyalgie, Zöliakie, Medikamente und Substanzen

Fibromyalgie ist durch ausgedehnte Schmerzen gekennzeichnet und geht oft mit Erschöpfung, Gedächtnisproblemen und Schlafstörungen einher; mit ME/CFS überschneidet sie sich häufig.8,50 Eine Zöliakie-Abklärung ist vor allem bei Zusatzbeschwerden wie Magen-Darm-Problemen, Blutarmut oder erhöhten Leberwerten sinnvoll.8

Müdigkeit kann eine Nebenwirkung häufig verordneter Medikamente sein, etwa von Benzodiazepinen, sedierenden Antidepressiva, Neuroleptika, älteren Antihistaminika, Betablockern, zentral wirkenden Blutdrucksenkern oder Opioiden. Alle suchterzeugenden Substanzen, an erster Stelle Alkohol, können Müdigkeit verursachen, direkt oder im Entzug.8

Erschöpfung bei bekannten Erkrankungen

Müdigkeit ist häufig bei bekannten chronischen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Multipler Sklerose, Parkinson, rheumatoider Arthritis oder Niereninsuffizienz, muss aber nicht allein durch die Grunderkrankung bedingt sein.8

Erschöpfung abgrenzen: häufige Differenzialdiagnosen
UrsacheHinweiseAbgrenzung oder AbklärungHäufigkeit (Bezugsgröße)
Depressiongedrückte Stimmung, Interessenverlust; Müdigkeit bei 73 Prozent der Menschen mit DepressionPEM seltener, in einer Studie aber von 64 Prozent berichtetetwa 18,5 Prozent bei Müdigkeit in der Hausarztpraxis (Befund, keine Ursache)2,8,45
SchilddrüsenunterfunktionAntriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, VerstopfungTSH im Basislabormit anderen schwerwiegenden Erkrankungen zusammen etwa 4,3 Prozent8,46,47
Blutarmut oder Eisenmangel–Blutbild, Ferritin (Eisenmangel erst ab 100 µg/l weitgehend ausgeschlossen)Blutarmut etwa 2,8 Prozent8
NebennierenrindenunterfunktionGewichtsverlust, Blutdruckabfall beim Aufstehen, ausgeprägte ErschöpfungMorgen-Cortisol nach klinischem Urteil–1,29,46,47
Obstruktive SchlafapnoeSchnarchen, beobachtete Atemaussetzer, Schläfrigkeitapparative Diagnostikbehandlungsbedürftig bei etwa 4 Prozent der Bevölkerung8,48
Multiple SkleroseMüdigkeit oft schon Jahre vor der DiagnosePEM ist bei MS seltener und kann bei der Abgrenzung helfen–2,8
Myasthenia gravisörtlich begrenzte oder allgemeine Muskelschwächeneurologische Untersuchung und Antikörpertest; ohne Antikörper zusätzlich Neurophysiologie–49
Fibromyalgieausgedehnte Schmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungenhäufige Überschneidung mit ME/CFSbis zu 2 bis 8 Prozent der Bevölkerung8,50
ZöliakieMagen-Darm-Beschwerden, Blutarmut, erhöhte LeberwerteSuchtest vor allem bei Zusatzbeschwerden–8
Medikamente, Alkohol und andere Substanzenu. a. Benzodiazepine, sedierende Antidepressiva, Opioide; EntzugMedikamentenliste und Konsum erfragen–8
Long COVID oder Post-COVID-SyndromBeschwerden länger als 12 Wochen nach SARS-CoV-2-Infektionein Teil erfüllt ME/CFS-Kriterien (15 bis 50 Prozent in Studien)4,5 Prozent erfüllten ME/CFS-Kriterien (infizierte RECOVER-Teilnehmende), keine Long-COVID-Häufigkeit5,7,35
Krebserkrankung–Suche nur bei hinweisenden Befundenetwa 0,6 Prozent8

Häufigkeiten beziehen sich auf unterschiedliche Gruppen (Menschen mit Müdigkeit in der Hausarztpraxis, Bevölkerung, Studienteilnehmende) und lassen sich nicht in eine Reihenfolge bringen. Es sind gefundene Diagnosen, keine nachgewiesenen Ursachen; Blutarmut und Krebs sind in den schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen enthalten und dürfen nicht addiert werden. Angststörungen sind in der zugrunde liegenden Übersicht nicht gesondert beziffert. Mehrere Ursachen können zusammen vorliegen; die Tabelle ersetzt keine Untersuchung.1,2,5,7,8,29,35,45,46,47,48,49,50

Was hinter Müdigkeit in der Hausarztpraxis steckt

Gefundene Diagnosen bei Menschen, die wegen Müdigkeit in die Hausarztpraxis kommen. Punktschätzer aus methodisch guten Studien; Häufigkeiten, keine nachgewiesenen Ursachen.

Befunde, keine Ursachen. Blutarmut und Krebs sind Teil der schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen: die Werte überlappen und lassen sich nicht addieren oder stapeln.45

Depression18,5 %
Schwerwiegende körperliche Erkrankungenzum Beispiel Diabetes oder Schilddrüsenfehlfunktion4,3 %
darin Blutarmut2,8 %
darin Krebs0,6 %
ME/CFSSpanne aus den Studien0,2 bis 1,8 %

Bezugsgröße sind Menschen mit Müdigkeit in der Hausarztpraxis; Übersicht hausärztlicher Studien in einer kleineren Fachzeitschrift, auf die sich die DEGAM-Leitlinie stützt.8,45 Eine Ursache im Einzelfall lässt sich aus solchen Häufigkeiten nicht ablesen. Mehrere Ursachen können zusammen vorliegen.

Zum Vergleich, andere Bezugsgröße: In einer deutschen Bevölkerungsbefragung gaben 31 Prozent der über 16-Jährigen an, manchmal oder häufig unter Ermüdungserscheinungen zu leiden.8 Diese Zahl gehört nicht in die Balkenreihe oben.

Werte als Tabelle
Gefundene Diagnosen bei Müdigkeit in der Hausarztpraxis
BefundAnteil in Prozent
Depression18,5
Schwerwiegende körperliche Erkrankungen4,3
darin Blutarmut (Teil der schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen)2,8
darin Krebs (Teil der schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen)0,6
ME/CFS0,2 bis 1,8

Quellen 8,45


Wie hängen ME/CFS und Post-COVID zusammen?

Illustration: glatte Viruspartikel-Kugel mit kleinen Noppen neben einer großen, durchscheinenden Zelle (Sinnbild, kein bestimmter Erreger).
KI-generierte Illustration: Sinnbild für Infektionen als Auslöser, keine Darstellung eines bestimmten Erregers.

Begriffe und Zeitfenster

Nach der WHO-Konsensdefinition tritt der Post-COVID-19-Zustand meist drei Monate nach Beginn einer wahrscheinlichen oder bestätigten SARS-CoV-2-Infektion auf; die Beschwerden halten mindestens zwei Monate an und sind nicht anders erklärbar.51 Im deutschen Sprachgebrauch heißen Beschwerden ab 4 Wochen nach der Infektion Long COVID, ab mehr als 12 Wochen Post-COVID-Syndrom.5

Wie viele Betroffene die ME/CFS-Kriterien erfüllen

Wie viele Menschen nach COVID-19 die ME/CFS-Kriterien erfüllen, hängt von der Bezugsgruppe ab. In der US-Studienkohorte RECOVER-Adult erfüllten 4,5 Prozent der infizierten Teilnehmenden die Kriterien nach IOM 2015, gegenüber 0,6 Prozent der nicht Infizierten. Davon getrennt ergab eine Auswertung ab der Infektion 2,66 neue Fälle pro 100 Personenjahre gegenüber 0,93 bei vergleichbaren nicht Infizierten, ein knapp fünffach höheres Risiko (Hazard Ratio 4,93).7 Die Teilnehmenden wurden überwiegend in der Omikron-Zeit eingeschlossen und waren meist geimpft, sodass Häufigkeit und Schwere geringer sein können als in einer ungeimpften Bevölkerung. Die Kriterien beruhten auf Selbstangaben; eine Überschätzung halten die Autorinnen und Autoren für möglich.7

Unter Menschen, die bereits anhaltende Beschwerden haben, ist der Anteil höher: In einer Charité-Kohorte mit Fatigue sechs Monate nach meist mildem COVID-19 erfüllten 19 von 42 die Kanadischen Konsenskriterien. Nach dem IQWiG erfüllen in den vorhandenen Studien etwa 15 bis 50 Prozent der Menschen mit Post- oder Long-COVID die Kriterien für ME/CFS.5,35

Studiendetails: Verlauf nach COVID-19: Wie viele Betroffene die ME/CFS-Kriterien erfüllen

In einer Charité-Kohorte mit 106 Menschen mit Post-COVID-Syndrom blieb die Beschwerdelast bei erfüllten ME/CFS-Kriterien bis 20 Monate nach der Infektion hoch, während sich die übrigen insgesamt besserten. Die Daten stammen aus einer Spezialambulanz und sind keine Prognose für einzelne Menschen.52

Studiendetails: Kriteriensätze nach COVID-19: Wie viele Betroffene die ME/CFS-Kriterien erfüllen

Wie stark der Kriteriensatz zählt, zeigt eine Studie mit 130 Menschen nach COVID-19-Lungenentzündung: Nach 6 Monaten erfüllten 17,6 Prozent die Fukuda-, 15,3 Prozent die Kanadischen, 19,2 Prozent die ICC- und 13 Prozent die IOM-Kriterien.5

Eine Übersicht in Nature Reviews Microbiology schätzte 2023 anhand der damaligen Daten, dass Long COVID nach mindestens 10 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen auftritt. Das ist weder eine Risikoprognose für Infektionen heute noch eine Häufigkeit von ME/CFS.53

Was offen bleibt

Wie sich ME/CFS und Long COVID zueinander verhalten, ist offen. Eine kleine Studie mit 7-Tesla-MR-Spektroskopie verglich Menschen mit ME/CFS, Menschen mit Long COVID und Gesunde und fand bei ME/CFS und Long COVID unterschiedliche Hirnstoffwechsel-Befunde. Die Autorinnen und Autoren raten, beide Gruppen in der Forschung nicht ungeprüft zusammenzufassen.54

Auch andere Infektionen können ME/CFS auslösen: Sechs Monate nach Pfeifferschem Drüsenfieber fand sich das Vollbild nach der DEGAM-Leitlinie in 9 bis 22 Prozent der Fälle, nach anderen Atemwegsinfekten in 0 bis 6 Prozent.8

Befunde und Therapiestudien zu Long COVID lassen sich nicht ohne Weiteres auf ME/CFS übertragen. Dieser Beitrag kennzeichnet deshalb jeweils, ob eine Studie Menschen mit ME/CFS oder mit Long COVID untersucht hat.

ME/CFS nach COVID-19: Es kommt auf die Bezugsgruppe an

Der Anteil unter Teilnehmenden einer Studienkohorte und der Anteil unter Menschen mit anhaltenden Beschwerden sind verschiedene Größen. Deshalb stehen sie in getrennten Feldern.

Verschiedene Bezugsgruppen, nicht vergleichbar. Die RECOVER-Anteile sind kein Risikoverhältnis. Long COVID und ME/CFS sind nicht dasselbe: Nur ein Teil der Betroffenen erfüllt die ME/CFS-Kriterien.

Ausgewählte Teilnehmende einer US-Studienkohorte

Fachjournal

RECOVER-Adult: Anteile

Anteil mit ME/CFS-Kriterien nach IOM 2015 (Selbstangaben), je 100 Personen7

4,5 von 100

infizierte Teilnehmende

0,6 von 100

nicht infizierte Teilnehmende

In der Studienkohorte RECOVER-Adult erfüllten 531 von 11.785 infizierten Teilnehmenden (4,5 %) und 9 von 1439 nicht infizierten Teilnehmenden (0,6 %) die ME/CFS-Kriterien; das sind Anteile, kein Risikoverhältnis.7

Die Kriterien beruhten auf Selbstangaben; eine Überschätzung halten die Autorinnen und Autoren für möglich.7

Menschen mit anhaltender Fatigue nach COVID-19

Charité-Kohorte

Kanadische Konsenskriterien; Fatigue sechs Monate nach meist mildem COVID-1935

19 von 42 Personen

Kriterien erfüllt

Menschen mit Post- oder Long-COVID

IQWiG, vorhandene Studien

Anteil, der die ME/CFS-Kriterien erfüllt5

15 bis 50 Prozent

Spanne aus den Studien, keine Punktschätzung

Eigene Auswertung, getrennt von den Anteilen

RECOVER-Adult: Inzidenz

Neue Fälle ab der Infektion pro 100 Personenjahre7

infizierte Teilnehmende2,66
vergleichbare nicht Infizierte0,93

Hazard Ratio 4,93

Ein knapp fünffach höheres Risiko ab der Infektion; es gehört nur zu dieser Inzidenzauswertung, nicht zu den Anteilen links.7

Eine Studie, 130 Menschen nach COVID-19-Lungenentzündung

Je nach Kriteriensatz

Anteil, der sechs Monate danach den Kriteriensatz erfüllte5

Fukuda17,6 %
Kanadische (CCC)15,3 %
ICC19,2 %
IOM13,0 %

Der Kriteriensatz entscheidet mit; die Reihenfolge ist keine Rangfolge.

