Depression: Symptome, Verlauf und Behandlung verstehen
Eine Depression (depressive Episode) ist eine psychische Erkrankung mit gedrückter Stimmung, Verlust von Interesse und Freude und weiteren seelischen und körperlichen Beschwerden, die mindestens zwei Wochen anhalten.1 Sie entsteht nach der WHO aus einem Zusammenspiel sozialer, psychologischer und biologischer Faktoren.2
Dieser Beitrag erklärt, woran man eine Depression erkennt, welche Formen es gibt, wie sie verläuft, wovon sie abzugrenzen ist und welche Behandlungen es gibt. Er ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch eine Diagnose.
241 Quellen, u. a. aus The Lancet, New England Journal of Medicine, JAMA, JAMA Psychiatry
Belegte Aussagen mit Fußnote, Einordnung getrennt
Stand 05.10.2026
Dr. med. Amir GolsariFacharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie Fachärztlich geprüft am 13.10.2026 · Stand 05.10.2026
Akute Krise oder Gedanken an Selbsttötung? Bei unmittelbarer Gefahr: Notruf 112. TelefonSeelsorge kostenfrei: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Ärztlicher Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechstunden: 116 117. Mehr im Abschnitt „Krise und Notfall“ (Stand 5. Oktober 2026).3,4
Depression auf einen Blick
Nach der ICD-11 der WHO liegt eine depressive Episode vor, wenn mindestens fünf typische Symptome über mindestens zwei Wochen den größten Teil des Tages und fast täglich bestehen; eines davon betrifft Stimmung oder Freude.5Formen und Schweregrade
Eine Episode dauerte in einer US-Bevölkerungsstudie im Mittel 16 Wochen.6 Rückfälle sind häufig: In einer US-Langzeitstudie mit Patientinnen und Patienten aus Fachzentren erlebten bis zu 15 Jahre nach der Genesung 85 Prozent eine erneute Episode.7Verlauf
Psychotherapie und Antidepressiva sind Behandlungen der ersten Wahl; bei schwererer oder chronischer Depression kann die Kombination vorzuziehen sein.1Behandlung nach Schweregrad
In einer Netzwerk-Meta-Analyse waren alle 21 untersuchten Antidepressiva bei akuter Depression Erwachsener einem Placebo überlegen.8Antidepressiva
Antidepressiva setzen Sie nicht eigenständig ab; das Absetzen gehört in ärztliche Begleitung (siehe Abschnitt zu Antidepressiva). Antidepressiva
In einer Meta-Analyse prospektiver Studien sagten Hirnvolumina und Immunmarker eine Depression nicht vorher; ein etablierter Bluttest oder eine Bildgebung zur Feststellung einer Depression lässt sich daraus nicht ableiten.9Diagnose
Was ist eine Depression? Krankheitsbild und Abgrenzung von Traurigkeit
KI-generierte Illustration (Sinnbild, keine reale Person)
Eine Major Depression, der Fachbegriff für die Depression im engeren Sinn, zeigt sich durch gedrückte Stimmung, verminderte Interessen, eingeschränktes Denken und körperlich-vegetative Symptome wie gestörten Schlaf oder Appetit.10
Traurigkeit oder Depression?
Nicht jede gedrückte Stimmung ist eine Depression. Traurigkeit nach Verlusten, Belastungsreaktionen, eine bipolare Störung, körperliche Erkrankungen, Medikamente und Substanzen können ähnlich aussehen; der Abschnitt „Differenzialdiagnosen“ beschreibt ausführlich, woran Ärztinnen und Ärzte sie unterscheiden.
Unipolar heißt: Es gab nie Phasen mit auffallend gehobener oder gereizter Stimmung und gesteigertem Antrieb. Für die Unterscheidung von einer bipolaren Störung gibt es keine Biomarker; entscheidend ist das gezielte Erfragen solcher Phasen.11
Depression zeigt sich sehr unterschiedlich; Verlauf, Prognose und Ansprechen auf Behandlung sind schwer vorherzusagen.12
Woher eine Depression kommt, erklären mehrere Modelle mit unterschiedlich guter Beweislage; die Abschnitte zu Gehirn, Lebensgeschichte und psychologischen Modellen stellen sie nebeneinander.
Welche Depressionen gibt es? Formen und Schweregrade
Leicht, mittelgradig, schwer
Nach den klinischen Leitlinien der ICD-10 sind für eine leichte Episode mindestens zwei der drei typischen Symptome und zwei weitere nötig, für eine mittelgradige mindestens zwei typische und drei, besser vier weitere. Für eine schwere Episode verlangt die ICD-10 alle drei typischen Symptome und mindestens vier weitere, von denen einige stark ausgeprägt sind.13 Die Einteilung ist ein klinisches Urteil über Zahl, Art und Schwere der Symptome; eine Rechenregel für zu Hause ist sie nicht.13
Dysthymie und anhaltende Beschwerden
Beschwerden bestehen oft über lange Zeit in wechselnder Stärke: In einer US-Langzeitstudie mit behandlungssuchenden Menschen hatten Betroffene über zwölf Jahre in 59 Prozent der Wochen Beschwerden, meist leichte oder unterschwellige.14 Bei einer Dysthymie ist die Stimmung seit mindestens 2 Jahren meist gedrückt, mit milderen Begleitbeschwerden.5
Sonderformen
Bei einem Teil der Depressionen treten Wahnideen oder Halluzinationen auf: In einer Telefonbefragung in fünf europäischen Ländern, darunter Deutschland, hatten 18,5 Prozent der Menschen ab 15 Jahren mit aktueller depressiver Episode auch psychotische Merkmale.15 Die saisonale affektive Störung wurde 1984 als Depression beschrieben, die jedes Jahr zur gleichen Jahreszeit wiederkehrt; bei den damals untersuchten Personen, überwiegend mit bipolarer Störung, waren vermehrter Schlaf, vermehrtes Essen und Heißhunger auf Kohlenhydrate typisch.16 In einer niederländischen Studie zeigten Menschen mit atypischer Depression mehr Entzündungs- und Stoffwechselauffälligkeiten, Menschen mit melancholischer Depression eine überaktive Stresshormonachse.17
Depression rund um die Geburt
Rund um die Geburt leiden weltweit nach einer Meta-Regression 6,2 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft und 6,8 Prozent im Jahr nach der Geburt an einer Major Depression.18
Studiendetails: Depression rund um die Geburt
Das DSM-5 kennt außerdem Zusatzbezeichnungen: In einer großen US-Erhebung hatten 74,6 Prozent der Menschen mit Major Depression die Zusatzbezeichnung „ängstliche Anspannung“ und 15,5 Prozent „gemischte Merkmale“.19
Formen der Depression im Überblick
Form
Kernmerkmal
Zeitkriterium
Leichte, mittelgradige, schwere Episode (ICD-10)
mindestens zwei der drei typischen Symptome plus weitere; schwer: alle drei typischen
ICD-Kodes sind bewusst nicht aufgeführt. Die Einteilung ist ein klinisches Urteil und keine Rechenregel.13,15,16,18,20,21
Erklärvideo · 39 s
Formen und Schweregrade der Depression
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Depression ist nicht gleich Depression. Nach der ICD-11 liegt eine depressive Episode vor, wenn mindestens fünf typische Symptome über mindestens zwei Wochen fast täglich bestehen; eines davon betrifft Stimmung oder Freude. Nach Zahl und Stärke der Symptome unterscheiden Fachleute leichte, mittelgradige und schwere Episoden. Das ist ein klinisches Urteil, keine Rechenregel für zu Hause. Dazu kommen besondere Formen: die Dysthymie mit jahrelang gedrückter Stimmung, Depressionen mit Wahnideen und Depressionen rund um die Geburt.5,10,13,15,18
Wie häufig sind Depressionen? Epidemiologie in Deutschland und weltweit
KI-generierte Illustration, Sinnbild, nicht maßstäblich: Die Zahl der leuchtenden Figuren ist zufällig und kein Anteil.
In Deutschland gaben in einer bundesweiten RKI-Befragung (2014 bis 2015) 8,1 Prozent der Erwachsenen an, in den letzten 12 Monaten eine ärztlich diagnostizierte Depression gehabt zu haben, Frauen mit 9,7 Prozent häufiger als Männer mit 6,3 Prozent.22 In der deutschen Gesundheitsstudie DEGS1-MH lag das Lebenszeitrisiko für eine diagnostizierte depressive Störung bei 11,6 Prozent, und innerhalb von zwölf Monaten litten 8,2 Prozent an einer unipolaren Depression.23
Die WHO schätzt, dass weltweit etwa 322 Millionen Menschen mit einer Depression leben.2 Frauen erkranken häufiger als Männer, je nach Quelle und Erhebungsweise etwa 1,5-mal bis doppelt so oft.2,24
Wann Depression beginnt
Das mittlere Erkrankungsalter für Depression lag in einer Meta-Analyse von 192 Studien bei 30 bis 35 Jahren; nur 11,5 Prozent der Stimmungsstörungen begannen vor dem 18. Lebensjahr.25 Bei Menschen ab 55 Jahren tritt eine Major Depression bei etwa 2 Prozent auf; weitere 10 bis 15 Prozent haben bedeutsame depressive Beschwerden, ohne die Kriterien zu erfüllen.26
Krankheitslast
Psychische Erkrankungen waren 2023 nach der Global-Burden-of-Disease-Studie weltweit die häufigste Ursache für Lebensjahre mit Beeinträchtigung; zu den größten Einzelbeiträgen gehörte die Major Depression.27
Studiendetails: Krankheitslast
In den USA hatten in der National Comorbidity Survey Replication 16,2 Prozent der Erwachsenen im Lauf des Lebens und 6,6 Prozent in den letzten zwölf Monaten eine Major Depression.6
In der Erhebung NESARC-III (2012 bis 2013) lag die Lebenszeitprävalenz nach DSM-5 bei 20,6 und die Zwölf-Monats-Prävalenz bei 10,4 Prozent; die Studien unterscheiden sich in Interviews, Definitionen und Zeiträumen und lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen.19
Für 2023 schätzt die WHO, dass 4,1 Prozent der erwachsenen Männer und 6,2 Prozent der erwachsenen Frauen betroffen waren.2
Zahlen aus Befragungen richtig lesen, Krankheitslast
Fragebogenwerte sind keine Diagnosen und schwanken mit der Methode. Beim RKI sank der Anteil Erwachsener mit depressiven Symptomen im ersten Pandemiejahr von 9,2 auf 7,6 Prozent (PHQ-8). Im RKI-Panel 2024 zeigten geschätzt 22 Prozent depressive Symptome (PHQ-9 ab 10); der Anstieg gegenüber dem Vorjahr beruht laut RKI weitgehend auf einem Methodenwechsel.28,29
Eine weltweite Modellrechnung schätzte für 2020 rund 53,2 Millionen zusätzliche Fälle von Major Depression infolge der COVID-19-Pandemie, ein Anstieg um 27,6 Prozent. Zwischen 2010 und 2021 nahm die altersstandardisierte Krankheitslast (DALY-Rate) durch depressive Störungen weltweit um 16,4 Prozent zu; das beschreibt die Gesundheitseinbußen insgesamt, nicht die Zahl der Erkrankten.30,31
Wie häufig sind Depressionen?
Fünf Ansichten: Deutschland, Welt und USA, Beginn und Alter, Begleiterkrankungen, Krankheitslast. Jede Quelle mit eigener Achse, Intervalle wo berichtet.
Die Studien unterscheiden sich in Interviews, Definitionen und Zeiträumen und lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen.19 Jede Karte hat deshalb ihre eigene Achse.
Deutschland
RKI-Befragung 2014 bis 2015
8,1%
der Erwachsenen berichteten eine ärztlich diagnostizierte Depression in den letzten 12 Monaten (Selbstangabe)22
Frauen9,7 %
Männer6,3 %
Achse 0 bis 12 %
Gesundheitsstudie DEGS1-MH (Diagnose im Interview)
Fragebogenwerte sind keine Diagnosen und schwanken mit der Methode.28,29 Beim RKI sank der Anteil Erwachsener mit depressiven Symptomen im ersten Pandemiejahr von 9,2 auf 7,6 Prozent (PHQ-8). Im RKI-Panel 2024 zeigten geschätzt 22 Prozent depressive Symptome (PHQ-9 ab 10); der Anstieg gegenüber dem Vorjahr beruht laut RKI weitgehend auf einem Methodenwechsel.
Weltweit und USA
Weltweit (WHO, Schätzung)
322Mio.
Menschen leben nach Schätzung der WHO mit einer Depression2
Stimmungsstörungen insgesamt: Anteil mit Beginn vor einem Alter (kumulativ)25
vor dem 14. Lebensjahr2,5 %
vor dem 18. Lebensjahr11,5 %
vor dem 25. Lebensjahr34,5 %
Achse 0 bis 50 %; wer vor dem 14. Lebensjahr begann, zählt auch bei „vor 18“ mit.
Ab 55 Jahren
Major Depression2 %
Bedeutsame Beschwerden unterhalb der Diagnoseschwelle10 bis 15 %
Achse 0 bis 20 %
Bei Menschen ab 55 Jahren tritt eine Major Depression bei etwa 2 Prozent auf; weitere 10 bis 15 Prozent haben bedeutsame depressive Beschwerden, ohne die Kriterien zu erfüllen.26
Begleiterkrankungen
Weitere psychische Störungen (USA)
72,1%
der Menschen mit Major Depression hatten im Lauf des Lebens mindestens eine weitere psychische Störung6
Chancenverhältnis (Odds Ratio), Spanne über Einzelstörungen19
Angststörungen2,1 bis 5,7
Substanzgebrauchsstörungen1,8 bis 3,0
Achse 0 bis 7; ein Chancenverhältnis ist kein Prozentwert.
Körper und Entwicklung
Depression bei mindestens einer von vier chronischen Krankheiten (WHO, 60 Länder)9,3 bis 23 %
Depression im früheren Leben war in Studien durchgehend mit einem mehr als doppelt so hohen Demenzrisiko verbunden; bei Depression im späten Leben ist der Zusammenhang weniger klar.35
Krankheitslast
Krankheitslast (modellierte Schätzungen)
Anstieg der altersstandardisierten DALY-Rate 2010 bis 2021, 95-%-Unsicherheitsintervall30,31
Depressive Störungen16,4 %KI 11,9 bis 21,3
Angststörungen (Größenordnung)16,7 %
COVID-19-Modell 2020: zusätzliche Fälle von Major Depression
Zusätzliche Fälle (Mio.)304050607053,244,8 bis 62,9
Modellierte Schätzungen mit Unsicherheitsintervallen; Krankheitslast ist nicht Häufigkeit. Anstieg um 27,6 Prozent30,31.
Psychische Erkrankungen waren 2023 nach der Global-Burden-of-Disease-Studie weltweit die häufigste Ursache für Lebensjahre mit Beeinträchtigung; zu den größten Einzelbeiträgen gehörte die Major Depression.27
Sterblichkeit
Relatives Sterberisiko, nach Korrektur für Publikationsverzerrung, 95-%-KI36
Depressive gegenüber nicht depressiven Menschen0,811,21,41,61,821,521,45 bis 1,59
Das Sterberisiko depressiver Menschen lag in einer großen Meta-Analyse nach Korrektur für Publikationsverzerrung etwa 1,5-fach höher als bei nicht depressiven; die Autoren halten den Zusammenhang für möglicherweise überschätzt.36
Todesursachen bei psychischen Erkrankungen insgesamt37
natürliche Ursachen67,3 %
unnatürliche Ursachen17,5 %
Depression gehört aber zu den Erkrankungen, die die Chance für einen Suizid um mehr als das Dreifache erhöhen. Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.38
Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3
Kennzahl
Kennzahl (zweite Quelle)
Vergleichsgröße
Spanne
kein Unterschied (1)
KernsatzDepression ist häufig, aber jede Zahl hängt an ihrer Methode: Interviews, Definitionen und Zeiträume unterscheiden sich, die Werte lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen.
Quellen: World Health Organization · WHO 20262; TelefonSeelsorge Deutschland · TelefonSeelsorge Deutschland 20263; Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de) 20264; Kessler RC et al. · JAMA 20036; Hasin DS et al. · JAMA Psychiatry 201819; Thom J et al. · Journal of Health Monitoring (RKI) 201722; Bundesärztekammer et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 202223; Kuehner C · The Lancet Psychiatry 201724; Solmi M et al. · Molecular Psychiatry 202225; Kok RM, Reynolds CF · JAMA 201726; GBD 2023 Mental Disorder Collaborators · The Lancet 202627; Hapke U et al. · Journal of Health Monitoring (RKI) 202228; Walther L et al. · Journal of Health Monitoring (RKI) 202529; COVID-19 Mental Disorders Collaborators · The Lancet 202130; GBD 2021 Diseases and Injuries Collaborators · The Lancet 202431; Hollocks MJ et al. · Psychological Medicine 201933; Riglin L et al. · Psychological Medicine 202134; Moussavi S et al. · The Lancet 200732; Byers AL, Yaffe K · Nature Reviews Neurology 201135; Cuijpers P et al. · American Journal of Psychiatry 201436; Walker ER et al. · JAMA Psychiatry 201537; Fazel S, Runeson B · New England Journal of Medicine 202038
Wie macht sich eine Depression im Alltag bemerkbar?
Im Alltag fällt eine Depression oft daran auf, dass Freude und Interesse verloren gehen, der Antrieb nachlässt und schon kleine Aufgaben ermüden. Dazu kommen nach der ICD-10 häufig Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, ein pessimistischer Blick nach vorn sowie Schlaf- und Appetitstörungen.13
Schlaf und Tagesverlauf
KI-generierte Illustration (Sinnbild, keine reale Person)
Typisch kann ein Morgentief sein, mit Erwachen zwei Stunden oder mehr vor der gewohnten Zeit.13
Wenn der Körper zuerst spricht
Viele Betroffene kommen nicht wegen Niedergeschlagenheit, sondern wegen körperlicher Beschwerden in die Praxis: In einer WHO-Studie in 14 Ländern nannten 69 Prozent der Menschen mit Major Depression in der Hausarztpraxis ausschließlich körperliche Beschwerden als Anlass.39
Mehr dazu: Wenn der Körper zuerst spricht
Die Hälfte berichtete über mehrere körperlich nicht erklärte Beschwerden, und 11 Prozent verneinten auf direkte Nachfrage seelische Symptome.39
Konzentration und Gedächtnis
Auch Denken und Konzentration sind betroffen. Eine Meta-Analyse fand bei Menschen mit Depression mäßige Einschränkungen in Planen und Steuern, Gedächtnis und Aufmerksamkeit im Vergleich zu Gesunden (Effektstärken von minus 0,34 bis minus 0,65).40 Einschränkungen von Aufmerksamkeit und Planungsfähigkeit bestanden zum Teil auch dann fort, wenn die depressiven Beschwerden abgeklungen waren. Das sind Gruppenwerte und kein Test für einzelne Personen.40
Beruf, Partnerschaft und Familie
Beruf und Familie leiden mit: In einer US-Erhebung waren 59,3 Prozent der Menschen mit Major Depression im letzten Jahr in ihren Alltagsrollen schwer oder sehr schwer beeinträchtigt.6 Bei Beschäftigten mit Major Depression entsprach der Arbeitsausfall in einer weiteren US-Erhebung im Schnitt etwa 27 verlorenen Arbeitstagen pro Jahr.41 Kinder depressiver Eltern hatten in einer Meta-Analyse ein etwa 2,3-fach erhöhtes Risiko, selbst eine depressive Störung zu entwickeln; das Risiko bis zum Erhebungsalter lag bei 14 Prozent, viele erkranken also nicht.42
Erklärvideo · 42 s
Depression im Alltag
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Im Alltag zeigt sich eine Depression oft leise: Freude und Interesse gehen verloren, der Antrieb lässt nach, schon kleine Aufgaben ermüden. Typisch kann ein Morgentief sein, mit Erwachen zwei Stunden oder mehr vor der gewohnten Zeit. Viele kommen zuerst wegen körperlicher Beschwerden; in einer WHO-Studie nannten 69 Prozent beim Hausarzt nur solche als Anlass. In einer US-Erhebung waren 59,3 Prozent in ihren Alltagsrollen schwer beeinträchtigt. Bei Beschäftigten entsprach der Ausfall etwa 27 Arbeitstagen im Jahr. Angehörige erleben das oft als Rückzug.6,13,39,41
Wie Rückzug, Antriebsmangel und Grübeln sich verstärken
KI-generierte Illustration: Sinnbild für den Kreislauf aus Rückzug und Grübeln, kein Modell mit Messwerten.
Depression zeigt sich oft in Mustern, die sich gegenseitig verstärken. Eine Übersicht beschreibt, dass Menschen mit Depression überwiegend Negatives erwarten und widersprechende positive Erfahrungen umdeuten, wodurch sich die negative Erwartung festigt; das ist ein Erklärungsmodell, noch kein bestätigtes Krankheitsmodell.43
Die Grafik auf dieser Seite zeigt den Kreislauf aus Rückzug, nachlassendem Antrieb und Grübeln als Veranschaulichung. Ein Modell mit Messwerten dafür gibt es nicht.
Die Verhaltensaktivierung, ein psychotherapeutischer Ansatz, setzt hier an. Nach der britischen NICE-Leitlinie erkennt sie den Zusammenhang zwischen Aktivitäten und Stimmung und kann hilfreich sein, wenn die Depression zu Rückzug oder Inaktivität geführt hat oder auf eine Veränderung der Lebensumstände oder Routinen folgte.44
Wie verläuft eine Depression? Episoden, Rückfall und Chronifizierung
KI-generierte Illustration, Sinnbild, nicht maßstäblich: Zahl, Tiefe und Länge der Täler sind zufällig, keine Verlaufskurve.
Episoden und ihre Dauer
Depressionen verlaufen typischerweise in Episoden. In einer 23-jährigen Bevölkerungsstudie lag die mittlere Episodendauer bei 12 Wochen.45 In einer US-Verlaufsstudie mit behandlungssuchenden Menschen erholte sich die Hälfte in den ersten sechs Monaten; je länger eine Episode bereits dauerte, desto geringer wurde die Chance, sich im folgenden Monat zu erholen.20
Studiendetails: Episoden und ihre Dauer
Eine Meta-Analyse schätzte für Erwachsene aus Hausarztpraxen, dass ohne Behandlung 23 Prozent nach drei, 32 Prozent nach sechs und 53 Prozent nach zwölf Monaten remittieren. In diesen Stichproben waren leichte bis mittelgradige Fälle vermutlich überrepräsentiert; für schwere Depressionen gilt das möglicherweise nicht.46
Rückfall und Wiederkehr
In einer dänischen Beobachtungsstudie mit erster depressiver Episode erreichten innerhalb von fünf Jahren 83,3 Prozent eine Remission, die Beschwerden klangen also ab; bei 31,5 Prozent trat eine erneute Depression auf.47
Studiendetails: Rückfall und Wiederkehr
In derselben Studie wurde bei 8,6 Prozent später eine bipolare Störung festgestellt.47
In einer 23-jährigen Bevölkerungsstudie erholte sich etwa die Hälfte der Menschen nach der ersten Episode dauerhaft; bei 35 Prozent kehrte die Major Depression zurück, und bei etwa 15 Prozent gab es kein Jahr ohne Episode.45
Für 687 Menschen nach früherer Depression ergab eine niederländische Bevölkerungsstudie ein kumulatives Rückfallrisiko von 13,2 Prozent nach fünf, 23,2 Prozent nach zehn und 42,0 Prozent nach 20 Jahren (Kaplan-Meier-Schätzung bei Menschen nach mindestens sechs Monaten Remission).48
Nach einer ersten Episode kommt es laut Leitlinie bei etwa 40 bis 60 Prozent zu einem Rückfall oder Wiederauftreten.23 Eine zehnjährige US-Studie zeigte: Mit jeder weiteren Episode stieg das Risiko für eine erneute um 16 Prozent seines bisherigen Werts, und es sank, je länger die Erholung anhielt.49 Eine individuelle Vorhersage ist nicht zuverlässig möglich: In einer US-Langzeitstudie sagten nur wenige Merkmale vorher, wer eine erneute Episode bekommt.7
Was den Verlauf beeinflusst, Rückfall und Wiederkehr
Als Vorhersagefaktoren für einen früheren Rückfall blieben in einer niederländischen Studie jüngeres Alter, mehr frühere Episoden, eine schwere letzte Episode, belastende Jugenderfahrungen und anhaltende Schwierigkeiten bestehen.48
Restbeschwerden sind ein Warnsignal: Nach einer Teilremission trat in einer kleinen Studie bei 76 Prozent mit und 25 Prozent ohne Restbeschwerden ein früher Rückfall auf.50
Begleitende Angst, psychotische Symptome, Substanzmissbrauch und eine Borderline-Persönlichkeitsstörung gehen mit einer ungünstigeren Prognose, längeren Episoden und schwereren Symptomen einher.51
Wenn die Beschwerden bleiben
Ein Teil der Depressionen wird chronisch: In einer US-Verlaufsstudie waren 12 Prozent nach fünf Jahren noch nicht genesen.20
Studiendetails: Wenn die Beschwerden bleiben
Bei einer früh beginnenden Dysthymie erholten sich in einer zehnjährigen Studie mit 97 Erwachsenen geschätzt 73,9 Prozent, im Median nach 52 Monaten.21
Bis zur Behandlung
Bis zur Behandlung vergeht oft viel Zeit: In einer US-Erhebung lagen bei affektiven Störungen zwischen Beginn und erstem Behandlungskontakt typischerweise sechs bis acht Jahre.52
Studiendetails: Bis zur Behandlung
In einer weiteren US-Erhebung wurde die Hälfte der Menschen mit aktueller Major Depression behandelt (51,6 Prozent), und die Behandlung war nur in 41,9 Prozent dieser Fälle angemessen.6
In Deutschland hatte in der Gesundheitsstudie DEGS1-MH weniger als die Hälfte der Menschen mit einer psychischen Störung innerhalb eines Jahres deswegen Kontakt zum Gesundheitswesen.53
Erklärvideo · 35 s
Wie eine Depression verläuft
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Eine Depression verläuft meist in Episoden. In einer Bevölkerungsstudie über 23 Jahre dauerte eine Episode im Mittel zwölf Wochen. Von den Behandlungssuchenden einer US-Studie erholte sich die Hälfte in den ersten sechs Monaten; nach fünf Jahren waren aber zwölf Prozent noch nicht genesen. Nach einer ersten Episode kommt es laut Leitlinie bei etwa 40 bis 60 Prozent zu einem Rückfall. Mit jeder weiteren Episode stieg das Risiko für die nächste. Eine sichere Vorhersage für Einzelne gibt es nicht.7,20,23,45,49
Wie verläuft eine Depression?
Episoden, Erholung und Wiederkehr über Wochen bis Jahrzehnte; berichtete Verlaufspunkte und was Rückfälle begleitet.
Eine individuelle Vorhersage ist nicht zuverlässig möglich: In einer US-Langzeitstudie sagten nur wenige Merkmale vorher, wer eine erneute Episode bekommt.7 Gruppenwerte, keine Prognose für Einzelne.
8 Wo.6 Mon.1 J.2 J.5 J.10 J.25 J.
Episode und Erholung
Wiederkehr
Zeitpunkt der Beobachtung, logarithmische Achse. Jede Zeile ist eine eigene Studie mit eigener Population; Zeile antippen für Details.
So lesen
Eine Markierung auswählen
Die Markierungen stammen aus verschiedenen Studien und werden nicht zu einer Kurve verbunden. Ein Konfidenzintervall ist nur für die mittlere Episodendauer berichtet.
Episode und Erholung · 12 Wochen
Mittlere Episodendauer, Bevölkerungsstudie über 23 Jahre: 12 Wochen
Depressionen verlaufen typischerweise in Episoden. In einer 23-jährigen Bevölkerungsstudie lag die mittlere Episodendauer bei 12 Wochen.45
In einer US-Verlaufsstudie mit behandlungssuchenden Menschen erholte sich die Hälfte in den ersten sechs Monaten; je länger eine Episode bereits dauerte, desto geringer wurde die Chance, sich im folgenden Monat zu erholen.20
Episode und Erholung · 5 Jahre
Nach fünf Jahren noch nicht genesen: 12 %
Ein Teil der Depressionen wird chronisch: In einer US-Verlaufsstudie waren 12 Prozent nach fünf Jahren noch nicht genesen.20
Episode und Erholung · 52 Monate
Früh beginnende Dysthymie: Erholung im Median: 52 Monate
Bei einer früh beginnenden Dysthymie erholten sich in einer zehnjährigen Studie mit 97 Erwachsenen geschätzt 73,9 Prozent, im Median nach 52 Monaten.21
Wiederkehr · 5 Jahre
Nach erster Episode: erneute Depression: 31,5 %
In einer dänischen Beobachtungsstudie mit erster depressiver Episode erreichten innerhalb von fünf Jahren 83,3 Prozent eine Remission, die Beschwerden klangen also ab; bei 31,5 Prozent trat eine erneute Depression auf.47
Wiederkehr · 10 Jahre
Risikoanstieg je weiterer Episode: +16 %
Eine zehnjährige US-Studie zeigte: Mit jeder weiteren Episode stieg das Risiko für eine erneute um 16 Prozent seines bisherigen Werts, und es sank, je länger die Erholung anhielt.49
Wiederkehr · 15 Jahre
Erneute Episode nach Genesung (Fachzentren): 85 %
Rückfälle sind häufig: In einer US-Langzeitstudie mit Patientinnen und Patienten aus Fachzentren erlebten bis zu 15 Jahre nach der Genesung 85 Prozent eine erneute Episode.7
Wiederkehr · 23 Jahre
Wiederkehr in der Bevölkerungsstudie: 35 %
In einer 23-jährigen Bevölkerungsstudie erholte sich etwa die Hälfte der Menschen nach der ersten Episode dauerhaft; bei 35 Prozent kehrte die Major Depression zurück, und bei etwa 15 Prozent gab es kein Jahr ohne Episode.45
Remission ohne Behandlung (Hausarztpraxen)
0204060
23 %
32 %
53 %
036912Monate ohne Behandlung
Eine Meta-Analyse schätzte für Erwachsene aus Hausarztpraxen, dass ohne Behandlung 23 Prozent nach drei, 32 Prozent nach sechs und 53 Prozent nach zwölf Monaten remittieren. In diesen Stichproben waren leichte bis mittelgradige Fälle vermutlich überrepräsentiert; für schwere Depressionen gilt das möglicherweise nicht.46
Kumulatives Rückfallrisiko (Bevölkerung)
0204060
13,2 %
23,2 %
42,0 %
05101520Jahre nach Remission
Für 687 Menschen nach früherer Depression ergab eine niederländische Bevölkerungsstudie ein kumulatives Rückfallrisiko von 13,2 Prozent nach fünf, 23,2 Prozent nach zehn und 42,0 Prozent nach 20 Jahren (Kaplan-Meier-Schätzung bei Menschen nach mindestens sechs Monaten Remission).48
Modell Gezeigt sind nur die berichteten Zeitpunkte; die gestrichelte Linie verbindet sie zur Orientierung und ist kein Messwert. Konfidenzintervalle sind in den Belegen nicht berichtet.
Was einen Rückfall begleitet
Weiterführen
Rückfall unter fortgesetztem Antidepressivum oder nach Umstellung auf Placebo
Die Fortsetzung eines Antidepressivums nach dem Ansprechen senkte in einer Meta-Analyse das Rückfallrisiko deutlich.54
Absetzen
Nach langer Einnahme: Rückfall innerhalb eines Jahres56
Antidepressivum fortgesetzt39 %
ausgeschlichen56 %
In einer britischen Studie mit Menschen, die sich nach langer Einnahme gut genug zum Aufhören fühlten, erlitten innerhalb eines Jahres 39 Prozent unter fortgesetztem Antidepressivum und 56 Prozent nach dem Ausschleichen einen Rückfall; Absetzsymptome und Rückfall waren dabei schwer zu trennen.56
Setzen Sie ein Antidepressivum nie auf eigene Faust ab, auch nicht bei Besserung oder Nebenwirkungen: Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.57
Nach EKT
Nach erfolgreicher EKT: Rückfall innerhalb von 24 Wochen (kleine Studie, 84 Personen)58
ohne Weiterbehandlung84 %
Antidepressivum allein60 %
Antidepressivum plus Lithium39 %
Nach erfolgreicher EKT kam es ohne Weiterbehandlung innerhalb von 24 Wochen häufig zum Rückfall; eine Weiterbehandlung senkte die Rate.58
Restbeschwerden
Früher Rückfall nach Teilremission (kleine Studie)50
mit Restbeschwerden76 %
ohne Restbeschwerden25 %
Als Vorhersagefaktoren für einen früheren Rückfall blieben in einer niederländischen Studie jüngeres Alter, mehr frühere Episoden, eine schwere letzte Episode, belastende Jugenderfahrungen und anhaltende Schwierigkeiten bestehen.48
Nach einer ersten Episode kommt es laut Leitlinie bei etwa 40 bis 60 Prozent zu einem Rückfall oder Wiederauftreten.23 Jede Ansicht ist eine eigene Studie; Werte nicht zwischen Ansichten vergleichen.
Episode und Erholung
Wiederkehr
Verbindung nur zur Orientierung
Vergleichsgruppe
KernsatzEine individuelle Vorhersage ist nicht zuverlässig möglich: Die Zahlen beschreiben Gruppen über Wochen bis Jahrzehnte.
Verlaufsdaten als Tabelle
Bereich
Zeitraum
Befund
Beleg
Episode und Erholung
12 Wochen
Mittlere Episodendauer, Bevölkerungsstudie über 23 Jahre: 12 Wochen
Quellen: Kessler RC et al. · JAMA 20036; Mueller TI et al. · American Journal of Psychiatry 19997; Geddes JR et al. · The Lancet 200354; Kato M et al. · Molecular Psychiatry 202155; Lewis G et al. · New England Journal of Medicine 202156; Henssler J et al. · The Lancet Psychiatry 202457; Bundesärztekammer et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 202223; Sackeim HA et al. · JAMA 200158; Eaton WW et al. · Archives of General Psychiatry 200845; Keller MB et al. · Archives of General Psychiatry 199220; Whiteford HA et al. · Psychological Medicine 201346; Bukh JD et al. · Psychological Medicine 201647; Hardeveld F et al. · Psychological Medicine 201348; Solomon DA et al. · American Journal of Psychiatry 200049; Paykel ES et al. · Psychological Medicine 199550; Klein DN et al. · American Journal of Psychiatry 200621
Begleiterkrankungen und Sterblichkeit
Depression kommt selten allein. In einer US-Erhebung hatten 72,1 Prozent der Menschen mit Major Depression im Lauf des Lebens mindestens eine weitere psychische Störung.6
In einer großen US-Erhebung war eine Major Depression eng mit Angststörungen verbunden (Chancenverhältnis 2,1 bis 5,7) und mit Substanzgebrauchsstörungen (1,8 bis 3,0). Ein Chancenverhältnis beschreibt, um welchen Faktor die Chance höher ist, nicht die Häufigkeit selbst.19
Erwachsenen-ADHS und Autismus
Auch neurologische Entwicklungsstörungen kommen gemeinsam mit Depression vor: Bei Erwachsenen im Autismus-Spektrum lag die geschätzte Lebenszeithäufigkeit einer depressiven Störung bei 37 Prozent, und ADHS im Kindesalter ging in einer britischen Geburtskohorte mit einem höheren Risiko für wiederkehrende Depression im jungen Erwachsenenalter einher.33,34
Körperliche Erkrankungen
Auch körperliche Erkrankungen treten häufiger gemeinsam mit Depression auf, etwa Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, entzündliche und neurologische Erkrankungen. Gemeinsame Gene, biologische Wege, soziale Faktoren, Gesundheitsverhalten und psychische Faktoren können dazu beitragen.59
Studiendetails: Körperliche Erkrankungen
In einer WHO-Befragung mit 245.404 Erwachsenen in 60 Ländern hatten 9,3 bis 23,0 Prozent der Menschen mit mindestens einer von vier chronischen Krankheiten (Angina pectoris, Arthritis, Asthma, Diabetes) zugleich eine Depression, deutlich häufiger als Menschen ohne diese Krankheiten.32
Depression im früheren Leben war in Studien durchgehend mit einem mehr als doppelt so hohen Demenzrisiko verbunden; bei Depression im späten Leben ist der Zusammenhang weniger klar.35
Sterblichkeit
Das Sterberisiko depressiver Menschen lag in einer großen Meta-Analyse nach Korrektur für Publikationsverzerrung etwa 1,5-fach höher als bei nicht depressiven; die Autoren halten den Zusammenhang für möglicherweise überschätzt.36
Mehr dazu: Sterblichkeit
Bei psychischen Erkrankungen insgesamt gingen in einer Meta-Analyse 67,3 Prozent der Todesfälle auf natürliche Ursachen zurück und 17,5 Prozent auf unnatürliche, darunter Suizide und Unfälle. Das sind Gruppenwerte, kein Urteil über einzelne Menschen.37
Depression gehört aber zu den Erkrankungen, die die Chance für einen Suizid um mehr als das Dreifache erhöhen. Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.38
Depression oder etwas anderes? Differenzialdiagnosen
Die Differenzialdiagnose klärt, ob die Beschwerden tatsächlich eine Depression sind und ob etwas anderes dahintersteckt oder hinzukommt. Zur Abklärung gehört nach einer Übersicht in JAMA, neben der Schwere auch nach Selbstgefährdung, Hinweisen auf eine bipolare Störung, psychotischen Symptomen, Substanzkonsum und begleitender Angst zu fragen.1
KI-generierte Illustration: Sinnbild der körperlichen Abklärung (Schilddrüse, Gehirn, Labor, Medikamente), keine vollständige Liste.
