Angst- und Zwangsstörungen: erkennen, abgrenzen, behandeln
Eine Angststörung oder eine Zwangsstörung beginnt selten mit einem klaren Signal. Der Puls rast vor dem Betreten eines Raumes, eine Tür wird zum dritten Mal kontrolliert, ein Gedanke lässt sich nicht abstellen. Dieser Beitrag erklärt Symptome, Formen, Häufigkeit, Verlauf und Ursachen von Angst- und Zwangsstörungen, wie Ärztinnen und Ärzte sie von anderen Erkrankungen abgrenzen und wie sie nach den Leitlinien behandelt werden. Er richtet sich an Erwachsene und ihre Angehörigen. Für Kinder und Jugendliche ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie die richtige Anlaufstelle.
Furcht und Angst sind oft sinnvoll. Zum Krankheitsbild werden sie erst durch Unverhältnismäßigkeit, Dauer oder Beeinträchtigung.1
Bei der Zwangsstörung genügt es nicht, Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen zu haben: Sie müssen zu deutlichem Leidensdruck oder zu Beeinträchtigungen im Alltag führen.2
Stand der Quellen: 5. Oktober 2026. Der Beitrag ersetzt weder ein ärztliches Gespräch noch eine Diagnose.
- 131 Quellen, u. a. aus The Lancet, JAMA, JAMA Psychiatry, American Journal of Psychiatry
- Belegte Aussagen mit Fußnote, Einordnung getrennt
- Stand 05.10.2026
Das Wichtigste auf einen Blick
Fünf Aussagen vorab. Die Einzelheiten stehen in den jeweiligen Kapiteln.
- Angst und Zwang sind verwandt, werden aber getrennt klassifiziert; das DSM-5 etwa führt Zwangsstörungen in einem eigenen Kapitel.3 Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?
- Angststörungen sind häufig. Eine Auswertung von 87 Studien aus 44 Ländern ergab nach Angleichung der Methoden eine weltweite Punktprävalenz von 7,3 %.4 Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
- Beide beginnen häufig in Kindheit, Jugend oder jungem Erwachsenenalter. In einer Meta-Analyse von 192 Studien hatten 51,8 % der Betroffenen mit Angst- oder Furchtstörungen vor dem 18. Lebensjahr erstmals Symptome, bei Zwangs- und verwandten Störungen 45,1 %.5 Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
- Beide lassen sich behandeln. Als erste Wahl bei Angststörungen nennt eine JAMA-Übersicht kognitive Verhaltenstherapie sowie bestimmte Antidepressiva (SSRI und SNRI).6 Bei der Zwangsstörung gilt kognitive Verhaltenstherapie mit oder ohne SSRI als bevorzugte erste Behandlung.7 Die Ansprechraten sind aber bescheiden: In einer Auswertung von 441 Studien sprachen bei Zwangsstörung, Panikstörung und generalisierter Angststörung etwa 36 bis 38 % der Behandelten auf Psychotherapie an, gemessen als mindestens halbierte Symptome.8 Therapie: Verhaltenstherapie und Exposition
- Viele Betroffene suchen spät Hilfe. In einer US-Befragung (2001 bis 2003) vergingen bei Angststörungen unter denen, die irgendwann Hilfe suchten, 9 bis 23 Jahre bis zum ersten Behandlungskontakt.9 Wann Sie Hilfe suchen sollten
Was ist eine Angststörung, was eine Zwangsstörung?
Zwei Gruppen in der ICD-11
In der ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation bilden die Angststörungen eine eigene Gruppe, die „angst- oder furchtbezogenen Störungen“. Die Zwangsstörung gehört nicht dazu.10
Sie bildet mit verwandten Störungen eine eigene Gruppe, nach der WHO wegen gemeinsamer Merkmale und häufigen gemeinsamen Auftretens.11
Auch das amerikanische DSM-5 führt ein eigenes Kapitel für Zwangsstörungen und verwandte Störungen.3
Ob die Zwangsstörung besser bei den Angststörungen oder im Zwangsspektrum aufgehoben ist, beschrieb eine Übersichtsarbeit in The Lancet 2009 als fachlich offen.12
Was beide verbindet
Bei Angststörungen beruhen die Expositionsanteile der Verhaltenstherapie auf dem Verständnis der Furchtlöschung.13
Ein störungsübergreifendes Programm, das Unified Protocol, war in einer Studie mit 223 Erwachsenen (Panikstörung, generalisierte Angst, Zwang, soziale Angst) störungsspezifischen Programmen statistisch gleichwertig.14
Die Unterschiede im Überblick
Die Tabelle beschreibt typische Muster. Sie ist kein Test und keine Selbstdiagnose.
| Merkmal | Angststörungen | Zwangsstörung |
|---|---|---|
| Gruppe in der ICD-11 | angst- oder furchtbezogene Störungen | Zwangsstörung und verwandte Störungen |
| Kern des Erlebens | Sorgen, soziale Ängste, Panikattacken | aufdrängende, unerwünschte Gedanken, Bilder oder Impulse |
| Typische Reaktion | Vermeidung, auch unauffälliges Sich-Stützen auf Gegenstände oder Personen | wiederholte Handlungen oder Rituale |
| Kurzfristige Wirkung | Vermeidung verringert Beschwerden kurzfristig | Rituale mindern Anspannung oder Angst |
Erklärvideo · 37 s
Angst oder Zwang: zwei Gruppen in der ICD-11
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Angst und Zwang wirken verwandt. In der ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation stehen sie aber in zwei getrennten Gruppen. Zu den Angststörungen zählen die Panikstörung, die Agoraphobie, die soziale und die generalisierte Angststörung sowie spezifische Phobien. Typisch ist dabei Vermeidung. Bei der Zwangsstörung drängen sich unerwünschte Gedanken, Bilder oder Impulse auf; darauf folgen wiederholte Handlungen oder Rituale. Krankhaft wird beides erst, wenn es deutlich belastet oder den Alltag beeinträchtigt.1,2,6,10,11,15,16,17,18
Wie hängen Symptome, Störungen und Behandlungen zusammen?
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Symptome
Störungen
Störungsgruppe
Störung
Begleiterkrankungen und Abgrenzung
Begleiterkrankung
Risiko
Differenzialdiagnose
Behandlung
Behandlung
Forschung
Studien
Studie (Studienkarte)
Studiendesign
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Störungsgruppe
Angststörungen (Gruppe)
In der ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation bilden die Angststörungen eine eigene Gruppe, die „angst- oder furchtbezogenen Störungen“. Die Zwangsstörung gehört nicht dazu.10
Verbindungen
- äußert sich körperlich mit 6
- kurzfristige Erleichterung durch (Angstkreislauf (Erklärungsmodell))16
- umfasst 18
- umfasst 18
- umfasst 18
- umfasst 18
- umfasst 18
- tritt häufig zusammen auf mit 1
- tritt häufig zusammen auf mit 1
- erhöhtes Risiko für (relative Risiken; Hilfehinweis zeigen)19
- Zusammenhang mit (kein Ursachennachweis) (Zusammenhang, kein Ursachennachweis)20
- abgrenzen von 18
- abgrenzen von 15
- erste Wahl: 6
- erste Wahl: 6
- wirksamer als Warteliste: 21
- Escitalopram nicht unterlegen: (Angststörungen gemischt, kein Placebo-Arm)22
- Häufigkeit in Deutschland: 23241051825
Zum Abschnitt „Was ist eine Angststörung, was eine Zwangsstörung?“
Störung
Panikstörung
Panikstörung und Agoraphobie gelten in der ICD-11 als zwei getrennte Diagnosen, die nebeneinander vergeben werden können.10
Verbindungen
Störung
Agoraphobie
Panikstörung und Agoraphobie gelten in der ICD-11 als zwei getrennte Diagnosen, die nebeneinander vergeben werden können.10
Verbindungen
Störung
Soziale Angststörung
Die Formen verlaufen unterschiedlich. Die soziale Angststörung beginnt nach NICE im Median mit 13 Jahren und gehört zu den beständigsten Angststörungen; nur etwa die Hälfte der Betroffenen sucht jemals Behandlung.26
Verbindungen
Störung
Generalisierte Angststörung
NICE beschreibt als Kernsymptome übermäßige Angst und Sorge über mehrere Ereignisse oder Aktivitäten sowie Schwierigkeiten, die Sorge zu kontrollieren, an den meisten Tagen über mindestens sechs Monate.25
Verbindungen
Störung
Spezifische Phobie
Zu den Angststörungen zählen die Panikstörung, die Agoraphobie, die soziale Angststörung, die generalisierte Angststörung und die spezifischen Phobien.18
Verbindungen
- gehört zu 18
Störung
Zwangsstörung
Bei der Zwangsstörung genügt es nicht, Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen zu haben: Sie müssen zu deutlichem Leidensdruck oder zu Beeinträchtigungen im Alltag führen.2
Verbindungen
- hat als Kernsymptom 11
- hat als Kernsymptom 11
- tritt häufig zusammen auf mit 30
- tritt häufig zusammen auf mit 30
- tritt häufig zusammen auf mit 31
- erhöhtes Risiko für (seltenes Ereignis; Hilfehinweis zeigen)32
- abgrenzen von 11
- abgrenzen von 11
- bei spätem Beginn abklären: (Fallvignette 4)1711
- erste Wahl: (S3 Empfehlungsgrad A)17
- wirksamer als Placebo: 33
- nicht stärker wirksam als SSRI: 34
- bei unzureichendem Ansprechen: 35
- Zusatzverfahren: 3637
- nur schwerste Fälle: 1738
- wirksam mit Begleitung: 7
- Erblichkeit untersucht in 39
- Bildgebung in 40
- Beginnalter untersucht in 5
Zum Abschnitt „Zwangsstörung: Symptome, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen“
Symptom
Panikattacke
Eine Panikattacke beginnt nach der S3-Leitlinie plötzlich und steigert sich über etwa 10 Minuten, oft mit Herzrasen, Atemnot, Schwindel und Todesangst.18
Verbindungen
- ist Kernsymptom von 18
Symptom
Herzklopfen, Atemnot, Schwindel
Angststörungen äußern sich oft auch körperlich, etwa mit Herzklopfen, Atemnot oder Schwindel.6
Verbindungen
Zum Abschnitt „Wie macht sich eine Angst- oder Zwangsstörung im Alltag bemerkbar?“
Symptom
Anhaltende Sorgen
NICE beschreibt als Kernsymptome übermäßige Angst und Sorge über mehrere Ereignisse oder Aktivitäten sowie Schwierigkeiten, die Sorge zu kontrollieren, an den meisten Tagen über mindestens sechs Monate.25
Verbindungen
- ist Kernsymptom von 25
Symptom
Vermeidung
Hinzu kommt die Vermeidung: Sie verschafft kurzfristig Erleichterung.16
Verbindungen
Symptom
Zwangsgedanken
Zwangsgedanken (Obsessionen) sind wiederkehrende Gedanken, Bilder oder Impulse, die als aufdrängend und unerwünscht erlebt werden und oft mit Angst verbunden sind.11
Verbindungen
Zum Abschnitt „Zwangsstörung: Symptome, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen“
Symptom
Zwangshandlungen
Zwangshandlungen (Kompulsionen) sind wiederholte Handlungen oder Rituale, auch gedankliche, zu denen sich die Person durch einen Zwangsgedanken getrieben fühlt.11
Verbindungen
Zum Abschnitt „Zwangsstörung: Symptome, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen“
Begleiterkrankung
Depression
Bei 48 bis 68 % der Erwachsenen mit einer Angststörung liegt zusätzlich eine weitere Angststörung vor, bei der Hälfte bis zwei Dritteln eine Major Depression.1
Verbindungen
Begleiterkrankung
Weitere Angststörung
Bei 48 bis 68 % der Erwachsenen mit einer Angststörung liegt zusätzlich eine weitere Angststörung vor, bei der Hälfte bis zwei Dritteln eine Major Depression.1
Verbindungen
Begleiterkrankung
Suchterkrankung
Angststörungen gehen mit einem erhöhten Risiko für spätere Depressionen einher; für spätere Suchterkrankungen ist der Zusammenhang schwächer und zeigte sich vor allem bei Panikstörung und sozialer Angststörung.15
Verbindungen
Risiko
Suizidgedanken (Hilfe: 112, 116 117, 0800 111 0 111, 0800 111 0 222)
In einer niederländischen Bevölkerungsstudie hing eine zuvor bestehende Angststörung auch nach Berücksichtigung anderer psychischer Störungen mit späteren Suizidgedanken (Odds Ratio 2,32) und Suizidversuchen (3,64) zusammen.19
Hilfe in einer KriseWenn Sie an Suizid denken oder sich in einer akuten Krise befinden: Rufen Sie den Notruf 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Die TelefonSeelsorge ist unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar.
Verbindungen
Begleiterkrankung
Spätere chronische körperliche Erkrankungen
Seelische Erkrankungen, darunter Angststörungen, gingen außerdem mit einem erhöhten Risiko für später beginnende chronische körperliche Erkrankungen einher (Odds Ratios 1,2 bis 2,0). Das sind Zusammenhänge, keine Ursachennachweise.20
Verbindungen
- Zusammenhang mit (kein Ursachennachweis) (Zusammenhang, kein Ursachennachweis)20
Differenzialdiagnose
Herzrhythmus, Schilddrüse, Unterzuckerung, Anfälle
Nach der S3-Leitlinie sind unter anderem Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenüberfunktion, Unterzuckerung, Anfälle und Migräne abzugrenzen.18
Verbindungen
- abgrenzen von 18
Zum Abschnitt „Angst, Zwang oder etwas anderes? Differenzialdiagnosen“
Differenzialdiagnose
Stimulanzien, Alkoholentzug
Auch Stimulanzien und der Entzug etwa von Alkohol können deutliche Angstsymptome auslösen.15
Verbindungen
- abgrenzen von 15
Zum Abschnitt „Angst, Zwang oder etwas anderes? Differenzialdiagnosen“
Differenzialdiagnose
Depressives Grübeln
Vergleichstabelle im Abschnitt „Angst, Zwang oder etwas anderes? Differenzialdiagnosen“.11
Verbindungen
Zum Abschnitt „Angst, Zwang oder etwas anderes? Differenzialdiagnosen“
Differenzialdiagnose
Psychose, Tic-Störung, Autismus-Spektrum
Vergleichstabelle im Abschnitt „Angst, Zwang oder etwas anderes? Differenzialdiagnosen“.11
Verbindungen
- abgrenzen von 11
Zum Abschnitt „Angst, Zwang oder etwas anderes? Differenzialdiagnosen“
Differenzialdiagnose
Später Beginn: hirnorganische Abklärung (z. B. Basalganglien-Schlaganfall)
Beginnt eine Zwangsstörung jenseits des 50. Lebensjahres, soll nach der Leitlinie eine hirnorganische Abklärung erfolgen.17
Ein plötzlicher oder später Beginn sollte nach dem WHO-Leitfaden weiter abgeklärt werden, etwa auf einen Schlaganfall der Basalganglien.11
Verbindungen
Zum Abschnitt „Angst, Zwang oder etwas anderes? Differenzialdiagnosen“
Behandlung
Kognitive Verhaltenstherapie
Für die kognitive Verhaltenstherapie, kurz KVT, liegen bei Angststörungen die meisten Wirksamkeitsstudien vor. Gegenüber psychologischem oder Tabletten-Placebo zeigte sie nach einer JAMA-Übersicht bei generalisierter Angst einen großen Effekt (Hedges g 1,01), bei sozialer Angst (0,41) und Panikstörung (0,39) kleine bis mittlere Effekte.6
In einer einheitlichen Auswertung von 375 Studien mit Erwachsenen lagen die Effektstärken der KVT gegenüber inaktiven Kontrollbedingungen bei Panikstörung, sozialer Angst, generalisierter Angst und Zwang zwischen 0,5 und 1,0. Sie hängen von der Vergleichsgruppe ab: In Studien mit Wartelisten waren sie groß, in Studien mit üblicher Behandlung bescheidener.41
Verbindungen
Behandlung
Exposition mit Reaktionsmanagement
Bei der Zwangsstörung besteht die Psychotherapie der ersten Wahl aus störungsspezifischer kognitiver Verhaltenstherapie mit Exposition (Empfehlungsgrad A).17
Verbindungen
Behandlung
Online-/Internet-KVT (begleitet)
Digitale Angebote gegen Angst wirkten in 47 Studien (4.958 Teilnehmende) im Mittel groß verglichen mit Warteliste oder üblicher Behandlung (g = 0,80). Gegenüber Therapie in Präsenz fand sich kein signifikanter Unterschied, allerdings bei nur 9 Vergleichen.21
Computer- und onlinebasierte Verhaltenstherapie senkte Zwangssymptome nach einer JAMA-Übersicht klinisch bedeutsam, wenn geschulte Therapeutinnen und Therapeuten sie begleiteten.7
Verbindungen
- wirksam mit therapeutischer Begleitung bei 7
- wirksamer als Warteliste bei 21
- Studiendesign: 47
- Studiendesign: 48
Zum Abschnitt „Selbsthilfe, digitale Angebote und Wartezeiten“
Behandlung
SSRI
Ein Cochrane-Review mit 17 Studien (3.097 Teilnehmende) fand: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) senkten Zwangssymptome innerhalb von 6 bis 13 Wochen stärker als Placebo (Unterschied im Y-BOCS im Mittel 3,21 Punkte; 95%-Konfidenzintervall 2,57 bis 3,84).33
Verbindungen
Behandlung
SNRI, Pregabalin u. a. (GAD)
Für die generalisierte Angststörung zeigte ein Netzwerkvergleich von 89 Studien (25.441 Personen), dass unter anderem Duloxetin, Pregabalin, Venlafaxin und Escitalopram wirksamer waren als Placebo und relativ gut vertragen wurden. Eine Rangfolge der Substanzen lässt sich daraus nicht ableiten.28
Verbindungen
Behandlung
Benzodiazepine (nur Ausnahme)
NICE rät, bei generalisierter Angststörung kein Benzodiazepin anzubieten, außer als kurzfristige Maßnahme in Krisen. Bei Panikstörung sollen sie nicht verordnet werden, weil sie mit einem schlechteren Langzeitergebnis verbunden sind.25
Warnhinweis, keine Empfehlung.
Verbindungen
Behandlung
Clomipramin
Ein Netzwerkvergleich mit 54 Studien bestätigte die SSRI als Gruppe. Clomipramin war nicht stärker wirksam als die SSRI.34
Verbindungen
Behandlung
Zusatzbehandlung bei Zwang (Exposition, Risperidon)
Bestanden Zwangssymptome trotz eines Serotonin-Wiederaufnahmehemmers fort, sprachen in einer Studie mit 100 Erwachsenen nach acht Wochen 80 % auf zusätzliche Expositionstherapie an (Rückgang im Y-BOCS um mindestens 25 %), 23 % auf das zusätzliche Antipsychotikum Risperidon und 15 % auf Placebo.35
Verbindungen
Zum Abschnitt „Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz“
Behandlung
Tiefe TMS (Zwang)
Die tiefe transkranielle Magnetstimulation verbesserte in einer Studie mit 99 Betroffenen die Zwangssymptome stärker als eine Scheinbehandlung: Das Ansprechen lag nach sechs Wochen bei 38,1 % gegenüber 11,1 %. Ansprechen hieß hier ein Rückgang im Y-BOCS um mindestens 30 %. Die Autoren sehen das Verfahren als Möglichkeit für Menschen, die auf Medikamente und Psychotherapie nicht ausreichend ansprechen.36
Verbindungen
Zum Abschnitt „Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz“
Behandlung
Tiefe Hirnstimulation (schwerste Fälle)
Die tiefe Hirnstimulation kann bei schwerstbetroffenen Menschen, bei denen mehrere leitliniengerechte Therapien nicht angeschlagen haben, nach kritischer Abwägung erwogen werden (Empfehlungsgrad 0), in erfahrenen psychiatrischen Zentren.17
Verbindungen
Zum Abschnitt „Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz“
Behandlung
Psychodynamische Therapie
Bei sozialer Angststörung erreichten in einer multizentrischen Studie mit 495 Erwachsenen nach der Behandlung 36 % unter Verhaltenstherapie, 26 % unter psychodynamischer Therapie und 9 % auf der Warteliste eine Remission. Verhaltenstherapie war bei der Remission signifikant überlegen, beim Ansprechen nicht; die Unterschiede zwischen den Therapien waren klein.27
Verbindungen
- wirksamer als Warteliste bei 27
Zum Abschnitt „Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich“
Behandlung
Achtsamkeitsschulung
Eine achtwöchige Achtsamkeitsschulung war in einer US-Studie mit 276 Erwachsenen mit Angststörungen dem Antidepressivum Escitalopram nicht unterlegen (Angstschwere bei den 208 Auswertbaren im Mittel −1,35 gegenüber −1,43 Punkte auf der Skala CGI-S). Die Studie hatte keinen Placebo-Arm; die Teilnehmenden wussten, welche Behandlung sie erhielten, die Bewertung erfolgte verblindet.22
Verbindungen
Forschung
LSD-Präparate (nur Studien)
Bei 198 Erwachsenen mit generalisierter Angststörung senkte in einer Phase-2b-Studie eine einmalige Behandlung mit dem LSD-Präparat MM120 die Angstwerte nach vier Wochen bei den zwei höchsten Studiendosen im Mittel um 5,0 bis 6,0 Punkte (Skala HAM-A) stärker als Placebo; die zwei niedrigeren Dosen unterschieden sich nicht von Placebo. Die Studie dient der Planung von Phase-3-Studien.29
nicht zugelassen; nur Studienlage.
Verbindungen
Studie (Studienkarte)
DEGS1-MH
In Deutschland erfüllten nach DEGS1-MH 27,8 % der Erwachsenen innerhalb eines Jahres die Kriterien irgendeiner psychischen Störung (korrigierte Angabe von 2016).2324
In DEGS1-MH (2008 bis 2011) erfüllten 15,4 % der Erwachsenen innerhalb eines Jahres die Kriterien einer Angststörung, Frauen 21,4 %, Männer 9,3 % (berichtigte Werte von 2016).2324
Vergleichstabelle im Abschnitt „Angststörung: Symptome und Formen“.105182325
Studienkarte ST01 im Abschnitt „Wichtige Studien verständlich gelesen“.
Verbindungen
Studie (Studienkarte)
Beginnalter-Meta-Analyse (Solmi 2022)
Beide beginnen häufig in Kindheit, Jugend oder jungem Erwachsenenalter. In einer Meta-Analyse von 192 Studien hatten 51,8 % der Betroffenen mit Angst- oder Furchtstörungen vor dem 18. Lebensjahr erstmals Symptome, bei Zwangs- und verwandten Störungen 45,1 %.5
Studienkarte ST02 im Abschnitt „Wichtige Studien verständlich gelesen“.
Verbindungen
Studie (Studienkarte)
Schwedische Familienstudie zur Zwangsstörung
In einer schwedischen Registerstudie (24.768 Betroffene) stieg das Zwangsrisiko mit dem Verwandtschaftsgrad. In der Zwillingsauswertung derselben Studie (16.383 Zwillinge) gingen etwa 47 % (95%-Konfidenzintervall 42 bis 52 %) auf erbliche Faktoren zurück; ein Einfluss der gemeinsamen Familienumwelt war nicht nachweisbar. Nicht mit der Familie geteilte Umwelteinflüsse waren nach den Autoren mindestens ebenso wichtig.39
Studienkarte ST03 im Abschnitt „Wichtige Studien verständlich gelesen“.
Verbindungen
- untersucht Erblichkeit von 39
Studie (Studienkarte)
ENIGMA-OCD (Hirnvolumina)
Selbst große Auswertungen finden nur kleine Unterschiede: In der ENIGMA-OCD-Studie (1.830 Betroffene, 1.759 Kontrollen) lagen die Effekte bei Erwachsenen bei Cohen d = −0,13 für den Hippocampus und +0,16 für das Pallidum; bei medizierten Betroffenen waren sie stärker.40
Studienkarte ST04 im Abschnitt „Wichtige Studien verständlich gelesen“.
Verbindungen
- untersucht Hirnvolumina bei 40
Studie (Studienkarte)
KVT-Effektstärken (Cuijpers 2025)
In einer einheitlichen Auswertung von 375 Studien mit Erwachsenen lagen die Effektstärken der KVT gegenüber inaktiven Kontrollbedingungen bei Panikstörung, sozialer Angst, generalisierter Angst und Zwang zwischen 0,5 und 1,0. Sie hängen von der Vergleichsgruppe ab: In Studien mit Wartelisten waren sie groß, in Studien mit üblicher Behandlung bescheidener.41
Studienkarte ST05 im Abschnitt „Wichtige Studien verständlich gelesen“.
Verbindungen
- prüft 41
Studie (Studienkarte)
Foa-Studie (Expositionstherapie und Clomipramin)
Bei Zwangsstörung sprachen in einer Studie mit 122 Erwachsenen nach zwölf Wochen 62 % auf intensive Expositionstherapie an, 42 % auf Clomipramin, 70 % auf die Kombination und 8 % auf Placebo. Die Kombination war nicht besser als die Expositionstherapie allein.45
Studienkarte ST06 im Abschnitt „Wichtige Studien verständlich gelesen“.
Verbindungen
Studie (Studienkarte)
Simpson-Studie (Zusatzbehandlung bei Zwang)
Bestanden Zwangssymptome trotz eines Serotonin-Wiederaufnahmehemmers fort, sprachen in einer Studie mit 100 Erwachsenen nach acht Wochen 80 % auf zusätzliche Expositionstherapie an (Rückgang im Y-BOCS um mindestens 25 %), 23 % auf das zusätzliche Antipsychotikum Risperidon und 15 % auf Placebo.35
Studienkarte ST07 im Abschnitt „Wichtige Studien verständlich gelesen“.
Verbindungen
- prüft 35
Studie (Studienkarte)
Cochrane-Review zu SSRI bei Zwang
Ein Cochrane-Review mit 17 Studien (3.097 Teilnehmende) fand: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) senkten Zwangssymptome innerhalb von 6 bis 13 Wochen stärker als Placebo (Unterschied im Y-BOCS im Mittel 3,21 Punkte; 95%-Konfidenzintervall 2,57 bis 3,84).33
Ein klinisches Ansprechen erreichten deutlich mehr Menschen als unter Placebo (Risiko-Verhältnis 1,84). Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehörten Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.33
Studienkarte ST08 im Abschnitt „Wichtige Studien verständlich gelesen“.
Verbindungen
- prüft 33
Studiendesign
Clomipramin-Zulassungsstudien (CCSG 1991)
Zwei doppelblinde Studien an 21 Zentren verglichen Clomipramin mit Placebo bei 520 Menschen mit Zwangsstörung (Studie 1: 239, Studie 2: 281 Teilnehmende).56
Verbindungen
- Studiendesign zu 56
Studiendesign
Sertralin in drei festen Dosen (Greist 1995)
324 nicht depressive Erwachsene mit Zwangsstörung aus 11 Zentren erhielten nach einer Woche einfach verblindetem Placebo zwölf Wochen lang eine von drei festen Sertralin-Dosen oder Placebo.49
Verbindungen
- Studiendesign zu 49
Studiendesign
POTS (JAMA 2004)
Die Pediatric OCD Treatment Study (POTS) teilte 112 Kinder und Jugendliche (7 bis 17 Jahre) mit Zwangsstörung an 3 US-Zentren zufällig auf vier Arme auf: KVT allein, Sertralin allein, Kombination oder Placebo, jeweils 12 Wochen.43
Verbindungen
Studiendesign
Exposition, Clomipramin, Kombination (Foa 2005)
In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie an drei Zentren erhielten 122 Erwachsene mit Zwangsstörung intensive Exposition mit Reaktionsverhinderung (4 Wochen intensiv, dann 8 wöchentliche Sitzungen), Clomipramin über 12 Wochen, die Kombination oder Placebo.45
Verbindungen
Studiendesign
Zusatzbehandlung bei SRI (Simpson 2013)
Erwachsene mit Zwangsstörung trotz mindestens 12 Wochen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wurden zusätzlich für 8 Wochen auf Risperidon (n = 40), Exposition mit Reaktionsverhinderung (17 Sitzungen, n = 40) oder Placebo (n = 20) randomisiert; 86 schlossen ab.35
Verbindungen
- Studiendesign zu 35
Studiendesign
Tiefe TMS (Carmi 2019) und FDA DEN170078
An 11 Zentren wurden 99 Menschen mit Zwangsstörung auf tiefe transkranielle Magnetstimulation (20 Hz) oder Scheinstimulation randomisiert, mit täglicher Behandlung über 6 Wochen nach individueller Symptomprovokation.36
Verbindungen
Studiendesign
Internet-KVT bei Zwang, Erwachsene (Andersson 2012)
101 Menschen mit Zwangsstörung wurden auf 10 Wochen therapeutengestützte Internet-KVT oder eine Online-Unterstützungstherapie (Aufmerksamkeitskontrolle) randomisiert; der Y-BOCS wurde verblindet erhoben.47
Verbindungen
- Studiendesign zu 47
Studiendesign
Gestufte Internet-KVT bei Kindern und Jugendlichen (Aspvall 2021)
Bei 152 Kindern und Jugendlichen (8 bis 17 Jahre) war ein gestuftes Programm (16 Wochen Internet-KVT, bei Nichtansprechen danach Präsenz-KVT) der Präsenz-KVT nach 6 Monaten nicht unterlegen (Differenz 0,91 CY-BOCS-Punkte; Nicht-Unterlegenheitsgrenze 4 Punkte).48
Verbindungen
- Studiendesign zu 48
Studiendesign
Pregabalin und Alprazolam bei GAD (Rickels 2005)
In einer vierwöchigen doppelblinden Studie wurden Menschen mit generalisierter Angststörung auf drei Pregabalin-Dosen (n = 91, 90, 89), Alprazolam (n = 93) oder Placebo (n = 91) randomisiert.53
Verbindungen
Studiendesign
Venlafaxin XR über 6 Monate (Gelenberg 2000)
In einer sechsmonatigen doppelblinden Studie an 14 Einrichtungen wurden 251 nicht depressive Erwachsene mit generalisierter Angststörung auf Venlafaxin XR (n = 124, flexibel dosiert) oder Placebo (n = 127) für 28 Wochen randomisiert.54
Verbindungen
- Studiendesign zu 54
Studiendesign
Escitalopram bei älteren Menschen mit GAD (Lenze 2009)
177 Erwachsene ab 60 Jahren mit generalisierter Angststörung wurden in Hausarztpraxen und Spezialambulanzen für 12 Wochen auf Escitalopram (n = 85) oder Placebo (n = 92) randomisiert.50
Verbindungen
- Studiendesign zu 50
Studiendesign
Achtsamkeit (MBSR) vs. Escitalopram: TAME (Hoge 2023)
Die TAME-Studie randomisierte 276 Erwachsene mit Angststörung 1:1 auf einen achtwöchigen Achtsamkeitskurs (MBSR) oder Escitalopram; 208 schlossen ab; Bewertung durch verblindete Interviewer in Woche 8, 12 und 24.22
Verbindungen
- Studiendesign zu 22
Studiendesign
MM120 (LSD-Präparat) Phase 2b (Robison 2025)
Die Phase-2b-Studie randomisierte 198 Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer generalisierter Angststörung an 22 US-Zentren auf eine einmalige Gabe von MM120 in vier Studiendosen (n = 39, 40, 40, 40) oder Placebo (n = 39); Endpunkt nach 4 Wochen.29
Verbindungen
- Studiendesign zu 29
Studiendesign
LSD-gestützte Therapie, Crossover Phase II (Holze 2023)
Eine Phase-II-Studie an zwei Zentren nutzte ein doppelblindes, placebokontrolliertes Crossover-Design mit je zwei Sitzungen LSD oder Placebo pro Periode; Primärendpunkt waren Angstsymptome (STAI-G) 16 Wochen nach der letzten Sitzung bei 42 Patient:innen.57
Verbindungen
- Studiendesign zu 57
Studiendesign
KVT, Imipramin, Kombination bei Panikstörung (Barlow 2000)
Die Studie randomisierte 312 Menschen mit Panikstörung an vier Zentren auf Imipramin (n = 83), KVT (n = 77), Placebo (n = 24), KVT plus Imipramin (n = 65) oder KVT plus Placebo (n = 63): 3 Monate akut, 6 Monate Erhaltung, 6 Monate Nachbeobachtung ohne Behandlung.44
Verbindungen
- Studiendesign zu 44
Studiendesign
Paroxetin bei sozialer Angststörung (Stein 1998)
187 Erwachsene mit generalisierter sozialer Phobie an 14 Zentren (USA, Kanada) erhielten nach einer Woche einfach verblindetem Placebo 11 Wochen doppelblind Paroxetin (flexibel) oder Placebo; Ansprechen 55,0 % gegenüber 23,9 % (Odds Ratio 3,88; 95-%-KI 2,81 bis 5,36).51
Verbindungen
- Studiendesign zu 51
Studiendesign
Rückfallprävention Venlafaxin XR bei GAD (Rickels 2010)
Nach 6 Monaten offener Venlafaxin-XR-Behandlung wurden gebesserte Menschen mit generalisierter Angststörung doppelblind auf Fortführung oder Placebo randomisiert; Rückfall in Monat 6 bis 12: 9,8 % unter Fortführung gegenüber 53,7 % unter Placebo.55
Verbindungen
- Studiendesign zu 55
Studiendesign
Rückfallprävention Sertralin bei Zwang (Koran 2002)
In einer Sertralin-Studie bei Zwangsstörung erhielten 223 Menschen nach 52 Wochen Ansprechen 28 Wochen doppelblind Sertralin oder Placebo: Abbruch wegen Rückfall oder unzureichendem Ansprechen 9 % gegenüber 24 %, akute Verschlechterung 12 % gegenüber 35 %.52
Verbindungen
- Studiendesign zu 52
Studiendesign
Ausschleichen nach Exposition (Foa 2022)
Von 137 Erwachsenen mit Zwangsstörung unter SRI erreichten nach bis zu 25 Sitzungen Exposition 103 (75,2 %) Wohlbefinden (Y-BOCS ≤ 14); 101 wurden doppelblind auf Ausschleichen (n = 51) oder Weiterführen (n = 50) randomisiert und 24 Wochen beobachtet.46
Verbindungen
Hilfe in einer KriseWenn Sie an Suizid denken oder sich in einer akuten Krise befinden: Rufen Sie den Notruf 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Die TelefonSeelsorge ist unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar.
- Symptom
- Störung
- Begleiterkrankung oder Abgrenzung
- Behandlung
- Studie
- Warnhinweis
- nur Forschung
KernsatzEine Rangfolge der Substanzen lässt sich daraus nicht ableiten.28
Alle 83 Verbindungen als Tabelle
| Von | Beziehung | Nach | Hinweis und Beleg |
|---|---|---|---|
| Panikattacke | ist Kernsymptom von | Panikstörung | 18 |
| Vermeidung | ist Kernsymptom von | Agoraphobie | 1 |
| Vermeidung | ist Kernsymptom von | Soziale Angststörung | 1 |
| Anhaltende Sorgen | ist Kernsymptom von | Generalisierte Angststörung | 25 |
| Zwangsgedanken | ist Kernsymptom von | Zwangsstörung | 11 |
| Zwangshandlungen | ist Kernsymptom von | Zwangsstörung | 11 |
| Herzklopfen, Atemnot, Schwindel | körperliche Beschwerden bei | Angststörungen (Gruppe) | 6 |
| Herzklopfen, Atemnot, Schwindel | Teil der Panikattacke bei | Panikstörung | 18 |
| Panikstörung | nebeneinander diagnostizierbar mit | Agoraphobie | 10 |
| Vermeidung | verschafft kurzfristige Erleichterung bei | Angststörungen (Gruppe) | Angstkreislauf (Erklärungsmodell)16 |
| Zwangshandlungen | hält aufrecht | Zwangsgedanken | Zwangskreislauf: kein Umlernen17 |
| Panikstörung | gehört zu | Angststörungen (Gruppe) | 18 |
| Soziale Angststörung | gehört zu | Angststörungen (Gruppe) | 18 |
| Generalisierte Angststörung | gehört zu | Angststörungen (Gruppe) | 18 |
| Spezifische Phobie | gehört zu | Angststörungen (Gruppe) | 18 |
| Agoraphobie | gehört zu | Angststörungen (Gruppe) | 18 |
| Angststörungen (Gruppe) | tritt häufig zusammen auf mit | Depression | 1 |
| Angststörungen (Gruppe) | tritt häufig zusammen auf mit | Weitere Angststörung | 1 |
| Soziale Angststörung | tritt häufig zusammen auf mit | Depression | 19 % Depression (US-Daten nach NICE)26 |
| Soziale Angststörung | erhöhtes späteres Risiko für | Suchterkrankung | 15 |
| Panikstörung | erhöhtes späteres Risiko für | Suchterkrankung | 15 |
| Zwangsstörung | tritt häufig zusammen auf mit | Weitere Angststörung | 30 |
| Zwangsstörung | tritt häufig zusammen auf mit | Depression | 30 |
| Zwangsstörung | tritt häufig zusammen auf mit | Suchterkrankung | 31 |
| Angststörungen (Gruppe) | erhöhtes Risiko für | Suizidgedanken (Hilfe: 112, 116 117, 0800 111 0 111, 0800 111 0 222) | relative Risiken; Hilfehinweis zeigen19 |
| Zwangsstörung | erhöhtes Risiko für | Suizidgedanken (Hilfe: 112, 116 117, 0800 111 0 111, 0800 111 0 222) | seltenes Ereignis; Hilfehinweis zeigen32 |
| Angststörungen (Gruppe) | Zusammenhang mit (kein Ursachennachweis) | Spätere chronische körperliche Erkrankungen | Zusammenhang, kein Ursachennachweis20 |
| Angststörungen (Gruppe) | abgrenzen von | Herzrhythmus, Schilddrüse, Unterzuckerung, Anfälle | 18 |
| Angststörungen (Gruppe) | abgrenzen von | Stimulanzien, Alkoholentzug | 15 |
| Generalisierte Angststörung | abgrenzen von | Depressives Grübeln | 11 |
| Zwangsstörung | abgrenzen von | Depressives Grübeln | 11 |
| Zwangsstörung | abgrenzen von | Psychose, Tic-Störung, Autismus-Spektrum | 11 |
| Zwangsstörung | bei spätem Beginn abklären: | Später Beginn: hirnorganische Abklärung (z. B. Basalganglien-Schlaganfall) | Fallvignette 41711 |
| Kognitive Verhaltenstherapie | erste Wahl bei | Angststörungen (Gruppe) | 6 |
| SSRI | erste Wahl bei | Angststörungen (Gruppe) | 6 |
| Exposition mit Reaktionsmanagement | erste Wahl bei | Zwangsstörung | S3 Empfehlungsgrad A17 |
| SSRI | wirksamer als Placebo bei | Zwangsstörung | 33 |
| Clomipramin | nicht stärker wirksam als SSRI bei | Zwangsstörung | 34 |
| SNRI, Pregabalin u. a. (GAD) | wirksamer als Placebo bei | Generalisierte Angststörung | keine Rangfolge28 |
| Benzodiazepine (nur Ausnahme) | nur kurzfristig in Krisen bei | Generalisierte Angststörung | 25 |
| Benzodiazepine (nur Ausnahme) | nach NICE nicht verordnen bei | Panikstörung | 25 |
| Zusatzbehandlung bei Zwang (Exposition, Risperidon) | bei unzureichendem Ansprechen auf | Zwangsstörung | 35 |
| Tiefe TMS (Zwang) | Zusatzverfahren bei | Zwangsstörung | 3637 |
| Tiefe Hirnstimulation (schwerste Fälle) | nur schwerste, therapieresistente Fälle von | Zwangsstörung | 1738 |
| Online-/Internet-KVT (begleitet) | wirksam mit therapeutischer Begleitung bei | Zwangsstörung | 7 |
| Online-/Internet-KVT (begleitet) | wirksamer als Warteliste bei | Angststörungen (Gruppe) | 21 |
| Psychodynamische Therapie | wirksamer als Warteliste bei | Soziale Angststörung | 27 |
| Achtsamkeitsschulung | Escitalopram nicht unterlegen bei | Angststörungen (Gruppe) | Angststörungen gemischt, kein Placebo-Arm22 |
| LSD-Präparate (nur Studien) | nur Studienlage bei | Generalisierte Angststörung | 29 |
| Kognitive Verhaltenstherapie | Kombination mit | SSRI | Vorteil belegt für Panik und Zwang42 |
| Foa-Studie (Expositionstherapie und Clomipramin) | prüft | Exposition mit Reaktionsmanagement | 45 |
| Foa-Studie (Expositionstherapie und Clomipramin) | prüft | Clomipramin | 45 |
| Simpson-Studie (Zusatzbehandlung bei Zwang) | prüft | Zusatzbehandlung bei Zwang (Exposition, Risperidon) | 35 |
| Cochrane-Review zu SSRI bei Zwang | prüft | SSRI | 33 |
| KVT-Effektstärken (Cuijpers 2025) | prüft | Kognitive Verhaltenstherapie | 41 |
| Schwedische Familienstudie zur Zwangsstörung | untersucht Erblichkeit von | Zwangsstörung | 39 |
| ENIGMA-OCD (Hirnvolumina) | untersucht Hirnvolumina bei | Zwangsstörung | 40 |
| DEGS1-MH | Häufigkeit in Deutschland: | Angststörungen (Gruppe) | 23241051825 |
| Beginnalter-Meta-Analyse (Solmi 2022) | Beginnalter von | Zwangsstörung | 5 |
| Beginnalter-Meta-Analyse (Solmi 2022) | Beginnalter von | Panikstörung | 5 |
| Clomipramin-Zulassungsstudien (CCSG 1991) | Studiendesign zu | Clomipramin | 56 |
| Sertralin in drei festen Dosen (Greist 1995) | Studiendesign zu | SSRI | 49 |
| POTS (JAMA 2004) | Studiendesign zu | Kognitive Verhaltenstherapie | 43 |
| POTS (JAMA 2004) | Studiendesign zu | SSRI | 43 |
| Exposition, Clomipramin, Kombination (Foa 2005) | Studiendesign zu | Exposition mit Reaktionsmanagement | 45 |
| Exposition, Clomipramin, Kombination (Foa 2005) | Studiendesign zu | Clomipramin | 45 |
| Zusatzbehandlung bei SRI (Simpson 2013) | Studiendesign zu | Zusatzbehandlung bei Zwang (Exposition, Risperidon) | 35 |
| Tiefe TMS (Carmi 2019) und FDA DEN170078 | Studiendesign zu | Tiefe TMS (Zwang) | 3637 |
| Internet-KVT bei Zwang, Erwachsene (Andersson 2012) | Studiendesign zu | Online-/Internet-KVT (begleitet) | 47 |
| Gestufte Internet-KVT bei Kindern und Jugendlichen (Aspvall 2021) | Studiendesign zu | Online-/Internet-KVT (begleitet) | 48 |
| Pregabalin und Alprazolam bei GAD (Rickels 2005) | Studiendesign zu | SNRI, Pregabalin u. a. (GAD) | 53 |
| Pregabalin und Alprazolam bei GAD (Rickels 2005) | Studiendesign zu | Benzodiazepine (nur Ausnahme) | 53 |
| Venlafaxin XR über 6 Monate (Gelenberg 2000) | Studiendesign zu | SNRI, Pregabalin u. a. (GAD) | 54 |
| Escitalopram bei älteren Menschen mit GAD (Lenze 2009) | Studiendesign zu | SSRI | 50 |
| Achtsamkeit (MBSR) vs. Escitalopram: TAME (Hoge 2023) | Studiendesign zu | Achtsamkeitsschulung | 22 |
| MM120 (LSD-Präparat) Phase 2b (Robison 2025) | Studiendesign zu | LSD-Präparate (nur Studien) | 29 |
| LSD-gestützte Therapie, Crossover Phase II (Holze 2023) | Studiendesign zu | LSD-Präparate (nur Studien) | 57 |
| KVT, Imipramin, Kombination bei Panikstörung (Barlow 2000) | Studiendesign zu | Kognitive Verhaltenstherapie | 44 |
| Paroxetin bei sozialer Angststörung (Stein 1998) | Studiendesign zu | SSRI | 51 |
| Rückfallprävention Venlafaxin XR bei GAD (Rickels 2010) | Studiendesign zu | SNRI, Pregabalin u. a. (GAD) | 55 |
| Rückfallprävention Sertralin bei Zwang (Koran 2002) | Studiendesign zu | SSRI | 52 |
| Ausschleichen nach Exposition (Foa 2022) | Studiendesign zu | SSRI | 46 |
| Ausschleichen nach Exposition (Foa 2022) | Studiendesign zu | Exposition mit Reaktionsmanagement | 46 |
Quellen: 44; 54; 52; 43; 53; 56; 50; 55; 47; 48; 49; 51; 1; 2; 5; 6; 7; 10; 27; 41; 22; 11; 28; 33; 34; 46; 42; 45; 35; 36; 37; 38; 57; 29; 21; 15; 16; 17; 18; 23; 25; 30; 24; 26; 20; 31; 19; 32; 39; 40
Angststörung: Symptome und Formen
Zu den Angststörungen zählen die Panikstörung, die Agoraphobie, die soziale Angststörung, die generalisierte Angststörung und die spezifischen Phobien.18
Die Häufigkeiten in der Tabelle stammen aus der deutschen Studie DEGS1-MH (Erhebung 2008 bis 2011, Kriterien nach DSM-IV-TR; Jacobi und Mitarbeitende 2014, nach der S3-Leitlinie und mit den 2016 berichtigten Werten), das Beginnalter aus einer weltweiten Meta-Analyse. Die Beginnangaben sind Spannen der Medianwerte jener Störungsgruppe, der die Meta-Analyse die Form zuordnet; die Gruppen überlappen. Beide Angaben lassen sich nicht ohne Weiteres aufeinander oder auf heute übertragen.
Panikstörung
Panikattacken, danach anhaltende Sorge vor weiteren Attacken
- Beginn (Median-Band, Jahre)
- 25 bis 27
- 12 Monate, Deutschland
- 2,0 % (mit oder ohne Agoraphobie)
Agoraphobie
Angst vor Situationen ohne Fluchtweg oder Hilfe
- Beginn (Median-Band, Jahre)
- nicht angegeben
- 12 Monate, Deutschland
- 4,0 %
Soziale Angststörung
Furcht, von anderen negativ bewertet zu werden
- Beginn (Median-Band, Jahre)
- 8 bis 13
- 12 Monate, Deutschland
- 2,8 %
Generalisierte Angststörung
anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen
- Beginn (Median-Band, Jahre)
- 30 bis 35
- 12 Monate, Deutschland
- 2,3 %
Spezifische Phobie
Furcht, unverhältnismäßig zum tatsächlichen Risiko
- Beginn (Median-Band, Jahre)
- 8 bis 13
- 12 Monate, Deutschland
- 10,3 %
Als Tabelle mit vollständigen Spaltenangaben
| Form | Kernmerkmal | Typisches Beginnalter (Median-Band der Störungsgruppe, Jahre) | Häufigkeit in 12 Monaten (Deutschland, DEGS1-MH 2008 bis 2011, DSM-IV-TR, berichtigt 2016) |
|---|---|---|---|
| Panikstörung | Panikattacken, danach anhaltende Sorge vor weiteren Attacken | 25 bis 27 | 2,0 % (mit oder ohne Agoraphobie) |
| Agoraphobie | Angst vor Situationen ohne Fluchtweg oder Hilfe | nicht angegeben | 4,0 % |
| Soziale Angststörung | Furcht, von anderen negativ bewertet zu werden | 8 bis 13 | 2,8 % |
| Generalisierte Angststörung | anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen | 30 bis 35 | 2,3 % |
| Spezifische Phobie | Furcht, unverhältnismäßig zum tatsächlichen Risiko | 8 bis 13 | 10,3 % |
Panikstörung und Agoraphobie
Panikstörung und Agoraphobie gelten in der ICD-11 als zwei getrennte Diagnosen, die nebeneinander vergeben werden können.10
Eine Panikattacke beginnt nach der S3-Leitlinie plötzlich und steigert sich über etwa 10 Minuten, oft mit Herzrasen, Atemnot, Schwindel und Todesangst.18
Wovor jemand zurückweicht, kann ein Hinweis sein: Furcht vor Panikattacken spricht eher für Panikstörung, vor Beobachtung für soziale Angst, vor Eingeschlossensein für Agoraphobie.1