Andere Infektionen, nicht COVID-19

Sechs Monate nach der Infektion

Vollbild nach der DEGAM-Leitlinie, Spanne8

Pfeiffersches Drüsenfieber9 bis 22 %
andere Atemwegsinfekte0 bis 6 %

Andere Gruppe, anderer Zeitpunkt: nicht mit den Feldern oben vergleichbar.

Die RECOVER-Teilnehmenden wurden überwiegend in der Omikron-Zeit eingeschlossen und waren meist geimpft, sodass Häufigkeit und Schwere geringer sein können als in einer ungeimpften Bevölkerung.7

Werte als Tabelle
ME/CFS-Kriterien nach COVID-19 und anderen Infektionen, je Bezugsgruppe
StudieBezugsgruppeAnteil
RECOVER-Adult (IOM 2015), Anteileinfizierte Teilnehmende4,5 Prozent
RECOVER-Adult (IOM 2015), Anteilenicht infizierte Teilnehmende0,6 Prozent
RECOVER-Adult, Inzidenz ab der Infektioninfizierte / vergleichbare nicht infizierte Teilnehmende2,66 / 0,93 pro 100 Personenjahre (Hazard Ratio 4,93)
Charité-Kohorte (CCC)Menschen mit anhaltender Fatigue nach COVID-1919 von 42 Personen
IQWiG 2023Menschen mit Post- oder Long-COVID15 bis 50 Prozent
Eine Studie, 130 Personennach COVID-19-Lungenentzündung, 6 Monate: Fukuda / CCC / ICC / IOM17,6 / 15,3 / 19,2 / 13 Prozent
DEGAM-Leitliniesechs Monate nach Pfeifferschem Drüsenfieber / anderen Atemwegsinfekten9 bis 22 / 0 bis 6 Prozent

Quellen 5,7,8,35


Wie häufig ist ME/CFS?

Illustration: runder Platz von oben mit vielen kleinen hellen Figuren; einige sitzen und leuchten (Sinnbild, nicht maßstäblich).
KI-generierte Illustration, Sinnbild, nicht maßstäblich: Die leuchtenden Figuren haben keine Zahlbedeutung.

Wie häufig ME/CFS gezählt wird, hängt stark vom Kriteriensatz ab; viele Häufigkeitsstudien nutzten die Fukuda-Kriterien von 1994, die PEM nicht verlangen.5

Deutschland

Das IQWiG hat die Häufigkeiten aus vier Studien aus der Zeit vor der Pandemie mit PEM als Pflichtkriterium auf Deutschland übertragen und kommt orientierend auf etwa 140.000 bis 310.000 Betroffene, davon etwa 70.000 bis 220.000 Erwachsene und 70.000 bis 90.000 Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren. Diese Zahlen stammen aus der Zeit vor der Pandemie und sind nur orientierend.5 Einen Anstieg nach der SARS-CoV-2-Pandemie hält das IQWiG für plausibel, sah 2023 aber keine ausreichend sichere Grundlage, ihn zu beziffern.5

Modellrechnungen: Deutschland

Eine Modellrechnung im Auftrag einer ME/CFS-Forschungsstiftung schätzt für Ende 2025 rund 657.000 Menschen mit ME/CFS in Deutschland. Diese Zahl ist nicht durch Erhebungen belegt und stammt nicht aus einer begutachteten Studie.55

Zahlen je Zählweise

In einer repräsentativen US-Gesundheitsbefragung 2021 bis 2022 gaben 1,3 Prozent der Erwachsenen an, eine ärztlich festgestellte ME/CFS zu haben, Frauen mit 1,7 Prozent häufiger als Männer mit 0,9 Prozent.56 Studien, die PEM verlangten, kamen auf deutlich niedrigere Werte: eine große englische Hausarztstudie nach den Kanadischen Konsenskriterien auf 0,1 Prozent der 18- bis 64-Jährigen, eine US-Studie nach Fukuda plus PEM auf rund 0,32 Prozent.5

Studiendetails: Häufigkeit: Zahlen je Zählweise

Eine Metaanalyse von 46 Studien, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift, schätzte die Häufigkeit nach Fukuda auf 0,89 Prozent, bei reinen Arztdiagnosen auf 0,09 Prozent und bei Interviews ohne Untersuchung auf 1,14 Prozent. Die Werte stammen aus verschiedenen Populationen und Methoden und lassen sich nicht in eine Reihenfolge bringen.57

In der US-Befragung stieg der Anteil mit dem Alter von 0,7 Prozent (18 bis 39 Jahre) auf 2,0 Prozent (50 bis 59 Jahre) und 2,1 Prozent (60 bis 69 Jahre) und lag ab 70 Jahren bei 1,4 Prozent.56

Wer erkrankt

Frauen erkranken nach der DEGAM-Leitlinie doppelt so häufig wie Männer. Die Mehrzahl der Betroffenen berichtet über einen plötzlichen Krankheitsbeginn, häufig nach einer Infektion.5,8

Verlauf und Prognose

Eine vollständige Genesung wird laut IQWiG als selten beschrieben; Kinder und Jugendliche haben bessere Chancen, in einer australischen Studie berichteten nach 10 Jahren 68 Prozent der jungen Betroffenen von einer Genesung. Bei etwa 60 Prozent schwanken die Beschwerden, insgesamt ist mit einem langwierigen, oft chronischen Verlauf zu rechnen.5,8

Krankheitslast: Sterblichkeit

Die US-Gesundheitsstatistik schätzt die Kosten von ME/CFS für die US-Volkswirtschaft auf etwa 18 bis 51 Milliarden US-Dollar pro Jahr.56

Wie häufig ist ME/CFS?

Die Zahl hängt davon ab, wie gezählt wird. Jede Säule steht für eine eigene Zählweise; die Reihenfolge ist keine Rangfolge.

Häufigkeit je Zählweise

Spannweite über alle gezeigten Zählweisen: 0,09 bis 1,3 Prozent. Eine Rangfolge der Zählweisen lässt sich daraus nicht ableiten.

US-Gesundheitsbefragung 2021 bis 2022 Erwachsene, Selbstangabe einer ärztlich festgestellten ME/CFS. Frauen 1,7 Prozent, Männer 0,9 Prozent. 56
Englische Hausarztstudie 18- bis 64-Jährige, Kanadische Konsenskriterien (PEM verlangt). 5
US-Studie Fukuda plus PEM. 5
Metaanalyse von 46 Studien gemischte Populationen, Fukuda-Kriterien. kleinere Fachzeitschrift57
Metaanalyse von 46 Studien nur Arztdiagnosen. kleinere Fachzeitschrift57
Metaanalyse von 46 Studien Interviews ohne Untersuchung. kleinere Fachzeitschrift57

Populationen, Kriteriensätze und Methoden sind nicht vergleichbar; nur Spannweiten zeigen, keine Reihenfolge.5,56,57

Deutschland, orientierend: Das IQWiG hat die Häufigkeiten aus vier Studien aus der Zeit vor der Pandemie mit PEM als Pflichtkriterium auf Deutschland übertragen und kommt orientierend auf etwa 140.000 bis 310.000 Betroffene, davon etwa 70.000 bis 220.000 Erwachsene und 70.000 bis 90.000 Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren. Diese Zahlen stammen aus der Zeit vor der Pandemie und sind nur orientierend.5

Schweregrade

Schweregrade (grobe Schätzung des IQWiG): Verteilung der Betroffenen. Grobe Schätzung; die Grenzen der Schweregrade sind nicht scharf.5

Beschreibung nach NICE1

leicht, etwa 25 Prozent

versorgen sich selbst, arbeiten oder lernen meist noch, Freizeit oft aufgegeben

mittelgradig, etwa 50 Prozent

eingeschränkte Mobilität, Arbeit oder Ausbildung meist aufgegeben

schwer oder sehr schwer, etwa 25 Prozent

schwer: allenfalls minimale Tätigkeiten, meist im Bett; sehr schwer: ganztägig im Bett, auf Pflege angewiesen

Werte als Tabelle
Häufigkeit je Zählweise und Schweregrade
Gruppe oder MethodeWert
US-Gesundheitsbefragung 2021 bis 2022 · Erwachsene, Selbstangabe einer ärztlich festgestellten ME/CFS1,3 Prozent
Englische Hausarztstudie · 18- bis 64-Jährige, Kanadische Konsenskriterien (PEM verlangt)0,1 Prozent
US-Studie · Fukuda plus PEM0,32 Prozent
Metaanalyse von 46 Studien · gemischte Populationen, Fukuda-Kriterien0,89 Prozent
Metaanalyse von 46 Studien · nur Arztdiagnosen0,09 Prozent
Metaanalyse von 46 Studien · Interviews ohne Untersuchung1,14 Prozent
Schweregrad leicht (grobe Schätzung IQWiG)25 Prozent
Schweregrad mittelgradig (grobe Schätzung IQWiG)50 Prozent
Schweregrad schwer oder sehr schwer (grobe Schätzung IQWiG)25 Prozent

Quellen 1,5,56,57


Was geschieht bei ME/CFS im Körper? Hypothesen und Evidenzgrad

Die folgenden Erklärungsansätze sind nach ihrem Evidenzgrad eingeordnet: gesichert, gut belegt, Hypothese oder widerlegt. Gut belegt heißt, dass ein Befund mehrfach gezeigt wurde, nicht dass er die Ursache ist. Befunde, die nur bei Long COVID erhoben wurden, sind als solche gekennzeichnet.

Evidenzkreis

Innen steht, was gesichert ist, außen, was widerlegt wurde. Ein Punkt mit gestricheltem Ring bezeichnet einen Befund, der nur bei Long COVID erhoben wurde. Die Lage auf dem Ring sagt nichts über die Bedeutung aus. Ein Klick führt zur Erklärung.

  • gesichert
  • gut belegt
  • Hypothese
  • widerlegt
  • Befund bei Long COVID

Was gesichert ist: Die Ursache ist offen

Evidenzgrad: gesichert

Die Krankheitsmechanismen der postinfektiösen ME/CFS sind nicht geklärt, und es gibt keine Behandlung, die den Verlauf ursächlich verändert. Eine NIH-Studie, die 17 Menschen mit postinfektiöser ME/CFS sehr umfassend untersuchte, beschrieb als Kernbefund eine veränderte „Anstrengungspräferenz“; diese Deutung ist umstritten, und eine internationale Forschergruppe widersprach ihr in Nature Communications.59,60

Infektionen als Auslöser

Evidenzgrad: gut belegt

In einer australischen Kohorte erfüllten sechs Monate nach einer akuten Infektion 11 Prozent der Teilnehmenden die Kriterien eines chronischen Erschöpfungssyndroms. Das Bild war nach Epstein-Barr-Virus, Q-Fieber und Ross-River-Virus ähnlich und wurde vor allem durch die Schwere der akuten Erkrankung vorhergesagt, nicht durch den Erreger. Warum nur eine Minderheit erkrankt, ist offen.61

Autonome Funktionsstörung

Evidenzgrad: gut belegt

Eine Meta-Analyse aus 64 Arbeiten, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift, fand bei ME/CFS einen im Mittel um etwa 4 Schläge pro Minute höheren Ruhepuls, einen stärkeren Pulsanstieg im Stehen und eine verminderte Herzfrequenzvariabilität. Schäden an kleinen Nervenfasern fanden sich nur bei einem Teil und hingen nicht mit der Belastbarkeit zusammen.62,63

Veränderungen des Immunsystems

Evidenzgrad: Hypothese

Illustration: einige runde, glasartige Immunzellen mit kurzen Fortsätzen in Elfenbein und Petrol (Sinnbild für NK- und T-Zellen).
KI-generierte Illustration: Sinnbild für NK- und T-Zellen, stark vergrößert.