Bipolare Störung: die wichtigste Abgrenzung
Eine bipolare Störung ist im Versorgungsalltag schwer zu erkennen, weil sie meist mit einer depressiven Episode beginnt, die einer unipolaren Depression ähnelt. Verlässliche Biomarker gibt es nicht; entscheidend sind das gezielte Erfragen hypomaner Phasen und die Beobachtung im Verlauf.11
In einer US-Langzeitstudie mit 550 behandlungssuchenden Menschen mit Major Depression entwickelten im Mittel über 17,5 Jahre 19,6 Prozent später eine Hypomanie oder Manie. Hinweise darauf waren leichte hypomane Beschwerden, besonders ein vermindertes Schlafbedürfnis, ungewöhnlich viel Energie und gesteigerte zielgerichtete Aktivität, außerdem psychotische Symptome und das Alter bei Erkrankungsbeginn. Die meisten, bei denen sich später eine bipolare Störung zeigte, hatten zu Beginn aber keine hypomanen Beschwerden.60 Die Unterscheidung ist für die Behandlung wichtig: In schwedischen Registerdaten war bei bipolarer Störung eine Behandlung nur mit einem Antidepressivum mit einem erhöhten Manierisiko verbunden, zusammen mit einem Stimmungsstabilisierer in den ersten drei Monaten nicht.61 Die britische NICE-Leitlinie empfiehlt deshalb, bei Erwachsenen mit Depression nach früheren Phasen von Überaktivität oder enthemmtem Verhalten zu fragen; hielten sie 4 Tage oder länger an, soll eine fachpsychiatrische Abklärung erwogen werden. Betroffene und auch ihre Familien erkennen die Bedeutung hypomaner Beschwerden nicht immer.62,63
Studiendetails: Bipolare Störung: die wichtigste Abgrenzung
In der internationalen BRIDGE-Studie mit 5635 Erwachsenen in einer depressiven Episode erfüllten 16,0 Prozent die DSM-IV-TR-Kriterien einer bipolaren Störung, nach erweiterten Kriterien 47,0 Prozent; Hinweise waren vor allem Manie oder Hypomanie in der Familie und mehrere frühere Stimmungsepisoden.64
Die Registerstudie umfasste 3240 Menschen (Hazard Ratio 2,83). In der randomisierten STEP-BD-Studie führte ein zusätzliches Antidepressivum zu einem Stimmungsstabilisierer nicht häufiger zu anhaltender Erholung als Placebo (23,5 gegenüber 27,3 Prozent).61,65
Anpassungsstörung und Belastungsreaktion
Eine Anpassungsstörung ist nach der ICD-11 eine Fehlanpassung an einen erkennbaren Belastungsfaktor wie Trennung oder Jobverlust. Erfüllen die Beschwerden die Kriterien einer depressiven Episode, wird trotz Auslöser eine Depression diagnostiziert.5 Eine Übersicht warnt vor zwei Fehlern: normale Belastungsreaktionen als krankhaft einzuordnen oder zu oft eine Depression zu diagnostizieren. Anpassungsstörungen gelten oft als leicht, waren aber unter Menschen, die durch Suizid gestorben sind, auffällig häufig diagnostiziert.66
Dysthymie: oft langwierig
Eine Dysthymie verläuft oft langwierig: Bei früh beginnender Dysthymie erholten sich in einer zehnjährigen Studie geschätzt 73,9 Prozent, im Median aber erst nach 52 Monaten. Unter denen, die sich erholt hatten, lag das geschätzte Risiko, in eine weitere chronische Depressionsphase zurückzufallen, bei 71,4 Prozent.21
Trauer, Depression und anhaltende Trauerstörung
Trauer ist keine Krankheit. Für eine Depression in der Trauer sprechen nach der ICD-11 einen Monat oder länger durchgehende Beschwerden ohne Phasen von Freude, Schuldgefühle, die nicht den Verstorbenen betreffen, oder Suizidgedanken.5 Die anhaltende Trauerstörung ist eine eigene ICD-11-Diagnose: Sehnsucht nach dem Verstorbenen mit starkem Schmerz, mindestens 6 Monate und deutlich länger als kulturell üblich.5 Eine Depression nach einem Trauerfall ähnelte in einer Übersichtsarbeit einer Depression aus anderem Anlass mehr, als sie sich von ihr unterschied, etwa bei Rückfällen und beim Ansprechen auf Antidepressiva; sie gehört deshalb ernst genommen.67
Studiendetails: Trauer, Depression und anhaltende Trauerstörung
In einer randomisierten Studie mit 395 Menschen mit komplizierter Trauer sprachen mit einer trauerspezifischen Psychotherapie 82,5 Prozent an, ohne sie unter Placebo 54,8 Prozent; das Antidepressivum verbesserte das Trauer-Ergebnis nicht zusätzlich, senkte aber depressive Begleitsymptome.68
In einer US-Erhebung waren bei 12,9 Prozent der Menschen mit Depression im Leben alle Episoden kurz nach dem Tod einer nahestehenden Person aufgetreten und kürzer als zwei Monate; nach dem früheren DSM-IV galt das als Trauer.19
Burn-out oder Depression?
Burn-out führt die WHO in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit; der Begriff bezieht sich ausdrücklich auf den beruflichen Kontext. Als eigene Krankheit wird Burn-out damit nicht eingestuft. Ob hinter erschöpfungsbedingten Beschwerden eine Depression steckt, klärt die ärztliche Untersuchung.69
Mehr dazu: Burn-out oder Depression?
Wie unscharf der Begriff ist, zeigt eine Übersicht über 182 Studien mit Ärztinnen und Ärzten: Sie fand mindestens 142 verschiedene Definitionen, und wie Burn-out mit depressiven Beschwerden zusammenhängt, ließ sich deshalb nicht verlässlich bestimmen.70
Körperliche Ursachen und Laboruntersuchungen
Eine depressive Symptomatik kann Folge einer körperlichen Erkrankung sein. Im Allgemeinkrankenhaus kann nach einer Übersicht im New England Journal of Medicine bei bis zu einem Drittel der Menschen mit depressiven Beschwerden eine körperliche Erkrankung zugrunde liegen. Mit depressiven Beschwerden verbunden sind unter anderem Blutarmut, Schilddrüsenunterfunktion, Anfallsleiden, Parkinson, Schlafapnoe und Vitaminmangel.51 Der WHO-Leitfaden mhGAP sieht vor, eine solche Ursache zuerst zu behandeln und danach zu prüfen, ob depressive Beschwerden bestehen bleiben.71 Bei der ersten Abklärung sollten Laboruntersuchungen erwogen werden, etwa Blutbild, Stoffwechselwerte, Schilddrüsenwerte sowie Vitamin B12 und Folsäure; für einzelne Tests ist die Datenlage allerdings dünn.51
Schilddrüse und Vitaminmangel
Schilddrüsenunterfunktion und Depression hingen in einer Meta-Analyse von 25 Studien zusammen, deutlich schwächer als bisher angenommen (Odds Ratio 1,30), bei ausgeprägter Unterfunktion stärker als bei nur laborchemisch leichter.72
Mehr dazu: Schilddrüse und Vitaminmangel
Bei älteren Menschen mit leichter (subklinischer) Unterfunktion veränderte eine Hormonbehandlung die depressiven Symptome nach zwölf Monaten nicht gegenüber einem Scheinmedikament; die Teilnehmenden hatten zu Beginn allerdings kaum Beschwerden.73
Bei körperlich eingeschränkten Frauen ab 65 Jahren hatten Frauen mit stoffwechselrelevantem Vitamin-B12-Mangel nach Bereinigung etwa doppelt so häufig schwere depressive Beschwerden im Fragebogen; Folat und Blutarmut hingen in derselben Studie nicht mit dem Depressionsstatus zusammen.74
Mehrere neurologische Erkrankungen können mit depressiven Beschwerden beginnen oder von ihnen begleitet werden; die folgenden Befunde zeigen, wo neurologische und psychiatrische Abklärung zusammengehören.
Demenz
In der britischen Whitehall-II-Kohorte erhöhten depressive Beschwerden im mittleren Lebensalter das Demenzrisiko nicht; Unterschiede zeigten sich erst etwa 11 Jahre vor der Demenzdiagnose. Die Autoren deuten späte depressive Beschwerden eher als mögliches Frühzeichen einer beginnenden Demenz oder als Ausdruck gemeinsamer Ursachen.75
Mehr dazu: Neurologische Erkrankungen: Demenz, Parkinson, Schlaganfall, MS, Epilepsie: Demenz
Die Lancet-Kommission nennt Depression im höheren Lebensalter als Risikofaktor für Demenz, weist aber darauf hin, dass der Zusammenhang in beide Richtungen wirken kann.76
Parkinson
In britischen Hausarztdaten wurde 5 Jahre vor der Parkinson-Diagnose häufiger eine Depression erfasst als bei Kontrollen (relatives Risiko 1,76); am deutlichsten erhöht war das Zittern. Nach einer Übersicht betrifft Depression etwa 35 Prozent der Menschen mit Parkinson-Krankheit und kann schon vor den Bewegungssymptomen auftreten.77,78
Schlaganfall
Eine Depression nach Schlaganfall geht mit stärkerer Behinderung und höherer Sterblichkeit einher. Eine vorbestehende Depression ging in einer Meta-Analyse mit einer etwa dreifach höheren Chance für eine Depression nach dem Schlaganfall einher.79,80
Multiple Sklerose
Depression ist bei MS häufig; schwierig ist die Abgrenzung, weil sich psychische und neurologische Beschwerden überlappen.81
Epilepsie
Depression, Angst und Psychosen waren in britischen Hausarztdaten schon in den Jahren vor einer Epilepsiediagnose häufiger; die Autoren sprechen von einem Zusammenhang in beide Richtungen.82
Alkohol, Drogen und Medikamente
Auch Konsum oder Entzug von Cannabis, Beruhigungs- und Schlafmitteln, Opiaten, Kokain oder Stimulanzien kann depressive Beschwerden auslösen; dazu kommen einige verordnete Medikamente.51
Mehr dazu: Alkohol, Drogen und Medikamente
Unter 2945 Menschen mit Alkoholabhängigkeit hatten 15,2 Prozent eine von der Sucht unabhängige depressive Episode und 26,4 Prozent mindestens eine substanzinduzierte Episode. In einer großen US-Erhebung hatten nur wenige Menschen mit affektiven Störungen ausschließlich substanzinduzierte Störungen; die Behandlung einer begleitenden Depression sollte bei Sucht nicht zurückgestellt werden.83,84
Bei Medikamenten lohnt der genaue Blick: Kortison-Tabletten waren in britischen Hausarztdaten im Vergleich zu Menschen mit derselben Grunderkrankung ohne Kortison mit mehr Depressionen verbunden. Unter Hochdosis-Interferon alfa wegen eines Melanoms entwickelten in einer kleinen Studie 45 Prozent der Placebogruppe eine Major Depression. Betablocker waren dagegen in einer Auswertung von 15 Studien nicht mit einem signifikant erhöhten Risiko für depressive Beschwerden verbunden.85,86,87
Studiendetails: Alkohol, Drogen und Medikamente
In einer US-Querschnittserhebung hatten 15 Prozent der Erwachsenen, die drei oder mehr Medikamente mit Depression als möglicher Nebenwirkung nahmen, eine Depression (PHQ-9 ab 10), ohne solche Medikamente 4,7 Prozent; das ist ein Zusammenhang, kein Beweis für Verursachung.88
In einer dänischen Kohorte mit 1.061.997 Frauen war die Einnahme kombinierter hormoneller Verhütungspillen mit einer häufigeren ersten Antidepressiva-Verordnung verbunden (relatives Risiko 1,23). Cannabiskonsum im Jugendalter ging in einer Meta-Analyse mit einer höheren Chance für eine Depression im jungen Erwachsenenalter einher (Odds Ratio 1,37).89,90
Erwachsenen-ADHS und Autismus
Bei ADHS bestehen Konzentrationsprobleme nach der ICD-11 dauerhaft, nicht in Episoden; beide Störungen können gemeinsam vorliegen.5 In einer US-Erhebung lag die geschätzte Häufigkeit einer Erwachsenen-ADHS bei 4,4 Prozent; sie trat häufig zusammen mit anderen psychischen Störungen auf und war meist unbehandelt, obwohl viele wegen der Begleiterkrankungen in Behandlung waren.91 Im Autismus-Spektrum fand eine Meta-Analyse gesicherte depressive Störungen bei 11 Prozent; Fragebögen und eine begleitende intellektuelle Beeinträchtigung können Häufigkeitsschätzungen deutlich beeinflussen, deshalb ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig.33,92
Ob hinter Konzentrationsproblemen und Erschöpfung eine Depression, eine Erwachsenen-ADHS oder beides steckt, behandelt ein Beitrag auf adhs-spezialambulanz.de; dort gibt es auch Beiträge zur Abgrenzung von Autismus und Angststörungen (siehe Verweise).
Differenzialdiagnosen der Depression im Überblick
Zustand
Was dafür spricht
Was abgeklärt wird
Bipolare Störung
frühere Phasen mit weniger Schlafbedürfnis, viel Energie, Überaktivität; Familie
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Nicht hinter jeder gedrückten Stimmung steckt eine Depression. Die Abklärung fragt gezielt nach Selbstgefährdung, nach früheren Phasen mit gehobener Stimmung und viel Energie, nach psychotischen Symptomen, Substanzkonsum und Angst. Denn eine bipolare Störung beginnt oft wie eine Depression. Laborwerte wie Blutbild, Schilddrüse und Vitamin B12 helfen, körperliche Ursachen zu finden. Auch Alkohol, Drogen und manche Medikamente können depressive Beschwerden auslösen. Neue Lähmungen oder ausgeprägte Gedächtnisstörungen gehören zeitnah ärztlich abgeklärt.1,3,4,11,23,51,60,62,63,83,84,85,86,87
Depression oder etwas anderes?
Zwei Tabellen: der Überblick über zehn Abgrenzungen und alle 41 Befundblöcke des Abschnitts, filterbar nach Richtung, Art und Stichwort.
Die Differenzialdiagnose klärt, ob die Beschwerden tatsächlich eine Depression sind und ob etwas anderes dahintersteckt oder hinzukommt.1
Überblick: zehn Abgrenzungen
Zustand
Was dafür spricht
Was abgeklärt wird
Bipolare Störung
frühere Phasen mit weniger Schlafbedürfnis, viel Energie, Überaktivität; Familie
Die Tabelle ersetzt keine Untersuchung; mehrere Zustände können gleichzeitig vorliegen.
Alle 41 Befunde, filterbar
Abgrenzung von
Richtung
Art
Befund mit Beleg
Grundsatz
psychisch
Kernaussage
Die Differenzialdiagnose klärt, ob die Beschwerden tatsächlich eine Depression sind und ob etwas anderes dahintersteckt oder hinzukommt. Zur Abklärung gehört nach einer Übersicht in JAMA, neben der Schwere auch nach Selbstgefährdung, Hinweisen auf eine bipolare Störung, psychotischen Symptomen, Substanzkonsum und begleitender Angst zu fragen.1
Bipolare Störung
psychisch
Kernaussage
Eine bipolare Störung ist im Versorgungsalltag schwer zu erkennen, weil sie meist mit einer depressiven Episode beginnt, die einer unipolaren Depression ähnelt. Verlässliche Biomarker gibt es nicht; entscheidend sind das gezielte Erfragen hypomaner Phasen und die Beobachtung im Verlauf.11
Bipolare Störung
psychisch
Kernaussage
In einer US-Langzeitstudie mit 550 behandlungssuchenden Menschen mit Major Depression entwickelten im Mittel über 17,5 Jahre 19,6 Prozent später eine Hypomanie oder Manie. Hinweise darauf waren leichte hypomane Beschwerden, besonders ein vermindertes Schlafbedürfnis, ungewöhnlich viel Energie und gesteigerte zielgerichtete Aktivität, außerdem psychotische Symptome und das Alter bei Erkrankungsbeginn. Die meisten, bei denen sich später eine bipolare Störung zeigte, hatten zu Beginn aber keine hypomanen Beschwerden.60
Bipolare Störung
psychisch
Kernaussage
Die Unterscheidung ist für die Behandlung wichtig: In schwedischen Registerdaten war bei bipolarer Störung eine Behandlung nur mit einem Antidepressivum mit einem erhöhten Manierisiko verbunden, zusammen mit einem Stimmungsstabilisierer in den ersten drei Monaten nicht.61
Bipolare Störung
psychisch
Kernaussage
Die britische NICE-Leitlinie empfiehlt deshalb, bei Erwachsenen mit Depression nach früheren Phasen von Überaktivität oder enthemmtem Verhalten zu fragen; hielten sie 4 Tage oder länger an, soll eine fachpsychiatrische Abklärung erwogen werden. Betroffene und auch ihre Familien erkennen die Bedeutung hypomaner Beschwerden nicht immer.62,63
Bipolare Störung
psychisch
Hinweis
Mit Einverständnis der betroffenen Person kann es deshalb hilfreich sein, auch Angehörige nach solchen Phasen zu fragen.
Bipolare Störung
psychisch
Studiendetail
In der internationalen BRIDGE-Studie mit 5635 Erwachsenen in einer depressiven Episode erfüllten 16,0 Prozent die DSM-IV-TR-Kriterien einer bipolaren Störung, nach erweiterten Kriterien 47,0 Prozent; Hinweise waren vor allem Manie oder Hypomanie in der Familie und mehrere frühere Stimmungsepisoden.64
Bipolare Störung
psychisch
Studiendetail
Die Registerstudie umfasste 3240 Menschen (Hazard Ratio 2,83). In der randomisierten STEP-BD-Studie führte ein zusätzliches Antidepressivum zu einem Stimmungsstabilisierer nicht häufiger zu anhaltender Erholung als Placebo (23,5 gegenüber 27,3 Prozent).61,65
Anpassungsstörung
psychisch
Kernaussage
Eine Anpassungsstörung ist nach der ICD-11 eine Fehlanpassung an einen erkennbaren Belastungsfaktor wie Trennung oder Jobverlust. Erfüllen die Beschwerden die Kriterien einer depressiven Episode, wird trotz Auslöser eine Depression diagnostiziert.5
Anpassungsstörung
psychisch
Kernaussage
Eine Übersicht warnt vor zwei Fehlern: normale Belastungsreaktionen als krankhaft einzuordnen oder zu oft eine Depression zu diagnostizieren. Anpassungsstörungen gelten oft als leicht, waren aber unter Menschen, die durch Suizid gestorben sind, auffällig häufig diagnostiziert.66
Dysthymie
psychisch
Kernaussage
Eine Dysthymie verläuft oft langwierig: Bei früh beginnender Dysthymie erholten sich in einer zehnjährigen Studie geschätzt 73,9 Prozent, im Median aber erst nach 52 Monaten. Unter denen, die sich erholt hatten, lag das geschätzte Risiko, in eine weitere chronische Depressionsphase zurückzufallen, bei 71,4 Prozent.21
Trauer
psychisch
Kernaussage
Trauer ist keine Krankheit. Für eine Depression in der Trauer sprechen nach der ICD-11 einen Monat oder länger durchgehende Beschwerden ohne Phasen von Freude, Schuldgefühle, die nicht den Verstorbenen betreffen, oder Suizidgedanken.5
Trauer
psychisch
Kernaussage
Die anhaltende Trauerstörung ist eine eigene ICD-11-Diagnose: Sehnsucht nach dem Verstorbenen mit starkem Schmerz, mindestens 6 Monate und deutlich länger als kulturell üblich.5
Trauer
psychisch
Kernaussage
Eine Depression nach einem Trauerfall ähnelte in einer Übersichtsarbeit einer Depression aus anderem Anlass mehr, als sie sich von ihr unterschied, etwa bei Rückfällen und beim Ansprechen auf Antidepressiva; sie gehört deshalb ernst genommen.67
Trauer
psychisch
Studiendetail
In einer randomisierten Studie mit 395 Menschen mit komplizierter Trauer sprachen mit einer trauerspezifischen Psychotherapie 82,5 Prozent an, ohne sie unter Placebo 54,8 Prozent; das Antidepressivum verbesserte das Trauer-Ergebnis nicht zusätzlich, senkte aber depressive Begleitsymptome.68
Trauer
psychisch
Studiendetail
In einer US-Erhebung waren bei 12,9 Prozent der Menschen mit Depression im Leben alle Episoden kurz nach dem Tod einer nahestehenden Person aufgetreten und kürzer als zwei Monate; nach dem früheren DSM-IV galt das als Trauer.19
Burn-out
psychisch
Kernaussage
Burn-out führt die WHO in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit; der Begriff bezieht sich ausdrücklich auf den beruflichen Kontext. Als eigene Krankheit wird Burn-out damit nicht eingestuft. Ob hinter erschöpfungsbedingten Beschwerden eine Depression steckt, klärt die ärztliche Untersuchung.69
Burn-out
psychisch
Studiendetail
Wie unscharf der Begriff ist, zeigt eine Übersicht über 182 Studien mit Ärztinnen und Ärzten: Sie fand mindestens 142 verschiedene Definitionen, und wie Burn-out mit depressiven Beschwerden zusammenhängt, ließ sich deshalb nicht verlässlich bestimmen.70
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, Vitamine
körperlich
Kernaussage
Eine depressive Symptomatik kann Folge einer körperlichen Erkrankung sein. Im Allgemeinkrankenhaus kann nach einer Übersicht im New England Journal of Medicine bei bis zu einem Drittel der Menschen mit depressiven Beschwerden eine körperliche Erkrankung zugrunde liegen. Mit depressiven Beschwerden verbunden sind unter anderem Blutarmut, Schilddrüsenunterfunktion, Anfallsleiden, Parkinson, Schlafapnoe und Vitaminmangel.51
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, Vitamine
körperlich
Kernaussage
Der WHO-Leitfaden mhGAP sieht vor, eine solche Ursache zuerst zu behandeln und danach zu prüfen, ob depressive Beschwerden bestehen bleiben.71
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, Vitamine
körperlich
Kernaussage
Bei der ersten Abklärung sollten Laboruntersuchungen erwogen werden, etwa Blutbild, Stoffwechselwerte, Schilddrüsenwerte sowie Vitamin B12 und Folsäure; für einzelne Tests ist die Datenlage allerdings dünn.51
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, Vitamine
körperlich
Hinweis
Laborwerte helfen, körperliche Ursachen zu finden; eine Depression selbst lässt sich damit nicht feststellen.
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, Vitamine
körperlich
Hinweis
Warnzeichen für eine körperliche Ursache sind nach der deutschen Leitlinie unter anderem neue Lähmungen, Bewegungs- oder Gefühlsstörungen, die zeitgleich mit einer neuen schweren depressiven Symptomatik auftreten, ebenso ausgeprägte Einschränkungen von Gedächtnis, Konzentration oder Denkleistung. Solche Zeichen gehören zeitnah ärztlich abgeklärt.23
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, Vitamine
körperlich
Kernaussage
Schilddrüsenunterfunktion und Depression hingen in einer Meta-Analyse von 25 Studien zusammen, deutlich schwächer als bisher angenommen (Odds Ratio 1,30), bei ausgeprägter Unterfunktion stärker als bei nur laborchemisch leichter.72
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, Vitamine
körperlich
Studiendetail
Bei älteren Menschen mit leichter (subklinischer) Unterfunktion veränderte eine Hormonbehandlung die depressiven Symptome nach zwölf Monaten nicht gegenüber einem Scheinmedikament; die Teilnehmenden hatten zu Beginn allerdings kaum Beschwerden.73
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, Vitamine
körperlich
Studiendetail
Bei körperlich eingeschränkten Frauen ab 65 Jahren hatten Frauen mit stoffwechselrelevantem Vitamin-B12-Mangel nach Bereinigung etwa doppelt so häufig schwere depressive Beschwerden im Fragebogen; Folat und Blutarmut hingen in derselben Studie nicht mit dem Depressionsstatus zusammen.74
Neurologische Erkrankungen
neurologisch
Kernaussage
Demenz: In der britischen Whitehall-II-Kohorte erhöhten depressive Beschwerden im mittleren Lebensalter das Demenzrisiko nicht; Unterschiede zeigten sich erst etwa 11 Jahre vor der Demenzdiagnose. Die Autoren deuten späte depressive Beschwerden eher als mögliches Frühzeichen einer beginnenden Demenz oder als Ausdruck gemeinsamer Ursachen.75
Neurologische Erkrankungen
neurologisch
Studiendetail
Die Lancet-Kommission nennt Depression im höheren Lebensalter als Risikofaktor für Demenz, weist aber darauf hin, dass der Zusammenhang in beide Richtungen wirken kann.76
Neurologische Erkrankungen
neurologisch
Kernaussage
Parkinson: In britischen Hausarztdaten wurde 5 Jahre vor der Parkinson-Diagnose häufiger eine Depression erfasst als bei Kontrollen (relatives Risiko 1,76); am deutlichsten erhöht war das Zittern. Nach einer Übersicht betrifft Depression etwa 35 Prozent der Menschen mit Parkinson-Krankheit und kann schon vor den Bewegungssymptomen auftreten.77,78
Neurologische Erkrankungen
neurologisch
Kernaussage
Schlaganfall: Eine Depression nach Schlaganfall geht mit stärkerer Behinderung und höherer Sterblichkeit einher. Eine vorbestehende Depression ging in einer Meta-Analyse mit einer etwa dreifach höheren Chance für eine Depression nach dem Schlaganfall einher.79,80
Neurologische Erkrankungen
neurologisch
Kernaussage
Multiple Sklerose: Depression ist bei MS häufig; schwierig ist die Abgrenzung, weil sich psychische und neurologische Beschwerden überlappen.81
Neurologische Erkrankungen
neurologisch
Kernaussage
Epilepsie: Depression, Angst und Psychosen waren in britischen Hausarztdaten schon in den Jahren vor einer Epilepsiediagnose häufiger; die Autoren sprechen von einem Zusammenhang in beide Richtungen.82
Alkohol, Drogen, Medikamente
Substanzen und Medikamente
Kernaussage
Auch Konsum oder Entzug von Cannabis, Beruhigungs- und Schlafmitteln, Opiaten, Kokain oder Stimulanzien kann depressive Beschwerden auslösen; dazu kommen einige verordnete Medikamente.51
Alkohol, Drogen, Medikamente
Substanzen und Medikamente
Studiendetail
Unter 2945 Menschen mit Alkoholabhängigkeit hatten 15,2 Prozent eine von der Sucht unabhängige depressive Episode und 26,4 Prozent mindestens eine substanzinduzierte Episode. In einer großen US-Erhebung hatten nur wenige Menschen mit affektiven Störungen ausschließlich substanzinduzierte Störungen; die Behandlung einer begleitenden Depression sollte bei Sucht nicht zurückgestellt werden.83,84
Alkohol, Drogen, Medikamente
Substanzen und Medikamente
Studiendetail
Bei Medikamenten lohnt der genaue Blick: Kortison-Tabletten waren in britischen Hausarztdaten im Vergleich zu Menschen mit derselben Grunderkrankung ohne Kortison mit mehr Depressionen verbunden. Unter Hochdosis-Interferon alfa wegen eines Melanoms entwickelten in einer kleinen Studie 45 Prozent der Placebogruppe eine Major Depression. Betablocker waren dagegen in einer Auswertung von 15 Studien nicht mit einem signifikant erhöhten Risiko für depressive Beschwerden verbunden.85,86,87
Alkohol, Drogen, Medikamente
Substanzen und Medikamente
Hinweis
Setzen Sie verordnete Medikamente nie ohne ärztlichen Rat ab, auch wenn Sie einen Zusammenhang vermuten.
Alkohol, Drogen, Medikamente
Substanzen und Medikamente
Studiendetail
In einer US-Querschnittserhebung hatten 15 Prozent der Erwachsenen, die drei oder mehr Medikamente mit Depression als möglicher Nebenwirkung nahmen, eine Depression (PHQ-9 ab 10), ohne solche Medikamente 4,7 Prozent; das ist ein Zusammenhang, kein Beweis für Verursachung.88
Alkohol, Drogen, Medikamente
Substanzen und Medikamente
Studiendetail
In einer dänischen Kohorte mit 1.061.997 Frauen war die Einnahme kombinierter hormoneller Verhütungspillen mit einer häufigeren ersten Antidepressiva-Verordnung verbunden (relatives Risiko 1,23). Cannabiskonsum im Jugendalter ging in einer Meta-Analyse mit einer höheren Chance für eine Depression im jungen Erwachsenenalter einher (Odds Ratio 1,37).89,90
Erwachsenen-ADHS und Autismus
psychisch
Kernaussage
Bei ADHS bestehen Konzentrationsprobleme nach der ICD-11 dauerhaft, nicht in Episoden; beide Störungen können gemeinsam vorliegen.5
Erwachsenen-ADHS und Autismus
psychisch
Kernaussage
In einer US-Erhebung lag die geschätzte Häufigkeit einer Erwachsenen-ADHS bei 4,4 Prozent; sie trat häufig zusammen mit anderen psychischen Störungen auf und war meist unbehandelt, obwohl viele wegen der Begleiterkrankungen in Behandlung waren.91
Erwachsenen-ADHS und Autismus
psychisch
Kernaussage
Im Autismus-Spektrum fand eine Meta-Analyse gesicherte depressive Störungen bei 11 Prozent; Fragebögen und eine begleitende intellektuelle Beeinträchtigung können Häufigkeitsschätzungen deutlich beeinflussen, deshalb ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig.33,92
41 von 41 Befunden
Warnzeichen für eine körperliche Ursache sind nach der deutschen Leitlinie unter anderem neue Lähmungen, Bewegungs- oder Gefühlsstörungen, die zeitgleich mit einer neuen schweren depressiven Symptomatik auftreten, ebenso ausgeprägte Einschränkungen von Gedächtnis, Konzentration oder Denkleistung. Solche Zeichen gehören zeitnah ärztlich abgeklärt.23
Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3
psychisch
körperlich
neurologisch
Substanzen und Medikamente
KernsatzLaborwerte helfen, körperliche Ursachen zu finden; eine Depression selbst lässt sich damit nicht feststellen.
Quellen: Simon GE, Moise N, Mohr DC · JAMA 20241; TelefonSeelsorge Deutschland · TelefonSeelsorge Deutschland 20263; Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de) 20264; World Health Organization · WHO 20245; Grande I et al. · The Lancet 201611; Hasin DS et al. · JAMA Psychiatry 201819; Bundesärztekammer et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 202223; Park LT, Zarate CA Jr · New England Journal of Medicine 201951; Klein DN et al. · American Journal of Psychiatry 200621; Hollocks MJ et al. · Psychological Medicine 201933; Fiedorowicz JG et al. · American Journal of Psychiatry 201160; Viktorin A et al. · American Journal of Psychiatry 201461; National Institute for Health and Care Excellence (NICE) · NICE 201462; Vieta E et al. · Nature Reviews Disease Primers 201863; Angst J et al. · Archives of General Psychiatry 201164; Sachs GS et al. · New England Journal of Medicine 200765; Casey P, Bailey S · World Psychiatry 201166; Zisook S, Kendler KS · Psychological Medicine 200767; Shear MK et al. · JAMA Psychiatry 201668; World Health Organization · WHO 201969; Rotenstein LS et al. · JAMA 201870; World Health Organization · WHO 201671; Bode H et al. · JAMA Psychiatry 202172; Wildisen L et al. · JAMA Network Open 202173; Penninx BW et al. · American Journal of Psychiatry 200074; Singh-Manoux A et al. · JAMA Psychiatry 201775; Livingston G et al. · The Lancet 202076; Schrag A et al. · The Lancet Neurology 201577; Aarsland D et al. · Nature Reviews Neurology 201178; Robinson RG, Jorge RE · American Journal of Psychiatry 201679; Taylor-Rowan M et al. · Psychological Medicine 201980; Feinstein A et al. · Nature Reviews Neurology 201481; Hesdorffer DC et al. · Annals of Neurology 201282; Schuckit MA et al. · American Journal of Psychiatry 199783; Grant BF et al. · Archives of General Psychiatry 200484; Fardet L et al. · American Journal of Psychiatry 201285; Musselman DL et al. · New England Journal of Medicine 200186; Ko DT et al. · JAMA 200287; Qato DM et al. · JAMA 201888; Skovlund CW et al. · JAMA Psychiatry 201689; Gobbi G et al. · JAMA Psychiatry 201990; Kessler RC et al. · American Journal of Psychiatry 200691; Lai MC et al. · The Lancet Psychiatry 201992
Ursachen der Depression: Was im Gehirn geschieht und wie sicher die Erklärungen sind
Was im Gehirn bei einer Depression geschieht, ist nicht aufgeklärt. Nach dem Übersichtsartikel in Nature Reviews Disease Primers kann kein etablierter Mechanismus alle Aspekte der Erkrankung erklären; Veränderungen betreffen unter anderem das Hirnvolumen, besonders den Hippocampus, Netzwerke für die Kontrolle des Denkens, die Stressachse und das Immunsystem.10
Mehr dazu: Heterogenität und Biotypen
Jede Theorie trifft nach einer Übersicht in World Psychiatry nur auf einen Teil der Betroffenen zu; der Wissensstand spricht gegen eine einheitliche Erklärung.93
Die folgende Landkarte stellt die wichtigsten Erklärungsmodelle nebeneinander. Zu jedem steht der Evidenzstand: gut gestützt, teilweise gestützt, vorläufig oder umstritten. Fast alle Hirn- und Laborbefunde stammen aus Vergleichen von Gruppen zu einem Zeitpunkt. Sie sagen wenig darüber, was Ursache und was Folge ist.
Evidenzstand nach der Recherche
gut gestützt
teilweise gestützt
vorläufig
umstritten
Die Monoamin-Hypothese der Botenstoffe
Evidenzstand: umstritten
Die Monoamin-Hypothese führte Depression auf einen Mangel an Botenstoffen wie Serotonin zurück. Einfache biochemische Erklärungen, die niedrige Serotoninspiegel mit gedrückter Stimmung gleichsetzen, sind nach einer Übersicht von Cowen und Browning nicht mehr haltbar; eine geschwächte Serotoninfunktion könne in manchen Fällen aber zu einer Depression beitragen.94 Eine Übersichtsarbeit über Übersichtsarbeiten fand in den wichtigsten Forschungsfeldern keine konsistenten Belege dafür, dass Depression mit einer niedrigeren Serotoninaktivität zusammenhängt. Die einfache Erklärung „Depression entsteht durch Serotoninmangel“ wird dadurch nicht gestützt. Das sagt nichts darüber, ob Antidepressiva wirken.95 Die deutsche Leitlinie nennt einen ursächlichen Monoamin-Mangel umstritten; die Hypothese gilt damit weder als bewiesen noch als widerlegt.23
Studiendetails: Die Monoamin-Hypothese der Botenstoffe
Nach Cowen und Browning ist eine gestörte Serotoninfunktion weder notwendig noch ausreichend für eine Depression.94
Bei zehn von 15 Frauen mit früheren depressiven Episoden, die gesund waren und keine Medikamente nahmen, löste ein tryptophanfreies Aminosäuregemisch vorübergehend Symptome aus.96
Eine Meta-Analyse von 45 Tryptophan- und 8 weiteren Depletionsstudien fand, dass eine solche Absenkung die Stimmung gesunder Kontrollpersonen nicht senkte. Die Autoren deuten die Befunde als Verletzlichkeit, nicht als Beleg für einen ursächlichen Mangel.97
Auf die Übersichtsarbeit zur Serotonin-Hypothese gab es fachliche Erwiderungen; deren Inhalt wurde für diesen Beitrag nicht ausgewertet.95
Die HPA-Achsen-Hypothese zur Stressachse
Evidenzstand: teilweise gestützt
Chronischer oder früher Stress soll die Stresshormonachse verstellen, die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. Bei melancholischer Depression scheint das Stresssystem überaktiv zu sein, bei atypischer eher unteraktiv.98
Mehr dazu: Die HPA-Achsen-Hypothese zur Stressachse
Die Cortisol-Aufwachreaktion war bei aktueller und bei abgeklungener Depression nur leicht erhöht und könnte eine Verletzlichkeit anzeigen. Ob die Überaktivität Ursache, Folge oder Verletzlichkeitszeichen ist, lassen die Daten offen.99
Studiendetails: Die HPA-Achsen-Hypothese zur Stressachse
In einer niederländischen Kohorte mit 1588 Personen lagen die Unterschiede der Cortisol-Aufwachreaktion zu Kontrollen bei Effektstärken von 0,15 bis 0,25, also klein. Bei Frauen mit Missbrauchserfahrung in der Kindheit fiel die hormonelle Stressreaktion in einem Stresstest deutlich stärker aus.99,100
Die Neurotrophin-Hypothese zur Plastizität
Evidenzstand: teilweise gestützt
Die Plastizitätshypothese vermutet, dass Stress und Depression Synapsen in Hippocampus und Stirnhirn abbauen und wirksame Behandlungen sie wiederherstellen. In der bisher größten Auswertung war das Hippocampusvolumen im Mittel nur um etwa 1,2 Prozent kleiner, vor allem bei wiederkehrender Depression; bei einer ersten Episode fand sich kein Unterschied.101
Mehr dazu: Die Neurotrophin-Hypothese zur Plastizität
Ob beim Erwachsenen im Hippocampus neue Nervenzellen entstehen, wird kontrovers diskutiert.102
Studiendetails: Die Neurotrophin-Hypothese zur Plastizität
Die Auswertung umfasste 1728 Betroffene und 7199 Kontrollen.101
Der BDNF-Spiegel im Blut, ein Wachstumsfaktor für Nervenzellen, war in einer Meta-Analyse niedriger, nach Korrektur für Publikationsverzerrung aber schwächer als zunächst gedacht.103
Glutamat, GABA und die Ketamin-Frage
Evidenzstand: teilweise gestützt
Dass eine einzelne Ketamin-Infusion bei therapieresistenter Depression innerhalb von Stunden wirken kann, rückte die Botenstoffe Glutamat und GABA in den Blick. Das stützt eine Beteiligung des NMDA-Rezeptor-Systems, zeigt aber nicht, dass ein Glutamat-Defizit die Depression verursacht.104,105
Mehr dazu: Glutamat, GABA und die Ketamin-Frage
Beim Menschen ist der Mechanismus ungeklärt, und die Hypothese, Ketamin stelle verlorene Synapsen wieder her, ist nicht bestätigt.106
Studiendetails: Glutamat, GABA und die Ketamin-Frage
In einer Studie mit 73 Personen sprachen 24 Stunden nach der Infusion 64 Prozent an, nach dem Vergleichsmittel Midazolam 28 Prozent. Eine kleine, vorzeitig beendete Zwischenanalyse sprach auch für eine Rolle des Opioidsystems.105,107
Die Immunhypothese der Entzündung
Evidenzstand: teilweise gestützt
Bei einem Teil der Menschen mit Depression sind Entzündungsmarker erhöht: In einer Meta-Analyse von 37 Studien zeigten 27 Prozent ein CRP über 3 mg/L, die Mehrheit also nicht.108
Mehr dazu: Die Immunhypothese der Entzündung
Erhöhte Werte des Immunbotenstoffs Interleukin-6 im Alter von neun Jahren gingen in einer Geburtskohorte mit einem erhöhten Depressionsrisiko mit 18 Jahren einher.109
Ob Entzündung Ursache oder Folge ist und wem Entzündungshemmer nützen könnten, ist offen.110
Studiendetails: Die Immunhypothese der Entzündung
Das Odds Ratio betrug 1,55 für das höchste gegenüber dem niedrigsten Drittel. Auch Interferon alfa, ein Zytokin, kann eine Depression auslösen: Unter Placebo entwickelten 9 von 20 Menschen mit schwarzem Hautkrebs Symptome, unter einem vorbeugend gegebenen Antidepressivum 2 von 18.86,109
Das Konnektivitätsmodell der Hirnnetzwerke
Evidenzstand: vorläufig
Das Netzwerkmodell versteht Depression als gestörte Kommunikation großer Hirnnetzwerke. Eine Meta-Analyse beschrieb eine verminderte Kopplung im frontoparietalen Kontrollnetzwerk und eine verstärkte im Default-Mode-Netzwerk, das mit selbstbezogenem Denken verbunden ist.111
Mehr dazu: Das Konnektivitätsmodell der Hirnnetzwerke
Dessen Kopplung mit dem subgenualen präfrontalen Cortex sagt oft das Ausmaß des Grübelns voraus; das daraus abgeleitete Modell ist ein Vorschlag der Autoren.112
Das Belohnungssystem reagierte bei unmedizierten Betroffenen auf Gewinne abgeschwächt.113
Die Befunde schwanken jedoch, und für einzelne Menschen sind sie kein Test.114,115
Studiendetails: Das Konnektivitätsmodell der Hirnnetzwerke
Die Meta-Analyse umfasste 27 Datensätze mit 556 Betroffenen und 518 Kontrollen.111
Im Belohnungs-Experiment waren es 30 Betroffene und 31 Gesunde.113
Eine Meta-Analyse von 57 Studien mit Aufgaben zur emotionalen und kognitiven Verarbeitung fand keine übereinstimmend veränderten Aktivierungsorte.114
In einer Studie mit 1809 Personen lag die Klassifikationsgenauigkeit der Hirnbilder bei 54 bis 56 Prozent.115
Die zirkadiane Hypothese zu Schlaf und innerer Uhr
Evidenzstand: vorläufig
Ein schwächerer Tag-Nacht-Rhythmus der Aktivität ging in einer großen Querschnittsstudie mit einem etwas höheren Risiko für eine lebenslange Depression einher, ein kleiner Effekt.116
Mehr dazu: Die zirkadiane Hypothese zu Schlaf und innerer Uhr
Morgendliches Licht wirkte in einer achtwöchigen Studie bei Erwachsenen mit nicht saisonaler Depression besser als Placebo. Beides spricht für eine Beteiligung der inneren Uhr an manchen Formen, ist aber kein Mechanismusbeweis.117
Studiendetails: Die zirkadiane Hypothese zu Schlaf und innerer Uhr
Die Querschnittsstudie umfasste 91.105 Personen der UK Biobank (Odds Ratio 1,06 je Quintil).116
Die Lichtstudie umfasste 122 Erwachsene (Effektstärke 0,80 für Licht gegenüber Placebo).117
Das polygene Modell der Erbanlagen
Evidenzstand: gut gestützt
Zwillingsstudien schätzen die Erblichkeit der Neigung zur Depression auf etwa 37 Prozent. Das beschreibt Unterschiede in der Bevölkerung, nicht den Anteil bei einem einzelnen Menschen.118
Mehr dazu: Das polygene Modell der Erbanlagen
Die Erkrankung ist hochgradig polygen: Die bisher größte Genomstudie fand 243 Risikoorte, jede Variante mit winzigem Effekt.119
Frühere Einzelgen-Befunde, etwa zum Serotonintransporter-Gen 5-HTTLPR, bestätigten sich in großen Stichproben nicht.120
Studiendetails: Das polygene Modell der Erbanlagen
Bei den Zwillingsstudien lag das 95-Prozent-Intervall bei 31 bis 42 Prozent.118
Die Genomstudie umfasste über 1,3 Millionen Personen, davon 371.184 Betroffene; rund 11.700 Varianten erklären 90 Prozent der durch häufige Varianten erklärbaren Erblichkeit.119
Die Kandidatengen-Analyse prüfte 18 Gene in Stichproben von 62.138 bis 443.264 Personen.120
Offene Frage: Epigenetik: Das polygene Modell der Erbanlagen
Offen ist, ob schwerer Stress die Aktivität von Genen über epigenetische Veränderungen dauerhaft verschiebt. Eine Studie beschrieb bei einer Variante des Gens FKBP5, eines Regulators der Stresshormon-Antwort, eine vom Kindheitstrauma abhängige Veränderung der DNA-Methylierung; eine Übersicht in JAMA Psychiatry formuliert die epigenetische Erklärung ausdrücklich als Hypothese.121,122
Die Mikrobiom-Hypothese zu Darm und Gehirn
Evidenzstand: vorläufig
Das Darmmikrobiom von Menschen mit Depression unterschied sich in einer Meta-Analyse von dem Gesunder, vor allem durch weniger Buttersäure bildende Bakterien; das Muster ist nicht auf Depression beschränkt.123
Mehr dazu: Die Mikrobiom-Hypothese zu Darm und Gehirn
Nach Übertragung des Mikrobioms auf keimfreie Mäuse zeigten diese depressionsähnliches Verhalten; beim Menschen ist ein solcher ursächlicher Weg nicht gezeigt.124
Endokrine Modelle der Hormone
Evidenzstand: teilweise gestützt
Die simulierte Absenkung von Östrogen und Progesteron löste in einem kleinen Experiment bei Frauen mit früherer postpartaler Depression Stimmungssymptome aus, bei Frauen ohne diese Vorgeschichte nicht; das spricht für eine unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber Hormonschwankungen.125
Mehr dazu: Endokrine Modelle der Hormone
In der Perimenopause entwickelten unter Östrogen plus Progesteron weniger Frauen depressive Symptome als unter Placebo.126
Eine Hormonbehandlung bei leichter Schilddrüsenunterfunktion zeigte im Alter keinen Nutzen.73
Testosteron senkte depressive Symptome bei Männern im Mittel nur gering, und die Studien waren sehr unterschiedlich.127
Studiendetails: Endokrine Modelle der Hormone
Im Experiment zeigten 5 von 8 Frauen mit früherer postpartaler Depression Symptome, keine der 8 Frauen ohne diese Vorgeschichte.125
In der Perimenopause-Studie mit 172 Frauen, die zu Beginn keine depressiven Symptome hatten, entwickelten 32,3 Prozent unter Placebo und 17,3 Prozent unter Östrogen plus Progesteron depressive Symptome. Das ist kein Behandlungsrat.126
In einer Studie mit 427 älteren Menschen mit leichter (subklinischer) Schilddrüsenunterfunktion veränderte eine Hormonbehandlung die depressiven Symptome nach zwölf Monaten nicht gegenüber einem Scheinmedikament.73
Bei Männern senkte Testosteron depressive Symptome in einer Meta-Analyse von 27 Studien mit 1890 Teilnehmern gegenüber Placebo nur gering (Hedges g 0,21).127
Heterogenität und Biotypen
Evidenzstand: vorläufig
Ob es biologisch abgrenzbare Untergruppen gibt, ist offen. Vorgeschlagen wurden anhand von Hirnnetzwerken unter anderem vier und sechs Untergruppen.128,129
Mehr dazu: Heterogenität und Biotypen
Ein systematischer Review sah Hinweise auf mögliche Untergruppen, wegen unterschiedlicher Methoden und fehlender Wiederholung in unabhängigen Daten aber keine endgültigen Schlüsse.130
Studiendetails: Heterogenität und Biotypen
Die Studien umfassten 1188 Personen (vier Untergruppen) und 801 unbehandelte Menschen mit Depression oder Angst (sechs Untergruppen); für den neueren Ansatz ist eine Bestätigung in unabhängigen Daten bisher nicht berichtet. Der Review umfasste 29 Arbeiten.128,129,130
KI-generierte schematische Illustration: mehrere Erklärungsmodelle nebeneinander, ohne Gewichtung und ohne Messwerte.
