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Burnoutund anhaltende Erschöpfung
Burnout beschreibt anhaltende Erschöpfung durch chronischen, nicht bewältigten Stress am Arbeitsplatz und gilt nicht als eigenständige Krankheit. In der Privatpraxis Nevpaz ordnen wir Ihre Beschwerden ärztlich ein und planen mit Ihnen die nächsten Schritte.
- Nach aktueller Leitlinie, mit Quellen belegt
- Hamburg und bundesweit per Video
- Privatpatienten und Selbstzahler
Was Burnout ist und was nicht
ICD-10: Z73.0 Ausgebranntsein (Burnout), Zustand der totalen Erschöpfung
- Die WHO führt Burnout in der ICD-11 als arbeitsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit, in der ICD-10 steht es unter Z73.013.
- In einer bundesweiten Studie gaben 4,2 % der Erwachsenen an, dass bei ihnen jemals ein Burnout-Syndrom festgestellt wurde5.
- Hinter Burnout-Beschwerden steht häufig eine behandelbare Erkrankung, etwa eine Depression, eine Angststörung oder eine körperliche Ursache25.
- Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Diagnose und wird durch Entlastung, Erholung und Stressbewältigung ergänzt23.
Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Burnout als Syndrom, das aus chronischem Stress am Arbeitsplatz entsteht, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Drei Merkmale gehören dazu: Erschöpfung, eine wachsende innere Distanz oder zynische Haltung zur eigenen Arbeit und eine verringerte berufliche Leistungsfähigkeit. Der Begriff bezieht sich ausdrücklich auf den Arbeitskontext und gilt in der ICD-11 nicht als Krankheit1.
Auch in der ICD-10 ist Burnout keine Behandlungsdiagnose, sondern wird als Zusatzangabe unter Z73.0 erfasst3. Die Fachgesellschaft DGPPN sieht darin einen Risikozustand, aus dem psychische oder körperliche Erkrankungen hervorgehen können2. In der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland gaben 4,2 % der Befragten an, dass bei ihnen jemals ein Burnout-Syndrom festgestellt wurde, 1,5 % in den letzten zwölf Monaten5.
Eine ärztliche Abklärung lohnt sich, weil hinter dem Gefühl, ausgebrannt zu sein, sehr unterschiedliche Ursachen stehen können. Von den Befragten mit einer Burnout-Diagnose in den letzten zwölf Monaten hatten 70,9 % mindestens eine psychische Störung5. Auch körperliche Erkrankungen können Erschöpfung und das Gefühl der Überforderung auslösen. Die DGPPN hält deshalb eine genaue medizinische Diagnostik für dringend angezeigt, bevor von Burnout gesprochen wird2.
Woran sich Burnout bemerkbar macht
Die Beschwerden sind nicht spezifisch. Sie können zu einem Burnout passen, aber ebenso zu anderen Erkrankungen, die gezielt behandelt werden.
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Anhaltende Erschöpfung
Das Gefühl, keine Energie mehr zu haben, steht im Mittelpunkt. Die WHO nennt Energiemangel und Erschöpfung als erste der drei Dimensionen von Burnout1.
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Innere Distanz zur Arbeit
Die Arbeit wird zunehmend gleichgültig, negativ oder zynisch erlebt. Diese wachsende mentale Distanz zur eigenen Tätigkeit ist die zweite Dimension1.
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Verringerte Leistungsfähigkeit
Aufgaben, die früher gut gelangen, kosten mehr Kraft und gelingen schlechter. Die WHO beschreibt dies als verringerte berufliche Leistungsfähigkeit1.
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Erholung reicht nicht mehr
Bilden sich Beschwerden nach kurzen Erholungsphasen zurück, sollte laut DGPPN nicht von Burnout gesprochen werden2. Bleibt die Erschöpfung trotz Pausen bestehen, ist eine Abklärung sinnvoll.
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Gestörter Schlaf
Menschen mit Ein- oder Durchschlafproblemen berichten häufiger von starker Stressbelastung4. Schlafstörungen zählen zugleich zu den Symptomen einer Depression3.
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Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit
Gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebsmangel sind die Hauptsymptome einer Depression. Treten sie auf, sollte gezielt nach einer Depression gesucht werden3.