Der beständigste Immunbefund ist eine verminderte Funktion natürlicher Killerzellen; eine Meta-Analyse in einer kleineren Fachzeitschrift fand sie im Mittel etwa halbiert, bei stark schwankenden Einzelergebnissen. Botenstoffe des Immunsystems sind uneinheitlich verändert: In einer Studie stiegen 17 Zytokine mit der Krankheitsschwere an, ein kleinerer systematischer Review fand außer TGF-β keinen Botenstoff, der in der Mehrzahl der Studien verändert war. Ob die Befunde Ursache oder Folge sind, ist offen.64,65,66

Studiendetails: Immunbotenstoffe und Krankheitsdauer: Veränderungen des Immunsystems

Eine größere Studie in Science Advances fand veränderte Immunbotenstoffe im Blut nur bei 52 früh Erkrankten im Vergleich zu 348 Gesunden, nicht aber bei 246 länger Erkrankten. Die Befunde hängen also auch von der Krankheitsdauer ab.67

Autoimmunität

Evidenzgrad: Hypothese

Befund bei Long COVID

Bei einer Untergruppe sind Antikörper gegen Rezeptoren des autonomen Nervensystems erhöht, gezeigt in kleinen Studien. Wurden Antikörper von Menschen mit Long COVID auf Mäuse übertragen, zeigten die Tiere erschöpfungsähnliches Verhalten und Schmerzüberempfindlichkeit; das stützt eine Rolle bei einer Untergruppe, stammt aber aus einem Tiermodell zu Long COVID. Zur negativen Rituximab-Studie siehe den Abschnitt zu experimentellen Therapien.42,68

Fortbestehende oder reaktivierte Viren

Evidenzgrad: Hypothese

Befund bei Long COVID

Eine Hypothese zu Long COVID lautet, dass Virusreste nach der akuten Infektion im Gewebe fortbestehen. Reaktivierte Herpesviren wie das Epstein-Barr-Virus werden mit ME/CFS in Verbindung gebracht; ob sie Ursache oder Folge sind, ist offen. Zwei randomisierte Studien mit dem antiviralen Mittel Nirmatrelvir-Ritonavir brachten bei Long COVID keine Besserung.53,69,70,71

Energiestoffwechsel und Mitochondrien

Evidenzgrad: Hypothese

Befund bei Long COVID

Illustration: Querschnitt eines Mitochondriums mit gefalteter Innenmembran, aus der goldene Lichtpunkte austreten (Sinnbild der Energiegewinnung).
KI-generierte Illustration: Sinnbild der Energiegewinnung in der Zelle, kein gesicherter Befund.

Mehrere Studien zeigen Hinweise auf eine gestörte Energiegewinnung: Das Aminosäuremuster im Blut von 200 Erkrankten deutete auf eine gestörte Funktion des Enzyms Pyruvatdehydrogenase hin, und T-Zellen zeigten einen veränderten Energiestoffwechsel. Bei Long COVID verschlechterten sich nach einer Belastung, die eine PEM auslöste, Muskelschäden und Stoffwechselstörungen. Ein gemeinsamer Mechanismus ist daraus noch nicht abgeleitet.72,73,74

Gefäße und Durchblutung

Evidenzgrad: Hypothese

Schematische Illustration: Längsschnitt eines kleinen Blutgefäßes mit flachen Endothelzellen an der Wand und stilisierten Blutzellen im Inneren.
KI-generierte schematische Illustration: Gefäßinnenhaut (Endothel), stark vergrößert.

Eine Studie im Fachjournal Chest wählte für invasive Belastungstests gezielt Menschen mit ME/CFS aus, deren Füllungsdruck des rechten Herzens niedrig war; er lag deutlich unter dem von Kontrollpersonen, ein Hinweis auf zu wenig Blutrückstrom zum Herzen. Wie häufig dieses Muster bei allen Betroffenen ist, lässt sich daraus nicht ablesen. Eine Arbeitsgruppe fand bei der Kipptischuntersuchung eine stärkere Abnahme der Hirndurchblutung, eine kleine Berliner Studie bei einem Teil eine gestörte Funktion der Gefäßinnenhaut.63,75,76

Mikrogerinnsel

Evidenzgrad: Hypothese

Befund bei Long COVID

Eine Übersicht berichtet über Mikrogerinnsel und überaktive Blutplättchen bei Long COVID und ME/CFS. Messverfahren und Bedeutung sind nicht etabliert.53

Entzündung und Botenstoffe im Gehirn

Evidenzgrad: Hypothese

Illustration: durchscheinendes Gehirn mit feinen leuchtenden Gefäßen; vorne golden, hinten gedimmt (Sinnbild der Hirndurchblutung, keine Messung).
KI-generierte Illustration: Sinnbild der Hirndurchblutung, keine Perfusionsmessung.

Eine kleine japanische PET-Studie fand Hinweise auf aktivierte Immunzellen im Gehirn; eine kleine niederländische Studie mit demselben Marker fand keine Hinweise auf eine Entzündung. Im Nervenwasser der NIH-Teilnehmenden waren Abbauprodukte und Vorstufen von Botenstoffen wie Dopamin und Noradrenalin vermindert.59,77,78

Darmmikrobiom

Evidenzgrad: Hypothese

Illustration: Darmzotten als weiche, durchscheinende Falten mit kleinen stäbchen- und kugelförmigen Bakterien (Sinnbild).
KI-generierte schematische Illustration: Darmbakterien als Sinnbild.

Zwei Studien fanden bei ME/CFS weniger Darmbakterien, die die kurzkettige Fettsäure Butyrat bilden. Bei Menschen, die länger als zehn Jahre erkrankt waren, war die Darmflora aber weitgehend nicht mehr verändert; ob die Befunde Ursache oder Folge sind, ist offen.79,80

Komplementsystem bei Long COVID

Evidenzgrad: Hypothese

Befund bei Long COVID

Bei aktivem Long COVID fand eine Proteom-Studie eine fortbestehende Fehlaktivierung des Komplementsystems, eines Teils der angeborenen Abwehr. Für ME/CFS ist das nicht gezeigt.81

Erbliche Faktoren

Evidenzgrad: Hypothese

In einer kleinen Zwillingsstudie waren eineiige Zwillinge häufiger beide von ungeklärter chronischer Erschöpfung betroffen als zweieiige. In einer großen schwedischen Zwillingsstudie erklärten dagegen vor allem individuelle Umwelteinflüsse die Unterschiede, gefolgt von mäßigen genetischen Einflüssen.82,83

Retrovirus XMRV als Ursache

Evidenzgrad: widerlegt

2009 berichtete eine Arbeit in Science, ein Retrovirus namens XMRV sei bei 67 Prozent der Menschen mit CFS nachweisbar. In einer verblindeten Multizenterstudie fanden selbst die Forschenden, die XMRV ursprünglich beschrieben hatten, keinen Hinweis auf eine Infektion; Science zog die Arbeit 2011 vollständig zurück.84,85,86

Schematischer KI-Film, Sinnbild, keine Messdaten: gedimmte Mitochondrien stehen für eine vermutete Störung der Energiebereitstellung, keinen gesicherten Befund.
Schematischer KI-Film, Sinnbild, keine Messdaten: Blick in ein feines Blutgefäß.
Erklärungsansätze und ihr Evidenzgrad
ErklärungsansatzEvidenzgradWichtigster Befund
Was gesichert ist: Die Ursache ist offengesichertMechanismen nicht geklärt; Deutung einer veränderten Anstrengungspräferenz umstritten59,60
Infektionen als Auslösergut belegtähnliches Krankheitsbild nach verschiedenen Infektionen61
Autonome Funktionsstörunggut belegtveränderte Herz-Kreislauf-Regulation im Gruppenmittel62,63
Veränderungen des ImmunsystemsHypotheseverminderte Funktion natürlicher Killerzellen; Zytokinbefunde uneinheitlich64,65,66
AutoimmunitätHypotheseAutoantikörper bei einer Untergruppe; Tiermodell zu Long COVID42,68
Fortbestehende oder reaktivierte VirenHypotheseVirusreste und Herpesvirus-Reaktivierung diskutiert; antivirale Studien bei Long COVID negativ53,69,70,71
Energiestoffwechsel und MitochondrienHypotheseHinweise auf gestörte Energiegewinnung in Blut, Immunzellen und Muskel72,73,74
Gefäße und DurchblutungHypotheseniedriger Füllungsdruck in einer gezielt ausgewählten Gruppe; Gefäßinnenhaut- und Hirndurchblutungsbefunde63,75,76
MikrogerinnselHypotheseMikrogerinnsel bei Long COVID und ME/CFS berichtet53
Entzündung und Botenstoffe im GehirnHypotheseEntzündungszeichen im Gehirn in einer Studie, in einer zweiten nicht59,77,78
DarmmikrobiomHypotheseweniger butyratbildende Darmbakterien79,80
Komplementsystem bei Long COVIDHypotheseKomplement-Fehlaktivierung bei aktivem Long COVID81
Erbliche FaktorenHypothesefamiliäre Häufung in Zwillingsstudien, Umwelteinflüsse überwiegen82,83
Retrovirus XMRV als UrsachewiderlegtRetrovirus-Befund nicht bestätigt, Arbeit zurückgezogen84,85,86

Evidenzgrad nach der Recherche: gesichert, gut belegt, Hypothese, widerlegt. Gut belegt heißt mehrfach gezeigt, nicht ursächlich bewiesen. Long-COVID-Befunde gelten nicht ohne Weiteres für ME/CFS.42,53,59,60,61,62,63,64,65,66,68,69,70,71,72,73,74,75,76,77,78,79,80,81,82,83,84,85,86

Erklärungsansätze und wie gut sie belegt sind

Auslöser, diskutierte Mechanismen und Beschwerden als Netz. Die Linienart zeigt den Evidenzgrad der jeweiligen Verbindung. Klicken Sie auf einen Knoten, um zum Abschnitt und zur Quelle zu springen.

gesichert Die Ursache ist offen. Die Krankheitsmechanismen der postinfektiösen ME/CFS sind nicht geklärt, und es gibt keine Behandlung, die den Verlauf ursächlich verändert.59,60

  • gut belegt mehrfach gezeigt, nicht ursächlich bewiesen
  • Hypothese
  • negativ geprüft oder widerlegt
  • LCBefund aus Long COVID
AuslöserImmunsystem und VirenBeschwerdenNerven, Gefäße, StoffwechselEpstein-Barr-VirusSARS-CoV-2Q-Fieber,Ross-River-Virus u. a.Retrovirus XMRVHerpesvirus-ReaktivierungLCKomplement /Thromboinflammation (LongCOVID)LCViruspersistenz /AntigenpersistenzLCB-Zell-VerschiebungGPCR-Autoantikörper (β2,M3/M4)LCNK-Zell-Funktion vermindertZytokine (uneinheitlich)T-Zell-Erschöpfung /ImmunmetabolismusMikrogerinnsel (Hypothese)LCKonzentrations- undGedächtnisproblemeSchmerzen,MissempfindungenBeschwerden im Stehen(orthostatischeIntoleranz)Erschöpfung (Fatigue)Verschlechterung nachBelastung (PEM)VerminderteBelastbarkeitNeuroinflammation (nichtrepliziert)Zentrale KatecholaminevermindertAutonome Dysfunktion (HRV,POTS)Small-Fiber-NeuropathieVerminderte VorlastHirndurchblutung im StehenvermindertEndotheldysfunktionEnergiestoffwechsel /MitochondrienLCMuskelveränderungen nachBelastung (Long COVID)LCDarmmikrobiom (wenigerButyrat)Genetische Veranlagung
  • Auslöser

  • Diskutierte Mechanismen

  • Beschwerden

Einen Knoten anklicken: Hier erscheinen Befund, Verbindungen und Quelle.

Landkarte diskutierter Mechanismen, keine Ursachenkette; die Linienstärke ist keine Rangfolge. Gut belegt heißt mehrfach gezeigt, nicht ursächlich bewiesen. Befunde, die nur bei Long COVID erhoben wurden, gelten nicht ohne Weiteres für ME/CFS. Negativ geprüft bedeutet hier: Die Behandlung brachte keinen Nutzen, nicht jede Rolle des Ansatzes ist damit ausgeschlossen.

Werte als Tabelle
Erklärungsansätze und ihr Evidenzgrad
ErklärungsansatzEvidenzgradWichtigster Befund
Was gesichert ist: Die Ursache ist offengesichertMechanismen nicht geklärt; Deutung einer veränderten Anstrengungspräferenz umstritten
Infektionen als Auslösergut belegtähnliches Krankheitsbild nach verschiedenen Infektionen
Autonome Funktionsstörunggut belegtveränderte Herz-Kreislauf-Regulation im Gruppenmittel
Veränderungen des ImmunsystemsHypotheseverminderte Funktion natürlicher Killerzellen; Zytokinbefunde uneinheitlich
AutoimmunitätHypotheseAutoantikörper bei einer Untergruppe; Tiermodell zu Long COVID
Fortbestehende oder reaktivierte VirenHypotheseVirusreste und Herpesvirus-Reaktivierung diskutiert; antivirale Studien bei Long COVID negativ
Energiestoffwechsel und MitochondrienHypotheseHinweise auf gestörte Energiegewinnung in Blut, Immunzellen und Muskel
Gefäße und DurchblutungHypotheseniedriger Füllungsdruck in einer gezielt ausgewählten Gruppe; Gefäßinnenhaut- und Hirndurchblutungsbefunde
MikrogerinnselHypotheseMikrogerinnsel bei Long COVID und ME/CFS berichtet
Entzündung und Botenstoffe im GehirnHypotheseEntzündungszeichen im Gehirn in einer Studie, in einer zweiten nicht
DarmmikrobiomHypotheseweniger butyratbildende Darmbakterien
Komplementsystem bei Long COVIDHypotheseKomplement-Fehlaktivierung bei aktivem Long COVID
Erbliche FaktorenHypothesefamiliäre Häufung in Zwillingsstudien, Umwelteinflüsse überwiegen
Retrovirus XMRV als UrsachewiderlegtRetrovirus-Befund nicht bestätigt, Arbeit zurückgezogen

Quellen 2,7,8,42,53,59,60,61,62,63,64,65,66,68,69,70,71,72,73,74,75,76,77,78,79,80,81,82,83,84,85,86,87,88

Erklärvideo · 27 s

Pathophysiologie: Hypothesen und ihr Evidenzgrad

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Wie ME/CFS entsteht, ist noch nicht geklärt. Mehrfach gezeigt wurde, dass die Erkrankung oft nach Infektionen beginnt und die Kreislaufregulation im Gruppenmittel verändert ist. Weitere Spuren führen zum Immunsystem und zum Energiestoffwechsel der Zellen. Das sind bislang Hypothesen, keine bewiesenen Ursachen. Eine früher vermutete Ursache, das Retrovirus XMRV, ist widerlegt.5,8,59,60,61,62,63,64,65,66,72,73,74,84,85,86


Was ist Pacing und wie funktioniert Energiemanagement?