Schematischer KI-Film (Sinnbild für Netzwerkaktivität). Kein Krankheitsmodell, keine Messdaten.
Erklärungsmodelle der Pathophysiologie mit Evidenzstand
Modell
Evidenzstand
Wichtigster Befund
Grenze
Monoamin-Hypothese
umstritten
Übersichtsarbeit: keine konsistenten Belege für Serotoninmangel
Depressionen sind kein einheitliches Krankheitsbild; jede Theorie trifft nur auf einen Teil der Betroffenen zu.93 Erbanlagen erklären nach Zwillingsstudien etwa 37 Prozent der Unterschiede in der Erkrankungsneigung.118 Belastende Lebensereignisse erhöhen das Risiko für den Beginn einer depressiven Episode.131 Misshandlung in der Kindheit geht mit häufiger wiederkehrenden und länger anhaltenden Episoden und schlechterem Ansprechen auf Behandlung einher.132 Gruppenunterschiede im Gehirn sind klein und für den Einzelfall nicht diagnostisch.101,115 Antidepressiva waren in der akuten Behandlung Erwachsener mit Major Depression einem Placebo überlegen.8
Was wir vermuten
Plausibel, aber nicht bewiesen sind eine Überaktivität der Stressachse bei Untergruppen, der Verlust und die Wiederherstellung von Synapsen, eine Rolle von Glutamat und GABA, Entzündung bei einem Teil der Betroffenen, Störungen großer Hirnnetzwerke sowie eine besondere Empfindlichkeit für Hormonschwankungen und für den Schlaf-Wach-Rhythmus.98,108,111,116,125,133,134
Was offen ist
Offen ist vor allem, was Ursache und was Folge ist; der kleinere Hippocampus bei wiederkehrender Depression etwa ist mit einer Folge längerer Krankheit vereinbar, belegt sie aber nicht.101
Mehr dazu: Was offen ist
Offen sind auch der Wirkmechanismus von Ketamin beim Menschen, die Gründe für den verzögerten Wirkungseintritt der Antidepressiva, die Existenz abgrenzbarer Biotypen und die Rolle der Darm-Hirn-Achse.106,124,130,135
Jede Karte steht für sich: eigene Frage, eigene Gruppe, eigener Zeitraum, eigenes Maß. Keine Rangfolge.
Molecular Psychiatry2023
Umbrella-Review zur Serotonin-Hypothese (Moncrieff 2023)
17 eingeschlossene Arbeiten
Zusammenhang zwischen Serotonin und Depression
JAMA Psychiatry2022
Hirnbilder als Klassifikator (Winter 2022)
1.809 Teilnehmende
Klassifikationsgenauigkeit
Studie 1 von 2
Umbrella-Review zur Serotonin-Hypothese (Moncrieff 2023)
Wer und was
Erwachsene mit Depression; Übersichtsarbeiten zu Serotonin und Depression
Umfang
17 eingeschlossene Arbeiten
Endpunkt
Zusammenhang zwischen Serotonin und Depression
Ergebnis
In den wichtigsten Forschungsfeldern keine konsistenten Belege für niedrigere Serotoninaktivität bei Depression.95
Grenzen
Übersichtsarbeit, keine Primärstudie; sagt nichts darüber, ob Antidepressiva wirken.
Studie 2 von 2
Hirnbilder als Klassifikator (Winter 2022)
Wer und was
Erwachsene 18 bis 65 Jahre mit Depression (861) und Kontrollen (948); Struktur-, Diffusions- und Funktions-MRT
Verteilungen überlappten zu 87 bis 95 Prozent; Klassifikationsgenauigkeit 54 bis 56 Prozent; keine Vorhersage für Einzelne.115
Grenzen
Eine Kohorte aus Marburg und Münster; Erratum betrifft nur Affiliationen.
Risiko und Schutz: Lebensgeschichte, Lebensphasen und Umwelt
Anfälligkeit und Auslöser
Nach dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell entsteht eine Depression, wenn Anfälligkeit und aktuelle Belastungen zusammentreffen. Eine Studie mit 5.221 Menschen stützt dieses Modell: Wer genetisch vorbelastet war und viele belastende Lebensereignisse erlebte, hatte ein etwas höheres Risiko, als sich aus beiden Faktoren einzeln ergab; der Zusatzeffekt war aber klein.136 Die WHO beschreibt Depression als Ergebnis eines Zusammenspiels sozialer, psychologischer und biologischer Faktoren.2 Risikofaktoren sind keine Schuldfaktoren, denn die meisten Menschen erkranken trotz belastender Erfahrungen nicht an einer Depression.137
Familie und Erbanlagen
Depression kommt in Familien gehäuft vor: Die Chance, selbst zu erkranken, ist bei Verwandten ersten Grades von Betroffenen etwa 2,8-fach höher als bei Verwandten von Menschen ohne Depression (Odds Ratio 2,84). Das ist eine Aussage über Bevölkerungen, keine Prognose für einzelne Familien.118
Belastende Ereignisse
Besonders schwere Belastungen, etwa der Tod einer nahestehenden Person, Gewalt oder eine Trennung, erhöhten bei Frauen die Chance für den Beginn einer Depression im selben Monat stark (Odds Ratio über 10); Erbanlagen beeinflussten, wie stark jemand darauf reagierte.138
Mehr dazu: Belastende Ereignisse
Der größere Teil des Zusammenhangs zwischen Belastungsereignissen und Depressionsbeginn ist nach einer Zwillingsstudie ursächlich, etwa ein Drittel aber nicht, weil vorbelastete Menschen sich eher in riskante Lebenslagen begeben.131
Studiendetails: Belastende Ereignisse
Ein direkter Test mit genetischen Risikoscores fand nur einen sehr kleinen Zusatzeffekt der Wechselwirkung von 0,12 Prozent der Varianz.136
Eine Meta-Analyse mit 5.765 Personen fand keine Wechselwirkung zwischen genetischem Gesamtrisiko und Kindheitsbelastung; beide erhöhten das Risiko jeweils für sich.139
Kindheit
Acht hochwertige Kohortenstudien zeigten in einer Meta-Analyse, dass Misshandlung in der Kindheit, gleich welcher Art, mit einer etwa doppelt so hohen Chance für eine Depression im Erwachsenenalter einherging (Odds Ratio 2,03).140
Studiendetails: Kindheit
In einer prospektiven Studie hatten dokumentiert misshandelte oder vernachlässigte Kinder im jungen Erwachsenenalter ein höheres Risiko für eine aktuelle Depression (Odds Ratio 1,51) und erkrankten im Durchschnitt früher.141
Auch häufiges Mobbing in der Kindheit hing in der britischen Geburtskohorte von 1958 mit einer Depression im Alter von 45 Jahren zusammen (Odds Ratio 1,95).142
Erwachsenenleben: Kindheit
Im Erwachsenenleben unterscheiden sich die Wege in die Depression: Bei Frauen spielten in einer Zwillingsstudie Persönlichkeit und Beziehungsprobleme eine größere Rolle, bei Männern verhaltensbezogene Probleme und frühere Depression.143
Studiendetails: Kindheit
In Längsschnittstudien ging Cannabiskonsum mit einem leicht erhöhten Depressionsrisiko einher (Odds Ratio 1,17), starker Konsum mit einem deutlicher erhöhten (Odds Ratio 1,62); ob das ursächlich ist, ist nicht gesichert.144
Lebensphasen
In einer großen US-Erhebung lag das mittlere Ersterkrankungsalter (Median) für affektive Störungen bei 30 Jahren, für Angststörungen bei 11 Jahren.145
Mehr dazu: Lebensphasen
Bei älteren Menschen gehörten Trauerfall, Schlafstörungen, Behinderung, eine frühere Depression und weibliches Geschlecht zu den wichtigsten Risikofaktoren; auch neue körperliche Erkrankungen fielen in mehreren Studien auf.146
Studiendetails: Lebensphasen
Nach der WHO erleben weltweit mehr als 10 Prozent der Schwangeren und frisch Entbundenen eine Depression.2
Eine Familiengeschichte psychischer Störungen ging in einer Meta-Analyse mit einer etwa doppelt so hohen Chance für eine Wochenbettdepression einher (Odds Ratio 2,08; 26 Studien, 100.877 Frauen).147
In einer US-Screening-Studie begann bei Frauen mit auffälligem Depressions-Screening die Episode in 40,1 Prozent nach der Geburt, in 33,4 Prozent während der Schwangerschaft und in 26,5 Prozent schon davor; 22,6 Prozent hatten eine bipolare Störung, weshalb die Unterscheidung wichtig ist.148
Schutzfaktoren
Emotional unterstützende Beziehungen schützten in einer Zwillingsstudie Frauen deutlich stärker vor einer Depression als Männer; ob die Unterstützung ursächlich schützt, ist nicht abschließend geklärt.149 Körperlich aktive Menschen erkrankten in Beobachtungsstudien seltener an einer Depression; diese Studien können aber nicht ausschließen, dass die Depression selbst die Aktivität senkt.150
Studiendetails: Schutzfaktoren
Eine Meta-Analyse von 49 Kohortenstudien (266.939 Personen) fand bei Menschen mit viel Bewegung im Vergleich zu wenig Bewegung eine um etwa 17 Prozent geringere Chance, eine Depression zu entwickeln (bereinigtes Odds Ratio 0,83).150
Die empfohlene Aktivitätsmenge ging in einer weiteren Auswertung im Vergleich zu keiner Aktivität mit einem um 25 Prozent geringeren Risiko einher (Beobachtungsdaten).151
Psychologische Modelle der Depression im Vergleich
Psychologische Modelle sind Erklärungsmodelle. Sie beschreiben, was eine Depression aufrechterhalten könnte, und führen jeweils zu einer Therapie hin. Dass eine Therapie wirkt, belegt das Modell dahinter aber nicht. In einer Netzwerk-Meta-Analyse unterschieden sich die Hauptformen der Psychotherapie in ihrer Wirkung kaum.152
Kognitives Modell
Das kognitive Modell nach Aaron Beck beschreibt verzerrte Aufmerksamkeit, verzerrte Informationsverarbeitung, negative Gedanken, Grübeln, verzerrtes Gedächtnis und dysfunktionale Einstellungen; diese Elemente wurden in 40 Jahren Forschung durchgehend mit Beginn und Aufrechterhaltung der Depression in Verbindung gebracht. Gedanken können aber auch Folge der Depression sein.153
Verhaltensaktivierung
Die Verhaltensaktivierung setzt am Zusammenhang von Aktivität und Stimmung an (siehe Abschnitt zu Rückzug und Grübeln).
In der COBRA-Studie war sie, durchgeführt von Fachkräften mit kurzer Schulung, der kognitiven Verhaltenstherapie nach zwölf Monaten gleichwertig. Die Wirksamkeit einer Therapie beweist die Ursache der Depression nicht.154
Kognitive Reaktivität
Das Modell der kognitiven Reaktivität (Segal, Williams, Teasdale und Kollegen) besagt, dass negative Denkmuster in depressiven Zuständen aktiviert werden und sich nach häufigem Gebrauch durch immer geringere Auslöser wieder aktivieren lassen.155 Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) senkte bei wiederkehrender Depression in einer Auswertung von neun Studien das Rückfallrisiko innerhalb von 60 Wochen gegenüber Behandlungen ohne MBCT.156
Mehr dazu: Kognitive Reaktivität
Gegenüber dauerhaft weiter eingenommenen Antidepressiva zeigte sich in einer weiteren Studie kein Unterschied.157
Studiendetails: Kognitive Reaktivität
Die Auswertung umfasste 1.258 Personen mit wiederkehrender Depression; das Hazard Ratio für den Rückfall lag bei 0,69 gegenüber keiner MBCT und bei 0,79 gegenüber aktiven Behandlungen. Ein Hazard Ratio kleiner als eins bedeutet weniger Rückfälle.156
In der PREVENT-Studie (424 Menschen mit mindestens drei früheren Episoden) unterschied sich die Zeit bis zum Rückfall nach 24 Monaten nicht zwischen MBCT mit Unterstützung beim Ausschleichen des Antidepressivums und weiter eingenommenen Antidepressiva (Hazard Ratio 0,89). Zu dieser Studie gibt es eine Korrekturmitteilung, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.157
Psychodynamisches Modell
Die kurze psychodynamische Psychotherapie richtet den Blick auf schwierige Gefühle in wichtigen Beziehungen und darauf, wie sich Muster wiederholen.44
Mehr dazu: Psychodynamisches Modell
Eine Gleichwertigkeits-Meta-Analyse fand die psychodynamische Therapie bei den Zielsymptomen gleichwertig zu anderen wirksamen Behandlungen; sie umfasste 23 Studien zu verschiedenen psychischen Erkrankungen, darunter Depression.158
Interpersonelles Modell
Die interpersonelle Psychotherapie stellt Verlust, Übergänge in Beziehungen und veränderte Rollen in den Mittelpunkt.44
Mehr dazu: Interpersonelles Modell
Bei akuter Depression zeigte sie in einer Meta-Analyse einen mittleren bis großen Effekt gegenüber Kontrollbedingungen und keinen signifikanten Unterschied zu anderen Therapien.159
Studiendetails: Interpersonelles Modell
Die Meta-Analyse zur interpersonellen Therapie umfasste 90 Studien mit 11.434 Personen zu verschiedenen psychischen Erkrankungen; bei akuter Depression lag der Effekt gegenüber Kontrollgruppen bei Hedges g 0,60.159
Zur psychodynamischen Therapie wurden 23 Studien mit 2.751 Personen zu verschiedenen Erkrankungen ausgewertet.158
Wenn Modelle sich ändern
Auch Modelle ändern sich. Frühere Einzelbefunde zu Kandidatengenen und ihrer Wechselwirkung mit Kindheitsmissbrauch haben sich in großen vorab registrierten Analysen nicht bestätigt und sind nach Einschätzung der Autoren wahrscheinlich falsch positiv.120
Mehr dazu: Wenn Modelle sich ändern
Im Tiermodell prüft das Stirnhirn, ob ein Stressor kontrollierbar ist; die Übertragung auf Menschen mit Depression ist ein Modellschluss.160
Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich
Modell
Kernidee
Beispielbefund
Grenze
Vulnerabilität und Stress
Anfälligkeit plus Auslöser
Zusatzeffekt genetischer Risikoscores mit Lebensereignissen 0,12 Prozent der Varianz
Alle Modelle sind Erklärungsmodelle; die Wirksamkeit einer Therapie belegt das Modell dahinter nicht.136,153,154,155,156,157,158,159,160
Diagnose der Depression: Gespräch, Fragebögen und Untersuchung
KI-generierte Illustration (Sinnbild für das ärztliche Gespräch)
Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt im Gespräch. Die Einteilung nach Schweregraden beruht auf einem klinischen Urteil über Zahl, Art und Schwere der Symptome.13 Regelmäßige Verlaufskontrolle verbessert die Erfolgsaussichten; Programme mit systematischer Nachverfolgung wirkten in einer Meta-Analyse besser als die übliche Versorgung.1
Kurze Fragen und Fragebögen
Zwei mündlich gestellte Fragen nach Niedergeschlagenheit und Interessenverlust erkannten in Hausarztpraxen 97 Prozent der Depressionen; da die Spezifität 67 Prozent betrug, ist ein positives Ergebnis nur ein Hinweis und keine Diagnose. Sensitivität heißt: Anteil der Erkrankten, die erkannt werden; Spezifität: Anteil der Gesunden, die richtig als gesund erkannt werden.161 Der PHQ-9, ein Fragebogen mit neun Fragen, erkannte in einer Meta-Analyse mit Einzeldaten (Teilgruppe mit halbstrukturiertem Interview, 6.725 Personen) bei einem Wert ab 10 Depressionen mit einer Sensitivität von 88 und einer Spezifität von 85 Prozent.162 Fragebögen überschätzen Häufigkeiten: Im Jahr nach der Geburt lag die geschätzte Häufigkeit der Major Depression mit dem Fragebogen EPDS um 71,3 Prozent höher als mit einem diagnostischen Interview.18
Screening und Erkennung: Kurze Fragen und Fragebögen
Die US-amerikanische Präventionsempfehlung (USPSTF) rät, alle Erwachsenen auf Depression zu untersuchen, sofern Diagnose, Behandlung und Nachsorge sichergestellt sind. Hausärztinnen und Hausärzte erkannten in einer Meta-Analyse von 41 Studien ohne Hilfsmittel eine Depression in 47,3 Prozent der Fälle richtig, bei mehr falsch positiven als verpassten Fällen.163,164
Blutwerte und Bildgebung
Einen anerkannten Labor- oder Bildgebungstest für Depression gibt es bislang nicht: In einer systematischen Übersicht von 75 prospektiven Studien sagten Hirnvolumina und Immunmarker in Meta-Analysen eine Depression nicht vorher, und für die führenden biologischen Erklärungsmodelle fehlen prospektive Belege. Laboruntersuchungen dienen der Suche nach körperlichen Ursachen (siehe Differenzialdiagnosen).9
Kurze Fragen und Fragebögen: was sie leisten
Instrument
Befund
Hinweis
Zwei Fragen nach Niedergeschlagenheit und Interessenverlust
Sensitivität 97, Spezifität 67 Prozent in Hausarztpraxen
Fragebögen ergänzen das ärztliche Gespräch und stellen keine Diagnose.18,161,162
Depression behandeln: der Stufenplan nach Schweregrad
Für Deutschland gilt die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression; sie ist spätestens bis zum 29. September 2027 gültig.23 Sie ordnet die Behandlung nach dem Schweregrad: bei leichter Episode zuerst Hilfen mit niedriger Intensität, bei mittelgradiger Psychotherapie oder Medikamente gleichwertig, bei schwerer die Kombination (Empfehlungen 5-1, 5-8, 5-13, jeweils Grad A).165 Das britische NICE rät ebenfalls, Antidepressiva bei weniger schwerer Depression nicht routinemäßig als erste Behandlung anzubieten.44
Deutsche Leitlinie führend; Abweichungen des britischen NICE und der WHO sind im Text benannt.165
Gestufte Versorgung
Zu den Hilfen mit niedriger Intensität zählen etwa angeleitete Selbsthilfe mit schriftlichen Materialien und begrenzter fachlicher Unterstützung sowie Programme über das Internet. In gestuften Versorgungsmodellen wird der Verlauf regelmäßig geprüft, und wer nicht ausreichend anspricht, erhält eine intensivere Behandlung.166,167
Studiendetails: Gestufte Versorgung
In einer Meta-Analyse von 10 Studien mit 4580 Patientinnen und Patienten wirkte gestufte Versorgung nach sechs Monaten mäßig besser als übliche Versorgung (Cohen d 0,34); die Autoren halten die Belege aber für begrenzt.167
Gemeinsam entscheiden
Bei ambulant Behandelten unterschieden sich kognitive Verhaltenstherapie und Antidepressiva in einer Auswertung von Einzeldaten nicht im Ansprechen, unabhängig von der Schwere zu Beginn.168
Mehr dazu: Gemeinsam entscheiden
Konnten Erwachsene mit Depression ihre Behandlung mitwählen, verbesserten sich die Ergebnisse leicht, und Therapieabbrüche wurden seltener.169
Studiendetails: Gemeinsam entscheiden
Die Einzeldaten-Auswertung umfasste 16 Studien mit 1700 ambulanten Patientinnen und Patienten; die Auswertung zur Mitwahl 18 Studien zur Depression (Cohen d 0,17).168,169
Was Studien zur Kombination zeigen
In einer Netzwerk-Meta-Analyse war die Kombination aus Psychotherapie und Medikation wirksamer als jede der beiden Behandlungen allein; Psychotherapie allein und Medikation allein unterschieden sich nicht.170
Mehr dazu: Was Studien zur Kombination zeigen
Eine weitere Netzwerk-Meta-Analyse sah bei Psychotherapie und Kombination häufiger ein anhaltendes Ansprechen ohne Rückfall über etwa ein Jahr als bei Medikation allein.171
Studiendetails: Was Studien zur Kombination zeigen
Die erste Auswertung umfasste 101 Studien mit 11.910 Personen; beim Ansprechen am Behandlungsende lag das relative Risiko der Kombination bei 1,27 gegenüber Psychotherapie allein und bei 1,25 gegenüber Medikation allein.170
Die zweite umfasste 81 Studien mit 13.722 Personen; der Unterschied im anhaltenden Ansprechen betrug 12 bis 16 Prozentpunkte.171
Therapieoptionen im Überblick, ohne Rangliste
Option
Studienlage (Gruppenwerte)
Hinweis
Kognitive Verhaltenstherapie
Hedges g 0,79 gegenüber Kontrollen (95-Prozent-Intervall 0,70 bis 0,89)
Die Werte stammen aus unterschiedlichen Studien mit unterschiedlichen Maßen und Populationen und sind nicht vergleichbar. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Rangliste.8,170,172,173,174,175,176,177,178,179
Jede Karte steht für sich: eigene Frage, eigene Gruppe, eigener Zeitraum, eigenes Maß. Keine Rangfolge.
Offen (Beurteiler verblindet), vom Hersteller finanziert, kein Placebo; Abbrecher als nicht remittiert gezählt.
Studie 6 von 6
UK ECT Review Group (2003)
Wer und was
Erwachsene mit Depression; echte gegenüber simulierter EKT und gegenüber Medikation
Umfang
6 Studien gegen simulierte EKT · 256 Teilnehmende gegen simulierte EKT · 18 Studien gegen Medikamente · 1.144 Teilnehmende gegen Medikamente
Endpunkt
standardisierte Effektstärke der Depressionsschwere
Ergebnis
Effektstärke minus 0,91 (minus 1,27 bis minus 0,54) gegenüber simulierter EKT, minus 0,80 (minus 1,29 bis minus 0,29) gegenüber Medikation.181
Grenzen
Ältere Studien mit teils alten Techniken; Wirkung kurzfristig; kognitive Beeinträchtigungen gehören zur Aufklärung.
Symptome, Begleiterkrankungen, Behandlungen und Studien im Zusammenhang
Interaktives Netz aus belegten Verbindungen. Knoten anklicken, Teilnetz oder Knotentyp filtern, zu Abschnitt, Studiendesign, Fallvignette oder Quelle springen.
Eine Linie bedeutet: Für diese Verbindung gibt es einen Beleg. Sie zeigt weder die Stärke einer Wirkung noch eine Rangfolge; alle Linien sind gleich stark gezeichnet.
Symptome
Begleiterkrankungen und Abgrenzung
Behandlung
Studien
Abschnitte und Fallvignetten
So lesen
Einen Knoten auswählen
Ein Klick hebt alle direkten Verbindungen hervor. Im Feld stehen die belegte Aussage, alle Verbindungen mit Fußnote und der Sprung zum Abschnitt, zum Studiendesign oder zur Fallvignette.
75 Knoten, 86 Verbindungen; gestrichelte Linien sind nur über die Grafik-Evidenz belegt.
Symptom
Gedrückte Stimmung, Interessenverlust
Eine Major Depression, der Fachbegriff für die Depression im engeren Sinn, zeigt sich durch gedrückte Stimmung, verminderte Interessen, eingeschränktes Denken und körperlich-vegetative Symptome wie gestörten Schlaf oder Appetit.10
Eine Depression zeigt sich durch gedrückte Stimmung, verminderte Interessen, eingeschränktes Denken und körperliche Symptome wie gestörten Schlaf oder Appetit. Das geht über normale Traurigkeit hinaus, weil die Beschwerden anhalten und den Alltag einschränken. Eine Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt im Gespräch.10
Im Alltag fällt eine Depression oft daran auf, dass Freude und Interesse verloren gehen, der Antrieb nachlässt und schon kleine Aufgaben ermüden. Dazu kommen nach der ICD-10 häufig Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, ein pessimistischer Blick nach vorn sowie Schlaf- und Appetitstörungen.13
Eine Major Depression, der Fachbegriff für die Depression im engeren Sinn, zeigt sich durch gedrückte Stimmung, verminderte Interessen, eingeschränktes Denken und körperlich-vegetative Symptome wie gestörten Schlaf oder Appetit.10
Eine Depression zeigt sich durch gedrückte Stimmung, verminderte Interessen, eingeschränktes Denken und körperliche Symptome wie gestörten Schlaf oder Appetit. Das geht über normale Traurigkeit hinaus, weil die Beschwerden anhalten und den Alltag einschränken. Eine Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt im Gespräch.10
Auch Denken und Konzentration sind betroffen. Eine Meta-Analyse fand bei Menschen mit Depression mäßige Einschränkungen in Planen und Steuern, Gedächtnis und Aufmerksamkeit im Vergleich zu Gesunden (Effektstärken von minus 0,34 bis minus 0,65).40
Einschränkungen von Aufmerksamkeit und Planungsfähigkeit bestanden zum Teil auch dann fort, wenn die depressiven Beschwerden abgeklungen waren. Das sind Gruppenwerte und kein Test für einzelne Personen.40
vorübergehend schlechter nach (nur über Grafik-Evidenz belegt)182
Symptom
Grübeln, Selbstzweifel
Im Alltag fällt eine Depression oft daran auf, dass Freude und Interesse verloren gehen, der Antrieb nachlässt und schon kleine Aufgaben ermüden. Dazu kommen nach der ICD-10 häufig Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, ein pessimistischer Blick nach vorn sowie Schlaf- und Appetitstörungen.13
Depression zeigt sich oft in Mustern, die sich gegenseitig verstärken. Eine Übersicht beschreibt, dass Menschen mit Depression überwiegend Negatives erwarten und widersprechende positive Erfahrungen umdeuten, wodurch sich die negative Erwartung festigt; das ist ein Erklärungsmodell, noch kein bestätigtes Krankheitsmodell.43
Viele Betroffene kommen nicht wegen Niedergeschlagenheit, sondern wegen körperlicher Beschwerden in die Praxis: In einer WHO-Studie in 14 Ländern nannten 69 Prozent der Menschen mit Major Depression in der Hausarztpraxis ausschließlich körperliche Beschwerden als Anlass.39
Gedanken an Selbsttötung kommen bei Depression vor, und sie gehören ernst genommen. Nach der Leitlinie soll das Thema bei allen Menschen mit Depression in jedem Gespräch eingeschätzt werden.23
Es gibt keinen Algorithmus, der einen Suizid sicher vorhersagen könnte; die Behandlung psychischer Erkrankungen kann suizidales Verhalten aber oft verhindern.183
Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3
Sicherheitssignal in Studie zu (nur über Grafik-Evidenz belegt)186
Begleiterkrankung oder Abgrenzung
Angststörungen
In einer großen US-Erhebung war eine Major Depression eng mit Angststörungen verbunden (Chancenverhältnis 2,1 bis 5,7) und mit Substanzgebrauchsstörungen (1,8 bis 3,0). Ein Chancenverhältnis beschreibt, um welchen Faktor die Chance höher ist, nicht die Häufigkeit selbst.19
Das DSM-5 kennt außerdem Zusatzbezeichnungen: In einer großen US-Erhebung hatten 74,6 Prozent der Menschen mit Major Depression die Zusatzbezeichnung „ängstliche Anspannung“ und 15,5 Prozent „gemischte Merkmale“.19
Begleiterkrankungen allgemein erhöhen (Beleg gilt für Komorbidität allgemein und Suizidrisiko, nicht speziell für diese Erkrankung)38
Begleiterkrankung oder Abgrenzung
Substanzgebrauchsstörungen
In einer großen US-Erhebung war eine Major Depression eng mit Angststörungen verbunden (Chancenverhältnis 2,1 bis 5,7) und mit Substanzgebrauchsstörungen (1,8 bis 3,0). Ein Chancenverhältnis beschreibt, um welchen Faktor die Chance höher ist, nicht die Häufigkeit selbst.19
Depression gehört aber zu den Erkrankungen, die die Chance für einen Suizid um mehr als das Dreifache erhöhen. Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.38
Auch körperliche Erkrankungen treten häufiger gemeinsam mit Depression auf, etwa Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, entzündliche und neurologische Erkrankungen. Gemeinsame Gene, biologische Wege, soziale Faktoren, Gesundheitsverhalten und psychische Faktoren können dazu beitragen.59
In einer WHO-Befragung mit 245.404 Erwachsenen in 60 Ländern hatten 9,3 bis 23,0 Prozent der Menschen mit mindestens einer von vier chronischen Krankheiten (Angina pectoris, Arthritis, Asthma, Diabetes) zugleich eine Depression, deutlich häufiger als Menschen ohne diese Krankheiten.32
Depression im früheren Leben war in Studien durchgehend mit einem mehr als doppelt so hohen Demenzrisiko verbunden; bei Depression im späten Leben ist der Zusammenhang weniger klar.35
Demenz: In der britischen Whitehall-II-Kohorte erhöhten depressive Beschwerden im mittleren Lebensalter das Demenzrisiko nicht; Unterschiede zeigten sich erst etwa 11 Jahre vor der Demenzdiagnose. Die Autoren deuten späte depressive Beschwerden eher als mögliches Frühzeichen einer beginnenden Demenz oder als Ausdruck gemeinsamer Ursachen.75
Bei älteren Menschen mit leichter (subklinischer) Unterfunktion veränderte eine Hormonbehandlung die depressiven Symptome nach zwölf Monaten nicht gegenüber einem Scheinmedikament; die Teilnehmenden hatten zu Beginn allerdings kaum Beschwerden.73
In einer US-Querschnittserhebung hatten 15 Prozent der Erwachsenen, die drei oder mehr Medikamente mit Depression als möglicher Nebenwirkung nahmen, eine Depression (PHQ-9 ab 10), ohne solche Medikamente 4,7 Prozent; das ist ein Zusammenhang, kein Beweis für Verursachung.88
In einer US-Screening-Studie begann bei Frauen mit auffälligem Depressions-Screening die Episode in 40,1 Prozent nach der Geburt, in 33,4 Prozent während der Schwangerschaft und in 26,5 Prozent schon davor; 22,6 Prozent hatten eine bipolare Störung, weshalb die Unterscheidung wichtig ist.148
Gemeint ist eine Depression rund um die Geburt. Nach einer weltweiten Meta-Regression litten 6,8 Prozent der Frauen im Jahr nach der Geburt an einer Major Depression, am häufigsten in den ersten zwei Wochen. In einer US-Studie hatten 22,6 Prozent der Frauen mit auffälligem Screening eine bipolare Störung; deshalb ist die Unterscheidung wichtig.18,148
Verbindungen
abgrenzen von bzw. im Abschnitt (nur über Grafik-Evidenz belegt)23
In einer US-Erhebung waren bei 12,9 Prozent der Menschen mit Depression im Leben alle Episoden kurz nach dem Tod einer nahestehenden Person aufgetreten und kürzer als zwei Monate; nach dem früheren DSM-IV galt das als Trauer.19
Die anhaltende Trauerstörung ist eine eigene ICD-11-Diagnose: Sehnsucht nach dem Verstorbenen mit starkem Schmerz, mindestens 6 Monate und deutlich länger als kulturell üblich.5
Verbindungen
abgrenzen von bzw. im Abschnitt (eigene ICD-11-Diagnose)5,19
Burn-out führt die WHO in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit; der Begriff bezieht sich ausdrücklich auf den beruflichen Kontext. Als eigene Krankheit wird Burn-out damit nicht eingestuft. Ob hinter erschöpfungsbedingten Beschwerden eine Depression steckt, klärt die ärztliche Untersuchung.69
Die WHO führt Burn-out in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit. Eine Depression ist dagegen eine Erkrankung mit eigenen Diagnosekriterien. Der Begriff Burn-out ist zudem unscharf: Eine Übersicht fand mindestens 142 verschiedene Definitionen. Ob hinter einer Erschöpfung eine Depression steckt, klärt eine ärztliche Untersuchung.69,70
In einer US-Screening-Studie begann bei Frauen mit auffälligem Depressions-Screening die Episode in 40,1 Prozent nach der Geburt, in 33,4 Prozent während der Schwangerschaft und in 26,5 Prozent schon davor; 22,6 Prozent hatten eine bipolare Störung, weshalb die Unterscheidung wichtig ist.148
Gemeint ist eine Depression rund um die Geburt. Nach einer weltweiten Meta-Regression litten 6,8 Prozent der Frauen im Jahr nach der Geburt an einer Major Depression, am häufigsten in den ersten zwei Wochen. In einer US-Studie hatten 22,6 Prozent der Frauen mit auffälligem Screening eine bipolare Störung; deshalb ist die Unterscheidung wichtig.18,148
in der EU zugelassen: (nur über Grafik-Evidenz belegt)187
Behandlung
Antidepressiva
In einer Netzwerk-Meta-Analyse waren alle 21 untersuchten Antidepressiva bei akuter Depression Erwachsener einem Placebo überlegen.8
In einer Netzwerk-Meta-Analyse waren alle 21 untersuchten Antidepressiva bei akuter Depression Erwachsener wirksamer als Placebo. Die Unterschiede zwischen einzelnen Wirkstoffen fielen je nach Auswertung unterschiedlich aus; die Autoren stufen die Aussagesicherheit als mäßig bis sehr niedrig ein. Eine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten.8
Vergleichsarm in (nur über Grafik-Evidenz belegt)157
Dosis-Wirkungs-Modell im Abschnitt (nur über Grafik-Evidenz belegt)193
Gewichtszunahme, Abschnitt (nur über Grafik-Evidenz belegt)194
Sexualfunktion, Abschnitt (Nur über Grafik-Evidenz belegt; im Text kein P-Claim zur Sexualfunktion) (nur über Grafik-Evidenz belegt)195
Behandlung
Absetzen/Ausschleichen
Absetzsymptome kommen vor: Nach einer Meta-Analyse berichteten etwa 31 Prozent nach dem Absetzen eines Antidepressivums mindestens ein Absetzsymptom, nach dem Absetzen von Placebo 17 Prozent. Setzen Sie ein Antidepressivum nie auf eigene Faust ab, auch nicht bei Besserung oder Nebenwirkungen: Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.57
Die Meta-Analyse umfasste 79 Studien mit 21.002 Personen; schwere Absetzsymptome traten bei etwa 2,8 Prozent auf (Placebo 0,6 Prozent). Rechnet man unspezifische Effekte heraus, wie sie auch nach Absetzen von Placebo auftreten, setzen die Autoren den Anteil auf etwa 15 Prozent an. Zu der Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.57
Absetzsymptome nach (nur über Grafik-Evidenz belegt)57,191
Behandlung
Kognitive Verhaltenstherapie
Die kognitive Verhaltenstherapie war anderen Psychotherapien nur minimal überlegen, und der Unterschied verschwand in den meisten Sensitivitätsanalysen. Gegenüber Medikamenten unterschied sie sich kurzfristig nicht signifikant; nach 6 bis 12 Monaten war sie in wenigen Studien überlegen.172
Zwischen den Verfahren sind die Unterschiede klein. In einer Netzwerk-Meta-Analyse waren alle untersuchten Psychotherapieformen wirksamer als Regelversorgung oder Warteliste und unterschieden sich untereinander kaum; nur die nicht-direktive stützende Beratung war weniger wirksam als die übrigen Verfahren. Psychodynamische Therapie und nicht-direktive Beratung waren nicht signifikant wirksamer als eine Placebo-Tablette. Die Auswahl hängt daher von Vorlieben und Verfügbarkeit ab.152
Bei akuter Depression zeigte sie in einer Meta-Analyse einen mittleren bis großen Effekt gegenüber Kontrollbedingungen und keinen signifikanten Unterschied zu anderen Therapien.159
Die Meta-Analyse zur interpersonellen Therapie umfasste 90 Studien mit 11.434 Personen zu verschiedenen psychischen Erkrankungen; bei akuter Depression lag der Effekt gegenüber Kontrollgruppen bei Hedges g 0,60.159
Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) senkte bei wiederkehrender Depression in einer Auswertung von neun Studien das Rückfallrisiko innerhalb von 60 Wochen gegenüber Behandlungen ohne MBCT.156
Die Auswertung umfasste 1.258 Personen mit wiederkehrender Depression; das Hazard Ratio für den Rückfall lag bei 0,69 gegenüber keiner MBCT und bei 0,79 gegenüber aktiven Behandlungen. Ein Hazard Ratio kleiner als eins bedeutet weniger Rückfälle.156
In der Studie VAST-D war die Zugabe eines Antipsychotikums dem Wechsel auf ein anderes Antidepressivum beim Remissionsziel geringfügig überlegen.197
VAST-D umfasste 1.522 überwiegend männliche Veteranen; die Remissionsraten lagen bei 28,9 gegenüber 22,3 Prozent. Häufigere Nebenwirkungen waren Schläfrigkeit, Akathisie (Bewegungsunruhe) und Gewichtszunahme.197
In einer Meta-Analyse zur Langzeitbehandlung von Stimmungsstörungen senkte Lithium das Risiko für Suizide gegenüber Placebo; die Zahl der Ereignisse war klein.173
Die Meta-Analyse umfasste 48 Studien mit 6.674 Personen (Odds Ratio für Suizide 0,13; bei unipolarer Depression 0,36).173
weniger vollendete Suizide in Studien: (Beleg betrifft vollendete Suizide (OR 0,13), wenige Ereignisse)173
Behandlung
Esketamin-Nasenspray
In der Studie ESCAPE-TRD erreichten unter Esketamin, jeweils zusätzlich zu einem SSRI oder SNRI, mehr Menschen eine Remission als unter einem Antipsychotikum in Retardform; die Studie war offen, vom Hersteller finanziert und ohne Placebo.174
In ESCAPE-TRD (676 Erwachsene) erreichten nach acht Wochen 27,1 Prozent unter Esketamin eine Remission, unter dem Vergleichsmedikament 17,6 Prozent.174
In einer randomisierten, placebokontrollierten Phase-3-Studie nahmen Erwachsene von 18 bis 64 Jahren mit schwerer Depression 14 Tage lang einmal täglich Zuranolon oder Placebo ein; Primärendpunkt war die Veränderung im HAM-D-17 an Tag 15, die Nachbeobachtung reichte bis Tag 42.203
Verbindungen
untersucht in (nur über Grafik-Evidenz belegt)203,204
in der EU zugelassen für (nur über Grafik-Evidenz belegt)187
Behandlung
Psilocybin (experimentell)
Experimentelle Mittel wie Psilocybin sollen nach der Leitlinie nur im Rahmen klinischer Studien angeboten werden (Empfehlung 7-26, Grad A).165
Nicht zugelassen; nur im Rahmen klinischer Studien.