Das ist eine Orientierung, keine Selbstdiagnose.
Generalisierte Angststörung
NICE beschreibt als Kernsymptome übermäßige Angst und Sorge über mehrere Ereignisse oder Aktivitäten sowie Schwierigkeiten, die Sorge zu kontrollieren, an den meisten Tagen über mindestens sechs Monate.25
Die ICD-11 nennt Sorgen in Bereichen wie Familie, Gesundheit, Finanzen, Schule oder Arbeit und legt keine feste Mindestdauer mehr fest.10
Weitere Formen
Die Trennungsangststörung kommt nicht nur bei Kindern vor: In Befragungen in 18 Ländern (n = 38.993) erkrankten 4,8 % der Erwachsenen irgendwann an ihr, und 43,1 % der Ersterkrankungen traten erst nach dem 18. Lebensjahr auf.58
Im DSM-5 zählen Trennungsangst und selektiver Mutismus ebenfalls zu den Angststörungen.59
Zwangsstörung: Symptome, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
Was Zwangsgedanken und Zwangshandlungen sind
Zwangsgedanken (Obsessionen) sind wiederkehrende Gedanken, Bilder oder Impulse, die als aufdrängend und unerwünscht erlebt werden und oft mit Angst verbunden sind.11
Zwangshandlungen (Kompulsionen) sind wiederholte Handlungen oder Rituale, auch gedankliche, zu denen sich die Person durch einen Zwangsgedanken getrieben fühlt.11

Statt Angst kann auch ein Gefühl der Unvollständigkeit im Vordergrund stehen.11
Die Einsicht reicht von gut (Befürchtungen müssen nicht stimmen) bis fehlend (feste Überzeugung, dass sie zutreffen).11
Themen und Dimensionen
Zwölf Faktorenanalysen mit mehr als 2.000 Patientinnen und Patienten fanden übereinstimmend mindestens vier Dimensionen: Symmetrie und Ordnen, Horten, Kontamination und Reinigen sowie Zwangsgedanken und Kontrollieren.60
In einer US-Befragung waren unter Menschen mit Zwangsstörung Kontrollieren (79,3 %) und Horten (62,3 %) die häufigsten Themen.30
Aufdrängende sexuelle, aggressive oder todesbezogene Gedanken sind bei Zwangsstörung in jedem Alter häufig und werden nach NICE oft fälschlich als Hinweis auf eine tatsächliche Gefahr gedeutet.61
Wo Ordnungsliebe endet
Aufdrängende Gedanken und Rituale kommen auch in der Allgemeinbevölkerung vor: In der US-Befragung berichtete mehr als jede vierte Person (28,2 %) davon, ohne dass die Kriterien einer Zwangsstörung erfüllt sein müssen.30
Verwandte Störungen
Zur Zwangsgruppe der ICD-11 gehören außerdem die körperdysmorphe Störung, das pathologische Horten, die Trichotillomanie (Haareausreißen) und die Dermatillomanie (Hautzupfen), anders als im DSM-5 auch die Hypochondrie und die olfaktorische Referenzstörung.62
Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, die Zwangsstörung ist seltener, aber keineswegs selten. Die Zahlen in diesem Kapitel stammen aus unterschiedlichen Studien mit verschiedenen Definitionen, Zeiträumen, Ländern und Methoden. Sie dürfen nicht gegeneinander aufgerechnet werden.
| Kennzahl | Angststörungen | Zwangsstörung |
|---|---|---|
| 12 Monate, Deutschland (DEGS1-MH, berichtigt 2016) | 15,4 % | 3,6 % |
| Lebenszeit, USA (Studie in Klammern) | etwa 34 % (JAMA-Übersicht) | 2,3 % (NCS-R) |
| Erster Beginn vor dem 18. Lebensjahr (Meta-Analyse) | 51,8 % | 45,1 % (Zwangs- und verwandte Störungen) |
| Median des Beginnalters (Meta-Analyse) | 17 Jahre | 19 Jahre |
| Geschlecht | Frauen 1,3- bis 2,4-mal häufiger | Frauen in der Bevölkerung häufiger, in Behandlung oft ausgeglichen |
| Krankheitslast | 2019 weltweit Rang 8 der Ursachen für Lebensjahre mit Beeinträchtigung | erhöhtes Sterberisiko in Schweden (Hazard Ratio 1,82) |
Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
Deutschland, Beginn, Welt, Begleiterkrankungen und Krankheitslast. Angst und Zwang stehen nebeneinander, jeweils mit eigener Achse, weil die Zahlen aus unterschiedlichen Studien stammen.
Die Zahlen in diesem Kapitel stammen aus unterschiedlichen Studien mit verschiedenen Definitionen, Zeiträumen, Ländern und Methoden. Sie dürfen nicht gegeneinander aufgerechnet werden.
Deutschland
Angststörungen · Deutschland
Achse 0 bis 25 %
Beginn
Anteil mit Beginn vor dem 14., 18. und 25. Lebensjahr (Meta-Analyse)5
Erster Beginn vor dem 14. Lebensjahr
Erster Beginn vor dem 18. Lebensjahr
Erster Beginn vor dem 25. Lebensjahr
Median des Beginnalters: Angst 17 Jahre, Zwang 19 Jahre23176305126364. Rückblickend erfragter Beginn; Gruppenwerte. Die Anteile sind kumulativ: Wer vor dem 14. Lebensjahr begann, zählt auch bei „vor 18“ mit.
Weltweit
Angststörungen weltweit
Für Angststörungen schwankte die Lebenszeitprävalenz in WHO-Befragungen in 17 Ländern (n = 85.052) zwischen 4,8 % und 31,0 %. Der Unterschied hängt auch von Methode und Land ab.66
301Mio.
Betroffene 2019 nach Global Burden of Disease (1990: etwa 195 Millionen); modellierte Schätzungen63
Für das erste Pandemiejahr 2020 schätzt eine Modellierungsstudie 76,2 Millionen zusätzliche Angststörungen, ein Plus von 25,6 %.67
Zwangsstörung weltweit
Achse 0 bis 5 %30
Deutlich mehr Menschen, je nach Studie etwa 13 bis 38 %, erleben leichtere Zwangssymptome unterhalb der Diagnoseschwelle.68
Eine Zwangsstörung entwickeln etwa 2 bis 3 von 100 Menschen im Lauf des Lebens. Die Zahlen unterscheiden sich je nach Region.2
Begleiterkrankungen
Bei Angststörungen
Bei 48 bis 68 % der Erwachsenen mit einer Angststörung liegt zusätzlich eine weitere Angststörung vor, bei der Hälfte bis zwei Dritteln eine Major Depression.1
Krankheitslast
Angststörungen
8. Rang
unter den Ursachen für Lebensjahre mit gesundheitlicher Beeinträchtigung, weltweit 201963
Zwangsstörung (schwedische Register)
Todesfälle je 1.000 Personenjahre; Hazard Ratio 1,8264
Zwangsstörung und Folgen im Arbeitsleben (schwedisches Register, adjustierte Hazard Ratio), 95-%-KI, logarithmische Achse69
16.267 Menschen mit Zwangsstörung und 157.176 Kontrollen; schwedisches Sozialsystem, ein relatives Maß.
Unter den nicht natürlichen Todesursachen war das Risiko für Suizide am stärksten erhöht, gefolgt von Unfällen.64
Hilfe in einer KriseWenn Sie an Suizid denken oder sich in einer akuten Krise befinden: Rufen Sie den Notruf 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Die TelefonSeelsorge ist unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar.
- Angststörungen
- Zwangsstörung
- Vergleichsgruppe
- Spanne aus Studien
KernsatzAngststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, die Zwangsstörung ist seltener, aber keineswegs selten.
Kennzahlen als Tabelle
| Kennzahl | Angststörungen | Zwangsstörung |
|---|---|---|
| 12 Monate, Deutschland (berichtigt 2016) | 15,4 % (Frauen 21,4 %, Männer 9,3 %)2324 | 3,6 % (S3-Leitlinie); bis zu 1 % (Übersicht 2011)1765 |
| Lebenszeit | 4,8 bis 31,0 % (17 Länder)66 | 2,3 % (USA); 2 bis 3 von 100302 |
| Beginn vor dem 18. Lebensjahr | 51,8 %5 | 45,1 % (Zwangs- und verwandte Störungen)5 |
| Median des Beginnalters | 17 Jahre23176305126364 | 19 Jahre23176305126364 |
| Weitere psychische Störung | 48 bis 68 % weitere Angststörung1 | 90 % im Lauf des Lebens30 |
| Krankheitslast | Rang 8 (2019, weltweit)63 | Hazard Ratio Sterblichkeit 1,82 (Schweden)64 |
Quellen: 1; 2; 5; 6; 17; 23; 30; 63; 64; 24; 66; 67; 65; 68; 69