Laut NICE lassen sich die Beschwerden bei ME/CFS behandeln, eine heilende Therapie gibt es derzeit aber nicht, weder ein Medikament noch eine andere Behandlung. Energiemanagement ist eine Selbstmanagement-Strategie: Die Betroffenen steuern selbst, unterstützt von Fachleuten eines spezialisierten Teams; heilend ist sie ausdrücklich nicht.1

Wie Energiemanagement praktisch aussieht

Als ersten Schritt empfiehlt NICE, gemeinsam ein dauerhaft durchhaltbares Aktivitätsniveau festzulegen, notfalls niedriger als bisher. Ruhe- und Aktivitätsphasen werden geplant, mit Pausen vor Erreichen der Grenze, und Tätigkeiten in kleine Abschnitte geteilt. Automatisch gesteigert wird nie; angepasst wird nach oben erst nach einer stabilen Phase, nach unten bei Verschlechterung.1

Bei einer vorübergehenden Verschlechterung rät NICE, mögliche Auslöser wie Infekte oder Überanstrengung zu suchen und die Aktivität vorübergehend zu senken.1

Was die Studien zeigen

Dass Energiemanagement eines der wichtigsten Werkzeuge ist, beruht laut NICE auf der Erfahrung des Leitlinienkomitees, nicht auf großen Wirksamkeitsstudien. Das IQWiG fand in den zwei auswertbaren Studien zu Selbstmanagement gegenüber Standardversorgung keine statistisch signifikanten Gruppenunterschiede.1,5 In der britischen PACE-Studie brachte eine adaptive Pacing-Therapie zusätzlich zur fachärztlichen Standardversorgung nach einem Jahr keinen messbaren Zusatznutzen; die Studie nutzte allerdings die Oxford-Kriterien.89

Illustration: große Glaskugel, nur unten mit goldenem Licht gefüllt, daneben eine Reihe kleiner Lichtkugeln (Sinnbild für eingeteilte Energie).
KI-generierte Illustration: Sinnbild für Energiemanagement, keine Anleitung.

Erklärvideo · 28 s

Pacing: Energie einteilen

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Eine heilende Behandlung gibt es derzeit nicht. Die britische Leitlinie NICE setzt auf Energiemanagement, auch Pacing genannt. Gemeinsam mit Fachleuten legen Sie ein Aktivitätsniveau fest, das Sie dauerhaft durchhalten können. Pausen liegen vor der Belastungsgrenze. Angepasst wird erst nach einer stabilen Phase, nie automatisch. Die Empfehlung beruht auf Erfahrung, nicht auf großen Wirksamkeitsstudien.1,5


Wie werden einzelne Symptome behandelt?

Menschen mit ME/CFS vertragen Medikamente laut NICE oft schlechter; Behandlungen sollen vorsichtig begonnen und nur langsam gesteigert werden.1

Schlaf

NICE empfiehlt eine individuelle Schlafberatung, die typische Veränderungen wie unterbrochenen Schlaf oder einen verschobenen Rhythmus berücksichtigt; Studienbelege dafür fand das Komitee nicht.1 Liegt zusätzlich eine eigenständige Schlafstörung wie eine Schlafapnoe vor, kann deren Behandlung helfen; die ME/CFS-Beschwerden bleiben laut CDC aber meist bestehen.6

Kreislauf im Stehen

Bei POTS nennt eine JAMA-Übersicht als erste Stufe nichtmedikamentöse Maßnahmen, darunter mehr Flüssigkeit und Salz, Kompressionskleidung für den Unterkörper und das Meiden von Hitze und langem Stehen; ob das passt, klärt die Ärztin oder der Arzt.31 Medikamente gegen orthostatische Intoleranz sollen bei ME/CFS nach NICE nur von erfahrenen Fachleuten verordnet oder überwacht werden, weil sie andere ME/CFS-Beschwerden verschlechtern können.1

Schmerzen

Schmerzen sollen nach den üblichen Standards abgeklärt und behandelt werden; für spezielle Schmerzbehandlungen bei ME/CFS fand NICE keine ausreichenden Belege.1

Seelische Begleitbeschwerden

Bis zur Hälfte der Menschen mit ME/CFS entwickelt laut CDC im Krankheitsverlauf eine Depression; sie soll erkannt und behandelt werden. Die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Depression oder Angst kann helfen, beseitigt die ME/CFS aber nicht.6

Ernährung und Nahrungsergänzung

Für die routinemäßige Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen gibt es laut NICE nicht genug Belege. Wer das Haus oder Bett nicht verlassen kann, hat aber ein Risiko für Vitamin-D-Mangel.1


Helfen Aktivierungs- und Verhaltenstherapie? Stand nach NICE 2021

NICE rät ausdrücklich von Programmen mit festen, schrittweisen Steigerungen der körperlichen Aktivität ab, auch von der Graded Exercise Therapy (GET), und ebenso von Bewegungsprogrammen, die auf der Annahme beruhen, Dekonditionierung und Bewegungsvermeidung hielten ME/CFS aufrecht.1

Ein persönliches Bewegungsprogramm kommt nach NICE nur infrage, wenn Betroffene es selbst wünschen, begleitet von Physiotherapie aus einem ME/CFS-Team.1

Kognitive Verhaltenstherapie

Kognitive Verhaltenstherapie soll laut NICE nur unterstützend angeboten werden, um mit den Beschwerden umzugehen, nicht als heilende Behandlung; sie geht nicht davon aus, dass „abnorme“ Krankheitsüberzeugungen die Ursache sind.1

Bewertung durch das IQWiG

Für leichte bis mittelgradige ME/CFS fand das IQWiG kurz- und mittelfristig einen Anhaltspunkt, die schwächste Aussagesicherheit, für einen Nutzen der kognitiven Verhaltenstherapie, langfristig nicht. Für GET war keine verlässliche Abwägung von Nutzen und Schaden möglich, weil ein Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden kann.5 Für schwerer Erkrankte ist weder zu GET noch zu kognitiver Verhaltenstherapie eine Nutzenaussage möglich, weil Daten fehlen.5

Warum Quellen sich widersprechen

In der britischen PACE-Studie mit 641 Teilnehmenden lag die Erschöpfung nach 52 Wochen mit kognitiver Verhaltenstherapie um 3,4 und mit GET um 3,2 Punkte niedriger als unter alleiniger Standardversorgung. Die Hauptendpunkte bewerteten die Teilnehmenden aber selbst, und sie wussten, welche Behandlung sie erhielten; das IQWiG bemängelt zudem, dass die Ansprechkriterien nachträglich geändert wurden.5,89

Ein Cochrane-Review mit insgesamt acht randomisierten Studien und 1518 Teilnehmenden fand 2019, dass Bewegungstherapie gegenüber passiver Kontrolle die Erschöpfung zum Behandlungsende wahrscheinlich verringert. Alle Studien nutzten aber die Fukuda- oder Oxford-Kriterien; bei Kriterien mit PEM als Pflichtsymptom können die Effekte anders ausfallen, und ob schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, ist unsicher.90 Die Fassung von 2024 berücksichtigt nur Studien aus Suchen bis 9. Mai 2014; eine geplante Neubearbeitung wurde eingestellt.91

Eine Gruppe von Klinikern und Forschenden kritisierte die NICE-Leitlinie 2023 als Kehrtwende gegenüber 2007. Nach einem US-Expertenkonsens haben Regierungen und große Gesundheitsorganisationen GET und kognitive Verhaltenstherapie als Behandlung der Wahl dagegen zurückgezogen.18,92

Jede Karte steht für sich: eigene Frage, eigene Gruppe, eigener Zeitraum, eigenes Maß. Keine Rangfolge.

  • The Lancet2011

    PACE-Studie (White 2011)

    Einordnung: umstritten

    641 Teilnehmende

    Erschöpfung (Chalder-Skala) nach 52 Wochen, selbst bewertet

  • Cochrane Database of Systematic Reviews2019

    Cochrane-Review Bewegungstherapie (Larun 2019)

    Einordnung: umstritten

    1.518 Teilnehmende im Review

    Erschöpfung zum Behandlungsende gegenüber passiver Kontrolle (standardisierte Mittelwertdifferenz; 7 Studien, 840 Teilnehmende)

Studie 1 von 2

PACE-Studie (White 2011)

Wer und was
Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom nach Oxford-Kriterien; kognitive Verhaltenstherapie, GET oder adaptive Pacing-Therapie jeweils zusätzlich zur Standardversorgung
Umfang
641 Teilnehmende
Endpunkt
Erschöpfung (Chalder-Skala) nach 52 Wochen, selbst bewertet
Ergebnis
Erschöpfung mit kognitiver Verhaltenstherapie um 3,4 und mit GET um 3,2 Punkte niedriger als unter Standardversorgung allein; adaptive Pacing-Therapie ohne messbaren Zusatznutzen.89
Grenzen
Selbst bewertete Endpunkte ohne Verblindung; Ansprechkriterien nachträglich geändert (IQWiG); Oxford-Kriterien ohne PEM-Pflicht.

Studie 2 von 2

Cochrane-Review Bewegungstherapie (Larun 2019)

Wer und was
Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom nach Fukuda- oder Oxford-Kriterien; Bewegungstherapie gegenüber passiver Kontrolle (Review insgesamt: acht randomisierte Studien)
Umfang
8 Studien im Review · 1.518 Teilnehmende im Review · 7 Studien im Endpunkt · 840 Teilnehmende im Endpunkt
Endpunkt
Erschöpfung zum Behandlungsende gegenüber passiver Kontrolle (standardisierte Mittelwertdifferenz; 7 Studien, 840 Teilnehmende)
Ergebnis
Standardisierte Mittelwertdifferenz -0,66; Erschöpfung wahrscheinlich verringert, moderate Vertrauenswürdigkeit.90
Grenzen
Keine Studie mit PEM als Pflichtkriterium; Nebenwirkungen unsicher; Suche nur bis 2014, Neubearbeitung eingestellt.

Welche Therapien werden erforscht?

Rituximab: negative Phase-III-Studie

Eine kleine norwegische Vorstudie mit 30 Patientinnen und Patienten berichtete eine Besserung unter Rituximab, ihr vorab festgelegter Hauptendpunkt war jedoch negativ. Die große Phase-III-Studie RituxME mit 151 Teilnehmenden fand dann keinen Nutzen: Unter Placebo sprachen 35,1 Prozent an, unter Rituximab 26,0 Prozent, und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten unter Rituximab häufiger auf.87,88

Immunadsorption: bisher ohne Kontrollgruppe

Bei der Immunadsorption werden Antikörper aus dem Blut entfernt. In einer kleinen Charité-Studie ohne Kontrollgruppe mit 20 Menschen mit Post-COVID-ME/CFS und erhöhten Autoantikörpern verbesserten sich 14 um mindestens 10 Punkte im körperlichen Funktionswert; die Autorinnen und Autoren formulieren vorsichtig, das Verfahren „könnte“ die Beschwerden bessern. Eine zweite kleine deutsche Beobachtungsstudie mit 12 Betroffenen, ebenfalls ohne Kontrollgruppe, fand keine signifikante Besserung der selbst berichteten Beschwerden und der ME/CFS-Fragebogenwerte; verbessert waren einzelne neuropsychologische Werte und geringfügig die Handkraft.36,93 Eine scheinkontrollierte Studie (IA-PACS-CFS) mit 66 Teilnehmenden ist laut Studienregister seit Oktober 2025 abgeschlossen; Ergebnisse waren dort beim Abruf am 8. Oktober 2026 nicht eingetragen.94

BC007 (Rovunaptabin)

In der Erlanger Phase-IIa-Studie reCOVer erhielten 30 Menschen mit Post-COVID-Syndrom und bestimmten Autoantikörpern Rovunaptabin (BC007) oder Placebo; Hauptziel war die Sicherheit. Bei Nebenzielen wie der Erschöpfung zeigten sich Verbesserungen, die die Autorinnen und Autoren in größeren Studien bestätigt sehen wollen.95 Eine größere Phase-II-Studie mit 119 Long-COVID-Betroffenen (BLOC) zeigte nach einer Pressemitteilung, die die Erlanger Arbeitsgruppe zitiert, beim Hauptziel keinen Vorteil gegenüber Placebo. Ihre Ergebnisse sind nicht veröffentlicht; auch im Studienregister waren beim Abruf am 8. Oktober 2026 keine eingetragen.95,96

Niedrig dosiertes Naltrexon (LDN)

Zu niedrig dosiertem Naltrexon (LDN) fand eine systematische Übersicht bei Long COVID keine einzige randomisierte Studie, nur vier Vorher-Nachher-Studien mit zusammen 155 Personen. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist laut den Autorinnen und Autoren gering.97

Eine randomisierte Studie zu LDN bei ME/CFS fand die Recherche für diesen Beitrag nicht.