untersucht in (nur über Grafik-Evidenz belegt)186,205
Sicherheitssignal in Studie: (nur über Grafik-Evidenz belegt)186
Behandlung
Elektrokonvulsionstherapie
Spricht eine Behandlung nicht an, soll nach der Leitlinie zusätzlich Psychotherapie angeboten werden (Empfehlung 7-5, Grad A). Bei Therapieresistenz soll die EKT angeboten werden (7-27, Grad A), die rTMS sollte angeboten werden; Esketamin-Nasenspray kann bei mittelgradiger bis schwerer Episode nach mehreren erfolglosen Behandlungsversuchen im (teil-)stationären Rahmen ergänzt werden (7-24, Grad 0).165
Für die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) fand eine Meta-Analyse echte EKT kurzfristig deutlich wirksamer als simulierte und wahrscheinlich wirksamer als Medikamente.181
vorübergehend schlechteres Gedächtnis: (nur über Grafik-Evidenz belegt)182
Behandlung
rTMS / Theta-Burst
Spricht eine Behandlung nicht an, soll nach der Leitlinie zusätzlich Psychotherapie angeboten werden (Empfehlung 7-5, Grad A). Bei Therapieresistenz soll die EKT angeboten werden (7-27, Grad A), die rTMS sollte angeboten werden; Esketamin-Nasenspray kann bei mittelgradiger bis schwerer Episode nach mehreren erfolglosen Behandlungsversuchen im (teil-)stationären Rahmen ergänzt werden (7-24, Grad 0).165
Bei der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) erreichten in einer großen Studie mit echter Stimulation mehr Menschen eine Remission als mit Schein-rTMS.206
Die deutsche Leitlinie bewertet Licht günstiger: Bei saisonalem Muster soll, ohne saisonales Muster kann ein Therapieversuch angeboten werden (Empfehlungen 9-4 und 9-5). Das britische NICE hält die Evidenz bei Winterdepression dagegen für unsicher.44,165
Helles Licht zeigte in einer Meta-Analyse bei saisonaler und bei nicht saisonaler Depression Wirkung; in dieser älteren Auswertung (Studien bis 2003) war Licht als Zusatz zu Antidepressiva bei nicht saisonaler Depression nicht wirksam.177
Bewegung verringerte depressive Beschwerden nach der Cochrane-Aktualisierung von 2026, allerdings mit geringer Gewissheit; im Vergleich mit Psychotherapie fand sich wahrscheinlich kein Unterschied.175
Ausgewertet wurden in der Cochrane-Aktualisierung 57 Studien mit 2.189 Personen; die standardisierte Mittelwertdifferenz lag bei minus 0,67, im Vergleich mit Psychotherapie bei 0,03. Die Netzwerk-Meta-Analyse umfasste 218 Studien mit 14.170 Personen.175,176
Gezielter Schlafentzug, die Wachtherapie, bessert bei einem Teil der Menschen mit Depression die Stimmung innerhalb von 24 Stunden; nach dem Erholungsschlaf kehren die Beschwerden oft zurück. Der Mechanismus ist eine Hypothese. Führen Sie Schlafentzug nicht allein durch, sondern nur ärztlich begleitet.179
In der Versorgungsstudie STAR*D erhielten ambulante Erwachsene mit nicht-psychotischer Depression bis zu vier aufeinanderfolgende Behandlungsschritte; wer nicht in Remission kam oder eine Behandlung nicht vertrug, sollte zum nächsten Schritt wechseln.180
Verbindungen
untersucht (nur über Grafik-Evidenz belegt)180,190
Die Netzwerk-Meta-Analyse von Cipriani und Kollegen schloss 522 doppelblinde randomisierte Studien mit 116.477 Erwachsenen ein und verglich 21 Antidepressiva in der Akutbehandlung; Hauptendpunkte waren Ansprechen und Studienabbruch aus jedem Grund.8
SUSTAIN-1 war eine Phase-3-Studie mit randomisiertem Absetzdesign: 705 Erwachsene mit therapieresistenter Depression wurden aufgenommen, 455 traten in die Optimierungsphase mit Esketamin-Nasenspray plus oralem Antidepressivum ein, und 297 mit stabiler Remission oder stabilem Ansprechen wurden nach 16 Wochen randomisiert.201
TRANSFORM-2 war eine doppelblinde, aktiv kontrollierte Phase-3-Studie an 39 ambulanten Zentren: Erwachsene mit mittelgradiger bis schwerer, nicht-psychotischer Depression und Nichtansprechen auf mindestens zwei Antidepressiva erhielten ein neu begonnenes Antidepressivum plus Esketamin- oder Placebo-Nasenspray.202
ESCAPE-TRD war eine offene, aber auswerter-verblindete Phase-3b-Studie: 336 Personen erhielten Esketamin-Nasenspray, 340 Quetiapin retard, jeweils zusätzlich zu einem SSRI oder SNRI. Primärendpunkt war die Remission (MADRS ≤10) in Woche 8, wichtigster Nebenendpunkt kein Rückfall bis Woche 32.174
Zuranolon: Phase-3-Studien Major Depression und Wochenbettdepression
In einer randomisierten, placebokontrollierten Phase-3-Studie nahmen Erwachsene von 18 bis 64 Jahren mit schwerer Depression 14 Tage lang einmal täglich Zuranolon oder Placebo ein; Primärendpunkt war die Veränderung im HAM-D-17 an Tag 15, die Nachbeobachtung reichte bis Tag 42.203
Verbindungen
untersucht (nur über Grafik-Evidenz belegt)203,204
Studie
Psilocybin Phase 2
In einer doppelblinden Phase-2-Studie erhielten Erwachsene mit therapieresistenter Depression einmalig Psilocybin in einer von drei Stufen (79, 75 und 79 Personen; die niedrigste Stufe diente als Kontrolle), jeweils mit psychologischer Begleitung. Primärendpunkt war die MADRS-Veränderung nach drei Wochen.186
Verbindungen
untersucht (nur über Grafik-Evidenz belegt)186,205
Studie
rTMS: George 2010
In einer multizentrischen, scheinkontrollierten Studie wurden aus etwa 860 Gescreenten 199 Erwachsene ohne Antidepressiva randomisiert; behandelt wurde drei Wochen werktäglich, bei Besserung verblindet bis zu drei weitere Wochen.206
ELEKT-D verglich offen und randomisiert Ketamin-Infusion und Elektrokonvulsionstherapie bei nicht-psychotischer therapieresistenter Depression: 403 Personen (200 Ketamin, 203 EKT) an fünf Zentren, drei Wochen Behandlung, danach sechs Monate Nachbeobachtung der Ansprechenden. Hauptziel war das Ansprechen (Rückgang im QIDS-SR-16 um mindestens 50 Prozent) mit einer Nichtunterlegenheitsgrenze von −10 Prozentpunkten.182
PREVENT verglich bei 424 Erwachsenen mit mindestens drei früheren Episoden unter Erhaltungsmedikation achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie mit Unterstützung beim Ausschleichen (212) gegen fortgeführte Antidepressiva (212); Primärendpunkt war die Zeit bis zum Rückfall über 24 Monate.157
Vergleichsarm: (nur über Grafik-Evidenz belegt)157
Studie
VAST-D
VAST-D teilte 1522 Veteranen mit nicht-psychotischer Depression, die auf mindestens ein Antidepressivum nicht angesprochen hatten, zufällig drei Strategien zu: Wechsel auf Bupropion (511), Zugabe von Bupropion (506) oder Zugabe von Aripiprazol (505); zwölf Wochen Akutphase, bis 36 Wochen Fortsetzung.197
Die britische LQD-Studie teilte 212 Erwachsene mit therapieresistenter Depression (mindestens zwei erfolglose Antidepressiva) offen und pragmatisch zufällig der Entscheidung für Lithium (105) oder Quetiapin (107) als Zusatz zu; zwei gleichrangige Hauptendpunkte über zwölf Monate waren die Symptomlast und die Zeit bis zum Behandlungsabbruch.198
Eine Anpassungsstörung ist nach der ICD-11 eine Fehlanpassung an einen erkennbaren Belastungsfaktor wie Trennung oder Jobverlust. Erfüllen die Beschwerden die Kriterien einer depressiven Episode, wird trotz Auslöser eine Depression diagnostiziert.5
Eine Übersicht warnt vor zwei Fehlern: normale Belastungsreaktionen als krankhaft einzuordnen oder zu oft eine Depression zu diagnostizieren. Anpassungsstörungen gelten oft als leicht, waren aber unter Menschen, die durch Suizid gestorben sind, auffällig häufig diagnostiziert.66
Schilddrüsenunterfunktion und Depression hingen in einer Meta-Analyse von 25 Studien zusammen, deutlich schwächer als bisher angenommen (Odds Ratio 1,30), bei ausgeprägter Unterfunktion stärker als bei nur laborchemisch leichter.72
Die wichtigste Abgrenzung ist die bipolare Störung, weil sie meist mit einer depressiven Episode beginnt. Hinzu kommen Anpassungsstörung, Trauer, körperliche Ursachen wie Schilddrüsenunterfunktion, neurologische Erkrankungen, Substanzen und Medikamente sowie Erwachsenen-ADHS. Der Abschnitt Differenzialdiagnosen beschreibt, woran man sie unterscheidet.11,72,91
Bei körperlich eingeschränkten Frauen ab 65 Jahren hatten Frauen mit stoffwechselrelevantem Vitamin-B12-Mangel nach Bereinigung etwa doppelt so häufig schwere depressive Beschwerden im Fragebogen; Folat und Blutarmut hingen in derselben Studie nicht mit dem Depressionsstatus zusammen.74
Demenz: In der britischen Whitehall-II-Kohorte erhöhten depressive Beschwerden im mittleren Lebensalter das Demenzrisiko nicht; Unterschiede zeigten sich erst etwa 11 Jahre vor der Demenzdiagnose. Die Autoren deuten späte depressive Beschwerden eher als mögliches Frühzeichen einer beginnenden Demenz oder als Ausdruck gemeinsamer Ursachen.75
Bei älteren Menschen sind körperliche Begleiterkrankungen, Medikamente und Gedächtnisprobleme häufiger Teil des Bildes. Depressive Beschwerden im späten Leben können nach einer großen Kohortenstudie auch ein frühes Zeichen einer beginnenden Demenz sein. Die Abgrenzung ist eine ärztliche Aufgabe, oft mit neurologischem und psychiatrischem Blick zugleich.26,75
Parkinson: In britischen Hausarztdaten wurde 5 Jahre vor der Parkinson-Diagnose häufiger eine Depression erfasst als bei Kontrollen (relatives Risiko 1,76); am deutlichsten erhöht war das Zittern. Nach einer Übersicht betrifft Depression etwa 35 Prozent der Menschen mit Parkinson-Krankheit und kann schon vor den Bewegungssymptomen auftreten.77,78
Wenn gedrückte Stimmung, Interessenverlust oder Antriebsmangel über längere Zeit bestehen und den Alltag einschränken, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Weil etwa Blutarmut, Mangelernährung, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Medikamente wie Kortison ähnliche Beschwerden machen können, gehören körperliche Ursachen dazu; Depression kann auch einer Parkinson-Krankheit vorausgehen. Bei Gedanken an Selbsttötung zählt sofortige Hilfe; die Nummern stehen im Abschnitt „Krise und Notfall“.71,77
Schlaganfall: Eine Depression nach Schlaganfall geht mit stärkerer Behinderung und höherer Sterblichkeit einher. Eine vorbestehende Depression ging in einer Meta-Analyse mit einer etwa dreifach höheren Chance für eine Depression nach dem Schlaganfall einher.79,80
Epilepsie: Depression, Angst und Psychosen waren in britischen Hausarztdaten schon in den Jahren vor einer Epilepsiediagnose häufiger; die Autoren sprechen von einem Zusammenhang in beide Richtungen.82
Auch Konsum oder Entzug von Cannabis, Beruhigungs- und Schlafmitteln, Opiaten, Kokain oder Stimulanzien kann depressive Beschwerden auslösen; dazu kommen einige verordnete Medikamente.51
Unter 2945 Menschen mit Alkoholabhängigkeit hatten 15,2 Prozent eine von der Sucht unabhängige depressive Episode und 26,4 Prozent mindestens eine substanzinduzierte Episode. In einer großen US-Erhebung hatten nur wenige Menschen mit affektiven Störungen ausschließlich substanzinduzierte Störungen; die Behandlung einer begleitenden Depression sollte bei Sucht nicht zurückgestellt werden.83,84
Bei Medikamenten lohnt der genaue Blick: Kortison-Tabletten waren in britischen Hausarztdaten im Vergleich zu Menschen mit derselben Grunderkrankung ohne Kortison mit mehr Depressionen verbunden. Unter Hochdosis-Interferon alfa wegen eines Melanoms entwickelten in einer kleinen Studie 45 Prozent der Placebogruppe eine Major Depression. Betablocker waren dagegen in einer Auswertung von 15 Studien nicht mit einem signifikant erhöhten Risiko für depressive Beschwerden verbunden.85,86,87
Bei ADHS bestehen Konzentrationsprobleme nach der ICD-11 dauerhaft, nicht in Episoden; beide Störungen können gemeinsam vorliegen.5
In einer US-Erhebung lag die geschätzte Häufigkeit einer Erwachsenen-ADHS bei 4,4 Prozent; sie trat häufig zusammen mit anderen psychischen Störungen auf und war meist unbehandelt, obwohl viele wegen der Begleiterkrankungen in Behandlung waren.91
Auch neurologische Entwicklungsstörungen kommen gemeinsam mit Depression vor: Bei Erwachsenen im Autismus-Spektrum lag die geschätzte Lebenszeithäufigkeit einer depressiven Störung bei 37 Prozent, und ADHS im Kindesalter ging in einer britischen Geburtskohorte mit einem höheren Risiko für wiederkehrende Depression im jungen Erwachsenenalter einher.33,34
Im Autismus-Spektrum fand eine Meta-Analyse gesicherte depressive Störungen bei 11 Prozent; Fragebögen und eine begleitende intellektuelle Beeinträchtigung können Häufigkeitsschätzungen deutlich beeinflussen, deshalb ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig.33,92
Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3
Symptom
Begleiterkrankung oder Abgrenzung
Behandlung
Studie
Abschnitt oder Vignette
Sicherheitsthema
nur Forschung
nur Grafik-Evidenz
KernsatzEine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten. Das Netz zeigt Zusammenhänge mit Beleg, keine Wirkstärken.
Quellen: European Medicines Agency · EMA 2025187; Taylor MJ et al. · The Cochrane database of systematic reviews 2013195; Gafoor R et al. · BMJ (Clinical research ed.) 2018194; Daly EJ et al. · JAMA psychiatry 2019201; Furukawa TA et al. · The lancet. Psychiatry 2019193; Clayton AH et al. · The American journal of psychiatry 2023203; Deligiannidis KM et al. · The American journal of psychiatry 2023204; Cleare AJ et al. · The lancet. 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Psychotherapie bei Depression
KI-generierte Illustration (Sinnbild, keine reale Behandlungssituation)
Die nach Angaben der Autoren größte Meta-Analyse zu einer einzelnen Psychotherapieform fand für die kognitive Verhaltenstherapie gegenüber Kontrollbedingungen wie Wartelisten oder üblicher Versorgung eine mittlere bis große Wirkung, die auch 6 bis 12 Monate später nachweisbar blieb. Der Wert beschreibt eine Gruppe, keinen Einzelfall.172
Zwischen den Verfahren sind die Unterschiede klein. In einer Netzwerk-Meta-Analyse waren alle untersuchten Psychotherapieformen wirksamer als Regelversorgung oder Warteliste und unterschieden sich untereinander kaum; nur die nicht-direktive stützende Beratung war weniger wirksam als die übrigen Verfahren. Psychodynamische Therapie und nicht-direktive Beratung waren nicht signifikant wirksamer als eine Placebo-Tablette. Die Auswahl hängt daher von Vorlieben und Verfügbarkeit ab.152
Studiendetails: Psychotherapie
Die Netzwerk-Meta-Analyse umfasste 331 Studien mit 34.285 Personen (standardisierte Mittelwertdifferenz gegenüber üblicher Versorgung zwischen minus 0,81 und minus 0,32 je nach Verfahren).152
Die kognitive Verhaltenstherapie war anderen Psychotherapien nur minimal überlegen, und der Unterschied verschwand in den meisten Sensitivitätsanalysen. Gegenüber Medikamenten unterschied sie sich kurzfristig nicht signifikant; nach 6 bis 12 Monaten war sie in wenigen Studien überlegen.172
Mehr dazu: Psychotherapie
Die interpersonelle Psychotherapie unterschied sich in einer Meta-Analyse nicht signifikant von Antidepressiva.192
Die absoluten Ansprechraten bleiben bescheiden: Bei Depression sprachen im Durchschnitt 42 Prozent auf eine Psychotherapie an (mindestens halbierte Symptome), und die Autoren sprechen selbst von bescheidenen Raten.208
Mehr dazu: Psychotherapie
Die Wirkung gegenüber Kontrollen nimmt nach der Behandlung zunächst ab und bleibt dann über Jahre mäßig bestehen.209
Studiendetails: Psychotherapie
Die Effektstärke gegenüber Kontrollen betrug 0,55 nach zwölf Wochen und etwa 0,39 nach einem Jahr und blieb bis zu 8,3 Jahre nach der Randomisierung signifikant.209
Bei Menschen, deren Depression trotz Antidepressiva nicht ausreichend besserte, sprachen nach sechs Monaten 46 Prozent mit zusätzlicher kognitiver Verhaltenstherapie an, in der Regelversorgung allein 22 Prozent (469 Personen).210
Zur Rückfallvorbeugung bei höherem Rückfallrisiko nennt NICE als Wege, das Antidepressivum fortzusetzen oder, für Menschen, die es nicht weiter einnehmen möchten, eine Gruppen-Verhaltenstherapie oder die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie.44
Mehr dazu: Psychotherapie
Nach erfolgreicher kognitiver Therapie traten in einer Studie im Folgejahr deutlich seltener Rückfälle auf als nach dem Absetzen von Medikamenten.211
Studiendetails: Psychotherapie
Die Rückfallraten lagen bei 30,8 Prozent nach kognitiver Therapie und 76,2 Prozent nach Absetzen der Medikamente; gegenüber weiter eingenommenen Medikamenten (47,2 Prozent) war der Unterschied nicht signifikant.211
Internet- und mobilbasierte Programme können ein Baustein sein: Selbstgeleitete internetbasierte kognitive Verhaltenstherapie war wirksamer als Kontrollbedingungen, die Effekte sind aber klein.212
Mehr dazu: Psychotherapie
Mit Begleitung durch Fachpersonal wirkte sie unmittelbar nach der Behandlung etwas besser als ohne Begleitung; nach 6 und 12 Monaten fand sich kein Unterschied.213
Therapeutisch begleitete internetbasierte Verhaltenstherapie wirkte in einer Meta-Analyse im Mittel ähnlich wie Verhaltenstherapie im persönlichen Kontakt.214
Studiendetails: Psychotherapie
Die Auswertung zur selbstgeleiteten Variante umfasste 3.876 Personen aus 13 Studien (Hedges g 0,27).212
Psychotherapie im höheren Alter
Psychotherapie wirkte bei älteren Menschen ähnlich wie bei Erwachsenen mittleren Alters.215
Studiendetails: Psychotherapie im höheren Alter
Die Meta-Analyse umfasste 366 Studien; der Effekt lag bei 55- bis 75-Jährigen bei Hedges g 0,66 und ab 75 Jahren bei 0,97.215
Antidepressiva: Wirkung, Dauer und Absetzen
In einer Netzwerk-Meta-Analyse waren alle 21 untersuchten Antidepressiva bei akuter Depression Erwachsener wirksamer als Placebo. Die Unterschiede zwischen einzelnen Wirkstoffen fielen je nach Auswertung unterschiedlich aus; die Autoren stufen die Aussagesicherheit als mäßig bis sehr niedrig ein. Eine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten.8
Der Nutzen hängt von der Schwere ab: Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden lag der Vorteil gegenüber Placebo im Mittel unter der Schwelle für einen kleinen Effekt, bei sehr schwerer Depression war er deutlich.216
Mehr dazu: Antidepressiva
Die Placebo-Ansprechrate blieb in Studien seit 1991 stabil bei etwa 35 bis 40 Prozent.217
Studiendetails: Antidepressiva
Die Auswertung zur Schwere umfasste Patientendaten aus sechs Studien mit 718 Personen.216
Laut einer Übersichtsarbeit zeigen Antidepressiva-Studien insgesamt eine Effektstärke von etwa 0,30 gegenüber Placebo.218
Wirkeintritt
Eine Meta-Analyse zu SSRI fand schon in der ersten Behandlungswoche eine messbare Besserung gegenüber Placebo; das bedeutet noch keine Remission.188
Mehr dazu: Wirkeintritt
Wie lange man warten sollte, bevor eine Behandlung als nicht ausreichend wirksam gilt, wird unterschiedlich definiert; Cochrane-Reviews setzten dafür mindestens vier Wochen in empfohlener Dosis an.189
Wie lange?
Die Fortsetzung eines Antidepressivums nach dem Ansprechen senkte in einer Meta-Analyse das Rückfallrisiko deutlich.54
Ausführlich lesen: AntidepressivaStudiendetails: Wie lange?
In 31 Studien mit 4.410 Personen erlitten im Durchschnitt 18 Prozent unter Medikament und 41 Prozent unter Placebo einen Rückfall.54
In einer größeren Meta-Analyse senkte das Weiterführen auch dann noch die Rückfallrate, wenn das Antidepressivum nach der Remission schon mehr als sechs Monate eingenommen worden war.55
Die WHO empfiehlt, die Fortführung eines wirksamen Antidepressivums bei mittelgradiger bis schwerer Depression für mindestens sechs Monate nach der Remission zu erwägen (bedingte Empfehlung, sehr geringe Gewissheit).219
In einer britischen Studie mit Menschen, die sich nach langer Einnahme gut genug zum Aufhören fühlten, erlitten innerhalb eines Jahres 39 Prozent unter fortgesetztem Antidepressivum und 56 Prozent nach dem Ausschleichen einen Rückfall; Absetzsymptome und Rückfall waren dabei schwer zu trennen.56
Studiendetails: Wie lange?
Die größere Meta-Analyse umfasste 40 Studien mit 8890 Personen: Rückfall unter fortgesetztem Antidepressivum 20,9 Prozent, nach Umstellung auf Placebo 39,7 Prozent. Die britische Studie umfasste 478 Menschen in 150 Hausarztpraxen.55,56
Absetzsymptome in Studien: Absetzen nur ärztlich begleitet
Die Meta-Analyse umfasste 79 Studien mit 21.002 Personen; schwere Absetzsymptome traten bei etwa 2,8 Prozent auf (Placebo 0,6 Prozent). Rechnet man unspezifische Effekte heraus, wie sie auch nach Absetzen von Placebo auftreten, setzen die Autoren den Anteil auf etwa 15 Prozent an. Zu der Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.57
Eine weitere Meta-Analyse mit 50 Studien fand eine Woche nach dem Absetzen im Mittel etwa ein zusätzliches Symptom, Schwindel war am häufigsten; eine Verschlechterung der Stimmung hing nicht mit dem Absetzen zusammen.196
Wie absetzen?, Absetzen nur ärztlich begleitet
Wie man am besten absetzt, ist wenig erforscht: Ein Cochrane-Review fand dazu nur sehr unsichere Belege, und in den meisten Studien wurde höchstens vier Wochen lang ausgeschlichen.220
Eine Übersichtsarbeit schlägt vor, SSRI langsam und in immer kleineren Schritten auszuschleichen; das ist ein aus Bildgebungsdaten abgeleitetes Modell und kein in Studien geprüftes Schema. Absetzsymptome können mit einer wiederkehrenden Depression verwechselt werden.191
Der Behandlungsbeginn
Zu Beginn einer Behandlung ist Aufmerksamkeit für Suizidgedanken wichtig. Bei Studienteilnehmenden mit psychischen Erkrankungen hing das Risiko für Suizidgedanken oder -verhalten unter Antidepressiva stark vom Alter ab: Bei unter 25-Jährigen war es tendenziell erhöht, ab 65 Jahren gesenkt. Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.184
Studiendetails: Der Behandlungsbeginn
Die Auswertung umfasste 372 Studien mit 99.231 Erwachsenen. Bei unter 25-Jährigen lag das Odds Ratio für Suizidgedanken oder -verhalten bei 1,62 (statistisch nicht gesichert), für suizidales Verhalten allein bei 2,30; bei 25- bis 64-Jährigen bei 0,79, ab 65 Jahren bei 0,37.184
Höheres Lebensalter
Bei älteren Menschen sind Antidepressiva am besten untersucht; wegen Begleiterkrankungen und Wechselwirkungen bei mehreren Medikamenten bergen sie aber ein höheres Risiko für Nebenwirkungen. Psychotherapie wird bei leichter bis mittelschwerer Depression empfohlen.26
Mehr dazu: Höheres Lebensalter
Bei Menschen ab 60 Jahren senkte das Weiterführen eines Antidepressivums nach erfolgreicher Behandlung in einem Cochrane-Review das Wiederauftreten nach zwölf Monaten; die Belege beruhen auf drei kleinen Studien mit geringer Gewissheit.221
Depression mit psychotischen Merkmalen
Bei einer Depression mit psychotischen Merkmalen war die Kombination aus Antidepressivum und Antipsychotikum in einem Cochrane-Review wirksamer als jedes der beiden Mittel allein und als Placebo; die Gewissheit ist gering bis sehr gering.222
Studiendetails: Depression mit psychotischen Merkmalen
Der Review umfasste 12 Studien mit 929 Teilnehmenden (relatives Risiko 1,42 gegenüber Antidepressivum allein). Nach Abklingen einer psychotischen Depression erlitten in einer weiteren Studie mit 126 Personen über 36 Wochen 20,3 Prozent mit fortgesetztem Antipsychotikum und 54,8 Prozent nach Umstellung auf Placebo einen Rückfall; dem standen mehr Gewichtszunahme und höhere Cholesterinwerte gegenüber.222,223
Mehr dazu: Schwangerschaft und Zeit nach der Geburt
Bei einer Depression nach der Geburt waren SSRI in einem Cochrane-Review möglicherweise wirksamer als Placebo, bei geringer bis sehr geringer Gewissheit; Daten zu gestillten Kindern waren begrenzt.225
Studiendetails: Schwangerschaft und Zeit nach der Geburt
Die Kohorte umfasste 949.504 Schwangerschaften (SSRI, voll adjustiert: relatives Risiko 1,06). Der Cochrane-Review umfasste 11 Studien mit 1016 Frauen; das Ansprechen lag bei 55 gegenüber 43 Prozent, statistisch nicht gesichert (relatives Risiko 1,27; 0,97 bis 1,66).224,225
KI-generierte schematische Illustration: Angriffspunkt der Antidepressiva an der Synapse, stark vergrößert. Sie zeigt keine Ursache der Depression.
Dosis, Wirkung, Abbrüche: was Studien zeigen
Eine Geschichte in fünf Schritten. Mit „Weiter“ oder den Schritt-Knöpfen blättern; in Schritt 1 Wirkstoff wählen und mit dem Regler die Dosisstufe verschieben.
Keine Dosierungsempfehlung: Dosisstufen erscheinen bewusst ohne Milligramm-Angabe, die Werte sind Gruppenmittel und nicht auf Einzelne übertragbar. Setzen Sie ein Antidepressivum nie auf eigene Faust ab, auch nicht bei Besserung oder Nebenwirkungen: Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.57
Schritt 1 von 5
Mehr Dosis heißt nicht automatisch mehr Wirkung.
Eine Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse fester Dosierungen (77 Studien, 19.364 Erwachsene, Behandlung im Median acht Wochen) rechnete SSRI-Dosen in Fluoxetin-Äquivalente um und modellierte Ansprechen, Abbruch wegen Nebenwirkungen und Abbruch aus jedem Grund.193
Für SSRI stieg die Wirkkurve bis in den unteren zugelassenen Bereich an und verlief darüber flach bis leicht abfallend, während Abbrüche wegen Nebenwirkungen über den gesamten Dosisbereich steil zunahmen.193
Die Autoren folgern, dass für die häufig verwendeten Antidepressiva der untere zugelassene Bereich das beste Verhältnis aus Wirkung, Verträglichkeit und Akzeptanz in der Akutbehandlung bietet.193
SSRI
123456
Ansprechen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI193
0,611,41,82,2
11,12
21,24
31,29
41,27
51,18
61,09
Abbruch wegen Nebenwirkungen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI
1234567
11,18
21,4
31,65
41,94
52,69
63,73
Dosisstufe 1 bis 6, aufsteigend; bewusst ohne Milligramm-Angabe. Linie 1 = kein Unterschied zu Placebo.
SSRI (Fluoxetin-Äquivalente), Dosisstufe 1: Ansprechen relatives Risiko 1,12 (95-%-KI 1,09 bis 1,15); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,18 (1,09 bis 1,28); Abbruch aus jedem Grund 0,93 (0,89 bis 0,97).
SSRI (Fluoxetin-Äquivalente), Dosisstufe 1: Ansprechen relatives Risiko 1,12 (95-%-KI 1,09 bis 1,15); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,18 (1,09 bis 1,28); Abbruch aus jedem Grund 0,93 (0,89 bis 0,97).SSRI (Fluoxetin-Äquivalente), Dosisstufe 2: Ansprechen relatives Risiko 1,24 (95-%-KI 1,18 bis 1,30); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,40 (1,20 bis 1,62); Abbruch aus jedem Grund 0,88 (0,81 bis 0,95).SSRI (Fluoxetin-Äquivalente), Dosisstufe 3: Ansprechen relatives Risiko 1,29 (95-%-KI 1,21 bis 1,36); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,65 (1,39 bis 1,96); Abbruch aus jedem Grund 0,87 (0,79 bis 0,96).SSRI (Fluoxetin-Äquivalente), Dosisstufe 4: Ansprechen relatives Risiko 1,27 (95-%-KI 1,19 bis 1,36); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,94 (1,63 bis 2,31); Abbruch aus jedem Grund 0,91 (0,82 bis 1,02).SSRI (Fluoxetin-Äquivalente), Dosisstufe 5: Ansprechen relatives Risiko 1,18 (95-%-KI 1,06 bis 1,32); Abbruch wegen Nebenwirkungen 2,69 (2,06 bis 3,52); Abbruch aus jedem Grund 1,04 (0,90 bis 1,21).SSRI (Fluoxetin-Äquivalente), Dosisstufe 6: Ansprechen relatives Risiko 1,09 (95-%-KI 0,91 bis 1,30); Abbruch wegen Nebenwirkungen 3,73 (2,42 bis 5,76); Abbruch aus jedem Grund 1,20 (0,97 bis 1,49).
Venlafaxin
123456
Ansprechen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI193
0,611,41,82,2
11,15
21,31
31,47
41,53
51,58
61,64
Abbruch wegen Nebenwirkungen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI
1234567
11,53
22,24
33,08
43,21
53,31
63,42
Dosisstufe 1 bis 6, aufsteigend; bewusst ohne Milligramm-Angabe. Linie 1 = kein Unterschied zu Placebo.
Venlafaxin, Dosisstufe 1: Ansprechen relatives Risiko 1,15 (95-%-KI 1,06 bis 1,25); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,53 (1,25 bis 1,87).
Venlafaxin, Dosisstufe 1: Ansprechen relatives Risiko 1,15 (95-%-KI 1,06 bis 1,25); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,53 (1,25 bis 1,87).Venlafaxin, Dosisstufe 2: Ansprechen relatives Risiko 1,31 (95-%-KI 1,12 bis 1,52); Abbruch wegen Nebenwirkungen 2,24 (1,53 bis 3,29).Venlafaxin, Dosisstufe 3: Ansprechen relatives Risiko 1,47 (95-%-KI 1,24 bis 1,75); Abbruch wegen Nebenwirkungen 3,08 (1,95 bis 4,85).Venlafaxin, Dosisstufe 4: Ansprechen relatives Risiko 1,53 (95-%-KI 1,31 bis 1,78); Abbruch wegen Nebenwirkungen 3,21 (2,09 bis 4,92).Venlafaxin, Dosisstufe 5: Ansprechen relatives Risiko 1,58 (95-%-KI 1,30 bis 1,95); Abbruch wegen Nebenwirkungen 3,31 (2,02 bis 5,44).Venlafaxin, Dosisstufe 6: Ansprechen relatives Risiko 1,64 (95-%-KI 1,25 bis 2,14); Abbruch wegen Nebenwirkungen 3,42 (1,81 bis 6,45).
Mirtazapin
12345
Ansprechen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI193
0,611,41,82,2
11,08
21,17
31,28
41,16
50,95
Abbruch wegen Nebenwirkungen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI
1234567
11,23
21,52
32,17
42,54
52,66
Dosisstufe 1 bis 5, aufsteigend; bewusst ohne Milligramm-Angabe. Linie 1 = kein Unterschied zu Placebo.
Mirtazapin, Dosisstufe 1: Ansprechen relatives Risiko 1,08 (95-%-KI 1,01 bis 1,16); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,23 (1,05 bis 1,46).
Mirtazapin, Dosisstufe 1: Ansprechen relatives Risiko 1,08 (95-%-KI 1,01 bis 1,16); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,23 (1,05 bis 1,46).Mirtazapin, Dosisstufe 2: Ansprechen relatives Risiko 1,17 (95-%-KI 1,02 bis 1,34); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,52 (1,09 bis 2,13).Mirtazapin, Dosisstufe 3: Ansprechen relatives Risiko 1,28 (95-%-KI 1,03 bis 1,58); Abbruch wegen Nebenwirkungen 2,17 (1,26 bis 3,73).Mirtazapin, Dosisstufe 4: Ansprechen relatives Risiko 1,16 (95-%-KI 0,95 bis 1,42); Abbruch wegen Nebenwirkungen 2,54 (1,54 bis 4,21).Mirtazapin, Dosisstufe 5: Ansprechen relatives Risiko 0,95 (95-%-KI 0,65 bis 1,38); Abbruch wegen Nebenwirkungen 2,66 (1,44 bis 4,92).
Modell Alle Punkte sind Schätzungen eines statistischen Modells (flexible Splines) aus Gruppendaten, keine Einzelmessungen; die gestrichelte Linie zeichnet das Modell an den Stufen nach. Bezogen auf mittlere Ereignisraten von 35, 4 und 25 Prozent unter Placebo.193
Schritt 2 von 5
Eine zweite Auswertung kommt zu einem ähnlichen Bild.
Eine zweite Meta-Analyse (40 Studien, 10.039 Personen) fand einen kleinen, aber signifikanten Zusammenhang zwischen SSRI-Dosis und Wirkung, der ab einer mittleren Dosisstufe ein Plateau erreicht226.
Höhere Dosen gingen in dieser Auswertung häufiger mit Abbrüchen wegen Nebenwirkungen einher, zugleich aber mit weniger Abbrüchen aus jedem Grund.226
Wirkung
geringer als ab der mittleren Stufe
Plateau erreicht
kein weiterer Zuwachs (Plateau)
Abbrüche wegen Nebenwirkungen
seltener als bei höheren Dosen
seltener als bei höheren Dosen
häufiger
Abbrüche aus jedem Grund
häufiger als bei höheren Dosen
häufiger als bei höheren Dosen
seltener
Modell Meta-Regression über 40 Studien mit 10.039 Personen; andere Umrechnungsskala als in Schritt 1, deshalb eigene, qualitative Darstellung ohne Werte.226
Schritt 3 von 5
Der Nutzen hängt von der Schwere ab.
Der Nutzen hängt von der Schwere ab: Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden lag der Vorteil gegenüber Placebo im Mittel unter der Schwelle für einen kleinen Effekt, bei sehr schwerer Depression war er deutlich.216
In Patientendaten aus sechs Studien (718 Personen) nahm der Vorteil von Antidepressiva gegenüber Placebo mit der Ausgangsschwere zu: Unterhalb eines HDRS-Werts von 23 lag die Effektstärke unter 0,20, die NICE-Schwelle für klinische Bedeutsamkeit wurde ab etwa 25 erreicht.216
Effektstärke unter 0,20Vorteil nimmt zu25: NICE-Schwelle erreicht10152023253035
Ausgangswert in der Hamilton-Skala (HDRS)
unter 23
Ausgangswert unter 23: Der Vorteil gegenüber Placebo lag im Mittel unter einer Effektstärke von 0,20.216
ab etwa 25
Ab einem Ausgangswert von etwa 25 wurde die NICE-Schwelle für klinische Bedeutsamkeit erreicht.216
Modell Patientendaten aus sechs Studien mit 718 Personen; die Autoren modellierten den Vorteil in Abhängigkeit vom Ausgangswert. Gezeigt sind nur die beiden im Abstract genannten Ankerpunkte, keine Kurve.216
Schritt 4 von 5
Auch unter Placebo bessert sich vieles.