Angststörungen in Deutschland
In DEGS1-MH (2008 bis 2011) erfüllten 15,4 % der Erwachsenen innerhalb eines Jahres die Kriterien einer Angststörung, Frauen 21,4 %, Männer 9,3 % (berichtigte Werte von 2016).23,24
Angststörungen weltweit
Für Angststörungen schwankte die Lebenszeitprävalenz in WHO-Befragungen in 17 Ländern (n = 85.052) zwischen 4,8 % und 31,0 %. Der Unterschied hängt auch von Methode und Land ab.66
Angststörungen beginnen früh: In der US-Erhebung National Comorbidity Survey Replication lag der Median des Erkrankungsalters bei 11 Jahren. Das ist eine andere Studie als die Meta-Analyse in der Tabelle, und ihre Angstgruppe umfasste nach DSM-IV auch PTBS und Zwang.70
Ausführlich lesen
Die Global-Burden-of-Disease-Studie schätzte für 2019 rund 301 Millionen Betroffene, für 1990 etwa 195 Millionen. Das sind modellierte Schätzungen, keine Zählungen. Die altersstandardisierte Rate blieb nahezu unverändert (1990: 3.791,6; 2019: 3.779,5 je 100.000).63
Unter den Ursachen für Lebensjahre, die mit gesundheitlicher Beeinträchtigung verbracht werden, lagen Angststörungen 2019 weltweit auf Rang 8.63
Für das erste Pandemiejahr 2020 schätzt eine Modellierungsstudie 76,2 Millionen zusätzliche Angststörungen, ein Plus von 25,6 %.67
Zwangsstörung in Deutschland
Für die Zwangsstörung nennt die S3-Leitlinie eine Zwölf-Monats-Häufigkeit von 3,6 % nach DEGS1-MH.17
Ein Übersichtsartikel im Nervenarzt hatte 2011 dagegen bis zu 1 % genannt. Beide Werte stammen aus unterschiedlichen Erhebungen. Eine feste Zahl lässt sich daraus nicht ableiten.65
Zahlen nach ICD-11 oder DSM-5 liegen für Deutschland in den ausgewerteten Quellen nicht vor.
Zwangsstörung weltweit
Eine Zwangsstörung entwickeln etwa 2 bis 3 von 100 Menschen im Lauf des Lebens. Die Zahlen unterscheiden sich je nach Region.2
In der US-Befragung National Comorbidity Survey Replication waren es nach DSM-IV 2,3 % im Lauf des Lebens und 1,2 % in den letzten zwölf Monaten.30
Deutlich mehr Menschen, je nach Studie etwa 13 bis 38 %, erleben leichtere Zwangssymptome unterhalb der Diagnoseschwelle.68
Ein dänisches Register zeigt für die Diagnose bis zum 18. Lebensjahr 0,96 % bei Mädchen und 0,63 % bei Jungen.71
Krankheitslast bei Zwang
In einer schwedischen Registerstudie mit 61.378 Betroffenen starben Menschen mit Zwangsstörung häufiger als Vergleichspersonen (8,1 gegenüber 5,1 Todesfälle je 1.000 Personenjahre; Hazard Ratio 1,82).64
Unter den nicht natürlichen Todesursachen war das Risiko für Suizide am stärksten erhöht, gefolgt von Unfällen.64
Versorgung
In Deutschland erfüllten nach DEGS1-MH 27,8 % der Erwachsenen innerhalb eines Jahres die Kriterien irgendeiner psychischen Störung (korrigierte Angabe von 2016).23,24
Weniger als die Hälfte der Betroffenen berichtete, deshalb Kontakt zum Versorgungssystem gehabt zu haben.24
In den USA erhielten nur 30,9 % der Menschen mit schwerer Zwangsstörung eine Behandlung, die gezielt auf die Zwangsstörung ausgerichtet war.2
In der Hausarztversorgung wird die Zwangsstörung nach einer JAMA-Übersicht oft übersehen.7
Wie macht sich eine Angst- oder Zwangsstörung im Alltag bemerkbar?
Angst- und Zwangsstörungen reichen in Beruf, Partnerschaft, Familie und Freizeit hinein, oft auch in den Körper.
Die Einschränkungen reichen von Beeinträchtigungen in Beruf und Familie bis zu schwerer Behinderung, etwa wenn Betroffene das Haus nicht mehr verlassen können.15
Panikstörung und generalisierte Angststörung gehen typischerweise mit mehr Behinderung einher als spezifische Phobien, die soziale Angststörung liegt dazwischen.15
Körper und Schlaf

Angststörungen äußern sich oft auch körperlich, etwa mit Herzklopfen, Atemnot oder Schwindel.6
Nach der S3-Leitlinie klagen Betroffene beim Hausarzt oft eher über Schmerzen oder Schlafstörungen als über Angst.18
Belastbare Zahlen zum Schlaf bei Angst- und Zwangsstörungen enthalten die für diesen Beitrag ausgewerteten Quellen nicht.
Arbeit und Ausbildung

Besonders bei einer Arbeitsplatzphobie führt Vermeidung nach der S3-Leitlinie oft zu langer Arbeitsunfähigkeit.18
Nach schwedischen Registerdaten schlossen Menschen mit Zwangsstörung seltener die weiterführende Schule ab (adjustierte Odds Ratio 0,43), begannen seltener ein Studium (0,72) und schlossen es seltener ab (0,59). Ähnliche Ergebnisse zeigten sich im Vergleich mit Geschwistern ohne Zwangsstörung.72
Sie erhielten viel häufiger eine Erwerbsminderungsrente (adjustierte Hazard Ratio 16,36; 95%-Konfidenzintervall 15,34 bis 17,45) und waren öfter langzeitkrank (3,07).69
Das sind Gruppenwerte aus einem anderen Sozialsystem. Auf einzelne Menschen oder auf Deutschland lassen sie sich nicht übertragen.
Partnerschaft, Familie und Freizeit
Oft werden Angehörige in Rituale, Rückversicherung oder Vermeidung einbezogen. Was das bedeutet und wie Behandlung darauf eingeht, beschreibt das Kapitel zu den Angehörigen. Wie sich das im Einzelnen zeigen kann, veranschaulichen die Fallvignetten.
Erklärvideo · 37 s
Im Alltag: wo Angst und Zwang einschränken
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Angst- und Zwangsstörungen reichen in Beruf, Partnerschaft, Familie und Freizeit hinein. Beim Hausarzt klagen Betroffene nach der S3-Leitlinie oft eher über Schmerzen oder Schlafstörungen als über Angst. Besonders bei einer Arbeitsplatzphobie führt Vermeidung oft zu langer Arbeitsunfähigkeit. In einer US-Befragung berichteten 65,3 Prozent der Menschen mit Zwangsstörung eine schwere Beeinträchtigung ihrer Alltagsrollen in den letzten zwölf Monaten. Oft werden auch Angehörige in Rituale, Rückversicherung oder Vermeidung einbezogen.17,18,30
Angstkreislauf und Zwangskreislauf
Beide Störungsgruppen folgen oft einem Kreislauf, der die Beschwerden festigt. Die folgenden Beschreibungen sind Erklärungsmodelle. Sie zeigen, wie sich Beschwerden aufrechterhalten können, und sagen nichts darüber, was bei einer einzelnen Person der Anlass war.
Vereinfachtes Modell; es erklärt nicht jeden Verlauf.
Der Angstkreislauf
Nach dem kognitiven Modell der Panikstörung werden harmlose Körpersignale wie Herzklopfen als bedrohlich missdeutet; das löst weitere Angstzeichen aus.18
Hinzu kommt die Vermeidung: Sie verschafft kurzfristig Erleichterung.16
Ob sie Folge der Angst ist oder zu ihr beiträgt, lässt sich nach einer aktuellen Übersicht nicht pauschal sagen.73
Erklärvideo · 34 s
Der Angstkreislauf
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Warum hält sich Angst oft selbst in Gang? Das kognitive Modell der Panikstörung beschreibt einen Kreislauf. Ein harmloses Körpersignal wie Herzklopfen wird als bedrohlich missdeutet. Diese Deutung löst weitere Angstzeichen aus, und der Kreislauf schließt sich. Hinzu kommt die Vermeidung. Sie verschafft kurzfristig Erleichterung. Ob sie Folge der Angst ist oder zu ihr beiträgt, lässt sich nach einer aktuellen Übersicht nicht pauschal sagen. Das Modell erklärt, wie Beschwerden andauern, nicht ihren Anlass.16,18,73
Vereinfachtes Modell; es erklärt nicht jeden Verlauf.
Der Zwangskreislauf
Nach dem kognitiv-behavioralen Modell werden normale, sich aufdrängende Gedanken als bedrohlich oder unannehmbar gedeutet.17
Nicht der Gedanke selbst, sondern seine Bewertung hält das Problem in Gang.
Rituale verringern kurzfristig die negativen Gefühle und festigen sich dadurch. Zugleich verhindern sie, die eigene Einschätzung zu überprüfen.17
Das Modell ist nach einer Lancet-Übersicht zum Teil empirisch gestützt, erklärt die Störung aber nicht vollständig.12
In einer Geburtskohorte aus Dunedin (Neuseeland) sagten Zwangssymptome im Alter von 11 Jahren ein erhöhtes Risiko für eine Zwangsstörung im Erwachsenenalter voraus. Die Autorinnen und Autoren folgern, dass Zwangssymptome oft schon in der Kindheit wurzeln.74
Erklärvideo · 35 s
Der Zwangskreislauf
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Gesprochener Text
Auch die Zwangsstörung folgt oft einem Kreislauf. Nach dem kognitiv-behavioralen Modell werden normale, sich aufdrängende Gedanken als bedrohlich oder unannehmbar gedeutet. Es folgen Anspannung, Angst oder ein Gefühl der Unvollständigkeit. Ein Ritual verringert diese Gefühle kurzfristig und festigt sich dadurch. Zugleich verhindert es, die eigene Einschätzung zu überprüfen. Hier setzt die Exposition mit Reaktionsmanagement an: Betroffene setzen sich dem gefürchteten Auslöser gezielt aus und lassen die gewohnte Zwangshandlung weg.11,17
Angst, Zwang oder etwas anderes? Differenzialdiagnosen
Ähnliche Beschwerden können körperliche Ursachen haben, durch Substanzen entstehen oder zu einer anderen psychischen Erkrankung gehören. Zur Diagnose gehört deshalb eine Abgrenzung in alle drei Richtungen, bei Angst ebenso wie bei Zwang.

Angst: körperliche Ursachen
Nach der S3-Leitlinie sind unter anderem Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenüberfunktion, Unterzuckerung, Anfälle und Migräne abzugrenzen.18
Bildgebung hat bei der Diagnose von Angststörungen nur zum Ausschluss anderer Ursachen eine Rolle, und Bluttests sind für die Einzelfalldiagnose nicht geeignet.15
Ausführlich lesen
Angst: Substanzen und Medikamente
Auch Stimulanzien und der Entzug etwa von Alkohol können deutliche Angstsymptome auslösen.15
Sorge, Zwangsgedanke oder Grübeln?
Wiederkehrende Gedanken kommen bei mehreren Erkrankungen vor. Die Tabelle fasst die Unterschiede nach dem WHO-Leitfaden zur ICD-11 zusammen.
| Erkrankung | Typische wiederkehrende Gedanken |
|---|---|
| Generalisierte Angststörung | Sorgen über mögliche Ereignisse in Arbeit, Finanzen, Gesundheit, Familie |
| Zwangsstörung | aufdrängend, Inhalt oft seltsam oder irrational, meist mit Zwangshandlungen |
| Depression | Grübeln mit gedrückter Stimmung, Schuld, Hoffnungslosigkeit |
Quellen 11
Zwang: andere psychische Erkrankungen
Auch die Zwangsstörung wird nach dem WHO-Leitfaden gegen mehrere Erkrankungen abgegrenzt.
| Abgrenzung von | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Psychose | keine Halluzinationen; geringe Einsicht allein ist keine Psychose |
| Tic-Störung | Tics unwillkürlich, Zwangshandlungen absichtlich |
| Autismus-Spektrum | Wiederholungen ohne den Drang, Angst zu mindern |
| Anankastische Persönlichkeitsstörung | Perfektionismus und starre Kontrolle als Muster |
Quellen 11
Zwang: neurologische und körperliche Ursachen
Beginnt eine Zwangsstörung jenseits des 50. Lebensjahres, soll nach der Leitlinie eine hirnorganische Abklärung erfolgen.17
Ein plötzlicher oder später Beginn sollte nach dem WHO-Leitfaden weiter abgeklärt werden, etwa auf einen Schlaganfall der Basalganglien.11
Bleibt eine Behandlung ohne Erfolg, lohnt nach einer Übersicht im Nervenarzt ein zweiter Blick: Zu den möglichen Ursachen zählen unter anderem eine falsche Diagnose, Begleiterkrankungen, Substanzkonsum und organische Ursachen.75
Mehrere Diagnosen können auch nebeneinander bestehen. Wie häufig das ist, beschreibt das folgende Kapitel.
Erklärvideo · 43 s
Herzrasen: Panikattacke oder Herz?
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Gesprochener Text
Plötzliches Herzrasen, Atemnot und Schwindel können zu einer Panikattacke gehören. Nach der S3-Leitlinie beginnt sie plötzlich und steigert sich über etwa zehn Minuten. Dieselben Beschwerden können aber auch körperliche Ursachen haben. Zur Abklärung empfiehlt die Leitlinie unter anderem Blutbild, Blutzucker, Elektrolyte, den Schilddrüsenwert TSH und ein EKG. Abzugrenzen sind etwa Herzrhythmusstörungen, eine Schilddrüsenüberfunktion, Unterzuckerung, Stimulanzien oder ein Alkoholentzug. Bei neuen oder unklaren Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht rufen Sie den Notruf 112.6,15,18
Angst, Zwang oder etwas anderes?
Wie sich Angst- und Zwangsstörung nach der ICD-11 unterscheiden und was ärztlich abgegrenzt werden sollte: körperliche Ursachen, Substanzen und andere psychische Erkrankungen.
Ähnliche Beschwerden können körperliche Ursachen haben, durch Substanzen entstehen oder zu einer anderen psychischen Erkrankung gehören. Zur Diagnose gehört deshalb eine Abgrenzung in alle drei Richtungen, bei Angst ebenso wie bei Zwang.
Angst oder Zwang?
| Merkmal | Angststörungen | Zwangsstörung |
|---|---|---|
| Gruppe in der ICD-11 | angst- oder furchtbezogene Störungen | Zwangsstörung und verwandte Störungen |
| Kern des Erlebens | Sorgen, soziale Ängste, Panikattacken | aufdrängende, unerwünschte Gedanken, Bilder oder Impulse |
| Typische Reaktion | Vermeidung, auch unauffälliges Sich-Stützen auf Gegenstände oder Personen | wiederholte Handlungen oder Rituale |
| Kurzfristige Wirkung | Vermeidung verringert Beschwerden kurzfristig | Rituale mindern Anspannung oder Angst |
Was sonst dahinterstecken kann
| Abgrenzung von | Richtung | betrifft | Worauf es ankommt |
|---|---|---|---|
| Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenüberfunktion, Unterzuckerung, Anfälle, Migräne | körperlich | Angst | Nach der S3-Leitlinie sind unter anderem Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenüberfunktion, Unterzuckerung, Anfälle und Migräne abzugrenzen.18 |
| Körperliche Abklärung | körperlich | Angst | Zum Ausschluss körperlicher Ursachen empfiehlt die S3-Leitlinie unter anderem Blutbild, Blutzucker, Elektrolyte, TSH und EKG.18 |
| Bildgebung und Bluttests | körperlich | Angst | Bildgebung hat bei der Diagnose von Angststörungen nur zum Ausschluss anderer Ursachen eine Rolle, und Bluttests sind für die Einzelfalldiagnose nicht geeignet.15 |
| Stimulanzien, Alkoholentzug | Substanzen | Angst | Auch Stimulanzien und der Entzug etwa von Alkohol können deutliche Angstsymptome auslösen.15 |
| Generalisierte Angststörung | andere psychische Erkrankung | Angst und Zwang | Sorgen über mögliche Ereignisse in Arbeit, Finanzen, Gesundheit, Familie11 |
| Zwangsstörung | andere psychische Erkrankung | Angst und Zwang | aufdrängend, Inhalt oft seltsam oder irrational, meist mit Zwangshandlungen11 |
| Depression | andere psychische Erkrankung | Angst und Zwang | Grübeln mit gedrückter Stimmung, Schuld, Hoffnungslosigkeit11 |
| Psychose | andere psychische Erkrankung | Zwang | keine Halluzinationen; geringe Einsicht allein ist keine Psychose11 |
| Tic-Störung | andere psychische Erkrankung | Zwang | Tics unwillkürlich, Zwangshandlungen absichtlich11 |
| Autismus-Spektrum | andere psychische Erkrankung | Zwang | Wiederholungen ohne den Drang, Angst zu mindern11 |
| Anankastische Persönlichkeitsstörung | andere psychische Erkrankung | Zwang | Perfektionismus und starre Kontrolle als Muster11 |
| Panikstörung, soziale Angststörung, Agoraphobie untereinander | andere psychische Erkrankung | Angst | Furcht vor Panikattacken spricht eher für Panikstörung, vor Beobachtung für soziale Angst, vor Eingeschlossensein für Agoraphobie.1 |
| Beginn jenseits des 50. Lebensjahres | neurologisch / hirnorganisch | Zwang | Beginnt eine Zwangsstörung jenseits des 50. Lebensjahres, soll nach der Leitlinie eine hirnorganische Abklärung erfolgen.17 |
| Plötzlicher oder später Beginn | neurologisch / hirnorganisch | Zwang | Ein plötzlicher oder später Beginn sollte nach dem WHO-Leitfaden weiter abgeklärt werden, etwa auf einen Schlaganfall der Basalganglien.11 |
| Behandlung ohne Erfolg | neurologisch / hirnorganisch | Angst und Zwang | Bleibt eine Behandlung ohne Erfolg, lohnt nach einer Übersicht im Nervenarzt ein zweiter Blick: Zu den möglichen Ursachen zählen unter anderem eine falsche Diagnose, Begleiterkrankungen, Substanzkonsum und organische Ursachen.75 |
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Bei neuen oder unklaren Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht rufen Sie den Notruf 112. Ob es sich um eine Panikattacke handelt, kann nur eine ärztliche Untersuchung klären.
- körperlich
- Substanzen
- andere psychische Erkrankung
- neurologisch
KernsatzMehrere Diagnosen können auch nebeneinander bestehen.
Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Verlauf bei Angststörungen
Angststörungen gehören zu den beständigsten psychischen Störungen: In Längsschnittstudien trat ein spontanes Abklingen (Remission) ohne Behandlung in höchstens 23 % der Fälle auf, in einer kleinen Studie bei etwa 40 %.15
In einer 12-jährigen US-Verlaufsstudie (Harvard/Brown) an Erwachsenen mit Angststörungen verlief die Mehrheit chronisch. Die soziale Phobie hatte die geringste Erholungswahrscheinlichkeit.76
Wer sich zwischenzeitlich erholt hatte, erlitt mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Rückfall.76
Ausführlich lesen
In Längsschnittstudien waren nach zwei Jahren bei etwa 70 % der Menschen mit Panikstörung ohne Agoraphobie oder mit generalisierter Angststörung die Beschwerden abgeklungen, bei mehreren Angststörungen bei 43 %.1
Die Formen verlaufen unterschiedlich. Die soziale Angststörung beginnt nach NICE im Median mit 13 Jahren und gehört zu den beständigsten Angststörungen; nur etwa die Hälfte der Betroffenen sucht jemals Behandlung.26
Die generalisierte Angststörung beginnt nach der weltweiten WHO-Befragung dagegen typischerweise im Erwachsenenalter und besteht dann fort.77
Einen anhaltenden Verlauf sagten in einer Übersicht von 48 Studien vor allem stärkere und länger bestehende Vermeidung, niedrige Extraversion, höhere Angstsensitivität und stärkere Verhaltenshemmung voraus. Das sind Gruppenwerte und keine Prognose.78
Rückfälle nach erfolgreicher Verhaltenstherapie wurden nur in sechs Studien erfasst, überwiegend bei Panikstörung; dort lagen sie drei bis zwölf Monate nach Therapieende zwischen 0 und 14 %.79
Verlauf bei Zwangsstörungen
Der Verlauf ist häufig chronisch, mit schwankenden Beschwerden.17
In einer schwedischen Kohorte von Menschen, die 1947 bis 1953 stationär behandelt wurden, hatten sich nach rund 40 Jahren 83 % gebessert; 20 % waren vollständig genesen, weitere 28 % hatten nur noch leichte Restsymptome. Die Behandlung damals ist mit heute nicht vergleichbar.80
In der niederländischen NOCDA-Kohorte (n = 270) war ein früheres seelisches Trauma mit einem höheren Risiko verbunden, dass die Zwangsstörung innerhalb von zwei Jahren chronisch wurde (Odds Ratio 1,98; 95%-Konfidenzintervall 1,22 bis 3,22). Eine längere Krankheitsdauer war damit verbunden, dass sie chronisch blieb (1,46).81
Begleiterkrankungen
Bei 48 bis 68 % der Erwachsenen mit einer Angststörung liegt zusätzlich eine weitere Angststörung vor, bei der Hälfte bis zwei Dritteln eine Major Depression.1
Angststörungen gehen mit einem erhöhten Risiko für spätere Depressionen einher; für spätere Suchterkrankungen ist der Zusammenhang schwächer und zeigte sich vor allem bei Panikstörung und sozialer Angststörung.15
Bei sozialer Angststörung bestehen nach NICE häufig zusätzlich eine Depression (19 %) oder eine Substanzgebrauchsstörung (17 %).26
Seelische Erkrankungen, darunter Angststörungen, gingen außerdem mit einem erhöhten Risiko für später beginnende chronische körperliche Erkrankungen einher (Odds Ratios 1,2 bis 2,0). Das sind Zusammenhänge, keine Ursachennachweise.20
Bei der Zwangsstörung erfüllten in der US-Befragung 90 % im Lauf des Lebens auch die Kriterien einer weiteren psychischen Störung, am häufigsten von Angststörungen (75,8 %), Stimmungsstörungen (63,3 %), Impulskontrollstörungen (55,9 %) und Suchterkrankungen (38,6 %).30
In schwedischen Registerdaten war die Zwangsstörung mit einem deutlich erhöhten Risiko für Substanzmissbrauch verbunden (Hazard Ratio 3,68; 95%-Konfidenzintervall 3,52 bis 3,85).31
Suizidgedanken
In einer niederländischen Bevölkerungsstudie hing eine zuvor bestehende Angststörung auch nach Berücksichtigung anderer psychischer Störungen mit späteren Suizidgedanken (Odds Ratio 2,32) und Suizidversuchen (3,64) zusammen.19
Bei Zwangsstörung war das Risiko in einer schwedischen Registerstudie mit 36.788 Betroffenen ebenfalls erhöht, ein Suizid blieb aber ein seltenes Ereignis (545 Fälle im Beobachtungszeitraum). Beide Werte beschreiben Gruppen, nicht den Einzelfall.32
Erklärvideo · 37 s
Verlauf: was Langzeitstudien zeigen
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Angst- und Zwangsstörungen verlaufen oft lang. Ohne Behandlung klangen Angststörungen in Längsschnittstudien in höchstens 23 Prozent der Fälle ab, in einer kleinen Studie bei etwa 40 Prozent. Wer sich erholt hatte, erlitt in einer zwölfjährigen Studie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Rückfall. Bei der Zwangsstörung hatten sich in einer schwedischen Kohorte nach rund 40 Jahren 83 Prozent gebessert. 20 Prozent waren vollständig genesen, weitere 28 Prozent hatten nur leichte Restsymptome. Das sind Gruppenwerte und keine Vorhersage für Sie.15,17,76,80
Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Was Langzeitstudien über Monate bis Jahrzehnte gefunden haben. Jede Studie steht für sich; die Werte sind Gruppenwerte und keine Vorhersage für Einzelne.
Keine gemeinsame Verlaufskurve: Studien, Populationen und Zeiträume unterscheiden sich. Gruppenwerte, keine Vorhersage für Sie.
Beobachtungsdauer, logarithmische Achse. Jede Markierung ist eine eigene Studie.
So lesen
Einen Zeitpunkt auswählen
Für einen durchgehenden Verlauf mit Konfidenzband liegen in den ausgewerteten Quellen keine Daten vor. Die Grafik zeigt deshalb einzelne Zeitpunkte aus verschiedenen Studien, ohne sie zu einer Kurve zu verbinden.
Angststörungen · 3 bis 12 Monate
Rückfall nach Verhaltenstherapie: 0 bis 14 %
Rückfälle nach erfolgreicher Verhaltenstherapie wurden nur in sechs Studien erfasst, überwiegend bei Panikstörung; dort lagen sie drei bis zwölf Monate nach Therapieende zwischen 0 und 14 %.79
Angststörungen · 2 Jahre
Abgeklungen nach zwei Jahren: etwa 70 %
In Längsschnittstudien waren nach zwei Jahren bei etwa 70 % der Menschen mit Panikstörung ohne Agoraphobie oder mit generalisierter Angststörung die Beschwerden abgeklungen, bei mehreren Angststörungen bei 43 %.1
Angststörungen · 12 Jahre
Chronischer Verlauf bei der Mehrheit: Mehrheit
In einer 12-jährigen US-Verlaufsstudie (Harvard/Brown) an Erwachsenen mit Angststörungen verlief die Mehrheit chronisch. Die soziale Phobie hatte die geringste Erholungswahrscheinlichkeit.76
Angststörungen · Längsschnittstudien
Spontanes Abklingen (Remission) ohne Behandlung: höchstens 23 %
Angststörungen gehören zu den beständigsten psychischen Störungen: In Längsschnittstudien trat ein spontanes Abklingen (Remission) ohne Behandlung in höchstens 23 % der Fälle auf, in einer kleinen Studie bei etwa 40 %.15
Zwangsstörung · 2 Jahre
Trauma und chronischer Verlauf (NOCDA): Odds Ratio 1,98
In der niederländischen NOCDA-Kohorte (n = 270) war ein früheres seelisches Trauma mit einem höheren Risiko verbunden, dass die Zwangsstörung innerhalb von zwei Jahren chronisch wurde (Odds Ratio 1,98; 95%-Konfidenzintervall 1,22 bis 3,22). Eine längere Krankheitsdauer war damit verbunden, dass sie chronisch blieb (1,46).81
Zwangsstörung · 40 Jahre (Kohorte 1947 bis 1953 stationär)
Gebessert: 83 %
In einer schwedischen Kohorte von Menschen, die 1947 bis 1953 stationär behandelt wurden, hatten sich nach rund 40 Jahren 83 % gebessert; 20 % waren vollständig genesen, weitere 28 % hatten nur noch leichte Restsymptome. Die Behandlung damals ist mit heute nicht vergleichbar.80
Ansprechen auf Psychotherapie, 441 Studien: Anteil mit mindestens halbierten Symptomen, 95-%-KI8
Ansprechen: mindestens halbierte Symptome; keine Rangliste.
Zwangsstörung: Risiko, dass sie innerhalb von zwei Jahren chronisch wurde, nach früherem seelischem Trauma (Odds Ratio, 95-%-KI, logarithmisch)81
Zwangsstörung: Substanzmissbrauch (Hazard Ratio, 95-%-KI, logarithmisch)31
Zusammenhänge in Beobachtungsdaten, keine Ursachennachweise und keine Vorhersage für Einzelne.
Zwang: 40-Jahres-Verlauf einer Kohorte (1947 bis 1953 stationär)80
Gruppenwerte; damalige Behandlung.
- Angststörungen
- Zwangsstörung
- Psychotherapie
- kein Unterschied (1 bzw. 0)
KernsatzDas sind Gruppenwerte und keine Prognose.78
Verlaufsdaten als Tabelle
| Störung | Zeitraum | Befund | Beleg |
|---|---|---|---|
| Angststörungen | 3 bis 12 Monate | Rückfall nach Verhaltenstherapie: 0 bis 14 % | 79 |
| Angststörungen | 2 Jahre | Abgeklungen nach zwei Jahren: etwa 70 % | 1 |
| Angststörungen | 12 Jahre | Chronischer Verlauf bei der Mehrheit: Mehrheit | 76 |
| Angststörungen | Längsschnittstudien | Spontanes Abklingen (Remission) ohne Behandlung: höchstens 23 % | 15 |
| Zwangsstörung | 2 Jahre | Trauma und chronischer Verlauf (NOCDA): Odds Ratio 1,98 | 81 |
| Zwangsstörung | 40 Jahre (Kohorte 1947 bis 1953 stationär) | Gebessert: 83 % | 80 |
Was passiert im Gehirn? Konkurrierende Modelle
Wie Angst- und Zwangsstörungen im Gehirn entstehen, ist nicht vollständig aufgeklärt. Die Neurobiologie der einzelnen Angststörungen ist größtenteils unbekannt. Beschrieben wurden vor allem Veränderungen im limbischen System, eine gestörte Stressachse und genetische Faktoren.15
Dieses Kapitel ordnet die Modelle nach dem Stand der Belege: Was wir wissen, was wir vermuten und was offen ist. Die Tabelle zeigt den Evidenzstand, den die Recherche aus den Quellen ableitet. Sie ist eine Einordnung der Redaktion und kein Studienergebnis.
Redaktionelle Einordnung nach Stand der Belege
| Modell | Gilt für | Evidenzstand |
|---|---|---|
| Furchtnetzwerk und Amygdala-Reaktivität | Angststörungen | teilweise gestützt |
| Furchtlöschung und Furchtgeneralisierung | Angststörungen und Zwang | teilweise gestützt |
| Unsicherheit und Körperwahrnehmung (Insula) | Angststörungen, besonders Panik | vorläufig |
| Botenstoff-Ungleichgewicht bei Angst | Angststörungen | umstritten |
| Stressachse (HPA) | Angststörungen | vorläufig |
| Genetik der Angststörungen | Angststörungen | gut gestützt |
| Temperament und frühe Entwicklung | Angststörungen | teilweise gestützt |
| CSTC-Schleifen bei Zwang | Zwangsstörung | teilweise gestützt |
| Gewohnheitslernen bei Zwang | Zwangsstörung | teilweise gestützt |
| Fehlersignale bei Zwang | Zwangsstörung | teilweise gestützt |
| Serotonin-Hypothese bei Zwang | Zwangsstörung | umstritten |
| Glutamat-Hypothese bei Zwang | Zwangsstörung | vorläufig |
| Genetik der Zwangsstörung | Zwangsstörung | gut gestützt |
| Entzündung und Autoimmunität (PANDAS/PANS) | Zwangsstörung | vorläufig |
- gut gestützt
- teilweise gestützt
- vorläufig
- umstritten
Zwei Netzwerkmodelle: Furchtnetzwerk und CSTC-Schleife

Furchtnetzwerk (Angststörungen)
- Die Amygdala steht im Mittelpunkt der Furchtforschung.73
- Insula und vorderer Gyrus cinguli sind bei Angst stärker beteiligt.82,83
- Der ventromediale präfrontale Kortex ist beim Abruf gelöschter Furcht geringer aktiviert.84
- Die Stressachse wird für anhaltende Angst diskutiert, die Befunde sind uneinheitlich.73,85