Antivirale und weitere Verfahren bei Long COVID

Bei Long COVID brachte das antivirale Mittel Nirmatrelvir-Ritonavir in zwei randomisierten Studien mit 155 und 964 Teilnehmenden (davon 959 ausgewertet) keinen Nutzen gegenüber Placebo.70,71 Auch zehn Sitzungen hyperbarer Sauerstofftherapie und eine Vagusnervstimulation über das Ohr waren in kleineren Studien bei Long COVID einer Scheinbehandlung nicht überlegen.98,99

Off-Label-Stand in Deutschland

Der G-BA hat am 2. April 2026 für vier Wirkstoffe den Off-Label-Use zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung geregelt, in Kraft seit 11. Juni 2026: Ivabradin, Agomelatin und Vortioxetin bei bestimmten Beschwerden von Long/Post-COVID, Metformin zur Vorbeugung bei akuter Infektion und Übergewicht. Nur einer davon, Agomelatin gegen Fatigue, ist ausdrücklich auch für Erwachsene mit postinfektiöser ME/CFS vorgesehen, und zwar nur unter den Bedingungen der Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI; die Leberfunktion muss überwacht werden (Stand: Abruf 8. Oktober 2026).26,27,28 Zu Vortioxetin hat der G-BA am 8. September 2026 einen Änderungsbeschluss gefasst, weil ein pharmazeutischer Unternehmer seine Zustimmung widerrufen hat. Er tritt erst nach Nichtbeanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft und war beim Abruf noch nicht in Kraft; die ursprüngliche Regelung gilt seit 11. Juni 2026 (Stand: Abruf 8. Oktober 2026).27 Speziell für Long/Post-COVID ist bisher kein Arzneimittel zugelassen (Stand: Abruf 8. Oktober 2026).26

Jede Karte steht für sich: eigene Frage, eigene Gruppe, eigener Zeitraum, eigenes Maß. Keine Rangfolge.

  • Annals of Internal Medicine2019

    RituxME: Rituximab, Phase III (Fluge 2019)

    Einordnung: negativ (randomisiert)

    151 Teilnehmende

    Ansprechen (Erschöpfungswerte)

  • The Lancet Regional Health, Europe2025

    Immunadsorption bei Post-COVID-ME/CFS (Stein 2025)

    Einordnung: Hypothese

    20 Teilnehmende

    Körperlicher Funktionswert (SF-36), vier Wochen nach Immunadsorption

  • eClinicalMedicine2025

    reCOVer: Rovunaptabin (BC007), Phase IIa (Hohberger 2025)

    Einordnung: Hypothese

    30 Teilnehmende

    Sicherheit (Hauptziel); Erschöpfung und Funktionsniveau (Nebenziele)

  • BMJ Open2026

    Systematische Übersicht LDN bei Long COVID (Byambasuren 2026)

    Einordnung: Hypothese

    155 Personen

    Erschöpfung, Schmerz, Konzentration

  • The Lancet Infectious Diseases2026

    RECOVER-VITAL: Nirmatrelvir-Ritonavir (Baden 2026)

    Einordnung: negativ (randomisiert)

    964 randomisiert

    Klinisch bedeutsame Änderung patientenberichteter Werte je Phänotyp an Tag 90 (Hauptendpunkt)

  • JAMA Internal Medicine2024

    STOP-PASC: Nirmatrelvir-Ritonavir (Geng 2024)

    Einordnung: negativ (randomisiert)

    155 Teilnehmende

    Schwere der Kernbeschwerden nach 10 Wochen

Studie 1 von 6

RituxME: Rituximab, Phase III (Fluge 2019)

Wer und was
Menschen mit ME/CFS nach Kanadischen Konsenskriterien; Rituximab über zwölf Monate gegenüber Placebo
Umfang
151 Teilnehmende
Endpunkt
Ansprechen (Erschöpfungswerte)
Ergebnis
Ansprechen 26,0 Prozent unter Rituximab, 35,1 Prozent unter Placebo: kein Nutzen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse 26,0 gegenüber 18,9 Prozent.88
Grenzen
Negative Studie; der Befund einer kleinen Vorstudie bestätigte sich nicht.

Studie 2 von 6

Immunadsorption bei Post-COVID-ME/CFS (Stein 2025)

Wer und was
Menschen mit Post-COVID-ME/CFS und erhöhten Autoantikörpern, Charité; Immunadsorption, Vergleich mit dem Ausgangswert
Umfang
20 Teilnehmende
Endpunkt
Körperlicher Funktionswert (SF-36), vier Wochen nach Immunadsorption
Ergebnis
Nach vier Wochen im Mittel 17,75 Punkte besser; 14 von 20 verbesserten sich um mindestens 10 Punkte.36
Grenzen
Kleine Studie ohne Kontroll- oder Scheingruppe; experimentell. Eine scheinkontrollierte Studie ist abgeschlossen, Ergebnisse ausstehend.

Studie 3 von 6

reCOVer: Rovunaptabin (BC007), Phase IIa (Hohberger 2025)

Wer und was
Menschen mit Post-COVID-Syndrom und bestimmten Autoantikörpern, Erlangen; Rovunaptabin gegenüber Placebo
Umfang
30 Teilnehmende
Endpunkt
Sicherheit (Hauptziel); Erschöpfung und Funktionsniveau (Nebenziele)
Ergebnis
Verbesserungen bei Nebenzielen wie der Erschöpfung; Bestätigung in größeren Studien nötig.95
Grenzen
Kleine Studie bei Post-COVID, nicht nach ME/CFS-Kriterien; experimentell. Eine größere Studie (BLOC) verfehlte laut Pressemitteilung ihr Hauptziel, Daten unveröffentlicht.

Studie 4 von 6

Systematische Übersicht LDN bei Long COVID (Byambasuren 2026)

Wer und was
Menschen mit Long COVID; niedrig dosiertes Naltrexon, Vorher-Nachher-Vergleich
Umfang
0 randomisierte Studien · 4 Vorher-nachher-Studien · 155 Personen
Endpunkt
Erschöpfung, Schmerz, Konzentration
Ergebnis
Keine randomisierte Studie; gepoolte Vorher-Nachher-Daten deuten auf weniger Erschöpfung hin, bei geringer Vertrauenswürdigkeit.97
Grenzen
Long COVID, nicht ME/CFS; keine Kontrollgruppen; Fachjournal BMJ Open.

Studie 5 von 6

RECOVER-VITAL: Nirmatrelvir-Ritonavir (Baden 2026)

Wer und was
Menschen mit Long COVID an 69 US-Zentren; Nirmatrelvir-Ritonavir über 15 oder 25 Tage gegenüber Placebo
Umfang
964 randomisiert · 959 ausgewertet
Endpunkt
Klinisch bedeutsame Änderung patientenberichteter Werte je Phänotyp an Tag 90 (Hauptendpunkt)
Ergebnis
Kein Nutzen gegenüber Placebo.71
Grenzen
Long COVID, nicht ME/CFS.

Studie 6 von 6

STOP-PASC: Nirmatrelvir-Ritonavir (Geng 2024)

Wer und was
Menschen mit Long COVID; Nirmatrelvir-Ritonavir über 15 Tage gegenüber Placebo
Umfang
155 Teilnehmende
Endpunkt
Schwere der Kernbeschwerden nach 10 Wochen
Ergebnis
Keine stärkere Besserung als unter Placebo.70
Grenzen
Long COVID, nicht ME/CFS. Zur Studie ist eine Korrektur einer Abbildung erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen wurde; Abbildungswerte werden hier nicht verwendet.

Behandlungsansätze und ihre Studienlage

Jede Kachel zeigt den Stand so, wie er im Text belegt ist. Es ist keine Rangfolge der Verfahren: Population, Kriterien und Endpunkte unterscheiden sich. Kachel anklicken für Einzelheiten.

  • empfohlen
  • symptomatisch
  • Off-Label
  • experimentell
  • negativ geprüft oder abgeraten
  • umstritten

Keine Dosierungen, keine Empfehlung experimenteller Verfahren. Mehrere Verfahren wurden bei Long COVID geprüft, nicht bei ME/CFS; Befunde gelten nicht ohne Weiteres für ME/CFS.

Werte als Tabelle
Behandlungsansätze und Studienlage
AnsatzStudienlageEinordnung
Energiemanagement (Pacing)Erfahrung des NICE-Komitees; zwei auswertbare Studien ohne signifikanten Unterschied (IQWiG)Grundlage im Umgang mit der Erkrankung, nicht heilend
Behandlung einzelner Beschwerden (Schlaf, Schmerz, Kreislauf im Stehen)überwiegend Konsens, kaum Studien bei ME/CFSvorsichtig beginnen, langsam steigern
Kognitive VerhaltenstherapieAnhaltspunkt für kurz- und mittelfristigen Nutzen bei leichter bis mittelgradiger ME/CFS (IQWiG)nur unterstützend, nicht heilend (NICE)
Graded Exercise Therapy (GET)keine verlässliche Abwägung von Nutzen und Schaden möglich (IQWiG)NICE rät ab
PACE-Studie (White 2011)Selbst bewertete Endpunkte ohne Verblindung; Ansprechkriterien nachträglich geändert (IQWiG); Oxford-Kriterien ohne PEM-Pflicht.umstritten
Cochrane-Review Bewegungstherapie (Larun 2019)Keine Studie mit PEM als Pflichtkriterium; Nebenwirkungen unsicher; Suche nur bis 2014, Neubearbeitung eingestellt.umstritten
Rituximabgroße randomisierte Studie ohne Nutzennegativ
Immunadsorptionkleine Studien ohne Kontrollgruppe; scheinkontrollierte Studie abgeschlossen, Ergebnisse ausstehendexperimentell
Rovunaptabin (BC007)kleine Phase-IIa-Studie bei Post-COVID, Hauptziel Sicherheit; größere Studie laut Pressemitteilung ohne Vorteil beim Hauptziel, Daten unveröffentlichtexperimentell
Niedrig dosiertes Naltrexon (LDN)bei Long COVID keine randomisierte Studie, vier Vorher-Nachher-Studienexperimentell
AgomelatinOff-Label für Erwachsene verordnungsfähig seit 11. Juni 2026, nur unter den Bedingungen der Anlage VIOff-Label; Leberwerte überwachen
Nirmatrelvir-Ritonavirzwei randomisierte Studien bei Long COVID ohne NutzenLong COVID, nicht ME/CFS

Quellen 1,5,26,27,28,36,70,71,87,88,89,90,93,94,95,96,97

Vergleichstabelle mit allen Fußnoten, Behandlungsansätze und Studienlage
Behandlungsansätze und Studienlage
AnsatzStudienlageEinordnung
Energiemanagement (Pacing)Erfahrung des NICE-Komitees; zwei auswertbare Studien ohne signifikanten Unterschied (IQWiG)Grundlage im Umgang mit der Erkrankung, nicht heilend1,5
Behandlung einzelner Beschwerden (Schlaf, Schmerz, Kreislauf im Stehen)überwiegend Konsens, kaum Studien bei ME/CFSvorsichtig beginnen, langsam steigern1
Kognitive VerhaltenstherapieAnhaltspunkt für kurz- und mittelfristigen Nutzen bei leichter bis mittelgradiger ME/CFS (IQWiG)nur unterstützend, nicht heilend (NICE)1,5
Graded Exercise Therapy (GET)keine verlässliche Abwägung von Nutzen und Schaden möglich (IQWiG)NICE rät ab1,5
Rituximabgroße randomisierte Studie ohne Nutzennegativ87,88
Immunadsorptionkleine Studien ohne Kontrollgruppe; scheinkontrollierte Studie abgeschlossen, Ergebnisse ausstehendexperimentell36,93,94
Rovunaptabin (BC007)kleine Phase-IIa-Studie bei Post-COVID, Hauptziel Sicherheit; größere Studie laut Pressemitteilung ohne Vorteil beim Hauptziel, Daten unveröffentlichtexperimentell95,96
Niedrig dosiertes Naltrexon (LDN)bei Long COVID keine randomisierte Studie, vier Vorher-Nachher-Studienexperimentell97
AgomelatinOff-Label für Erwachsene verordnungsfähig seit 11. Juni 2026, nur unter den Bedingungen der Anlage VIOff-Label; Leberwerte überwachen26,27,28
Nirmatrelvir-Ritonavirzwei randomisierte Studien bei Long COVID ohne NutzenLong COVID, nicht ME/CFS70,71

Keine Bewertung der Verfahren gegeneinander: Studien unterscheiden sich in Population, Kriteriensatz und Endpunkt. Keine Dosierungen; experimentelle Verfahren sind keine Empfehlung.1,5,26,27,28,36,70,71,87,88,93,94,95,96,97


Wie kann der Alltag mit ME/CFS gelingen?