Wann Sie sofort handeln sollten
Gedanken, nicht mehr leben zu wollen, oder konkrete Pläne, sich etwas anzutun, sind ein Notfall. Wählen Sie bei akuter Gefahr den Notruf 112 oder wenden Sie sich an die nächste psychiatrische Notaufnahme. Auch ein völliger Zusammenbruch, bei dem der Alltag nicht mehr gelingt, oder neue Ausfälle wie Lähmungen oder Sprachstörungen gehören umgehend in ärztliche Hand3.
Wie Erschöpfung abgeklärt wird
Ziel der Abklärung ist es, behandelbare Ursachen zu erkennen. In der Praxis Nevpaz stehen das ausführliche Gespräch, die Einordnung und die Planung der nächsten Schritte im Mittelpunkt.
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Ausführliches Erstgespräch
Wir nehmen uns Zeit für Ihre Beschwerden, deren Verlauf, Ihre Arbeits- und Lebenssituation und frühere Erkrankungen. Das Gespräch ist in Hamburg oder bundesweit per Videosprechstunde möglich.
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Psychische Ursachen prüfen
Es wird gezielt nach Depression, Angststörung, Schlafstörung oder Abhängigkeitserkrankung gefragt, denn Burnout-Beschwerden können auf eine Depression hinweisen. Dazu gehört auch die offene Frage nach Suizidgedanken23.
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Körperliche Ursachen ausschließen
In der Abklärung üblich sind eine körperliche Untersuchung und Laborwerte wie Blutbild, Blutzucker, Entzündungs- und Leberwerte sowie der Schilddrüsenwert TSH. Je nach Hinweis folgt die Abklärung einer Schlafapnoe oder von Infektfolgen6.
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Einordnung und Planung
Am Ende steht die Einordnung, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt oder ein Risikozustand ohne Krankheitsdiagnose2. Gemeinsam mit Ihnen planen wir die nächsten Schritte und begleiten Sie auf Wunsch weiter.
Was bei Burnout infrage kommt
Die Behandlung richtet sich danach, ob eine Erkrankung vorliegt und welche. Ohne Krankheitsdiagnose stehen Beratung und Vorbeugung im Vordergrund2.
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Grunderkrankung behandeln
Wird eine Depression, eine Angststörung oder eine körperliche Erkrankung festgestellt, steht deren Behandlung an erster Stelle. Ist eine depressive Episode leicht, empfiehlt die Nationale VersorgungsLeitlinie als ersten Schritt Angebote mit niedriger Intensität, etwa angeleitete Selbsthilfe3.
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Psychotherapie und Medikamente
Bei einer mittelgradigen depressiven Episode stehen laut Leitlinie Psychotherapie und Medikamente als gleichwertige Angebote nebeneinander. Bei leichten Episoden sollten Antidepressiva nicht zur Erstbehandlung eingesetzt werden. Die Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt3.
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Stressbewältigung und Erholung
Psychoedukation vermittelt Wissen zu Stressbewältigung, Schlafhygiene und Tagesstruktur, etwa zum Ausbau angenehmer Aktivitäten. Sport und Bewegung können dies unterstützen3. Die personenbezogene Vorbeugung zielt darauf, die eigenen Bewältigungsressourcen zu stärken2.
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Arbeitsbedingungen verändern
Andauernde Überforderung kann an Faktoren des Arbeitsplatzes liegen, aber auch an individuellen Faktoren wie einer verringerten Stresstoleranz. Der Blick richtet sich deshalb auf beides. Ohne Krankheitsdiagnose sieht die DGPPN Beratung und den Hinweis auf vorbeugende Angebote, etwa der Krankenkasse oder des Arbeitgebers, vor2.
Die Behandlung wird individuell geplant, diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
Chronischer Stress in Zahlen
Die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) des Robert Koch-Instituts hat erfasst, wie viele Menschen unter starkem Dauerstress stehen. Frauen berichteten dies mit 13,9 % häufiger als Männer mit 8,2 %4.
Starke Belastung durch chronischen Stress
Anteil der 18- bis 64-Jährigen mit starker Stressbelastung nach Personengruppe, DEGS1, Erhebung 2008 bis 2011, in Prozent
Menschen mit Burnout-Diagnose, depressiven Symptomen oder Schlafstörungen berichten deutlich häufiger von starkem Dauerstress als Erwachsene insgesamt.
Quelle: Hapke U, Maske UE, Scheidt-Nave C, Bode L, Schlack R, Busch MA. Chronischer Stress bei Erwachsenen in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt 2013; 56: 749-7544
Ihr Termin bei Nevpaz
Vor Ort am Dammtorwall 7a in Hamburg oder bundesweit per Videosprechstunde. Nur für Privatpatienten und Selbstzahler.