CSTC-Schleife (Zwangsstörung)
Qualitative Modelle auf Gruppenebene; keine Messwerte, keine Diagnose, keine individuelle Aussage.
Die Modelle im Einzelnen
Gut gestützt ist die Erblichkeit
Am besten gestützt ist die Erblichkeit. Familienstudien fanden für Panikstörung, generalisierte Angst, Phobien und Zwang bei Verwandten ersten Grades eine 4- bis 6-fach erhöhte Chance (Odds Ratio), selbst zu erkranken. Zwillingsstudien schätzten die Erblichkeit auf etwa 43 % für die Panikstörung und 32 % für die generalisierte Angststörung. Für Phobien und Zwang gab es nur wenige Zwillingsstudien, und bei Frauen mit generalisierter Angst schloss die Analyse einen Einfluss der Familienumwelt nicht aus.90
In einer schwedischen Registerstudie (24.768 Betroffene) stieg das Zwangsrisiko mit dem Verwandtschaftsgrad. In der Zwillingsauswertung derselben Studie (16.383 Zwillinge) gingen etwa 47 % (95%-Konfidenzintervall 42 bis 52 %) auf erbliche Faktoren zurück; ein Einfluss der gemeinsamen Familienumwelt war nicht nachweisbar. Nicht mit der Familie geteilte Umwelteinflüsse waren nach den Autoren mindestens ebenso wichtig.39
Hinter der Erblichkeit stehen viele Gene mit kleinen Beiträgen. In einer Genomstudie mit 25.453 Betroffenen und 58.113 Kontrollen erklärten häufige Genvarianten etwa 26 % der Veranlagung zu Angststörungen.91
Für die Zwangsstörung erreichte in einer gemeinsamen Auswertung zweier Genomstudien von 2018 mit 2.688 Betroffenen noch keine einzelne Variante genomweite Signifikanz; die SNP-Heritabilität lag bei 0,28.92
Nach heutigem Stand tragen häufige und seltene Genvarianten zum Zwangsrisiko bei. Eine Exom-Sequenzierung bei 3.964 Menschen mit Zwangsstörung, chronischen Tics oder beidem fand 2026 36 Risikogene mit seltenen, aber starken Mutationen; vier davon überlappen mit Genorten aus genomweiten Zwangsstudien.93,94
Gentests werden für Angststörungen nach einer Lancet-Übersicht noch nicht empfohlen (Stand 2021).1
Bei der Zwangsstörung sind die gefundenen kognitiven und gefühlsbezogenen Veränderungen noch nicht empfindlich oder spezifisch genug, um die klinische Praxis zu leiten.2
Selbst große Auswertungen finden nur kleine Unterschiede: In der ENIGMA-OCD-Studie (1.830 Betroffene, 1.759 Kontrollen) lagen die Effekte bei Erwachsenen bei Cohen d = −0,13 für den Hippocampus und +0,16 für das Pallidum; bei medizierten Betroffenen waren sie stärker.40
Das Furchtnetzwerk bei Angststörungen
Im Mittelpunkt der Forschung zu Angststörungen steht die Amygdala. Nach einer aktuellen Übersicht ist sie zentral für Furcht, während die Stressachse stärker für anhaltende Angst zuständig scheint.73
In einer Meta-Analyse bildgebender Studien waren Amygdala und Insula bei sozialer Angststörung, spezifischer Phobie oder posttraumatischer Belastungsstörung bei negativen Emotionen stärker aktiv als bei Vergleichspersonen.82
Über viele psychische Erkrankungen hinweg war die Amygdala bei Gefühlsaufgaben stärker aktiv, mittlere und seitliche Stirnhirnregionen dagegen schwächer.95
Bei Angststörungen war die Ruhe-Verbindung der Amygdala zum vorderen Gyrus cinguli geringer als bei Gesunden (Hedges g = −0,54; 95%-Konfidenzintervall −0,73 bis −0,35; 378 Patientinnen und Patienten, 405 Kontrollen). Nach strenger Korrektur blieb das der einzige robuste Befund.83
Die Befunde sind weniger eindeutig, als dieses Bild nahelegt. Überaktivierungen in vorderem Gyrus cinguli, Amygdala und Thalamus fand eine große Meta-Analyse über Stimmungs-, Angst- und posttraumatische Störungen hinweg nur bei weniger strengem statistischem Schwellenwert.96
Strukturell sind die Unterschiede sehr klein: Bei sozialer Angststörung waren die Putamen-Volumina beidseits minimal kleiner als bei Kontrollen (Cohen d −0,077 und −0,104). Ob die Überaktivität Ursache, Folge oder Ausgleich ist, ist offen.97
Furchtlöschung und Exposition
Ein zweites Modell betrifft das Löschen gelernter Furcht, die Extinktion. Menschen mit Angststörungen (61 Betroffene, 21 Gesunde) zeigten beim Abruf einer gelernten Extinktion eine geringere Aktivierung des ventromedialen präfrontalen Kortex als Gesunde.84
Eine zweite Auswertung derselben Arbeitsgruppe aus demselben Erhebungszeitraum (114 Erwachsene) fand das in allen untersuchten Angstgruppen; eine unabhängige Wiederholung ist das nicht.98
Bei Zwangsstörung (21 Betroffene, 21 Gesunde) war der Abruf der Extinktion ebenfalls beeinträchtigt. Die Symptomschwere hing aber unerwartet mit stärkerem, nicht schwächerem Abruf zusammen.99
Das Verständnis der Furchtlöschung bildet die Grundlage der Expositionsbestandteile der Verhaltenstherapie.13
Die Messung ist allerdings uneinheitlich: Für den Extinktions-Retentionsindex gibt es 16 unterschiedliche Berechnungen.100
D-Cycloserin, ein Wirkstoff, der die Furchtlöschung verstärken sollte, verstärkte die Expositionstherapie in einer Einzeldaten-Meta-Analyse nur geringfügig (Cohen d −0,25 am Behandlungsende; zur Halbzeit und bei der Nachbeobachtung nicht signifikant).101
Botenstoffe und Stressachse
Verschiedene Botenstoffsysteme werden mit Angststörungen in Verbindung gebracht, ohne dass eines als Ursache gesichert wäre. Bei sozialer Angst war die Serotonin-1A-Bindung in der Amygdala um rund 21 % geringer (12 unmedizierte Männer, 18 Gesunde).102
Eine andere PET-Studie (18 bzw. 26 Betroffene) fand dagegen Hinweise auf ein überaktives Serotoninsystem. Eine einfache Mangelerklärung stützen diese Befunde nicht.103
Bei der Zwangsstörung hat die Wirksamkeit der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bisher weder zur Entdeckung serotonerger Auffälligkeiten noch zu neuen serotonergen Medikamenten geführt.87
Auch für die Stressachse sind die Befunde uneinheitlich. Menschen mit sozialer Angststörung (18 Personen) hatten stärkere Cortisolantworten auf sozialen Stress als Gesunde (22 Personen).104
Für die Panikstörung bezeichneten die Autorinnen und Autoren einer Studie aus dem Jahr 2000 die Befunde zur Stressachse als uneinheitlich; sie selbst fanden bei 25 Betroffenen während spontaner Panikattacken einen leichten Cortisolanstieg.85
Körperwahrnehmung und Unsicherheit
Ein drittes Modell stellt Ungewissheit und die Wahrnehmung des eigenen Körpers in den Mittelpunkt. Ungewissheit über eine mögliche künftige Bedrohung erschwert Vermeiden und Gegensteuern und führt dadurch zu Angst.105
Über mehrere psychische Erkrankungen hinweg, darunter Angst, war die Aktivierung der linken mittleren dorsalen Insula bei Aufgaben zur Körperwahrnehmung verändert.106
Bei Verwandten ersten Grades von Menschen mit Panikstörung zeigten 32,6 % beim CO2-Atemtest eine paradoxe Abnahme des Atemminutenvolumens, in der Kontrollgruppe 2,6 %. Die Gruppenmittelwerte unterschieden sich nicht, nur die Verteilung (46 Personen mit erkrankten Verwandten, 39 ohne). Dieses Modell gilt als vorläufig.107
Schleifen zwischen Stirnhirn und Basalganglien bei Zwang
Funktionelle Bildgebung zeigt bei Zwangsstörung wiederholt erhöhte Aktivität in den Regionen der kortiko-striato-thalamo-kortikalen Schleife, kurz CSTC-Schleife. Neuromodulation stützt dieses Modell zusätzlich.87
Zwanghaftes Verhalten beruht nach heutigem Stand auf fronto-striatalen Systemen für zielgerichtetes Verhalten und Gewohnheiten.86
Große Auswertungen zeichnen ein weniger klares Bild. In der Ruhe-fMRT zeigte sich bei Zwangsstörung eine globale Unterverbindung, aber keine fronto-striatalen Auffälligkeiten, und die Unterscheidung von Gesunden gelang nur schwach (AUC 0,57 bis 0,67).108
Die Effekte in der Hirnrinde lagen im kleinen Bereich (Cohen d −0,10 bis −0,33).109
Nach dem Gewohnheitsmodell überwiegt gewohnheitsbasiertes über zielgerichtetes Handeln: Menschen mit Zwangsstörung verließen sich in einer Laboraufgabe stärker auf Gewohnheiten.88
Die Autorinnen und Autoren einer späteren Studie deuten ihren Befund eher als Störung des zielgerichteten Systems.110
Das Fehlersignal-Modell nimmt eine überaktive Fehlerverarbeitung an: Das EEG-Fehlersignal war bei Zwangsstörung verstärkt und blieb nach erfolgreicher Verhaltenstherapie bestehen.89
Für eine Entzündungskomponente gibt es erste Hinweise. In einer kleinen PET-Studie war ein Marker aktivierter Mikroglia in den Regionen der CSTC-Schleife im Mittel um 32 % erhöht (20 Betroffene, 20 Gesunde).111
In dänischen Registerdaten hatten Kinder nach einem positiven Streptokokken-Test ein erhöhtes Zwangsrisiko im Vergleich zu Kindern ohne Streptokokken-Test (Inzidenzratenverhältnis 1,51; 95%-Konfidenzintervall 1,28 bis 1,77), nach anderen Racheninfektionen ebenfalls (1,28). Das ist ein Zusammenhang, kein Nachweis der PANDAS-Ursachenkette.112
Was offen bleibt
Offen ist, welche Befunde Ursache, Folge oder Ausgleich sind, welche für eine einzelne Störung gelten und welche für mehrere, wie Gene und Umwelt zusammenwirken und warum Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirken, obwohl keine serotonerge Auffälligkeit gesichert ist.
Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Alle Befunde dieses Kapitels beschreiben Gruppen. Sie erklären nicht, warum eine bestimmte Person erkrankt ist, und sie begründen keine Schuld, weder bei Betroffenen noch bei Eltern. Die meisten Menschen mit einem Risikofaktor erkranken nicht, und viele Erkrankte haben keinen der bekannten Faktoren.
Bei der Zwangsstörung beschreibt eine Übersicht in Nature Reviews Neuroscience eine mehrursächliche familiäre Erkrankung mit polygenen und Umweltfaktoren.113
Veranlagung, Temperament, Persönlichkeit
Ein früh sichtbares scheues Temperament, die Verhaltenshemmung, geht mit einem erhöhten Risiko für spätere soziale Angst einher. In einer Hochrisikostichprobe trat die soziale Angststörung bei gehemmten Kindern häufiger auf (17 %) als bei nicht gehemmten (5 %).114
Nach einer Übersicht entwickeln rund 60 % dieser Kinder später keine soziale Angststörung.115
Hohe Neurotizismus-Werte gehen Angst häufig voraus. Nach Abzug früherer Beschwerden halbiert sich der Zusammenhang, bleibt aber bestehen (59 Studien, 443.313 Teilnehmende).116
Erziehung und Bindung
Die Zusammenhänge mit Erziehung sind schwach und wurden rückblickend erhoben. Jugendliche mit sozialer Phobie beschrieben ihre Eltern in einer Gemeindestudie häufiger als überbehütend oder ablehnend (Odds Ratio je 1,4).117
In einer Zwillingsstudie mit 1.033 Frauenpaaren ließ sich die familiäre Häufung der generalisierten Angst weitgehend durch gemeinsame Gene erklären. Eine spätere Meta-Analyse hielt einen Einfluss der Familienumwelt bei Frauen jedoch für möglich, aber unsicher. Eine Schuld der Eltern lässt sich aus solchen Daten nicht ableiten.90,118
Belastende Kindheitserfahrungen, Mobbing, Lebensereignisse
In einer US-Bevölkerungsumfrage ordneten Berechnungen belastende Kindheitserfahrungen etwa 45 % der in der Kindheit beginnenden und 26 bis 32 % der später beginnenden seelischen Störungen zu. Das sind Modellrechnungen auf Grundlage rückblickender Angaben.119
Erwachsene, die von belastenden Kindheitserfahrungen berichteten, hatten eine etwa doppelt so hohe Chance auf eine Panikstörung (Odds Ratio 2,2; 95%-Konfidenzintervall 1,82 bis 2,58; 34 Studien). Die Autoren sprechen von leichten bis mittleren Zusammenhängen.120
Rückblickend und vorausschauend erfasste Belastungen stimmen allerdings schlecht überein (Kappa 0,19).121
Kinder, die gemobbt wurden, hatten im jungen Erwachsenenalter häufiger Agoraphobie (Odds Ratio 4,6), generalisierte Angst (2,7) und Panikstörung (3,1).122
In einer britischen Geburtskohorte hatten häufig gemobbte Kinder noch mit 45 Jahren öfter Angststörungen (Odds Ratio 1,65).123
Für die Zwangsstörung beschreibt eine schwedische Registerstudie mit 2,4 Millionen Geburten kleine Risikoerhöhungen im Zusammenhang mit Komplikationen rund um die Geburt, von Hazard Ratio 1,11 bei einem Ereignis bis 1,51 bei fünf oder mehr. Der Zusammenhang blieb im Geschwistervergleich bestehen.124
Beginn und Vorläufer
In einer neuseeländischen Geburtskohorte hatten 73,9 % der 26-Jährigen mit einer psychischen Störung schon vor dem 18. Lebensjahr eine Diagnose, häufig der gleichen Art.125
Etwa die Hälfte der Erwachsenen mit einer Angststörung hatte bis zum Alter von 15 Jahren eine psychische Störung, ein Drittel eine Angststörung.126
Eine Angst- oder depressive Störung im Jugendalter sagte ein etwa zwei- bis dreifaches Risiko für eine solche Störung im jungen Erwachsenenalter voraus. Die meisten Störungen des Jugendalters waren im Erwachsenenalter aber nicht mehr vorhanden.127
Was offen bleibt
In den für diesen Beitrag ausgewerteten Quellen fanden sich keine gesicherten Schutzfaktoren für Angst- und Zwangsstörungen; zur Bindung fanden sich nur Modellbeschreibungen.
Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich
Psychologische Modelle beschreiben, wie Angst und Zwang entstehen oder sich festigen können. Sie sind kein Beweis für eine Ursache im Einzelfall. Dass eine aus einem Modell abgeleitete Therapie wirkt, belegt außerdem nicht, dass das Modell die Entstehung richtig beschreibt.
| Modell | Kerngedanke | Einordnung |
|---|---|---|
| Lerntheorie der Phobien | Phobien entwickeln sich in Stufen: von Furcht über Vermeidung bis zur Diagnose | nicht jede Furcht wird zur Phobie |
| Kognitives Modell der sozialen Angst (Clark und Wells) | Selbstfokus und Sicherheitsverhalten halten die Angst aufrecht | Therapie nach diesem Modell empfiehlt NICE; das belegt ihre Wirkung, nicht die Entstehung |
| Kognitiv-behaviorales Zwangsmodell (Salkovskis) | normale aufdrängende Gedanken werden als bedrohlich gedeutet | zum Teil empirisch gestützt, erklärt die Störung nicht vollständig |
| Unsicherheitsmodell | Ungewissheit über künftige Gefahr erschwert Ausweichen und führt zu Angst | Rahmenmodell, kein Ursachenbeweis |
| Psychodynamische Modelle | Angstsymptome entstehen durch früh entstandene Konflikte | Wirksamkeit psychodynamischer Therapie bei häufigen psychischen Erkrankungen in 64 randomisierten Studien belegt; für Zwang sieht NICE keinen überzeugenden Beleg |
| Transdiagnostisches Modell | Angststörungen als Ausdrucksformen einer gemeinsamen Anfälligkeit (Annahme der Autoren, kein Analyseergebnis) | Unified Protocol in einer Studie gleichwertig mit störungsspezifischen Programmen; das belegt Wirksamkeit, nicht den Mechanismus |
Bei sozialer Angststörung erreichten in einer multizentrischen Studie mit 495 Erwachsenen nach der Behandlung 36 % unter Verhaltenstherapie, 26 % unter psychodynamischer Therapie und 9 % auf der Warteliste eine Remission. Verhaltenstherapie war bei der Remission signifikant überlegen, beim Ansprechen nicht; die Unterschiede zwischen den Therapien waren klein.27
In einem Netzwerkvergleich mit 101 Studien war psychodynamische Therapie gegenüber der Warteliste wirksam, Einzel-Verhaltenstherapie wirkte stärker.130
Die Modelle schließen einander nicht aus. Für die Behandlung zählt, welches Verfahren bei welcher Störung die beste Evidenz hat. Das beschreibt das Kapitel zur Psychotherapie.
Wie wird eine Angst- oder Zwangsstörung festgestellt?
Das Gespräch und die Kriterien
In Deutschland sollen Angststörungen nach der S3-Leitlinie von 2021 nach der ICD-10-GM diagnostiziert werden.18
Körperliche Abklärung
Zum Ausschluss körperlicher Ursachen empfiehlt die S3-Leitlinie unter anderem Blutbild, Blutzucker, Elektrolyte, TSH und EKG.18
Fragebögen und ihre Grenzen
Kurze Fragebögen können Anlass zur weiteren Abklärung geben, sie stellen aber keine Diagnose.
NICE empfiehlt bei Verdacht auf eine soziale Angststörung den Mini-SPIN mit drei Fragen; ab 6 Punkten soll eine umfassende Beurteilung erfolgen.26
Bei Verdacht auf eine Angststörung rät NICE zum Zwei-Fragen-Test GAD-2 nach Angst und Kontrolle der Sorgen.25
Für die Zwangsstörung besteht die Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale (Y-BOCS) aus zehn Items, die ein Untersucher mit 0 bis 4 bewertet. Der Gesamtwert reicht von 0 bis 40.131
Selbsttests als Orientierung
Online-Selbsttests können eine Orientierung geben, ersetzen aber keine Diagnose. Das Ergebnis ist ein Hinweis, keine Diagnose.
Therapie: Verhaltenstherapie und Exposition
Für die kognitive Verhaltenstherapie, kurz KVT, liegen bei Angststörungen die meisten Wirksamkeitsstudien vor. Gegenüber psychologischem oder Tabletten-Placebo zeigte sie nach einer JAMA-Übersicht bei generalisierter Angst einen großen Effekt (Hedges g 1,01), bei sozialer Angst (0,41) und Panikstörung (0,39) kleine bis mittlere Effekte.6
In einer einheitlichen Auswertung von 375 Studien mit Erwachsenen lagen die Effektstärken der KVT gegenüber inaktiven Kontrollbedingungen bei Panikstörung, sozialer Angst, generalisierter Angst und Zwang zwischen 0,5 und 1,0. Sie hängen von der Vergleichsgruppe ab: In Studien mit Wartelisten waren sie groß, in Studien mit üblicher Behandlung bescheidener.41
Exposition mit Reaktionsmanagement bei Zwang
Bei der Zwangsstörung besteht die Psychotherapie der ersten Wahl aus störungsspezifischer kognitiver Verhaltenstherapie mit Exposition (Empfehlungsgrad A).17
Exposition bedeutet, sich gezielt und geplant dem gefürchteten Auslöser auszusetzen. Reaktionsmanagement bedeutet, die gewohnte Zwangshandlung währenddessen nicht auszuführen.
Computer- und onlinebasierte Verhaltenstherapie senkte Zwangssymptome nach einer JAMA-Übersicht klinisch bedeutsam, wenn geschulte Therapeutinnen und Therapeuten sie begleiteten.7
Wie lange die Wirkung anhält
Bei Zwangsstörung blieb der Vorteil der KVT gegenüber Kontrollbedingungen bis zu zwölf Monate nach Therapieende erkennbar (Effektstärken 0,70 bis 0,85). Randomisierte Studien mit längerer Nachbeobachtung fehlten.79
Zwölf Monate oder länger nach Therapieende war der Vorteil bei generalisierter Angststörung noch nachweisbar (kleiner Effekt), bei Panikstörung nicht.79
Wie viele ansprechen
In 441 Studien (33.881 Patientinnen und Patienten) sprachen auf Psychotherapie bei Zwang 38 %, bei Panikstörung 38 % und bei generalisierter Angst 36 % an, gemessen als mindestens halbierte Symptome.8
Die Autorinnen und Autoren halten die absoluten Ansprechraten für bescheiden. Für Menschen, die auf eine erste Behandlung nicht ansprechen, würden wirksamere Behandlungen gebraucht.8
Weitere Verfahren und Formate
Bei sozialer Angststörung lag das Ansprechen zwei Jahre nach Therapieende in beiden Verfahren, Verhaltenstherapie und psychodynamischer Therapie, bei rund 70 %.132
NICE empfiehlt bei sozialer Angststörung Einzel-Verhaltenstherapie, die speziell dafür entwickelt wurde.26
Bei Zwangsstörung sieht NICE für Psychoanalyse und einige andere Verfahren bisher keinen überzeugenden Beleg für einen klinisch bedeutsamen Effekt.61
Therapeutengestützte Internet-Verhaltenstherapie führte bei Angststörungen deutlich häufiger zu einer klinisch bedeutsamen Besserung als Wartelisten und ähnliche Kontrollen (Risiko-Verhältnis 3,75). Die Qualität der Belege ist laut Cochrane gering.133
Eine relevante Minderheit der Nutzenden erlebt negative Effekte, mit ähnlichen Verschlechterungsraten wie bei Präsenzbehandlung.134
Eine achtwöchige Achtsamkeitsschulung war in einer US-Studie mit 276 Erwachsenen mit Angststörungen dem Antidepressivum Escitalopram nicht unterlegen (Angstschwere bei den 208 Auswertbaren im Mittel −1,35 gegenüber −1,43 Punkte auf der Skala CGI-S). Die Studie hatte keinen Placebo-Arm; die Teilnehmenden wussten, welche Behandlung sie erhielten, die Bewertung erfolgte verblindet.22

Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Angststörungen

Für die generalisierte Angststörung zeigte ein Netzwerkvergleich von 89 Studien (25.441 Personen), dass unter anderem Duloxetin, Pregabalin, Venlafaxin und Escitalopram wirksamer waren als Placebo und relativ gut vertragen wurden. Eine Rangfolge der Substanzen lässt sich daraus nicht ableiten.28
Das Scheitern einer ersten medikamentösen Behandlung muss nach den Autorinnen und Autoren kein Grund sein, die medikamentöse Strategie aufzugeben.28
Bei Panikstörung fand ein Cochrane-Netzwerkvergleich (70 Studien), dass SSRI, Venlafaxin, trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer und Benzodiazepine wirksam sein können. Die Belege sind allerdings unsicher, weil alle Studien ein unklares oder hohes Verzerrungsrisiko hatten; untersucht wurde die Akutbehandlung.135
Benzodiazepine
Benzodiazepine waren bei generalisierter Angststörung ebenfalls wirksam, wurden aber schlechter vertragen.28
NICE rät, bei generalisierter Angststörung kein Benzodiazepin anzubieten, außer als kurzfristige Maßnahme in Krisen. Bei Panikstörung sollen sie nicht verordnet werden, weil sie mit einem schlechteren Langzeitergebnis verbunden sind.25
Zwangsstörung
Ein Cochrane-Review mit 17 Studien (3.097 Teilnehmende) fand: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) senkten Zwangssymptome innerhalb von 6 bis 13 Wochen stärker als Placebo (Unterschied im Y-BOCS im Mittel 3,21 Punkte; 95%-Konfidenzintervall 2,57 bis 3,84).33
Ein klinisches Ansprechen erreichten deutlich mehr Menschen als unter Placebo (Risiko-Verhältnis 1,84). Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehörten Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.33
Ein Netzwerkvergleich mit 54 Studien bestätigte die SSRI als Gruppe. Clomipramin war nicht stärker wirksam als die SSRI.34
Auch unter Placebo bessern sich die Beschwerden deutlich: In den jeweils zehn hochwertigsten und neuesten Studien je Diagnose lag die Vorher-nachher-Effektstärke unter Placebo bei Zwang bei 0,65, bei generalisierter Angst bei 1,23. Darin stecken auch natürlicher Verlauf und unspezifische Effekte; ein Maß für die Wirkung eines Medikaments ist das nicht.136
Höhere SSRI-Dosen waren in einer Auswertung von 9 Studien wirksamer als niedrige oder mittlere, dafür brachen mehr Menschen wegen Nebenwirkungen ab. Dosisentscheidungen gehören deshalb in ärztliche Hände.137
Rückfall und Absetzen
In einer Studie mit 101 Erwachsenen, die nach Expositionstherapie kaum noch Zwangssymptome hatten, ging es denen, die ihr Antidepressivum doppelblind und ärztlich begleitet ausschlichen (51 Personen), nach 24 Wochen im Mittel nicht schlechter als denen, die es weiter einnahmen (50 Personen). Allerdings verschlechterten sich in der Ausschleich-Gruppe 45 % klinisch, gegenüber 24 % bei Weiterführung.46
Dosis, Wirkung, Nebenwirkung: was Studien zeigen
Eine Geschichte in fünf Schritten. Studiendosen erscheinen als Stufen, nicht in Milligramm. Modellierte Kurven sind als Modell gekennzeichnet. Das ist keine Dosierungsempfehlung.
Keine Dosierungsempfehlung. Studiendosen erscheinen bewusst ohne Milligramm-Angabe. Beenden oder verändern Sie Ihre Medikation deshalb nie auf eigene Faust, sondern immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.
Schritt 1 von 5
Mehr Dosis heißt nicht automatisch mehr Wirkung.
Mittlere HAM-A-Abnahme nach 4 Wochen: Placebo −8,4; Pregabalin Studiendosis A −12,2, B −11,0, C −11,8; Alprazolam −10,9 (jeweils ± 0,8).53
Die Werte stammen aus zwei getrennten Studien und werden nicht zusammengerechnet.
Schritt 2 von 5
Manchmal zeigt sich ein Unterschied nur bei der höchsten Studiendosis.
In einer Fixdosis-Studie zur Panikstörung (278 Randomisierte, 10 Wochen) waren 86,0 % unter der höchsten Paroxetin-Studiendosis, 65,2 % und 67,4 % unter den niedrigeren und 50,0 % unter Placebo in den letzten zwei Wochen frei von vollen Panikattacken.139
Anteil frei von vollen Panikattacken in den letzten zwei Wochen139
Die Studie nennt die Werte der beiden niedrigeren Studiendosen gemeinsam; die Zuordnung zu einer bestimmten Dosis ist im Beleg nicht eindeutig. Nur die höchste Studiendosis unterschied sich signifikant von Placebo.
Schritt 3 von 5
Zwangsstörung: Wirkung und Nebenwirkung steigen gemeinsam.
Höhere SSRI-Dosen waren in einer Auswertung von 9 Studien wirksamer als niedrige oder mittlere, dafür brachen mehr Menschen wegen Nebenwirkungen ab.137
Eine Meta-Analyse von 9 Fixdosis-Studien (2.268 Personen) fand bei Zwangsstörung: Höhere SSRI-Dosen wirkten besser als niedrige oder mittlere, führten aber häufiger zu Abbrüchen wegen Nebenwirkungen; die Gesamtabbrüche hingen nicht von der Dosis ab.137
Eine einzelne Fixdosis-Studie zeigte allerdings keinen gleichmäßigen Anstieg: In der Fixdosis-Studie war Sertralin bei der niedrigsten und der höchsten Studiendosis auf allen drei Hauptmaßen besser als Placebo, bei der mittleren nur auf einem; Nebenwirkungen schienen dosisabhängig.49
Wirkung
geringer als bei hoher Dosis
geringer als bei hoher Dosis
größer als bei niedriger oder mittlerer Dosis
Abbrüche wegen Nebenwirkungen
seltener als bei hoher Dosis
seltener als bei hoher Dosis
häufiger
Abbrüche insgesamt
hingen nicht von der Dosis ab
Qualitativ: Der Abstract der Meta-Analyse nennt keine Effektzahlen, deshalb zeigt die Grafik keine Werte und keine Kurve.137
Schritt 4 von 5
Wirkung und Nebenwirkung lassen sich nur gemeinsam lesen.
Dosis-Wirkung nach 4 Wochen (Differenz zu Placebo im HAM-A): Studiendosis A −1,2 (95-%-KI −6,0 bis 3,5), B −1,8 (−7,6 bis 4,0), C −5,0 (−9,6 bis −0,4), D −6,0 (−9,8 bis −2,0); nur C und D unterschieden sich signifikant von Placebo.29
Visuelle Wahrnehmungsveränderungen nahmen mit der Studiendosis zu: 46,2 %, 75,0 %, 92,5 % und 100 % gegenüber 10,3 % unter Placebo; Übelkeit 7,7 %, 27,5 %, 40,0 %, 60,0 % gegenüber 7,7 %.29
Die Studiensubstanz ist nicht zugelassen. Studiendosen A bis D statt Milligramm.
Wirkung: Differenz zu Placebo im HAM-A nach 4 Wochen (Punkte), 95-%-KI29
Gestrichelte Goldlinie bei −2,5: kleinster klinisch relevanter Unterschied laut Studie.29
Modell Gestrichelte Verbindungslinie nur zur Orientierung, kein Messwert. Die Autoren werteten den Dosis-Wirkungs-Verlauf mit einem statistischen Modell (MCP-Mod) aus; dessen Kurve ist hier nicht nachgezeichnet. Gemessen sind nur die Punkte mit Konfidenzintervall.
Studiendosis D: Differenz −6,0 Punkte (95-%-KI −9,8 bis −2,0); visuelle Wahrnehmungsveränderungen 100,0 %, Übelkeit 60,0 %, Kopfschmerz 27,5 %.
Schritt 5 von 5
Auch unter Placebo bessert sich vieles.
Auch unter Placebo bessern sich die Beschwerden deutlich: In den jeweils zehn hochwertigsten und neuesten Studien je Diagnose lag die Vorher-nachher-Effektstärke unter Placebo bei Zwang bei 0,65, bei generalisierter Angst bei 1,23. Darin stecken auch natürlicher Verlauf und unspezifische Effekte; ein Maß für die Wirkung eines Medikaments ist das nicht.136
Vorher-nachher-Effektstärke unter Placebo (je zehn hochwertigste und neueste Studien)136
Getrennte Diagnosegruppen, kein Vergleich zwischen ihnen.
- Studiendosis (gemessen)
- Vergleichsmedikament
- Placebo
- Nebenwirkung
- Modell bzw. Orientierungslinie
KernsatzDosisentscheidungen gehören deshalb in ärztliche Hände.137
Alle Werte der Geschichte als Tabelle
| Studie | Arm | Wert |
|---|---|---|
| Pregabalin, Studie 1 | Placebo | −8,4 Punkte |
| Pregabalin, Studie 1 | A | −12,2 Punkte |
| Pregabalin, Studie 1 | B | −11,0 Punkte |
| Pregabalin, Studie 1 | C | −11,8 Punkte |
| Pregabalin, Studie 1 | Alprazolam | −10,9 Punkte |
| Pregabalin, Studie 2 | Placebo | −6,8 Punkte |
| Pregabalin, Studie 2 | niedrigere Dosis | −9,2 Punkte |
| Pregabalin, Studie 2 | höhere Dosis | −10,3 Punkte |
| Pregabalin, Studie 2 | Lorazepam | −12,0 Punkte |
| Paroxetin, Panikstörung | Placebo | 50,0 % frei von Attacken |
| Paroxetin, Panikstörung | niedrigere Dosen | 65,2 und 67,4 % frei von Attacken |
| Paroxetin, Panikstörung | höchste Dosis | 86,0 % frei von Attacken |
| MM120, Differenz zu Placebo | A | −1,2 Punkte (95-%-KI −6,0 bis 3,5) |
| MM120, Differenz zu Placebo | B | −1,8 Punkte (95-%-KI −7,6 bis 4,0) |
| MM120, Differenz zu Placebo | C | −5,0 Punkte (95-%-KI −9,6 bis −0,4) |
| MM120, Differenz zu Placebo | D | −6,0 Punkte (95-%-KI −9,8 bis −2,0) |
| MM120, Nebenwirkungen | Placebo | visuell 10,3 %, Übelkeit 7,7 %, Kopfschmerz 23,1 % |
| MM120, Nebenwirkungen | A | visuell 46,2 %, Übelkeit 7,7 %, Kopfschmerz 12,8 % |
| MM120, Nebenwirkungen | B | visuell 75,0 %, Übelkeit 27,5 %, Kopfschmerz 22,5 % |
| MM120, Nebenwirkungen | C | visuell 92,5 %, Übelkeit 40,0 %, Kopfschmerz 35,0 % |
| MM120, Nebenwirkungen | D | visuell 100,0 %, Übelkeit 60,0 %, Kopfschmerz 27,5 % |
| Placebo-Effektstärke | Zwang / generalisierte Angst | 0,65 / 1,23 |
Wann zeigte sich ein Unterschied zu Placebo?
Erster berichteter Unterschied zu Placebo in vier Studien. Jede Markierung gehört zu einer eigenen Studie; eine gemeinsame Kurve gibt es nicht.
Keine gemeinsame Kurve: Jede Zeile ist eine eigene Studie mit eigener Population und Messgröße. Markiert ist der erste berichtete Unterschied zur Placebogruppe, nicht der Zeitpunkt, ab dem sich jemand persönlich besser fühlt.
So lesen
Eine Markierung auswählen
Der helle Balken zeigt, wie lange die Studie beobachtet hat; die Markierung den ersten berichteten Unterschied.
gemessen · Beobachtungsdauer 4 Wochen
Pregabalin · generalisierte Angst · Studie 1
Bereits nach einer Woche verbesserten alle drei Pregabalin-Gruppen und Alprazolam die psychischen Angstsymptome (HAM-A) signifikant stärker als Placebo.53
gemessen · Beobachtungsdauer 4 Wochen
Pregabalin · generalisierte Angst · Studie 2
In einer zweiten Studie (276 Behandelte, 4 Wochen) sank der HAM-A unter zwei Pregabalin-Dosen um 9,2 bzw. 10,3 Punkte, unter Lorazepam um 12,0 und unter Placebo um 6,8; schon nach einer Woche war Pregabalin Placebo überlegen.138
gemessen · Beobachtungsdauer 28 Wochen
Venlafaxin XR · generalisierte Angst
Gegenüber Placebo verbesserte Venlafaxin XR die Angstwerte von Woche 1 oder 2 bis Woche 28.54
gemessen · Beobachtungsdauer 10 Wochen
Paroxetin · Panikstörung, höchste Studiendosis
Die Verbesserungen unter der höchsten Studiendosis waren meist ab Woche 4 erkennbar.139
In einer Fixdosis-Studie zur Panikstörung (278 Randomisierte, 10 Wochen) waren 86,0 % unter der höchsten Paroxetin-Studiendosis, 65,2 % und 67,4 % unter den niedrigeren und 50,0 % unter Placebo in den letzten zwei Wochen frei von vollen Panikattacken.139
- Beobachtungsdauer der Studie
- erster berichteter Unterschied
KernsatzMedikamente setzen Sie nie eigenständig ab oder um.
Wirkbeginn als Tabelle
| Studie | Erster berichteter Unterschied | Beobachtungsdauer | Art |
|---|---|---|---|
| Pregabalin · generalisierte Angst · Studie 153 | Woche 1 | 4 Wochen | gemessen |
| Pregabalin · generalisierte Angst · Studie 2138 | nach einer Woche | 4 Wochen | gemessen |
| Venlafaxin XR · generalisierte Angst54 | Woche 1 oder 2 | 28 Wochen | gemessen |
| Paroxetin · Panikstörung, höchste Studiendosis139 | meist ab Woche 4 | 10 Wochen | gemessen |
Nebenwirkungen: was die Studien berichten
Filterbare Übersicht der in den Studien berichteten unerwünschten Wirkungen. Fachinformationen werden hier nicht ausgewertet.
Jede Zeile stammt aus einer anderen Studie mit eigener Erfassung. Häufigkeiten lassen sich nicht zwischen Zeilen vergleichen; eine fehlende Zahl heißt: im Beleg nicht berichtet.
| Behandlung | Population | Was berichtet wurde | Einordnung |
|---|---|---|---|
| SSRI (Gruppe) | Zwangsstörung | In SSRI-Studien bei Zwangsstörung gehörten Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit stets zu den häufigsten Nebenwirkungen; die Nebenwirkungsraten lagen fast immer über Placebo.33 | Nebenwirkungsdaten laut Review begrenzt; Langzeitverträglichkeit offen. |
| Clomipramin | Zwangsstörung | Unter Clomipramin traten vor allem die für trizyklische Antidepressiva typischen Nebenwirkungen auf; selten, aber potenziell ernst waren Krampfanfälle und erhöhte Leberwerte.56 | Keine Häufigkeiten im Abstract. |
| Escitalopram | Generalisierte Angst, ab 60 Jahren | Unter Escitalopram traten häufiger als unter Placebo Müdigkeit oder Schläfrigkeit (41,1 %), Schlafstörungen (14,1 %) und Harnwegsbeschwerden (9,4 %) auf.50 | Ältere Menschen; Placebo-Prozentwerte fehlen im Abstract. |
| Escitalopram und Achtsamkeitskurs | Angststörungen | Mindestens ein studienbezogenes unerwünschtes Ereignis hatten 78,6 % in der Escitalopram-Gruppe und 15,4 % in der Achtsamkeitsgruppe; wegen Nebenwirkungen brachen 10 (8 %) Escitalopram-Behandelte ab, in der Achtsamkeitsgruppe niemand.22 | Ereigniserfassung nicht verblindet. |
| Venlafaxin XR | Generalisierte Angst | Häufigste behandlungsbedingte Nebenwirkung unter Venlafaxin XR war Übelkeit, gefolgt von Schläfrigkeit und Mundtrockenheit.54 | Keine Prozentwerte im Abstract. |
| Pregabalin und Lorazepam | Generalisierte Angst | Häufigste Nebenwirkungen unter Pregabalin und Lorazepam waren Schläfrigkeit und Schwindel; die Studie abgeschlossen haben 90 % (niedrige Pregabalin-Dosis), 71 % (hohe Dosis), 73 % (Placebo) und 59 % (Lorazepam).138 | Abschluss ist kein reines Nebenwirkungsmaß. |
| Quetiapin, Paroxetin, Benzodiazepine | Generalisierte Angst (Netzwerkvergleich) | Im Netzwerkvergleich zur generalisierten Angststörung (89 Studien, 25.441 Personen) war Quetiapin am stärksten wirksam, wurde aber schlecht vertragen (Odds Ratio für Abbruch 1,44; 95-%-Glaubwürdigkeitsintervall 1,16 bis 1,80); auch Paroxetin und Benzodiazepine wurden schlecht vertragen.28 | Netzwerkvergleich; nicht als Rangliste darstellen. Erratum (Lancet 2019) verzeichnet, Inhalt nicht geprüft. |
| MM120 (Studiensubstanz) | Generalisierte Angst | Visuelle Wahrnehmungsveränderungen nahmen mit der Studiendosis zu: 46,2 %, 75,0 %, 92,5 % und 100 % gegenüber 10,3 % unter Placebo; Übelkeit 7,7 %, 27,5 %, 40,0 %, 60,0 % gegenüber 7,7 %.29 | Erschwert die Verblindung. |
| MM120 (Studiensubstanz) | Generalisierte Angst | Kopfschmerz trat unter den vier Studiendosen bei 12,8 %, 22,5 %, 35,0 % und 27,5 % auf, unter Placebo bei 23,1 %.29 | Kein klarer Dosisverlauf. |
| LSD-gestützte Therapie (Studie) | Angst | Vorübergehende, leichte akute unerwünschte Wirkungen berichteten 8 Patient:innen (19 %); ein behandlungsbezogenes schweres Ereignis (akute vorübergehende Angst) trat auf (2 %).57 | Sehr kleine Zahl; nicht zugelassene Anwendung. |
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KernsatzBeenden oder verändern Sie Ihre Medikation deshalb nie auf eigene Faust, sondern immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.
Erklärvideo · 40 s
Wirkung, Dosis, Nebenwirkung
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Wirkung und Nebenwirkung hängen zusammen. Bei Zwangsstörung wirkten höhere SSRI-Dosen in einer Auswertung von neun Studien besser als niedrige oder mittlere. Dafür brachen mehr Menschen wegen Nebenwirkungen ab. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehörten Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Auch unter Placebo bessern sich Beschwerden, weil natürlicher Verlauf und unspezifische Effekte mitwirken. Dosis, Wechsel und Absetzen gehören deshalb in ärztliche Hände. Verändern Sie Ihre Medikation nie auf eigene Faust.33,136,137
Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz
Kombination
Eine Meta-Analyse von 52 Studien mit Depression und Angststörungen fand die Kombination aus Antidepressivum und Psychotherapie insgesamt wirksamer als das Antidepressivum allein (Hedges g 0,43; Number needed to treat 4,2). Ausreichend belegt war der Vorteil für Depression, Panikstörung und Zwang.42
Bei Zwangsstörung sprachen in einer Studie mit 122 Erwachsenen nach zwölf Wochen 62 % auf intensive Expositionstherapie an, 42 % auf Clomipramin, 70 % auf die Kombination und 8 % auf Placebo. Die Kombination war nicht besser als die Expositionstherapie allein.45
Die Autorinnen und Autoren eines Netzwerkvergleichs halten die Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten dagegen wahrscheinlich für wirksamer als Psychotherapie allein, zumindest bei schwerer Zwangsstörung. Die Datenlage ist also nicht einheitlich.34
NICE empfiehlt bei Zwangsstörung mit schwerer Beeinträchtigung die Kombination aus einem SSRI und kognitiver Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsverhinderung.61
Bei mittlerer Beeinträchtigung soll nach NICE die Wahl zwischen einem SSRI und intensiverer Verhaltenstherapie angeboten werden, da beide ähnlich wirksam erscheinen.61
Bestanden Zwangssymptome trotz eines Serotonin-Wiederaufnahmehemmers fort, sprachen in einer Studie mit 100 Erwachsenen nach acht Wochen 80 % auf zusätzliche Expositionstherapie an (Rückgang im Y-BOCS um mindestens 25 %), 23 % auf das zusätzliche Antipsychotikum Risperidon und 15 % auf Placebo.35
Neuromodulation