Die Placebo-Ansprechrate blieb in Studien seit 1991 stabil bei etwa 35 bis 40 Prozent.217
Die Placebo-Ansprechrate in Antidepressiva-Studien blieb seit 1991 stabil zwischen 35 und 40 Prozent (252 Studien, 26.324 Personen unter Placebo).217
Placebo-Ansprechen in Antidepressiva-Studien seit 1991217
Placebo-Ansprechrate35 bis 40 %
0 %25 %50 %75 %100 %
252 placebokontrollierte Studien mit 26.324 Personen unter Placebo; Studienpopulationen, nicht der Alltag.
Schritt 5 von 5
Was gemessen wird, beeinflusst das Ergebnis.
In Patientendaten von 18 Herstellerstudien (6669 Erwachsene) verfehlten 18 von 32 Vergleichen nach sechs Wochen die Signifikanz im Hamilton-Summenwert, aber nur 3 von 32, wenn allein das Item „gedrückte Stimmung“ ausgewertet wurde.227
Hamilton-Summenwert
18 von 32 Vergleichen verfehlten die Signifikanz (Hamilton-Summenwert).
Item „gedrückte Stimmung“
3 von 32 Vergleichen verfehlten die Signifikanz (nur Item „gedrückte Stimmung“).
nicht signifikant
signifikant
Patientendaten aus 18 Herstellerstudien mit 6669 Erwachsenen, Woche 6. Nachträgliche Auswertung, Einzelitem nicht vorab festgelegt.227
Schritt 1 von 5
Modellschätzung je Stufe
gewählte Stufe
Modell (nachgezeichnet)
kein Unterschied zu Placebo
KernsatzDie Kurven sind Modellschätzungen aus Gruppendaten. Sie ersetzen keine ärztliche Dosisfindung und sind keine Dosierungsempfehlung.
Alle Modellwerte als Tabelle (relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI)
Quellen: Hieronymus F et al. · Molecular psychiatry 2016227; Jakubovski E et al. · The American journal of psychiatry 2016226; Furukawa TA et al. · The lancet. Psychiatry 2019193; Fournier JC et al. · JAMA 2010216; Furukawa TA et al. · The Lancet Psychiatry 2016217; Henssler J et al. · The Lancet Psychiatry 202457
Erklärvideo · 38 s
Dosis, Wirkung, Nebenwirkung
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Hilft eine höhere Dosis eines Antidepressivums automatisch besser? Eine Auswertung von 77 Studien mit 19.364 Erwachsenen ging dieser Frage nach. Das Modell zeigt zwei Kurven. Die Wirkung steigt zunächst an und flacht dann ab. Die Abbrüche wegen Nebenwirkungen nehmen dagegen über den ganzen Bereich weiter zu. Die Autoren sehen das beste Verhältnis im unteren zugelassenen Bereich. Das ist eine Aussage über Gruppen, keine Anleitung für Sie persönlich. Die passende Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen fest.57,193
Wann sich ein Unterschied zeigt
Unterschied zu Placebo in Woche 1 und Woche 6, mit 95-%-Konfidenzintervall. Messgröße wählen; daneben eine eigene Studie mit anderem Wirkprinzip.
Gezeigt sind nur die belegten Zeitpunkte. Zwischen Woche 1 und 6 wird nichts verbunden oder geschätzt. Ein Unterschied zu Placebo heißt nicht, dass sich jede Person nach einer Woche besser fühlt.
SSRI gegenüber Placebo: Meta-Analyse von 28 Studien mit 5872 Personen188
Hamilton-Differenz
0−1−2−3−4−5Wochen 2 bis 5: im Beleg nur grafisch, hier keine Werte
Woche 1−1,07
Woche 6−3,3
0123456Woche nach Behandlungsbeginn
Unterschied zu Placebo im Hamilton-Wert (Punkte, negativ = stärkere Besserung unter SSRI), 95-%-KI.188
MADRS-Differenz
0−1−2−3−4−5Wochen 2 bis 5: im Beleg nur grafisch, hier keine Werte
Woche 1−0,84
Woche 6−3,25
0123456Woche nach Behandlungsbeginn
Unterschied zu Placebo in der MADRS (Punkte), 95-%-KI; Werte aus dem Volltext.188
Ansprechen (RR)
0,811,41,82,2Wochen 2 bis 5: im Beleg nur grafisch, hier keine Werte
Woche 11,64
Woche 61,32
0123456Woche nach Behandlungsbeginn
Relatives Risiko für eine Halbierung des Hamilton-Werts gegenüber Placebo, 95-%-KI. Linie 1 = kein Unterschied.188
NNT
5102550100Wochen 2 bis 5: im Beleg nur grafisch, hier keine Werte
Woche 125
Woche 69
0123456Woche nach Behandlungsbeginn
Zahl der nötigen Behandlungen für ein zusätzliches Ansprechen, 95-%-KI, logarithmisch; kleiner heißt: mehr zusätzliches Ansprechen je behandelter Person.188
Eigene Studie, eigene Skala: Zuranolon bei Major Depression, mittlere HAM-D-Abnahme (Punkte)203
Tag 3
Zuranolon−9,8
Placebo−6,8
Tag 15
Zuranolon−14,1
Placebo−12,3
Kurzbehandlung über 14 Tage; laut Abstract nur bis Tag 12 nominell signifikant. Eine EU-Zulassung für die Depression allgemein ist dort nicht genannt.187
Der Unterschied im Hamilton-Wert gegenüber Placebo betrug in Woche 1 −1,07 Punkte (95-%-KI −1,69 bis −0,44) und wuchs bis Woche 6 auf −3,3 Punkte (−4,14 bis −2,45); etwa ein Drittel des Sechs-Wochen-Effekts zeigte sich schon in der ersten Woche.188
Die Zahl der nötigen Behandlungen für ein zusätzliches Ansprechen sank von 25 nach einer Woche auf 9 nach sechs Wochen; wichtige Ziele wie Remission brauchen dennoch mehrere Wochen.188
Wie lange man warten sollte, bevor eine Behandlung als nicht ausreichend wirksam gilt, wird unterschiedlich definiert; Cochrane-Reviews setzten dafür mindestens vier Wochen in empfohlener Dosis an.189
belegter Zeitpunkt mit KI
kein Wert belegt
kein Unterschied
KernsatzEine Meta-Analyse zu SSRI fand schon in der ersten Behandlungswoche eine messbare Besserung gegenüber Placebo; das bedeutet noch keine Remission.188
Wirkbeginn als Tabelle
Messgröße
Woche 1 (95-%-KI)
Woche 6 (95-%-KI)
Hamilton-Differenz (Punkte)
−1,07 (−1,69 bis −0,44)
−3,3 (−4,14 bis −2,45)
MADRS-Differenz (Punkte)
−0,84 (−1,36 bis −0,32)
−3,25 (−4,11 bis −2,39)
Ansprechen, relatives Risiko
1,64 (1,2 bis 2,25)
1,32 (1,18 bis 1,47)
NNT
25 (15 bis 100)
9 (6 bis 15)
188 Werte der Wochen 2 bis 5 sind nur grafisch berichtet.
Quellen: European Medicines Agency · EMA 2025187; Clayton AH et al. · The American journal of psychiatry 2023203; Taylor MJ et al. · Archives of General Psychiatry 2006188; Davies P et al. · Cochrane Database of Systematic Reviews 2019189
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Wann wirken Antidepressiva?
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Viele Menschen hören, ein Antidepressivum wirke erst nach Wochen. Eine Auswertung von 28 Studien mit 5872 Personen zeichnet ein genaueres Bild. Schon nach der ersten Woche war unter SSRI eine messbare Besserung gegenüber Placebo zu sehen. Bis zur sechsten Woche wuchs der Unterschied weiter; etwa ein Drittel davon zeigte sich bereits in Woche eins. Für Ziele wie eine vollständige Besserung braucht es trotzdem mehrere Wochen Geduld. Sprechen Sie Zweifel deshalb früh in der Sprechstunde an, statt die Behandlung selbst zu beenden.57,188
Nebenwirkungen und Absetzen: was Studien berichten
Vier Reiter: Absetzsymptome, Gewicht, Sexualfunktion und Suizidgedanken nach Alter, jeweils mit eigener Achse und Konfidenzintervall.
Setzen Sie ein Antidepressivum nie auf eigene Faust ab, auch nicht bei Besserung oder Nebenwirkungen: Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.57 Jeder Reiter stammt aus einer anderen Studie mit eigener Erfassung; Werte nicht zwischen Reitern vergleichen.
Eigene Achsen: 0 bis 50 % und 0 bis 10 %. Anteile aus dem Abstract (etwa 0,028 und 0,006) samt Intervallen als Prozent dargestellt.
Rechnet man unspezifische Effekte heraus, wie sie auch nach dem Absetzen von Placebo auftreten, betrifft es nach den Autoren etwa 15 Prozent, also etwa eine von sechs bis sieben Personen.57
Welche? Meta-Analyse, 50 Studien
Odds Ratio einzelner Symptome nach dem Absetzen, 95-%-KI, logarithmisch196
Schwindel0,51251020405,523,81 bis 8,01
Übelkeit0,51251020403,162,01 bis 4,96
Drehschwindel0,51251020406,401,20 bis 34,19
Nervosität0,51251020403,151,29 bis 7,64
häufiger nach Absetzen →
Eine weitere Meta-Analyse (50 Studien, 17.828 Personen) fand eine Woche nach dem Absetzen im Mittel etwa ein zusätzliches Absetzsymptom gegenüber Placebo-Absetzen oder Weiterbehandlung; diese Effektstärke (SMD 0,31; 95-%-KI 0,23 bis 0,39) beruht auf 11 Studien mit 3915 Personen. Schwindel war am häufigsten, und das Absetzen ging nicht mit mehr depressiven Symptomen einher.196
Modell Langsames, hyperbolisches Ausschleichen ist ein aus Bildgebungsdaten abgeleiteter Vorschlag, kein in Studien geprüftes Schema; die Grafik zeigt deshalb keine Kurve und keine Dosisschritte.191
Das Absetzen gehört in ärztliche Begleitung. Die Leitlinie empfiehlt, am Ende der Erhaltungstherapie oder Rückfallvorbeugung über mindestens acht bis zwölf Wochen auszuschleichen (Empfehlung 4-16).165
Gewicht
Neue Episoden von Gewichtszunahme um mindestens 5 %
Antidepressiva gegenüber keinen0,911,11,21,31,41,51,211,19 bis 1,22
Wie lange?
27
behandelte Personen im zweiten Jahr auf eine zusätzliche Episode von Gewichtszunahme (95-%-KI 25 bis 29)194
Das erhöhte Risiko blieb mindestens sechs Jahre bestehen194.
In einer britischen Kohorte von Hausarztpraxen (136.762 Männer und 157.957 Frauen, Beobachtung 2004 bis 2014) traten neue Episoden einer Gewichtszunahme um mindestens 5 Prozent unter Antidepressiva mit 11,2 je 100 Personenjahre auf, ohne Antidepressiva mit 8,1 (adjustiertes Ratenverhältnis 1,21; 95-%-KI 1,19 bis 1,22).194
Beobachtungsdaten aus britischen Hausarztpraxen: Zusammenhänge sind nicht sicher ursächlich, Störfaktoren können die Werte überschätzen.
Sexualfunktion
Was belegt ist
Sexuelle Funktionsstörungen sind nach einem Cochrane-Review eine relativ häufige Nebenwirkung von Antidepressiva und können dazu führen, dass Betroffene die Behandlung nicht wie verordnet fortsetzen.195
Was helfen kann
Für Männer mit antidepressivabedingter Erektionsstörung war die Zugabe von Sildenafil oder Tadalafil wirksam; bei Frauen ist die Lage unsicherer. Die Evidenz insgesamt ist begrenzt.195
Eine Häufigkeitszahl aus einer zulässigen Quelle liegt nicht vor; die Grafik zeigt deshalb bewusst keinen Wert. Sprechen Sie Beschwerden offen in der Sprechstunde an.
Suizidgedanken nach Alter
Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3
Odds Ratio gegenüber Placebo, 95-%-KI, logarithmisch: 372 Studien mit 99.231 Erwachsenen184
Suizidgedanken oder -verhalten
unter 25 Jahre0,010,10,5125101,620,97 bis 2,71
25 bis 64 Jahre0,010,10,5125100,790,64 bis 0,98
ab 65 Jahre0,010,10,5125100,370,18 bis 0,76
← seltener unter Antidepressivumhäufiger →
nur suizidales Verhalten
unter 25 Jahre0,010,10,5125102,301,04 bis 5,09
25 bis 64 Jahre0,010,10,5125100,870,58 bis 1,29
ab 65 Jahre0,010,10,5125100,060,01 bis 0,58
← seltener unter Antidepressivumhäufiger →
Zu Beginn einer Behandlung ist Aufmerksamkeit für Suizidgedanken wichtig.184 Bei unter 25-Jährigen schließt das Intervall für Gedanken oder Verhalten die 1 ein (statistisch nicht gesichert).184 Kurze Studiendauer; keine Vorhersage für Einzelne.
nach bzw. unter Antidepressivum
Placebo oder ohne
Odds Ratio
kein Unterschied (1)
nur Modell, keine Werte
KernsatzDas Absetzen gehört in ärztliche Begleitung.165
Alle Werte als Tabelle
Thema
Wert (95-%-KI)
Absetzen: mindestens ein Symptom
31 % (27 bis 35) gegenüber 17 % (14 bis 21) nach Placebo57
Absetzen: schwere Symptome
2,8 % (1,4 bis 5,7) gegenüber 0,6 % (0,2 bis 1,3)57
Quellen: Taylor MJ et al. · The Cochrane database of systematic reviews 2013195; Gafoor R et al. · BMJ (Clinical research ed.) 2018194; TelefonSeelsorge Deutschland · TelefonSeelsorge Deutschland 20263; Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de) 20264; Bundesärztekammer (BÄK) et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 2023165; Henssler J et al. · The Lancet Psychiatry 202457; Kalfas M et al. · JAMA Psychiatry 2025196; Horowitz MA, Taylor D · The Lancet Psychiatry 2019191; Stone M et al. · BMJ 2009184
Von therapieresistenter Depression spricht man meist, wie in der Studie ESCAPE-TRD beschrieben, wenn mindestens zwei aufeinanderfolgende Behandlungen in der aktuellen Episode nicht angesprochen haben.174 In der US-Studie STAR*D sanken die Remissionsraten von Behandlungsschritt zu Behandlungsschritt, und je mehr Schritte nötig waren, desto höher waren die Rückfallraten. Die Autoren berichten eine rechnerische Gesamtrate von 67 Prozent nach bis zu vier Schritten; sie setzt voraus, dass alle Schritte durchlaufen werden, und ist deshalb vorsichtig zu lesen.180
Studiendetails: Therapieresistente Depression
In STAR*D erreichten im ersten Behandlungsschritt 36,8 Prozent eine Remission, im zweiten 30,6, im dritten 13,7 und im vierten 13,0 Prozent.180
Was die Leitlinie vorsieht
Spricht eine Behandlung nicht an, soll nach der Leitlinie zusätzlich Psychotherapie angeboten werden (Empfehlung 7-5, Grad A). Bei Therapieresistenz soll die EKT angeboten werden (7-27, Grad A), die rTMS sollte angeboten werden; Esketamin-Nasenspray kann bei mittelgradiger bis schwerer Episode nach mehreren erfolglosen Behandlungsversuchen im (teil-)stationären Rahmen ergänzt werden (7-24, Grad 0).165 Kam bei therapieresistenter Depression eine Psychotherapie zur Behandlung mit Antidepressiva hinzu, erreichten in einem Cochrane-Review mehr Menschen eine Remission (relatives Risiko 1,92; sechs Studien, mäßige Gewissheit).228
Wechseln, verstärken, kombinieren
Nach einem erfolglosen ersten Antidepressivum erreichte in STAR*D nach dem Wechsel auf ein anderes Mittel etwa jede vierte Person eine Remission.190
Mehr dazu: Wechseln, verstärken, kombinieren
Das Hinzufügen eines zweiten Medikaments führte bei etwa 30 Prozent zur Remission; einen Vergleich mit Placebo gab es in diesen Schritten nicht.229
In der Studie VAST-D war die Zugabe eines Antipsychotikums dem Wechsel auf ein anderes Antidepressivum beim Remissionsziel geringfügig überlegen.197
Ein Cochrane-Review bestätigt, dass die Zugabe bestimmter Antipsychotika die Beschwerden kurzfristig bessert; zugleich brachen mehr Menschen die Behandlung ab, meist wegen Nebenwirkungen. Die Zugabe eines zweiten Antidepressivums brachte dort keinen klinisch bedeutsamen Vorteil, gestützt auf eine einzige Studie.189
Studiendetails: Wechseln, verstärken, kombinieren
VAST-D umfasste 1.522 überwiegend männliche Veteranen; die Remissionsraten lagen bei 28,9 gegenüber 22,3 Prozent. Häufigere Nebenwirkungen waren Schläfrigkeit, Akathisie (Bewegungsunruhe) und Gewichtszunahme.197
Lithium
In einer Meta-Analyse zur Langzeitbehandlung von Stimmungsstörungen senkte Lithium das Risiko für Suizide gegenüber Placebo; die Zahl der Ereignisse war klein.173
Studiendetails: Lithium
Die Meta-Analyse umfasste 48 Studien mit 6.674 Personen (Odds Ratio für Suizide 0,13; bei unipolarer Depression 0,36).173
Als Zusatz nach zwei erfolglosen Behandlungsschritten erreichten in STAR*D mit Lithium 15,9 Prozent eine Remission, mit Schilddrüsenhormon 24,7 Prozent, ohne signifikanten Unterschied; unter Lithium brachen mehr Menschen wegen Nebenwirkungen ab. Bei älteren Menschen mit therapieresistenter Depression war Lithium als Zusatz in einer Übersicht die einzige Behandlung mit wiederholt belegter Wirkung, überwiegend aus offenen Studien.230,231
Zulassungsstand von Esketamin (Abruf 5. Oktober 2026)
Esketamin ist ein Nasenspray. In der EU ist es seit dem 18. Dezember 2019 zusammen mit einem SSRI oder SNRI für Erwachsene mit therapieresistenter Depression zugelassen, die in der aktuellen mittelschweren bis schweren Episode auf mindestens zwei verschiedene Antidepressiva nicht angesprochen haben (Fachinformation, abgerufen am 5. Oktober 2026).199 Zusätzlich ist es zusammen mit einer oralen antidepressiven Behandlung zur kurzzeitigen Behandlung eines psychiatrischen Notfalls bei mittelschwerer bis schwerer Depression zugelassen (abgerufen am 5. Oktober 2026).199
Mehr dazu: Zulassungsstand von Esketamin (Abruf 5. Oktober 2026)
Das englische NICE empfiehlt es nicht, weil die Belege unsicher und die Kostenwirksamkeit nicht verlässlich bestimmbar seien (Stand 2022).232
In den USA ist es nach der Fachinformation (Revised 3/2026, abgerufen am 5. Oktober 2026) auch als Monotherapie zugelassen, und zwar nur in zertifizierten Einrichtungen mit mindestens zweistündiger Überwachung.185
Esketamin in Studien
In der Studie ESCAPE-TRD erreichten unter Esketamin, jeweils zusätzlich zu einem SSRI oder SNRI, mehr Menschen eine Remission als unter einem Antipsychotikum in Retardform; die Studie war offen, vom Hersteller finanziert und ohne Placebo.174
Mehr dazu: Esketamin in Studien
Die FDA hält in der Fachinformation fest (abgerufen am 5. Oktober 2026), dass die Wirksamkeit bei der Vorbeugung von Suiziden nicht nachgewiesen ist.185
Esketamin wird nach einer Übersicht im Nervenarzt in einem strukturierten Rahmen mit Überwachung gegeben; Ketamin als Infusion wird außerhalb der Zulassung eingesetzt und hat an Bedeutung verloren.200
Studiendetails: Esketamin in Studien
In ESCAPE-TRD (676 Erwachsene) erreichten nach acht Wochen 27,1 Prozent unter Esketamin eine Remission, unter dem Vergleichsmedikament 17,6 Prozent.174
In der Zulassungsstudie mit 227 Randomisierten, ambulanten Erwachsenen mit mittelgradiger bis schwerer Depression, verbesserte sich der Depressionswert nach 28 Tagen unter Esketamin plus neuem Antidepressivum stärker als unter neuem Antidepressivum plus Placebo-Spray (Differenz minus 4,0 MADRS-Punkte). Zu der Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.202
Psilocybin in der Forschung (Stand 5. Oktober 2026)
Experimentelle Mittel wie Psilocybin sollen nach der Leitlinie nur im Rahmen klinischer Studien angeboten werden (Empfehlung 7-26, Grad A).165 Nach einer FDA-Bekanntmachung vom 14. Juli 2026 befindet sich Psilocybin gegen Depression in der Arzneimittelentwicklung; die Beschleunigungsverfahren ersetzen keine Zulassung. Eine Zulassung in der EU oder in Deutschland ist in den geprüften Quellen nicht belegt (Stand 5. Oktober 2026).233
Studiendetails: Psilocybin in der Forschung (Stand 5. Oktober 2026)
In einer Phase-2-Studie mit 233 Personen mit therapieresistenter Depression senkte eine einmalige Gabe der höchsten Stufe, jeweils mit psychologischer Begleitung, den Depressionswert nach drei Wochen stärker als die Kontrollstufe (Differenz minus 6,6 MADRS-Punkte). Unerwünschte Ereignisse traten bei 77 Prozent aller Teilnehmenden auf; Suizidgedanken oder selbstschädigendes Verhalten kamen in allen Gruppen vor.186
Im Vergleich mit einem Antidepressivum zeigte Psilocybin in einer Studie mit 59 Personen im Hauptziel keinen statistisch signifikanten Unterschied.205
Johanniskraut wird unterschiedlich bewertet
Ein Cochrane-Review fand Johanniskraut-Extrakte einem Placebo überlegen und gegenüber SSRI ohne Unterschied; die Ergebnisse waren heterogen, und Studien aus deutschsprachigen Ländern berichteten günstigere Ergebnisse.234 Das britische NICE rät trotz möglicher Vorteile bei leichteren Formen davon ab, Johanniskraut zu verordnen oder zu empfehlen, wegen unsicherer Dosierung, wechselnder Zusammensetzung und möglicher schwerer Wechselwirkungen. Besprechen Sie pflanzliche Mittel deshalb immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.44
Studiendetails: Johanniskraut wird unterschiedlich bewertet
Der Cochrane-Review umfasste 29 Studien mit 5.489 Personen (Stand 2008).234
Zulassungsstand von Esketamin und Psilocybin (Abruf 5. Oktober 2026)
Substanz
EU
USA
NICE
Esketamin-Nasenspray
zugelassen seit 18.12.2019, mit SSRI oder SNRI bei Therapieresistenz; zusätzlich bei psychiatrischem Notfall
laut Fachinformation (Revised 3/2026) auch als Monotherapie; Überwachung mindestens zwei Stunden
Stand der Fachinformationen und Behördenmitteilungen: Abruf am 5. Oktober 2026.185,199,200,232,233
Erklärvideo · 44 s
Studiendesign: ESCAPE-TRD
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Wie wird ein neues Medikament gegen Depression geprüft? Ein Beispiel ist die Studie ESCAPE-TRD: 676 Erwachsene mit therapieresistenter Depression wurden per Zufall zwei Gruppen zugeteilt, Esketamin-Nasenspray oder Quetiapin, jeweils zusätzlich zu einem Antidepressivum. Hauptziel war die Remission nach acht Wochen. Sie gelang bei 27,1 gegenüber 17,6 Prozent. Danach wurde bis Woche 32 beobachtet, ob die Besserung anhält. Wichtig für die Einordnung: Die Behandlung war offen, nur die Auswertenden waren verblindet, und der Hersteller hat die Studie finanziert.174
Erklärvideo · 40 s
Therapieweg: wenn der erste Versuch nicht reicht
Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.
Gesprochener Text
Was, wenn das erste Antidepressivum nicht ausreicht? Die große US-Studie STAR*D begleitete Erwachsene durch bis zu vier Behandlungsstufen. Im ersten Schritt erreichten 36,8 Prozent eine Remission, im zweiten 30,6 Prozent, danach deutlich weniger. Nach einem Wechsel des Medikaments kam etwa jede vierte Person in Remission. Wer mehr Stufen brauchte, hatte später häufiger Rückfälle. Spricht eine Behandlung nicht an, soll laut deutscher Leitlinie zusätzlich Psychotherapie angeboten werden. Ein erfolgloser Versuch ist deshalb nicht das Ende.165,180,190
16 Schlüssel- und Zulassungsstudien: wie sie aufgebaut waren
Studie auswählen und das Design Schritt für Schritt ansehen: Einschluss, Randomisierung, Arme, Dauer mit Messpunkten, Endpunkt, Ergebnis mit Konfidenzintervall, Zulassungsstand und Grenzen.
Jede Kachel steht für sich: eigene Population, eigener Endpunkt, eigene Skala (MADRS, HAM-D, HRSD, QIDS) und eigene Definition von Ansprechen oder Remission. Die Studien bilden keine Rangfolge; Werte nicht über Kacheln hinweg vergleichen.
Nach einem erfolglosen Antidepressivum: wechseln oder ein zweites Mittel hinzufügen?
n randomisiert
1.522
Dauer
12 + bis 36 Wochen
Population
Veteranen mit nicht-psychotischer Depression nach mindestens einem erfolglosen Antidepressivum
R
Wechsel auf Bupropion511
Zugabe Bupropion506
Zugabe Aripiprazol505
12 + bis 36 Wochen
2025LQD: Lithium oder Quetiapin als Zusatz198The lancet. Psychiatry
MedikamentTherapieresistenz
Therapieresistente Depression: Lithium oder Quetiapin als Zusatz, über zwölf Monate betrachtet?
n randomisiert
212
Dauer
12 Monate
Population
Erwachsene mit therapieresistenter Depression (mindestens zwei erfolglose Antidepressiva), England
R
Quetiapin als Zusatz107
Lithium als Zusatz105
12 Monate
American Journal of Psychiatry · 2006 · Mehrstufige Effektivitätsstudie (Stufe 2 randomisiert)
STAR*D
Was geschieht, wenn der erste Behandlungsschritt nicht zur Remission führt?
1 · Einschluss
Ambulante Erwachsene mit nicht-psychotischer Major Depression; Stufe 1 mit 3.671 Teilnehmenden (Citalopram laut Stufe-2-Publikation)
2 · Randomisierung
R
Stufe 1 ohne Zufallszuteilung. In Stufe 2 wurden 727 Erwachsene, die nicht remittiert waren oder Citalopram nicht vertrugen, zufällig einem Wechsel zugeteilt
n = 3.671
Stufe 2 (Wechsel-Teilkohorte): 727 · Stufe 4: 123
3 · Arme
Stufe 2: Bupropionn = 239
Stufe 2: Sertralinn = 238
Stufe 2: Venlafaxinn = 250
4 · Dauer und Messpunkte
Schema, nicht maßstäblich
Stufe 1Stufe 2Stufe 3 und 412 Monate Nachbeobachtung
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Stufe 1: Erster Behandlungsschritt für 3.671 Teilnehmende; Remission 36,8 Prozent.
Stufe 2: Zufällige Zuteilung von 727 Personen zu Bupropion, Sertralin oder Venlafaxin für bis zu 14 Wochen.
Stufe 4: Nur noch 123 Teilnehmende; Remission 13,0 Prozent.
Nachbeobachtung: Nach einer erfolgreichen Stufe zwölf Monate naturalistische Nachbeobachtung; ein QIDS-SR16-Wert ab 11 galt als Rückfall.
Stufe 1: Erster Behandlungsschritt für 3.671 Teilnehmende; Remission 36,8 Prozent.
Stufe 2: Zufällige Zuteilung von 727 Personen zu Bupropion, Sertralin oder Venlafaxin für bis zu 14 Wochen.
Stufe 4: Nur noch 123 Teilnehmende; Remission 13,0 Prozent.
Nachbeobachtung: Nach einer erfolgreichen Stufe zwölf Monate naturalistische Nachbeobachtung; ein QIDS-SR16-Wert ab 11 galt als Rückfall.
Die Autoren berichten eine rechnerische Gesamtrate von 67 Prozent; wer mehr Stufen brauchte, hatte in der Nachbeobachtung häufiger Rückfälle.180
Nach dem Wechsel erreichte etwa jede vierte Person eine Remission; die Hamilton-Remissionsraten lagen bei 21,3 (Bupropion), 17,6 (Sertralin) und 24,8 Prozent (Venlafaxin), ohne signifikante Unterschiede.190
6 · Grenzen
Kein Placebo; die Stichprobe schrumpft mit jeder Stufe, die Stufen wurden nicht zufällig auf dieselben Personen verteilt; die Gesamtrate ist rechnerisch.180
Quelle: Rush AJ, Trivedi MH, Wisniewski SR et al.: Acute and longer-term outcomes in depressed outpatients requiring one or several treatment steps: a STAR*D report. American Journal of Psychiatry 2006180 · Rush AJ, Trivedi MH, Wisniewski SR, Stewart JW, et al.: Bupropion-SR, sertraline, or venlafaxine-XR after failure of SSRIs for depression. New England Journal of Medicine 2006190
The Lancet · 2018 · Systematische Übersicht + Netzwerk-Meta-Analyse
Netzwerk-Meta-Analyse 21 Antidepressiva
Wirken Antidepressiva in der Akutbehandlung besser als Placebo, und wie sicher ist das?
1 · Einschluss
Doppelblinde randomisierte Studien bei Erwachsenen mit unipolarer Major Depression; Suche bis 8. Januar 2016
2 · Randomisierung
R
Keine eigene Zuteilung: Die Meta-Analyse fasst 522 randomisierte Studien zusammen und verbindet sie zu einem Netzwerk
n = 116.477
522 doppelblinde randomisierte Studien
3 · Arme
21 Antidepressivan nicht berichtet
Placebon nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Schema, nicht maßstäblich
SucheEinschlussNetzwerk-Analyse
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Suche: Datenbanken, Register und Behördenseiten bis 8. Januar 2016.
Einschluss: 522 doppelblinde Studien mit 116.477 Erwachsenen.
Endpunkte: Ansprechen und Abbruch aus jedem Grund (Akzeptanz).
Suche: Datenbanken, Register und Behördenseiten bis 8. Januar 2016.
Einschluss: 522 doppelblinde Studien mit 116.477 Erwachsenen.
Endpunkte: Ansprechen und Abbruch aus jedem Grund (Akzeptanz).
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Ansprechen; Abbruch aus jedem Grund (Akzeptanz)8
Odds Ratio für Ansprechen gegenüber Placebo: Spanne über die 21 Wirkstoffe, 95-%-Glaubwürdigkeitsintervall, logarithmisch
Unteres Ende der Spanne0,811,5231,371,16 bis 1,63
Oberes Ende der Spanne0,811,5232,131,89 bis 2,41
← zugunsten Placebozugunsten Antidepressivum →
Die Aussagesicherheit der Belege war mäßig bis sehr niedrig.8
Bei der Akzeptanz (Abbrüche aus jedem Grund) waren nur Agomelatin (OR 0,84) und Fluoxetin (OR 0,88) mit weniger Abbrüchen als Placebo verbunden, Clomipramin mit mehr (OR 1,30).8
Die Grafik nennt bewusst keine Wirkstoffe an den Enden der Spanne: Eine Rangliste lässt sich aus der Analyse nicht ableiten.
6 · Grenzen
Gruppendaten; Unterschiede zwischen Wirkstoffen hängen von der Auswertungsmethode ab; keine Rangliste für Einzelne.8
Quelle: Cipriani A, Furukawa TA, Salanti G, Chaimani A, et al.: Comparative efficacy and acceptability of 21 antidepressant drugs for the acute treatment of adults with major depressive disorder: a systematic review and network meta-analysis. The Lancet 20188
Therapieresistente Depression: Schützt fortgeführtes Esketamin-Nasenspray vor einem Rückfall?
1 · Einschluss
Erwachsene mit prospektiv bestätigter therapieresistenter Depression; 705 aufgenommen, 455 in der Optimierungsphase mit Esketamin-Nasenspray plus oralem Antidepressivum
2 · Randomisierung
R
Randomisiertes Absetzdesign: Nach 16 Wochen wurden nur Personen mit stabiler Remission oder stabilem Ansprechen zufällig zugeteilt
Esketamin-Spray weiter + Antidepressivumn nicht berichtet
Placebo-Spray + Antidepressivumn nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Schema, nicht maßstäblich
Optimierung, 16 WochenErhaltungsphase
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Aufnahme: 705 Erwachsene aufgenommen, 455 traten in die Optimierungsphase ein.
Randomisierung: 297 Personen mit stabiler Remission (176) oder stabilem Ansprechen (121).
Endpunkt: Zeit bis zum Rückfall bei stabil Remittierten; das orale Antidepressivum lief in beiden Gruppen weiter.
Aufnahme: 705 Erwachsene aufgenommen, 455 traten in die Optimierungsphase ein.
Randomisierung: 297 Personen mit stabiler Remission (176) oder stabilem Ansprechen (121).
Endpunkt: Zeit bis zum Rückfall bei stabil Remittierten; das orale Antidepressivum lief in beiden Gruppen weiter.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Zeit bis zum Rückfall bei stabiler Remission201
Hazard Ratio für Rückfall, Esketamin weiter gegenüber Placebo-Spray, 95-%-KI, logarithmisch
Stabile Remission (176)0,10,250,5120,490,29 bis 0,84
Stabiles Ansprechen (121)0,10,250,5120,300,16 bis 0,55
← weniger Rückfälle unter Esketaminmehr Rückfälle →
Anteil mit Rückfall
Stabile Remission (NNT 6)
Esketamin weiter26,7 %
Placebo-Spray45,3 %
Stabiles Ansprechen (NNT 4)
Esketamin weiter25,8 %
Placebo-Spray57,6 %
Zulassungsstand und Einordnung: Esketamin ist ein Nasenspray. In der EU ist es seit dem 18. Dezember 2019 zusammen mit einem SSRI oder SNRI für Erwachsene mit therapieresistenter Depression zugelassen, die in der aktuellen mittelschweren bis schweren Episode auf mindestens zwei verschiedene Antidepressiva nicht angesprochen haben (Fachinformation, abgerufen am 5. Oktober 2026).199
6 · Grenzen
Angereicherte Population: Randomisiert wurde nur, wer bereits auf Esketamin angesprochen hatte. Die Studie prüft Rückfallvorbeugung, keine Akutwirksamkeit.201
Nebenwirkungen: Häufigste Nebenwirkungen unter Esketamin waren vorübergehende Geschmacksstörung, Drehschwindel, Dissoziation, Schläfrigkeit und Schwindel (20,4 bis 27,0 Prozent).201
Quelle: Daly EJ, Trivedi MH, Janik A et al.: Efficacy of Esketamine Nasal Spray Plus Oral Antidepressant Treatment for Relapse Prevention in Patients With Treatment-Resistant Depression: A Randomized Clinical Trial.. JAMA psychiatry 2019201
American Journal of Psychiatry · 2019 · RCT, doppelblind, aktiv kontrolliert, Phase 3
TRANSFORM-2
Therapieresistente Depression: Bessert Esketamin-Nasenspray zusätzlich zu einem neuen Antidepressivum die Beschwerden stärker?
1 · Einschluss
Nichtansprechen auf mindestens zwei Antidepressiva in der aktuellen Episode; 39 ambulante Zentren
2 · Randomisierung
R
Doppelblinde Zuteilung zu Esketamin- oder Placebo-Nasenspray, jeweils mit einem neu begonnenen Antidepressivum
n = 227
gescreent 435 · randomisiert 227 · 28 Tage abgeschlossen 197
3 · Arme
Esketamin-Spray + neues Antidepressivumn nicht berichtet
Placebo-Spray + neues Antidepressivumn nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Tage ab Zuteilung
doppelblinde Phase07142128
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: 227 Randomisierte beginnen ein neues Antidepressivum, dazu Esketamin- oder Placebo-Spray.
Endpunkt: MADRS-Veränderung bis Tag 28; 197 schlossen die Phase ab.
Start: 227 Randomisierte beginnen ein neues Antidepressivum, dazu Esketamin- oder Placebo-Spray.
Endpunkt: MADRS-Veränderung bis Tag 28; 197 schlossen die Phase ab.
Esketamin gegenüber Placebo-Spray−10−8−6−4−2024−4,0−7,31 bis −0,64
← zugunsten Esketaminzugunsten Placebo-Spray →
Zulassungsstand und Einordnung: Esketamin ist ein Nasenspray. In der EU ist es seit dem 18. Dezember 2019 zusammen mit einem SSRI oder SNRI für Erwachsene mit therapieresistenter Depression zugelassen, die in der aktuellen mittelschweren bis schweren Episode auf mindestens zwei verschiedene Antidepressiva nicht angesprochen haben (Fachinformation, abgerufen am 5. Oktober 2026).199
6 · Grenzen
Die Zahl je Arm ist im Abstract nicht berichtet; zur Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.202
Nebenwirkungen: Wegen Nebenwirkungen brachen 7 gegenüber 0,9 Prozent die Studienmedikation ab.202
Quelle: Popova V, Daly EJ, Trivedi M, Cooper K, et al.: Efficacy and Safety of Flexibly Dosed Esketamine Nasal Spray Combined With a Newly Initiated Oral Antidepressant in Treatment-Resistant Depression: A Randomized Double-Blind Active-Controlled Study. American Journal of Psychiatry 2019202
New England Journal of Medicine · 2023 · RCT, offen, auswerter-verblindet, Phase 3b
ESCAPE-TRD
Therapieresistente Depression: Esketamin-Nasenspray oder Quetiapin retard als Zusatz?
1 · Einschluss
Erwachsene mit therapieresistenter Depression; Behandlung jeweils zusätzlich zu einem SSRI oder SNRI
2 · Randomisierung
R
Offene Zuteilung 1:1; die Auswertenden waren verblindet
n = 676
336 / 340
3 · Arme
Esketamin-Spray + SSRI/SNRIn = 336
Quetiapin retard + SSRI/SNRIn = 340
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
AkutphaseNachbeobachtung08162432
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Woche 32: Ohne Rückfall bis Woche 32 nach Remission: 21,7 gegenüber 14,1 Prozent.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Remission (MADRS höchstens 10) in Woche 8; Nebenendpunkt kein Rückfall bis Woche 32174
Anteil
Remission Woche 8
Esketamin-Spray27,1 %
Quetiapin retard17,6 %
Ohne Rückfall bis Woche 32
Esketamin-Spray21,7 %
Quetiapin retard14,1 %
Ein Konfidenzintervall ist im Abstract nicht berichtet.
Zulassungsstand und Einordnung: Esketamin ist ein Nasenspray. In der EU ist es seit dem 18. Dezember 2019 zusammen mit einem SSRI oder SNRI für Erwachsene mit therapieresistenter Depression zugelassen, die in der aktuellen mittelschweren bis schweren Episode auf mindestens zwei verschiedene Antidepressiva nicht angesprochen haben (Fachinformation, abgerufen am 5. Oktober 2026).199
6 · Grenzen
Offenes Design ohne Placebo; Abbrecher als ungünstiges Ergebnis gewertet; finanziert von Janssen EMEA.174
Quelle: Reif A, Bitter I, Buyze J, Cebulla K, et al.: Esketamine Nasal Spray versus Quetiapine for Treatment-Resistant Depression. New England Journal of Medicine 2023174
The American journal of psychiatry · 2023 · zwei RCTs, doppelblind, placebokontrolliert, Phase 3
Zuranolon bei Major Depression
Bessert eine 14-tägige Einnahme von Zuranolon die Depression stärker als Placebo?
1 · Einschluss
Erwachsene von 18 bis 64 Jahren mit schwerer Depression
2 · Randomisierung
R
Zufällige, placebokontrollierte Zuteilung; Einnahme einmal täglich über 14 Tage
n = 543
Analyse 534: 266 / 268
3 · Arme
Zuranolonn = 266
Placebon = 268
4 · Dauer und Messpunkte
Tage ab Zuteilung
Einnahme 14 TageNachbeobachtung031542
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: 543 Randomisierte; ausgewertet 534.
Tag 3: HAM-D-Abnahme 9,8 gegenüber 6,8 Punkte.
Tag 15: Primärendpunkt: HAM-D-Abnahme 14,1 gegenüber 12,3 Punkte.
Tag 42: Ende der Nachbeobachtung.
Start: 543 Randomisierte; ausgewertet 534.
Tag 3: HAM-D-Abnahme 9,8 gegenüber 6,8 Punkte.
Tag 15: Primärendpunkt: HAM-D-Abnahme 14,1 gegenüber 12,3 Punkte.
Ein Konfidenzintervall ist im Abstract nicht berichtet. Laut Abstract war der Unterschied nur bis Tag 12 nominell signifikant.
Zulassungsstand und Einordnung: In der EU ist Zuranolon (Zurzuvae) seit dem 17.09.2025 zugelassen, und zwar nur zur Behandlung der Wochenbettdepression bei Erwachsenen nach der Geburt (CHMP-Stellungnahme 24.07.2025; EMA-Seite abgerufen am 5. Oktober 2026). Eine EU-Zulassung für die Depression allgemein ist dort nicht genannt.187
6 · Grenzen
Kurze Behandlungsdauer; zur Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.203
Nebenwirkungen: Wegen Nebenwirkungen brachen 9 gegenüber 4 Personen ab.203
Quelle: Clayton AH, Lasser R, Parikh SV et al.: Zuranolone for the Treatment of Adults With Major Depressive Disorder: A Randomized, Placebo-Controlled Phase 3 Trial.. The American journal of psychiatry 2023203
The American journal of psychiatry · 2023 · zwei RCTs, doppelblind, placebokontrolliert, Phase 3
Zuranolon bei Wochenbettdepression
Schwere Wochenbettdepression: Bessert Zuranolon über 14 Tage die Beschwerden stärker als Placebo?
1 · Einschluss
Frauen mit schwerer postpartaler Depression
2 · Randomisierung
R
Zufällige, placebokontrollierte Zuteilung, je 98 pro Gruppe
n = 196
98 / 98 · 170 (86,7 %) schlossen die Studie ab
3 · Arme
Zuranolonn = 98
Placebon = 98
4 · Dauer und Messpunkte
Tage ab Zuteilung
Einnahme 14 TageNachbeobachtung01545
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: 196 Frauen randomisiert.
Tag 15: Primärendpunkt: HAM-D-Abnahme 15,6 gegenüber 11,6 Punkte.
Tag 45: Ende der Studie; 170 (86,7 Prozent) schlossen ab.
Start: 196 Frauen randomisiert.
Tag 15: Primärendpunkt: HAM-D-Abnahme 15,6 gegenüber 11,6 Punkte.
Tag 45: Ende der Studie; 170 (86,7 Prozent) schlossen ab.
Zuranolon gegenüber Placebo−8−6−4−202−4,0−6,3 bis −1,7
← zugunsten Zuranolonzugunsten Placebo →
Zulassungsstand und Einordnung: In der EU ist Zuranolon (Zurzuvae) seit dem 17.09.2025 zugelassen, und zwar nur zur Behandlung der Wochenbettdepression bei Erwachsenen nach der Geburt (CHMP-Stellungnahme 24.07.2025; EMA-Seite abgerufen am 5. Oktober 2026). Eine EU-Zulassung für die Depression allgemein ist dort nicht genannt.187
6 · Grenzen
Ergebnis gilt nur für Wochenbettdepression; zur Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.204
Nebenwirkungen: Häufigste Nebenwirkungen waren Schläfrigkeit, Schwindel und Sedierung.204
Quelle: Deligiannidis KM, Meltzer-Brody S, Maximos B et al.: Zuranolone for the Treatment of Postpartum Depression.. The American journal of psychiatry 2023204
New England Journal of Medicine · 2022 · RCT Phase 2, doppelblind
Psilocybin, drei Stufen (Phase 2)
Therapieresistente Depression: Wie verändert eine einmalige Psilocybin-Gabe mit psychologischer Begleitung die Beschwerden?
1 · Einschluss
Erwachsene mit therapieresistenter Episode einer Major Depression
2 · Randomisierung
R
Doppelblinde Zuteilung 1:1:1 zu drei Psilocybin-Stufen; die niedrigste Stufe diente als Kontrolle
n = 233
79 / 75 / 79
3 · Arme
Hohe Stufen = 79
Mittlere Stufen = 75
Kontrollstufen = 79
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
GabeBeobachtung036912
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Einmalige Gabe: Eine Gabe in einer von drei Stufen, jeweils mit psychologischer Begleitung.
Woche 3: Primärendpunkt: MADRS-Veränderung.
Woche 12: Anhaltendes Ansprechen nach 12 Wochen: laut Studie nicht gesichert.
Einmalige Gabe: Eine Gabe in einer von drei Stufen, jeweils mit psychologischer Begleitung.
Woche 3: Primärendpunkt: MADRS-Veränderung.
Woche 12: Anhaltendes Ansprechen nach 12 Wochen: laut Studie nicht gesichert.
Unterschied im MADRS nach 3 Wochen gegenüber der Kontrollstufe (Punkte), 95-%-KI
Hohe Stufe−12−8−404−6,6−10,2 bis −2,9
← zugunsten hoher Stufezugunsten Kontrollstufe →
Mittlere Stufe: −2,5 Punkte gegenüber der Kontrollstufe, nicht signifikant; ein Konfidenzintervall ist im Abstract nicht berichtet.
Studienstufen ohne Milligramm-Angabe; keine Dosierungsempfehlung.
Zulassungsstand und Einordnung: Experimentelle Mittel wie Psilocybin sollen nach der Leitlinie nur im Rahmen klinischer Studien angeboten werden (Empfehlung 7-26, Grad A).165 Nach einer FDA-Bekanntmachung vom 14. Juli 2026 befindet sich Psilocybin gegen Depression in der Arzneimittelentwicklung; die Beschleunigungsverfahren ersetzen keine Zulassung. Eine Zulassung in der EU oder in Deutschland ist in den geprüften Quellen nicht belegt (Stand 5. Oktober 2026).233
6 · Grenzen
Nicht zugelassen; vom Hersteller finanziert (COMPASS Pathfinder); ein anhaltendes Ansprechen nach 12 Wochen ist nicht gesichert.186
Nebenwirkungen: Unerwünschte Ereignisse traten bei 77 Prozent aller 233 Teilnehmenden auf; Suizidgedanken, suizidales Verhalten oder Selbstverletzung kamen in allen Gruppen vor.186
Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3
Quelle: Goodwin GM, Aaronson ST, Alvarez O, Arden PC, et al.: Single-Dose Psilocybin for a Treatment-Resistant Episode of Major Depression. New England Journal of Medicine 2022186
New England Journal of Medicine · 2021 · RCT Phase 2, doppelblind
Psilocybin gegenüber Escitalopram
Unterscheidet sich Psilocybin mit Begleitung im Hauptziel von Escitalopram?
Eigenes Objekt: anderer Endpunkt (QIDS-SR-16) und Zeitpunkt (Woche 6) als die Phase-2-Studie mit drei Stufen.
1 · Einschluss
Erwachsene mit langjähriger mittelgradiger bis schwerer Depression
2 · Randomisierung
R
Doppelblinde Zuteilung; beide Gruppen mit psychologischer Begleitung
n = 59
30 / 29
3 · Arme
Psilocybin, zwei Gaben + täglich Placebon = 30
Sehr niedrige Psilocybin-Kontrollstufe, zwei Gaben + täglich Escitalopramn = 29
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
zwei Gaben, täglich Kapseln0246
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Berichtetes 95-%-KI der Differenz im QIDS-SR-16 (Punkte)
Psilocybin gegenüber Escitalopram−8−404−5,0 bis 0,9
Der Abstract nennt eine Differenz von 2,0 Punkten mit 95-%-KI −5,0 bis 0,9. Das Intervall schließt 0 ein: kein signifikanter Unterschied im Hauptziel. Die Grafik zeigt deshalb nur das berichtete Intervall.
Zulassungsstand und Einordnung: Experimentelle Mittel wie Psilocybin sollen nach der Leitlinie nur im Rahmen klinischer Studien angeboten werden (Empfehlung 7-26, Grad A).165 Nach einer FDA-Bekanntmachung vom 14. Juli 2026 befindet sich Psilocybin gegen Depression in der Arzneimittelentwicklung; die Beschleunigungsverfahren ersetzen keine Zulassung. Eine Zulassung in der EU oder in Deutschland ist in den geprüften Quellen nicht belegt (Stand 5. Oktober 2026).233
6 · Grenzen
Kleine, ausgewählte Stichprobe; Nebenendpunkte nicht für multiples Testen korrigiert; Psilocybin ist nicht zugelassen.205
Quelle: Carhart-Harris R, Giribaldi B, Watts R, Baker-Jones M, et al.: Trial of Psilocybin versus Escitalopram for Depression. New England Journal of Medicine 2021205
Archives of General Psychiatry · 2010 · RCTs
rTMS gegen Scheinstimulation
Führt echte Magnetstimulation häufiger zur Remission als eine Scheinstimulation?
1 · Einschluss
Erwachsene ohne Antidepressiva; multizentrisch, etwa 860 gescreent
2 · Randomisierung
R
Zufällige Zuteilung 1:1 zu echter oder Schein-rTMS
n = 199
etwa 860 gescreent · ITT 190
3 · Arme
Echte rTMSn nicht berichtet
Schein-rTMSn nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
werktäglichbei Besserung bis 3 weitere Wochen036
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Population ohne Antidepressiva; breites Konfidenzintervall.206
Quelle: George MS, Lisanby SH, Avery D, McDonald WM, et al.: Daily left prefrontal transcranial magnetic stimulation therapy for major depressive disorder: a sham-controlled randomized trial. Archives of General Psychiatry 2010206
The Lancet · 2018 · RCTs
THREE-D: Theta-Burst gegen 10-Hz-rTMS
Therapieresistente Depression: Ist die nur wenige Minuten dauernde Theta-Burst-Stimulation der herkömmlichen rTMS nicht unterlegen?
1 · Einschluss
Erwachsene von 18 bis 65 Jahren mit therapieresistenter Depression; drei kanadische Universitätskliniken
Adjustierte Differenz im HRSD-17 (Punkte), Untergrenze des Intervalls; Grenze der Nicht-Unterlegenheit gestrichelt
Theta-Burst gegenüber 10-Hz-rTMS−3−2−1012Grenze 2,250,103−1,16 bis ∞
Die HRSD-17-Werte sanken in beiden Gruppen von etwa 23,5 auf 13,4 Punkte; Theta-Burst war nicht unterlegen.207
Liegt die Untergrenze vor der Nicht-Unterlegenheitsgrenze, gilt das Verfahren als nicht unterlegen. Das ist keine Aussage über Überlegenheit.
6 · Grenzen
Offene Behandlung, Per-Protokoll-Analyse; Theta-Burst wurde als schmerzhafter empfunden.207
Nebenwirkungen: Die Abbruchraten lagen bei 6 und 8 Prozent, Kopfschmerz war mit 64 und 65 Prozent die häufigste behandlungsbezogene Nebenwirkung.207
Quelle: Blumberger DM, Vila-Rodriguez F, Thorpe KE, Feffer K, et al.: Effectiveness of theta burst versus high-frequency repetitive transcranial magnetic stimulation in patients with depression (THREE-D): a randomised non-inferiority trial. The Lancet 2018207
New England Journal of Medicine · 2023 · RCT Nichtunterlegenheit + Meta-Analyse
ELEKT-D: Ketamin-Infusion gegen EKT
Therapieresistente Depression ohne Psychose: Ist eine Ketamin-Infusion der Elektrokonvulsionstherapie nicht unterlegen?
1 · Einschluss
Erwachsene mit nicht-psychotischer therapieresistenter Depression; fünf Zentren
2 · Randomisierung
R
Offene, zufällige Zuteilung zu Ketamin-Infusion oder EKT
n = 403
200 / 203 · behandelt 195 / 170
3 · Arme
Ketamin-Infusionn = 200
EKTn = 203
4 · Dauer und Messpunkte
Schema, nicht maßstäblich
3 Wochen Behandlung6 Monate Nachbeobachtung der Ansprechenden
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: 403 randomisiert; behandelt wurden 195 mit Ketamin und 170 mit EKT.
Woche 3: Ansprechen (QIDS-SR-16 mindestens halbiert) und Gedächtnistests.
6 Monate: Nachbeobachtung der Ansprechenden.
Start: 403 randomisiert; behandelt wurden 195 mit Ketamin und 170 mit EKT.
Woche 3: Ansprechen (QIDS-SR-16 mindestens halbiert) und Gedächtnistests.
6 Monate: Nachbeobachtung der Ansprechenden.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Ansprechen (Rückgang im QIDS-SR-16 um mindestens 50 Prozent); Nichtunterlegenheitsgrenze −10 Prozentpunkte182
Ansprechen nach drei Wochen
Ketamin-Infusion55,4 %
EKT41,2 %
Differenz im Ansprechen (Prozentpunkte), 95-%-KI; Grenze der Nicht-Unterlegenheit gestrichelt
Ketamin minus EKT−100102030Grenze −1014,23,9 bis 24,2
← zugunsten EKTzugunsten Ketamin →
Nach drei Wochen war das verzögerte Erinnern unter EKT deutlich schlechter (−9,7 gegenüber −0,9 T-Punkte), mit allmählicher Erholung.182
Zulassungsstand und Einordnung: Ketamin als Infusion wird außerhalb der Zulassung eingesetzt und hat an Bedeutung verloren.200
6 · Grenzen
Offenes Design; 38 Abbrüche vor Behandlungsbeginn, mehr in der EKT-Gruppe; Nichtunterlegenheits-, keine Überlegenheitsfrage.182
Quelle: Anand A, Mathew SJ, Sanacora G, et al.: Ketamine versus ECT for Nonpsychotic Treatment-Resistant Major Depression. New England Journal of Medicine 2023182
The Lancet · 2003 · RCT Nichtunterlegenheit + Meta-Analyse
EKT: Meta-Analyse randomisierter Studien
Wirkt echte Elektrokonvulsionstherapie kurzfristig stärker als simulierte EKT oder Medikamente?
1 · Einschluss
Randomisierte Studien: echte gegen simulierte EKT sowie EKT gegen Medikamente
2 · Randomisierung
R
Keine eigene Zuteilung: zusammengefasst wurden 6 Studien (echte gegen simulierte EKT) und 18 Studien (EKT gegen Medikamente)
n = 256 / 1.144
6 Studien / 18 Studien
3 · Arme
Echte EKTn nicht berichtet
Simulierte EKTn nicht berichtet
Medikamenten nicht berichtet
4 · Dauer und Messpunkte
Schema, nicht maßstäblich
Vergleich mit simulierter EKTVergleich mit Medikamenten
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Vergleich 1: 6 Studien mit 256 Personen: echte gegen simulierte EKT.
Vergleich 2: 18 Studien mit 1.144 Personen: EKT gegen Medikamente.
Vergleich 1: 6 Studien mit 256 Personen: echte gegen simulierte EKT.
Vergleich 2: 18 Studien mit 1.144 Personen: EKT gegen Medikamente.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Standardisierte Effektgröße der Depressionsschwere181
Gegenüber simulierter EKT−1,5−1−0,50−0,91−1,27 bis −0,54
Gegenüber Medikamenten−1,5−1−0,50−0,80−1,29 bis −0,29
← zugunsten EKT
6 · Grenzen
Ältere Studien bis 2003 mit teils alten Techniken; die Wirkung ist kurzfristig.181
Quelle: UK ECT Review Group: Efficacy and safety of electroconvulsive therapy in depressive disorders: a systematic review and meta-analysis. The Lancet 2003181
The Lancet · 2015 · RCT, einfach verblindet
PREVENT: Achtsamkeitstherapie oder Erhaltungsmedikation
Wiederkehrende Depression: Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie mit Ausschleichen oder fortgeführte Antidepressiva?
1 · Einschluss
Erwachsene mit mindestens drei früheren Episoden unter Erhaltungsmedikation; 2188 auf Eignung geprüft
2 · Randomisierung
R
Zufällige Zuteilung 1:1; die Teilnehmenden kannten ihre Zuteilung
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: 424 Erwachsene aus 95 Hausarztpraxen.
Monat 24: Zeit bis zum Rückfall oder Wiederauftreten.
Start: 424 Erwachsene aus 95 Hausarztpraxen.
Monat 24: Zeit bis zum Rückfall oder Wiederauftreten.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Zeit bis zum Rückfall oder Wiederauftreten über 24 Monate157
Hazard Ratio für Rückfall, 95-%-KI, logarithmisch
MBCT gegenüber Antidepressiva weiter0,50,7511,520,890,67 bis 1,18
← weniger Rückfälle mit MBCTweniger mit Antidepressiva →
Die Studie war auf Überlegenheit angelegt; eine Gleichwertigkeit ist damit nicht bewiesen.157
6 · Grenzen
Überlegenheitsdesign, kein Nachweis der Gleichwertigkeit; zur Arbeit ist eine Korrektur verknüpft, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.157
Quelle: Kuyken W, Hayes R, Barrett B et al.: Effectiveness and cost-effectiveness of mindfulness-based cognitive therapy compared with maintenance antidepressant treatment in the prevention of depressive relapse or recurrence (PREVENT): a randomised controlled trial.. The Lancet 2015157
JAMA · 2017 · RCT, drei Arme
VAST-D: Wechseln oder Ergänzen
Nach einem erfolglosen Antidepressivum: wechseln oder ein zweites Mittel hinzufügen?
1 · Einschluss
Veteranen mit nicht-psychotischer Depression ohne Ansprechen auf mindestens ein Antidepressivum; 35 Zentren
2 · Randomisierung
R
Zufällige Zuteilung zu drei Strategien
n = 1.522
511 / 506 / 505 · 35 Zentren · 85,2 % Männer
3 · Arme
Wechsel auf Bupropionn = 511
Zugabe Bupropionn = 506
Zugabe Aripiprazoln = 505
4 · Dauer und Messpunkte
Wochen ab Zuteilung
AkutphaseFortsetzung0122436
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zuteilung zu drei Strategien.
Woche 12: Primärendpunkt Remission.
Woche 36: Ende der Fortsetzungsphase.
Start: Zuteilung zu drei Strategien.
Woche 12: Primärendpunkt Remission.
Woche 36: Ende der Fortsetzungsphase.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Remission (QIDS-C16 höchstens 5 an zwei Visiten) nach zwölf Wochen197
Remission nach zwölf Wochen
Wechsel auf Bupropion22,3 %
Zugabe Bupropion26,9 %
Zugabe Aripiprazol28,9 %
Relatives Risiko für Remission, Zugabe Aripiprazol gegenüber Wechsel, 95-%-KI, logarithmisch
Zugabe Aripiprazol gegenüber Wechsel0,811,251,621,301,05 bis 1,60
← zugunsten Wechselzugunsten Zugabe →
6 · Grenzen
Überwiegend männliche Population (85,2 Prozent Männer); laut Autoren nur ein geringer Vorteil.197
Nebenwirkungen: Unter Aripiprazol traten Schläfrigkeit, Akathisie und Gewichtszunahme häufiger auf.197
Quelle: Mohamed S, Johnson GR, Chen P, Hicks PB, et al.: Effect of Antidepressant Switching vs Augmentation on Remission Among Patients With Major Depressive Disorder Unresponsive to Antidepressant Treatment: The VAST-D Randomized Clinical Trial. JAMA 2017197
The lancet. Psychiatry · 2025 · RCT, pragmatisch, offen
LQD: Lithium oder Quetiapin als Zusatz
Therapieresistente Depression: Lithium oder Quetiapin als Zusatz, über zwölf Monate betrachtet?
1 · Einschluss
Erwachsene mit mindestens zwei erfolglosen Antidepressiva; sechs NHS-Trusts in England
2 · Randomisierung
R
Offene, pragmatische Zuteilung; vor der Verordnung eine Sicherheitsprüfung
n = 212
107 / 105 · sechs NHS-Trusts
3 · Arme
Quetiapin als Zusatzn = 107
Lithium als Zusatzn = 105
4 · Dauer und Messpunkte
Monatn ab Zuteilung
wöchentlich QIDS036912
Messpunkt antippen, um zu sehen, was dort erhoben wurde.
Start: Zufällige Entscheidung für Lithium (105) oder Quetiapin (107).
Monat 12: Symptomlast über zwölf Monate und Zeit bis zum Behandlungsabbruch.
Start: Zufällige Entscheidung für Lithium (105) oder Quetiapin (107).
Monat 12: Symptomlast über zwölf Monate und Zeit bis zum Behandlungsabbruch.
5 · Endpunkt und Ergebnis
Endpunkt: Zwei gleichrangige Hauptendpunkte: Symptomlast über zwölf Monate; Zeit bis zum Behandlungsabbruch198
Fläche unter der Differenzkurve der Symptomlast (QIDS), 95-%-KI
Quetiapin gegenüber Lithium−150−100−50050−68,36−129,95 bis −6,76
← geringere Symptomlast unter Quetiapinunter Lithium →
Über zwölf Monate war die Symptomlast unter Quetiapin geringer als unter Lithium (Fläche unter der Differenzkurve −68,36; 95-%-KI −129,95 bis −6,76); die Zeit bis zum Behandlungsabbruch unterschied sich nicht.198
In einer Meta-Analyse zur Langzeitbehandlung von Stimmungsstörungen senkte Lithium das Risiko für Suizide gegenüber Placebo; die Zahl der Ereignisse war klein.173
6 · Grenzen
Ein einzelnes offenes Studienprojekt; zur Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.198
Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3
Quelle: Cleare AJ, Kerr-Gaffney J, Goldsmith K et al.: Clinical and cost-effectiveness of lithium versus quetiapine augmentation for treatment-resistant depression: a pragmatic, open-label, parallel-group, randomised controlled superiority trial in the UK.. The lancet. Psychiatry 2025198
Für diese Kombination liegt hier keine Studie vor.
Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3
Medikament
Psychotherapie
Zusatzmedikament
Stimulation
Studiensubstanz
Vergleich
Placebo oder Kontrolle
KernsatzEine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten.
Ambulante Erwachsene mit nicht-psychotischer Major Depression, USA; n = 3.671
Remission: QIDS-SR16 höchstens 5 (in Stufe 2 HRSD-17 höchstens 7)
Remission 36,8 / 30,6 / 13,7 / 13,0 Prozent je Stufe; rechnerische Gesamtrate 67 Prozent; Stufe 2 ohne signifikanten Unterschied (21,3 / 17,6 / 24,8 Prozent)
Kein Placebo; die Stichprobe schrumpft mit jeder Stufe, die Stufen wurden nicht zufällig auf dieselben Personen verteilt; die Gesamtrate ist rechnerisch.
Erwachsene mit prospektiv bestätigter therapieresistenter Depression; n = 297
Zeit bis zum Rückfall bei stabiler Remission
Rückfall 26,7 gegenüber 45,3 Prozent; Hazard Ratio 0,49 (95-%-KI 0,29 bis 0,84)
Angereicherte Population: Randomisiert wurde nur, wer bereits auf Esketamin angesprochen hatte. Die Studie prüft Rückfallvorbeugung, keine Akutwirksamkeit.
Erwachsene mit therapieresistenter Depression (mindestens zwei erfolglose Antidepressiva), England; n = 212
Zwei gleichrangige Hauptendpunkte: Symptomlast über zwölf Monate; Zeit bis zum Behandlungsabbruch
Symptomlast geringer unter Quetiapin (−68,36; 95-%-KI −129,95 bis −6,76); Zeit bis Abbruch ohne Unterschied
Ein einzelnes offenes Studienprojekt; zur Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.
Quellen: Rush AJ et al. · American Journal of Psychiatry 2006180; Rush AJ et al. · New England Journal of Medicine 2006190; Cipriani A et al. · The Lancet 20188; Daly EJ et al. · JAMA psychiatry 2019201; Popova V et al. · American Journal of Psychiatry 2019202; Reif A et al. · New England Journal of Medicine 2023174; Clayton AH et al. · The American journal of psychiatry 2023203; Deligiannidis KM et al. · The American journal of psychiatry 2023204; Goodwin GM et al. · New England Journal of Medicine 2022186; Carhart-Harris R et al. · New England Journal of Medicine 2021205; George MS et al. · Archives of General Psychiatry 2010206; Blumberger DM et al. · The Lancet 2018207; Anand A et al. · New England Journal of Medicine 2023182; UK ECT Review Group · The Lancet 2003181; Kuyken W et al. · The Lancet 2015157; Mohamed S et al. · JAMA 2017197; Cleare AJ et al. · The lancet. Psychiatry 2025198; European Medicines Agency · EMA 2025187; TelefonSeelsorge Deutschland · TelefonSeelsorge Deutschland 20263; Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de) 20264; Bundesärztekammer (BÄK) et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 2023165; Cipriani A et al. · BMJ 2013173; European Medicines Agency / Janssen-Cilag International · EMA 2025199; Vestring S et al. · Der Nervenarzt 2026200; U.S. Food and Drug Administration · FDA (Federal Register) 2026233
EKT, rTMS und weitere Verfahren der Hirnstimulation
Elektrokonvulsionstherapie
Für die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) fand eine Meta-Analyse echte EKT kurzfristig deutlich wirksamer als simulierte und wahrscheinlich wirksamer als Medikamente.181 Nach erfolgreicher EKT kam es ohne Weiterbehandlung innerhalb von 24 Wochen häufig zum Rückfall; eine Weiterbehandlung senkte die Rate.58 Kognitive Beeinträchtigungen gehören zur Aufklärung: In einer Studie war das Gedächtnis nach drei Wochen EKT vorübergehend schlechter. In derselben Studie war Ketamin als Infusion, das bei Depression außerhalb der Zulassung eingesetzt wird, bei therapieresistenter Depression ohne Psychose der EKT nicht unterlegen.182
Studiendetails: Elektrokonvulsionstherapie
Die Meta-Analyse von 2003 fand für echte gegenüber simulierter EKT eine Effektstärke von minus 0,91 (6 Studien, 256 Personen) und gegenüber Medikation von minus 0,80 (18 Studien, 1.144 Personen).181
In einer kleinen Studie mit 84 Personen kam es nach erfolgreicher EKT innerhalb von 24 Wochen bei 84 Prozent ohne Weiterbehandlung zum Rückfall, bei 60 Prozent mit einem Antidepressivum allein und bei 39 Prozent mit Antidepressivum plus Lithium.58
Die Vergleichsstudie mit Ketamin umfasste 403 Personen und war offen; angesprochen haben 55,4 Prozent unter Ketamin und 41,2 Prozent unter EKT.182
Kognitive Testleistungen verschlechterten sich nach einer Meta-Analyse vor allem in den ersten drei Tagen nach einer EKT und erreichten danach wieder das Ausgangsniveau; rückwirkende Gedächtnislücken wurden dabei nicht standardisiert erfasst.235
In einer kanadischen Kohorte stationär behandelter Menschen war eine EKT nicht mit mehr schweren medizinischen Ereignissen in den folgenden 30 Tagen verbunden und ging mit einem geringeren Suizidrisiko im Jahr danach einher; das sind Beobachtungsdaten.236,237
Studiendetails: Elektrokonvulsionstherapie
Die Meta-Analyse zur Kognition umfasste 84 Studien mit 2981 Patientinnen und Patienten. Die Kohorten umfassten 10.016 und 67.327 Behandlungsfälle (Hazard Ratio 0,78 für schwere Ereignisse und 0,53 für Suizid).235,236,237
Magnetstimulation (rTMS)
Bei der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) erreichten in einer großen Studie mit echter Stimulation mehr Menschen eine Remission als mit Schein-rTMS.206
KI-generierte schematische Illustration der rTMS (Spule über dem linken Stirnhirn). Die EKT ist bewusst nicht bebildert.
Mehr dazu: Magnetstimulation (rTMS)
Die nur wenige Minuten dauernde Theta-Burst-Stimulation war in der THREE-D-Studie bei therapieresistenter Depression nicht schlechter als die herkömmliche rTMS.207
Nach dem britischen NICE braucht die rTMS keine Narkose und kann ambulant erfolgen; NICE sieht keine größeren Sicherheitsbedenken, weist aber darauf hin, dass sie nicht bei allen wirkt.238
Als Erklärungsmodell wird diskutiert, dass die Stimulation des linken dorsolateralen präfrontalen Cortex besser an Stellen wirkt, deren Aktivität gegenläufig zum subgenualen Cingulum schwankt; das ist ein Netzwerkmodell und kein kausaler Beleg.239
Studiendetails: Magnetstimulation (rTMS)
In der großen Studie, an Personen ohne Antidepressiva, erreichten 14,1 Prozent mit echter und 5,1 Prozent mit Schein-rTMS eine Remission. THREE-D umfasste 414 Menschen.206,207
Das Netzwerkmodell beruht auf Daten von 98 Gesunden und wurde bei 13 Betroffenen geprüft.239
In einer von NICE zitierten Übersicht berichteten 10 Prozent nach hochfrequenter rTMS über Kopfschmerzen, 3 Prozent nach Scheinbehandlung. Eine kleine doppelblinde Studie mit 29 Menschen prüfte eine beschleunigte, per Bildgebung zielgesteuerte Theta-Burst-Stimulation; Dauerhaftigkeit und Vergleich mit anderen Behandlungen sind offen.238,240
Hirnstimulation im Vergleich mit Scheinbehandlung, Magnetstimulation (rTMS)
Eine Netzwerk-Meta-Analyse von 113 Studien fand 10 von 18 Verfahren der Hirnstimulation, darunter EKT und rTMS, häufiger mit Ansprechen verbunden als eine Scheinbehandlung. Die Intervalle sind breit, eine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten.241
Die Netzwerk-Meta-Analyse umfasste 113 Studien mit 6.750 Personen, darunter auch Menschen mit bipolarer Depression; die Chancenverhältnisse reichten von 2,65 (transkranielle Gleichstromstimulation) über 3,17 (hochfrequente linke rTMS) bis 8,91 (bitemporale EKT).241
Weitere Verfahren
Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) war in einer Studie besser als Placebo, konnte aber nicht als gleichwertig mit einem Antidepressivum belegt werden und hatte mehr Nebenwirkungen.242 Die Vagusnervstimulation, ein operativ implantiertes Verfahren, war in der akuten Phase einer scheinkontrollierten Studie im Hauptmaß nicht signifikant besser als die Scheinstimulation.243 Die Tiefe Hirnstimulation war in einer scheinkontrollierten Studie der Scheinstimulation nicht überlegen.244
Studiendetails: Weitere Verfahren
Die Studie zur Tiefen Hirnstimulation umfasste 90 Personen (Ansprechen 20 gegenüber 17 Prozent). Die Vagusnervstimulations-Studie umfasste 235 Personen (15,2 gegenüber 10,0 Prozent nach zehn Wochen).243,244
In einem nicht randomisierten Fünf-Jahres-Register mit 795 Personen lag das kumulative Ansprechen mit Vagusnervstimulation plus üblicher Behandlung bei 67,6 Prozent, mit üblicher Behandlung allein bei 40,9 Prozent.245
Hirnstimulation im Überblick
Verfahren
Studienlage
Hinweis
Elektrokonvulsionstherapie (EKT)
kurzfristig wirksamer als simulierte EKT und wahrscheinlich als Medikation; Rückfälle ohne Weiterbehandlung häufig
kognitive Beeinträchtigungen gehören zur Aufklärung58,181,182
Zulassungsangaben zu EKT und rTMS wurden nicht aus Behördenquellen erhoben. Keine Rangliste zwischen den Verfahren.58,181,182,206,207,238,242,243,244
Licht, Bewegung und Schlaf bei Depression
KI-generierte Illustration (Sinnbild für den Tag-Nacht-Rhythmus)
Licht
Helles Licht zeigte in einer Meta-Analyse bei saisonaler und bei nicht saisonaler Depression Wirkung; in dieser älteren Auswertung (Studien bis 2003) war Licht als Zusatz zu Antidepressiva bei nicht saisonaler Depression nicht wirksam.177 Die deutsche Leitlinie bewertet Licht günstiger: Bei saisonalem Muster soll, ohne saisonales Muster kann ein Therapieversuch angeboten werden (Empfehlungen 9-4 und 9-5). Das britische NICE hält die Evidenz bei Winterdepression dagegen für unsicher.44,165 Ein älterer Cochrane-Review beschrieb unter Licht häufiger eine Hypomanie, also eine gehobene Stimmung; eine ärztliche Begleitung ist deshalb sinnvoll.178
Studiendetails: Licht
Die Meta-Analyse fand für helles Licht bei saisonaler Depression eine Effektstärke von 0,84 und bei nicht saisonaler von 0,53. Im Cochrane-Review lag die Zahl der Behandelten, bei denen ein zusätzlicher Schaden zu erwarten ist, bei 8.177,178
Bewegung
Bewegung verringerte depressive Beschwerden nach der Cochrane-Aktualisierung von 2026, allerdings mit geringer Gewissheit; im Vergleich mit Psychotherapie fand sich wahrscheinlich kein Unterschied.175 Eine Netzwerk-Meta-Analyse fand mäßige Verbesserungen unter anderem durch Gehen oder Joggen, Yoga und Krafttraining; auch hier war die Gewissheit niedrig. Eine Dosis lässt sich daraus nicht ableiten; bei Vorerkrankungen klären Sie die Belastung vorher ärztlich ab.176
Studiendetails: Bewegung
Ausgewertet wurden in der Cochrane-Aktualisierung 57 Studien mit 2.189 Personen; die standardisierte Mittelwertdifferenz lag bei minus 0,67, im Vergleich mit Psychotherapie bei 0,03. Die Netzwerk-Meta-Analyse umfasste 218 Studien mit 14.170 Personen.175,176
Schlaf und Wachtherapie
Gezielter Schlafentzug, die Wachtherapie, bessert bei einem Teil der Menschen mit Depression die Stimmung innerhalb von 24 Stunden; nach dem Erholungsschlaf kehren die Beschwerden oft zurück. Der Mechanismus ist eine Hypothese. Führen Sie Schlafentzug nicht allein durch, sondern nur ärztlich begleitet.179
Studiendetails: Schlaf und Wachtherapie
Nach einer älteren Arbeit im Nervenarzt bessert sich bei etwa 60 Prozent der Menschen mit Major Depression die Stimmung nach einer durchwachten Nacht; Nickerchen oder der Schlaf der folgenden Nacht heben den Effekt wieder auf.246
Fallvignetten: Differenzialdiagnostisch denken
Die folgenden Fallvignetten sind erfundene, veranschaulichende Verläufe und beschreiben keine reale Person und keinen Praxisfall. Sie zeigen Schritt für Schritt, wie Ärztinnen und Ärzte bei depressiven Beschwerden differenzialdiagnostisch vorgehen: vom Beschwerdebild über Leitfragen und Abklärung bis zur vorläufigen Einordnung. Jede medizinische Aussage ist durch die zitierten Studien und Leitlinien gedeckt; ein typischer Verlauf oder eine Prognose für Einzelne lässt sich daraus nicht ableiten.
Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall
KI-generierte Illustration zur Fallvignette, keine reale Person
Vignette wählen, dann Schritt für Schritt aufdecken. Vor jedem Schritt steht die Frage: Was würden Sie als Nächstes abklären?
Die Differenzialdiagnose klärt, ob die Beschwerden tatsächlich eine Depression sind und ob etwas anderes dahintersteckt oder hinzukommt.1 Die Vignetten veranschaulichen den Denkweg. Sie ersetzen keine Untersuchung und sind keine Anleitung zur Selbstdiagnose.
Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall
Erschöpft im Beruf: Burn-out, Schilddrüse oder Depression?
Eine berufstätige erwachsene Person
1 Beschwerdebild Seit mehreren Wochen
Stimmung und Interessen sind gedrückt, die Konzentration lässt nach, und der Schlaf ist gestört. Die Person spricht selbst von Burn-out.10,40
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Welche Fragen würden Sie als Erstes stellen?
2 Leitfragen Im ersten Gespräch
Gefragt wird nach früheren Phasen von Überaktivität oder enthemmtem Verhalten und nach Alkohol oder anderen Substanzen; auch Suizidgedanken werden offen angesprochen.62,63,83,84,247
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Welche körperlichen Ursachen sollten ausgeschlossen werden?
3 Abklärung In den folgenden Tagen
Erwogen werden Laboruntersuchungen wie Blutbild, Stoffwechselwerte, Schilddrüsenwerte sowie Vitamin B12 und Folsäure; sie dienen dem Ausschluss körperlicher Ursachen. Ein Fragebogen wie der PHQ-9 ergänzt das Gespräch.51,162
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Was bedeutet das Wort Burn-out für die Einordnung?
4 Abgrenzung Nach den Befunden
Burn-out ist nach der WHO ein berufsbezogenes Phänomen und keine Krankheit; die Frage ist deshalb, ob die Kriterien einer depressiven Episode erfüllt sind. Eine Schilddrüsenunterfunktion hängt mit Depression zusammen, aber schwächer als oft angenommen.69,72
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Welche Kriterien entscheiden über eine depressive Episode?
5 Vorläufige Einordnung Gemeinsame Besprechung
Ob die Kriterien einer depressiven Episode erfüllt sind, prüft die Ärztin oder der Arzt; dazu gehören typische Beschwerden über mindestens zwei Wochen.1
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Wie geht es nach der Einordnung weiter?
6 Weiteres Vorgehen In den folgenden Wochen
Kognitive Verhaltenstherapie und Antidepressiva unterschieden sich bei ambulant Behandelten nicht im Ansprechen; wer die Behandlung mitwählt, bricht seltener ab.168,169
Was die Vignette zeigt: Wie aus der Selbstbeschreibung Burn-out eine strukturierte Abklärung wird, die körperliche Ursachen, bipolare Hinweise und Substanzen einbezieht.
Was sie nicht zeigt: Keinen typischen Verlauf, keine Prognose und keine Behandlungsempfehlung für Einzelne. Die Reihenfolge der Schritte kann in der Praxis anders sein.7,12
Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3
Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall
Erste Depression mit früheren Hochphasen: unipolar oder bipolar?
Eine junge erwachsene Person
1 Beschwerdebild Seit einigen Wochen
Gedrückte Stimmung, Interessenverlust und weitere Beschwerden bestehen seit Wochen; es ist die erste ärztlich behandelte Episode.1
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Welche frühere Beobachtung wäre für die Einordnung wichtig?
2 Leitfragen Im Gespräch
Gefragt wird gezielt nach früheren Phasen mit vermindertem Schlafbedürfnis, ungewöhnlich viel Energie und gesteigerter zielgerichteter Aktivität sowie nach Manie oder Hypomanie in der Familie.60,64
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Wen könnte man zusätzlich fragen?
3 Abklärung Mit Einverständnis
Mit Einverständnis der Person werden Angehörige einbezogen, denn Betroffene erleben hypomane Phasen nicht immer als auffällig.62,63
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Warum ist die Unterscheidung für die Behandlung wichtig?
4 Abgrenzung Nach dem Gespräch
Eine bipolare Störung beginnt meist mit einer depressiven Episode. Bei bipolarer Störung war eine Behandlung nur mit einem Antidepressivum mit einem erhöhten Manierisiko verbunden.11,61
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Was spricht für eine fachpsychiatrische Abklärung?
5 Vorläufige Einordnung Vorläufig
Hielten frühere Phasen von Überaktivität vier Tage oder länger an, soll nach NICE eine fachpsychiatrische Abklärung erwogen werden. Ohne solche Hinweise wird vorläufig eine unipolare Episode angenommen, die Frage bleibt aber offen.62,63
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Worauf achten Sie im weiteren Verlauf?
6 Weiteres Vorgehen Im Verlauf
Weil sich eine bipolare Störung auch Jahre später zeigen kann, wird im Verlauf weiter auf hypomane Beschwerden geachtet.60
Was die Vignette zeigt: Warum die Frage nach früheren Hochphasen bei jeder Depression dazugehört und warum die Einordnung vorläufig bleibt.
Was sie nicht zeigt: Keine Diagnose einer bipolaren Störung und keine Medikamentenwahl. Die meisten Menschen mit Depression entwickeln keine bipolare Störung.12,60
Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfallneurologischer Bezug
Erste Depression im höheren Alter mit leichtem Zittern: Parkinson als Spur?
Eine ältere Person
1 Beschwerdebild Seit Monaten
Erstmals im höheren Alter treten gedrückte Stimmung, Antriebsmangel und Konzentrationsprobleme auf; Angehörigen fällt ein leichtes Zittern einer Hand auf.77,78
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Welche Beobachtung verdient besondere Aufmerksamkeit?
2 Leitfragen Im Gespräch
Gefragt wird nach neuen neurologischen Zeichen wie Lähmungen, Bewegungs- oder Gefühlsstörungen, nach Gedächtnisproblemen sowie nach allen eingenommenen Medikamenten.23,85,86,87
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Welche Untersuchungen gehören dazu?
3 Abklärung In der Untersuchung
Gesucht wird nach körperlichen Ursachen, etwa einer Schilddrüsenunterfunktion; neue Bewegungsstörungen gehören zeitnah neurologisch untersucht.23,72
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Wie hängen Depression und Parkinson zusammen?
4 Abgrenzung Nach den Befunden
Depression kann der Parkinson-Diagnose um Jahre vorausgehen; späte depressive Beschwerden können nach einer großen Kohortenstudie auch ein Frühzeichen einer beginnenden Demenz sein.75,77,78
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Wie wird mit einer gefundenen Ursache umgegangen?
5 Vorläufige Einordnung Gemeinsame Besprechung
Findet sich eine neurologische Erkrankung, werden beide Erkrankungen eingeordnet und behandelt; eine Depression bei Parkinson ist häufig und hält oft an.77,78
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Was ist bei der Behandlung im Alter zu bedenken?
6 Weiteres Vorgehen Im Verlauf
Antidepressiva bergen im Alter wegen Begleiterkrankungen und Wechselwirkungen ein höheres Risiko für Nebenwirkungen; Psychotherapie wirkt bei älteren Menschen ähnlich wie bei jüngeren.26,215
Was die Vignette zeigt: Wie neurologische und psychiatrische Abklärung bei einer späten ersten Depression ineinandergreifen.
Was sie nicht zeigt: Keine Parkinson-Diagnose aus einzelnen Zeichen und keine Prognose. Zittern hat viele Ursachen.12,77,78
Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall
Nach einem Trauerfall: Trauer, Anpassungsstörung oder Depression?
Eine erwachsene Person nach dem Tod eines nahestehenden Menschen
1 Beschwerdebild Einige Monate nach dem Verlust
Traurigkeit, Rückzug und Schlafprobleme bestehen seit dem Tod eines nahestehenden Menschen.67
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Ist das Trauer oder schon eine Depression?
2 Leitfragen Im Gespräch
Gibt es noch Phasen von Freude? Betreffen Schuldgefühle den verstorbenen Menschen oder das eigene Wesen? Bestehen Suizidgedanken oder psychotische Symptome?5
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Was gehört außerdem zur Abklärung?
3 Abklärung Ergänzend
Gefragt wird nach Alkohol, weil bei Alkoholabhängigkeit sowohl unabhängige als auch substanzinduzierte depressive Episoden vorkommen.83,84
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Welche Diagnosen kommen in Betracht?
4 Abgrenzung Nach dem Gespräch
Bei Sehnsucht und Schmerz über mindestens sechs Monate, deutlich länger als kulturell üblich, kommt eine anhaltende Trauerstörung infrage.5
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Wie ist eine Depression nach einem Trauerfall einzuordnen?
5 Vorläufige Einordnung Vorläufig
Eine Depression nach einem Trauerfall ähnelt einer Depression aus anderem Anlass und gehört deshalb ernst genommen; normale Belastungsreaktionen sollen aber nicht als krankhaft eingeordnet werden.66,67
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Welche Hilfen sind belegt?
6 Weiteres Vorgehen In den folgenden Wochen
Bei komplizierter Trauer sprachen in einer Studie mit trauerspezifischer Psychotherapie mehr Menschen an als ohne sie. Bei Suizidgedanken gilt der Abschnitt Krise und Notfall.68
Was die Vignette zeigt: Wie Trauer, anhaltende Trauerstörung, Anpassungsstörung und Depression voneinander abgegrenzt werden, ohne Trauer zu pathologisieren.
Was sie nicht zeigt: Keine Regel, ab wann Trauer krank ist, und keine Behandlungsempfehlung für Einzelne. Trauer ist keine Krankheit.12,67
Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3
Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall
Konzentrationsprobleme seit der Schulzeit: Depression, Erwachsenen-ADHS oder beides?
Eine erwachsene Person
1 Beschwerdebild Seit Monaten verstärkt
Konzentrationsprobleme, Erschöpfung und gedrückte Stimmung haben zugenommen; die Person berichtet, schon in der Schulzeit unaufmerksam gewesen zu sein.40,91
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Welche Frage trennt die beiden Störungen am ehesten?
2 Leitfragen Im Gespräch
Gefragt wird nach dem Verlauf der Konzentrationsprobleme seit der Schulzeit, nach früheren Phasen von Überaktivität und nach Alkohol oder anderen Substanzen.62,63,83,84
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Was ist bei Fragebögen zu beachten?
3 Abklärung Ergänzend
Kurze Fragen zur Depression geben Hinweise; ein positives Ergebnis ist aber nur ein Hinweis und keine Diagnose.161
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Können beide Störungen gemeinsam vorliegen?
4 Abgrenzung Nach der Untersuchung
Erwachsenen-ADHS tritt häufig zusammen mit anderen psychischen Störungen auf und ist oft unbehandelt, auch wenn die Begleiterkrankungen behandelt werden.91
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Was folgt daraus für die Einordnung?
5 Vorläufige Einordnung Vorläufig
Möglich ist eine depressive Episode mit zusätzlich zu klärender Erwachsenen-ADHS; ADHS im Kindesalter ging in einer Kohorte mit einem höheren Risiko für wiederkehrende Depression einher.33,34
Was würden Sie als Nächstes abklären?
Wie wird weiter vorgegangen?
6 Weiteres Vorgehen Im Verlauf
Die Frage nach einer Erwachsenen-ADHS wird gesondert untersucht, weil sie oft unbehandelt neben anderen psychischen Störungen besteht.91
Was die Vignette zeigt: Wie sich dauerhafte von episodischen Konzentrationsproblemen unterscheiden und warum beide Diagnosen nebeneinander stehen können.
Was sie nicht zeigt: Keine Selbstdiagnose von ADHS oder Depression und keine Medikamentenwahl.91,161
aufgedeckt
noch verdeckt
Kernsatz5 Fallvignetten zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall: Beschwerdebild, Leitfragen, Abklärung, Abgrenzung, vorläufige Einordnung und weiteres Vorgehen. Eine individuelle Vorhersage ist nicht zuverlässig möglich.
Quellen: Simon GE, Moise N, Mohr DC · JAMA 20241; TelefonSeelsorge Deutschland · TelefonSeelsorge Deutschland 20263; Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de) 20264; World Health Organization · WHO 20245; Mueller TI et al. · American Journal of Psychiatry 19997; Otte C et al. · Nature Reviews Disease Primers 201610; Grande I et al. · The Lancet 201611; Malhi GS, Mann JJ · The Lancet 201812; Arroll B, Khin N, Kerse N · BMJ 2003161; Levis B et al. · BMJ 2019162; Weitz ES et al. · JAMA Psychiatry 2015168; Johnson C et al. · Psychological Medicine 2025169; Cuijpers P et al. · JAMA Psychiatry 2020215; Bundesärztekammer et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 202223; Dazzi T et al. · Psychological Medicine 2014247; Kok RM, Reynolds CF · JAMA 201726; Rock PL et al. · Psychological Medicine 201440; Park LT, Zarate CA Jr · New England Journal of Medicine 201951; Hollocks MJ et al. · Psychological Medicine 201933; Riglin L et al. · Psychological Medicine 202134; Fiedorowicz JG et al. · American Journal of Psychiatry 201160; Viktorin A et al. · American Journal of Psychiatry 201461; National Institute for Health and Care Excellence (NICE) · NICE 201462; Vieta E et al. · Nature Reviews Disease Primers 201863; Angst J et al. · Archives of General Psychiatry 201164; Casey P, Bailey S · World Psychiatry 201166; Zisook S, Kendler KS · Psychological Medicine 200767; Shear MK et al. · JAMA Psychiatry 201668; World Health Organization · WHO 201969; Bode H et al. · JAMA Psychiatry 202172; Singh-Manoux A et al. · JAMA Psychiatry 201775; Schrag A et al. · The Lancet Neurology 201577; Aarsland D et al. · Nature Reviews Neurology 201178; Schuckit MA et al. · American Journal of Psychiatry 199783; Grant BF et al. · Archives of General Psychiatry 200484; Fardet L et al. · American Journal of Psychiatry 201285; Musselman DL et al. · New England Journal of Medicine 200186; Ko DT et al. · JAMA 200287; Kessler RC et al. · American Journal of Psychiatry 200691
Depression und Angehörige: verstehen und unterstützen
KI-generierte Illustration (Sinnbild, keine reale Person)
Angehörige erleben oft mit, wie Rückzug und Erschöpfung den Alltag verändern. Emotional unterstützende Beziehungen gingen in einer Zwillingsstudie mit einem geringeren Depressionsrisiko einher, bei Frauen deutlicher als bei Männern. Ihre Unterstützung ersetzt keine Behandlung, kann aber helfen.149
Das Ansprechen von Suizidgedanken löst sie nicht aus: In einer Literaturübersicht fand keine Studie einen statistisch bedeutsamen Anstieg von Suizidgedanken, nachdem Teilnehmende danach gefragt worden waren. Wenn Sie sich Sorgen machen, dürfen Sie also offen nachfragen. Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.247
Kinder depressiver Eltern: Angehörige
Kinder depressiver Eltern haben in Studien ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken: In einer 30-Jahres-Studie war es etwa dreifach erhöht.248
Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen lag das Chancenverhältnis bei 2,7 für ein betroffenes und 3,0 für beide betroffenen Elternteile. Das bedeutet nicht, dass Kinder erkranken müssen.249
Die WHO empfiehlt für Kinder von Eltern mit psychischen Erkrankungen psychosoziale Angebote wie Psychoedukation und familienorientierte Ansätze, um Depression und Angst vorzubeugen (starke Empfehlung bei niedriger Evidenzsicherheit).219
Krise und Notfall
Hilfe in der Krise
Hilfe sofort
Wenn Sie an Selbsttötung denken oder sich in einer akuten Krise befinden: Bei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar. Die Angaben wurden am 5. Oktober 2026 geprüft.3
Diese Hinweise ersetzen keinen persönlichen Notfallplan. Besprechen Sie Ihr Vorgehen mit Ihrem Behandlungsteam.
Das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt vorbereiten
Hilfreich ist es aufzuschreiben, seit wann die Beschwerden bestehen, wie sie sich über den Tag und über die Wochen verändern und was im Alltag nicht mehr gelingt. Auch Schlafstörungen, Kraftlosigkeit oder Schmerzen gehören dazu.
Nennen Sie alle Medikamente und Mittel, die Sie nehmen, auch pflanzliche und rezeptfreie. Manche Medikamente gehen mit depressiven Beschwerden einher. Setzen Sie sie nicht vorher ab.88
Berichten Sie von früheren Episoden, von Phasen mit ungewöhnlich gehobener oder gereizter Stimmung und von Depressionen in der Familie. Das hilft, eine bipolare Störung von einer unipolaren Depression zu unterscheiden.47,118
Lassen Sie sich Nutzen, Nebenwirkungen und Alternativen erklären, auch mögliche Absetzsymptome, und entscheiden Sie gemeinsam, ob Psychotherapie, Medikation oder beides besser passt.
Wenn Sie an Selbsttötung denken, sprechen Sie es an. Hilfe außerhalb der Sprechzeiten finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.
Versorgung bei NEVPAZ in Hamburg
Die Privatpraxis NEVPAZ GmbH am Dammtorwall 7a in 20354 Hamburg arbeitet interdisziplinär mit Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie zusammen und bietet die Abklärung und Behandlung depressiver Erkrankungen in Hamburg an. Nach Angabe der Praxisleitung (Dr. med. Amir Golsari, Stand 5. Oktober 2026) sind Gespräche in geeigneten Fällen auch per Video möglich, auch für Menschen außerhalb Hamburgs. Ob ein Termin per Video im Einzelfall ärztlich vertretbar ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach dem anerkannten fachlichen Standard (§ 7 Abs. 4 MBO-Ä); oft ist ein persönlicher Termin nötig, und körperliche und neurologische Untersuchungen finden vor Ort statt. Einen Termin fragen Sie über das Kontaktformular auf nevpaz.de oder telefonisch unter 040 238 353 790 an. Die Praxis ist kein Notdienst; Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.
Eine Depression zeigt sich durch gedrückte Stimmung, verminderte Interessen, eingeschränktes Denken und körperliche Symptome wie gestörten Schlaf oder Appetit. Das geht über normale Traurigkeit hinaus, weil die Beschwerden anhalten und den Alltag einschränken. Eine Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt im Gespräch.10
Woran erkenne ich eine Depression?
Viele Betroffene kommen zuerst wegen körperlicher Beschwerden: In einer WHO-Studie in 14 Ländern nannten 69 Prozent der Menschen mit Major Depression in der Hausarztpraxis ausschließlich körperliche Beschwerden als Anlass. Welche seelischen Beschwerden typisch sind, beschreibt der Abschnitt zum Krankheitsbild. Ob eine Depression vorliegt, klärt ein ärztliches Gespräch, kein Online-Test.39
Wie lange müssen Beschwerden bestehen, damit von einer Depression gesprochen wird?
Die Beschwerden einer Major Depression halten mindestens zwei Wochen an. Wie viele Symptome nötig sind und wie der Schweregrad eingeteilt wird, erklärt der Abschnitt Formen; die Zählung ist keine Regel zur Selbstdiagnose.1
Welche Formen der Depression gibt es?
Unterschieden werden Schweregrade, einzelne und wiederkehrende Verläufe, anhaltende Formen und die Dysthymie, eine leichtere, aber über Jahre bestehende Verstimmung. Dazu kommen Sonderformen, etwa mit psychotischen Merkmalen oder saisonalem Muster. Die Tabelle im Abschnitt Formen gibt einen Überblick.15,16,21
Was ist der Unterschied zwischen Burn-out und Depression?
Die WHO führt Burn-out in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit. Eine Depression ist dagegen eine Erkrankung mit eigenen Diagnosekriterien. Der Begriff Burn-out ist zudem unscharf: Eine Übersicht fand mindestens 142 verschiedene Definitionen. Ob hinter einer Erschöpfung eine Depression steckt, klärt eine ärztliche Untersuchung.69,70
Was ist eine Dysthymie?
Bei einer Dysthymie ist die Stimmung über Jahre an den meisten Tagen gedrückt, meist weniger stark als bei einer depressiven Episode. In einer zehnjährigen Studie mit 97 Erwachsenen mit früh beginnender Dysthymie erholten sich geschätzt 73,9 Prozent, im Median nach 52 Monaten; von ihnen fielen geschätzt 71,4 Prozent später in eine weitere chronische Depressionsphase zurück.21
Ist die Winterdepression eine eigene Erkrankung?
Sie wird als Depression mit saisonalem Muster beschrieben, die jedes Jahr zur gleichen Jahreszeit wiederkehrt. Helles Licht zeigte in einer älteren Meta-Analyse bei saisonaler Depression Wirkung; die Bewertung der Leitlinien unterscheidet sich, Einzelheiten stehen im Abschnitt zu Licht und Bewegung.16,177
Was ist eine postpartale Depression?
Gemeint ist eine Depression rund um die Geburt. Nach einer weltweiten Meta-Regression litten 6,8 Prozent der Frauen im Jahr nach der Geburt an einer Major Depression, am häufigsten in den ersten zwei Wochen. In einer US-Studie hatten 22,6 Prozent der Frauen mit auffälligem Screening eine bipolare Störung; deshalb ist die Unterscheidung wichtig.18,148
Wie zeigt sich eine Depression im Alter?
Bei älteren Menschen sind körperliche Begleiterkrankungen, Medikamente und Gedächtnisprobleme häufiger Teil des Bildes. Depressive Beschwerden im späten Leben können nach einer großen Kohortenstudie auch ein frühes Zeichen einer beginnenden Demenz sein. Die Abgrenzung ist eine ärztliche Aufgabe, oft mit neurologischem und psychiatrischem Blick zugleich.26,75
Was passiert bei einer Depression im Gehirn?
Das ist nicht abschließend geklärt. Kein etablierter Mechanismus erklärt alle Aspekte; diskutiert werden unter anderem die Stressachse, Hirnnetzwerke, Entzündung, Botenstoffe und Erbanlagen, jeweils mit unterschiedlicher Evidenz. Gruppenunterschiede im Gehirn sind klein und für den Einzelfall nicht diagnostisch.10,115
Ist Depression ein Serotoninmangel?
Eine Übersichtsarbeit über Übersichtsarbeiten fand keine konsistenten Belege dafür, dass Depression mit niedrigerer Serotoninaktivität zusammenhängt; die einfache Serotoninmangel-Erklärung wird nicht gestützt. Das sagt nichts darüber, ob Antidepressiva wirken.95
Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Depression?
Eine Depression hat selten nur eine Ursache. Kinder depressiver Eltern erkranken häufiger selbst, und Misshandlung in der Kindheit ging in einer Meta-Analyse mit einer etwa doppelt so hohen Chance für eine Depression im Erwachsenenalter einher. Die meisten Menschen mit solchen Belastungen erkranken aber nicht, und aus Risikofaktoren folgt keine Schuld.42,137,140
Wie wird eine Depression diagnostiziert, und reicht ein Online-Test?
Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt im Gespräch; Fragebögen ergänzen es. Zwei kurze Fragen nach Niedergeschlagenheit und Interessenverlust erkannten in Hausarztpraxen 97 Prozent der Depressionen, ergaben aber viele falsch positive Befunde. Ein Online-Test gibt höchstens Orientierung und ersetzt keine Diagnose.161
Wie wird eine Depression behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Kognitive Verhaltenstherapie und Antidepressiva unterschieden sich bei ambulant Behandelten nicht im Ansprechen; die Kombination war in einer Netzwerk-Meta-Analyse wirksamer als jede allein. Konnten Erwachsene ihre Behandlung mitwählen, verbesserten sich die Ergebnisse leicht. Bei Nichtansprechen gibt es weitere Stufen.168,169,170
Wie lange dauert es, bis Antidepressiva wirken?
Eine Meta-Analyse zu SSRI fand schon nach einer Woche eine messbare Besserung gegenüber Placebo; das ist aber noch keine Remission. Wie lange man wartet, bevor eine Behandlung als nicht ausreichend wirksam gilt, wird unterschiedlich definiert, in Cochrane-Reviews mindestens vier Wochen in empfohlener Dosis.188,189
Darf ich Antidepressiva selbst absetzen?
Nein. Das Absetzen gehört in ärztliche Begleitung. Absetzsymptome sind häufig und meist mild, können aber auch ausgeprägt sein: In einer Meta-Analyse traten schwere Absetzsymptome bei etwa 2,8 Prozent auf. Sie können mit einer wiederkehrenden Depression verwechselt werden; was vorliegt, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.57,191,196
Was kann ich tun, wenn Behandlungen nicht ausreichend wirken?
Kam bei therapieresistenter Depression eine Psychotherapie zur Behandlung hinzu, erreichten in einem Cochrane-Review mehr Menschen eine Remission. Weitere Möglichkeiten sind ein Wechsel, die Zugabe bestimmter Antipsychotika, Lithium, EKT, rTMS oder Esketamin; die Abschnitte zur therapieresistenten Depression und zur Hirnstimulation erklären sie. Besprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.228
Was ist der Unterschied zwischen EKT und TMS?
Beide sind Hirnstimulationsverfahren bei therapieresistenter Depression. Die rTMS braucht nach dem britischen NICE keine Narkose und kann ambulant erfolgen. In einer Netzwerk-Meta-Analyse von 113 Studien waren 10 von 18 Verfahren, darunter EKT und rTMS, häufiger mit Ansprechen verbunden als eine Scheinbehandlung. Eine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten.238,241
Ist Depression heilbar?
Depressive Episoden sind zeitlich begrenzt. In einer dänischen Studie mit 301 Erwachsenen erreichten innerhalb von fünf Jahren nach einer ersten Episode 83,3 Prozent eine Remission, bei 31,5 Prozent kehrte die Depression zurück. Eine Zusage für den Einzelfall lässt sich daraus nicht ableiten, die Zahlen beschreiben Gruppen.47
Wie kann ich als Angehörige oder Angehöriger helfen?
Sich anderen anvertrauen zu können, ging in einer großen Studie mit einem geringeren Depressionsrisiko einher. Fragen Sie offen nach, wie es der Person geht, auch nach Suizidgedanken: Das Ansprechen löst sie nach einer Literaturübersicht nicht aus. Ihre Unterstützung ersetzt keine Behandlung; ermutigen Sie zur ärztlichen Abklärung und achten Sie auf Ihre eigenen Grenzen.247,250
Was tun bei Suizidgedanken?
Bei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar, der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Suizidgedanken gehören ernst genommen, und eine wirksame Behandlung der Depression ist ein wichtiger Teil der Suizidprävention.3,4,251
Wann sollte ich zur Psychiaterin oder zum Neurologen gehen?
Wenn gedrückte Stimmung, Interessenverlust oder Antriebsmangel über längere Zeit bestehen und den Alltag einschränken, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Weil etwa Blutarmut, Mangelernährung, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Medikamente wie Kortison ähnliche Beschwerden machen können, gehören körperliche Ursachen dazu; Depression kann auch einer Parkinson-Krankheit vorausgehen. Bei Gedanken an Selbsttötung zählt sofortige Hilfe; die Nummern stehen im Abschnitt „Krise und Notfall“.71,77
Sind bei NEVPAZ Gespräche per Video möglich?
Ob ein Termin per Video möglich ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt im Einzelfall nach dem anerkannten fachlichen Standard (§ 7 Abs. 4 MBO-Ä). Nach Angabe der Praxisleitung sind Gespräche bei NEVPAZ in geeigneten Fällen auch per Video möglich; oft ist ein persönlicher Termin nötig. Fragen Sie über das Kontaktformular an.
Ist Esketamin für die Behandlung der Depression zugelassen?
In der EU ist Esketamin-Nasenspray seit dem 18. Dezember 2019 zugelassen, zusammen mit einem SSRI oder SNRI für Erwachsene mit therapieresistenter Depression; dazu kommt eine Zulassung zur kurzzeitigen Behandlung bei einem psychiatrischen Notfall zusammen mit einer oralen antidepressiven Behandlung (Abruf 5. Oktober 2026). Ketamin als Infusion wird außerhalb der Zulassung eingesetzt.199,200
Kann eine Depression von selbst vergehen?
Bei einem Teil ja: Ohne Behandlung remittierten nach einer Meta-Analyse von Erwachsenen aus Hausarztpraxen 23 Prozent nach drei, 32 Prozent nach sechs und 53 Prozent nach zwölf Monaten. Leichte bis mittelgradige Fälle waren dort vermutlich überrepräsentiert; für schwere Depressionen gilt das möglicherweise nicht.46
Hilft Bewegung bei Depression?
Bewegung verringerte depressive Beschwerden nach der Cochrane-Aktualisierung von 2026, allerdings mit geringer Gewissheit, und im Vergleich mit Psychotherapie fand sich wahrscheinlich kein Unterschied. Eine Netzwerk-Meta-Analyse fand mäßige Verbesserungen unter anderem durch Gehen oder Joggen, Yoga und Krafttraining.175,176
Was kann außer einer Depression hinter den Beschwerden stecken?
Die wichtigste Abgrenzung ist die bipolare Störung, weil sie meist mit einer depressiven Episode beginnt. Hinzu kommen Anpassungsstörung, Trauer, körperliche Ursachen wie Schilddrüsenunterfunktion, neurologische Erkrankungen, Substanzen und Medikamente sowie Erwachsenen-ADHS. Der Abschnitt Differenzialdiagnosen beschreibt, woran man sie unterscheidet.11,72,91
Kann eine Depression zu Demenz führen?
Depression im höheren Lebensalter gilt nach der Lancet-Kommission als Risikofaktor für Demenz, der Zusammenhang kann aber in beide Richtungen wirken. In einer großen britischen Kohorte erhöhten depressive Beschwerden im mittleren Lebensalter das Demenzrisiko nicht; späte Beschwerden können ein Frühzeichen einer beginnenden Demenz sein. Gedächtnisprobleme gehören deshalb ärztlich abgeklärt.75,76
Wie lange muss man Medikamente bei Depression nehmen?
Die WHO empfiehlt, bei mittelgradiger bis schwerer Depression die Fortführung eines wirksamen Antidepressivums für mindestens sechs Monate nach der Remission zu erwägen (bedingte Empfehlung). In einer Meta-Analyse von 40 Studien erlitten nach der Remission unter fortgesetztem Antidepressivum 20,9 Prozent einen Rückfall, nach Umstellung auf Placebo 39,7 Prozent. Wie lange im Einzelfall, wird ärztlich entschieden; abgesetzt wird nie eigenständig.55,219
Ist eine Depression vererbbar?
Erbanlagen spielen eine Rolle, wie der Abschnitt zu den Ursachen beschreibt. Kinder von Eltern mit depressiver Störung hatten in einer Meta-Analyse ein etwa 2,3-fach erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Das beschreibt Bevölkerungen und keine Vorhersage für einzelne Familien; das Risiko der Kinder bis zum Erhebungsalter lag bei 14 Prozent.42
Quellen und Einordnung
Die Auswahl umfasst publizierte Originalstudien, Meta-Analysen, Übersichtsarbeiten, die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, die Klassifikation der WHO, weitere Leitlinien und Behördenangaben. Sie ist eine gezielte wissenschaftliche Recherche mit Stand 5. Oktober 2026, kein systematischer Review. Die Quellen sind nummeriert und mit DOI beziehungsweise PubMed-Nachweis verknüpft. Neue Studien, Korrekturen und Leitlinienänderungen können die Einordnung ändern; die Nationale VersorgungsLeitlinie ist spätestens bis zum 29. September 2027 gültig.
Zulassungsangaben stammen aus Fachinformationen und Behördenmitteilungen mit Abrufdatum 5. Oktober 2026. Für EKT und rTMS wurden keine behördlichen Zulassungsangaben erhoben. Studienergebnisse sind Gruppenwerte und keine Prognose für einzelne Menschen, und Vergleiche zwischen Studien mit unterschiedlichen Populationen, Maßen und Zeiträumen sind bewusst nicht als Rangliste dargestellt. Die Angaben zur Versorgung in der Praxis sind Praxisangaben, keine Studienergebnisse.
Wischen Sie durch die Quellen oder filtern Sie nach Art der Quelle. Jede Quelle ist über DOI, PubMed oder die Originalseite nachprüfbar.
01JAMA2024
Management of Depression in Adults: A Review
Simon GE, Moise N, Mohr DC
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Depression: Symptome, Verlauf und Behandlung verstehen, Depression auf einen Blick
02WHO2026
Depressive disorder (depression) – Fact sheet
World Health Organization
Leitliniegeprüft: Volltext
Zitiert in: Depression: Symptome, Verlauf und Behandlung verstehen, Häufigkeit
03TelefonSeelsorge Deutschland2026
TelefonSeelsorge Deutschland – Startseite
TelefonSeelsorge Deutschland
Hilfsangebot/Registergeprüft: Webseite
Zitiert in: Depression: Symptome, Verlauf und Behandlung verstehen, Häufigkeit
Zitiert in: Depression: Symptome, Verlauf und Behandlung verstehen, Häufigkeit
05WHO2024
Clinical descriptions and diagnostic requirements for ICD-11 mental, behavioural and neurodevelopmental disorders
World Health Organization
Leitliniegeprüft: Volltext
Zitiert in: Depression auf einen Blick, Formen und Schweregrade
06JAMA2003
The epidemiology of major depressive disorder: results from the National Comorbidity Survey Replication (NCS-R)
Kessler RC, Berglund P, Demler O et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Depression auf einen Blick, Häufigkeit
07American Journal of Psychiatry1999
Recurrence after recovery from major depressive disorder during 15 years of observational follow-up
Mueller TI, Leon AC, Keller MB et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Depression auf einen Blick, Verlauf
08The Lancet2018
Comparative efficacy and acceptability of 21 antidepressant drugs for the acute treatment of adults with major depressive disorder: a systematic review and network meta-analysis
Cipriani A, Furukawa TA, Salanti G, Chaimani A, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Depression auf einen Blick, Ursachen im Gehirn
09Molecular Psychiatry2020
Prospective biomarkers of major depressive disorder: a systematic review and meta-analysis
Kennis M, Gerritsen L, van Dalen M et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Depression auf einen Blick, Diagnose
10Nature Reviews Disease Primers2016
Major depressive disorder
Otte C, Gold SM, Penninx BW et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Was ist eine Depression?, Formen und Schweregrade
11The Lancet2016
Bipolar disorder
Grande I, Berk M, Birmaher B, Vieta E
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Was ist eine Depression?, Differenzialdiagnosen
12The Lancet2018
Depression
Malhi GS, Mann JJ
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Was ist eine Depression?, Fallvignetten
13WHO1992
The ICD-10 classification of mental and behavioural disorders: clinical descriptions and diagnostic guidelines
World Health Organization
Leitliniegeprüft: Volltext
Zitiert in: Formen und Schweregrade, Alltag
14Archives of General Psychiatry1998
A prospective 12-year study of subsyndromal and syndromal depressive symptoms in unipolar major depressive disorders
Judd LL, Akiskal HS, Maser JD et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Formen und Schweregrade
15American Journal of Psychiatry2002
Prevalence of depressive episodes with psychotic features in the general population
Ohayon MM, Schatzberg AF
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Formen und Schweregrade, Häufige Fragen
16Archives of General Psychiatry1984
Seasonal affective disorder. A description of the syndrome and preliminary findings with light therapy
Rosenthal NE, Sack DA, Gillin JC et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Formen und Schweregrade, Behandlung nach Schweregrad
17Molecular Psychiatry2013
Evidence for a differential role of HPA-axis function, inflammation and metabolic syndrome in melancholic versus atypical depression
Lamers F, Vogelzangs N, Merikangas KR et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Formen und Schweregrade
18The Lancet Psychiatry2026
The global prevalence of major depressive disorder during the peripartum period: a systematic review and meta-regression
Ferrari AJ, Miller PA, Shadid J et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Formen und Schweregrade, Diagnose
19JAMA Psychiatry2018
Epidemiology of Adult DSM-5 Major Depressive Disorder and Its Specifiers in the United States
Hasin DS, Sarvet AL, Meyers JL et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Formen und Schweregrade, Häufigkeit
20Archives of General Psychiatry1992
Time to recovery, chronicity, and levels of psychopathology in major depression. A 5-year prospective follow-up of 431 subjects
Keller MB, Lavori PW, Mueller TI et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Formen und Schweregrade, Verlauf
21American Journal of Psychiatry2006
Ten-year prospective follow-up study of the naturalistic course of dysthymic disorder and double depression
Klein DN, Shankman SA, Rose S
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Formen und Schweregrade, Verlauf
22Journal of Health Monitoring (RKI)2017
12-Monats-Prävalenz der selbstberichteten ärztlich diagnostizierten Depression in Deutschland
Why is depression more common among women than among men?
Kuehner C
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit
25Molecular Psychiatry2022
Age at onset of mental disorders worldwide: large-scale meta-analysis of 192 epidemiological studies.
Solmi M, Radua J, Olivola M et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit
26JAMA2017
Management of Depression in Older Adults: A Review
Kok RM, Reynolds CF
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit, Behandlung nach Schweregrad
27The Lancet2026
Updated trends in the global prevalence and burden of mental disorders, 1990-2023: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2023
GBD 2023 Mental Disorder Collaborators
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit
28Journal of Health Monitoring (RKI)2022
Depressive symptoms in the general population before and in the first year of the COVID-19 pandemic: Results of the GEDA 2019/2020 study
Hapke U, Kersjes C, Hoebel J, Kuhnert R, Eicher S, Damerow S
Originalstudiegeprüft: Volltext
Zitiert in: Häufigkeit
29Journal of Health Monitoring (RKI)2025
Depressive and anxiety symptoms among adults in Germany: Results from the RKI Panel 'Health in Germany' 2024
Walther L, Vogelgesang F, Schaffrath Rosario A, Kersjes C, Thom J, et al.
Originalstudiegeprüft: Volltext
Zitiert in: Häufigkeit
30The Lancet2021
Global prevalence and burden of depressive and anxiety disorders in 204 countries and territories in 2020 due to the COVID-19 pandemic
COVID-19 Mental Disorders Collaborators
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit
31The Lancet2024
Global incidence, prevalence, years lived with disability (YLDs), disability-adjusted life-years (DALYs), and healthy life expectancy (HALE) for 371 diseases and injuries in 204 countries and territories and 811 subnational locations, 1990-2021: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2021
GBD 2021 Diseases and Injuries Collaborators
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit
32The Lancet2007
Depression, chronic diseases, and decrements in health: results from the World Health Surveys.
Moussavi S, Chatterji S, Verdes E et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit, Begleiterkrankungen
33Psychological Medicine2019
Anxiety and depression in adults with autism spectrum disorder: a systematic review and meta-analysis
Hollocks MJ, Lerh JW, Magiati I, Meiser-Stedman R, Brugha TS
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit, Begleiterkrankungen
34Psychological Medicine2021
ADHD and depression: investigating a causal explanation
Riglin L, Leppert B, Dardani C, Thapar AK, Rice F, O'Donovan MC et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit, Begleiterkrankungen
35Nature Reviews Neurology2011
Depression and risk of developing dementia
Byers AL, Yaffe K
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit, Begleiterkrankungen
36American Journal of Psychiatry2014
Comprehensive meta-analysis of excess mortality in depression in the general community versus patients with specific illnesses
Cuijpers P, Vogelzangs N, Twisk J et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit, Begleiterkrankungen
37JAMA Psychiatry2015
Mortality in mental disorders and global disease burden implications: a systematic review and meta-analysis
Walker ER, McGee RE, Druss BG
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Häufigkeit, Begleiterkrankungen
38New England Journal of Medicine2020
Suicide
Fazel S, Runeson B
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext
Zitiert in: Häufigkeit, Begleiterkrankungen
39New England Journal of Medicine1999
An international study of the relation between somatic symptoms and depression
Simon GE, VonKorff M, Piccinelli M et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Alltag, Behandlung nach Schweregrad
40Psychological Medicine2014
Cognitive impairment in depression: a systematic review and meta-analysis
Rock PL, Roiser JP, Riedel WJ et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Alltag, Behandlung nach Schweregrad
41American Journal of Psychiatry2006
Prevalence and effects of mood disorders on work performance in a nationally representative sample of U.S. workers
Kessler RC, Akiskal HS, Ames M et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Alltag
42World Psychiatry2023
Transdiagnostic risk of mental disorders in offspring of affected parents: a meta-analysis of family high-risk and registry studies
Uher R, Pavlova B, Radua J et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Alltag, Häufige Fragen
43Biological Psychiatry2020
Distorted Cognitive Processes in Major Depression: A Predictive Processing Perspective.
Kube T, Schwarting R, Rozenkrantz L et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Rückzug und Grübeln, Behandlung nach Schweregrad
44NICE2022
Depression in adults: treatment and management (NICE guideline NG222)
National Institute for Health and Care Excellence (NICE)
Leitliniegeprüft: Volltext
Zitiert in: Rückzug und Grübeln, Psychologische Modelle
45Archives of General Psychiatry2008
Population-based study of first onset and chronicity in major depressive disorder
Eaton WW, Shao H, Nestadt G et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf
46Psychological Medicine2013
Estimating remission from untreated major depression: a systematic review and meta-analysis
Whiteford HA, Harris MG, McKeon G et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf, Häufige Fragen
47Psychological Medicine2016
Rates and predictors of remission, recurrence and conversion to bipolar disorder after the first lifetime episode of depression--a prospective 5-year follow-up study
Bukh JD, Andersen PK, Kessing LV
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf, Arztgespräch vorbereiten
48Psychological Medicine2013
Recurrence of major depressive disorder and its predictors in the general population: results from the Netherlands Mental Health Survey and Incidence Study (NEMESIS).
Hardeveld F, Spijker J, De Graaf R et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf
49American Journal of Psychiatry2000
Multiple recurrences of major depressive disorder
Solomon DA, Keller MB, Leon AC et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf
50Psychological Medicine1995
Residual symptoms after partial remission: an important outcome in depression
Paykel ES, Ramana R, Cooper Z et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf
51New England Journal of Medicine2019
Depression in the Primary Care Setting
Park LT, Zarate CA Jr
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext
Zitiert in: Verlauf, Differenzialdiagnosen
52Archives of General Psychiatry2005
Failure and delay in initial treatment contact after first onset of mental disorders in the National Comorbidity Survey Replication
Wang PS, Berglund P, Olfson M et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf
53Der Nervenarzt2014
[Mental disorders in the general population : Study on the health of adults in Germany and the additional module mental health (DEGS1-MH)]
Jacobi F, Höfler M, Strehle J et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf
54The Lancet2003
Relapse prevention with antidepressant drug treatment in depressive disorders: a systematic review
Geddes JR, Carney SM, Davies C, Furukawa TA, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf, Antidepressiva
55Molecular Psychiatry2021
Discontinuation of antidepressants after remission with antidepressant medication in major depressive disorder: a systematic review and meta-analysis
Kato M, Hori H, Inoue T, Iga J et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf, Antidepressiva
56New England Journal of Medicine2021
Maintenance or Discontinuation of Antidepressants in Primary Care
Lewis G, Marston L, Duffy L, Freemantle N et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf, Antidepressiva
57The Lancet Psychiatry2024
Incidence of antidepressant discontinuation symptoms: a systematic review and meta-analysis
Henssler J, Schmidt Y, Schmidt U, Schwarzer G, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf, Behandlung nach Schweregrad
58JAMA2001
Continuation pharmacotherapy in the prevention of relapse following electroconvulsive therapy: a randomized controlled trial
Sackeim HA, Haskett RF, Mulsant BH, Thase ME, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Verlauf, EKT, rTMS, Hirnstimulation
59Nature Reviews Disease Primers2020
Comorbid depression in medical diseases.
Gold SM, Köhler-Forsberg O, Moss-Morris R et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Begleiterkrankungen, Behandlung nach Schweregrad
60American Journal of Psychiatry2011
Subthreshold hypomanic symptoms in progression from unipolar major depression to bipolar disorder
Fiedorowicz JG, Endicott J, Leon AC, Solomon DA, Keller MB, Coryell WH et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
61American Journal of Psychiatry2014
The risk of switch to mania in patients with bipolar disorder during treatment with an antidepressant alone and in combination with a mood stabilizer
Viktorin A, Lichtenstein P, Thase ME, Larsson H, Lundholm C, Magnusson PK et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
62NICE2014
Bipolar disorder: assessment and management (CG185), Recommendations
National Institute for Health and Care Excellence (NICE)
Leitliniegeprüft: Volltext
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
63Nature Reviews Disease Primers2018
Bipolar disorders
Vieta E, Berk M, Schulze TG, Carvalho AF, Suppes T, Calabrese JR et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
64Archives of General Psychiatry2011
Prevalence and characteristics of undiagnosed bipolar disorders in patients with a major depressive episode: the BRIDGE study
Angst J, Azorin JM, Bowden CL, Perugi G, Vieta E, Gamma A et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Fallvignetten
65New England Journal of Medicine2007
Effectiveness of adjunctive antidepressant treatment for bipolar depression
Sachs GS, Nierenberg AA, Calabrese JR, Marangell LB, Wisniewski SR, Gyulai L et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
66World Psychiatry2011
Adjustment disorders: the state of the art
Casey P, Bailey S
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
67Psychological Medicine2007
Is bereavement-related depression different than non-bereavement-related depression?
Zisook S, Kendler KS
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
68JAMA Psychiatry2016
Optimizing Treatment of Complicated Grief: A Randomized Clinical Trial
Shear MK, Reynolds CF 3rd, Simon NM, Zisook S, Wang Y, Mauro C et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Fallvignetten
69WHO2019
Burn-out an "occupational phenomenon": International Classification of Diseases (ICD-11)
World Health Organization
Leitliniegeprüft: Webseite
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
70JAMA2018
Prevalence of Burnout Among Physicians: A Systematic Review
Rotenstein LS, Torre M, Ramos MA, Rosales RC, Guille C, Sen S et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
71WHO2016
mhGAP Intervention Guide for mental, neurological and substance use disorders in non-specialized health settings, Version 2.0
World Health Organization
Leitliniegeprüft: Volltext
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
72JAMA Psychiatry2021
Association of Hypothyroidism and Clinical Depression: A Systematic Review and Meta-analysis
Bode H, Ivens B, Bschor T, Schwarzer G, Henssler J, Baethge C et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
73JAMA Network Open2021
Effect of Levothyroxine Therapy on the Development of Depressive Symptoms in Older Adults With Subclinical Hypothyroidism: An Ancillary Study of a Randomized Clinical Trial
Wildisen L, Feller M, Del Giovane C et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Ursachen im Gehirn
74American Journal of Psychiatry2000
Vitamin B(12) deficiency and depression in physically disabled older women: epidemiologic evidence from the Women's Health and Aging Study
Penninx BW, Guralnik JM, Ferrucci L, Fried LP, Allen RH, Stabler SP et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
75JAMA Psychiatry2017
Trajectories of Depressive Symptoms Before Diagnosis of Dementia: A 28-Year Follow-up Study
Singh-Manoux A, Dugravot A, Fournier A, Abell J, Ebmeier K, Kivimäki M et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
76The Lancet2020
Dementia prevention, intervention, and care: 2020 report of the Lancet Commission
Livingston G, Huntley J, Sommerlad A, Ames D, Ballard C, Banerjee S et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
77The Lancet Neurology2015
Prediagnostic presentations of Parkinson's disease in primary care: a case-control study
Schrag A, Horsfall L, Walters K, Noyce A, Petersen I
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
78Nature Reviews Neurology2011
Depression in Parkinson disease--epidemiology, mechanisms and management
Aarsland D, Påhlhagen S, Ballard CG, Ehrt U, Svenningsson P
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
79American Journal of Psychiatry2016
Post-Stroke Depression: A Review
Robinson RG, Jorge RE
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
80Psychological Medicine2019
Prevalence of pre-stroke depression and its association with post-stroke depression: a systematic review and meta-analysis
Taylor-Rowan M, Momoh O, Ayerbe L, Evans JJ, Stott DJ, Quinn TJ et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
81Nature Reviews Neurology2014
The link between multiple sclerosis and depression
Feinstein A, Magalhaes S, Richard JF, Audet B, Moore C
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
82Annals of Neurology2012
Epilepsy, suicidality, and psychiatric disorders: a bidirectional association
Hesdorffer DC, Ishihara L, Mynepalli L, Webb DJ, Weil J, Hauser WA et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
83American Journal of Psychiatry1997
Comparison of induced and independent major depressive disorders in 2,945 alcoholics
Schuckit MA, Tipp JE, Bergman M, Reich W, Hesselbrock VM, Smith TL et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
84Archives of General Psychiatry2004
Prevalence and co-occurrence of substance use disorders and independent mood and anxiety disorders: results from the National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions
Grant BF, Stinson FS, Dawson DA, Chou SP, Dufour MC, Compton W et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
85American Journal of Psychiatry2012
Suicidal behavior and severe neuropsychiatric disorders following glucocorticoid therapy in primary care
Fardet L, Petersen I, Nazareth I
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
86New England Journal of Medicine2001
Paroxetine for the prevention of depression induced by high-dose interferon alfa
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Ursachen im Gehirn
87JAMA2002
Beta-blocker therapy and symptoms of depression, fatigue, and sexual dysfunction
Ko DT, Hebert PR, Coffey CS, Sedrakyan A, Curtis JP, Krumholz HM et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
88JAMA2018
Prevalence of Prescription Medications With Depression as a Potential Adverse Effect Among Adults in the United States
Qato DM, Ozenberger K, Olfson M
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
89JAMA Psychiatry2016
Association of Hormonal Contraception With Depression
Skovlund CW, Mørch LS, Kessing LV, Lidegaard Ø
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen
90JAMA Psychiatry2019
Association of Cannabis Use in Adolescence and Risk of Depression, Anxiety, and Suicidality in Young Adulthood: A Systematic Review and Meta-analysis
Gobbi G, Atkin T, Zytynski T, Wang S, Askari S, Boruff J et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen
91American Journal of Psychiatry2006
The prevalence and correlates of adult ADHD in the United States: results from the National Comorbidity Survey Replication
Kessler RC, Adler L, Barkley R, Biederman J, Conners CK, Demler O et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
92The Lancet Psychiatry2019
Prevalence of co-occurring mental health diagnoses in the autism population: a systematic review and meta-analysis
Lai MC, Kassee C, Besney R, Bonato S, Hull L, Mandy W et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad
93World Psychiatry2010
Pathophysiology of depression: do we have any solid evidence of interest to clinicians?
Hasler G
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
94World Psychiatry2015
What has serotonin to do with depression?
Cowen PJ, Browning M
Originalstudiegeprüft: Volltext
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
95Molecular Psychiatry2023
The serotonin theory of depression: a systematic umbrella review of the evidence
Moncrieff J, Cooper RE, Stockmann T, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn, Häufige Fragen
96The Lancet1997
Relapse of depression after rapid depletion of tryptophan
Smith KA, Fairburn CG, Cowen PJ
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
97Molecular Psychiatry2007
Mood is indirectly related to serotonin, norepinephrine and dopamine levels in humans: a meta-analysis of monoamine depletion studies
Ruhé HG, Mason NS, Schene AH
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
98Molecular Psychiatry2002
Organization of the stress system and its dysregulation in melancholic and atypical depression: high vs low CRH/NE states
Gold PW, Chrousos GP
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
99Archives of General Psychiatry2009
Major depressive disorder and hypothalamic-pituitary-adrenal axis activity: results from a large cohort study
Vreeburg SA, Hoogendijk WJ, van Pelt J, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
100JAMA2000
Pituitary-adrenal and autonomic responses to stress in women after sexual and physical abuse in childhood
Heim C, Newport DJ, Heit S, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
101Molecular Psychiatry2016
Subcortical brain alterations in major depressive disorder: findings from the ENIGMA Major Depressive Disorder working group
Schmaal L, Veltman DJ, van Erp TG, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
102Nature Medicine2019
Adult hippocampal neurogenesis is abundant in neurologically healthy subjects and drops sharply in patients with Alzheimer's disease
Moreno-Jiménez EP, Flor-García M, Terreros-Roncal J, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
103Molecular Psychiatry2014
Serum BDNF concentrations as peripheral manifestations of depression: evidence from a systematic review and meta-analyses on 179 associations (N=9484)
Molendijk ML, Spinhoven P, Polak M, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
104Archives of General Psychiatry2006
A randomized trial of an N-methyl-D-aspartate antagonist in treatment-resistant major depression
Zarate CA, Singh JB, Carlson PJ, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
105American Journal of Psychiatry2013
Antidepressant efficacy of ketamine in treatment-resistant major depression: a two-site randomized controlled trial
Murrough JW, Iosifescu DV, Chang LC, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
106Molecular Psychiatry2022
Imaging the effect of ketamine on synaptic density (SV2A) in the living brain
Holmes SE, Finnema SJ, Naganawa M, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
107American Journal of Psychiatry2018
Attenuation of Antidepressant Effects of Ketamine by Opioid Receptor Antagonism
Williams NR, Heifets BD, Blasey C, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
108Psychological Medicine2019
Prevalence of low-grade inflammation in depression: a systematic review and meta-analysis of CRP levels
Osimo EF, Baxter LJ, Lewis G, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
109JAMA Psychiatry2014
Association of serum interleukin 6 and C-reactive protein in childhood with depression and psychosis in young adult life: a population-based longitudinal study
Khandaker GM, Pearson RM, Zammit S, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
110JAMA Psychiatry2013
A randomized controlled trial of the tumor necrosis factor antagonist infliximab for treatment-resistant depression: the role of baseline inflammatory biomarkers
Raison CL, Rutherford RE, Woolwine BJ, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
111JAMA Psychiatry2015
Large-Scale Network Dysfunction in Major Depressive Disorder: A Meta-analysis of Resting-State Functional Connectivity
Kaiser RH, Andrews-Hanna JR, Wager TD, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
112Biological Psychiatry2015
Depressive Rumination, the Default-Mode Network, and the Dark Matter of Clinical Neuroscience
Hamilton JP, Farmer M, Fogelman P, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
113American Journal of Psychiatry2009
Reduced caudate and nucleus accumbens response to rewards in unmedicated individuals with major depressive disorder
Pizzagalli DA, Holmes AJ, Dillon DG, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
114JAMA Psychiatry2017
Altered Brain Activity in Unipolar Depression Revisited: Meta-analyses of Neuroimaging Studies
Müller VI, Cieslik EC, Serbanescu I, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
115JAMA Psychiatry2022
Quantifying Deviations of Brain Structure and Function in Major Depressive Disorder Across Neuroimaging Modalities
Winter NR, Leenings R, Ernsting J, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn, Häufige Fragen
116The Lancet Psychiatry2018
Association of disrupted circadian rhythmicity with mood disorders, subjective wellbeing, and cognitive function: a cross-sectional study of 91 105 participants from the UK Biobank
Lyall LM, Wyse CA, Graham N, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
117JAMA Psychiatry2016
Efficacy of Bright Light Treatment, Fluoxetine, and the Combination in Patients With Nonseasonal Major Depressive Disorder: A Randomized Clinical Trial
Lam RW, Levitt AJ, Levitan RD, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
118American Journal of Psychiatry2000
Genetic epidemiology of major depression: review and meta-analysis
Sullivan PF, Neale MC, Kendler KS
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn, Risiko und Schutz
119Nature Medicine2023
Depression pathophysiology, risk prediction of recurrence and comorbid psychiatric disorders using genome-wide analyses
Als TD, Kurki MI, Grove J, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
120American Journal of Psychiatry2019
No Support for Historical Candidate Gene or Candidate Gene-by-Interaction Hypotheses for Major Depression Across Multiple Large Samples
Border R, Johnson EC, Evans LM, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn, Psychologische Modelle
121Nature Neuroscience2013
Allele-specific FKBP5 DNA demethylation mediates gene-childhood trauma interactions
Klengel T, Mehta D, Anacker C, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
122JAMA Psychiatry2014
Epigenetic mechanisms of depression
Nestler EJ
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
123JAMA Psychiatry2021
Perturbations in Gut Microbiota Composition in Psychiatric Disorders: A Review and Meta-analysis
Nikolova VL, Smith MRB, Hall LJ, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
124Molecular Psychiatry2016
Gut microbiome remodeling induces depressive-like behaviors through a pathway mediated by the host's metabolism
Zheng P, Zeng B, Zhou C, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
125American Journal of Psychiatry2000
Effects of gonadal steroids in women with a history of postpartum depression
Bloch M, Schmidt PJ, Danaceau M, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
126JAMA Psychiatry2018
Efficacy of Transdermal Estradiol and Micronized Progesterone in the Prevention of Depressive Symptoms in the Menopause Transition: A Randomized Clinical Trial
Gordon JL, Rubinow DR, Eisenlohr-Moul TA, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
127JAMA Psychiatry2019
Association of Testosterone Treatment With Alleviation of Depressive Symptoms in Men: A Systematic Review and Meta-analysis
Walther A, Breidenstein J, Miller R
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
128Nature Medicine2017
Resting-state connectivity biomarkers define neurophysiological subtypes of depression
Drysdale AT, Grosenick L, Downar J, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
129Nature Medicine2024
Personalized brain circuit scores identify clinically distinct biotypes in depression and anxiety
Tozzi L, Zhang X, Pines A, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
130Molecular Psychiatry2019
Data-driven biological subtypes of depression: systematic review of biological approaches to depression subtyping
Beijers L, Wardenaar KJ, van Loo HM, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
131American Journal of Psychiatry1999
Causal relationship between stressful life events and the onset of major depression
Kendler KS, Karkowski LM, Prescott CA
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn, Risiko und Schutz
132American Journal of Psychiatry2012
Childhood maltreatment predicts unfavorable course of illness and treatment outcome in depression: a meta-analysis
Nanni V, Uher R, Danese A
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
133Nature Medicine2016
Synaptic plasticity and depression: new insights from stress and rapid-acting antidepressants
Duman RS, Aghajanian GK, Sanacora G, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
134Molecular Psychiatry2011
The GABAergic deficit hypothesis of major depressive disorder
Luscher B, Shen Q, Sahir N
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
135The Lancet Psychiatry2017
How do antidepressants work? New perspectives for refining future treatment approaches
Harmer CJ, Duman RS, Cowen PJ
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Ursachen im Gehirn
136Molecular Psychiatry2018
A direct test of the diathesis-stress model for depression.
Colodro-Conde L, Couvy-Duchesne B, Zhu G et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz, Psychologische Modelle
137Nature Reviews Neuroscience2009
Psychobiology and molecular genetics of resilience.
Feder A, Nestler EJ, Charney DS
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz, Häufige Fragen
138American Journal of Psychiatry1995
Stressful life events, genetic liability, and onset of an episode of major depression in women.
Kendler KS, Kessler RC, Walters EE et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz
139Biological Psychiatry2018
Does Childhood Trauma Moderate Polygenic Risk for Depression? A Meta-analysis of 5765 Subjects From the Psychiatric Genomics Consortium.
Peyrot WJ, Van der Auwera S, Milaneschi Y et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz
140Psychological Medicine2016
Maltreatment in childhood substantially increases the risk of adult depression and anxiety in prospective cohort studies: systematic review, meta-analysis, and proportional attributable fractions.
Li M, D'Arcy C, Meng X
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz, Häufige Fragen
141Archives of General Psychiatry2007
A prospective investigation of major depressive disorder and comorbidity in abused and neglected children grown up.
Widom CS, DuMont K, Czaja SJ
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz
142American Journal of Psychiatry2014
Adult health outcomes of childhood bullying victimization: evidence from a five-decade longitudinal British birth cohort.
Takizawa R, Maughan B, Arseneault L
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz
143American Journal of Psychiatry2014
Sex differences in the pathways to major depression: a study of opposite-sex twin pairs.
Kendler KS, Gardner CO
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz
144Psychological Medicine2014
The association between cannabis use and depression: a systematic review and meta-analysis of longitudinal studies.
Lev-Ran S, Roerecke M, Le Foll B et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz
145Archives of General Psychiatry2005
Lifetime prevalence and age-of-onset distributions of DSM-IV disorders in the National Comorbidity Survey Replication.
Kessler RC, Berglund P, Demler O et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz
146American Journal of Psychiatry2003
Risk factors for depression among elderly community subjects: a systematic review and meta-analysis.
Cole MG, Dendukuri N
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz
147JAMA Psychiatry2022
Family History of Psychiatric Disorders as a Risk Factor for Maternal Postpartum Depression: A Systematic Review and Meta-analysis.
Zacher Kjeldsen MM, Bricca A, Liu X et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz
148JAMA Psychiatry2013
Onset timing, thoughts of self-harm, and diagnoses in postpartum women with screen-positive depression findings
Wisner KL, Sit DK, McShea MC et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz, Behandlung nach Schweregrad
149American Journal of Psychiatry2005
Sex differences in the relationship between social support and risk for major depression: a longitudinal study of opposite-sex twin pairs.
Kendler KS, Myers J, Prescott CA
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz, Angehörige
150American Journal of Psychiatry2018
Physical Activity and Incident Depression: A Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies.
Schuch FB, Vancampfort D, Firth J et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz
151JAMA Psychiatry2022
Association Between Physical Activity and Risk of Depression: A Systematic Review and Meta-analysis.
Pearce M, Garcia L, Abbas A et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Risiko und Schutz, Behandlung nach Schweregrad
152World Psychiatry2021
Psychotherapies for depression: a network meta-analysis covering efficacy, acceptability and long-term outcomes of all main treatment types.
Cuijpers P, Quero S, Noma H et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychologische Modelle, Behandlung nach Schweregrad
153Nature Reviews Neuroscience2011
Neural mechanisms of the cognitive model of depression.
Disner SG, Beevers CG, Haigh EA et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychologische Modelle, Behandlung nach Schweregrad
154The Lancet2016
Cost and Outcome of Behavioural Activation versus Cognitive Behavioural Therapy for Depression (COBRA): a randomised, controlled, non-inferiority trial.
Richards DA, Ekers D, McMillan D et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychologische Modelle
155Psychological Medicine1996
A cognitive science perspective on kindling and episode sensitization in recurrent affective disorder.
Segal ZV, Williams JM, Teasdale JD et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychologische Modelle
156JAMA Psychiatry2016
Efficacy of Mindfulness-Based Cognitive Therapy in Prevention of Depressive Relapse: An Individual Patient Data Meta-analysis From Randomized Trials.
Kuyken W, Warren FC, Taylor RS et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychologische Modelle, Behandlung nach Schweregrad
157The Lancet2015
Effectiveness and cost-effectiveness of mindfulness-based cognitive therapy compared with maintenance antidepressant treatment in the prevention of depressive relapse or recurrence (PREVENT): a randomised controlled trial.
Kuyken W, Hayes R, Barrett B et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychologische Modelle, Behandlung nach Schweregrad
158American Journal of Psychiatry2017
Psychodynamic Therapy: As Efficacious as Other Empirically Supported Treatments? A Meta-Analysis Testing Equivalence of Outcomes.
Steinert C, Munder T, Rabung S et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychologische Modelle
159American Journal of Psychiatry2016
Interpersonal Psychotherapy for Mental Health Problems: A Comprehensive Meta-Analysis.
Cuijpers P, Donker T, Weissman MM et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychologische Modelle, Behandlung nach Schweregrad
160Nature Neuroscience2005
Medial prefrontal cortex determines how stressor controllability affects behavior and dorsal raphe nucleus.
Amat J, Baratta MV, Paul E et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychologische Modelle
161BMJ2003
Screening for depression in primary care with two verbally asked questions: cross sectional study
Arroll B, Khin N, Kerse N
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Diagnose, Fallvignetten
162BMJ2019
Accuracy of Patient Health Questionnaire-9 (PHQ-9) for screening to detect major depression: individual participant data meta-analysis
Levis B, Benedetti A, Thombs BD et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Diagnose, Fallvignetten
163JAMA2016
Screening for Depression in Adults: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement
Siu AL, US Preventive Services Task Force (USPSTF), Bibbins-Domingo K et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Diagnose
164The Lancet2009
Clinical diagnosis of depression in primary care: a meta-analysis
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
166BMJ2013
Influence of initial severity of depression on effectiveness of low intensity interventions: meta-analysis of individual patient data
Bower P, Kontopantelis E, Sutton A, Kendrick T et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad
167Psychological Medicine2015
Stepped care treatment delivery for depression: a systematic review and meta-analysis
van Straten A, Hill J, Richards DA, Cuijpers P
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad
168JAMA Psychiatry2015
Baseline Depression Severity as Moderator of Depression Outcomes Between Cognitive Behavioral Therapy vs Pharmacotherapy: An Individual Patient Data Meta-analysis
Weitz ES, Hollon SD, Twisk J, van Straten A et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Fallvignetten
169Psychological Medicine2025
The impact of patient choice on uptake, adherence, and outcomes across depression, anxiety, and eating disorders: a systematic review and meta-analysis
Johnson C, Radunz M, Linardon J, Fuller-Tyszkiewicz M et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Fallvignetten
170World Psychiatry2020
A network meta-analysis of the effects of psychotherapies, pharmacotherapies and their combination in the treatment of adult depression
Cuijpers P, Noma H, Karyotaki E, Vinkers CH, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Häufige Fragen
171World Psychiatry2021
Initial treatment choices to achieve sustained response in major depression: a systematic review and network meta-analysis
Furukawa TA, Shinohara K, Sahker E, Karyotaki E, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad
172World Psychiatry2023
Cognitive behavior therapy vs. control conditions, other psychotherapies, pharmacotherapies and combined treatment for depression: a comprehensive meta-analysis including 409 trials with 52,702 patients
Cuijpers P, Miguel C, Harrer M, Plessen CY, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Psychotherapie
173BMJ2013
Lithium in the prevention of suicide in mood disorders: updated systematic review and meta-analysis
Cipriani A, Hawton K, Stockton S, Geddes JR
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
174New England Journal of Medicine2023
Esketamine Nasal Spray versus Quetiapine for Treatment-Resistant Depression
Reif A, Bitter I, Buyze J, Cebulla K, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
175Cochrane Database of Systematic Reviews2026
Exercise for depression
Clegg AJ, Hill JE, Mullin DS, Harris C, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Licht, Bewegung, Schlaf
176BMJ2024
Effect of exercise for depression: systematic review and network meta-analysis of randomised controlled trials
Noetel M, Sanders T, Gallardo-Gómez D, Taylor P, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Licht, Bewegung, Schlaf
177American Journal of Psychiatry2005
The efficacy of light therapy in the treatment of mood disorders: a review and meta-analysis of the evidence
Golden RN, Gaynes BN, Ekstrom RD, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Licht, Bewegung, Schlaf
178Cochrane Database of Systematic Reviews2004
Light therapy for non-seasonal depression
Tuunainen A, Kripke DF, Endo T
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Licht, Bewegung, Schlaf
179Biological Psychiatry2013
Mechanisms of rapid antidepressant effects of sleep deprivation therapy: clock genes and circadian rhythms
Bunney BG, Bunney WE
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Licht, Bewegung, Schlaf
180American Journal of Psychiatry2006
Acute and longer-term outcomes in depressed outpatients requiring one or several treatment steps: a STAR*D report
Rush AJ, Trivedi MH, Wisniewski SR et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
181The Lancet2003
Efficacy and safety of electroconvulsive therapy in depressive disorders: a systematic review and meta-analysis
UK ECT Review Group
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
182New England Journal of Medicine2023
Ketamine versus ECT for Nonpsychotic Treatment-Resistant Major Depression
Anand A, Mathew SJ, Sanacora G, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
183The Lancet2016
Suicide and suicidal behaviour
Turecki G, Brent DA
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Krise und Notfall
184BMJ2009
Risk of suicidality in clinical trials of antidepressants in adults: analysis of proprietary data submitted to US Food and Drug Administration
Stone M, Laughren T, Jones ML, Levenson M, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
185FDA2026
SPRAVATO (esketamine) nasal spray, CIII – Full prescribing information (Revised 3/2026)
U.S. Food and Drug Administration / Janssen Pharmaceuticals
Hilfsangebot/Registergeprüft: Volltext
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
186New England Journal of Medicine2022
Single-Dose Psilocybin for a Treatment-Resistant Episode of Major Depression
Goodwin GM, Aaronson ST, Alvarez O, Arden PC, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
187EMA2025
Zurzuvae (Zuranolon): EPAR – Übersicht und Zulassungsstand, abgerufen am 5. Oktober 2026
European Medicines Agency
Behörde (Zulassungsstand)Ergänzende Quelle (Grafiken)
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
188Archives of General Psychiatry2006
Early onset of selective serotonin reuptake inhibitor antidepressant action: systematic review and meta-analysis
Taylor MJ, Freemantle N, Geddes JR, Bhagwagar Z
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
189Cochrane Database of Systematic Reviews2019
Pharmacological interventions for treatment-resistant depression in adults
Davies P, Ijaz S, Williams CJ, Kessler D et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
190New England Journal of Medicine2006
Bupropion-SR, sertraline, or venlafaxine-XR after failure of SSRIs for depression
Rush AJ, Trivedi MH, Wisniewski SR, Stewart JW, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
191The Lancet Psychiatry2019
Tapering of SSRI treatment to mitigate withdrawal symptoms
Horowitz MA, Taylor D
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
192Psychological Medicine2024
Comparative efficacy of interpersonal psychotherapy and antidepressant medication for adult depression: a systematic review and individual participant data meta-analysis
Cohen ZD, Breunese J, Markowitz JC, Weitz ES, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Psychotherapie
193The lancet. Psychiatry2019
Optimal dose of selective serotonin reuptake inhibitors, venlafaxine, and mirtazapine in major depression: a systematic review and dose-response meta-analysis.
Furukawa TA, Cipriani A, Cowen PJ et al.
Ergänzende Quelle (Grafiken)
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
194BMJ (Clinical research ed.)2018
Antidepressant utilisation and incidence of weight gain during 10 years' follow-up: population based cohort study.
Gafoor R, Booth HP, Gulliford MC
Ergänzende Quelle (Grafiken)
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
195The Cochrane database of systematic reviews2013
Strategies for managing sexual dysfunction induced by antidepressant medication.
Taylor MJ, Rudkin L, Bullemor-Day P et al.
Ergänzende Quelle (Grafiken)
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
196JAMA Psychiatry2025
Incidence and Nature of Antidepressant Discontinuation Symptoms: A Systematic Review and Meta-Analysis
Kalfas M, Tsapekos D, Butler M, McCutcheon RA, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
197JAMA2017
Effect of Antidepressant Switching vs Augmentation on Remission Among Patients With Major Depressive Disorder Unresponsive to Antidepressant Treatment: The VAST-D Randomized Clinical Trial
Mohamed S, Johnson GR, Chen P, Hicks PB, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
198The lancet. Psychiatry2025
Clinical and cost-effectiveness of lithium versus quetiapine augmentation for treatment-resistant depression: a pragmatic, open-label, parallel-group, randomised controlled superiority trial in the UK.
Cleare AJ, Kerr-Gaffney J, Goldsmith K et al.
Ergänzende Quelle (Grafiken)
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
European Medicines Agency / Janssen-Cilag International
Hilfsangebot/Registergeprüft: Volltext
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
200Der Nervenarzt2026
[(Es)ketamine: practice update]
Vestring S, Domschke K, Normann C
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
201JAMA psychiatry2019
Efficacy of Esketamine Nasal Spray Plus Oral Antidepressant Treatment for Relapse Prevention in Patients With Treatment-Resistant Depression: A Randomized Clinical Trial.
Daly EJ, Trivedi MH, Janik A et al.
Ergänzende Quelle (Grafiken)
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
202American Journal of Psychiatry2019
Efficacy and Safety of Flexibly Dosed Esketamine Nasal Spray Combined With a Newly Initiated Oral Antidepressant in Treatment-Resistant Depression: A Randomized Double-Blind Active-Controlled Study
Popova V, Daly EJ, Trivedi M, Cooper K, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
203The American journal of psychiatry2023
Zuranolone for the Treatment of Adults With Major Depressive Disorder: A Randomized, Placebo-Controlled Phase 3 Trial.
Clayton AH, Lasser R, Parikh SV et al.
Ergänzende Quelle (Grafiken)
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva
204The American journal of psychiatry2023
Zuranolone for the Treatment of Postpartum Depression.
Deligiannidis KM, Meltzer-Brody S, Maximos B et al.
Ergänzende Quelle (Grafiken)
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
205New England Journal of Medicine2021
Trial of Psilocybin versus Escitalopram for Depression
Carhart-Harris R, Giribaldi B, Watts R, Baker-Jones M, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
206Archives of General Psychiatry2010
Daily left prefrontal transcranial magnetic stimulation therapy for major depressive disorder: a sham-controlled randomized trial
George MS, Lisanby SH, Avery D, McDonald WM, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
207The Lancet2018
Effectiveness of theta burst versus high-frequency repetitive transcranial magnetic stimulation in patients with depression (THREE-D): a randomised non-inferiority trial
Blumberger DM, Vila-Rodriguez F, Thorpe KE, Feffer K, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression
208World Psychiatry2024
Absolute and relative outcomes of psychotherapies for eight mental disorders: a systematic review and meta-analysis
Cuijpers P, Miguel C, Ciharova M, Harrer M, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychotherapie
209World Psychiatry2026
Long-term effects of psychotherapies for depression: an advanced meta-analysis
Cuijpers P, Miguel C, Kaya Aglio E, van Straten A, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychotherapie
210The Lancet2013
Cognitive behavioural therapy as an adjunct to pharmacotherapy for primary care based patients with treatment resistant depression: results of the CoBalT randomised controlled trial
Wiles N, Thomas L, Abel A, Ridgway N, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychotherapie
211Archives of General Psychiatry2005
Prevention of relapse following cognitive therapy vs medications in moderate to severe depression.
Hollon SD, DeRubeis RJ, Shelton RC et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychotherapie
212JAMA Psychiatry2017
Efficacy of Self-guided Internet-Based Cognitive Behavioral Therapy in the Treatment of Depressive Symptoms: A Meta-analysis of Individual Participant Data
Karyotaki E, Riper H, Twisk J, Hoogendoorn A, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychotherapie
213JAMA Psychiatry2021
Internet-Based Cognitive Behavioral Therapy for Depression: A Systematic Review and Individual Patient Data Network Meta-analysis
Karyotaki E, Efthimiou O, Miguel C, Bermpohl FMG, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychotherapie
214World Psychiatry2023
Therapist-supported Internet-based cognitive behaviour therapy yields similar effects as face-to-face therapy for psychiatric and somatic disorders: an updated systematic review and meta-analysis
Hedman-Lagerlöf E, Carlbring P, Svärdman F, Riper H et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychotherapie
215JAMA Psychiatry2020
Psychotherapy for Depression Across Different Age Groups: A Systematic Review and Meta-analysis
Cuijpers P, Karyotaki E, Eckshtain D, Ng MY et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Psychotherapie, Fallvignetten
216JAMA2010
Antidepressant drug effects and depression severity: a patient-level meta-analysis
Fournier JC, DeRubeis RJ, Hollon SD, Dimidjian S, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Antidepressiva
217The Lancet Psychiatry2016
Placebo response rates in antidepressant trials: a systematic review of published and unpublished double-blind randomised controlled studies
Furukawa TA, Cipriani A, Atkinson LZ, Leucht S, et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Antidepressiva
218World Psychiatry2015
Antidepressants versus placebo in major depression: an overview
Khan A, Brown WA
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Antidepressiva
219WHO2025
Mental Health Gap Action Programme (mhGAP) guideline for mental, neurological and substance use disorders: executive summary
World Health Organization
Leitliniegeprüft: Volltext
Zitiert in: Antidepressiva, Angehörige
220Cochrane Database of Systematic Reviews2021
Approaches for discontinuation versus continuation of long-term antidepressant use for depressive and anxiety disorders in adults
Van Leeuwen E, van Driel ML, Horowitz MA, Kendrick T et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Antidepressiva
221Cochrane Database of Systematic Reviews2016
Continuation and maintenance treatments for depression in older people
Wilkinson P, Izmeth Z
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Antidepressiva
222Cochrane Database of Systematic Reviews2021
Pharmacological treatment for psychotic depression
Kruizinga J, Liemburg E, Burger H, Cipriani A et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Antidepressiva
223JAMA2019
Effect of Continuing Olanzapine vs Placebo on Relapse Among Patients With Psychotic Depression in Remission: The STOP-PD II Randomized Clinical Trial
Flint AJ, Meyers BS, Rothschild AJ, Whyte EM et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Antidepressiva
224New England Journal of Medicine2014
Antidepressant use in pregnancy and the risk of cardiac defects
Huybrechts KF, Palmsten K, Avorn J, Cohen LS et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Antidepressiva
225Cochrane Database of Systematic Reviews2021
Antidepressant treatment for postnatal depression
Brown JVE, Wilson CA, Ayre K, Robertson L et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Antidepressiva
226The American journal of psychiatry2016
Systematic Review and Meta-Analysis: Dose-Response Relationship of Selective Serotonin Reuptake Inhibitors in Major Depressive Disorder.
Jakubovski E, Varigonda AL, Freemantle N et al.
Ergänzende Quelle (Grafiken)
Zitiert in: Antidepressiva
227Molecular psychiatry2016
Consistent superiority of selective serotonin reuptake inhibitors over placebo in reducing depressed mood in patients with major depression.
Hieronymus F, Emilsson JF, Nilsson S et al.
Ergänzende Quelle (Grafiken)
Zitiert in: Antidepressiva
228Cochrane Database of Systematic Reviews2018
Psychological therapies for treatment-resistant depression in adults
Medication augmentation after the failure of SSRIs for depression
Trivedi MH, Fava M, Wisniewski SR, Thase ME, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Therapieresistente Depression
230American Journal of Psychiatry2006
A comparison of lithium and T(3) augmentation following two failed medication treatments for depression: a STAR*D report
Nierenberg AA, Fava M, Trivedi MH, Wisniewski SR et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Therapieresistente Depression
231American Journal of Psychiatry2011
A systematic review of treatments for refractory depression in older people
Cooper C, Katona C, Lyketsos K, Blazer D et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Therapieresistente Depression
232NICE2022
Esketamine nasal spray for treatment-resistant depression (Technology appraisal guidance TA854)
National Institute for Health and Care Excellence
Leitliniegeprüft: Volltext
Zitiert in: Therapieresistente Depression
233FDA (Federal Register)2026
Considerations for Potential Future Therapeutic Use of Psychedelic Drugs; Public Hearing; Request for Comments
U.S. Food and Drug Administration
Hilfsangebot/Registergeprüft: Volltext
Zitiert in: Therapieresistente Depression
234Cochrane Database of Systematic Reviews2008
St John's wort for major depression
Linde K, Berner MM, Kriston L
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Therapieresistente Depression
235Biological Psychiatry2010
Objective cognitive performance associated with electroconvulsive therapy for depression: a systematic review and meta-analysis
Semkovska M, McLoughlin DM
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation
236The Lancet Psychiatry2021
Risk of serious medical events in patients with depression treated with electroconvulsive therapy: a propensity score-matched, retrospective cohort study
Kaster TS, Vigod SN, Gomes T, Sutradhar R et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation
237The Lancet Psychiatry2022
Risk of suicide death following electroconvulsive therapy treatment for depression: a propensity score-weighted, retrospective cohort study in Canada
Kaster TS, Blumberger DM, Gomes T, Sutradhar R et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation
238NICE2015
Repetitive transcranial magnetic stimulation for depression (Interventional procedures guidance IPG542, jetzt HealthTech guidance HTG396)
Efficacy of transcranial magnetic stimulation targets for depression is related to intrinsic functional connectivity with the subgenual cingulate
Fox MD, Buckner RL, White MP, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation
240American Journal of Psychiatry2022
Stanford Neuromodulation Therapy (SNT): A Double-Blind Randomized Controlled Trial
Cole EJ, Phillips AL, Bentzley BS, Stimpson KH et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation
241BMJ2019
Comparative efficacy and acceptability of non-surgical brain stimulation for the acute treatment of major depressive episodes in adults: systematic review and network meta-analysis
Mutz J, Vipulananthan V, Carter B, Hurlemann R, et al.
Trial of Electrical Direct-Current Therapy versus Escitalopram for Depression
Brunoni AR, Moffa AH, Sampaio-Junior B, Borrione L, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation
243Biological Psychiatry2005
Vagus nerve stimulation for treatment-resistant depression: a randomized, controlled acute phase trial
Rush AJ, Marangell LB, Sackeim HA, George MS, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation
244The Lancet Psychiatry2017
Subcallosal cingulate deep brain stimulation for treatment-resistant depression: a multisite, randomised, sham-controlled trial
Holtzheimer PE, Husain MM, Lisanby SH, Taylor SF, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation
245American Journal of Psychiatry2017
A 5-Year Observational Study of Patients With Treatment-Resistant Depression Treated With Vagus Nerve Stimulation or Treatment as Usual: Comparison of Response, Remission, and Suicidality
Aaronson ST, Sears P, Ruvuna F, Bunker M, et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation
246Der Nervenarzt1998
[Sleep deprivation and subsequent sleep phase advance stabilizes the positive effect of sleep deprivation in depressive episodes]
Albert R, Merz A, Schubert J, Ebert D
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Licht, Bewegung, Schlaf
247Psychological Medicine2014
Does asking about suicide and related behaviours induce suicidal ideation? What is the evidence?
Dazzi T, Gribble R, Wessely S et al.
Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract
Zitiert in: Fallvignetten, Angehörige
248American Journal of Psychiatry2016
Offspring of Depressed Parents: 30 Years Later.
Weissman MM, Wickramaratne P, Gameroff MJ et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Angehörige
249Archives of General Psychiatry2002
Parental major depression and the risk of depression and other mental disorders in offspring: a prospective-longitudinal community study.
Lieb R, Isensee B, Höfler M et al.
Originalstudiegeprüft: Abstract
Zitiert in: Angehörige
250American Journal of Psychiatry2020
An Exposure-Wide and Mendelian Randomization Approach to Identifying Modifiable Factors for the Prevention of Depression
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Stand 05.10.2026 · Gezielte narrative Recherche in sieben Bereichen (Klinik, Pathophysiologie, Biografie und Modelle, Therapie, Differenzialdiagnose, Ersatzbelege Klinik und Therapie) mit PMID-Prüfung; kein systematischer Review · Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
Fachärztliche Prüfung
Dr. med. Amir Golsari
Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie
Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Ausbildung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Mitautor klinischer Studien in der Schlaganfall-Bildgebung (u. a. WAKE-UP, NEJM 2018). Ärztlicher Leiter der Privatpraxis NEVPAZ in Hamburg.
Zuletzt fachärztlich geprüft am 13.10.2026 durch Dr. med. Amir Golsari
Autor und vorgesehener fachärztlicher Prüfer: Dr. med. Amir Golsari · Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
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Selbstzahler (auch gesetzlich Versicherte):
Die Kosten für Diagnostik und Behandlung betragen
141 € pro Besuch.
Eine Abrechnung erfolgt ausschließlich privat.
Bitte beachten Sie: Für Termine, die weniger als 24 Stunden im Voraus abgesagt
werden, sowie bei Nichterscheinen berechnen wir ein Ausfallhonorar.
Sprache im Gespräch
Bitte wählen Sie später im Buchungskalender die Ärztin oder den Arzt aus,
die Ihre Sprache spricht.
In the booking calendar, please pick the doctor who speaks your language.
The calendar itself does not show languages.
Dr. med. Amir Golsari
DeutschEnglischFarsi/Dari
Elena Lindenau
Deutsch
Dr. med. Tabea zum Felde
Deutsch
Severin Hahn
DeutschEnglisch
Nezar Dableh
DeutschArabisch
Valeria Dluzhnevskaya
DeutschRussisch
Melike Özdogru
DeutschEnglischTürkisch
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