Menschen mit ME/CFS erleben nach dem IQWiG auch im Vergleich zu anderen chronischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose stärkere funktionelle Einschränkungen.5

Arbeit und Ausbildung

In 13 von 15 vom IOM ausgewerteten Studien lag die Erwerbslosigkeit unter Menschen mit ME/CFS zwischen 35 und 69 Prozent. Bei Kindern und Jugendlichen kann die Erkrankung die Schulausbildung erheblich beeinträchtigen, fast alle haben hohe krankheitsbedingte Fehlzeiten.2,5

Wenn die Erkrankung schwer ist

Illustration: ruhiges Schlafzimmer mit gemachtem Bett, Schlafmaske und Kopfhörern, zugezogenen Vorhängen und einem Glas Wasser, ohne Personen.
KI-generierte Illustration: Sinnbild für Reizschutz (Bett, Schlafmaske, Kopfhörer), keine reale Wohnung.

Schwer Betroffene brauchen laut NICE oft einen dunklen, ruhigen Raum; Untersuchungen sollen dann als Hausbesuch stattfinden. Hilfsmittel wie Rollstuhl oder Treppenlift sollen erwogen werden, um Selbstständigkeit zu erhalten.1 Ungeeignete Reha-Maßnahmen können die Beschwerden verstärken; wichtig ist laut IQWiG ein Angebot, das auf die Erkrankung zugeschnitten ist.5

Angehörige

Illustration: zwei gesichtslose Porzellanfiguren in einem hellen Wohnzimmer; eine sitzt in eine Decke gehüllt auf dem Sofa, die andere reicht ihr ein Glas Wasser.
KI-generierte Illustration (Sinnbild, keine realen Personen)

Die Erkrankung ist laut DEGAM-Leitlinie häufig so schwer, dass erhebliche Pflegebedürftigkeit entstehen kann; auch Angehörige brauchen häufig Unterstützung und Beratung.8

Hilfe in der Krise

Seelische Belastung

Eine schwere chronische Erkrankung kann seelisch sehr belasten. Gedanken an Selbsttötung sollten Sie offen ansprechen. Hilfe: TelefonSeelsorge kostenfrei 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, bei akuter Gefahr Notruf 112, außerhalb der Sprechzeiten Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117.3,4

Stand der Nummern: 05.10.20263,4. Die Privatpraxis NEVPAZ ist kein Notdienst.


Abklärung anhaltender Erschöpfung bei NEVPAZ in Hamburg

Anhaltende Erschöpfung kann viele Ursachen haben, von Schilddrüse und Schlaf über Depression bis zu neurologischen Erkrankungen. Die Privatpraxis NEVPAZ am Dammtorwall 7a in 20354 Hamburg vereint Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie in einer Praxis; Ziel der Abklärung von Erschöpfung ist es, behandelbare Ursachen zu erkennen.

Termine sind vor Ort in Hamburg oder per Videosprechstunde möglich. Eine Videosprechstunde ersetzt nicht jede Untersuchung; ob sie ausreicht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Gespräch. Einen Termin fragen Sie über das Kontaktformular auf nevpaz.de oder telefonisch unter 040 238 353 790 an. Die Praxis ist kein Notdienst.


Häufige Fragen zu ME/CFS

Was ist ME/CFS?

Eine Übersicht in Mayo Clinic Proceedings beschreibt ME/CFS als chronische neurologische Erkrankung, der oft eine Infektion vorausgeht. Ein Kennzeichen ist laut CDC die Verschlechterung nach körperlicher, geistiger oder emotionaler Anstrengung (PEM). Weil ein verlässlicher Biomarker fehlt, wird die Erkrankung oft spät erkannt.9,100

Ist ME/CFS dasselbe wie das chronische Fatigue-Syndrom oder chronische Erschöpfung?

ME/CFS und chronisches Fatigue-Syndrom werden meist gleichbedeutend verwendet: Die Klassifikation der WHO führt chronisches Fatigue-Syndrom und Myalgische Enzephalomyelitis als Begriffe derselben Diagnose. Chronische Erschöpfung als bloßes Symptom ist dagegen nicht dasselbe; die deutsche Klassifikation verschlüsselt sie ausdrücklich getrennt vom chronischen Fatigue-Syndrom.11,12

Was bedeutet Post-Exertional Malaise (PEM)?

PEM bedeutet, dass sich Beschwerden nach körperlicher, geistiger oder emotionaler Anstrengung verschlechtern; die CDC nennt sie ein Kennzeichen von ME/CFS. Nach Angabe des Charité Fatigue Centrums setzt die Verschlechterung oft erst am Folgetag ein und kann Tage oder sogar Wochen anhalten.23,100

Woran erkenne ich ME/CFS und wie unterscheidet es sich von normaler Erschöpfung?

Nach den Internationalen Konsenskriterien tritt die Erschöpfung nach Belastung sofort oder um Stunden bis Tage verzögert auf, und die Erholung dauert meist 24 Stunden oder länger. Einen verlässlichen Biomarker gibt es nicht; ob ME/CFS vorliegt, klärt deshalb eine ärztliche Untersuchung und kein Selbsttest.9,13

Welche Symptome hat ME/CFS neben der Erschöpfung?

Nach NICE gehören neben PEM unerholsamer Schlaf, kognitive Schwierigkeiten und eine durch Ruhe kaum gebesserte Fatigue zu den Kernsymptomen. Häufig, aber nicht verpflichtend sind Beschwerden im Stehen, Schmerzen, Reizempfindlichkeit und grippeähnliche Beschwerden.1

Welche Schweregrade gibt es und was bedeutet 'schwer betroffen'?

Die Internationalen Konsenskriterien stufen von leicht, mit etwa 50 Prozent weniger Aktivität als vor der Erkrankung, bis sehr schwer ein: bettlägerig und auf Hilfe angewiesen. Laut CDC ist schätzungsweise bis zu jede vierte Person im Verlauf zeitweise an Haus oder Bett gebunden; die Häufigkeit ist unsicher.13,15

Nach welchen Kriterien wird ME/CFS diagnostiziert?

Häufig zitiert werden Fukuda 1994, die Kanadischen Konsenskriterien 2003, die Internationalen Konsenskriterien 2011, die IOM-Kriterien 2015 und NICE 2021. Sie unterscheiden sich vor allem bei der PEM: Bei Fukuda ist sie nur eines von acht wählbaren Symptomen, bei den Internationalen Konsenskriterien ausdrücklich Pflicht.13,19

Wie lange müssen die Beschwerden bestehen, bevor ME/CFS diagnostiziert werden kann?

Das hängt vom Kriteriensatz ab. Die Kanadischen Konsenskriterien verlangen bei Erwachsenen mindestens 6 Monate, bei Kindern und Jugendlichen 3 Monate; die Internationalen Konsenskriterien verzichten auf eine feste Wartezeit. Die DEGAM empfiehlt, ab 3 Monaten ungeklärter Müdigkeit die IOM-Kriterien zu prüfen und eine Verdachtsdiagnose nach 6 Monaten neu zu bewerten.8,13

Gibt es einen Bluttest oder Selbsttest für ME/CFS, und welche Untersuchungen (Labor, Stehtest) gehören zur Abklärung?

Nein. Häufig finden sich zwar biologische Auffälligkeiten, laut CDC ist aber keiner dieser Marker spezifisch genug für einen Diagnosetest. Ein Stehtest wie der NASA-Lean-Test kann eine orthostatische Intoleranz zeigen. Fragebögen geben Orientierung, stellen aber keine Diagnose.9,14

Welche Ärztin oder welcher Arzt stellt die Diagnose: Hausarzt, Neurologe oder Spezialambulanz?

Für die hausärztliche Praxis empfiehlt die DEGAM-Leitlinie, bei Verdacht die Kanadischen Konsenskriterien zu erfassen. Nach der G-BA-Richtlinie ist eine Überweisung in die spezialisierte Versorgung spätestens bei drei Monaten Arbeitsunfähigkeit, vier Wochen Schulunfähigkeit oder mindestens mittelgradigem Schweregrad zu erwägen.8,22

Welche Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen?

Erschöpfung ist unspezifisch. In hausärztlichen Studien fand sich bei Müdigkeit in etwa 18,5 Prozent eine Depression, schwerwiegende körperliche Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenfehlfunktion bei etwa 4,3 Prozent; eine Ursache im Einzelfall folgt daraus nicht. Die Tabelle im Abschnitt Differenzialdiagnosen gibt einen Überblick.8,45

Was sind die Ursachen von ME/CFS?

Eine geklärte Ursache gibt es nicht. Gut belegt ist, dass ein Teil der Erkrankungen nach Infektionen beginnt, etwa nach Epstein-Barr-Virus, Q-Fieber oder Ross-River-Virus. Ein Retrovirus als Ursache ist widerlegt, die Arbeit dazu wurde zurückgezogen. Weitere Erklärungsansätze und ihren Evidenzgrad beschreibt der Abschnitt zur Pathophysiologie.5,61,86

Was ist der Unterschied zwischen ME/CFS und Post-COVID beziehungsweise Long COVID?

Long COVID bezeichnet Beschwerden ab 4 Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion, das Post-COVID-Syndrom Beschwerden über mehr als 12 Wochen. ME/CFS ist über eigene Kriterien mit dem Leitsymptom PEM definiert; nach dem IQWiG erfüllen etwa 15 bis 50 Prozent der Menschen mit Post- oder Long-COVID diese Kriterien.5

Kann sich aus Long COVID ein ME/CFS entwickeln?

Ja, bei einem Teil der Betroffenen; wie häufig, ist unsicher. Eine Metaanalyse von 13 Studien, erschienen in einer kleineren Fachzeitschrift und überwiegend aus Spezialambulanzen, fand bei 51 Prozent der untersuchten Long-COVID-Betroffenen erfüllte ME/CFS-Kriterien (Vertrauensbereich 42 bis 60 Prozent). Das beschreibt ausgewählte Gruppen zu einem Zeitpunkt und nicht, wie viele Menschen mit Long COVID später ME/CFS entwickeln. Nach dem IQWiG liegt der Anteil in Studien bei etwa 15 bis 50 Prozent.5,101

Wie häufig ist ME/CFS in Deutschland?

Es gibt nur Schätzungen. Das IQWiG kommt durch Übertragung von vier Studien mit PEM als Pflichtkriterium auf etwa 140.000 bis 310.000 Betroffene in Deutschland, Stand vor der Pandemie.5

Wie verläuft ME/CFS und wie ist die Lebenserwartung?

Eine vollständige Genesung wird laut IQWiG als selten beschrieben, Kinder und Jugendliche haben bessere Chancen. In einer englischen Registerstudie war die Gesamtsterblichkeit nicht signifikant erhöht, die Sterblichkeit durch Suizid aber deutlich. Bei Gedanken an Selbsttötung: Notruf 112, TelefonSeelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117.3,4,5,58

Ist ME/CFS heilbar?

Eine heilende Behandlung gibt es nach der NICE-Leitlinie derzeit nicht; die Beschwerden lassen sich aber behandeln. Eine vollständige Genesung wird laut IQWiG als selten beschrieben, Kinder und Jugendliche haben bessere Chancen.1,5

Welche Behandlung gibt es bei ME/CFS?

Im Mittelpunkt stehen nach NICE Energiemanagement und die Behandlung einzelner Beschwerden und Begleiterkrankungen. Kognitive Verhaltenstherapie kann beim Umgang mit den Beschwerden helfen, beseitigt die Erkrankung aber nicht. Mehr dazu in den Abschnitten zu Pacing, Symptombehandlung und Verhaltenstherapie.1

Was ist Pacing und wie funktioniert Energiemanagement?

Pacing heißt laut CDC, die eigenen Grenzen für geistige und körperliche Aktivität herauszufinden und innerhalb dieser Grenzen zu planen, der sogenannten Energiehülle. Gewarnt wird vor dem Muster, an guten Tagen zu viel nachzuholen, weil das einen Rückfall auslösen kann.6

Sind Sport und Aktivierungstherapie bei ME/CFS sinnvoll oder schädlich?

NICE rät von Programmen mit festen, schrittweisen Steigerungen wie der Graded Exercise Therapy ausdrücklich ab. Das IQWiG konnte Nutzen und Schaden dieser Therapie nicht verlässlich abwägen, weil schwerwiegende Nebenwirkungen nicht auszuschließen sind.1,5

Welche Medikamente werden bei ME/CFS eingesetzt?