Die tiefe transkranielle Magnetstimulation verbesserte in einer Studie mit 99 Betroffenen die Zwangssymptome stärker als eine Scheinbehandlung: Das Ansprechen lag nach sechs Wochen bei 38,1 % gegenüber 11,1 %. Ansprechen hieß hier ein Rückgang im Y-BOCS um mindestens 30 %. Die Autoren sehen das Verfahren als Möglichkeit für Menschen, die auf Medikamente und Psychotherapie nicht ausreichend ansprechen.36
Die US-Behörde FDA hat ein Gerät zur tiefen transkraniellen Magnetstimulation als Zusatzbehandlung für Erwachsene mit Zwangsstörung für den US-Markt freigegeben (De-Novo-Verfahren; Abruf 5. Oktober 2026).37
Die tiefe Hirnstimulation kann bei schwerstbetroffenen Menschen, bei denen mehrere leitliniengerechte Therapien nicht angeschlagen haben, nach kritischer Abwägung erwogen werden (Empfehlungsgrad 0), in erfahrenen psychiatrischen Zentren.17
In einer kleinen Langzeitserie aus einem einzelnen Zentrum mit 24 Menschen mit schwerer, therapieresistenter Zwangsstörung, mit einer verblindeten Phase bei 17 Personen, verringerte die Stimulation Zwangsgedanken, Zwangshandlungen sowie Angst- und Depressionssymptome.140
Nach der Konsensaussage einer neurochirurgischen Fachgesellschaft gilt sie als aufkommende, aber noch nicht etablierte Therapie.141
In den USA ist sie seit dem 10. Februar 2009 als Humanitarian Device Exemption zugelassen, nach Versagen von mindestens drei SSRI. Diese Zulassungsform prüft vor allem die Sicherheit, nicht den Nachweis der Wirksamkeit.38
Wenn die Behandlung nicht ausreichend wirkt
Bei Zwangsstörung spricht ein erheblicher Teil nicht ausreichend auf Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsmanagement und/oder auf SSRI an. Eine Behandlungsresistenz wird bei einer Abnahme des Y-BOCS um weniger als 25 % angenommen.75
Wie viele erfolglose Behandlungsversuche für eine Therapieresistenz nötig sind, ist unterschiedlich definiert.75
Erklärvideo · 42 s
Studiendesign: Exposition, Clomipramin oder beides?
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Wie lassen sich Psychotherapie und Medikament fair vergleichen? Eine Studie an drei Zentren teilte 122 Erwachsene mit Zwangsstörung per Zufall in vier Gruppen ein: intensive Exposition mit Reaktionsverhinderung, das Medikament Clomipramin, die Kombination oder Placebo. Nach zwölf Wochen sprachen 62 Prozent auf die Exposition an, 42 Prozent auf Clomipramin, 70 Prozent auf die Kombination und 8 Prozent auf Placebo. Die Kombination war nicht besser als die Exposition allein. Das ist eine Studie aus Spezialzentren und keine Prognose für Einzelne.45
Neue Forschung und ihre Grenzen
Neue Verfahren werden hier nur als Studienlage beschrieben. Eine Studie ist noch kein Behandlungsstandard.
In einer Phase-II-Studie mit 42 Menschen mit Angst (mit und ohne lebensbedrohliche Erkrankung) senkte LSD-begleitete Therapie die Angstwerte 16 Wochen nach der Behandlung deutlich stärker als Placebo (Unterschied −16,2 Punkte im STAI; 95%-Konfidenzintervall −27,8 bis −4,5).57
Bei 198 Erwachsenen mit generalisierter Angststörung senkte in einer Phase-2b-Studie eine einmalige Behandlung mit dem LSD-Präparat MM120 die Angstwerte nach vier Wochen bei den zwei höchsten Studiendosen im Mittel um 5,0 bis 6,0 Punkte (Skala HAM-A) stärker als Placebo; die zwei niedrigeren Dosen unterschieden sich nicht von Placebo. Die Studie dient der Planung von Phase-3-Studien.29
Visuelle Wahrnehmungsveränderungen traten bei 92,5 bis 100 % der Teilnehmenden mit den höchsten Studiendosen auf, gegenüber 10,3 % unter Placebo.29
Nicht jeder neue Ansatz bestätigt sich: In einer kleinen offenen Studie reagierte keiner von zehn Menschen mit therapieresistenter Zwangsstörung innerhalb von drei Tagen auf Ketamin, die Zwangssymptome besserten sich um weniger als 12 %.142
Bei der tiefen Hirnstimulation untersucht die Forschung, welche Verbindungen für die Wirkung wichtig sind. Die Analyse von 534 Stimulationselektroden zeigte, dass bei Zwangsstörung Verbindungen zum ventromedialen präfrontalen und zum vorderen cingulären Kortex relevant sind. Die Elektroden stammten von Menschen mit vier Erkrankungen: Dystonie, Tourette-Syndrom, Parkinson und Zwang.143
In einem ersten Einzelfall einer reaktiven Stimulation korrelierten Zwangssymptome mit der elektrischen Aktivität im ventralen Striatum, und eine daran gekoppelte Stimulation besserte die Symptome. Das ist ein Konzeptnachweis ohne Aussage zur Wirksamkeit insgesamt.144
Wichtige Studien verständlich gelesen
Die folgenden Karten stellen acht Studien vor, auf die sich dieser Beitrag stützt. Sie zeigen Gruppenwerte und keine Prognose für einzelne Menschen. Ein Konfidenzintervall gibt den Bereich an, in dem der wahre Wert mit großer Wahrscheinlichkeit liegt. Odds Ratio und Hazard Ratio sind relative Maße und keine Wahrscheinlichkeiten für den Einzelfall. Die Studien lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen, weil sie verschiedene Fragen, Gruppen und Zeiträume betrachten.
Jede Karte steht für sich: eigene Frage, eigene Gruppe, eigener Zeitraum. Keine Rangfolge.
- Der Nervenarzt2014
DEGS1-MH
5.303 Personen in der Auswertung
Zwölf-Monats-Häufigkeit psychischer Störungen insgesamt und Versorgungskontakt
- Molecular Psychiatry2022
Beginnalter-Meta-Analyse (Solmi 2022)
708.561 Personen in der Auswertung
Anteil mit erstem Auftreten vor dem 14., 18. und 25. Lebensjahr
- JAMA Psychiatry2013
Schwedische Familienstudie zur Zwangsstörung
24.768 Personen in der Auswertung
Anteil erblicher (additiv genetischer) Faktoren am Zwangsrisiko
- American Journal of Psychiatry2017
ENIGMA-OCD (Hirnvolumina)
1.830 Personen in der Auswertung
Subkortikale Hirnvolumina im Vergleich mit 1.759 Kontrollen
- JAMA Psychiatry2025
KVT-Effektstärken (Cuijpers 2025)
32.968 Personen in der Auswertung
Effektstärke (Hedges g) der kognitiven Verhaltenstherapie in 375 Studien
- American Journal of Psychiatry2005
Foa-Studie (Expositionstherapie und Clomipramin)
122 Personen in der Auswertung
Ansprechrate nach zwölf Wochen, alle Behandelten gerechnet
- JAMA Psychiatry2013
Simpson-Studie (Zusatzbehandlung bei Zwang)
100 Personen in der Auswertung
Ansprechen (mindestens 25 % Abnahme im Y-BOCS) nach acht Wochen
- Cochrane Database of Systematic Reviews2008
Cochrane-Review zu SSRI bei Zwang
3.097 Personen in der Auswertung
Veränderung im Y-BOCS nach 6 bis 13 Wochen und klinisches Ansprechen
Studie 1 von 8
DEGS1-MH
- Wer und was
- Erwachsene von 18 bis 79 Jahren in Deutschland; repräsentative Bevölkerungsstudie mit klinischem Interview
- Personen
- 5.303
- Endpunkt
- Zwölf-Monats-Häufigkeit psychischer Störungen insgesamt und Versorgungskontakt
- Ergebnis
- 27,8 % (korrigiert 2016) erfüllten innerhalb eines Jahres die Kriterien einer psychischen Störung; weniger als die Hälfte berichtete einen Kontakt zum Versorgungssystem.23,24
- Grenzen
- Alle psychischen Störungen, nicht nur Angst. Erhebung 2008 bis 2011. Ein Erratum (2016) korrigierte Stichprobe, Gesamthäufigkeit, die Major Depression und einzelne Angstwerte um 0,1 Prozentpunkte (Angst gesamt 15,4 %); die Zwangsstörung bleibt bei 3,6 %.
Studie 2 von 8
Beginnalter-Meta-Analyse (Solmi 2022)
- Wer und was
- Meta-Analyse von 192 epidemiologischen Studien zum Beginn psychischer Störungen
- Personen
- 708.561
- Endpunkt
- Anteil mit erstem Auftreten vor dem 14., 18. und 25. Lebensjahr
- Ergebnis
- Angst- und Furchtstörungen: 38,1 %, 51,8 % und 73,3 %. Zwangs- und verwandte Störungen: 24,6 %, 45,1 % und 64,0 %.5
- Grenzen
- Der Beginn wurde rückblickend erfragt. Die Blöcke fassen verschiedene Störungen zusammen (Median 17 Jahre bei Angst, 19 Jahre bei Zwang).
Studie 3 von 8
Schwedische Familienstudie zur Zwangsstörung
- Wer und was
- Registerbasierte Familien- und Zwillingsstudie in Schweden (1969 bis 2009)
- Personen
- 24.768
- Endpunkt
- Anteil erblicher (additiv genetischer) Faktoren am Zwangsrisiko
- Ergebnis
- 47 % (95%-Konfidenzintervall 42 bis 52 %); ein Einfluss der gemeinsamen Familienumwelt war nicht nachweisbar.39
- Grenzen
- Nur im Patientenregister diagnostizierte Fälle. Gruppenwert, nicht auf Einzelne übertragbar; nicht geteilte Umweltfaktoren sind mindestens ebenso wichtig.
Studie 4 von 8
ENIGMA-OCD (Hirnvolumina)
- Wer und was
- Meta- und Mega-Analyse mit Daten aus Zentren weltweit; Kinder und Erwachsene mit Zwangsstörung (n = 1.830) und 1.759 Kontrollen; die genannten Effekte betreffen Erwachsene
- Personen
- 1.830
- Endpunkt
- Subkortikale Hirnvolumina im Vergleich mit 1.759 Kontrollen
- Ergebnis
- Erwachsene: Hippocampus Cohen d = −0,13, Pallidum d = +0,16; die Effekte sind klein.40
- Grenzen
- Querschnitt ohne Ursachenaussage. Medikation verstärkte die Effekte. Ein Erratum-Eintrag wurde nur nach dem Titel gesichtet.
Studie 5 von 8
KVT-Effektstärken (Cuijpers 2025)
- Wer und was
- Erwachsene mit Panikstörung, sozialer Angst, generalisierter Angst, Zwang und weiteren Störungen; kognitive Verhaltenstherapie gegen inaktive Kontrollen
- Personen
- 32.968
- Endpunkt
- Effektstärke (Hedges g) der kognitiven Verhaltenstherapie in 375 Studien
- Ergebnis
- Zwischen 0,5 und 1,0 bei Panikstörung, sozialer Angst, generalisierter Angst und Zwang; die Effektstärken hängen von der Art der Vergleichsgruppe ab.41
- Grenzen
- Wartelisten-Vergleiche überschätzen den Nutzen tendenziell. Die Spanne über alle Störungen reicht von 0,31 bis 1,27.
Studie 6 von 8
Foa-Studie (Expositionstherapie und Clomipramin)
- Wer und was
- Erwachsene mit Zwangsstörung; Expositionstherapie, Clomipramin, Kombination oder Placebo; doppelblind in drei Zentren
- Personen
- 122
- Endpunkt
- Ansprechrate nach zwölf Wochen, alle Behandelten gerechnet
- Ergebnis
- Expositionstherapie 62 %, Clomipramin 42 %, Kombination 70 %, Placebo 8 %. Die Kombination war nicht besser als die Expositionstherapie allein.45
- Grenzen
- Spezialisierte Zentren, intensive Expositionstherapie, Studie von 2005. Clomipramin ist laut Leitlinie nicht erste Wahl.
Studie 7 von 8
Simpson-Studie (Zusatzbehandlung bei Zwang)
- Wer und was
- Erwachsene mit Zwangsstörung trotz Serotonin-Wiederaufnahmehemmer; zusätzliche Expositionstherapie, Risperidon oder Placebo
- Personen
- 100
- Endpunkt
- Ansprechen (mindestens 25 % Abnahme im Y-BOCS) nach acht Wochen
- Ergebnis
- Zusätzliche Expositionstherapie 80 %, Risperidon 23 %, Placebo 15 %.35
- Grenzen
- Zwei Spezialzentren, acht Wochen, 17 Sitzungen Expositionstherapie. Ansprechen ist hier als mindestens 25 % Y-BOCS-Abnahme definiert.
Studie 8 von 8
Cochrane-Review zu SSRI bei Zwang
- Wer und was
- Erwachsene mit Zwangsstörung; Serotonin-Wiederaufnahmehemmer gegen Placebo
- Personen
- 3.097
- Endpunkt
- Veränderung im Y-BOCS nach 6 bis 13 Wochen und klinisches Ansprechen
- Ergebnis
- Unterschied im Y-BOCS im Mittel −3,21 Punkte (95%-Konfidenzintervall −3,84 bis −2,57); Ansprechen Risiko-Verhältnis 1,84 (1,56 bis 2,17).33
- Grenzen
- Kurzzeitdaten, Langzeitwirkung laut Autorinnen und Autoren nicht etabliert; Daten bis 2007.
Schlüsselstudien: wie sie aufgebaut waren
Wählen Sie eine Studie und sehen Sie das Design Schritt für Schritt: Einschluss, Randomisierung, Arme, Dauer, Endpunkt, Ergebnis und Grenzen. Jede Karte steht für sich, eine Rangliste gibt es nicht.
Jede Kachel steht für sich: eigene Population, eigener Endpunkt, eigene Ansprechdefinition (≥ 25, ≥ 30 oder ≥ 50 %). Die Studien bilden keine Rangfolge; Werte nicht über Kacheln hinweg vergleichen.
- 1991Clomipramin-Studien56Archives of General Psychiatry
Wirkt Clomipramin bei Zwangsstörung stärker als Placebo?
- n randomisiert
- 520
- Dauer
- 10 Wochen
- Population
- Erwachsene mit Zwangsstörung; zwei parallele Studien (Krankheitsdauer mindestens zwei bzw. ein Jahr)
- 1995Sertralin, drei feste Dosen49Archives of General Psychiatry
Macht bei Sertralin die Höhe einer festen Dosis einen Unterschied?
- n randomisiert
- 324
- Dauer
- 12 Wochen
- Population
- Nicht depressive Erwachsene mit Zwangsstörung
- 2004POTS43JAMA
Kinder und Jugendliche: Verhaltenstherapie, Sertralin oder beides?
- n randomisiert
- 112
- Dauer
- 12 Wochen
- Population
- Kinder und Jugendliche von 7 bis 17 Jahren mit Zwangsstörung
- 2005Exposition und Clomipramin45American Journal of Psychiatry
Exposition, Clomipramin oder beides bei Erwachsenen mit Zwangsstörung?
- n randomisiert
- 122
- Dauer
- 12 Wochen
- Population
- Erwachsene mit Zwangsstörung
- 2013Zusatzbehandlung bei SRI35JAMA Psychiatry
Was hilft zusätzlich, wenn Zwänge unter einem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bleiben?
- n randomisiert
- 100
- Dauer
- 8 Wochen
- Population
- Erwachsene mit Zwangsstörung trotz mindestens 12 Wochen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
- 2019Tiefe TMS36American Journal of Psychiatry
Bessert tiefe transkranielle Magnetstimulation Zwänge stärker als eine Scheinbehandlung?
- n randomisiert
- 99
- Dauer
- 6 Wochen + 1 Monat
- Population
- Menschen mit Zwangsstörung; Zusatz zu laufender Therapie
- 2012Internet-KVT bei Zwang47Psychological Medicine
Wirkt therapeutengestützte Internet-Verhaltenstherapie bei Zwangsstörung?
- n randomisiert
- 101
- Dauer
- 10 Wochen
- Population
- Menschen mit Zwangsstörung, Schweden
- 2021Gestufte Internet-KVT48JAMA
Kinder und Jugendliche: Ist ein gestuftes Online-Programm der Präsenztherapie nicht unterlegen?
- n randomisiert
- 152
- Dauer
- 16 Wochen + bis 6 Monate
- Population
- Kinder und Jugendliche von 8 bis 17 Jahren mit Zwangsstörung
- 2005Pregabalin und Alprazolam53Archives of General Psychiatry
Generalisierte Angststörung: Wie verändern drei Pregabalin-Studiendosen die Angstwerte?
- n randomisiert
- 454
- Dauer
- 4 Wochen
- Population
- Menschen mit generalisierter Angststörung
- 2000Venlafaxin XR über sechs Monate54JAMA
Generalisierte Angststörung: Hält die Wirkung von Venlafaxin über sechs Monate?
- n randomisiert
- 251
- Dauer
- 28 Wochen
- Population
- Nicht depressive Erwachsene mit generalisierter Angststörung
- 2009Escitalopram ab 60 Jahren50JAMA
Generalisierte Angststörung ab 60 Jahren: Wie viele sprechen auf Escitalopram an?
- n randomisiert
- 177
- Dauer
- 12 Wochen
- Population
- Erwachsene ab 60 Jahren mit generalisierter Angststörung
- 2023Achtsamkeit oder Escitalopram (TAME)22JAMA Psychiatry
Ist ein achtwöchiger Achtsamkeitskurs dem Medikament Escitalopram nicht unterlegen?
- n randomisiert
- 276
- Dauer
- 8 Wochen + bis Woche 24
- Population
- Erwachsene mit Angststörung
- 2025MM120 (LSD-Präparat), Phase 2b29JAMA
Nicht zugelassen · nur Studienlage
Wie hängt die Wirkung einer einmaligen Gabe von der Studiendosis ab?
- n randomisiert
- 198
- Dauer
- einmalig, Endpunkt Woche 4
- Population
- Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer generalisierter Angststörung
- 2023LSD-gestützte Therapie, Crossover57Biological Psychiatry
Nicht zugelassen · nur Studienlage
Senkt LSD-gestützte Therapie Angstwerte stärker als Placebo?
- n randomisiert
- 42
- Dauer
- 2 Perioden + 16 Wochen
- Population
- 42 Menschen mit Angst, mit und ohne lebensbedrohliche Erkrankung
- 2000KVT und Imipramin bei Panikstörung44JAMA
Panikstörung: Verhaltenstherapie, Imipramin oder beides, und was bleibt nach dem Ende?
- n randomisiert
- 312
- Dauer
- 3 + 6 + 6 Monate
- Population
- Menschen mit Panikstörung
- 1998Paroxetin bei sozialer Angst51JAMA
Soziale Angststörung: Wie viele sprechen auf Paroxetin an?
- n randomisiert
- 187
- Dauer
- 1 + 11 Wochen
- Population
- Erwachsene mit generalisierter sozialer Phobie
- 2010Rückfallprävention: Venlafaxin55Archives of General Psychiatry
Generalisierte Angststörung: Was passiert, wenn nach Besserung weiterbehandelt oder auf Placebo umgestellt wird?
- n randomisiert
- 136
- Dauer
- 6 + 6 Monate
- Population
- Gebesserte Menschen mit generalisierter Angststörung
- 2002Rückfallprävention: Sertralin52American Journal of Psychiatry
Zwangsstörung: Was passiert nach einem Jahr Ansprechen bei Fortführung oder Placebo?
- n randomisiert
- 223
- Dauer
- 52 + 28 Wochen
- Population
- Menschen mit Zwangsstörung nach 52 Wochen Ansprechen
- 2022Ausschleichen nach Exposition46JAMA Psychiatry
Wer nach Exposition kaum noch Zwänge hat: Geht es nach ärztlich begleitetem Ausschleichen schlechter?
- n randomisiert
- 101
- Dauer
- bis 25 Sitzungen + 24 Wochen
- Population
- Erwachsene mit Zwangsstörung unter SRI, nach Exposition symptomarm
Archives of General Psychiatry · 1991 · 2 doppelblinde, placebokontrollierte Studien
Clomipramin-Studien
Wirkt Clomipramin bei Zwangsstörung stärker als Placebo?
1 · Einschluss
Zwei doppelblinde Studien an 21 Zentren; Studie 1 mit 239, Studie 2 mit 281 Teilnehmenden
2 · Randomisierung
Zufällige, doppelblinde Zuteilung zu Clomipramin oder Placebo, getrennt in beiden Studien
n = 520
Studie 1: 239 · Studie 2: 281
3 · Arme
- Clomipraminn nicht berichtet
- Placebon nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
doppelblinde Behandlung0246810Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Randomisierung: Clomipramin oder Placebo.
Endpunkt: Y-BOCS und NIMH-Global-Skala nach zehn Wochen.
- Start (Woche 0): Randomisierung: Clomipramin oder Placebo.
- Endpunkt (Woche 10): Y-BOCS und NIMH-Global-Skala nach zehn Wochen.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Y-BOCS und NIMH-Global-Skala für Zwangssymptome56
Mittlere Abnahme im Y-BOCS nach zehn Wochen
6 · Grenzen
Kein Konfidenzintervall im Abstract; prozentuale Abnahme, kein Gruppenunterschied in Punkten.56 Nebenwirkungen: Unter Clomipramin traten vor allem die für trizyklische Antidepressiva typischen Nebenwirkungen auf; selten, aber potenziell ernst waren Krampfanfälle und erhöhte Leberwerte.56
Quelle: 56
Archives of General Psychiatry · 1995 · randomisiert, doppelblind, parallel, Fixdosis
Sertralin, drei feste Dosen
Macht bei Sertralin die Höhe einer festen Dosis einen Unterschied?
1 · Einschluss
Eine Woche einfach verblindetes Placebo vor der Zuteilung; 11 Zentren
2 · Randomisierung
Zufällige Zuteilung zu einer von drei festen Studiendosen oder Placebo
n = 324
3 · Arme
- Studiendosis niedrign nicht berichtet
- Studiendosis mitteln nicht berichtet
- Studiendosis hochn nicht berichtet
- Placebon nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
Placebo-Vorlauffeste Dosis, doppelblind−104812Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Vorlauf: Eine Woche einfach verblindetes Placebo für alle.
Zuteilung: Zufällige Zuteilung zu vier Armen.
Endpunkt: Drei Hauptwirksamkeitsmaße nach zwölf Wochen.
- Vorlauf (Woche −1): Eine Woche einfach verblindetes Placebo für alle.
- Zuteilung (Woche 0): Zufällige Zuteilung zu vier Armen.
- Endpunkt (Woche 12): Drei Hauptwirksamkeitsmaße nach zwölf Wochen.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Drei Hauptwirksamkeitsmaße49
Besser als Placebo (P < .05) auf …
- Studiendosis niedrigallen drei Hauptmaßen
- Studiendosis mitteleinem Hauptmaß
- Studiendosis hochallen drei Hauptmaßen
JAMA · 2004 · randomisiert, verblindete Bewertung, 4 Arme
POTS
Kinder und Jugendliche: Verhaltenstherapie, Sertralin oder beides?
1 · Einschluss
Einschluss ab CY-BOCS 16; drei US-Zentren
2 · Randomisierung
Zufällige Zuteilung zu vier Armen; Bewertung verblindet
n = 112
3 · Arme
- KVT alleinn nicht berichtet
- Sertralin alleinn nicht berichtet
- Kombinationn nicht berichtet
- Placebon nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
Behandlung04812Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Zuteilung zu vier Armen.
Endpunkt: CY-BOCS-Veränderung; Remission bei CY-BOCS 10 oder weniger.
- Start (Woche 0): Zufällige Zuteilung zu vier Armen.
- Endpunkt (Woche 12): CY-BOCS-Veränderung; Remission bei CY-BOCS 10 oder weniger.
American Journal of Psychiatry · 2005 · randomisiert, doppelblind (Medikation), placebokontrolliert
Exposition und Clomipramin
Exposition, Clomipramin oder beides bei Erwachsenen mit Zwangsstörung?
1 · Einschluss
Doppelblinde, placebokontrollierte Studie an drei Zentren
2 · Randomisierung
Zufällige Zuteilung zu vier Armen
n = 122
3 · Arme
- Exposition mit Reaktionsverhinderungn nicht berichtet
- Clomipraminn nicht berichtet
- Kombinationn nicht berichtet
- Placebon nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
intensive Expositionwöchentliche Sitzungen04812Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Zuteilung; Clomipramin über zwölf Wochen.
Woche 4: Ende der vierwöchigen intensiven Exposition; danach acht wöchentliche Sitzungen.
Endpunkt: Y-BOCS und Ansprechen nach CGI.
- Start (Woche 0): Zufällige Zuteilung; Clomipramin über zwölf Wochen.
- Woche 4 (Woche 4): Ende der vierwöchigen intensiven Exposition; danach acht wöchentliche Sitzungen.
- Endpunkt (Woche 12): Y-BOCS und Ansprechen nach CGI.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Y-BOCS-Gesamtwert; Ansprechen nach CGI45
Ansprechen nach 12 Wochen
JAMA Psychiatry · 2013 · randomisiert, 2 Zentren
Zusatzbehandlung bei SRI
Was hilft zusätzlich, wenn Zwänge unter einem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bleiben?
1 · Einschluss
Vorbehandlung mit einem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer über mindestens 12 Wochen; zwei Zentren
2 · Randomisierung
Zufällige Zuteilung 40 / 40 / 20 zusätzlich zum laufenden Medikament
n = 100
40 / 40 / 20
3 · Arme
- Exposition (17 Sitzungen)n = 40
- Risperidonn = 40
- Placebon = 20
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
Zusatzbehandlung02468Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zuteilung zusätzlich zum Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.
Woche 4: Zwischenbewertung (Bewertung alle vier Wochen).
Endpunkt: Y-BOCS nach acht Wochen; 86 schlossen ab.
- Start (Woche 0): Zuteilung zusätzlich zum Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.
- Woche 4 (Woche 4): Zwischenbewertung (Bewertung alle vier Wochen).
- Endpunkt (Woche 8): Y-BOCS nach acht Wochen; 86 schlossen ab.
American Journal of Psychiatry · 2019 · randomisiert, doppelblind, scheinkontrolliert, multizentrisch
Tiefe TMS
Bessert tiefe transkranielle Magnetstimulation Zwänge stärker als eine Scheinbehandlung?
1 · Einschluss
Zusatzbehandlung zu laufender Therapie; 11 Zentren
2 · Randomisierung
Zufällige Zuteilung zu aktiver Stimulation (20 Hz) oder Scheinstimulation
n = 99
3 · Arme
- Aktive tiefe TMSn nicht berichtet
- Scheinstimulationn nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
täglich nach Symptomprovokationein weiterer Monat0246810Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Zuteilung.
Endpunkt: Y-BOCS-Veränderung bis Behandlungsende: −6,0 gegenüber −3,3 Punkte.
Nach 1 Monat: Ansprechen nach einem weiteren Monat: 45,2 % gegenüber 17,8 %.
- Start (Woche 0): Zufällige Zuteilung.
- Endpunkt (Woche 6): Y-BOCS-Veränderung bis Behandlungsende: −6,0 gegenüber −3,3 Punkte.
- Nach 1 Monat (Woche 10): Ansprechen nach einem weiteren Monat: 45,2 % gegenüber 17,8 %.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Y-BOCS-Veränderung bis Behandlungsende; Ansprechen = Abnahme um mindestens 30 %36
Ansprechen (≥ 30 % Y-BOCS-Abnahme)
Zulassungsstand: Die FDA-Zusammenfassung (De Novo DEN170078) nennt als Anwendungsgebiet die Zusatzbehandlung Erwachsener mit Zwangsstörung; Datum des De-Novo-Antrags: 29. September 2017.37
Psychological Medicine · 2012 · randomisiert, verblindete Bewertung
Internet-KVT bei Zwang
Wirkt therapeutengestützte Internet-Verhaltenstherapie bei Zwangsstörung?
1 · Einschluss
Menschen mit Zwangsstörung; Bewertung des Y-BOCS verblindet
2 · Randomisierung
Zufällige Zuteilung zu Internet-KVT oder Online-Unterstützungstherapie (Aufmerksamkeitskontrolle)
n = 101
3 · Arme
- Internet-KVTn nicht berichtet
- Online-Unterstützungn nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
Behandlung online0246810Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Zuteilung.
Endpunkt: Y-BOCS nach der Behandlung, verblindet erhoben.
- Start (Woche 0): Zufällige Zuteilung.
- Endpunkt (Woche 10): Y-BOCS nach der Behandlung, verblindet erhoben.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Y-BOCS, verblindet erhoben47
Gruppenunterschied im Y-BOCS (Cohen d) mit 95-%-KI
Internet-KVT gegenüber Kontrolle−0,500,511,521,120,69 bis 1,53← zugunsten Kontrollezugunsten Internet-KVT →Klinisch bedeutsame Besserung, 95-%-KI
JAMA · 2021 · randomisiert, Nicht-Unterlegenheit
Gestufte Internet-KVT
Kinder und Jugendliche: Ist ein gestuftes Online-Programm der Präsenztherapie nicht unterlegen?
1 · Einschluss
Kinder und Jugendliche von 8 bis 17 Jahren; Spezialambulanzen in Schweden
2 · Randomisierung
Zufällige Zuteilung: gestuftes Programm oder Präsenz-KVT
n = 152
3 · Arme
- Gestuft: Internet-KVT, bei Nichtansprechen Präsenz-KVTn nicht berichtet
- Präsenz-KVTn nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
Internet-KVTbei Bedarf Präsenz-KVT08166 Mon.Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Zuteilung.
Woche 16: Wer nicht anspricht, erhält danach Präsenz-KVT.
6 Monate: Vergleich im CY-BOCS nach sechs Monaten.
- Start (Woche 0): Zufällige Zuteilung.
- Woche 16 (Woche 16): Wer nicht anspricht, erhält danach Präsenz-KVT.
- 6 Monate (Woche 26): Vergleich im CY-BOCS nach sechs Monaten.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: CY-BOCS nach 6 Monaten (Nicht-Unterlegenheit, Grenze 4 Punkte)48
Differenz im CY-BOCS (gestuft minus Präsenz), einseitiges 97,5-%-KI
Differenz−20246Grenze 40,91−∞ bis 3,28← zugunsten gestuftzugunsten Präsenz →Liegt das gesamte Intervall vor der Nicht-Unterlegenheitsgrenze, gilt die Prüfbehandlung als nicht unterlegen. Das ist keine Aussage über Überlegenheit.
Archives of General Psychiatry · 2005 · doppelblind, placebo- und aktiv kontrolliert
Pregabalin und Alprazolam
Generalisierte Angststörung: Wie verändern drei Pregabalin-Studiendosen die Angstwerte?
1 · Einschluss
Generalisierte Angststörung, Einschluss ab HAM-A 20; multizentrisch
2 · Randomisierung
Doppelblinde Zuteilung zu fünf Armen, placebo- und aktiv kontrolliert
n = 454
91 / 90 / 89 / 93 / 91
3 · Arme
- Pregabalin Studiendosis An = 91
- Pregabalin Studiendosis Bn = 90
- Pregabalin Studiendosis Cn = 89
- Alprazolamn = 93
- Placebon = 91
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
doppelblinde Behandlung01234Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Zuteilung zu fünf Armen.
Woche 1: Bereits nach einer Woche besserten alle Pregabalin-Gruppen und Alprazolam die psychischen Angstsymptome stärker als Placebo.
Endpunkt: HAM-A-Veränderung nach vier Wochen.
- Start (Woche 0): Zufällige Zuteilung zu fünf Armen.
- Woche 1 (Woche 1): Bereits nach einer Woche besserten alle Pregabalin-Gruppen und Alprazolam die psychischen Angstsymptome stärker als Placebo.
- Endpunkt (Woche 4): HAM-A-Veränderung nach vier Wochen.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: HAM-A-Veränderung53
Mittlere HAM-A-Abnahme nach 4 Wochen (Punkte, ± 0,8 Standardfehler)
Zur Dosis-Wirkungs-Geschichte · Studiendosen ohne mg-Angabe; keine Dosierungsempfehlung.
Zulassungsstand: Laut EU-Fachinformation (EMA) ist Pregabalin unter anderem zur Behandlung generalisierter Angststörungen bei Erwachsenen zugelassen.145
JAMA · 2000 · randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, parallel
Venlafaxin XR über sechs Monate
Generalisierte Angststörung: Hält die Wirkung von Venlafaxin über sechs Monate?
1 · Einschluss
Nicht depressive Erwachsene; 14 Einrichtungen in den USA
2 · Randomisierung
Doppelblinde Zuteilung zu Venlafaxin XR (flexibel dosiert) oder Placebo
n = 251
124 / 127
3 · Arme
- Venlafaxin XRn = 124
- Placebon = 127
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
doppelblinde Behandlung0612182428Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Zuteilung.
Woche 1 bis 2: Gegenüber Placebo besser ab Woche 1 oder 2.
ab Woche 6: Von Woche 6 bis 28 Ansprechen 69 % oder höher, unter Placebo 42 bis 46 %.
Endpunkt: HAM-A-Abnahme bis Woche 28: −13,4 gegenüber −8,7 Punkte.
- Start (Woche 0): Zufällige Zuteilung.
- Woche 1 bis 2 (Woche 1,5): Gegenüber Placebo besser ab Woche 1 oder 2.
- ab Woche 6 (Woche 6): Von Woche 6 bis 28 Ansprechen 69 % oder höher, unter Placebo 42 bis 46 %.
- Endpunkt (Woche 28): HAM-A-Abnahme bis Woche 28: −13,4 gegenüber −8,7 Punkte.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: HAM-A, HAM-A psychische Angst, CGI54
HAM-A-Abnahme bis Woche 28 (Punkte)
JAMA · 2009 · randomisiert, placebokontrolliert
Escitalopram ab 60 Jahren
Generalisierte Angststörung ab 60 Jahren: Wie viele sprechen auf Escitalopram an?
1 · Einschluss
Ab 60 Jahren; Hausarztpraxen und Spezialambulanzen
2 · Randomisierung
Zufällige Zuteilung zu Escitalopram oder Placebo
n = 177
85 / 92
3 · Arme
- Escitalopramn = 85
- Placebon = 92
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
Behandlung04812Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Zuteilung.
Endpunkt: Kumulatives Ansprechen nach zwölf Wochen.
- Start (Woche 0): Zufällige Zuteilung.
- Endpunkt (Woche 12): Kumulatives Ansprechen nach zwölf Wochen.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Kumulatives Ansprechen (CGI-I viel oder sehr viel besser)50
Kumulatives Ansprechen, 95-%-KI
JAMA Psychiatry · 2023 · randomisiert, Nicht-Unterlegenheit, verblindete Bewertung
Achtsamkeit oder Escitalopram (TAME)
Ist ein achtwöchiger Achtsamkeitskurs dem Medikament Escitalopram nicht unterlegen?
1 · Einschluss
Erwachsene mit Angststörung; drei US-Zentren
2 · Randomisierung
Zufällige Zuteilung 1:1; Bewertung durch verblindete Interviewer
n = 276
ausgewertet 102 / 106
3 · Arme
- Achtsamkeitskurs (MBSR)n = 102
- Escitalopramn = 106
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
Kurs bzw. MedikamentNachbeobachtung081224Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Zuteilung 1:1.
Endpunkt: CGI-S nach acht Wochen: Abnahme um 1,35 (Achtsamkeit) bzw. 1,43 Punkte (Escitalopram).
Woche 12: Weitere verblindete Bewertung.
Woche 24: Weitere verblindete Bewertung.
- Start (Woche 0): Zufällige Zuteilung 1:1.
- Endpunkt (Woche 8): CGI-S nach acht Wochen: Abnahme um 1,35 (Achtsamkeit) bzw. 1,43 Punkte (Escitalopram).
- Woche 12 (Woche 12): Weitere verblindete Bewertung.
- Woche 24 (Woche 24): Weitere verblindete Bewertung.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: CGI-S nach 8 Wochen; Nicht-Unterlegenheitsgrenze −0,49522
Differenz im CGI-S (Achtsamkeit minus Escitalopram), 95-%-KI
Differenz−0,8−0,400,4Grenze −0,495−0,07−0,38 bis 0,23Liegt das gesamte Intervall vor der Nicht-Unterlegenheitsgrenze, gilt die Prüfbehandlung als nicht unterlegen. Das ist keine Aussage über Überlegenheit.
6 · Grenzen
Kein Placebo-Arm; Teilnehmende nicht verblindet.22 Nebenwirkungen: Mindestens ein studienbezogenes unerwünschtes Ereignis hatten 78,6 % in der Escitalopram-Gruppe und 15,4 % in der Achtsamkeitsgruppe; wegen Nebenwirkungen brachen 10 (8 %) Escitalopram-Behandelte ab, in der Achtsamkeitsgruppe niemand.22
Quelle: 22
JAMA · 2025 · randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, Dosisfindung (MCP-Mod)
MM120 (LSD-Präparat), Phase 2b
Wie hängt die Wirkung einer einmaligen Gabe von der Studiendosis ab?
1 · Einschluss
Mittelschwere bis schwere generalisierte Angststörung; 22 US-Zentren
2 · Randomisierung
Doppelblinde Zuteilung zu vier Studiendosen oder Placebo (Dosisfindung)
n = 198
39 / 40 / 40 / 40 / 39
3 · Arme
- Studiendosis An = 39
- Studiendosis Bn = 40
- Studiendosis Cn = 40
- Studiendosis Dn = 40
- Placebon = 39
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
GabeBeobachtung01234Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Einmalige Gabe: Eine einzige Behandlung je nach Arm.
Endpunkt: HAM-A nach vier Wochen, zentral verblindet bewertet.
- Einmalige Gabe (Woche 0): Eine einzige Behandlung je nach Arm.
- Endpunkt (Woche 4): HAM-A nach vier Wochen, zentral verblindet bewertet.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Dosis-Wirkungs-Beziehung für die HAM-A-Veränderung in Woche 4 (statistisches Modell MCP-Mod)29
Differenz zu Placebo im HAM-A in Woche 4 (Punkte), 95-%-KI
Studiendosis A−12−8−404−1,2−6,0 bis 3,5Studiendosis B−12−8−404−1,8−7,6 bis 4,0Studiendosis C−12−8−404−5,0−9,6 bis −0,4Studiendosis D−12−8−404−6,0−9,8 bis −2,0← zugunsten Studiendosiszugunsten Placebo →Zur Dosis-Wirkungs-Geschichte · Studiendosen ohne mg-Angabe; keine Dosierungsempfehlung.
6 · Grenzen
Nicht zugelassene Studiensubstanz; Dosisfindungsstudie. Verblindung durch Wahrnehmungseffekte erschwert.29 Nebenwirkungen: Visuelle Wahrnehmungsveränderungen nahmen mit der Studiendosis zu: 46,2 %, 75,0 %, 92,5 % und 100 % gegenüber 10,3 % unter Placebo; Übelkeit 7,7 %, 27,5 %, 40,0 %, 60,0 % gegenüber 7,7 %.29
Quelle: 29
Biological Psychiatry · 2023 · doppelblind, placebokontrolliert, 2 Perioden, Crossover
LSD-gestützte Therapie, Crossover
Senkt LSD-gestützte Therapie Angstwerte stärker als Placebo?
1 · Einschluss
Angst mit oder ohne lebensbedrohliche Erkrankung; zwei Zentren
2 · Randomisierung
Zufällige Reihenfolge: zuerst LSD oder zuerst Placebo (Crossover)
n = 42
3 · Arme
- LSD zuerst, dann Placebon nicht berichtet
- Placebo zuerst, dann LSDn nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Schema, nicht maßstäblich
Periode 1 · 2 SitzungenPeriode 2 · 2 Sitzungen16 Wochen danachMesspunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Reihenfolge.
Wechsel: Wechsel der Behandlung (Crossover).
Endpunkt: STAI-G 16 Wochen nach der letzten Sitzung.
- Start (Schema): Zufällige Reihenfolge.
- Wechsel (Schema): Wechsel der Behandlung (Crossover).
- Endpunkt (Schema): STAI-G 16 Wochen nach der letzten Sitzung.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: STAI-G 16 Wochen nach der letzten Sitzung57
Differenz im STAI-G gegenüber Placebo, 95-%-KI (Analyse der ersten Periode wegen Übertragungseffekten)
LSD-gestützte Therapie−30−20−10010−16,2−27,8 bis −4,5← zugunsten LSDzugunsten Placebo →6 · Grenzen
Kleine Studie; Übertragungseffekte, deshalb primär Periode 1; Verblindung durch Substanzwirkung erschwert.57 Nebenwirkungen: Vorübergehende, leichte akute unerwünschte Wirkungen berichteten 8 Patient:innen (19 %); ein behandlungsbezogenes schweres Ereignis (akute vorübergehende Angst) trat auf (2 %).57
Quelle: 57
JAMA · 2000 · randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert
KVT und Imipramin bei Panikstörung
Panikstörung: Verhaltenstherapie, Imipramin oder beides, und was bleibt nach dem Ende?
1 · Einschluss
Panikstörung; vier Zentren
2 · Randomisierung
Doppelblinde Zuteilung zu fünf Armen
n = 312
83 / 77 / 24 / 65 / 63
3 · Arme
- Imipraminn = 83
- KVTn = 77
- Placebon = 24
- KVT plus Imipraminn = 65
- KVT plus Placebon = 63
4 · Dauer und Messpunkte
Monatn ab Zuteilung
akutErhaltungohne Behandlung03915Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Zuteilung zu fünf Armen.
Akutphase: Akutes Ansprechen (PDSS, Intention-to-treat).
Erhaltung: Ende der sechsmonatigen Erhaltung.
Nachbeobachtung: Sechs Monate nach Behandlungsende (CGI).
- Start (Monat 0): Zufällige Zuteilung zu fünf Armen.
- Akutphase (Monat 3): Akutes Ansprechen (PDSS, Intention-to-treat).
- Erhaltung (Monat 9): Ende der sechsmonatigen Erhaltung.
- Nachbeobachtung (Monat 15): Sechs Monate nach Behandlungsende (CGI).
JAMA · 1998 · randomisiert, doppelblind, multizentrisch
Paroxetin bei sozialer Angst
Soziale Angststörung: Wie viele sprechen auf Paroxetin an?
1 · Einschluss
Eine Woche einfach verblindetes Placebo; 14 Zentren in den USA und Kanada
2 · Randomisierung
Doppelblinde Zuteilung zu Paroxetin (flexibel) oder Placebo
n = 187
ausgewertet 91 / 92
3 · Arme
- Paroxetinn = 91
- Placebon = 92
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
Placebo-Vorlaufdoppelblind−104811Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Vorlauf: Eine Woche einfach verblindetes Placebo.
Start: Zufällige Zuteilung.
Endpunkt: Ansprechen (CGI) und LSAS-Veränderung.
- Vorlauf (Woche −1): Eine Woche einfach verblindetes Placebo.
- Start (Woche 0): Zufällige Zuteilung.
- Endpunkt (Woche 11): Ansprechen (CGI) und LSAS-Veränderung.
Archives of General Psychiatry · 2010 · randomisierte Absetzstudien
Rückfallprävention: Venlafaxin
Generalisierte Angststörung: Was passiert, wenn nach Besserung weiterbehandelt oder auf Placebo umgestellt wird?
1 · Einschluss
Sechs Monate offene Behandlung mit Venlafaxin XR; nur Gebesserte werden randomisiert
2 · Randomisierung
Doppelblinde Zuteilung: Fortführung oder Placebo
n = 136
3 · Arme
- Fortführungn nicht berichtet
- Placebon nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Monatn ab Zuteilung
offene Behandlungdoppelblind0612Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Offene Behandlung für alle.
Randomisierung: Nur gebesserte Menschen werden zugeteilt.
Monat 12: Rückfall in Monat 6 bis 12.
- Start (Monat 0): Offene Behandlung für alle.
- Randomisierung (Monat 6): Nur gebesserte Menschen werden zugeteilt.
- Monat 12 (Monat 12): Rückfall in Monat 6 bis 12.
American Journal of Psychiatry · 2002 · randomisierte Absetzstudie, doppelblind
Rückfallprävention: Sertralin
Zwangsstörung: Was passiert nach einem Jahr Ansprechen bei Fortführung oder Placebo?
1 · Einschluss
52 Wochen Behandlung mit Ansprechen
2 · Randomisierung
Doppelblinde Zuteilung: Sertralin weiter oder Placebo
n = 223
3 · Arme
- Sertralin weitern nicht berichtet
- Placebon nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
Behandlungdoppelblind05280Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Behandlung für alle.
Randomisierung: Nach 52 Wochen Ansprechen.
Ende: 28 Wochen doppelblinde Phase.
- Start (Woche 0): Behandlung für alle.
- Randomisierung (Woche 52): Nach 52 Wochen Ansprechen.
- Ende (Woche 80): 28 Wochen doppelblinde Phase.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Abbruch wegen Rückfall oder unzureichendem Ansprechen; akute Verschlechterung52
In der doppelblinden Phase
JAMA Psychiatry · 2022 · randomisiert, doppelblind, Nicht-Unterlegenheit
Ausschleichen nach Exposition
Wer nach Exposition kaum noch Zwänge hat: Geht es nach ärztlich begleitetem Ausschleichen schlechter?
1 · Einschluss
137 Erwachsene unter SRI; nach bis zu 25 Sitzungen Exposition 103 (75,2 %) mit Y-BOCS 14 oder weniger
2 · Randomisierung
101 doppelblind zugeteilt: Ausschleichen auf Placebo oder Weiterführen
n = 101
51 / 50
3 · Arme
- Ausschleichenn = 51
- Weiterführenn = 50
4 · Dauer und Messpunkte
Schema, nicht maßstäblich
Exposition, bis 25 Sitzungen24 Wochen doppelblindMesspunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Exposition für alle.
Randomisierung: Nur symptomarme Teilnehmende (Y-BOCS 14 oder weniger).
Woche 24: Y-BOCS nach 24 Wochen; insgesamt 8 Messzeitpunkte.
- Start (Schema): Exposition für alle.
- Randomisierung (Schema): Nur symptomarme Teilnehmende (Y-BOCS 14 oder weniger).
- Woche 24 (Schema): Y-BOCS nach 24 Wochen; insgesamt 8 Messzeitpunkte.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Y-BOCS in Woche 24 (Nicht-Unterlegenheit)46
Y-BOCS nach 24 Wochen (Mittelwert)
Mittelwerte unterschieden sich nicht; einseitige Obergrenze der Differenz 2,09 Punkte.46 Allerdings verschlechterten sich in der Ausschleich-Gruppe 45 % klinisch, gegenüber 24 % bei Weiterführung.46
Für diese Kombination liegt hier keine Studie vor.
- Psychotherapie
- Medikament
- Kombination
- Stimulation
- Studiensubstanz
- Placebo oder Kontrolle
KernsatzEine Studie ist noch kein Behandlungsstandard.
Alle Studiendesigns als Tabelle
| Studie | Population / n | Endpunkt | Ergebnis (wie berichtet) | Grenze |
|---|---|---|---|---|
| Clomipramin-Studien (1991)56 | Erwachsene mit Zwangsstörung; zwei parallele Studien (Krankheitsdauer mindestens zwei bzw. ein Jahr); n = 520 | Y-BOCS und NIMH-Global-Skala für Zwangssymptome | −38 % / −44 % vs. −3 % / −5 % mittlere Y-BOCS-Abnahme | Kein Konfidenzintervall im Abstract; prozentuale Abnahme, kein Gruppenunterschied in Punkten. |
| Sertralin, drei feste Dosen (1995)49 | Nicht depressive Erwachsene mit Zwangsstörung; n = 324 | Drei Hauptwirksamkeitsmaße | niedrige und hohe Dosis auf allen 3 Maßen besser als Placebo, mittlere auf 1 Signifikanz | Kein monotoner Dosis-Wirkungs-Verlauf in dieser einen Studie; keine Effektgrößen im Abstract. |
| POTS (2004)43 | Kinder und Jugendliche von 7 bis 17 Jahren mit Zwangsstörung; n = 112 | CY-BOCS-Veränderung über 12 Wochen; Remission bei CY-BOCS ≤ 10 | 53,6 / 39,3 / 21,4 / 3,6 % Remission | Breite KI; Kombination nicht signifikant besser als KVT allein bei der Remission (P = .42). |
| Exposition und Clomipramin (2005)45 | Erwachsene mit Zwangsstörung; n = 122 | Y-BOCS-Gesamtwert; Ansprechen nach CGI | 62 / 42 / 70 / 8 % Ansprechen (alle Behandelten) | Kein KI im Abstract; Kombination nicht besser als Exposition allein. |
| Zusatzbehandlung bei SRI (2013)35 | Erwachsene mit Zwangsstörung trotz mindestens 12 Wochen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer; n = 100 | Y-BOCS; Ansprechen = Abnahme um mindestens 25 % | 80 / 23 / 15 % Ansprechen (≥ 25 % Y-BOCS-Abnahme) | Ansprechen hier als ≥ 25 % definiert (abweichend von anderen Studien). |
| Tiefe TMS (2019)36 | Menschen mit Zwangsstörung; Zusatz zu laufender Therapie; n = 99 | Y-BOCS-Veränderung bis Behandlungsende; Ansprechen = Abnahme um mindestens 30 % | −6,0 vs. −3,3 Punkte; Ansprechen 38,1 vs. 11,1 % Y-BOCS; % | Kein KI im Abstract; Ansprechen ≥ 30 % (abweichende Definition). |
| Internet-KVT bei Zwang (2012)47 | Menschen mit Zwangsstörung, Schweden; n = 101 | Y-BOCS, verblindet erhoben | 1,12; 60 vs. 6 Cohen d; % klinisch bedeutsame Besserung | Eine Studie, ein Land; Autoren fordern Replikation. |
| Gestufte Internet-KVT (2021)48 | Kinder und Jugendliche von 8 bis 17 Jahren mit Zwangsstörung; n = 152 | CY-BOCS nach 6 Monaten (Nicht-Unterlegenheit, Grenze 4 Punkte) | 0,91 CY-BOCS-Punkte Differenz | Kinder/Jugendliche, Spezialambulanzen in Schweden; nicht auf Erwachsene übertragbar. |
| Pregabalin und Alprazolam (2005)53 | Menschen mit generalisierter Angststörung; n = 454 | HAM-A-Veränderung | −12,2 / −11,0 / −11,8 / −10,9 vs. −8,4 HAM-A (± 0,8 SE) | Gemessen, kein Modell; keine Dosis-Wirkungs-Steigerung in diesem Bereich. Nur 4 Wochen. |
| Venlafaxin XR über sechs Monate (2000)54 | Nicht depressive Erwachsene mit generalisierter Angststörung; n = 251 | HAM-A, HAM-A psychische Angst, CGI | −13,4 vs. −8,7 HAM-A-Veränderung | LOCF-Analyse; Herstellerbeteiligung möglich (nicht im Abstract geprüft). |
| Escitalopram ab 60 Jahren (2009)50 | Erwachsene ab 60 Jahren mit generalisierter Angststörung; n = 177 | Kumulatives Ansprechen (CGI-I viel oder sehr viel besser) | 69 vs. 51 (ITT: 57 vs. 45, n. s.) % | Ergebnis hängt von der Analyse ab; ältere Population. |
| Achtsamkeit oder Escitalopram (TAME) (2023)22 | Erwachsene mit Angststörung; n = 276 | CGI-S nach 8 Wochen; Nicht-Unterlegenheitsgrenze −0,495 | −1,35 vs. −1,43; Differenz −0,07 CGI-S | Kein Placebo-Arm; Teilnehmende nicht verblindet. |
| MM120 (LSD-Präparat), Phase 2b (2025)29 | Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer generalisierter Angststörung; n = 198 | Dosis-Wirkungs-Beziehung für die HAM-A-Veränderung in Woche 4 (statistisches Modell MCP-Mod) | −5,0 (C) und −6,0 (D) vs. Placebo HAM-A-Punkte | Nicht zugelassene Studiensubstanz; Dosisfindungsstudie. Verblindung durch Wahrnehmungseffekte erschwert. |
| LSD-gestützte Therapie, Crossover (2023)57 | 42 Menschen mit Angst, mit und ohne lebensbedrohliche Erkrankung; n = 42 | STAI-G 16 Wochen nach der letzten Sitzung | −16,2 STAI-G-Differenz | Kleine Studie; Übertragungseffekte, deshalb primär Periode 1; Verblindung durch Substanzwirkung erschwert. |
| KVT und Imipramin bei Panikstörung (2000)44 | Menschen mit Panikstörung; n = 312 | Ansprechen nach PDSS und CGI | 45,8 / 48,7 / 21,7 % Ansprechen akut (PDSS, ITT: Imipramin / KVT / Placebo) | Kleiner Placebo-Arm (n = 24); Erratum zur Studie verzeichnet, Inhalt nicht geprüft. |
| Paroxetin bei sozialer Angst (1998)51 | Erwachsene mit generalisierter sozialer Phobie; n = 187 | Ansprechen (CGI) und LSAS-Veränderung | 55,0 vs. 23,9; OR 3,88 % Ansprechen | Kurzzeitstudie (11 Wochen). |
| Rückfallprävention: Venlafaxin (2010)55 | Gebesserte Menschen mit generalisierter Angststörung; n = 136 | Rückfall | 9,8 vs. 53,7 % Rückfall Monat 6 bis 12 | Nur gebesserte Teilnehmende randomisiert; strenge Rückfalldefinition; Absetzen nur ärztlich begleitet. |
| Rückfallprävention: Sertralin (2002)52 | Menschen mit Zwangsstörung nach 52 Wochen Ansprechen; n = 223 | Abbruch wegen Rückfall oder unzureichendem Ansprechen; akute Verschlechterung | 9 vs. 24; 12 vs. 35 % | Auf einem von drei primären Endpunkten (voller Rückfall) kein signifikanter Unterschied laut Abstract-Formulierung („two of three“). |
| Ausschleichen nach Exposition (2022)46 | Erwachsene mit Zwangsstörung unter SRI, nach Exposition symptomarm; n = 101 | Y-BOCS in Woche 24 (Nicht-Unterlegenheit) | 11,47 vs. 11,51 Y-BOCS | Nur für Menschen, die nach ERP symptomarm waren; Absetzen nur ärztlich begleitet. |
Quellen: 44; 54; 52; 43; 53; 56; 50; 55; 47; 48; 49; 51; 22; 46; 45; 35; 36; 57; 29; 145; 37
Fallvignetten: differenzialdiagnostisch denken
Die vier Fallvignetten zeigen, wie Ärztinnen und Ärzte bei Angst- und Zwangsbeschwerden differenzialdiagnostisch vorgehen: vom Beschwerdebild über Leitfragen und Abklärung bis zur vorläufigen Einordnung und zum weiteren Vorgehen. Eine Vignette hat einen neurologischen Bezug. Es sind Fallvignetten zur Veranschaulichung, keine realen Personen und keine Praxisfälle. Sie zeigen keinen typischen Verlauf für alle, keine Prognose und keine Behandlungsempfehlung.