Häufige Fragen
Ist Burnout eine anerkannte Krankheit?
Nein. Die WHO führt Burnout in der ICD-11 als arbeitsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit1. In der ICD-10 wird es unter Z73.0 als Zusatzangabe erfasst und ist keine Behandlungsdiagnose3. Das heißt nicht, dass die Beschwerden unbedeutend wären: Die DGPPN sieht in Burnout einen Zustand, der das Risiko für spätere seelische oder körperliche Erkrankungen erhöht2.
Wie unterscheiden sich Burnout und Depression?
Die Beschwerden überschneiden sich, eine sichere Unterscheidung ist nur in der ärztlichen oder psychotherapeutischen Untersuchung möglich. Burnout bezieht sich laut WHO auf den Arbeitskontext1. Eine Depression ist durch gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebsmangel gekennzeichnet. Burnout-ähnliche Beschwerden können auf eine dahinterliegende Depression hindeuten3.
Welche körperlichen Ursachen kann anhaltende Erschöpfung haben?
Erschöpfung ist ein unspezifisches Symptom. Die DGPPN nennt unter anderem Schilddrüsenerkrankungen, multiple Sklerose, chronische Schlafstörungen, Infektionskrankheiten und Tumorerkrankungen2. Auch eine Schlafapnoe und Zustände nach Infekten kommen infrage. Zur Basisabklärung gehören deshalb eine körperliche Untersuchung und Laborwerte wie Blutbild und der Schilddrüsenwert TSH6.
Wie häufig ist Burnout in Deutschland?
In der DEGS1-Studie gaben 4,2 % der Erwachsenen an, dass bei ihnen jemals ein Burnout-Syndrom ärztlich oder psychotherapeutisch festgestellt wurde, 1,5 % in den letzten zwölf Monaten. Die Autorinnen und Autoren folgern, dass Burnout-Diagnosen seltener berichtet werden als erwartet5. Eine starke Belastung durch chronischen Stress berichteten 11,0 % der 18- bis 64-Jährigen4.
Reicht ein Urlaub, um sich von einem Burnout zu erholen?
Bilden sich die Beschwerden nach kurzen Erholungsphasen zurück, sollte laut DGPPN nicht von Burnout gesprochen werden2. Hält die Erschöpfung trotz Erholung an, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, weil eine behandelbare Erkrankung dahinterstehen kann. Liegt etwa eine Depression vor, richtet sich die Behandlung nach der Nationalen VersorgungsLeitlinie3. Das Erstgespräch ist in Hamburg oder bundesweit per Videosprechstunde möglich.
Quellen
- World Health Organization (WHO). Burn-out an „occupational phenomenon“: International Classification of Diseases. Mitteilung vom 28. Mai 2019. Zur Quelle
- Berger M, Falkai P, Maier W. Arbeitswelt und psychische Belastungen: Burn-out ist keine Krankheit. Positionspapier einer Taskforce der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Deutsches Ärzteblatt 2012; 109(14): A 700-2. Zur Quelle
- Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2. AWMF-Register-Nr. nvl-005. Veröffentlicht am 29. September 2022, Version 3.2 von Juli 2023, gültig bis 29. September 2027. Zur Quelle
- Hapke U, Maske UE, Scheidt-Nave C, Bode L, Schlack R, Busch MA (Robert Koch-Institut). Chronischer Stress bei Erwachsenen in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt 2013; 56: 749-754. DOI 10.1007/s00103-013-1690-9. Zur Quelle
- Maske UE, Riedel-Heller SG, Seiffert I, Jacobi F, Hapke U. Häufigkeit und psychiatrische Komorbiditäten von selbstberichtetem diagnostiziertem Burnout-Syndrom. Psychiatrische Praxis 2016; 43(1): 18-24. DOI 10.1055/s-0034-1387201. Zur Quelle
- Maisel P, Baum E, Donner-Banzhoff N. Fatigue as the chief complaint: epidemiology, causes, diagnosis, and treatment. Deutsches Ärzteblatt International 2021; 118: 566-76. DOI 10.3238/arztebl.m2021.0192. Zur Quelle
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Ärztlich geprüft von Dr. med. Amir Golsari, Ärztliche Leitung. Stand: .