Viele als Heilmittel beworbene Behandlungen sind laut CDC unbewiesen, oft teuer und möglicherweise gefährlich. Agomelatin gegen Fatigue ist in Deutschland seit 11. Juni 2026 für Erwachsene im Off-Label-Use verordnungsfähig, ausdrücklich auch bei postinfektiöser ME/CFS, aber nur unter den Bedingungen der Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI, und mit Kontrollen der Leberfunktion (Stand: Abruf 8. Oktober 2026); eine Zulassung für ME/CFS ist das nicht. Über die Behandlung entscheidet die Ärztin oder der Arzt.28,102,103

Was ist von Immunadsorption und anderen experimentellen Therapien zu halten?

Immunadsorption ist experimentell: Bisher gibt es nur kleine Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen, und eine scheinkontrollierte Studie ist zwar abgeschlossen, Ergebnisse waren beim Abruf am 8. Oktober 2026 aber nicht eingetragen. Rituximab führte in einer großen randomisierten Studie zu keiner Besserung.88,93,94,104

Wie komme ich im Alltag und im Beruf mit ME/CFS zurecht?

Hilfreich ist ein Alltag innerhalb der eigenen Belastungsgrenzen. Viele Betroffene können nicht oder nur eingeschränkt arbeiten: In 13 von 15 vom IOM ausgewerteten Studien lag die Erwerbslosigkeit zwischen 35 und 69 Prozent. Für Schwerkranke nennt die CDC Hilfen wie Liegerollstühle oder Duschstühle, um Energie zu sparen.2,15

Wie können Angehörige unterstützen?

Angehörige helfen, wenn sie die Erkrankung ernst nehmen, Ruhephasen respektieren und nicht zu mehr Aktivität drängen. Die Erkrankung kann zu erheblicher Pflegebedürftigkeit führen; auch Angehörige brauchen laut DEGAM-Leitlinie häufig selbst Unterstützung und Beratung.8

Wo finde ich in Hamburg Hilfe bei Verdacht auf ME/CFS?

Die Long-COVID-Richtlinie des G-BA gilt auch für ME/CFS. Unabhängig davon kommt zur Abklärung anhaltender Erschöpfung eine neurologisch-psychiatrische Praxis infrage, etwa die Privatpraxis NEVPAZ am Dammtorwall 7a in Hamburg, erreichbar über nevpaz.de oder 040 238 353 790. Die Praxis ist kein Notdienst.22,105


Quellen und Einordnung

Die Auswahl umfasst die NICE-Leitlinie, die S3-Leitlinie Müdigkeit der DEGAM, den IOM-Bericht, den IQWiG-Bericht, publizierte Konsenskriterien, Originalstudien, Meta-Analysen, Übersichtsarbeiten und Behördenangaben. Sie ist eine gezielte wissenschaftliche Recherche mit Stand 8. Oktober 2026, kein systematischer Review. Die Quellen sind nummeriert und mit DOI, PubMed-Nachweis oder Webadresse verknüpft. Studien aus kleineren Fachzeitschriften sind im Text als kleine oder vorläufige Studien gekennzeichnet.

Leitlinien- und Behördenstände (AWMF-Register, G-BA, ICD-10-GM) wurden am 8. Oktober 2026 abgerufen und können sich ändern. Studien zu Long COVID sind als solche gekennzeichnet und gelten nicht ohne Weiteres für ME/CFS. Studienergebnisse sind Gruppenwerte und keine Prognose für einzelne Menschen; Studien mit unterschiedlichen Populationen und Kriteriensätzen sind bewusst nicht gegeneinander gewertet. Die Angaben zur Praxis stammen von der Praxis-Website und sind keine Studienergebnisse.

Wischen Sie durch die Quellen oder filtern Sie nach Art der Quelle. Jede Quelle ist über DOI, PubMed oder die Originalseite nachprüfbar.

01NICE2021

Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: diagnosis and management (NG206)

National Institute for Health and Care Excellence (NICE)

Leitlinie/Konsens/Berichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Einleitung, Das Wichtigste

02National Academies Press (IOM)2015

Beyond Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Redefining an Illness

Institute of Medicine (IOM), Committee on the Diagnostic Criteria for ME/CFS

Leitlinie/Konsens/Berichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Einleitung, Was ist ME/CFS?

03TelefonSeelsorge Deutschland2026

TelefonSeelsorge Deutschland – Startseite

TelefonSeelsorge Deutschland

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Einleitung, Häufigkeit

04Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de)2026

116117.de – Der Patientenservice

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Einleitung, Diagnose

05IQWiG2023

Myalgische Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS): Aktueller Kenntnisstand. Abschlussbericht N21-01 (IQWiG-Berichte Nr. 1530)

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Leitlinie/Konsens/Berichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Das Wichtigste, Was ist ME/CFS?

06CDC2024

Strategies to Prevent Worsening of Symptoms (ME/CFS, Clinical Care)

Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Das Wichtigste, Symptome behandeln

07Journal of General Internal Medicine2025

Incidence and Prevalence of Post-COVID-19 Myalgic Encephalomyelitis: A Report from the Observational RECOVER-Adult Study.

Vernon SD, Zheng T, Do H et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Das Wichtigste, Differenzialdiagnosen

08AWMF-Leitlinie S3 Müdigkeit (DEGAM)2023

S3-Leitlinie Müdigkeit, AWMF-Register-Nr. 053-002 (Langfassung, Fassung 05.01.2023)

Baum E, Lindner N, Andreas S et al. (DEGAM)

Leitlinie/Konsens/Berichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Was ist ME/CFS?, Post-Exertional Malaise (PEM)

09Mayo Clinic Proceedings2023

Diagnosis and Management of Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome.

Grach SL, Seltzer J, Chon TY et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Was ist ME/CFS?, Häufige Fragen

10WHO2019

ICD-10 Version:2019, Kapitel VI, G93.3

World Health Organization

Leitlinie/Konsens/Berichtgeprüft: Webseite

Zitiert in: Was ist ME/CFS?

11BfArM2026

ICD-10-GM Version 2026, Block G90–G99 und R50–R69

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Was ist ME/CFS?, Häufige Fragen

12WHO2025

ICD-11 for Mortality and Morbidity Statistics (MMS), Version 2025-01 – Druckfassung

World Health Organization

Leitlinie/Konsens/Berichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Was ist ME/CFS?, Häufige Fragen

13Journal of Internal Medicine2011

Myalgic encephalomyelitis: International Consensus Criteria.

Carruthers BM, van de Sande MI, De Meirleir KL et al.

Leitlinie/Konsens/Berichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Post-Exertional Malaise (PEM), Symptome und Schweregrade

14CDC2024

ME/CFS – Diagnosis (for Healthcare Providers)

Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Volltext

Zitiert in: Post-Exertional Malaise (PEM), Untersuchungen

15CDC2024

ME/CFS Clinical Care for Severely Affected Patients

Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Symptome und Schweregrade, Häufige Fragen

16Annals of Internal Medicine1994

The chronic fatigue syndrome: a comprehensive approach to its definition and study. International Chronic Fatigue Syndrome Study Group.

Fukuda K, Straus SE, Hickie I et al.

Leitlinie/Konsens/Berichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Kriteriensätze

17Journal of Chronic Fatigue Syndrome2003

Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Clinical Working Case Definition, Diagnostic and Treatment Protocols

Carruthers BM, Jain AK, De Meirleir KL et al.

Leitlinie/Konsens/Berichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Kriteriensätze

18Mayo Clinic Proceedings2021

Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Essentials of Diagnosis and Management.

Bateman L, Bested AC, Bonilla HF et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Diagnose

19Medicina (Kaunas, Lithuania)2021

European Network on Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (EUROMENE): Expert Consensus on the Diagnosis, Service Provision, and Care of People with ME/CFS in Europe.

Nacul L, Authier FJ, Scheibenbogen C et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Häufige Fragen

20AWMF-Register2026

AWMF-Leitlinienregister: Einträge 020-027, 027-077, 030-149, 053-002 (aktuelle Leitlinien und angemeldete Vorhaben)

AWMF

Behörde/Register/Hilfsangebot

Zitiert in: Leitlinien und Berichte

21AWMF-Leitlinie S1 Long/Post-COVID2024

S1-Leitlinie Long/Post-COVID, AWMF-Register-Nr. 020-027 (Stand 30.05.2024; Datei 2025-08, als abgelaufen gekennzeichnet)

Koczulla AR, Ankermann T, Behrends U et al. (Federführung DGP)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Volltext

Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Untersuchungen

22G-BA2024

Long-COVID-Richtlinie (LongCOV-RL), Fassung vom 21.12.2023, BAnz AT 08.05.2024 B1, in Kraft seit 09.05.2024

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Volltext

Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Diagnose

23Charité Fatigue Centrum (Webseite)2026

Webseiten des Charité Fatigue Centrums (Startseite, Für Ärzte, Team & Kooperationspartner)

Charité Fatigue Centrum (CFC), Charité – Universitätsmedizin Berlin

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Häufige Fragen

24Deutsche Gesellschaft für ME/CFS (Webseite)2026

Startseite mecfs.de

Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V.

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Leitlinien und Berichte

25Der Nervenarzt2023

[Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: an overview of current evidence].

Ludwig B, Olbert E, Trimmel K et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Leitlinien und Berichte

26G-BA2026

Long/Post-COVID: Vier Wirkstoffe werden im Off-Label-Use verordnungsfähig (Pressemitteilung)

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Experimentelle Therapien

27G-BA2026

Letzte Änderungen im Bereich Beschlüsse zur Anlage VI: Off-Label-Use

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Experimentelle Therapien

28G-BA2026

Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: Anlage VI (Off-Label-Use) – Agomelatin zur Behandlung der Fatigue bei postinfektiöser ME/CFS und bei Long/Post-COVID (BAnz AT 10.06.2026 B2)

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Volltext

Zitiert in: Leitlinien und Berichte, Experimentelle Therapien

29CDC2026

Evaluation of ME/CFS (Stand 17.04.2026)

Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Volltext

Zitiert in: Untersuchungen, Differenzialdiagnosen

30Heart Rhythm (Konsensus der Heart Rhythm Society)2015

2015 heart rhythm society expert consensus statement on the diagnosis and treatment of postural tachycardia syndrome, inappropriate sinus tachycardia, and vasovagal syncope.

Sheldon RS, Grubb BP 2nd, Olshansky B et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Untersuchungen

31JAMA2026

Postural Orthostatic Tachycardia Syndrome (POTS): A Review.

Chung TH, Raj SR

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Untersuchungen, Symptome behandeln

32CMAJ2022

Diagnosis and management of postural orthostatic tachycardia syndrome.

Raj SR, Fedorowski A, Sheldon RS

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Untersuchungen

33Diagnostics (Basel, Switzerland)2018

A Brief Questionnaire to Assess Post-Exertional Malaise.

Cotler J, Holtzman C, Dudun C et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Untersuchungen

34Frontiers in psychiatry2025

Reliability and validity of the German version of the DePaul Symptom Questionnaire Post-Exertional Malaise (DSQ-PEM).

Kuczyk C, Nöhre M, Herrmann-Lingen C et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Untersuchungen

35Nature Communications2022

A prospective observational study of post-COVID-19 chronic fatigue syndrome following the first pandemic wave in Germany and biomarkers associated with symptom severity.

Kedor C, Freitag H, Meyer-Arndt L et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Untersuchungen, Differenzialdiagnosen

36The Lancet Regional Health – Europe2025

Efficacy of repeated immunoadsorption in patients with post-COVID myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome and elevated β2-adrenergic receptor autoantibodies: a prospective cohort study.

Stein E, Heindrich C, Wittke K et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Untersuchungen, Experimentelle Therapien

37Archives of Neurology1989

The fatigue severity scale. Application to patients with multiple sclerosis and systemic lupus erythematosus.

Krupp LB, LaRocca NG, Muir-Nash J et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Untersuchungen

38Medicina (Kaunas, Lithuania)2023

Recovery from Exercise in Persons with Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS).

Moore GE, Keller BA, Stevens J et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Untersuchungen

39Journal of translational medicine2024

Cardiopulmonary and metabolic responses during a 2-day CPET in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: translating reduced oxygen consumption to impairment status to treatment considerations.

Keller B, Receno CN, Franconi CJ et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Untersuchungen

40Journal of translational medicine2021

Hand grip strength and fatigability: correlation with clinical parameters and diagnostic suitability in ME/CFS.

Jäkel B, Kedor C, Grabowski P et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Untersuchungen

41European journal of neurology2025

Variation in Repeated Handgrip Strength Testing Indicates Submaximal Force Production in Patients With Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome.

Popkirov S

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Untersuchungen

42Brain, behavior, and immunity2016

Antibodies to β adrenergic and muscarinic cholinergic receptors in patients with Chronic Fatigue Syndrome.

Loebel M, Grabowski P, Heidecke H et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Untersuchungen, Ursachen und Evidenzgrad

43Brain, behavior, & immunity - health2020

Autoantibodies to beta-adrenergic and muscarinic cholinergic receptors in Myalgic Encephalomyelitis (ME) patients - A validation study in plasma and cerebrospinal fluid from two Swedish cohorts.

Bynke A, Julin P, Gottfries CG et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Untersuchungen

44Circulation2022

Detection of G Protein-Coupled Receptor Autoantibodies in Postural Orthostatic Tachycardia Syndrome Using Standard Methodology.