KI-generierte Illustration zur Fallvignette, keine reale Person 1Herzrasen aus heiterem Himmel

KI-generierte Illustration zur Fallvignette, keine reale Person 2Angst vor dem Vortrag

KI-generierte Illustration zur Fallvignette, keine reale Person 3Kontrollieren und Händewaschen

KI-generierte Illustration zur Fallvignette, keine reale Person 4Neue Zwänge im höheren Lebensalter
Fallvignetten: differenzialdiagnostisch denken
Wählen Sie eine Vignette und decken Sie Schritt für Schritt auf. Vor jedem Schritt steht die Frage: Was würden Sie als Nächstes abklären? Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall.
Zur Diagnose gehört deshalb eine Abgrenzung in alle drei Richtungen, bei Angst ebenso wie bei Zwang. Die Vignetten veranschaulichen den Denkweg. Sie ersetzen keine Untersuchung und sind keine Anleitung zur Selbstdiagnose.
Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall
Fallvignette 1: Herzrasen aus heiterem Himmel
Verdacht auf Panikstörung; Abgrenzung von Herz, Schilddrüse und Substanzen
Bei neuen oder unklaren Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht rufen Sie den Notruf 112.
1 Beschwerdebild Ausgangslage
Eine erwachsene Person erlebt wiederholt plötzlich Herzrasen, Atemnot und Schwindel.6
Was würden Sie als Nächstes abklären?
2 Leitfragen Im ersten Gespräch
Gefragt wird nach unerwarteten oder ausgelösten Attacken, nach Erwartungsangst und nach Vermeidung.6
Was würden Sie als Nächstes abklären?
3 Abklärung Vor jeder Einordnung
Die S3-Leitlinie empfiehlt unter anderem Blutbild, Blutzucker, Schilddrüsenwert und EKG.18
Was würden Sie als Nächstes abklären?
4 Abgrenzung Parallel
Abzugrenzen sind auch Stimulanzien oder ein Alkoholentzug.15
Was würden Sie als Nächstes abklären?
5 Vorläufige Einordnung Bei unauffälligen Befunden
Bei Verdacht auf Panikstörung wird auch eine Agoraphobie geprüft; beide Diagnosen sind möglich.10
Was würden Sie als Nächstes abklären?
6 Weiteres Vorgehen Danach
Infrage kommen Verhaltenstherapie, SSRI oder SNRI; die Wahl wird ärztlich besprochen.6
Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall
Fallvignette 2: Angst vor dem Vortrag
Verdacht auf soziale Angststörung; Abgrenzung von Schüchternheit und Depression
1 Beschwerdebild Ausgangslage
Eine erwachsene Person meidet seit der Jugend Vorträge. Die soziale Angststörung beginnt nach NICE im Median mit 13 Jahren.26
Was würden Sie als Nächstes abklären?
2 Leitfragen Im ersten Gespräch
Ein Fragebogen wie der Mini-SPIN kann eine umfassende Beurteilung anstoßen.26
Was würden Sie als Nächstes abklären?
3 Abklärung Begleiterkrankungen
Gefragt wird nach Begleiterkrankungen wie einer Depression, die häufig zusätzlich besteht.26
Was würden Sie als Nächstes abklären?
4 Abgrenzung Schüchternheit oder Erkrankung
Ein scheues Temperament allein ist keine Erkrankung: Knapp 60 % der Kinder mit Verhaltenshemmung entwickeln später keine soziale Angststörung.115
Was würden Sie als Nächstes abklären?
5 Vorläufige Einordnung Nach dem Gespräch
Steht Furcht vor Beobachtung im Vordergrund, spricht das eher für soziale Angst.1
Was würden Sie als Nächstes abklären?
6 Weiteres Vorgehen Danach
NICE empfiehlt eigens entwickelte Einzel-Verhaltenstherapie. In einer Studie sprachen nach zwei Jahren rund 70 % an, nach Verhaltens- wie nach psychodynamischer Therapie; ein Gruppenwert, keine Vorhersage. Welche Behandlung passt, wird ärztlich besprochen.26132
Was die Vignette zeigt: Wie soziale Angst von Schüchternheit abgegrenzt wird und warum nach Begleiterkrankungen gefragt wird.
Was sie nicht zeigt: Die Vignette zeigt keinen typischen Verlauf für alle, keine Prognose und keine Behandlungsempfehlung.78
Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall
Fallvignette 3: Kontrollieren und Händewaschen
Verdacht auf Zwangsstörung; Abgrenzung von depressivem Grübeln
1 Beschwerdebild Ausgangslage
Eine Person kontrolliert Herd und Tür mehrfach und wäscht sich wiederholt die Hände. Kontrollieren und Reinigen gehören zu den Themen, die Faktorenanalysen übereinstimmend fanden.60
Was würden Sie als Nächstes abklären?
2 Leitfragen Im ersten Gespräch
Gefragt wird nach typischen Themen wie Ordnen, Horten, Verschmutzung und Kontrollieren.60
Was würden Sie als Nächstes abklären?
3 Abklärung Gezielt nachfragen
In der Hausarztversorgung wird die Zwangsstörung oft übersehen; deshalb wird gezielt nachgefragt.7
Was würden Sie als Nächstes abklären?
4 Abgrenzung Sorge, Grübeln oder Zwang
Zwangsgedanken wirken, anders als depressives Grübeln, aufdrängend.11
Was würden Sie als Nächstes abklären?
5 Vorläufige Einordnung Schweregrad
Den Schweregrad misst die Y-BOCS mit Werten von 0 bis 40.131
Was würden Sie als Nächstes abklären?
6 Weiteres Vorgehen Danach
Als bevorzugte erste Behandlung gilt Verhaltenstherapie mit oder ohne SSRI; welche Behandlung passt, wird ärztlich besprochen.7
Was die Vignette zeigt: Wie Zwangsgedanken von depressivem Grübeln abgegrenzt werden und warum gezielt nachgefragt wird.
Was sie nicht zeigt: Die Vignette zeigt keine Prognose und keine Behandlungsempfehlung. Nicht jede Person mit Zwangsstörung kontrolliert oder wäscht.60
Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall
Fallvignette 4: Neue Zwänge im höheren Lebensalter
Neurologischer Bezug: später Beginn von Zwangssymptomen
1 Beschwerdebild Ausgangslage
Eine Person im höheren Lebensalter entwickelt erstmals Kontrollrituale. Das ist ungewöhnlich: Bei Zwangs- und verwandten Störungen liegt der Median des Beginnalters bei 19 Jahren.5
Was würden Sie als Nächstes abklären?
2 Leitfragen Im ersten Gespräch
Begann es plötzlich? Ein später Beginn verlangt nach dem WHO-Leitfaden weitere Abklärung.11
Was würden Sie als Nächstes abklären?
3 Abklärung Neurologisch
Bei Beginn jenseits des 50. Lebensjahres soll nach der S3-Leitlinie eine hirnorganische Abklärung erfolgen.17
Was würden Sie als Nächstes abklären?
4 Abgrenzung Parallel
Gesucht wird etwa nach einem Basalganglien-Schlaganfall.11
Was würden Sie als Nächstes abklären?
5 Vorläufige Einordnung Bis die Befunde vorliegen
Die Einordnung bleibt offen, bis die Befunde vorliegen. Eine falsche Diagnose und organische Ursachen gehören zu den Gründen, warum eine Behandlung nicht wirkt.75
Was würden Sie als Nächstes abklären?
6 Weiteres Vorgehen Danach
Findet sich keine andere Ursache, wird die Zwangsstörung behandelt, bevorzugt mit Verhaltenstherapie mit oder ohne SSRI; welche Behandlung passt, wird ärztlich besprochen.7
Was die Vignette zeigt: Warum ein später oder plötzlicher Beginn von Zwängen neurologisch abgeklärt wird.
Was sie nicht zeigt: Die Vignette zeigt nicht, wie häufig eine neurologische Ursache ist, und keine Prognose oder Behandlungsempfehlung.75
- aufgedeckt
- noch verdeckt
KernsatzVier Fallvignetten zur Veranschaulichung: Beschwerdebild, Leitfragen, Abklärung und Abgrenzung, vorläufige Einordnung, weiteres Vorgehen. Keine reale Person, kein Praxisfall.
Quellen: 1; 5; 6; 7; 10; 131; 132; 11; 15; 17; 18; 60; 75; 26; 78; 115
Die Rolle der Angehörigen

Mit Familienakkommodation sind Verhaltensweisen von Angehörigen gemeint, die die Symptome begünstigen, statt ihnen zu widersprechen, etwa Rückversicherung auf Zweifel, Hilfe beim Vermeiden oder Mitmachen bei Ritualen.2
In einer kleinen Befragung von 34 Partnerinnen, Partnern oder Eltern berichteten 30 (88,2 %), Zwangsritualen entgegenzukommen, etwa durch Mitmachen oder Anpassen von Abläufen. Die Autoren vermuten, dass Angehörige so die Angst der Betroffenen verringern wollen.146
Die NICE-Leitlinie empfiehlt, Angehörige einzubeziehen, die in Zwangshandlungen, Vermeidung oder Rückversicherung hineingezogen wurden. Behandlungspläne sollen ihnen helfen, ihre Beteiligung einfühlsam und unterstützend zu verringern.61
Selbsthilfe, digitale Angebote und Wartezeiten
Digitale Angebote gegen Angst wirkten in 47 Studien (4.958 Teilnehmende) im Mittel groß verglichen mit Warteliste oder üblicher Behandlung (g = 0,80). Gegenüber Therapie in Präsenz fand sich kein signifikanter Unterschied, allerdings bei nur 9 Vergleichen.21
Auch ein Cochrane-Review fand bei Angststörungen keinen klaren Unterschied zwischen therapeutengestützter Online-Therapie und Verhaltenstherapie in Präsenz, bei geringer Qualität der Evidenz.133
Wartezeiten
Nach einer von der S3-Leitlinie zitierten Befragung (Erhebung November 2017) warteten Betroffene im Mittel 5,7 Wochen auf eine psychotherapeutische Sprechstunde und 19,9 Wochen auf eine Richtlinientherapie.18
Aktuelle Wartezeiten können abweichen.
Weitere belegte Alltagsmaßnahmen enthält die ausgewertete Literatur für Angst- und Zwangsstörungen nicht. Praktische Anregungen ohne Studienbeleg stehen deshalb nicht in diesem Beitrag, sondern gehören in das Gespräch mit Ihrer Behandlerin oder Ihrem Behandler.
Wann Sie Hilfe suchen sollten
Akute Krise und Suizidgedanken
Wenn Sie an Suizid denken oder sich in einer akuten Notlage befinden, rufen Sie den Notruf 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Die TelefonSeelsorge ist unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar. Sprechen Sie mit einer Person, der Sie vertrauen. Dieser Beitrag nennt keine Methoden und kein Vorgehen in einer Krise außer dieser Hilfestruktur.
Unklare Brust- oder Atembeschwerden
Diese Hinweise ersetzen keinen persönlichen Notfallplan. Besprechen Sie Ihr Vorgehen mit Ihrem Behandlungsteam.
So bereiten Sie das Gespräch vor
Sie brauchen keine perfekte Dokumentation. Ein paar Notizen genügen als Einstieg.
- Seit wann bestehen die Beschwerden, und wie häufig treten sie auf?
- In welchen Situationen treten Angst, Sorgen oder Zwangsgedanken auf, und was tun Sie dann?
- Welche Situationen oder Orte meiden Sie inzwischen?
- Wie viel Zeit nehmen Rituale, Kontrollen oder Grübeln am Tag in Anspruch?
- Welche körperlichen Erkrankungen, Medikamente, Alkohol, Koffein oder andere Substanzen sind für das Gespräch wichtig?
- Welche Behandlungen gab es bisher, und was hat geholfen oder nicht?
- Was soll sich für Sie im Alltag verändern?
Bringen Sie einen aktuellen Medikamentenplan und vorhandene Befunde mit. Wenn Sie möchten, ergänzt eine vertraute Person, was sie beobachtet hat. Wählen Sie zunächst die zwei oder drei Punkte aus, die Ihnen am wichtigsten sind.
Versorgung bei NEVPAZ in Hamburg
Die Privatpraxis NEVPAZ GmbH am Dammtorwall 7a, 20354 Hamburg, ist eine Praxis für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie arbeiten hier interdisziplinär zusammen. Zur Abklärung von Angst- und Zwangsbeschwerden gehören auch körperliche und neurologische Ursachen.
Die Praxis bietet die diagnostische Abklärung und Behandlung von Angst- und Zwangsstörungen in Hamburg an. Nach Angabe der Praxisleitung sind Gespräche in geeigneten Fällen auch per Video möglich, auch für Menschen außerhalb Hamburgs. Ob ein Termin per Video im Einzelfall ärztlich vertretbar ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach dem anerkannten fachlichen Standard (§ 7 Abs. 4 MBO-Ä); oft ist ein persönlicher Termin nötig. Die körperliche und neurologische Untersuchung oder ein EKG finden vor Ort statt.
Einen Termin können Sie über die Kontaktseite oder telefonisch unter 040 238 353 790 anfragen; die Sprechzeiten sind laut Praxiswebseite montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr. Im ersten Gespräch werden die Beschwerden eingeordnet, und Sie erhalten eine Beratung zu Behandlungsmöglichkeiten. In einer akuten Krise wenden Sie sich bitte nicht an das Kontaktformular, sondern an den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117.
Häufige Fragen zu Angst- und Zwangsstörungen
Was ist eine Angststörung?
Typisch sind Sorgen, soziale und Leistungsängste, Panikattacken, Erwartungsangst und Vermeidung, dazu Herzklopfen, Atemnot oder Schwindel. Ob eine Angststörung vorliegt, klärt eine ärztliche Untersuchung.6
Welche Angststörungen gibt es?
Im amerikanischen DSM-5 bilden die Angststörungen ein eigenes Kapitel, zu dem auch Trennungsangst und selektiver Mutismus gehören. Zwangsstörungen, trauma- und belastungsbezogene sowie dissoziative Störungen stehen getrennt. Die einzelnen Formen beschreibt das Kapitel „Angststörung: Symptome und Formen“.59
Ist eine Angststörung eine Krankheit?
Ja, wenn Angst unverhältnismäßig wird, lange anhält oder beeinträchtigt. Furcht ist ein bewusstes Gefühl bei Bedrohung, Angst die Erwartung einer künftigen Gefahr; beide sind oft sinnvoll und werden erst dann zum Krankheitsbild.1
Panikattacke oder Herzinfarkt?
Das kann nur eine ärztliche Untersuchung klären. Menschen mit Panikstörung kommen oft mit vermeintlichen Herzproblemen in die Notfallmedizin. Bei Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht rufen Sie den Notruf 112.1
Was tun bei einer akuten Panikattacke?
Eine einzelne belegte Soforttechnik nennen die ausgewerteten Quellen nicht. In der Behandlung zählt die Verhaltenstherapie mit Exposition, deren Grundlage das Verständnis der Furchtlöschung ist. Wiederholte Attacken sollten ärztlich abgeklärt werden.13
Was ist eine soziale Phobie, und ist das nur Schüchternheit?
Ein scheues Temperament allein ist keine soziale Angststörung. Verhaltenshemmung, ein früh sichtbares scheues Temperament, gilt aber als einer der bekanntesten Risikofaktoren: Knapp 60 % dieser Kinder entwickeln später keine soziale Angststörung, die übrigen schon. Ob eine Erkrankung vorliegt, klärt ein ärztliches Gespräch.115
Was ist eine generalisierte Angststörung?
Was ist Agoraphobie?
Kern der Agoraphobie ist nach der ICD-11 die Angst vor Situationen, aus denen eine Flucht schwierig wäre oder in denen keine Hilfe verfügbar ist. Gefürchtet werden etwa Panikattacken oder peinliche Körpersymptome.10
Ist eine Angststörung heilbar?
Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Angststörungen verlaufen oft lang: In einer 12-jährigen Verlaufsstudie verlief die Mehrheit chronisch, und nach einer Erholung waren Rückfälle häufig. In Therapiestudien halbierten sich die Beschwerden bei Panikstörung und generalisierter Angst bei etwa 36 bis 38 % der Behandelten. Das sind Gruppenwerte aus verschiedenen Studienarten und keine Prognose für Sie.8,76
Sind Angststörung und Depression das Gleiche?
Nein, es sind verschiedene Erkrankungen, die aber eng zusammenhängen. In einer Verlaufsstudie sagte eine Angst- oder depressive Störung im Jugendalter ein etwa zwei- bis dreifaches Risiko für eine solche Störung im jungen Erwachsenenalter voraus. Häufig bestehen beide zugleich; Zahlen dazu nennt das Kapitel zum Verlauf.127
Ist eine Angststörung vererbbar, und welche Ursachen gibt es?
Angststörungen haben keine einzelne Ursache. Erbliche Faktoren tragen bei: Zwillingsstudien schätzten die Erblichkeit auf etwa 43 % (Panikstörung) und 32 % (generalisierte Angststörung); den Rest erklären vor allem Umwelteinflüsse, bei Frauen mit generalisierter Angst möglicherweise auch die Familienumwelt. In einer großen Genomstudie ließen sich etwa 26 % der Unterschiede in der Anfälligkeit auf häufige Genvarianten zurückführen. Keine dieser Zahlen erklärt, warum eine bestimmte Person erkrankt.90,91
Welche Behandlung hilft bei einer Angststörung?
Als Behandlungen der ersten Wahl nennt eine JAMA-Übersicht kognitive Verhaltenstherapie sowie die Antidepressiva-Gruppen SSRI und SNRI. Welche Behandlung passt, wird ärztlich besprochen.6
Welche Medikamente werden bei Angststörungen eingesetzt?
Bei generalisierter Angststörung waren in einem Netzwerkvergleich unter anderem Duloxetin, Pregabalin, Venlafaxin und Escitalopram wirksamer als Placebo; eine Rangfolge lässt sich nicht ableiten. NICE rät, kein Benzodiazepin anzubieten, außer kurzfristig in Krisen. Dosierungen und Präparate gehören in ärztliche Hände.25,28
Was ist eine Zwangsstörung?
Für eine Zwangsstörung genügt es nicht, Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen zu haben: Sie müssen zu deutlichem Leidensdruck oder zu Beeinträchtigungen im Alltag führen. Was Zwangsgedanken und Zwangshandlungen genau sind, erklärt das Kapitel zur Zwangsstörung.2
Was sind Zwangsgedanken? Nennen Sie Beispiele.
Faktorenanalysen fanden übereinstimmend mindestens vier Themenbereiche: Symmetrie und Ordnen, Horten, Verschmutzung und Reinigen sowie Zwangsgedanken und Kontrollieren. Die Bereiche können zugleich bestehen.60
Sind aggressive oder sexuelle Zwangsgedanken gefährlich?
Aufdrängende sexuelle, aggressive oder todesbezogene Gedanken sind bei Zwangsstörung in jedem Alter häufig und werden nach NICE oft fälschlich als Hinweis auf eine tatsächliche Gefahr gedeutet. Sprechen Sie darüber ärztlich; bei akuter Gefahr gilt der Notruf 112.61
Wann ist Waschzwang oder Kontrollzwang eine Erkrankung?
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen kamen in einer neuseeländischen Geburtskohorte häufig vor, auch bei Menschen ohne seelische Störung. Gründliches Waschen oder Kontrollieren allein ist deshalb noch keine Diagnose. Ob eine Zwangsstörung vorliegt, klärt ein ärztliches Gespräch.74
Wie wird eine Zwangsstörung behandelt?
Wie unterscheiden sich Angst- und Zwangsstörung?
Das amerikanische DSM-5 führt Zwangsstörungen in einem eigenen Kapitel. Die American Psychiatric Association begründet das mit der zunehmenden Evidenz für die Verwandtschaft dieser Störungen untereinander und ihre Abgrenzung von den Angststörungen.3
Können Angst oder Zwang zusammen mit ADHS oder Depression auftreten?
Ja. Menschen mit Zwangsstörung hatten in einer US-Befragung im Lauf des Lebens zu 63,3 % auch eine Stimmungsstörung und zu 75,8 % eine Angststörung. Zu ADHS liefern die ausgewerteten Quellen keine belastbare Häufigkeit.30
Wie hilfreich sind Online-Tests wie der GAD-7?
Fragebögen wie der GAD-7 können die Diagnose unterstützen, stellen sie aber nicht und ersetzen keine ärztliche Abklärung.6
Wie läuft die Abklärung in der Privatpraxis NEVPAZ in Hamburg ab?
Die Privatpraxis NEVPAZ am Dammtorwall 7a in Hamburg ist eine Praxis für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, in der Fachärztinnen und Fachärzte beider Gebiete zusammenarbeiten. Sie können über die Kontaktseite oder telefonisch einen Termin anfragen. Im Gespräch werden Ihre Beschwerden eingeordnet, und Sie erhalten eine Beratung zu Behandlungsmöglichkeiten. Den genauen Ablauf besprechen wir bei der Terminvereinbarung.
Sind Termine bei NEVPAZ auch per Video möglich?
Nach Angabe der Praxisleitung sind Gespräche in geeigneten Fällen auch per Video möglich. Ob das im Einzelfall ärztlich vertretbar ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach dem anerkannten fachlichen Standard (§ 7 Abs. 4 MBO-Ä); oft ist ein persönlicher Termin nötig, etwa für die körperliche und neurologische Untersuchung.
Wann sollte man mit einer Angst- oder Zwangsstörung zum Arzt gehen?
Wenn Angst, Sorgen oder Zwänge Sie belasten oder Ihren Alltag einschränken, sprechen Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt. Viele warten lange: In einer US-Befragung (2001 bis 2003) vergingen bei Angststörungen unter denen, die irgendwann Hilfe suchten, 9 bis 23 Jahre bis zum ersten Behandlungskontakt. In einer akuten Krise oder bei Suizidgedanken gilt der Notruf 112, außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117; die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.9
Welche körperlichen Ursachen können ähnliche Beschwerden machen?
Die ICD-11 kennt ein „sekundäres Angstsyndrom“ bei körperlichen Erkrankungen. Was geprüft wird, beschreibt das Kapitel zu den Differenzialdiagnosen.10
Quellen und Einordnung
Dieser Beitrag beruht auf einer gezielten narrativen Recherche. Er ist kein systematischer Review. Recherchestand ist der 5. Oktober 2026. Aufgenommen wurden nur Aussagen aus den im Rechercheauftrag zugelassenen Journalen, Leitlinien und Behörden. Jede medizinische Aussage verweist auf ihre Quellen im Quellenverzeichnis; dort stehen auch Zugriffstiefe (Abstract oder Volltext) und die Grenzen der Quelle.
Die S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen liegt in Version 2.0 vom 6. April 2021 vor. Ihre nächste Überprüfung war laut Leitlinie für April 2026 geplant; eine neuere Fassung lag am 5. Oktober 2026 nicht vor. Die S3-Leitlinie Zwangsstörungen (erste Revision, Stand 30. Juni 2022) ist bis zum 30. Juni 2027 gültig.
Zu mehreren verwendeten Arbeiten sind Korrekturen verzeichnet. Berücksichtigt sind die Berichtigungen zur deutschen Studie DEGS1-MH (Jacobi 2014; Stichprobe, Gesamthäufigkeit und einzelne Angstwerte; im Text stehen die berichtigten Werte) und zu van Dis 2020 (Wortlaut der Nachbeobachtungszeit). Die Korrekturen zu Stein 2019 und Craske 2017 betreffen keine hier verwendete Aussage. Nicht eingesehen werden konnten die Korrekturen zu Penninx 2021, Slee 2019, Leichsenring 2013, Boedhoe 2017, Kessler 2005, Mataix-Cols 2017, Bruin 2023 und Otowa 2016, weil der Verlagstext nicht zugänglich war.
Epidemiologische Zahlen aus verschiedenen Studien (DEGS1-MH, WHO-Befragungen, Global Burden of Disease, US-Erhebungen) beruhen auf unterschiedlichen Definitionen und Zeiträumen und sind nicht vergleichbar. Zahlen nach ICD-11 oder DSM-5 liegen für Deutschland in den ausgewerteten Quellen nicht vor.
Wischen Sie durch die Quellen oder filtern Sie nach Art der Quelle. Jede Quelle ist über DOI oder PubMed nachprüfbar.
Anxiety disorders
Penninx BW, Pine DS, Holmes EA, Reif A
Zitiert in: Angst- und Zwangsstörungen: erkennen, abgrenzen, behandeln, Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?
Obsessive-compulsive disorder
Stein DJ, Costa DLC, Lochner C, Miguel EC, et al.
Zitiert in: Angst- und Zwangsstörungen: erkennen, abgrenzen, behandeln, Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?
Obsessive Compulsive and Related Disorders (DSM-5 Fact Sheet)
American Psychiatric Association
Zitiert in: Das Wichtigste auf einen Blick, Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?
Global prevalence of anxiety disorders: a systematic review and meta-regression
Baxter AJ, Scott KM, Vos T, Whiteford HA
Zitiert in: Das Wichtigste auf einen Blick
Age at onset of mental disorders worldwide: large-scale meta-analysis of 192 epidemiological studies
Solmi M, Radua J, Olivola M, Croce E, Soardo L, Salazar de Pablo G et al
Zitiert in: Das Wichtigste auf einen Blick, Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?
Anxiety Disorders: A Review
Szuhany KL, Simon NM
Zitiert in: Das Wichtigste auf einen Blick, Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?
Obsessive-Compulsive Disorder: Advances in Diagnosis and Treatment
Hirschtritt ME, Bloch MH, Mathews CA
Zitiert in: Das Wichtigste auf einen Blick, Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?
Absolute and relative outcomes of psychotherapies for eight mental disorders: a systematic review and meta-analysis
Cuijpers P, Miguel C, Ciharova M et al.
Zitiert in: Das Wichtigste auf einen Blick, Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Failure and delay in initial treatment contact after first onset of mental disorders in the National Comorbidity Survey Replication
Wang PS, Berglund P, Olfson M, Pincus HA, Wells KB, Kessler RC
Zitiert in: Das Wichtigste auf einen Blick, Häufige Fragen
Taxonomy of anxiety disorders-a comparison of ICD‑10 and ICD‑11
Domschke K, Zwanzger P
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Angststörung: Symptome und Formen
Clinical descriptions and diagnostic requirements for ICD-11 mental, behavioural and neurodevelopmental disorders (CDDR)
World Health Organization
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Zwangsstörung: Symptome, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
Obsessive-compulsive disorder
Abramowitz JS, Taylor S, McKay D
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Angstkreislauf und Zwangskreislauf
Translating Across Circuits and Genetics Toward Progress in Fear- and Anxiety-Related Disorders
Ressler KJ
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Was passiert im Gehirn?
The Unified Protocol for Transdiagnostic Treatment of Emotional Disorders Compared With Diagnosis-Specific Protocols for Anxiety Disorders: A Randomized Clinical Trial
Barlow DH, Farchione TJ, Bullis JR, et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich
Anxiety disorders
Craske MG, Stein MB, Eley TC, Milad MR, Holmes A, Rapee RM et al
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Alltag
Specific phobias
Eaton WW, Bienvenu OJ, Miloyan B
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Angstkreislauf und Zwangskreislauf
S3-Leitlinie Zwangsstörungen, Langversion
Voderholzer U, Rubart A, Favreau S et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Version 2.0
Bandelow B, Aden I, Alpers GW et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Angststörung: Symptome und Formen
Anxiety disorders and risk for suicidal ideation and suicide attempts: a population-based longitudinal study of adults
Sareen J, Cox BJ, Afifi TO, de Graaf R, Asmundson GJ, ten Have M et al
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Association of Mental Disorders With Subsequent Chronic Physical Conditions: World Mental Health Surveys From 17 Countries
Scott KM, Lim C, Al-Hamzawi A, Alonso J, Bruffaerts R, Caldas-de-Almeida JM et al
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Two decades of digital interventions for anxiety disorders: a systematic review and meta-analysis of treatment effectiveness
Pauley D, Cuijpers P, Papola D et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Selbsthilfe, digitale Angebote und Wartezeiten
Mindfulness-Based Stress Reduction vs Escitalopram for the Treatment of Adults With Anxiety Disorders: A Randomized Clinical Trial
Hoge EA, Bui E, Mete M et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Therapie: Verhaltenstherapie und Exposition
Erratum zu: Psychische Störungen in der Allgemeinbevölkerung. Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland und ihr Zusatzmodul Psychische Gesundheit (DEGS1-MH)
Jacobi F, Höfler M, Strehle J, Mack S, et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Angststörung: Symptome und Formen
[Mental disorders in the general population : Study on the health of adults in Germany and the additional module mental health (DEGS1-MH)]
Jacobi F, Höfler M, Strehle J et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
Generalised anxiety disorder and panic disorder in adults (CG113)
National Institute for Health and Care Excellence
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Angststörung: Symptome und Formen
Social anxiety disorder: recognition, assessment and treatment (CG159)
National Institute for Health and Care Excellence
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Psychodynamic therapy and cognitive-behavioral therapy in social anxiety disorder: a multicenter randomized controlled trial
Leichsenring F, Salzer S, Beutel ME, et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich
Pharmacological treatments for generalised anxiety disorder: a systematic review and network meta-analysis
Slee A, Nazareth I, Bondaronek P et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Single Treatment With MM120 (Lysergide) in Generalized Anxiety Disorder: A Randomized Clinical Trial
Robison R, Barrow R, Conant C et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
The epidemiology of obsessive-compulsive disorder in the National Comorbidity Survey Replication
Ruscio AM, Stein DJ, Chiu WT, Kessler RC
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Zwangsstörung: Symptome, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
Association of Obsessive-Compulsive Disorder and Obsessive-Compulsive Symptoms With Substance Misuse in 2 Longitudinal Cohorts in Sweden
Virtanen S, Kuja-Halkola R, Sidorchuk A, Fernández de la Cruz L, et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Suicide in obsessive-compulsive disorder: a population-based study of 36 788 Swedish patients
Fernández de la Cruz L, Rydell M, Runeson B, D'Onofrio BM, et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Selective serotonin re-uptake inhibitors (SSRIs) versus placebo for obsessive compulsive disorder (OCD)
Soomro GM, Altman D, Rajagopal S et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Pharmacological and psychotherapeutic interventions for management of obsessive-compulsive disorder in adults: a systematic review and network meta-analysis
Skapinakis P, Caldwell DM, Hollingworth W et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Cognitive-behavioral therapy vs risperidone for augmenting serotonin reuptake inhibitors in obsessive-compulsive disorder: a randomized clinical trial
Simpson HB, Foa EB, Liebowitz MR et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz
Efficacy and Safety of Deep Transcranial Magnetic Stimulation for Obsessive-Compulsive Disorder: A Prospective Multicenter Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Trial
Carmi L, Tendler A, Bystritsky A et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz
De Novo Classification Request for Brainsway Deep TMS System (DEN170078)
U.S. Food and Drug Administration
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz
Humanitarian Device Exemption H050003, Medtronic (Tiefe Hirnstimulation bei Zwangsstörung)
U.S. Food and Drug Administration
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz
Population-based, multigenerational family clustering study of obsessive-compulsive disorder
Mataix-Cols D et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Was passiert im Gehirn?
Distinct Subcortical Volume Alterations in Pediatric and Adult OCD: A Worldwide Meta- and Mega-Analysis
Boedhoe PS et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Was passiert im Gehirn?
Cognitive Behavior Therapy for Mental Disorders in Adults: A Unified Series of Meta-Analyses
Cuijpers P, Harrer M, Miguel C et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Therapie: Verhaltenstherapie und Exposition
Adding psychotherapy to antidepressant medication in depression and anxiety disorders: a meta-analysis
Cuijpers P, Sijbrandij M, Koole SL et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz
Cognitive-behavior therapy, sertraline, and their combination for children and adolescents with obsessive-compulsive disorder: the Pediatric OCD Treatment Study (POTS) randomized controlled trial
Pediatric OCD Treatment Study (POTS) Team
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wichtige Studien verständlich gelesen
Cognitive-behavioral therapy, imipramine, or their combination for panic disorder: A randomized controlled trial
Barlow DH, Gorman JM, Shear MK, Woods SW
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wichtige Studien verständlich gelesen
Randomized, placebo-controlled trial of exposure and ritual prevention, clomipramine, and their combination in the treatment of obsessive-compulsive disorder
Foa EB, Liebowitz MR, Kozak MJ et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz
Maintenance of Wellness in Patients With Obsessive-Compulsive Disorder Who Discontinue Medication After Exposure/Response Prevention Augmentation: A Randomized Clinical Trial
Foa EB, Simpson HB, Gallagher T et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Internet-based cognitive behaviour therapy for obsessive-compulsive disorder: a randomized controlled trial
Andersson E, Enander J, Andrén P, Hedman E et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wichtige Studien verständlich gelesen
Effect of an Internet-Delivered Stepped-Care Program vs In-Person Cognitive Behavioral Therapy on Obsessive-Compulsive Disorder Symptoms in Children and Adolescents: A Randomized Clinical Trial
Aspvall K, Andersson E, Melin K, Norlin L et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wichtige Studien verständlich gelesen
Double-blind parallel comparison of three dosages of sertraline and placebo in outpatients with obsessive-compulsive disorder
Greist J, Chouinard G, DuBoff E, Halaris A et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Escitalopram for older adults with generalized anxiety disorder: a randomized controlled trial
Lenze EJ, Rollman BL, Shear MK, Dew MA et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Paroxetine treatment of generalized social phobia (social anxiety disorder): a randomized controlled trial
Stein MB, Liebowitz MR, Lydiard RB, Pitts CD et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wichtige Studien verständlich gelesen
Efficacy of sertraline in the long-term treatment of obsessive-compulsive disorder
Koran LM, Hackett E, Rubin A, Wolkow R et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wichtige Studien verständlich gelesen
Pregabalin for treatment of generalized anxiety disorder: a 4-week, multicenter, double-blind, placebo-controlled trial of pregabalin and alprazolam
Rickels K, Pollack MH, Feltner DE, Lydiard RB et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Efficacy of venlafaxine extended-release capsules in nondepressed outpatients with generalized anxiety disorder: A 6-month randomized controlled trial
Gelenberg AJ, Lydiard RB, Rudolph RL, Aguiar L et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Time to relapse after 6 and 12 months' treatment of generalized anxiety disorder with venlafaxine extended release
Rickels K, Etemad B, Khalid-Khan S, Lohoff FW et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Wichtige Studien verständlich gelesen
Clomipramine in the treatment of patients with obsessive-compulsive disorder. The Clomipramine Collaborative Study Group
Clomipramine Collaborative Study Group
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Lysergic Acid Diethylamide-Assisted Therapy in Patients With Anxiety With and Without a Life-Threatening Illness: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Phase II Study
Holze F, Gasser P, Müller F et al.
Zitiert in: Was ist eine Angst-, was eine Zwangsstörung?, Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Pediatric-Onset and Adult-Onset Separation Anxiety Disorder Across Countries in the World Mental Health Survey
Silove D, Alonso J, Bromet E, Gruber M, Sampson N, Scott K et al
Zitiert in: Angststörung: Symptome und Formen
[Anxiety disorders in DSM-5: an overview on changes in structure and content]
Wittchen HU, Heinig I, Beesdo-Baum K
Zitiert in: Angststörung: Symptome und Formen, Häufige Fragen
A multidimensional model of obsessive-compulsive disorder
Mataix-Cols D, Rosario-Campos MC, Leckman JF
Zitiert in: Zwangsstörung: Symptome, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, Fallvignetten: differenzialdiagnostisch denken
Obsessive-compulsive disorder and body dysmorphic disorder: treatment (CG31)
National Institute for Health and Care Excellence
Zitiert in: Zwangsstörung: Symptome, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich
[Obsessive-compulsive and related disorders according to ICD-11 and DSM-5 : With brief consideration of the new obsessive-compulsive disorders olfactory reference disorder and hypochondriasis]
Zaudig M
Zitiert in: Zwangsstörung: Symptome, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
Global, regional, and national burden of 12 mental disorders in 204 countries and territories, 1990-2019: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2019
GBD 2019 Mental Disorders Collaborators
Zitiert in: Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
All cause and cause specific mortality in obsessive-compulsive disorder: nationwide matched cohort and sibling cohort study
Fernández de la Cruz L, Isomura K, Lichtenstein P, Larsson H, et al.
Zitiert in: Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
[Epidemiology and health care situation of obsessive-compulsive disorders]
Voderholzer U, Schlegl S, Külz AK
Zitiert in: Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
Lifetime prevalence and age-of-onset distributions of mental disorders in the World Health Organization's World Mental Health Survey Initiative
Kessler RC, Angermeyer M, Anthony JC, DE Graaf R, Demyttenaere K, Gasquet I et al
Zitiert in: Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
Global prevalence and burden of depressive and anxiety disorders in 204 countries and territories in 2020 due to the COVID-19 pandemic
COVID-19 Mental Disorders Collaborators
Zitiert in: Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
Genome-Wide Association Study of Obsessive-Compulsive Symptoms including 33,943 individuals from the general population
Strom NI, Burton CL, Iyegbe C, Silzer T, et al.
Zitiert in: Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
Labour market marginalisation in obsessive-compulsive disorder: a nationwide register-based sibling control study
Pérez-Vigil A, Mittendorfer-Rutz E, Helgesson M, Fernández de la Cruz L, et al.
Zitiert in: Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?, Alltag
Lifetime prevalence and age-of-onset distributions of DSM-IV disorders in the National Comorbidity Survey Replication
Kessler RC, Berglund P, Demler O, Jin R, Merikangas KR, Walters EE
Zitiert in: Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
Incidence Rates and Cumulative Incidences of the Full Spectrum of Diagnosed Mental Disorders in Childhood and Adolescence
Dalsgaard S, Thorsteinsson E, Trabjerg BB, Schullehner J, et al.
Zitiert in: Wie häufig sind Angst- und Zwangsstörungen?
Association of Obsessive-Compulsive Disorder With Objective Indicators of Educational Attainment: A Nationwide Register-Based Sibling Control Study
Pérez-Vigil A, Fernández de la Cruz L, Brander G, Isomura K, et al.
Zitiert in: Alltag
Clinical features and genetic mechanisms of anxiety, fear, and avoidance: A comprehensive review of five anxiety disorders
Ohi K, Fujikane D, Takai K, et al.
Zitiert in: Angstkreislauf und Zwangskreislauf, Was passiert im Gehirn?
Obsessions and compulsions in the community: prevalence, interference, help-seeking, developmental stability, and co-occurring psychiatric conditions
Fullana MA, Mataix-Cols D, Caspi A, et al.
Zitiert in: Angstkreislauf und Zwangskreislauf, Häufige Fragen
Therapieresistente Zwangsstörungen
Endres D, Jelinek L, Domschke K, Voderholzer U
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz
Influence of psychiatric comorbidity on recovery and recurrence in generalized anxiety disorder, social phobia, and panic disorder: a 12-year prospective study
Bruce SE, Yonkers KA, Otto MW, Eisen JL, Weisberg RB, Pagano M et al
Zitiert in: Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?, Häufige Fragen
Cross-sectional Comparison of the Epidemiology of DSM-5 Generalized Anxiety Disorder Across the Globe
Ruscio AM, Hallion LS, Lim CCW, et al.
Zitiert in: Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Predictors of persistence of anxiety disorders across the lifespan: a systematic review
Hovenkamp-Hermelink JHM, Jeronimus BF, Myroniuk S, et al.
Zitiert in: Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?, Fallvignetten: differenzialdiagnostisch denken
Long-term Outcomes of Cognitive Behavioral Therapy for Anxiety-Related Disorders: A Systematic Review and Meta-analysis
van Dis EAM, van Veen SC, Hagenaars MA et al.
Zitiert in: Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?, Therapie: Verhaltenstherapie und Exposition
A 40-year follow-up of patients with obsessive-compulsive disorder
Skoog G, Skoog I
Zitiert in: Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Chronic obsessive-compulsive disorder: prognostic factors
van Oudheusden LJB, Eikelenboom M, van Megen HJGM, Visser HAD, et al.
Zitiert in: Wie verlaufen Angst- und Zwangsstörungen?
Functional neuroimaging of anxiety: a meta-analysis of emotional processing in PTSD, social anxiety disorder, and specific phobia
Etkin A et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Altered amygdala resting-state functional connectivity in anxiety disorders: a coordinate-based meta-analysis
Lu L et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Skin Conductance Responses and Neural Activations During Fear Conditioning and Extinction Recall Across Anxiety Disorders
Marin MF et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Salivary cortisol in panic attacks
Bandelow B et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
From compulsivity to compulsion: the neural basis of compulsive disorders
Robbins TW et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Harmonizing the Neurobiology and Treatment of Obsessive-Compulsive Disorder
Goodman WK et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Disruption in the balance between goal-directed behavior and habit learning in obsessive-compulsive disorder
Gillan CM et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Overactive Performance Monitoring as an Endophenotype for Obsessive-Compulsive Disorder: Evidence From a Treatment Study
Riesel A et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
A review and meta-analysis of the genetic epidemiology of anxiety disorders
Hettema JM et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?, Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
A major role for common genetic variation in anxiety disorders
Purves KL et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?, Häufige Fragen
Revealing the complex genetic architecture of obsessive-compulsive disorder using meta-analysis
International OCD Foundation Genetics Collaborative (IOCDF-GC) und OCD Collaborative Genetics Association Studies (OCGAS)
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
A burden of rare copy number variants in obsessive-compulsive disorder
Halvorsen MW, de Schipper E, Bäckman J, et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Whole-exome sequencing in individuals with obsessive-compulsive disorder and chronic tic disorders identifies 36 large-effect risk genes
Wang B, Tran MN, Wang S, et al.; Tourette International Collaborative Genetics
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Identification of Common Neural Circuit Disruptions in Emotional Processing Across Psychiatric Disorders
McTeague LM et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Shared Neural Phenotypes for Mood and Anxiety Disorders: A Meta-analysis of 226 Task-Related Functional Imaging Studies
Janiri D et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Volume of subcortical brain regions in social anxiety disorder: mega-analytic results from 37 samples in the ENIGMA-Anxiety Working Group
Groenewold NA et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Multimodal Categorical and Dimensional Approaches to Understanding Threat Conditioning and Its Extinction in Individuals With Anxiety Disorders
Marin MF et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Deficits in conditioned fear extinction in obsessive-compulsive disorder and neurobiological changes in the fear circuit
Milad MR et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Fear Extinction Retention: Is It What We Think It Is?
Lonsdorf TB et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
D-Cycloserine Augmentation of Exposure-Based Cognitive Behavior Therapy for Anxiety, Obsessive-Compulsive, and Posttraumatic Stress Disorders: A Systematic Review and Meta-analysis of Individual Participant Data
Mataix-Cols D et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Reduced serotonin-1A receptor binding in social anxiety disorder
Lanzenberger RR et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Serotonin Synthesis and Reuptake in Social Anxiety Disorder: A Positron Emission Tomography Study
Frick A et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Hypothalamus-pituitary-adrenal axis hyperresponsiveness is associated with increased social avoidance behavior in social phobia
Roelofs K et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Uncertainty and anticipation in anxiety: an integrated neurobiological and psychological perspective
Grupe DW et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?, Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich
Disrupted Dorsal Mid-Insula Activation During Interoception Across Psychiatric Disorders
Nord CL et al.
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Aberrant respiratory sensitivity to CO(2) as a trait of familial panic disorder
Coryell W et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
The functional connectome in obsessive-compulsive disorder: resting-state mega-analysis and machine learning classification for the ENIGMA-OCD consortium
Bruin WB et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Cortical Abnormalities Associated With Pediatric and Adult Obsessive-Compulsive Disorder: Findings From the ENIGMA Obsessive-Compulsive Disorder Working Group
Boedhoe PSW et al.
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Functional neuroimaging of avoidance habits in obsessive-compulsive disorder
Gillan CM et al.
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Inflammation in the Neurocircuitry of Obsessive-Compulsive Disorder
Attwells S et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Association of Streptococcal Throat Infection With Mental Disorders: Testing Key Aspects of the PANDAS Hypothesis in a Nationwide Study
Orlovska S et al.
Zitiert in: Was passiert im Gehirn?
Obsessive-compulsive disorder: an integrative genetic and neurobiological perspective
Pauls DL et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Further evidence of association between behavioral inhibition and social anxiety in children
Biederman J, Hirshfeld-Becker DR, Rosenbaum JF, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Understanding the Emergence of Social Anxiety in Children With Behavioral Inhibition
Fox NA et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf, Fallvignetten: differenzialdiagnostisch denken
Neuroticism's prospective association with mental disorders halves after adjustment for baseline symptoms and psychiatric history, but the adjusted association hardly decays with time: a meta-analysis on 59 longitudinal/prospective studies with 443 313 participants
Jeronimus BF, Kotov R, Riese H, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Parental psychopathology, parenting styles, and the risk of social phobia in offspring: a prospective-longitudinal community study
Lieb R, Wittchen HU, Höfler M, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Generalized anxiety disorder in women. A population-based twin study
Kendler KS, Neale MC, Kessler RC, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Childhood adversities and adult psychiatric disorders in the national comorbidity survey replication I: associations with first onset of DSM-IV disorders
Green JG, McLaughlin KA, Berglund PA, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Association between panic disorder and childhood adversities: a systematic review and meta-analysis
Zhang J, Wiecaszek P, Sami S, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Agreement Between Prospective and Retrospective Measures of Childhood Maltreatment: A Systematic Review and Meta-analysis
Baldwin JR, Reuben A, Newbury JB, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Adult psychiatric outcomes of bullying and being bullied by peers in childhood and adolescence
Copeland WE, Wolke D, Angold A, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Adult health outcomes of childhood bullying victimization: evidence from a five-decade longitudinal British birth cohort
Takizawa R, Maughan B, Arseneault L
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Association of Perinatal Risk Factors With Obsessive-Compulsive Disorder: A Population-Based Birth Cohort, Sibling Control Study
Brander G, Rydell M, Kuja-Halkola R, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Prior juvenile diagnoses in adults with mental disorder: developmental follow-back of a prospective-longitudinal cohort
Kim-Cohen J, Caspi A, Moffitt TE, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
Juvenile mental health histories of adults with anxiety disorders
Gregory AM, Caspi A, Moffitt TE, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf
The risk for early-adulthood anxiety and depressive disorders in adolescents with anxiety and depressive disorders
Pine DS, Cohen P, Gurley D, et al.
Zitiert in: Ursachen und Risikofaktoren im Lebenslauf, Häufige Fragen
Psychodynamic therapy meets evidence-based medicine: a systematic review using updated criteria
Leichsenring F, Luyten P, Hilsenroth MJ, et al.
Zitiert in: Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich
Meta-analysis of genome-wide association studies of anxiety disorders
Otowa T, Hek K, Lee M, et al.
Zitiert in: Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich
Psychological and pharmacological interventions for social anxiety disorder in adults: a systematic review and network meta-analysis
Mayo-Wilson E, Dias S, Mavranezouli I, et al.
Zitiert in: Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich
The Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale. I. Development, use, and reliability
Goodman WK, Price LH, Rasmussen SA, Mazure C, et al.
Zitiert in: Diagnose, Fallvignetten: differenzialdiagnostisch denken
Long-term outcome of psychodynamic therapy and cognitive-behavioral therapy in social anxiety disorder
Leichsenring F, Salzer S, Beutel ME et al.
Zitiert in: Therapie: Verhaltenstherapie und Exposition, Fallvignetten: differenzialdiagnostisch denken
Therapist-supported Internet cognitive behavioural therapy for anxiety disorders in adults
Olthuis JV, Watt MC, Bailey K et al.
Zitiert in: Therapie: Verhaltenstherapie und Exposition, Selbsthilfe, digitale Angebote und Wartezeiten
Internet-delivered psychological treatments: from innovation to implementation
Andersson G, Titov N, Dear BF et al.
Zitiert in: Therapie: Verhaltenstherapie und Exposition
Pharmacological treatments in panic disorder in adults: a network meta-analysis
Guaiana G, Meader N, Barbui C et al.
Zitiert in: Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Differential Outcomes of Placebo Treatment Across 9 Psychiatric Disorders: A Systematic Review and Meta-Analysis
Bschor T, Nagel L, Unger J et al.
Zitiert in: Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Meta-analysis of the dose-response relationship of SSRI in obsessive-compulsive disorder
Bloch MH, McGuire J, Landeros-Weisenberger A et al.
Zitiert in: Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Pregabalin in generalized anxiety disorder: a placebo-controlled trial
Pande AC, Crockatt JG, Feltner DE, Janney CA et al.
Zitiert in: Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Double-blind, fixed-dose, placebo-controlled study of paroxetine in the treatment of panic disorder
Ballenger JC, Wheadon DE, Steiner M, Bushnell W et al.
Zitiert in: Medikamente bei Angst- und Zwangsstörungen
Electrical stimulation in the bed nucleus of the stria terminalis alleviates severe obsessive-compulsive disorder
Luyten L, Hendrickx S, Raymaekers S et al.
Zitiert in: Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz
Deep brain stimulation for refractory obsessive-compulsive disorder (OCD): emerging or established therapy?
Wu H et al.
Zitiert in: Kombination, Neuromodulation und Therapieresistenz
Effects of ketamine in treatment-refractory obsessive-compulsive disorder
Bloch MH et al.
Zitiert in: Neue Forschung und ihre Grenzen
Mapping dysfunctional circuits in the frontal cortex using deep brain stimulation
Hollunder B et al.
Zitiert in: Neue Forschung und ihre Grenzen
Responsive deep brain stimulation guided by ventral striatal electrophysiology of obsession durably ameliorates compulsion
Nho YH et al.
Zitiert in: Neue Forschung und ihre Grenzen
EU-Produktinformation (EPAR) Pregabalin, abgerufen am 5. Oktober 2026
Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)
Zitiert in: Wichtige Studien verständlich gelesen
Family accommodation in obsessive-compulsive disorder
Calvocoressi L, Lewis B, Harris M, et al.
Zitiert in: Die Rolle der Angehörigen
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