Hall J, Bourne KM, Vernino S et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Untersuchungen

45BMC Family Practice2016

The differential diagnosis of tiredness: a systematic review.

Stadje R, Dornieden K, Baum E et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Häufige Fragen

46The Lancet2017

Hypothyroidism.

Chaker L, Bianco AC, Jonklaas J, Peeters RP

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen

47The Lancet2021

Adrenal insufficiency.

Husebye ES, Pearce SH, Krone NP, Kämpe O

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen

48The Lancet2014

Adult obstructive sleep apnoea.

Jordan AS, McSharry DG, Malhotra A

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen

49Nature Reviews Disease Primers2019

Myasthenia gravis.

Gilhus NE, Tzartos S, Evoli A et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen

50JAMA2014

Fibromyalgia: a clinical review.

Clauw DJ

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen

51The Lancet Infectious Diseases2022

A clinical case definition of post-COVID-19 condition by a Delphi consensus.

Soriano JB, Murthy S, Marshall JC et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: ME/CFS und Post-COVID

52eClinicalMedicine2023

Long-term symptom severity and clinical biomarkers in post-COVID-19/chronic fatigue syndrome: results from a prospective observational cohort.

Legler F, Meyer-Arndt L, Mödl L et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: ME/CFS und Post-COVID

53Nature Reviews Microbiology2023

Long COVID: major findings, mechanisms and recommendations.

Davis HE, McCorkell L, Vogel JM, Topol EJ

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: ME/CFS und Post-COVID, Ursachen und Evidenzgrad

54Mol Psychiatry2025

Brain and muscle chemistry in myalgic encephalitis/chronic fatigue syndrome (ME/CFS) and long COVID: a 7T magnetic resonance spectroscopy study

Godlewska BR, Sylvester AL, Emir UE, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: ME/CFS und Post-COVID

55ME/CFS Research Foundation (Bericht, kein Peer-Review)2026

The rising cost of Long COVID and ME/CFS in Germany: 2026 update

Daniell J et al. (ME/CFS Research Foundation, Risklayer)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Volltext

Zitiert in: Häufigkeit

56NCHS Data Brief (CDC)2023

Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome in Adults: United States, 2021–2022 (NCHS Data Brief No. 488)

Vahratian A, Lin JS, Bertolli J, Unger ER

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Häufigkeit

57Journal of Translational Medicine2020

Systematic review and meta-analysis of the prevalence of chronic fatigue syndrome/myalgic encephalomyelitis (CFS/ME).

Lim EJ, Ahn YC, Jang ES et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Häufigkeit

58The Lancet2016

Mortality of people with chronic fatigue syndrome: a retrospective cohort study in England and Wales from the South London and Maudsley NHS Foundation Trust Biomedical Research Centre (SLaM BRC) Clinical Record Interactive Search (CRIS) Register.

Roberts E, Wessely S, Chalder T et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Häufigkeit, Häufige Fragen

59Nature Communications2024

Deep phenotyping of post-infectious myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome

Walitt B, Singh K, LaMunion SR, et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

60Nature Communications2025

Altered effort and deconditioning are not valid explanations of myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome

Davenport TE, Scheibenbogen C, Zinn MA, et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

61BMJ2006

Post-infective and chronic fatigue syndromes precipitated by viral and non-viral pathogens: prospective cohort study

Hickie I, Davenport T, Wakefield D, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Häufige Fragen

62Medicine (Baltimore)2019

Evidence of altered cardiac autonomic regulation in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: A systematic review and meta-analysis

Nelson MJ, Bahl JS, Buckley JD, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

63Chest2021

Insights From Invasive Cardiopulmonary Exercise Testing of Patients With Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome

Joseph P, Arevalo C, Oliveira RKF, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

64Front Immunol2024

Meta-analysis of natural killer cell cytotoxicity in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome

Baraniuk JN, Eaton-Fitch N, Marshall-Gradisnik S

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

65PNAS2017

Cytokine signature associated with disease severity in chronic fatigue syndrome patients

Montoya JG, Holmes TH, Anderson JN, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

66Brain Behav Immun2015

Chronic fatigue syndrome and circulating cytokines: A systematic review

Blundell S, Ray KK, Buckland M, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

67Science Advances2015

Distinct plasma immune signatures in ME/CFS are present early in the course of illness.

Hornig M, Montoya JG, Klimas NG et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

68Cell2026

A causal link between autoantibodies and neurological symptoms in long COVID

de Sá KSG, Silva J, Bayarri-Olmos R, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

69Nature Immunology2023

SARS-CoV-2 reservoir in post-acute sequelae of COVID-19 (PASC)

Proal AD, VanElzakker MB, Aleman S, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

70JAMA Internal Medicine2024

Nirmatrelvir-Ritonavir and Symptoms in Adults With Postacute Sequelae of SARS-CoV-2 Infection: The STOP-PASC Randomized Clinical Trial

Geng LN, Bonilla H, Hedlin H, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Experimentelle Therapien

71The Lancet Infectious Diseases2026

Nirmatrelvir-ritonavir targeting viral persistence in post-COVID-19 condition (long COVID) in the USA (RECOVER-VITAL): a randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 2 trial

Baden LR, Shah NS, Liu STH, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Experimentelle Therapien

72JCI Insight2016

Metabolic profiling indicates impaired pyruvate dehydrogenase function in myalgic encephalopathy/chronic fatigue syndrome

Fluge Ø, Mella O, Bruland O, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

73Journal of Clinical Investigation2020

Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome patients exhibit altered T cell metabolism and cytokine associations

Mandarano AH, Maya J, Giloteaux L, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

74Nature Communications2024

Muscle abnormalities worsen after post-exertional malaise in long COVID

Appelman B, Charlton BT, Goulding RP, et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

75Clin Neurophysiol Pract2020

Cerebral blood flow is reduced in ME/CFS during head-up tilt testing even in the absence of hypotension or tachycardia: A quantitative, controlled study using Doppler echography

van Campen CLMC, Verheugt FWA, Rowe PC, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

76ESC Heart Fail2020

Peripheral endothelial dysfunction in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome

Scherbakov N, Szklarski M, Hartwig J, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

77J Nucl Med2014

Neuroinflammation in Patients with Chronic Fatigue Syndrome/Myalgic Encephalomyelitis: An ¹¹C-(R)-PK11195 PET Study

Nakatomi Y, Mizuno K, Ishii A, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

78Neurol Neuroimmunol Neuroinflamm2022

No Signs of Neuroinflammation in Women With Chronic Fatigue Syndrome or Q Fever Fatigue Syndrome Using the TSPO Ligand [(11)C]-PK11195

Raijmakers R, Roerink M, Keijmel S, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

79Cell Host & Microbe2023

Deficient butyrate-producing capacity in the gut microbiome is associated with bacterial network disturbances and fatigue symptoms in ME/CFS

Guo C, Che X, Briese T, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

80Cell Host & Microbe2023

Multi-'omics of gut microbiome-host interactions in short- and long-term myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome patients

Xiong R, Gunter C, Fleming E, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

81Science2024

Persistent complement dysregulation with signs of thromboinflammation in active Long Covid

Cervia-Hasler C, Brüningk SC, Hoch T, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

82Psychosom Med2001

A twin study of chronic fatigue

Buchwald D, Herrell R, Ashton S, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

83Psychological Medicine2005

Twin analyses of chronic fatigue in a Swedish national sample

Sullivan PF, Evengård B, Jacks A, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

84Science2009

RETRACTED: Detection of an infectious retrovirus, XMRV, in blood cells of patients with chronic fatigue syndrome

Lombardi VC, Ruscetti FW, Das Gupta J, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

85mBio2012

A multicenter blinded analysis indicates no association between chronic fatigue syndrome/myalgic encephalomyelitis and either xenotropic murine leukemia virus-related virus or polytropic murine leukemia virus

Alter HJ, Mikovits JA, Switzer WM, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad

86Science2011

Retraction

Alberts B

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Häufige Fragen

87PLoS One2011

Benefit from B-lymphocyte depletion using the anti-CD20 antibody rituximab in chronic fatigue syndrome. A double-blind and placebo-controlled study.

Fluge Ø, Bruland O, Risa K et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Experimentelle Therapien

88Annals of Internal Medicine2019

B-Lymphocyte Depletion in Patients With Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial.

Fluge Ø, Rekeland IG, Lien K et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen und Evidenzgrad, Experimentelle Therapien

89The Lancet2011

Comparison of adaptive pacing therapy, cognitive behaviour therapy, graded exercise therapy, and specialist medical care for chronic fatigue syndrome (PACE): a randomised trial.

White PD, Goldsmith KA, Johnson AL et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Pacing, Aktivierung und Verhaltenstherapie

90Cochrane Database of Systematic Reviews2019

Exercise therapy for chronic fatigue syndrome.

Larun L, Brurberg KG, Odgaard-Jensen J et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Aktivierung und Verhaltenstherapie, Experimentelle Therapien

91Cochrane Database of Systematic Reviews2024

Exercise therapy for chronic fatigue syndrome (aktualisierte Fassung 2024 mit Redaktionsnotiz)

Larun L, Brurberg KG, Odgaard-Jensen J et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Aktivierung und Verhaltenstherapie

92Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry2023

Anomalies in the review process and interpretation of the evidence in the NICE guideline for chronic fatigue syndrome and myalgic encephalomyelitis.

White P, Abbey S, Angus B et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Aktivierung und Verhaltenstherapie

93Mol Ther2025

Effect of immunoadsorption on clinical presentation and immune alterations in COVID-19-induced and/or aggravated ME/CFS.

Anft M, Wiemers L, Rosiewicz KS et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Experimentelle Therapien, Häufige Fragen

94ClinicalTrials.gov2026

NCT05710770: Immunoadsorption in Patients With Chronic Fatigue Syndrome Including Patients With Post-COVID-19 CFS (Registereintrag)

ClinicalTrials.gov (NLM)

Behörde/Register/Hilfsangebot

Zitiert in: Experimentelle Therapien, Häufige Fragen

95eClinicalMedicine2025

Safety, tolerability and clinical effects of rovunaptabin, also known as BC007 on fatigue and quality of life in patients with Post-COVID syndrome (reCOVer): a prospective, exploratory, placebo-controlled, double-blind, randomised phase IIa clinical trial (RCT).

Hohberger B, Ganslmayer M, Harrer T et al.

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Experimentelle Therapien

96ClinicalTrials.gov2026

To Investigate Efficacy, Pharmacodynamics, and Safety of BC 007 in Participants With Long COVID (NCT05911009)

ClinicalTrials.gov (NLM)

Behörde/Register/Hilfsangebot

Zitiert in: Experimentelle Therapien

97BMJ Open2026

Effect of low-dose naltrexone for long COVID: a systematic review and meta-analysis.

Byambasuren O, Atkins T, Baptista S et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Experimentelle Therapien

98BMJ Open2025

Ten sessions of hyperbaric oxygen versus sham treatment in patients with long covid (HOT-LoCO): a randomised, placebo-controlled, double-blind, phase II trial.

Kjellberg A, Hassler A, Boström E et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Experimentelle Therapien

99Neurol Ther2026

Transcutaneous Auricular Vagal Nerve Stimulation Against Fatigue Syndrome in Patients with Long COVID: Results of the Randomized, Placebo-Controlled Clinical Pilot Trial COVIVA.

Gierthmuehlen M, Schmieder K, Thon N et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Experimentelle Therapien

100CDC2024

ME/CFS – Clinical Overview (for Healthcare Providers)

Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Häufige Fragen

101Journal of Infection2024

The persistence of myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome (ME/CFS) after SARS-CoV-2 infection: A systematic review and meta-analysis.

Dehlia A, Guthridge MA

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Häufige Fragen

102CDC2024

Monitoring the Use of Medicines and Supplements (ME/CFS)

Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Häufige Fragen

103G-BA2026

Beschluss Arzneimittel-Richtlinie/Anlage VI: Agomelatin (Beschlussseite mit Inkrafttreten)

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Häufige Fragen

104PLoS One2018

Immunoadsorption to remove ß2 adrenergic receptor antibodies in Chronic Fatigue Syndrome CFS/ME.

Scheibenbogen C, Loebel M, Freitag H et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Häufige Fragen

105Privatpraxis NEVPAZ (Praxis-Website)2026

Kontakt (Praxis-Website)

Privatpraxis NEVPAZ GmbH

Behörde/Register/Hilfsangebotgeprüft: Webseite

Zitiert in: Häufige Fragen

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Stand 08.10.2026 · Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Dr. med. Amir Golsari

Fachärztliche Prüfung

Dr. med. Amir Golsari

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Ausbildung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Mitautor klinischer Studien in der Schlaganfall-Bildgebung (u. a. WAKE-UP, NEJM 2018). Ärztlicher Leiter der Privatpraxis NEVPAZ in Hamburg.

Zuletzt fachärztlich geprüft am 08.10.2026 durch Dr. med. Amir Golsari

Autor und vorgesehener fachärztlicher Prüfer: Dr. med. Amir Golsari · Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung.